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Das Geständnis

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Das Geständnis

Chakotay lehnte sich zurück, verschränkte die Hände im Schoß und wartete. Er wusste, dass hinter Kathryns bebender Brust die Sicherungen brannten.

»Ich habe das nicht gewollt«, stieß sie plötzlich hervor.

Ihre Stimme war heiser, belegt von der Anstrengung des Schluckens und der eisigen Verzweiflung, die sie gefangen hielt.

Drüben an der Wand erstarrte Samanthas Hand wenige Zentimeter vor dem Bedienfeld des Replikators. Sie drückte die Taste nicht, um das Summen der Dematerialisierung nicht zwischen die Worte zu stellen. Reglos blieb sie mit dem Rücken zum Bett stehen, den Kopf leicht geneigt, unwillkürliche Zeugin einer Offenbarung, die so tief aus dem Inneren ihres Captains brach.

Chakotay bewegte sich nicht. »Was genau hast du nicht gewollt, Kathryn?«

»Das hier!«, rief sie, so laut ihre geschwächte Stimme es hergab. Tränen traten ihr nun offen in die Augen, heiß und unaufhaltsam. »Dass ihr mich so seht! Dass du … dass Samantha mein Bett richtet, mich wäscht, mich füttert wie ein hilfloses Kind. Dass meine Offiziere zu meinen Pflegern werden!«

An der Wand senkte Samantha den Blick. Ein schmerzhafter Stich fuhr ihr durch das Herz. Wie oft hatte sie gehofft, Janeway mit ihren sanften Berührungen ein Gefühl von Würde zu bewahren – und nun zu hören, wie tief genau das ihren Stolz zerfleischte, schnitt tief. Samantha wagte kaum zu atmen.

»Ich bin euer Captain, Chakotay!«, flüsterte Kathryn nun wieder, fast erstickend an ihren eigenen Emotionen. »Mein ganzes Leben lang war ich diejenige, die stark sein musste. Ich habe entschieden, wer lebt, wer stirbt, welchen Kurs wir nehmen. Ich sollte für euch ein Fels sein! Keine Bürde. Kein Pflegefall, um den man sich abwechseln muss, während draußen ein Schiff durch feindliches Territorium fliegt!«

Chakotay ließ sie sprechen, fing jedes ihrer zornigen Worte auf, ohne zurückzuweichen.

»Niemand von uns betrachtet dich als Bürde«, sagte er leise.

»Weil ihr zu anständig seid!«, schnappte sie bitter. Doch die Kraft verließ sie augenblicklich wieder. Sie sackte förmlich in sich zusammen, ihre Wangen glänzten nass. »Gott … ich ertrage es einfach nicht. Ich ertrage es nicht, daliegen zu müssen und darauf zu warten, dass mir jemand den Mund abwischt. Ich wollte nie, dass ihr mich jemals so seht. So gebrochen.«

Samantha drückte mit zitterndem Finger die Taste des Replikators. Ein sanftes blaues Leuchten erfasste die Schale, sie löste sich lautlos auf. Sie drehte sich noch immer nicht um, um Kathryn nicht das Gefühl zu geben, beobachtet worden zu sein.

Chakotay stand auf, trat direkt an die Kante des Bettes und stützte beide Hände auf den Rahmen, sodass er ihr ganz nah war.

»Du glaubst also, wir folgen dir nur, weil du unverwundbar bist?«, fragte er mit einer Härte, die Kathryn zusammenzucken ließ.

Ihre Augen flackerten auf.

»Glaubst du im Ernst, meine Loyalität – oder Samanthas, oder die von Tuvok oder Paris – hängt davon ab, ob deine Beine funktionieren? Dass unser Respekt vor dir verschwindet, bloß weil dein Körper eine Grenze erreicht hat?« Er schüttelte langsam den Kopf. »Wenn das so wäre, Kathryn, dann wären wir keine Crew. Dann wären wir nur Untergebene, die eine Uniform fürchten.«

»Das ist etwas anderes, und das weißt du—«

»Nein, das ist es nicht«, unterbrach er sie ruhig und nahm ihre schlaffe, leblose rechte Hand zwischen seine beiden warmen Handflächen. »Du hast diesem Schiff alles gegeben. Du hast Samantha beigestanden, als Naomi zur Welt kam. Du hast mich vor meinen eigenen Dämonen gerettet. Du hast uns durch jeden Albtraum manövriert. Du hast uns fünf Jahre lang beschützt – und jetzt, wo dein Körper einmal Tribut fordert, verlangst du von uns, wegzusehen? Du willst uns verbieten, dir das zurückzugeben, was du uns jeden einzelnen Tag schenkst? Und wag es nicht, einen von uns aufzufordern zu gehen.«

Kathryn schloss krampfhaft die Augen. Eine Welle aus Erschöpfung und tiefem Schmerz überrollte sie.

»Ich kann nichts tun«, hauchte sie tonlos in die Kissen. »Nur hier liegen … und warten.«