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Der Schattenläufer des Dschungels

Band 3 - Kein Platz Für Eulen - Die Fundamente Der Neuen Heimat — www.fanfiktion.de · All chapters

Der Schattenläufer des Dschungels

Kapitel 3: Der Schattenläufer des Dschungels (Remus´s Geschichte)

Das Gefühl von feuchtem Moos unter seinen Stiefeln war Remus vertraut, doch die unbändige, vibrierende Lebenskraft, die durch die tiefen Wälder von Naboo pulsierte, war mit absolut nichts auf der Erde zu vergleichen. Remus atmete tief ein. Die Luft roch hier nicht nach der schweren Industrieluft Großbritanniens, sondern nach exotischen Harzen, wildem Farn und der elektrisierenden Frische eines nahen Gewitters. Seine Sinne, die durch den Werwolfsfluch seit seiner frühesten Kindheit extrem geschärft waren, saugten die Reize dieses Ortes regelrecht gierig auf. Auf der Erde war der Wald für ihn oft ein Ort der bitteren Flucht gewesen – ein Versteck in einer kalten, einsamen Vollmondnacht, um die Gesellschaft vor dem Monster zu schützen, als das man ihn brandmarkte.

Hier jedoch fühlte er sich das erste Mal in seinem Leben einfach nur … frei. Er brauchte kein lautes Geschäft wie Sirius, um sich nützlich zu fühlen. Er genoss es, keine festen, erdrückenden Mauern um sich zu haben, obwohl er natürlich seinen eigenen, gemütlichen Wohnraum in Sirius’ großem, emporgewachsenen Steinhaus am Paonga-See bezogen hatte. Kreacher hatte ihm dort sogar ein wunderschönes Bücherregal aus dunklem Holz gezimmert. Dennoch spürte er, dass er einen ganz eigenen Zufluchtsort im Dickicht brauchte. Eine kleine, hölzerne Hütte, die er sich an einer Klippe nahe eines tosenden Wasserfalls errichtet hatte. Sie diente ihm als Anlaufpunkt, um die Flora und Fauna dieses Planeten in aller Ruhe zu studieren und seine wirbelnden Gedanken zu ordnen.

Er schritt langsam voran und strich mit der flachen Hand über die raue, warme Rinde eines riesigen, uralten Baumes, dessen Blätter in einem tiefen Violett im sanften Wind raschelten. Keine Angst , dachte Remus bei sich, und ein tiefes, ungewohntes Gefühl von absolutem Frieden breitete sich in seiner Brust aus. Keine Hetze. Kein Ministerium, das mich in ein Register für gefährliche Wesen eintragen will. Ich darf hier einfach nur existieren.

Plötzlich jedoch zuckten seine Ohren. Seine Wolfssinne schlugen sofort Alarm. Das sanfte Rauschen des Wasserfalls trat in den Hintergrund, als ein leises, knackendes Geräusch durch das dichte Unterholz hallte. Es folgte ein flaches, gehetztes und unregelmäßiges Atmen. Es kam von einem kleinen, plätschernden Bachlauf, der sich an den mächtigen Wurzeln eines morschen, völlig ausgehöhlten Riesenbaumes vorbeischlängelte. Remus bewegte sich instinktiv völlig lautlos, fast wie ein schwebender Schatten zwischen den riesigen Farnen. Er teilte vorsichtig ein paar Blätter und hielt geschockt den Atem an.

In der feuchten, dunklen Höhlung des morschen Stammes saß ein Wesen. Es war über und über mit dichtem, dunklem Fell bedeckt, besaß spitze, nervös zuckende Ohren, eine ausgeprägte Schnauze und scharfe Krallen an den kleinen Händen. Es trug zerrissene, schmutzige Kleidung, die eindeutig nicht von diesem Planeten stammte. Remus wusste in diesem ersten Moment überhaupt nicht, was er vor sich hatte. Gab es hier etwa auch Werwölfe? War es ein Gestaltwandler, der in seiner Tierform feststeckte? Er wusste es nicht. Doch etwas in seinem tiefsten Inneren – ein unbestreitbarer, uralter Wolfsinstinkt, den er sonst so sehr verabscheute – sprach in diesem Moment zu ihm und gab ihm absolute Gewissheit: Das ist kein Erwachsener. Der Geruch war viel zu süß, viel zu jung, erfüllt von der reinen, unschuldigen Angst eines kleinen Kindes. Es war ein einsamer Welpe, mutterseelenallein gelassen im riesigen, unberechenbaren Dschungel.

