Kapitel 07: Mittagslicht und alte Wunden
Kapitel 07: Mittagslicht und alte Wunden
Das Mittagsbuffet in der Großen Halle war wie immer reich und verführerisch gedeckt. Silberne Platten schwebten über den Tischen, senkten sich herab und füllten sich von selbst wieder, sobald sie leer zu werden drohten.
Draco griff ohne Zögern nach einem Sandwich mit gebratenem Hähnchen, als wäre die Wahl selbstverständlich. Crabbe schnappte sich ungefragt gleich zwei, ohne überhaupt hinzusehen, während Blaise sich mit einer Schale Suppe begnügte, die er mit bedächtiger Miene löffelte. Lumielle hingegen nahm sich nur wenig: eine Sandwichhälfte und ein paar Apfelscheiben, ordentlich am Rand ihres Tellers aufgereiht.
Sie starrte auf ihr Essen, doch ihre Augen sahen nicht wirklich, was vor ihr lag. Ihr Körper saß in der Großen Halle, obwohl ihr Kopf noch im Unterricht weilte, nicht bei den schweren Büchern, sondern bei dem, was zwischen den Seiten fehlte.
Diese Schüler … Wie sollen sie sich verteidigen? Crowe lehrt sie nichts. Nichts, was ihnen das Leben retten wird. Der Krieg kommt.
Der Gedanke war kalt und legte sich wie ein Schatten über das helle Mittagslicht. Unbewusst suchte sie den Lehrertisch. Professor Dumbledore saß dort, in ein ruhiges Gespräch vertieft, doch nie wirklich unaufmerksam.
In dem Moment, als sie ihn ansah, hob er den Kopf und begegnete ihrem Blick nur ganz kurz. Er wusste, dass sie beide noch nichts tun konnten.
Draco drehte sich ein wenig zu ihr, so unauffällig wie möglich, damit es wie eine beiläufige Bewegung wirkte. „Aurewyn, was ist los?“, fragte er. Seine Stimme klang kontrolliert, wie immer, wenn andere mithören konnten, doch in seinem Blick lagen wachsame Neugier und ein Hauch von Arroganz.
Sie hob den Kopf und zwang ein Lächeln auf ihre Lippen, warm, aber leicht verzerrt. „Nichts. Nur … der Unterricht.“ Draco rollte die Augen, genervt und ehrlich frustriert zugleich.
Ein spöttisches Schnauben entwich ihm. „Oh, Merlin. Crowe ist schlimmer als Lockhart, und das will was heißen. Der war wenigstens unterhaltsam in seiner Dummheit. Crowe? Nur heiße Luft in Roben.“
Er warf ihr einen prüfenden Blick zu. Als er weitersprach, lag in seiner Stimme wieder dieser überhebliche Unterton. „Du wirst dich anstrengen müssen, sonst gehst du unter.“
Theodor nickte sofort. „Lupin war wirklich der Beste“, sagte er, die Stimme weich vor Erinnerung. „Er hat uns wenigstens etwas beigebracht.“
Lumielle nickte langsam. „Ich sehe, was ihr meint. Crowe unterrichtet nichts. Nur Theorie, Kontrolle, aber keinen Schutz.“
Draco schnaubte arrogant, die Lippen zu einem dünnen Lächeln verzogen. „Dank Potter sind wir seit Jahr eins verflucht mit diesem Fach. Der Held muss ja immer alles dramatischer machen, als es ist. Typisch für jemanden, der denkt, die Welt dreht sich um ihn.“
Am Gryffindor-Tisch zuckte jemand zusammen. Ron Weasley, der gerade in sein Sandwich beißen wollte, hob abrupt den Kopf. „Ich höre dich, Malfoy!“, rief er und fuhr hoch, sein Gesicht bereits tomatenrot.
