LNCrawler

Ein stolzer Pilot und späte Gäste

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Ein stolzer Pilot und späte Gäste

Es dauerte noch einen Moment, bis die Quartiertür erneut zischte und zwei sichtlich gehetzte Eltern über die Schwelle traten.

Tom hielt sich die Hand an die Stirn, während B’Elannas Blick sofort durch den Raum schoss und auf dem Bio-Bett hängen blieb. Ein hörbares Ausatmen der Erleichterung entwich ihrer Brust.

»Hier bist du!«, rief B’Elanna halb tadelnd, halb lachend aus und trat mit schnellen Schritten an das Bett heran. »Wir haben uns nur für eine Sekunde im Korridor umgedreht, um mit Harry zu sprechen, und auf einmal war sie weg.«

Miral sah von ihrem dicken Buch auf, verschränkte stolz die kleinen Ärmchen vor der Brust und patschte mit einer Hand auf Kathryns Decke. Ihre dunklen Augen blitzten voller kindlichem Triumph.

»Äthi erzählen!«, verkündete sie mit fester, glockenheller Stimme, als wäre es die selbstverständlichste Mission des gesamten Schiffes gewesen.

B’Elannas Miene wurde einen Hauch vorsichtiger. Sie sah hinab zu Kathryn, musterte die bleichen Züge der Kommandantin und fragte mit gedämpfter, respektvoller Stimme: »Ist es okay? Sie fällt hier einfach so herein und belagert dein Bett.«

Kathryn neigte den Kopf ein winziges Stück zur Seite. In ihren Augen lag kein Funke der Erschöpfung oder des Unmuts, den sie noch vor zwei Tagen bei jedem unangekündigten Geräusch verspürt hatte. Stattdessen ruhte ihr Blick mit tiefer, gelöster Wärme auf der kleinen Klingonin.

»Ja …«, hauchte Kathryn leise, doch mit einem festen, unmissverständlichen Tonfall. Ein echtes Schmunzeln glitt über ihre Lippen. »Sie hat mir … die Flugroute erklärt. Ausgezeichnete … Pilotenfähigkeiten. Ganz der Vater.«

Tom, der sich mit einem breiten Grinsen an den Bettpfosten gelehnt hatte, legte gespielt feierlich die Hand aufs Herz. »Ich wusste es. Das Talent liegt im Blut.«

B’Elanna schüttelte amüsiert den Kopf, beugte sich hinab und strich Miral sanft über das dichte, krause Haar. Der Raum war erfüllt von gedämpftem Lachen, dem leisen Gemurmel von Samantha und Naomi und dem verlässlichen Summen der Voyager.

Kathryn spürte, wie Chakotay vom Fußende her ihren Blick auffing – ruhig, wissend und mit jenem tiefen Einverständnis, das keine Worte brauchte. Die Lähmung war noch da, der Weg zurück lang. Doch die Einsamkeit, die sie so lange gefürchtet hatte, hatte in diesem Quartier keinen Platz mehr.