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Früher Morgen und kleine Siege

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Früher Morgen und kleine Siege

Es war früh am Morgen, als Kathryn erwachte. Das künstliche Dämmerlicht des Quartiers begann gerade, sich sanft auf die Stufe der ersten Schicht hochzuregeln.

Zum ersten Mal seit Tagen war das Erwachen nicht von jener eisigen Panik begleitet, die ihr sonst die Kehle zugeschnürt hatte. Naomi schlief noch immer tief und fest an ihrer linken Seite, die Decke bis an die Schultern gezogen. Am Fußende lag die kleine Miral zusammengerollt wie ein Kätzchen, ein Ärmchen noch immer über das aufgeklappte Bilderbuch gelegt – Tom und B'Elanna hatten sie gestern Abend ganz bewusst hier schlafen lassen und waren in ihr eigenes Quartier gegangen, um etwas Ruhe zu finden. Drüben auf den beiden Sesseln nahe des Bettes ruhten Chakotay und Samantha. Chakotay hatte den Kopf zur Seite geneigt, die Arme vor der Brust verschränkt, während Samantha ruhig und gleichmäßig atmete. Sie hatten die ganze Nacht über die kleine Truppe gewacht.

Kathryn spürte, wie die gewohnte Frustration tief in ihr anklopfen wollte – ihr Körper war nach wie vor schwer wie Blei, unbeweglich und taub. Doch der Anblick der beiden schlafenden Mädchen und ihrer treuen Wächter erstickte die Bitterkeit im Keim. Sie versuchte zu lächeln, und ihre Mundwinkel gehorchten, zogen sich zu einem schwachen, aber echten Anflug von Wärme zusammen.

Am Fußende regte sich etwas. Miral rieb sich mit beiden Fäustchen die Augen, blinzelte verschlafen ins Halbdunkel und strampelte die Decke ein Stück weit weg. Sie richtete sich wackelig auf die Knie auf, patschte mit einer Hand auf ein gezeichnetes Raumschiff im Buch und begann mit leiser, noch heiserer Morgenstimme vor sich hinzubrabbeln: »Schuttel … wusch … großes Schuttel …«

Durch das leise Geplapper wurde Samantha langsam wach. Sie blinzelte, streckte vorsichtig den Nacken und ließ den Blick sofort zum Bett wandern. Ein weiches Lächeln trat auf ihr Gesicht, als sie die Kleine sah.

»Da ist aber jemand früh wach«, flüsterte Samantha mit verschlafener, warmer Stimme. Sie stand leise auf, um Chakotay und ihre eigene Tochter Naomi nicht zu wecken, und trat an die Bettkante. Sie beugte sich hinab und hob das Mädchen behutsam auf den Arm. »So, kleine Dame, dann machen wir uns schon mal frisch.«

Miral wand sich ein wenig in Samanthas Griff, deutete mit ausgestrecktem Zeigefinger auf Kathryn und krähte mit unüberhörbarem Nachdruck: »Äthi erst wach!«

»Das glaub ich dir«, schmunzelte Samantha und strich ihr sanft über das krause Haar. »Aber wir machen uns trotzdem schon fertig.«

Miral verzog das Gesichtchen, sah Samantha mit gespieltem Ernst an und plapperte empört: »Vordrengeln!«

Vom Kopfkissen her erklang ein leises, heiseres Lachen.

»Ja, Kleine …«, hauchte Kathryn mit matter, aber liebevoller Stimme, während ihre Augen sanft auf dem kleinen Mädchen ruhten. »Ihr dürft zuerst.«

»Bin Erster!«, rief Miral stolz, riss beide Ärmchen in die Luft und strahlte über das ganze Gesicht, während Samantha sie sanft auf die Hüfte setzte.

Ein leises Kichern kam von der anderen Seite des Bettes. Naomi hatte bei dem fröhlichen Ausruf die Augen aufgeschlagen, rieb sich verschlafen die Wange am Kissen und sah mit einem breiten Grinsen zu der Kleinen hinüber.

»Nur weil ich dich habe gewinnen lassen«, murmelte Naomi mit heiserer Morgenstimme und streckte sich genüsslich aus, darauf bedacht, Kathryn nicht anzustoßen.

Drüben auf dem Sessel regte sich nun auch Chakotay. Er öffnete die Augen, blinzelte in das allmählich heller werdende Licht und schüttelte den Schlaf mit einem tiefen Atemzug ab. Als sein Blick auf das Bett fiel – auf Kathryn, deren Augen wach und klar waren, und die beiden Mädchen, die schon wieder das Kommando übernahmen –, stahl sich ein warmes Lächeln auf seine Züge.

»Ein Sieger am frühen Morgen«, stellte Chakotay mit rauer, tiefer Stimme fest, erhob sich und trat an das Kopfende. Er sah Kathryn an, und das unausgesprochene Einverständnis zwischen ihnen war sofort wieder da. »Guten Morgen, Captain. Wie ich sehe, hat die Besatzung den Tag bereits strukturiert.«

Kathryn sah zu ihm auf. Der Körper schwieg noch immer, die Schwere lag wie Blei auf ihren Gliedern, doch das Lächeln auf ihren Lippen verblasste nicht.

»Es scheint so …«, hauchte sie leise, während Miral auf Samanthas Arm vergnügt weiterbrabbelte. »Gegen eine Klingonin im Siegestaumel … hat selbst die Sternenflotte … keine Chance.«