„Ich weiß“, erwiderte Draco, das Grinsen sauber sitzend, ohne auch nur den Kopf zu drehen. „Das ist ja das Schöne an dir, Weasley. Du hörst immer zu, selbst wenn niemand mit dir redet.“
In genau diesem Moment schwang die Tür der Großen Halle auf. Marcus Flint, Kapitän der Slytherin-Quidditch-Mannschaft und Antonias älterer Cousin, trat mit seinem bulligen Schritt ein, als würden seine breiten Schultern jeden, der ihm im Weg stand, einfach beiseiteschieben. „Malfoy!“, rief er über den Lärm hinweg. „Training am Sonntag! Wir müssen Gryffindor vernichten. Bist du dabei?“
Draco richtete sich augenblicklich auf, die Schultern straff. „Natürlich bin ich dabei“, sagte er knapp, mit einem Hauch von Arroganz, als wäre die Frage nicht nur überflüssig, sondern geradezu beleidigend.
Marcus nickte zufrieden und marschierte weiter, bereits gedanklich bei Schlägern, Bällen und Spielzügen.
Lumielle betrachtete Draco einen Moment lang. „Du bist also im Quidditch-Team von Slytherin?“
Er verdrehte leicht die Augen, doch der Stolz in seiner Stimme war unüberhörbar. „Selbstverständlich. Ich bin der Sucher. Der Beste, den Slytherin je hatte, wenn du mich fragst.“
Sie hob eine Braue, nicht beeindruckt, doch mit einem Anflug von Anerkennung. „Der Sucher des Slytherin-Teams also.“
Draco hob das Kinn ein wenig, mit einem spöttischen Lächeln auf den Lippen. „Das sollte man erwarten, ja. Nicht jeder hat das Talent dafür oder die richtigen Verbindungen.“
Lumielle stützte den Ellenbogen auf den Tisch, legte das Kinn leicht auf die geschlossene Faust und musterte ihn offen von oben bis unten.
Draco hielt ihrem Blick stand, obwohl in seiner Miene ein feines, kaum wahrnehmbares Unbehagen lag. Diese gespannte Wachsamkeit zeigte er immer dann, wenn er nicht wusste, worauf jemand hinauswollte.
Sie lächelte warm genug, um ihn aus dem Konzept zu bringen, und er spürte einen kurzen, unerwünschten Stich in der Brust. Sofort glättete er sein Gesicht wieder zu kühler Ruhe, als hätte es diesen Moment nie gegeben.
„Eigentlich fehlt dir nur noch das Amt des Schulsprechers“, sagte sie leise.
Für eine Sekunde wusste er nicht, ob es ein Scherz, ein Kompliment oder eine Herausforderung war. Dann blinzelte er, und sein Mund zog sich zu einem typischen Malfoy-Lächeln zusammen, stolz und spitz. „Ich hätte durchaus das Zeug dazu“, erklärte er mit selbstverständlicher Würde, die Stimme triefend vor Arroganz. „Wer sonst? Die meisten hier sind ja kaum fähig, ihre eigenen Schuhe ohne Hilfe zuzubinden.“
Von der Gryffindor-Seite her ertönte Gelächter. „Bei Merlin, bloß nicht Malfoy!“, rief jemand dazwischen. Draco schoss den Gryffindors einen Blick zu, der mindestens drei Schüler aus dem Weg geräumt hätte, wären Blicke tödlich gewesen.
Lumielle schmunzelte leise, ohne ihn bloßzustellen. „Sehr witzig“, sagte er kalt, begleitet von einem spöttischen Schnauben. „Als ob eure Seite je jemanden hervorgebracht hätte, der nicht nur Chaos anrichtet.“
Sie lächelte. „Ich denke, wer schon so viele Titel hat, macht auch vor diesem Amt nicht Halt“, sagte sie ruhig. „Ob du aber ein guter Schulsprecher wärst, müssten deine Mitschüler entscheiden.“
„Natürlich wäre ich das“, gab Draco zurück und hob das Kinn. „Offensichtlich. Besser als jeder Gryffindor-Klotz, der denkt, Mut bedeutet, Regeln zu brechen. Ich würde Ordnung schaffen. Echte Ordnung.“
Am Gryffindor-Tisch war der Moment nicht unbemerkt geblieben. Fred stieß George mit dem Ellbogen an, während beide unverhohlen hinübersahen.
