Flüstern in der Nacht
Flüstern in der Nacht
Die Stunden verstrichen, während draußen der Delta-Quadrant in lautloser Majestät vorbeizog. Im Quartier herrschte eine sanfte, fast meditative Ruhe, nur unterbrochen vom leisen Atem der beiden schlafenden Mädchen und dem regelmäßigen Pulsieren des Bio-Betts.
Chakotay und Samantha blieben am Bett sitzen. Mit gedämpften Stimmen, darauf bedacht, weder die Kinder noch Kathryn zu wecken, sprachen sie leise über die verschiedensten Themen.
Es begann mit einfachen Dingen des Schiffsalltags: Neelix’ neustem Versuch, terranische Gewürze durch einheimische Knollen zu ersetzen, die Fortschritte der hydrokulturellen Gärten auf Deck 9 und die kleinen Reibereien zwischen den Abteilungen, die Chakotay auf der Brücke tagtäglich schlichten musste. Doch je tiefer die Nacht voranschritt, desto persönlicher wurden die Worte.
Samantha erzählte mit einem leisen Lächeln von Naomis ersten Schritten an Bord der Voyager und wie Kathryn damals mitten in einer taktischen Krise Zeit gefunden hatte, nach der jungen Mutter zu sehen. Chakotay wiederum sprach von seinen Ritualen, von alten Geschichten seines Volkes über Heilung und Geduld – und wie schwer es ihm gefallen war, in den ersten Tagen mitanzusehen, wie Kathryn in ihrer eigenen Stille gefangen lag.
»Sie wird wieder die Alte«, flüsterte Samantha nach einer Weile und sah hinab auf Kathryns entspannte Züge. »Der Weg wird steinig, aber der Funke ist zurück. Man hat es vorhin gesehen, als Naomi das Buch aufgeschlagen hat.«
»Sie lässt sich von ihren eigenen Nerven nicht besiegen«, nickte Chakotay leise, und ein warmes Schmunzeln glitt über sein Gesicht. »Besonders nicht, wenn sie eine Crew hat, die meutert, um ihr den Rücken freizuhalten.«
So saßen die beiden beieinander, tauschten Erinnerungen, Hoffnungen und leise Sorgen aus, bis die Schiffsuhr weit über Bordmitternacht anzeigte und die Nachtwache ihre tiefste Stunde erreichte. Die anfängliche Last der Pflegeschichten war einer stillen, geteilten Gewissheit gewichen: Sie zogen an einem Strang, und gemeinsam würden sie Kathryn durch diese Dunkelheit tragen.