✵ Zusatzszene: Was zwischen den Fragen blieb
✵ Zusatzszene: Was zwischen den Fragen blieb
Lumielle trat aus der Eisdiele zurück in die belebte Winkelgasse. Hinter ihr fiel die Tür ins Schloss, und das helle Klingeln der kleinen Glocke ging beinahe sofort zwischen Stimmen, Schritten und dem Klappern vorbeigetragener Kessel unter. Die eingepackte Schulrobe lag über ihrem Arm, daneben hielt sie die Bücher, die sie zuvor bei Flourish & Blotts gekauft hatte.
Um sie herum drängten Familien von einem Geschäft zum nächsten. Kinder blieben vor Schaufenstern stehen, Eltern riefen ihnen hinterher und Eulen antworteten aus ihren Käfigen mit empörtem Kreischen, doch Lumielle ging ohne Eile weiter.
Der Nachmittag war anders verlaufen, als sie erwartet hatte. Eigentlich hatte sie nur ihre Robe abholen, einige Bücher kaufen und bei Gringotts das Geld entgegennehmen wollen, das für ihren Aufenthalt in Hogwarts bereitgestellt worden war. Stattdessen hatte sie einen Jungen kennengelernt, der innerhalb weniger Minuten mehr Fragen gestellt hatte als manche ihrer Verwandten während eines ganzen Abendessens.
Bei der nächsten Abzweigung bog Lumielle in eine schmalere Seitengasse ein. Der Lärm der Winkelgasse wurde hinter den eng stehenden Häusern gedämpft. Das Licht fiel nur noch in schrägen Streifen zwischen den Mauern hindurch und ließ Staub in der warmen Luft schimmern.
Sie ging noch einige Schritte, bis eine tiefe Stimme aus dem Schatten erklang, als hätte die Dunkelheit zwischen den Häusern plötzlich selbst zu ihr gesprochen.
„Du solltest eigentlich schon lange hier sein“, sagte Moruk, der zunächst nur als dunkle Gestalt zwischen den Häusern zu erkennen war.
Lumielle blieb stehen und lächelte, noch bevor er aus dem Schatten trat. „Ich bin doch da, doch ich wurde nur kurz aufgehalten“, erwiderte sie ruhig und verlagerte die Robe etwas in ihrem Arm.
Der Mann vor ihr war groß und breit gebaut. Braunes Haar lag ein wenig unordentlich über seiner Stirn, während sich ein dunkler Bartschatten über sein kantiges Gesicht zog. Die schwarze Kleidung saß an ihm wie etwas, das weniger ausgewählt als widerwillig hingenommen worden war. Am auffälligsten blieben jedoch seine Augen. Sie waren zu dunkel, zu wach und zu alt für die menschliche Gestalt, in der er vor ihr stand, als ließe sich das Wesen dahinter selbst durch menschliche Augen nicht vollständig verbergen.
Moruks Blick glitt über Lumielle, über die eingepackte Robe und die Bücher in ihren Armen. Erst als er sich davon überzeugt hatte, dass sie unverletzt war, blieb seine Aufmerksamkeit auf ihrem Gesicht liegen. „Was hat dich aufgehalten?“, fragte er gedämpft.
Ein amüsiertes Lächeln erschien auf Lumielles Lippen. „Ein viel zu neugieriger Schüler, wenn du mich fragst“, erklärte sie.
Moruk hob langsam eine Braue. „Ein Schüler“, wiederholte er, als sei bereits dieser Umstand verdächtig.
„Draco Malfoy“, sagte Lumielle und lehnte sich mit der Schulter gegen die kühle Hauswand.
Bei dem Namen wurde Moruks Blick merklich härter, doch er unterbrach sie nicht.
„Anscheinend hat es sich bereits herumgesprochen, dass ich Harry Potter geholfen habe“, fuhr Lumielle fort. „Zumindest wusste seine Mutter genug, um mich bei Madam Malkin sofort zu erkennen.“
Moruks Haltung spannte sich an. „Das ist kein gutes Zeichen“, stellte er fest. Seine Stimme blieb ruhig, aber die Worte verloren jede Spur von Nachsicht. „Allerdings wirst du damit rechnen müssen, dass man sich für dich interessiert. Du bist neu, trittst erst im fünften Schuljahr in Hogwarts ein und niemand kennt deinen Namen.“
Lumielle nickte langsam. „Trotzdem war es interessant“, sagte sie, woraufhin Moruk sie länger musterte. „Was genau war daran interessant?“, fragte er. „Er hat sehr viele Fragen gestellt. So viele, dass ich kaum selbst zu Wort gekommen bin. Jedes Mal, wenn ich etwas fragen wollte, kam schon die nächste Frage von ihm“, antwortete Lumielle und stieß ein kurzes, belustigtes Ausatmen aus. Für einen Moment senkte sie den Blick auf die Bücher in ihren Armen. „Ich hätte gern mehr über ihn erfahren. Aber er hat mir gar keine Gelegenheit dazu gegeben.“
Moruk verschränkte die Arme vor der Brust, wodurch sich der schwarze Mantel leicht über seinen Schultern spannte. „Menschen, die viele Fragen stellen und selbst keine beantworten, wollen selten nur ein freundliches Gespräch führen“, warnte er sie.
