Der Tag, an dem die Steine wuchsen?
Der Tag, an dem die Steine wuchsen?
AN: Hallo zusammen! Vielen, vielen Dank für den tollen Start und das liebe Feedback zum Prolog – die Statistik hat mich riesig gefreut! ❤️Heute geht es endlich richtig los mit Kapitel 1. Wir begleiten die Gruppe bei ihrer Ankunft auf Naboo und erleben, wie das Alte auf das Neue trifft.Viel Spaß beim Lesen! Ich bin super gespannt auf eure Kommentare!
Anmerkungen: Kursiv sind Gedanken oder auch flüstern oder auch Droiden und Astromech Geräusche
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️ Zeiteinordnung Naboo – Einige Jahre zuvor (Rückblick)
Kapitel 1: Der Tag, an dem die Steine wuchsen?
Die Luft auf Naboo schmeckte völlig anders als die im nebligen, schottischen Hochland oder in den stickigen Gassen Londons. Sie war weicher, getragen von einem Hauch unbekannter, exotischer Blüten und der fernen Gischt des Paonga-Sees, dessen Rauschen wie ein stetiges Flüstern durch das grüne Tal zog. Doch trotz der idyllischen Schönheit, die sich vor ihnen ausbreitete, war die Stimmung unter den Neuankömmlingen von einer tiefen, fast schockierten Sprachlosigkeit geprägt. Der endgültige Aufbruch, der Flug im „fliegenden Metallkäfig“, wie Severus es genannt hatte, der wirbelnde Tunnel des Hyperraums – all das lag nun hinter ihnen. Sie waren wirklich da.
Sirius Black ließ den Blick über die sanften Hügel und die dichten, fremdartigen Wälder schweifen. In seinen Händen hielt er die unscheinbare, hölzerne Schatulle, die sie sicher durch das Vakuum des Weltalls transportiert hatten. Darin befand sich all das, was sie von der Erde gerettet hatten – magisch geschrumpft, sicher verpackt und bereit für ein neues Leben.
„Es ist … verdammt grün hier“, murmelte Sirius schließlich. Seine Stimme klang belegt, eine Mischung aus ungläubigem Staunen und der puren Erleichterung, die drückende Schwere der alten Welt hinter sich gelassen zu haben. Er hatte sich in den Stunden an Bord des Schiffes alles Mögliche ausgemalt. Er hatte mit einer kargen, fremden Welt gerechnet, vielleicht mit bizarren, außerirdischen Städten. Aber das hier? Das sah aus wie ein unberührtes Paradies. „Ich habe mir vieles vorgestellt, Moony. Aber nicht, dass wir im Vorgarten eines intergalaktischen Elfenwaldes landen. Schaut euch das an … keine Dementoren, kein Ministerium, kein Zaubergamot, das uns vorschreiben will, wie wir zu leben haben.“
Remus Lupin stand dicht neben ihm, eine Hand beruhigend auf Sirius' Schulter gelegt, während seine geschärften Sinne die Umgebung scannten. Seine Stirn lag in tiefen Sorgenfalten, doch in seinen Augen spiegelte sich ein lange vermisster Glanz wider. Harry hat nicht übertrieben , dachte Remus, und sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Auf der Erde war er ein Geächteter gewesen, ein Werwolf, der sich von Gelegenheitsjobs durchschlagen musste. Hier draußen warteten riesige Wälder und Kreaturen auf ihn, die ihn nicht nach seinem Fluch beurteilen würden. „Es ist wunderschön, Sirius. Und es ist frei. Das ist alles, was zählt.“
Er blickte nach vorn, wo Harry und Ahsoka sie hinführten. Harry, der inzwischen 14 Jahre alt war, ging mit aufgedrehten, stolzen Schritten voran. Drei Jahre war es nun her, seit er mit elf Jahren von der Erde weggeholt worden war, um hier von der Togruta-Meisterin ausgebildet zu werden. Obwohl er durch das harte Training athletischer geworden war, sah man ihm seine 14 Jahre immer noch deutlich an – das verwuschelte Haar, die runde Brille und dieses freche, jugendliche Grinsen, das er einfach nicht ablegen konnte. Neben ihm schritt Ahsoka Tano. Ihre blau-weißen Lekku hoben sich scharf gegen das tiefe Grün der Natur ab, und ihre Haltung strahlte eine tiefe, gelassene Ruhe aus. Sie steuerten auf eine majestätische, alte Ruine aus schwerem, hellem Stein zu, die sich perfekt in die Hügel schmiegte. Es war die Ruine, die Ahsoka und der junge Harry über die Jahre sorgsam zu einem gemütlichen, warmen Zuhause umgebaut hatten.