„Hallo, Kleiner“, sagte Remus mit seiner sanftesten, ruhigsten Lehrerstimme. Er hob ganz langsam die Hände auf Augenhöhe, um zu zeigen, dass er keine Waffe trug, und machte sich absichtlich klein, indem er tief in die Hocke ging. „Ich tu dir nichts. Du brauchst keine Angst vor mir zu haben.“

Das Kind stieß sofort ein tiefes, warnendes Knurren aus und bleckte die kleinen, messerscharfen Zähne, doch Remus sah, wie heftig der kleine Körper vor Erschöpfung zitterte. Es war verletzt; eine tiefe, hässliche Schramme zog sich über sein linkes Bein und blutete schwach. Remus griff mit einer langsamen, fließenden Bewegung in seine Manteltasche. Er zog ein sauberes Tuch und eine kleine, grüne Phiole mit einer Heilsalbe heraus, die Severus ihm am Morgen für seine Ausflüge mitgegeben hatte. Er bewegte sich zentimeterweise vorwärts, sprach ununterbrochen mit leiser, beruhigender Stimme, bis das Kind die Aggression plötzlich fallen ließ, die Augen schloss und erschöpft den Kopf an das feuchte Holz lehnte.

Mit geübten, unheimlich sanften Händen versorgte Remus die Wunde. Das Kind wimmerte einmal leise auf, stieß dann aber ein fast schnurrendes, vibrierendes Geräusch aus und ließ es tatsächlich zu, dass Remus es vorsichtig auf den Arm nahm. Wo um alles in der Welt sind deine Eltern? , fragte sich Remus besorgt, während er den erstaunlich leichten Körper eng an sich drückte. Wer lässt ein so kleines Kind an einem so gefährlichen Ort zurück?

Auf dem Rückweg zum Paonga-See brach plötzlich das seichte Wasser des nahen Sumpfgebiets auf. Drei Gungans, bewaffnet mit langen, bläulich leuchtenden Energiestäben, traten mit einem lauten Platschen hervor und versperrten ihnen den Weg. Sie starrten Remus und das felltragende Kind mit großen, aufgeregt stieläugigen Augen an.

„Halt da! Werda du sein, Fremdling?“, fragte der vorderste Gungan mit seiner typisch singenden, lauten Stimme. „Und warum du haben den kleinen Schattenläufer im Arm?“

Remus blieb völlig ruhig stehen, um das schlafende Kind nicht zu wecken. „Mein Name ist Remus Lupin. Ich lebe erst seit Kurzem hier am Paonga-See, zusammen mit Harry und Ahsoka. Ich habe dieses Kind allein und verletzt am Bachlauf gefunden. Er wäre dort draußen in der Kälte gestorben. Ich bringe ihn in Sicherheit, um ihn zu pflegen.“

Die Gungans sahen sich überrascht an und tuschelten aufgeregt in ihrer eigenen, bizarren Sprache. Der Anführer, der sich als Captain Tarpals herausstellte, trat einen vorsichtigen Schritt näher. Er schnupperte ausgiebig an der Luft und betrachtete Remus’ Augen, in denen durch die Nähe zum Wald immer noch das sanfte, bernsteinfarbene Leuchten des inneren Wolfes lag. Die Gungans besaßen ein tiefes, fast magisches Gespür für die Natur. Sie rochen keine Gefahr in diesem Fremden. Sie rochen den Beschützer – ein mächtiges Raubtier, das sich aus freiem Willen dazu entschieden hatte, Leben zu bewahren, statt es zu nehmen.

„Michsa sein Captain Tarpals“, sagte der Gungan schließlich mit einem plötzlichen, tiefen Respekt in der Stimme. „Das Kind sein ein Shistavane. Sehr seltene, stolze Jäger aus den fernen Sternen. Sie bleiben immer unter sich, sind gar nicht heimisch hier auf Naboo. Wenn die Eltern weg sind, niemand sich kümmern um kleine Wolfsbeißer. Aber du … du riechen wie der tiefe Wald selbst. Du haben den Geist des großen Jägers, aber das Herz eines echten Hüters. Die tiefen Wälder hier brauchen jemanden, der aufpasst. Jemanden, der weise ist und vor dem die wilden Kaduus und die kriminellen Schmuggler Angst haben. Wenn du beschützen den kleinen Shistavanen und die Bäume, dann die Gungans dich für immer respektieren. Du sein von heute an der neue offizielle Wächter der Wälder, ja?“