„Oho!“, sagte Fred, die Augen amüsiert zusammengekniffen. „Schaut mal, unser Frettchen wird ja ganz rot hinter den Ohren, wenn sie mit ihm redet!“
George lehnte sich vor, die Ellbogen auf dem Tisch. „Bei ihrem Anblick kann ich das aber auch verstehen“, sagte er mit einem halb bewundernden, halb schelmischen Grinsen. „Mal ehrlich, sie sieht aus, als hätte sie sich in der falschen Geschichte verlaufen.“
Ginny verzog das Gesicht, als hätte sie in eine besonders saure Zitrone gebissen. „Männer sind so vorhersehbar“, sagte sie und schob ihren Teller ein Stück von sich weg.
„Jungs, benehmt euch. Sie ist erst neu hier“, sagte Hermine tadelnd, die Arme vor der Brust verschränkt. Ihr Ton war sachlich, doch in ihren Augen lag eine Spur echter Sorge.
Harry schwieg. Er hörte nur mit halbem Ohr zu, seine Aufmerksamkeit aber blieb an Lumielle und Draco hängen, die gemeinsam am Slytherin-Tisch saßen. Irgendetwas in ihm zog sich zusammen, ein Gefühl, das er nicht in Worte fassen konnte.
Draco ist nicht dumm. Er würde Lumielle nicht auf plumpe Art täuschen. Aber er würde versuchen, sie auf seine Seite zu ziehen.
Ron schüttelte sich demonstrativ, als wolle er alle Slytherins, einschließlich Draco, aus seinem Kopf werfen. „Können wir jetzt bitte essen? Ich verhungere!“, sagte er laut, griff nach der nächstbesten Schüssel und begann, sich den Teller vollzuladen.
✵
Die Glocke des Schlosses schlug langsam und schwer, ihr goldener Klang vibrierte durch die alten Mauern, während sich die Schüler nach und nach aus der Großen Halle lösten. Der Mittagslärm ebbte ab und Lumielle ging ein paar Schritte hinter Draco.
Er bemerkte den Abstand zwischen ihnen kaum, aber er spürte diese ruhige Präsenz, die ihn inzwischen mehr reizte, als ihm lieb war. „Was haben wir jetzt eigentlich als Nächstes?“, fragte Lumielle leise in die Runde.
Seine Antwort trug einen spöttischen, kaum verhohlen amüsierten Unterton. „Du hast immer noch nicht auf deinen Stundenplan geschaut? Typisch Neuling. Erwartest du, dass der Plan sich dir von allein offenbart?“
Sie zuckte gespielt schuldbewusst mit den Schultern. „Warum sollte ich? Ich habe doch dich als Vertrauensschüler zum Fragen. Oder ist das zu viel für deinen vollen Terminkalender?“
Theodor, der hinter ihnen ging, prustete leise in sich hinein.
Draco erstarrte innerlich einen Herzschlag lang, getroffen, aber auf eine Weise, die ihn amüsierte. Es war ein kluger Konter, keiner, der ihn verletzte, sondern einer, der ihn herausforderte.
Er zog die Maske hoch und ein schiefes Grinsen schlich sich auf seinen Mund. „Es ist Geschichte der Zauberei. Zwei Stunden“, sagte er, der Spott jetzt spielerischer, aber immer noch scharf. „Und ohne mich wärst du offenbar völlig verloren, Aurewyn. Gut, dass du wenigstens weißt, wen du fragen musst. Das zeigt ja fast Verstand.“
Lumielle lachte sanft und warm. „Du bist schließlich Vertrauensschüler. Ich darf Fragen stellen und du gibst ja auch so gern Antworten, als wärst du der Einzige, der welche hat.“
Die Worte trafen ihn mit einer lästigen Wärme, die er sofort wegdrückte. Draco zwang seinen Mund wieder in eine gleichgültige Linie, als wäre nichts gewesen. Innerlich aber amüsierte ihn dieser leichte, scharfe Schlagabtausch.