„Willkommen in eurer neuen Heimat!“, rief Harry gut gelaunt, drehte sich mit Schwung um und breitete die Arme aus. Seine Augen leuchteten vor Begeisterung, als er die Gesichter seiner Vertrauten musterte. „Ich habe euch ja gesagt, dass es euch hier gefallen wird!“
„Die Definition von 'gefallen' ist relativ, Potter“, ertönte die kühle, schneidende Stimme von Severus Snape von weiter hinten. Er bildete das Schlusslicht der Gruppe. Seine schwarze Robe wirkte in dieser sonnendurchfluteten, lebendigen Welt fast wie ein Fremdkörper, ein düsteres Relikt einer vergangenen Zeit. Doch wer Snape genau kannte, bemerkte das leichte Zittern in seinen langen Fingern und das ungläubige Aufweiten seiner dunklen Augen. Er war zutiefst schockiert. Nicht aus Angst, sondern über die schiere Tatsache, dass die Magie der Erde – die Magie, die an Gräber, alte Schuldgefühle und dunkle Lords gebunden war – hier draußen keine Macht mehr über ihn hatte. Er stand auf fremdem Boden, und das Wort, das Ahsoka ihm auf dem Schiff gesagt hatte, echote immer noch in seinem Kopf: Heilen. Er würde keine Tränke mehr brauen, um Kinder zu foltern. Er würde forschen. Er würde heilen.
„Ein Holzhaus hält den atmosphärischen Witterungen und potenziellen Einflüssen dieses Planeten wahrscheinlich nicht stand, Black“, warf Severus arrogant ein, obwohl er innerlich tief bewegt war, Harry so gesund und munter vor sich zu sehen. „Wir wissen absolut nichts über die Gesetzmäßigkeiten dieses Ortes. Stein bietet Struktur. Schutz. Beständigkeit. Genau das, was deiner Lebenseinstellung grundsätzlich fehlt.“
Hinter Snape trippelte Kreacher herbei, die großen Fledermausohren flach an den Kopf gepresst. Seine langen Finger krallten sich fest in das saubere Tuch, das er seit dem Flug trug. Der alte Hauself starrte die Steine der nahen Ruine von Ahsoka und Harry mit einer Mischung aus absolutem Entsetzen und ehrfürchtigem Schauder an. Er schnupperte misstrauisch, aber fasziniert an der Luft. Kein Staub der alten Vorfahren , dachte er verwirrt. Aber der junge Herr Harry hatte ihn auf dem Schiff zum wichtigsten Verwalter des gesamten Besitzes ernannt. Er war Familie. Er wurde geliebt, nicht nur verpflichtet. „Fremde Erde … saubere Luft“, murmelte Kreacher vor sich hin, während er mit großen, wässrigen Augen die Umgebung musterte. „Aber Kreacher wird den besten Tee der gesamten Galaxis kochen! Ja, Kreacher wird dafür sorgen, dass der Herr Sirius nicht im absoluten Chaos versinkt, oh ja!“
„Das wirst du, Kreacher“, lachte Sirius auf, und zum ersten Mal seit Jahren lag kein Groll mehr in seiner Stimme, wenn er mit dem Elfen sprach. Er klopfte vorsichtig auf die Holzschatulle in seinen Händen. „Deshalb sind Severus und ich ja auch auf Nummer sicher gegangen. Wir waren uns ausnahmsweise mal einig: Steinhäuser sind einfach besser als Holz. Wenn wir uns schon in einer fremden Galaxie einrichten, dann mit soliden, unbezwingbaren Mauern über dem Kopf. Holzhäuser sind etwas für Leute, die gerne im Zugwind sitzen.“
Harry grinste breit, sichtlich amüsiert über das typische Gezanke der beiden älteren Zauberer, und deutete auf eine große, freie Lichtung, die direkt an die Steinruine angrenzte und einen atemberaubenden Blick auf den glitzernden See bot. „Dann ist das dort euer Bauplatz. Meisterin Ahsoka und ich haben extra diesen Platz freigehalten. Packt die Schatulle aus. Ich will endlich sehen, wie eure Häuser wachsen!“
Die vier traten vor auf die Lichtung. Die Erwartung in der Luft war so dicht, dass man sie fast greifen konnte. Jeder von ihnen hatte sich in der langen Vorbereitungszeit auf der Erde und während der vielen Stunden im Hyperraum ausgemalt, wie dieser Moment sein würde. Sie hatten Pläne geschmiedet, kalkuliert und gehofft. Aber die Realität übertraf jede Vorstellungskraft.
