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Die Last der Einsamkeit

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Die Last der Einsamkeit

Eine einzelne, heiße Träne löste sich aus Kathryns Augenwinkel und bahnte sich langsam ihren Weg über die blasse Wange, bis sie im Stoff des Kissens versickerte. Die Kraft, die Stirn zu runzeln oder die Zähne zusammenzubeißen, war mit einem Mal verflogen. Übrig blieb nur die nackte, schonungslose Wahrheit, die sie jahrelang tief in sich vergraben hatte.

»Ihr braucht … wegen mir nicht zu verzichten«, flüsterte sie, und ihre Stimme brach beinahe unter dem Gewicht der Worte. Ihre Augen hafteten an Chakotays Gesicht, flehend und voller stummer Selbstaufgabe. »Es ist wichtig … jemanden an der Seite zu haben. Ein Zuhause zu haben.«

Chakotay wollte den Mund öffnen, wollte ihr widersprechen, doch sie ließ ihm keine Zeit. Jeder Satz kostete sie unendliche Mühe, doch sie zwang die Worte durch ihre trockenen Lippen.

»Der Captain ist immer alleine, Chakotay …«, hauchte sie leise, und der Schmerz darin schnitt tiefer als jede Diagnose der Krankenstation. »Ich habe es gewusst … als die Mission begann. Es gehört dazu. Der Stuhl in der Mitte ist der einsamste Ort auf diesem Schiff. Ich habe mich dafür entschieden.«

Ein zittriger Atemzug hob ihre Brust, ihre Lider flatterten erschöpft.

»Achte meinetwegen auf mich …«, flüsterte sie, und ihre Stimme wurde von Silbe zu Silbe leiser, kaum mehr als ein Hauch gegen den Kissenbezug. »Aber verzichte … bitte nicht auf eine Beziehung. Nicht meinetwegen …«

Ihre Augen schlossen sich langsam. Die Anstrengung des Gesprächs, die Wucht der Gefühle und die zähe Schwäche ihres Körpers holten sie wieder ein. Der Kopf sank tiefer ein, die Gesichtszüge entspannten sich vollends, und Kathryns Atem glitt in einen tiefen, traumlosen Schlaf hinüber.

Chakotay blieb noch einen langen Moment reglos an ihrer Seite stehen. Seine Hand lag noch immer über ihren kühlen Fingern. Er blickte auf sie hinab, sein Herz schwer von der Bitterkeit, die sie all die Jahre mit sich herumgetragen hatte – dieser stoische, grausame Glaube daran, dass ein Captain dazu verdammt war, niemanden lieben zu dürfen.

Langsam zog er seine Hand zurück und strich die Decke glatt.

Mit nachdenklichem, gesenktem Blick drehte er sich um und ging mit leisen Schritten hinüber zu dem niedrigen Tisch. Tom, B'Elanna und Naomi räumten gerade die letzten Schalen zusammen, während Miral auf B'Elannas Schoß saß und zufrieden an einem Stück Obst nagte.

Chakotay ließ sich schwer in einen der freien Sessel sinken, stützte die Ellbogen auf die Knie und rieb sich mit beiden Händen über das Gesicht. Die Müdigkeit der letzten Schichten stand ihm nun deutlich in die Züge geschrieben, doch es war nicht die Erschöpfung des Dienstes, die auf seinen Schultern lastete.

Samantha, die gerade eine Kanne zur Seite gestellt hatte, hielt inne. Sie bemerkte sofort die veränderte Luft im Raum, die drückende Stille, die von ihm ausging.

Sie trat leise an seinen Sessel heran, verschränkte die Arme und schaute ihn mit einem ernsten, fragenden Blick an.