„Das weiß ich“, versicherte Lumielle. Ihr Blick glitt zurück zum helleren Ende der Gasse. „Der Junge selbst wusste offenbar nicht, weshalb seine Mutter sich für mich interessierte. Sie dagegen wusste zumindest, wonach sie suchen musste.“ Ihre Finger wanderten unwillkürlich zu dem Anhänger an ihrem Hals. Der Kristall in Blütenform fing einen schmalen Lichtstrahl ein und schimmerte für einen Augenblick zwischen ihren Fingern. „Sie hat viel zu oft auf die Kette gesehen“, fügte Lumielle leiser hinzu.
Moruk schloss kurz die Augen. Als er sie wieder öffnete, lag darin eine müde Form von Missbilligung. „Ich habe dir schon damals gesagt, dass du dich besser tarnen musst, wenn du dich im Geheimen bewegst“, erinnerte er sie und senkte den Blick zu dem Anhänger. „Es bringt wenig, einen anderen Familiennamen zu verwenden, wenn du gleichzeitig eines der auffälligsten Schmuckstücke deiner Mutter offen am Hals trägst.“
Lumielle zuckte nur mit den Schultern. „Die wenigsten Menschen wissen, wem die Kette gehörte“, entgegnete sie.
„Die wenigsten Menschen gehören zu Familien, die seit Generationen Namen, Wappen und Blutlinien sammeln“, gab Moruk zurück.
Lumielle ließ den Kristall durch ihre Finger gleiten. „Vielleicht hat sie die Kette nur schön gefunden“, sagte sie, ohne selbst besonders überzeugt zu klingen.
Moruk sah sie wortlos an und in seinem Gesicht regte sich nichts.
Lumielle hielt seinem Blick einige Sekunden stand, ehe ein leises Lachen aus ihrer Kehle drang. „Gut. Das glaube ich selbst nicht“, gab sie zu.
„Beim nächsten Mal trägst du etwas Unauffälligeres“, bestimmte Moruk. Seine Stimme verlor einen Hauch ihrer Schärfe, auch wenn sein Blick ernst blieb.
Lumielle ließ den Anhänger los und die Kristallblüte sank an ihren Kragen zurück. „Der Junge wusste jedenfalls deutlich weniger als seine Mutter“, nahm sie den vorherigen Gedanken wieder auf. „Ich glaube nicht, dass er vollständig eingeweiht ist. Er hat mich nur angesprochen, weil sie ihn dazu gedrängt hat.“
Moruk wandte den Kopf etwas zur Seite. „Dann hat sie ihren Sohn vorgeschickt“, stellte er fest.
Lumielle nickte. „Er war ungefähr in meinem Alter. Wahrscheinlich hielt sie es für weniger auffällig, wenn er das Gespräch beginnt“, erklärte sie.
Moruk gab ein tiefes Geräusch von sich, das beinahe wie ein Brummen klang. Seine Augen wanderten zum Eingang der Gasse, als erwarte er, dass Narzissa oder Draco ihnen gefolgt sein könnten. „Hat er etwas von dem Angriff erwähnt?“, fragte er.
„Nein“, antwortete Lumielle und schüttelte den Kopf. „Er wusste offenbar nicht, dass ich Harry geholfen habe. Zumindest hat er nichts erkennen lassen. Er hat hauptsächlich versucht herauszufinden, weshalb ich nach Hogwarts komme.“ Sie richtete sich etwas auf, und ein Hauch von Spott legte sich in ihre Stimme. „Falls ich nach Slytherin komme, würde er mir sogar zeigen, wie man sich dort richtig bewegt.“
Moruk wandte den Blick langsam wieder zu ihr. „Wie großzügig von ihm“, bemerkte er trocken.
„Nicht wahr?“, fragte Lumielle lächelnd. „Er hat auch erklärt, dass Slytherin nicht jeden nimmt. Man hat richtig gesehen, wie viel er sich auf seinen Namen und sein Haus einbildet.“
Moruks Mund verzog sich kaum merklich. „Hochmut ist noch nie gut für einen Menschen gewesen“, sagte er.
Lumielle dachte kurz darüber nach und schüttelte dann den Kopf. „Es war nicht nur Hochmut“, widersprach sie leise.
Die dunklen Augen des Mannes wurden schmaler. „Was dann?“, fragte er.