Sirius und Severus traten nebeneinander. Mit äußerster Vorsicht öffnete Sirius die Schatulle und entnahm die beiden magisch verkleinerten, steinernen Fundamente ihrer Häuser. Sie sahen aus wie winzige, filigrane Spielzeugmodelle aus grauem und dunklem Stein. Sie platzierten sie im korrekten Abstand zueinander auf den weichen, unberührten Boden von Naboo.
Remus trat ein Stück zurück und verschränkte die Arme, während Kreacher mit großen, schreckgeweiteten Augen und angehaltenem Atem zusah. Sogar Ahsoka und der 14-jährige Harry beobachteten die Szene mit gespannter Aufmerksamkeit.
Mit einem synchronen, tiefen Murmeln und einer eleganten, präzisen Bewegung ihrer Zauberstäbe brachen Sirius und Severus die Schrumpf- und Schutzzauber, die auf den Fundamenten lagen.
Was dann geschah, ließ selbst Ahsoka erstaunt die Augenbrauen heben und versetzte die vier Zauberer in einen Zustand puren Schocks. Es war kein plötzliches, magisches Aufploppen, wie man es von einem normalen Vergrößerungszauber auf der Erde kannte. Die uralte Magie der Erde, die in den geschlagenen Steinen der Fundamente steckte, reagierte explosionsartig auf die unberührte, vitale Energie und die Natur von Naboo.
Der Boden unter ihren Füßen erzitterte heftig. Ein tiefes, mahlendes und grollendes Geräusch – wie das Brechen von tektonischen Platten oder das Mahlen gigantischer Mühlsteine – echote durch das gesamte Tal und ließ die Vögel aus den fernen Baumkronen aufschrecken.
Aus den winzigen Modellen heraus brachen die massiven Steinblöcke hervor. Während die Gruppe atemlos und mit offenem Mund zusah, schoben sich die Mauern der beiden Häuser unaufhaltsam in die Höhe. Es sah aus, als würde die Erde von Naboo selbst die Gebäude lebendig ausspucken und nach oben drücken. Die Steine wuchsen Schicht für Schicht, Millimeter für Millimeter, untermalt vom ohrenbetäubenden Knirschen des massiven Gesteins, das sich in seiner neuen, vollen Größe manifestierte. Die rauen, grauen Steinwände von Sirius' zukünftigem Heim und die dunkleren, präzise und elegant geschlagenen Mauern von Severus' Haus erhoben sich majestätisch im warmen Sonnenlicht.
Als das ohrenbetäubende Knirschen des Gesteins endlich abebbte und sich der Staub legte, herrschte für einen Moment andächtige Stille. Sirius starrte mit offenem Mund auf sein neues Zuhause, während Severus mit kritischem Blick die Fugen prüfte.
Doch die Ruhe währte nicht lange. Ein seltsames, rhythmisches Klong-Klong-Klong ertönte hinter ihnen, gefolgt von einem entrüsteten, hasserfüllten Fauchen. Die drei Zauberer fuhren herum, die Hände instinktiv an den Zauberstäben. Harry und Ahsoka mussten sich bereits ein Lachen verkneifen.
Kreacher stand mitten im zukünftigen Innenhof und hatte eine Hand fest in die Hüfte gestemmt. In der anderen Hand hielt er ein schweres, eisernes Nudeholz, das er drohend in die Luft streckte. Vor ihm stand eine dreibeinige, zylindrische Metallkiste, die wild mit blauen Lichtlein blinkte und aufgeregte, piepsende Töne von sich gab. Ein kleiner R2-Astromechdroide versuchte verzweifelt, an Kreacher vorbeizukommen, um das frisch entstandene Fundament zu scannen.