✵
Der Unterrichtsraum wirkte wie ein Klassenzimmer aus einem anderen Jahrhundert. Die Luft war still und kühl, beinahe dunstig, als hätte die Zeit selbst beschlossen, hier langsamer zu vergehen. Die Tische bestanden aus hellem, sprödem Holz und der Raum war hoch, die Fenster weit, doch kaum Licht fand seinen Weg hinein.
Vorn schwebte Professor Binns ein paar Zentimeter über seinem Stuhl, durchscheinend, mit alten, milchigen Augen und einer Stimme, die zugleich unendlich alt und tödlich monoton war.
Doch in dem Moment, als Lumielle den Raum betrat, veränderte sich etwas kaum Wahrnehmbares in seiner Präsenz. Sie hatte das Gefühl, dass Binns einen Augenblick zu lange hinsah, als hätte er etwas erkannt, das er nicht erkennen lassen wollte. Lumielle spürte es sofort.
Er weiß es, aber er darf nichts sagen.
Ein stilles, wortloses Erkennen spannte sich zwischen ihnen auf. Nicht deutlich genug, um von den anderen bemerkt zu werden, aber klar genug, dass sie verstand.
Professor Binns jedoch schwebte lediglich in seiner üblichen Position, als sei sie nichts weiter als eine von vielen Schülerinnen.
Ohne ein Wort zu verlieren, ging sie zu Draco hinüber und ließ sich neben ihm nieder. Er setzte sich unwillkürlich ein Stück aufrechter hin, als müsse er sofort wieder richtig sitzen. Blaise zog eine Augenbraue hoch und Theodor grinste spöttisch in sich hinein.
Draco klammerte sich an seine Souveränität. „Also“, sagte er so beiläufig wie möglich, doch mit einem spöttischen Unterton, der durchsickerte, „du setzt dich jetzt anscheinend öfter neben mich? Wirst du zur Gewohnheit, Aurewyn?“
Lumielle sah ihn ruhig, fast prüfend an. „Soll ich mich woanders hinsetzen? Oder stört es deinen Thron?“
Draco hob amüsiert eine Braue. Ihr Konter traf. „Nein“, sagte er, die Stimme glatt, aber mit einem Hauch von Arroganz. „Ist mir egal. Solange du nicht denkst, das macht dich zu etwas Besonderem.“
Sie schmunzelte nur, eine winzige Kurve in den Lippen, die mehr verriet, als er ertragen wollte. „Vielleicht macht es dich zu etwas Besonderem, dass du es erträgst.“
Ein kurzes, unwillkürliches Grinsen huschte über sein Gesicht, bevor er es kaschierte.
Touché.
In diesem Moment legte sich Professor Binns’ Stimme wie ein alter Windstoß über die Klasse. „Geschichte der Zauberei … Kapitel fünf … die Koboldaufstände von 1612 … bitte aufschlagen …“
Ein kollektives Stöhnen rollte durch den Raum. „Oh, Merlin, nicht schon wieder“, sagte Blaise.
„Das ist so langweilig“, brachte eine Hufflepuff-Schülerin leise hervor.
Draco war bereits im Begriff, in einen halbwachen Sekundenschlaf zu kippen, die Lider halb gesenkt, den Kopf einen Hauch zur Seite geneigt, als würde ihn die Monotonie nach unten ziehen.
Lumielle stupste ihn kurz an der Schulter, nur eine sanfte, flüchtige Berührung. „Nicht einschlafen“, flüsterte sie. „Das gibt Punktabzug.“
Die Berührung machte ihn schlagartig wacher. Er sah sie an, überraschter, als er es sich anmerken lassen wollte, und ärgerte sich im selben Moment darüber, dass ihn das überhaupt aus dem Takt brachte.
Binns’ Stimme murmelte unbeirrt weiter. „Die Aufstände begannen mit der Enteignung der Bergwerke …“
Die Schüler dösten, kritzelten mit ihren Federn in die Ränder ihrer Hefte oder starrten mit leerem Blick in das gedämpfte Licht an den Fenstern.