In Lumielles Erinnerung stand Draco wieder zwischen den hohen Regalen von Flourish & Blotts. Das Kinn war angehoben gewesen, die Schultern gerade und jede seiner Bewegungen kontrolliert. Dennoch hatte es kleine Brüche gegeben, sobald etwas nicht so verlief, wie er es erwartet hatte. Sein Name hatte bei ihr nicht die Wirkung erzielt, mit der er offenbar gerechnet hatte. Danach hatte er sich noch ein wenig gerader gehalten. „Seine Haltung hat mich an Vater erinnert“, sagte sie schließlich.
Moruk reagierte sofort. „Dein Vater war definitiv nicht hochmütig“, stellte er klar.
„Das habe ich nicht gemeint“, erwiderte Lumielle und hob beschwichtigend die freie Hand. „Nicht diesen Teil. Vater hat sich ebenfalls immer stolz gehalten. Er wirkte nie, als müsste er sich kleiner machen, nur weil jemand anderes mächtiger, reicher oder einflussreicher war.“
Moruk betrachtete sie einen Moment lang. Etwas Altes trat in sein Gesicht, eine Erinnerung, die seine menschlichen Züge für einen Atemzug fremder wirken ließ. „Tirava wusste, wer er war“, sagte er schließlich. „Und er musste es niemandem beweisen.“
Lumielle sah erneut in Richtung der Winkelgasse. „Vielleicht ist genau das der Unterschied“, überlegte sie. „Bei Draco wirkte es manchmal, als müsste er seine Haltung ständig festhalten. Als dürfte niemand bemerken, wenn ihn etwas überrascht oder verunsichert.“
Moruk ließ einige Sekunden verstreichen. „Du hast ihn sehr genau beobachtet“, stellte er dann ruhig fest.
Lumielle wandte den Kopf zu ihm. „Er hat es einem nicht besonders schwer gemacht“, erwiderte sie.
„Für jemanden, der dich nur ausgefragt hat, hast du dir erstaunlich viel von ihm gemerkt“, sagte Moruk, und obwohl seine Stimme vollkommen ruhig blieb, war die Bedeutung dahinter nicht zu überhören.
„Ich musste doch herausfinden, was er wollte“, verteidigte sie sich.
Moruk antwortete nicht, doch sein Blick allein zeigte ihr, dass er diese Erklärung höchstens zur Hälfte gelten ließ. Lumielle schob sich von der Wand fort und ging einige Schritte tiefer in die Gasse. „Außerdem war es schön, einmal mit jemandem in meinem Alter zu sprechen, der nicht zur Familie gehörte“, fügte sie hinzu. Die leichte Belustigung war inzwischen aus ihrer Stimme verschwunden. „Seit ich auf die Insel gekommen bin, bin ich fast immer dort. Ich bin mit der Familie zusammen, werde unterrichtet oder auf irgendetwas vorbereitet. Jeder beobachtet, was ich sage, was ich lerne und wie ich mich verhalte.“
Moruk ging neben ihr her. Die Härte in seiner Miene wurde schwächer, auch wenn er nichts erwiderte.
„Heute wusste jemand all das nicht“, fuhr sie fort. „Für ihn war ich erst einmal nur ein fremdes Mädchen. Natürlich wollte er mich einordnen. Trotzdem war es schön, ein Gespräch zu führen, ohne dass jemand unmittelbar hinter mir stand.“
Moruk senkte den Blick zu ihr. „Ich stand nicht unmittelbar hinter dir“, widersprach er.
Lumielle sah zu ihm auf und ein beinahe kindlich zufriedenes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Du hast mich doch die ganze Zeit beobachtet“, sagte sie.
Moruk verzog kaum merklich den Mund. „Ich habe Abstand gehalten“, erklärte er.
„Aber du hast mich beobachtet“, beharrte sie.
„Ich wollte dir für einen Nachmittag das Gefühl geben, nicht ständig unter Aufsicht zu stehen“, sagte Moruk mit wachsender Ungeduld.
Lumielle lächelte noch immer. „Dann warst du damit nicht besonders erfolgreich“, stellte sie fest.
„Sternenkind“, sagte er warnend. In dem einen Wort lag eine deutliche Ermahnung.
Lumielle lachte leise. „Ach, Moruk, lass mich doch“, entgegnete sie.
Er atmete langsam aus. „Ich darf dich nicht aus den Augen lassen. Du weißt, was dein Vater damals gesagt hat“, erinnerte er sie.
Lumielles Lächeln wurde kleiner. „Ich weiß“, antwortete sie.
Moruk blieb stehen. „Er hat dich nicht in meine Obhut gegeben, damit ich dich allein mit Angehörigen eines dunklen Kreises durch London ziehen lasse“, sagte er ernst.
Lumielle zog die Robe etwas enger an sich. „Draco gehört diesem Kreis wahrscheinlich selbst noch nicht an“, erwiderte sie.
