Frühstückspläne und verschlungene Seiten
Frühstückspläne und verschlungene Seiten
Chakotay schmunzelte und strich sich mit einer Hand durch das dichte, dunkle Haar. Er warf einen Blick hinüber zu Samantha, die Miral gerade sanft ins Badezimmer trug, um die kleine Klingonin für den Tag zurechtzumachen.
»Wenn hier schon Rangordnungen ausgefochten werden, übernehme ich das Taktische«, sagte Chakotay mit einem warmen Funkeln in den Augen und wandte sich wieder Kathryn zu. »Ich gehe hinüber in die Messe und bereite uns allen ein anständiges Frühstück vor. Frischer Saft, warmer Brei für dich und etwas Richtiges für unsere Siegerin und ihre Begleitung.«
»Klingt vernünftig … Commander«, hauchte Kathryn dankbar.
Chakotay nickte ihr noch einmal aufmunternd zu, strich kurz über die Bettdecke und verließ mit leisen Schritten das Quartier.
Kaum war das leise Zischen der Tür verhallt, drehte sich Naomi auf dem Bett vorsichtig zu Kathryn um. Sie stützte das Kinn auf die Hände, sah ihre Kommandantin mit großen, aufmerksamen Augen an und fragte mit leiser, fast verschwörerischer Stimme: »Machen wir nachher die Hausaufgaben von B'Elanna?«
»Ja …«, erwiderte Kathryn matt, aber mit einem festen Glanz in den Augen. Die Aussicht, gemeinsam mit dem Mädchen die komplizierten EPS-Schaltungen zu entschlüsseln, gab ihr mehr Lebensgeister zurück als jede medizinische Injektion. »Das machen wir.«
Kathryns Blick wanderte hinüber zu dem dicken Band, der aufgeschlagen am Fußende lag. »Wie weit … bist du denn mit deinem Buch?«
»Fast fertig«, gestand Naomi mit einem leicht verlegenen, aber stolzen Lächeln. »Ich konnte gestern Abend einfach nicht aufhören. Ronja und Birk sind in die Bärenhöhle gezogen, und der Wald war voller Gefahren.«
»Du hast es … verschlungen?«, fragte Kathryn leise, während ein heiseres, amüsiertes Glucksen ihrer Kehle entkam. Sie erinnerte sich genau daran, wie sie vor dem Einschlafen noch gemurmelt hatte, die Mädchen sollten nicht alles auf einmal verschlingen.
»Ja«, gab Naomi kichernd zu, ehe ihre Miene sofort wieder geschäftig und pflichtbewusst wurde. Sie richtete sich im Schneidersitz auf. »Aber ich muss heute auch noch schnell die Aufgaben vom Commander fertig machen! Er hat mir ein paar Navigationsberechnungen gegeben, und die will er vor der nächsten Schicht sehen.«
Ein schwaches, unendlich warmes Lächeln trat auf Kathryn's Lippen.
»Nun …«, flüsterte sie und spürte, wie die Last der Lähmung für einen Moment völlig in den Hintergrund rückte. »Dann haben wir beide … heute eine Menge Arbeit vor uns, Assistentin.«