Remus war für einen Moment komplett sprachlos. Die Worte hallten in seinem Kopf wider. Zum ersten Mal in seinem gesamten Leben schreckte sein innerer Wolf die Wesen um ihn herum nicht ab – sie machten ihn stattdessen genau deswegen zum Hüter. Ein unbändiger Stolz stieg in ihm auf. „Ich werde auf ihn aufpassen“, versprach Remus feierlich und neigte das Haupt. „Und auf den Wald.“

Die Gungans hielten ihr Wort und begleiteten Remus direkt aus dem dichten Dickicht des Dschungels, bis sie die vertraute, sonnendurchflutete Lichtung am See erreichten. Die gesamte Truppe war dort bereits versammelt: Sirius polierte gerade mit einer Bürste eine schwere Repulsor-Platte, während Severus an einem improvisierten Labortisch frische Kräuter schnitt und sortierte. Harry und Ahsoka saßen im Schneidersitz auf dem Rasen und meditierten schweigend, während Kreacher mit einem silbernen Tablett voll frisch gebrühtem Tee herbeitrippelte.

Als das laute Platschen von nassen Gungan-Füßen und das vertraute, singende Tuscheln näher kam, fuhren alle Anwesenden überrascht herum. Die Hände der Zauberer wanderten instinktiv an die Zauberstäbe, während Ahsoka die Augen öffnete.

„Merlins Bart, Remus! Was hast du denn da für einen blinden Passagier im Arm? Und wer sind deine neuen, langohrigen Freunde?“, rief Sirius aus und ließ sein Werkzeug mit einem lauten Scheppern fallen. Er trat mit großen, ungläubigen Augen näher, um das fellige Bündel in Remus' Armen zu betrachten. „Der Kleine sieht ja aus wie ein halber Werwolf-Welpe.“

Captain Tarpals trat mit erhobenem Kopf vor die Gruppe, deutete mit einer feierlichen, ausladenden Geste auf Remus und sprach laut in die Runde: „Hört zu, ihr Leutsa von der Erde! Dieser Mann hier, Remus, haben getan große Tat. Er haben gefunden kleinen Schattenläufer – einen Shistavanen-Welpen, mutterseelenallein und verletzt an wildem Bachlauf. Andere Wesen hätten Angst gehabt vor scharfen Zähnen, aber er haben geheilt die Wunde mit gutem Zauberwasser. Er haben den Geist des großen Jägers, aber das Herz eines Beschützers!“

Die anderen Gungans nickten eifrig und stießen ihre Energiestäbe rhythmisch auf den Boden. Tarpals legte eine Hand auf seine Brust. „Die tiefen Wälder von Naboo und die Sumpfgebiete der Gungans brauchen jemanden, der aufpasst. Jemanden, der weise ist und das Leben respektiert. Darum wirsa gemacht Remus zum offiziellen Hüter und Wächter unseres Dschungels. Er sein nun der Schattenläufer, der auf die Bäume, die Kreaturen und die Suchenden achtet!“

Andächtige Stille legte sich für einen Moment über die gesamte Lichtung. Remus spürte, wie ihm eine wohlige, tiefe Wärme in die Brust stieg, während er das schlafende Fellkind hielt. Er blickte zu seinen Freunden.

Sirius starrte seinen ältesten Freund an. Ein tiefes, unheimlich stolzes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. Die alten Sorgen der Askaban-Jahre schienen in diesem Moment komplett von ihm abzufallen. Er trat einen Schritt vor und legte Remus eine Hand auf die freie Schulter. „Das ist wie ein Lehrer zu sein, Moony …“, flüsterte Sirius mit belegter, emotionaler Stimme. „Ein Mentor. Jemand, zu dem die Leute und die Wesen kommen, wenn sie Rat, Schutz und Hilfe brauchen. Das ist genau das, was du schon immer machen und leben wolltest. Auf der Erde haben sie es dir wegen deines Blutes verboten, aber hier … hier bist du endlich genau der Wächter, der du schon immer sein solltest.“

Remus schluckte den dicken Kloß in seinem Hals mühsam hinunter und nickte Sirius unendlich dankbar zu. „Ja, Tatze. Es fühlt sich genau so an. Ich habe meine Bestimmung wohl gefunden.“

Ahsoka trat ebenfalls näher, ein weises, sanftes Lächeln auf den Lippen. Sie betrachtete die Ohren des Kindes. „Ein Shistavane… sie werden in der Galaxis auch Wolfsmenschen genannt. Sie sind extrem loyal, bleiben aber meistens strikt unter sich. Er muss von rücksichtslosen Schmugglern hier zurückgelassen worden sein. Er hat unfassbares Glück gehabt, dass deine Sinne dich zu ihm geführt haben, Remus.“