„Das macht seine Familie nicht weniger gefährlich“, sagte Moruk.
Für einige Sekunden schwieg Lumielle, da sie wusste, dass er recht hatte. Narzissas Interesse war zu gezielt gewesen. Ihr Blick hatte nicht dem einer Frau geglichen, die lediglich ein hübsches Schmuckstück bewunderte. Sie hatte erkannt, dass etwas vor ihr stand, das nicht in die gewöhnlichen Register passte. „Ich hatte nicht das Gefühl, unmittelbar in Gefahr zu sein“, sagte Lumielle schließlich.
Moruks dunkle Augen ruhten lange auf ihr. „Das hattest du bei Harry Potter ebenfalls nicht, bis zwei Dementoren vor ihm standen“, erinnerte er sie.
„Das war etwas anderes“, entgegnete sie.
„Gefahr sieht selten zweimal gleich aus“, sagte Moruk.
Lumielle ließ die Schultern etwas sinken. „Ich werde vorsichtiger sein“, versprach sie. „Beim nächsten Mal lasse ich dich nicht so weit aus den Augen“, kündigte Moruk an.
Sie neigte den Kopf und musterte ihn mit gespielter Ernsthaftigkeit. „Dann werde ich mich wohl wieder daran gewöhnen müssen, dass irgendwo ein großer, finsterer Mann hinter mir steht“, sagte sie.
„Ich stand nicht hinter dir“, widersprach er.
„In der Nähe“, verbesserte sie sich.
Moruk reagierte nicht auf das kleine Lächeln, das erneut über ihr Gesicht glitt. Lumielle sah noch einmal zum helleren Ende der Gasse, wobei ein kaum merkliches Lächeln über ihr Gesicht glitt. „Er sah tatsächlich nicht schlecht aus“, gab sie zu.
Moruk schloss für einen Moment die Augen, als müsse er sich daran erinnern, weshalb er diese menschliche Gestalt überhaupt noch aufrechterhielt. „Das ist also der wichtige Teil deiner Beobachtung“, sagte er.
„Nicht der wichtigste“, entgegnete Lumielle und hob leicht die Schultern. „Aber er gehört dazu.“
Moruks Miene wurde noch finsterer, doch in seinem Atem lag ein kaum wahrnehmbarer Unterton von Resignation. „Komm jetzt, Sternenkind“, forderte er sie auf und wandte sich dem dunkleren Ende der Gasse zu. „Deine Familie wartet wahrscheinlich längst. Außerdem will ich endlich aus dieser abstoßenden Menschengestalt heraus.“
Lumielle betrachtete ihn noch einmal. Das braune Haar, den dunklen Bart, den schweren Mantel und die breiten Schultern, die selbst in der engen Gasse wirkten, als müssten andere Menschen ihm automatisch ausweichen. „So schlimm ist sie nicht“, versicherte sie.
Moruk ging weiter, ohne sich umzudrehen. „Sie ist eng, schwer und langsam“, erklärte er missmutig.
Lumielle folgte ihm. „Die braunen Haare stehen dir“, rief sie.
„Lumielle“, kam es drohend aus dem Schatten zurück.
Sie lachte leise und schloss zu ihm auf. Gemeinsam gingen sie tiefer in die Gasse, bis der Lärm der Winkelgasse fast vollständig verstummt war. Die Luft begann um ihre Körper zu flimmern. Zwischen den alten Mauern öffnete sich ein schmaler Riss aus hellem Licht, der ihre Schatten für einen Augenblick über den Stein zog. Dann traten sie hindurch und verschwanden.
✵
Malfoy Manor lag am selben Abend in gedämpfter Dunkelheit. Durch die hohen Fenster fiel nur noch wenig Licht in die Eingangshalle und ließ die steinernen Säulen wie schweigende Wächter über dem Raum stehen.
Als sich die großen Türen öffneten, traten Narzissa und Draco ein.
Zwei Hauselfen eilten sofort auf sie zu. Einer nahm Narzissa die Einkäufe ab, während der andere sich tief vor Draco verbeugte und die Arme nach dessen Mantel ausstreckte.
Draco zog ihn aus und warf ihn dem Elfen zu, ohne darauf zu achten, ob dieser ihn richtig auffing. Der kleine Körper geriet unter dem Gewicht kurz ins Schwanken, fing sich jedoch wieder und presste den schwarzen Stoff ordentlich an die Brust.
„Ah, da seid ihr ja endlich“, sagte Lucius von der breiten Treppe herab. Eine Hand ruhte auf dem silbernen Kopf seines Gehstocks, während sein prüfender Blick zwischen seiner Frau und seinem Sohn wechselte. Langsam kam er die letzten Stufen herunter. „Ich habe mich schon gefragt, weshalb ihr so lange braucht. Eine Anprobe sollte keinen ganzen Nachmittag beanspruchen“, fügte er hinzu.
