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Epilog: Das Netz der Sterne

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Epilog: Das Netz der Sterne

Der Korridor auf Deck drei lag in jener sanften Halbdunkelheit, die den Nachtzyklus der Voyager ankündigte. Aus dem Quartier des Captains drang kein schrilles Alarmieren, kein hektisches Tippen von PADDs und kein flackerndes Monitorlicht mehr, das früher die Nächte durchschnitten hatte.

Stattdessen lag eine tiefe, lebendige Ruhe über den Räumen.

Auf dem breiten Sofa saß Kathryn Janeway. Auf ihrem Schoß schlummerte Martha Gretchen, die kleine Hand fest um Kathryns Zeigefinger geklammert, während Jonas Edward nebenan in der Wiege mit leisen, zufriedenen Atemzügen träumte. Am anderen Ende des Raumes hatte Tom Paris gerade die völlig erschöpfte Miral auf den Arm gehoben, deren kleine Finger noch immer das abgegriffene Bullerbü-Buch umklammerten.

»Miau«, murmelte die kleine Halbklingonin schlaftrunken in Toms Schulter, bevor sie endgültig wegdämmerte.

B’Elanna lächelte müde, strich Kathryn im Vorbeigehen kurz über den Arm und raunte ein leises »Gute Nacht« in den Raum, bevor sie mit Tom durch die zischenden Schotten verschwand. Naomi, die ihren Posten als Chefassistentin bis zur letzten Sekunde tapfer verteidigt hatte, gähnte herzhaft, winkte noch einmal feierlich und huschte hinüber in ihren Schlafbereich, um Samantha nicht zu wecken, die nach den Strapazen der Nacht bereits tief und fest schlief.

Nun waren nur noch Kathryn und Chakotay wach.

Chakotay trat leise hinter Kathryn, beugte sich hinab und hob das schlafende Mädchen mit geübten, behutsamen Griffen von ihrem Schoß, um es sanft neben seinen Bruder in die Wiege zu betten. Er deckte die Zwillinge zu und blieb einen Moment stehen, die Hand auf dem Rand des geflochtenen Körbchens.

Als er sich wieder umwandte, sah er, wie Kathryn durch das Panoramafenster in das endlose Schwarz des Weltalls blickte. Die Sterne zogen in vertrauten, ruhigen Lichtstreifen vorbei. Doch die Kälte da draußen erreichte sie nicht mehr.

Er trat neben sie und legte seine Hand auf ihre Schulter. Kathryn hob die Hand, legte ihre Finger auf die seinen und lehnte den Kopf an seine Seite.

»Wie geht es dir, Kathryn?«, fragte er leise.

Sie dachte an die vergangenen Wochen – an das Ertrinken in den eigenen Pflichten, an die lähmende Angst vor dem Abdriften, an Samanthas unerschütterliche Besuche und an die kleinen Hände, die sie immer wieder ins Hier und Jetzt zurückgeholt hatten. Die Narben waren da, aber sie brannten nicht mehr.

»Ich bin müde«, antwortete Kathryn mit einer Ehrlichkeit, die sie sich früher niemals erlaubt hätte. Ein weiches, echtes Lächeln glitt über ihre Züge. »Aber zum ersten Mal seit sehr langer Zeit bin ich nicht mehr einsam. Wir haben den Kurs gehalten, Chakotay.«

»Weil du uns gelassen hast«, erwiderte er sanft.

Sie stand auf, blickte noch einmal hinüber zu den beiden schlafenden Kindern, zu dem Tisch mit den Kuchenkrümeln und dem Buch von Bullerbü. Dieses Schiff war kein bloßes Sternenflottenschiff mehr, das durch das Nichts trieb. Es war ein Zuhause geworden – getragen von einem Netz aus Händen, die festhielten, wenn die eigenen Kräfte schwanden.

Kathryn löste ihre Hand, nickte Chakotay mit einem stillen Einverständnis zu und ging hinüber in ihr Quartier, bereit für den Schlaf, getragen von der Gewissheit, dass der morgige Tag nicht bewältigt, sondern gelebt werden wollte.