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Hausmannskost und Meuterei

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Hausmannskost und Meuterei

Chakotay lachte noch immer leise, während er an die Bettkante trat. Er stemmte spielerisch die Hände in die Hüften, musterte Kathryn mit hochgezogener Augenbraue und einem herausfordernden Funkeln in den dunklen Augen.

»Wolltest du heute Abend eigentlich noch was essen?«, fragte er mit gespielter Strenge.

Kathryn hob leicht das Kinn – die einzige Bewegung, die ihr Körper ihr uneingeschränkt erlaubte. Ihr Blick funkelte zurück, scharf, wach und vollkommen unbeeindruckt von seiner Pose.

»Wenn du nicht kochst, dann vielleicht Samantha«, entgegnete sie trocken, wobei ihre heisere Stimme der Bemerkung einen herrlich bissigen Unterton verlieh. Sie hielt seinem Blick stand und fügte mit messerscharfer Janeway-Präzision hinzu: »Den Captain verhungern zu lassen, ist Meuterei, Commander.«

Ein unterdrücktes Glucksen kam von Samantha, die sofort versuchte, ein unbeteiligtes Gesicht aufzusetzen, während Naomi auf dem Sofa mit leuchtenden Augen zwischen den beiden hin- und herblickte.

»Meuterei?«, wiederholte Chakotay, schüttelte theatralisch den Kopf und ließ sich auf den Stuhl neben dem Bett sinken. »Ich halte mich lediglich an die strengen Anweisungen des Doktors, Captain. Und an deine eigenen Bedingungen: Wir entscheiden über deine Versorgung. Also keine Drohungen mit dem Kriegsgericht, solange ich den Löffel in der Hand halte.«

»Ich kann sehr gut kochen, Captain«, schaltete sich Samantha mit einem schiefen Lächeln ein und trat an das Fußende. »Neelix hat mir heute Nachmittag frische Tarvok-Wurzeln und etwas gewürztes Getreide aus den Hydroponik-Gärten überlassen. Daraus lässt sich eine wunderbare, cremige Suppe machen. Keine künstliche Nährstoffbrühe aus dem Replikator.«

Kathryns Mundwinkel zuckten verräterisch. Der Gedanke an echte Nahrung – warm, gewürzt, von Hand zubereitet – war der verlockendste Reiz, den ihre Sinne seit Tagen geboten bekommen hatten.

»Das klingt … nach einem akzeptablen Kompromiss«, gab Kathryn matt zu, ehe ihre Augen wieder zu Chakotay wanderten. »Aber nur, wenn der Borka-Räuber die Küche nicht betritt. Ich fürchte um die Integrität der Kochtöpfe.«

»Hey«, warf Naomi vom Sofa aus mit ernster Miene ein, das Buch noch immer fest auf den Knien. »Borka war eigentlich ein ziemlich guter Anführer, Captain! Nur ein bisschen laut. Und er hat immer dafür gesorgt, dass seine Leute satt werden.«

Kathryn blinzelte überrascht und sah mit hochgezogener Braue zu dem Mädchen hinüber. »Naomi … als meine Assistentin solltest du dem Captain den Rücken stärken, nicht dem Ersten Offizier.«

Naomi richtete sich kerzengerade auf, ganz die pflichtbewusste Vertreterin der Sternenflotte. »Ein guter Assistent muss objektiv bleiben, Captain. Und Commander Chakotay hat recht: Ohne Essen werden Ihre Nervenbahnen nicht schneller gesund.«

Chakotay warf Naomi ein breites, dankbares Grinsen zu. »Hörst du das, Kathryn? Sogar deine eigene Assistentin sieht die Logik auf meiner Seite.«

Kathryn stieß ein leises, heiseres Schnauben aus, doch in ihren Augen funkelte pure Wärme. Der feine Spott der beiden tat ihr gut – er behandelte sie nicht wie zerbrechliches Glas, sondern wie den Kopf einer Familie, die sich neckte, um einander Mut zu machen.

»Na schön«, murmelte Kathryn geschlagen. »Zwei gegen einen. Eine echte Verschwörung in meinem eigenen Quartier.«

»Wir verschwören uns nur zu Ihrem Besten«, erwiderte Samantha schmunzelnd, strich Naomi über den Scheitel und wandte sich zur Tür. »Komm, Naomi. Wir holen die Zutaten und lassen den Commander hier Wache schieben.«

Als die Tür hinter den beiden zischte, kehrte wieder die vertraute Ruhe ein. Chakotay setzte sich dichter an das Bio-Bett, griff nach Kathryns rechter Hand und umschloss ihre kühlen Finger sanft mit seiner warmen Handfläche.

Kathryn zog ihre Hand nicht weg. Sie ließ sie einfach liegen, geborgen zwischen seinen Fingern.

Der Frust über die eigene Schwäche lauerte noch immer in den Winkeln ihres Verstandes, doch er hatte seine scharfen Zähne verloren. Solange diese Menschen an ihrer Seite standen – und solange Naomi als loyale Assistentin selbst die Räubergeschichten für die Genesung ihres Captains einspannte –, war der Weg zurück auf die Brücke kein einsamer Kampf mehr.