Narzissa zog ihre Handschuhe aus und reichte sie einem der Hauselfen. „Lucius, wir haben etwas sehr Interessantes herausgefunden“, erklärte sie mit einem kleinen, wissenden Lächeln.
Die Aufmerksamkeit ihres Mannes schärfte sich augenblicklich. „Und was?“, fragte er.
Draco stieß hörbar die Luft aus. „Ich habe irgendein Mädchen ansprechen müssen, für das ihr euch anscheinend alle interessiert“, berichtete er und warf seiner Mutter einen unzufriedenen Seitenblick zu.
Lucius sah zunächst seinen Sohn und anschließend Narzissa an, doch sie bestätigte Dracos Aussage mit einem kaum merklichen Nicken.
„Kommt“, sagte Lucius und deutete mit dem Gehstock in Richtung des angrenzenden Kaminzimmers. „Ihr erzählt mir, was ihr gesehen und erfahren habt.“
Gemeinsam gingen sie durch den langen Korridor. Die alten Porträts an den Wänden folgten ihnen mit den Augen, während ihre Schritte auf dem dunklen Steinboden widerhallten.
Im Kaminzimmer brannte ein kleines Feuer, das nicht genügend Wärme entwickelte, um die Größe des Raumes auszufüllen.
Narzissa nahm auf dem Sofa Platz und strich den Stoff ihres Kleides glatt. Lucius setzte sich in den hohen Sessel gegenüber und stellte den Gehstock neben sein Bein. Draco ließ sich in einen weiteren Sessel sinken. Bereits jetzt wirkte er, als sei die Unterhaltung eine Zumutung, die er lediglich aus familiärer Pflicht hinnahm.
Lucius musterte ihn einen Moment lang. „Mein Sohn, erzähl“, forderte er ihn ruhig auf.
Draco lehnte sich zurück. „Nachdem Mutter darauf bestanden hatte, dass ich sie anspreche, habe ich sie bei Flourish & Blotts gefunden“, begann er. „Sie stand oben bei den Büchern über Schutzzauber. Ihr Name ist Lumielle Aurewyn. Sie behauptet, aus Toronto zu kommen und in diesem Schuljahr nach Hogwarts zu wechseln. Ins fünfte Schuljahr.“
Lucius ließ sich etwas weiter in den Sessel sinken. Sein Gesicht blieb unbewegt, doch sein Blick verriet, dass er jedes Wort sorgfältig einordnete. „Sie kommt also in deinen Jahrgang“, stellte er fest.
„Anscheinend“, antwortete Draco.
Narzissa legte die Hände ineinander. „Wenn wir Glück haben, wird sie nach Slytherin kommen“, sagte sie.
Draco wandte sich sofort zu ihr. „Mutter, ihr erwartet doch nicht ernsthaft, dass ich mich dann noch stärker an sie halte“, entgegnete er. Ein unzufriedener Zug erschien um seinen Mund. „Es fällt auf, wenn ich mich sofort an das neue Mädchen hänge. Die Leute könnten sonst was denken.“
Narzissa erwiderte seinen Blick mit ruhiger Geduld. „Es geht in diesem Fall nicht darum, was andere Schüler denken“, erklärte sie. „Wir müssen wissen, weshalb sie nach Hogwarts kommt.“
Draco sah zwischen seinen Eltern hin und her. Seine Finger schlossen sich fester um die Armlehne. „Könnt ihr mir bitte endlich sagen, was an ihr so besonders sein soll?“, verlangte er zu wissen. „Sie wirkt wie ein gewöhnliches Mädchen. Vielleicht etwas merkwürdig, aber nicht so, dass man dafür eine Anprobe abbrechen muss.“
Lucius schwieg noch einen Augenblick. Dann legte er beide Hände über den silbernen Knauf seines Gehstocks. „Dieses Mädchen hat allein mit einer unbekannten Sprache zwei Dementoren davon abgehalten, Harry Potter anzugreifen“, sagte er.
Dracos gelangweilte Haltung verschwand. Er löste die Arme voneinander und lehnte sich nach vorn. „Was?“, fragte er, während sein Blick zwischen seinen Eltern hin und her sprang.
„Kreacher hat sie im Grimmauldplatz gesehen“, erklärte Narzissa. „Er hörte Harry Potter erzählen, dass die Dementoren auf ihre Worte reagiert hätten.“
Draco hob eine Braue, doch diesmal lag kein Spott in seinem Gesicht. „Sie hat mit irgendeiner Sprache Dementoren zurückgedrängt?“, fragte er ungläubig.