„Weg da, du wandelnder Blecheimer!“, krächzte Kreacher wütend und schlug mit dem Nudeholz schwungvoll gegen das Metallgehäuse des Droiden. DONG! „Kreacher duldet keine spionierenden Mülleimer auf dem edlen Boden des Hauses Black und des Hauses Prince! Geh weg, sag ich, oder Kreacher schmilzt dich zu Teelöffeln ein!“
Der Droide stieß einen beleidigten, schrillen Pfeifton aus, drehte seine Kuppel einmal komplett im Kreis und feuerte einen kleinen Elektroschocker in Kreachers Richtung ab. Doch der Hauself war schneller. Mit einem lauten Apparier-Knall verschwand er vom Fleck und tauchte eine Sekunde später direkt auf der Kuppel des Droiden auf. Er setzte sich rittlings auf die Metallkugel, hielt dem Droiden die Augen-Sensoren zu und schlug ihm rhythmisch mit dem Holzlöffel auf den Kopf.
„Kreacher ist der Verwalter hier!“, schrie der Elf triumphierend, während der Droide wild im Kreis wirbelte und panisch piepste. „Niemand scannt hier ohne Kreachers Erlaubnis! Du wirst jetzt tun, was Kreacher sagt, oder du endest als Schrott!“
„Merlins Bart“, murmelte Sirius und rieb sich fassungslos die Augen. „Der Elf reitet eine fliegende Kaffeemaschine.“
„Es ist ein Astromech-Droide, Sirius“, erklärte Harry glucksend. „Er wollte nur helfen, die Statik der Steine zu prüfen. Aber … ich glaube, Kreacher hat die Verhandlungen bereits fest im Griff.“
Tatsächlich schien sich der Droide unter Kreachers unnachgiebigem Trommelfeuer geschlagen zu geben. Seine Lichter wechselten von aggressivem Rot zu einem sanften, fast unterwürfigen Blau. Er gab ein leises, trauriges Winseln von sich. Kreacher rutschte elegant von der Kuppel herunter, klopfte sich den Staub vom Tuch und tätschelte das Metall des Droiden überraschend sanft.
„Na also. Geht doch“, schnaubte Kreacher zufrieden. Er steckte das Nudeholz in seinen improvisierten Gürtel und deutete mit einem langen, knochigen Finger auf eine Kiste am Rand der Lichtung, die voll mit seltsamen, fremden Früchten und Vorräten war, die Harry und Ahsoka mitgebracht hatten. „Du da, Blechding. Du trägst die Kiste in die Küche von Herrn Sirius. Und wenn du fertig bist, zeigst du Kreacher, wie diese blinkende Herdplatte funktioniert. Kreacher hat keine Lust, jedes Mal ein Lagerfeuer zu machen, nur weil die Herren ihren Tee wollen.“
Der Droide piepste eifrig, fast schon fröhlich, und rollte sofort los, um den Befehl des Elfen auszuführen.
Remus beobachtete das Spektakel mit einem breiten Grinsen, während Severus eine Augenbraue so hochzog, dass sie fast im Ansatz seines schwarzen Haares verschwand. „Es scheint“, stellte Snape mit einer Spur von widerwilligem Respekt fest, „dass die Hauselfenmagie sich weitaus schneller an diese … technische Absurdität anpasst als wir. Der Elf hat sich innerhalb von fünf Minuten ein Transportmittel und einen Küchengehilfen versklavt.“
„Er versklavt ihn nicht, Severus, er leitet ihn an“, korrigierte Ahsoka schmunzelnd, während sie sah, wie Kreacher bereits den nächsten Droiden – einen kleinen, flachen Putzdroiden – mit einem strengen Blick fixierte. „Die Ugnaughts auf dem Markt in Theed werden ihre helle Freude an ihm haben. Wenn Kreacher erst einmal herausfindet, wie man mit Credits verhandelt, wird er diesen Planeten im Alleingang wirtschaftlich umkrempeln.“
Kreacher drehte sich zu den drei Zauberern um, die Arme stolz vor der Brust verschränkt. In seinen Augen lag ein helles, fast verschmitztes Funkeln. Er hatte den Dreck der Zauberer auf der Erde weggemacht, ja. Aber hier draußen, auf diesem neuen, grünen Stern, war er der Herr über die Logistik. Und er würde dafür sorgen, dass es seiner Familie an absolut nichts fehlte – egal, wie viele Blechbüchsen er dafür bestechen oder verprügeln musste.
Es passiert wirklich, dachte Severus, und ein seltener Funke von ehrfürchtigem Staunen vertrieb die Dunkelheit aus seinem Blick. Wir bauen uns ein neues Leben auf.
„Das … das ist absolut unfassbar“, flüsterte Remus, völlig überwältigt von dem Anblick der emporwachsenden Mauern.
Es war der Moment, in dem das Alte auf das Neue traf. Der Tag, an dem sie ankamen. Der Tag, an dem die Steine wuchsen.
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