Während der monotone Vortrag den Raum füllte, glitt Lumielles Aufmerksamkeit langsam über das dürre Pult, über die Stapel vergilbter Pergamente und löste sich schließlich von der Gegenwart.
Ihre Gedanken drifteten fort, hin in eine andere Zeit. Zu ihren Eltern, zu einer kleinen Hütte am Waldrand und zu dem Duft von Feuerholz, der durch die Nacht wehte und sich wie eine schützende Decke um alles legte, was sie einmal Heimat genannt hatte.
An dem schweren Holztisch ihrer Kindheit hatten oft Fremde gesessen, deren Geschichten den Raum wärmten. Ein alter Zauberer mit Narben über den Händen, zwei Kobolde, deren goldene Ketten leise klimperten, oder ein Werwolf bei Tag, in dessen Blick immer etwas Wildes lauerte.
Sie erzählten von vergessenen Kriegen und verzauberten Orten, die nur erschienen, wenn man den Mut hatte, an sie zu glauben. Lumielle hatte damals mit dunklem Haar und großen Augen am Tisch gesessen, den Kopf in die Hände gestützt und mit einer Begeisterung gelauscht, die den Raum heller machte.
Deshalb war sie jetzt die Einzige, die beim nächsten Thema lächelnd zuhörte, während der Rest der Klasse gähnend versuchte, wach zu bleiben.
Sie hob den Arm und meldete sich. Binns schwebte ein Stück näher, sein Blick suchend. „Ja, Miss … Aurewyn?“
Lumielle hob den Kopf, vollkommen bei der Sache. „Wie verlief damals die Diplomatie zwischen Zauberern und Kobolden, bevor die Aufstände begannen?“
Binns’ milchige Augen weiteten sich minimal. „Eine exzellente Frage.“
Draco öffnete überrascht ein Auge. Lumielle hörte konzentriert zu, stellte eine zweite Frage, dann eine dritte, nicht aus Angeberei, sondern aus echtem Interesse.
Langsam wurde die Klasse leiser und konzentrierter, während der Unterricht zum ersten Mal seit Langem ein wenig lebendiger wurde. Eine einzige ernst gemeinte Frage genügte, um selbst Professor Binns’ monotone Stimme für einen Augenblick mit Bedeutung zu füllen.
Draco beobachtete sie, als müsste er sie neu einordnen. Nicht nur als neue Schülerin mit einem ungewöhnlichen Namen, sondern als jemanden, der nicht sauber in eine seiner gewohnten Schubladen passte.
✵
Als die Stunde endete, stöhnten viele Schüler auf, als wären sie aus einem benebelnden Zauber erwacht.
„Endlich!“
„Ich schlafe sonst ein!“
„Ich brauche ein Nickerchen …“, hallte es durcheinander.
Lumielle stand auf, streckte sich ein wenig und schob sich eine dunkle Haarsträhne aus dem Gesicht.
Theodor kommentierte trocken: „Wir haben also eine Streberin unter uns.“
Blaise lachte. „Wer hätte das gedacht? Die mysteriöse Aurewyn stellt sogar Binns Fragen.“
Dracos Gesicht zuckte unmerklich und etwas in ihm stach. Kein offener Neid, eher der sofortige, harte Gedanke: Ich lasse sie nicht über mir stehen. Sein Stolz ließ ihm keinen anderen Gedanken zu, doch sie lächelte nur leicht.
„Ich mag einfach Geschichte. Es erinnert mich an zu Hause.“
Er musterte sie genauer, als wollte er die Lücke zwischen ihren Worten lesen. Er hörte die Ehrlichkeit und die Wehmut heraus, die wie ein Schatten in ihren Worten lagen.
Draco wollte etwas sagen und hasste sich im selben Moment dafür, dass ihm überhaupt kein Satz einfiel, der nicht nach Spott klang. Die Glocke läutete und der Moment platzte, bevor er sich entscheiden musste.