„Genau“, bestätigte Lucius. „Kein Patronus und kein Zauber, den Kreacher erkennen konnte. Sie sprach, und die Kreaturen gehorchten.“
Draco schwieg. Vor seinem inneren Blick erschien Lumielle wieder zwischen den Bücherregalen. Ruhig, höflich und mit diesem seltsamen Blau in den Augen, das nie vollständig preisgegeben hatte, was sie dachte. Die Vorstellung passte nicht zu dem Mädchen, das neben ihm Eis gegessen und seine Fragen mit beinahe gleichbleibender Gelassenheit beantwortet hatte.
„Dann besitzt sie Wissen oder Fähigkeiten, die weit über das hinausgehen, was ein Mädchen ihres Alters gewöhnlich beherrscht“, sagte Narzissa. Ihre Stimme blieb gefasst, doch ihr Blick lag aufmerksam auf Draco. „Deshalb ist sie für das kommende Schuljahr wichtig.“
Lucius nickte langsam. „Gerade jetzt, da sich die Lage in London verändern wird, müssen wir wissen, weshalb sie nach Hogwarts kommt“, ergänzte er.
Er sprach vorsichtig, doch Draco kannte seinen Vater gut genug, um zu verstehen, was zwischen den Worten lag. Die Rückkehr des Dunklen Lords, das Ministerium, Potter und Dumbledore hatten das kommende Schuljahr längst zu mehr gemacht als einem gewöhnlichen Aufenthalt in Hogwarts. Draco lehnte sich wieder zurück. „Also wollt ihr, dass ich sie ausspioniere“, stellte er fest.
Narzissas Mundwinkel verzogen sich kaum merklich. „Nur so weit, dass es dich nicht in Gefahr bringt und keine unnötige Aufmerksamkeit hervorruft“, sagte sie.
„Das ist trotzdem Spionage“, beharrte Draco.
„Nenn es Beobachtung“, erwiderte Lucius ruhig. „Du wirst herausfinden, wer sie ist, weshalb sie nach Hogwarts kommt und was sie mit Potter und Dumbledore verbindet.“
Draco schnaubte leise. „Und was mache ich, wenn sie nach Gryffindor kommt?“, fragte er gereizt. „Dann tanzen Potter und seine ganze Gefolgschaft wahrscheinlich ununterbrochen um sie herum. Gerade wenn sie ihn gerettet hat.“
Lucius’ Blick blieb unbewegt auf ihm liegen. „Dann findest du einen Weg“, antwortete er.
„Ausgesprochen hilfreich“, murmelte Draco.
Lucius hob leicht das Kinn. „Du hast heute ebenfalls einen Weg gefunden, mit ihr zu sprechen“, erinnerte er ihn.
„Weil Mutter mich praktisch in den Buchladen geschickt hat“, gab Draco zurück.
Narzissa hob langsam die Brauen und unter ihrem Blick richtete Draco sich etwas gerader auf, sagte jedoch nichts weiter dazu.
Lucius wartete, bis die kurze Spannung wieder nachließ. „Was hat sie dir noch erzählt?“, fragte er.
Draco dachte einen Moment nach. „Sie sagt, sie sei reinblütig und ihre Familie wäre wohlhabend“, berichtete er. Seine Stirn legte sich leicht in Falten. „Bei Gringotts gab es allerdings etwas, das ich merkwürdig fand.“
Narzissa und Lucius wurden gleichzeitig aufmerksamer.
„Was ist geschehen?“, fragte Narzissa.
Draco wandte sich seinem Vater zu. „Sie hat dem Kobold ein Pergament hingelegt und ihren Namen genannt. Den Inhalt konnte ich nicht sehen, weil sie es sofort wieder eingesteckt hat“, erklärte er. Seine Finger glitten über die Armlehne, als ärgere ihn noch immer, dass ihm die Schrift auf dem Pergament entgangen war. „Danach hat sich die Stimmung verändert. Der Kobold hörte mitten in der Bewegung auf, andere in der Nähe sahen ebenfalls auf und plötzlich wussten sie alle, wer sie war. Einer sagte sogar, sie hätten sie bereits erwartet.“
Lucius’ Augen wurden schmaler. „Nur wegen des Namens Aurewyn?“, fragte er.
„Es wirkte so“, bestätigte Draco. „Der Kobold verschwand durch eine Seitentür und brachte ihr ein rotes Samtsäckchen. Es war ziemlich schwer und voller Münzen. Eigentlich viel zu viel, wenn sie vorhat, alles nach Hogwarts mitzunehmen.“
Narzissa senkte nachdenklich den Blick. „Dann wissen wir zumindest, dass ihre Behauptung über den Reichtum der Familie stimmen könnte“, sagte sie.
„Reichtum erklärt das Geld“, entgegnete Lucius. „Er erklärt nicht, weshalb mehrere Kobolde ihre Arbeit unterbrechen, sobald ein Mädchen seinen Namen nennt.“
Für einige Sekunden war nur das gedämpfte Knacken des Feuers zu hören. Die Flammen warfen unruhige Schatten über Lucius’ Gesicht.
Draco sah hinein und rief sich die Begegnung in Erinnerung. „Dass sie aus Toronto kommt, war jedenfalls eine Lüge“, sagte er schließlich.
„Bist du sicher?“, fragte Narzissa.
„Ja“, antwortete Draco ohne Zögern. „Auch die Geschichte mit ihrer kranken Großmutter klang vorbereitet. Nicht schlecht vorbereitet, aber trotzdem nicht wahr.“
Lucius betrachtete seinen Sohn länger. „Hat sie bemerkt, dass du ihr nicht glaubst?“, fragte er.
Draco zog den Mund schmal. „Vielleicht“, gab er widerwillig zu. „Ihr Gesicht hat sich nicht verändert. Aber sie wusste die ganze Zeit, dass ich sie beobachte.“
Narzissa straffte die Schultern ein wenig. „Dann unterschätze sie nicht“, warnte sie ihn. „Nur weil sie sich nichts anmerken lässt, bedeutet das nicht, dass ihr etwas entgeht.“
Draco verdrehte leicht die Augen. „Ich habe nicht vor, sie zu unterschätzen“, erwiderte er gereizt. „Dafür war sie viel zu vorsichtig.“
Lucius hob eine Hand, bevor Narzissa antworten konnte. „Genau deshalb wirst du künftig ebenso vorsichtig vorgehen“, sagte er mit fester Stimme. „Du hältst dich in Hogwarts in ihrer Nähe. Du hörst zu, du beobachtest und du findest heraus, was hinter diesem Namen steckt. Alles, was du erfährst, gibst du unmittelbar an uns weiter. Nicht an irgendeinen Mitschüler und auch nicht an jemanden, der versucht, sich selbst einen Vorteil zu verschaffen.“
Narzissa sah ihren Mann an. „Er darf dabei keine unnötige Aufmerksamkeit auf sich ziehen“, sagte sie und betonte jedes Wort.
„Natürlich nicht“, erwiderte Lucius. Sein Blick blieb auf Draco gerichtet. „Du lässt dir nicht anmerken, dass du ein besonderes Interesse an ihr besitzt.“
Draco stieß ein kurzes, ungläubiges Lachen aus. „Das wird schwer, wenn sie nicht nach Slytherin kommt“, erklärte er. „Ich kann schlecht ständig am Gryffindortisch auftauchen und so tun, als sei das vollkommen normal.“
Lucius ließ sich davon nicht beeindrucken. „Du wirst dieses Jahr Vertrauensschüler in Slytherin“, erinnerte er ihn. „Du bist Sucher der Quidditchmannschaft und besitzt durch deinen Namen einen sehr guten Stand innerhalb der Schule. Dir werden genügend Möglichkeiten begegnen, mit ihr in Kontakt zu kommen.“ Seine Mundwinkel hoben sich kaum sichtbar. „Das Mädchen wäre unklug, wenn es sich nicht an jemanden hält, der Hogwarts kennt und ihr die Eingewöhnung erleichtern kann.“
Draco verzog den Mund. „Von unserem Namen war sie nicht besonders beeindruckt“, gestand er.
Narzissa musterte ihren Sohn kurz, bevor sie sich an ihren Mann wandte. „Vielleicht weiß sie nicht, welche Stellung die Malfoys in Großbritannien besitzen“, überlegte sie.
Lucius ließ den Gedanken einen Moment stehen und schüttelte dann langsam den Kopf. „Oder sie hat bereits so viele bedeutende Namen gehört, dass unserer für sie nichts Ungewöhnliches darstellt“, sagte er.
Draco dachte wieder an die Kobolde bei Gringotts. Sie hatten ihre Federn gesenkt und Lumielle mit einem Respekt angesprochen, den sie nur selten gegenüber Hexen und Zauberern zeigten. Dabei war sie wie es aussah im gleichen alter wie er. „Das könnte sein“, gab er widerwillig zu.
Narzissa rückte etwas näher an die Sessellehne. „Gerade deshalb darfst du diese erste Verbindung nicht verspielen“, sagte sie.
Draco wippte leicht mit dem Kopf, während er weiter ins Feuer sah. „Eines kann ich euch jedenfalls schon sagen“, begann er.
Lucius wartete.
In Narzissas Augen erschien dagegen ein kleiner, wissender Ausdruck.
Draco bemerkte ihn und straffte die Schultern. „Schlecht sieht sie nicht aus“, erklärte er schließlich. „Es könnte deshalb schwierig werden, in der Schule unauffällig an sie heranzukommen.“
Lucius hob eine Braue. „Weil sie gut aussieht?“, fragte er.
„Weil andere Jungen das ebenfalls bemerken werden“, korrigierte Draco sofort. „Gerade wenn sich herumspricht, was sie getan hat.“
Narzissa nickte langsam. „Da gebe ich unserem Sohn recht“, sagte sie an Lucius gewandt. „Es ist möglich, dass auch andere Männer aus unserem Kreis ihre Söhne anweisen, Informationen über sie zu sammeln.“
Dracos Gesicht verfinsterte sich. „Dann stehen am ersten Schultag wahrscheinlich gleich mehrere neben ihr und tun so, als wollten sie nur freundlich sein“, sagte er.
„Dann sorgst du dafür, dass wir einen Vorteil behalten“, verlangte Lucius. „Sie kennt dich bereits. Das ist mehr, als andere von sich behaupten können.“
Draco antwortete nicht. Er starrte in die Flammen, doch seine Gedanken lagen nicht länger im Kaminzimmer. Sie kehrten zurück in den Buchladen, zu Lumielles trübblauen Augen und dem warmen Lächeln, das gelegentlich über ihre Züge geglitten war. Er hatte sie ausgefragt, weil seine Mutter es verlangt hatte, aber trotzdem erinnerte er sich erstaunlich genau daran, wie das Licht in ihrem Haar gelegen hatte und wie wenig sein Name sie beeindruckt hatte. Ein kaum merklicher Zug spannte sich um seinen Mund.
Draco schüttelte den Kopf, als könnte er den Gedanken damit aus seinem Bewusstsein drängen, und erhob sich aus dem Sessel. „Ich gehe nach oben“, sagte er und strich seine Kleidung glatt. „Ich kann mich schon einmal auf das Schuljahr vorbereiten.“
Narzissa nickte ihm zu. „Natürlich“, antwortete sie.
Lucius beobachtete seinen Sohn, während dieser zur Tür ging.
Draco öffnete sie, trat in den langen Flur und schloss sie hinter sich. Seine Schritte entfernten sich über den Steinboden, bis sie in der Stille des Hauses verklangen.
Noch einige Augenblicke blieb Lucius’ Blick auf dem dunklen Holz liegen. „Unser Sohn muss sich an sie halten“, sagte er schließlich. „Wir müssen erfahren, weshalb dieses Mädchen wirklich nach Hogwarts kommt.“
Narzissa sah ebenfalls zur Tür. „Er hat heute bereits den Anfang gemacht“, erwiderte sie. Ihre Stimme klang ruhig, doch in ihrem Gesicht lag Nachdenken. „Allerdings hat er sie zu viel ausgefragt. Das Mädchen wäre vielleicht länger bei uns geblieben, wenn er nicht so forsch gewesen wäre. Jedes Mal, wenn sie selbst etwas sagen wollte, hat er ihr bereits die nächste Frage gestellt.“
Lucius atmete langsam aus und lehnte sich zurück. „Dann werde ich ihm noch einmal erklären, wie man ein Gespräch führt, wenn man Informationen erhalten möchte“, sagte er und richtete den Blick auf die Flammen. „Man erfährt oft mehr, wenn man einen Menschen sprechen lässt, als wenn man ihn mit Fragen bedrängt.“
Narzissa senkte die Augen auf ihre Hände.
„Wir dürfen diese Gelegenheit nicht verspielen“, fuhr Lucius fort. „Draco ist unsere einzige verlässliche Informationsquelle innerhalb Hogwarts.“
„Ich weiß“, antwortete Narzissa leise.
Lucius wandte den Kopf zu ihr, doch sie sah weiterhin auf die geschlossene Tür. Sie zweifelte nicht daran, dass Draco den Auftrag erfüllen konnte. Ihr Sohn war klug, aufmerksam und längst daran gewöhnt, zwischen Worten nach dem zu suchen, was andere nicht offen aussprachen. Aber ihre Sorge lag tiefer. Narzissa wusste, wie schnell ein scheinbar kleiner Auftrag zu etwas Größerem werden konnte. Erwachsene begannen mit einer Beobachtung, einer Frage oder einem Namen. Danach wurden Kinder zu Wegen, über die andere Menschen erreicht werden sollten. Gerade in den Kreisen, in denen ihre Familie sich bewegte, blieben solche Spiele selten harmlos.
Sie hatte nicht vor, ihren Sohn dem Dunklen Lord als Werkzeug zu überlassen. Trotzdem hatte sie ihn an diesem Nachmittag selbst vorgeschickt. Narzissa hob den Blick zur Tür, hinter der Draco verschwunden war, und das ungute Gefühl in ihrer Brust blieb.
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Hinweis zu den Zusatzszenen
Die Zusatzszenen gehören zur Geschichte, wurden jedoch aus Umfangsgründen und zugunsten des Spannungsbogens nicht in den Hauptband aufgenommen. Sie ergänzen die Haupthandlung um kleinere Momente, die den Figuren, ihren Beziehungen und ihrer Verbundenheit zusätzliche Tiefe geben. In der Onlinefassung werden sie deshalb ergänzend mitveröffentlicht.