„Wir werden ihm sofort ein eigenes Zimmer in deinem Trakt des Hauses einrichten!“, schlug der 14-jährige Harry begeistert vor, der neugierig das weiche, fellige Gesicht des Kindes betrachtete und vorsichtig nach einer der kleinen Pfoten fasste. „Wir können ein gemütliches Bett bauen, Regale anbringen und Platz für all seine Sachen machen!“

„Ein Zimmer ist eine noble, typisch menschliche Geste, Potter“, warf Severus mit seiner tiefen Stimme ein, während er mit professionellem Blick den sauberen Verband am Bein des Kleinen prüfte. „Aber schaut euch seine scharfen Krallen und das dichte Fell an. Er ist ein reines Naturwesen. Ich wage zutiefst zu bezweifeln, dass er ein großes Interesse an weichen Daunenkissen, wollenen Decken und tapezierten Wänden hat. Er wird die Steinböden bevorzugen.“

Remus musste leise lachen, als das Kind im Schlaf seine Schnauze noch ein Stück enger an seine Brust drückte und leise vor sich hin atmete. „Da hat Severus wohl recht. Wir richten ihm das Zimmer ein, damit er einen festen, sicheren Rückzugsort hat, wenn das Wetter mal umschlägt oder er Ruhe braucht. Aber ich habe so das ganz klare Gefühl, dass der kleine Kerl ohnehin lieber mit mir draußen im Wald unterwegs sein wird, um den Dschungel zu erkunden und von der Natur zu lernen.“

Die Gungans verabschiedeten sich schließlich mit respektvollen Verbeugungen und kehrten mit lautem Platschen in die Sumpfgebiete zurück, sichtlich zufrieden mit ihrem neu ernannten Wächter.

Kreacher hatte das gesamte Spektakel schweigend aus der Ecke beobachtet, das silberne Tablett fest in seinen knochigen Fingern verankert. Doch nun stellte er den Tee mit einem lauten, scheppernden Klappern auf den Steintisch. Seine großen Fledermausohren zuckten wild hin und her, und er starrte Remus mit einem Blick an, der zwischen absolutem Entsetzen und tiefer, ehrlicher Besorgnis schwankte.

„Meister Remus bringt neue Wolfsbrut ins Haus …“, krächzte Kreacher mit zitternder Stimme und wiegte sich nervös von einem Bein auf das andere. „Aber … aber das ist nicht das, was Kreacher die Nächte raubt! Nein! Kreacher hat die Kalender studiert! Kreacher zählt jede Stunde und jeden Tag auf diesem neuen, verfluchten Stern!“

Sirius seufzte auf und strich sich das lange Haar zurück. „Kreacher, was um alles in der Welt hat der Kalender mit Remus' neuem Schützling zu tun?“

„Nichts mit dem Kind, Meister Sirius!“, schrie Kreacher fast schon verzweifelt und deutete mit einem langen, knochigen und zitternden Finger steil nach oben an den blauen Himmel, wo am helllichten Tag die blassen Umrisse von zwei der drei Monde Naboos deutlich zu sehen waren. „Kreacher hat ganz genau hingesehen! Letzte Woche… da stand der große, dicke Mond rund und fett am Nachthimmel! Ein astreiner Vollmond, wie Meister Remus ihn auf der Erde immer genannt hat! Und Meister Remus ist eine ganze Nacht lang friedlich im Bett liegen geblieben! Keine Haare sind gewachsen! Keine Krallen! Kein wildes Geheule im Wald! Kreacher fragt sich: Warum verwandelt sich Meister Remus nicht auf diesem Stern?! Haben die Monde von Naboo die verfluchte Magie des Hauses Lupin gefressen?!“

Schlagartig herrschte absolute, drückende Totenstille auf der Lichtung. Sirius erstarrte mitten in der Bewegung. Severus ließ das silberne Messer fallen, das mit einem hellen, schneidenden Ping auf dem Steintisch landete und wegrollte. Harry sah geschockt von Remus zu Ahsoka. Sie alle waren in den letzten Wochen so abgelenkt von ihrem aufregenden Neuanfang, den Droiden, den neuen Berufen und den Häusern gewesen, dass absolut niemand an den Mondzyklus gedacht hatte.

Remus spürte, wie ihm das Blut in den Adern fror. Seine Knie wurden weich, und er musste sich am Rand von Severus' Labortisch abstützen. Er blickte an sich herab, auf seine ganz normalen, menschlichen Hände. Kreacher hatte recht. Es war Vollmond gewesen. Ein perfekter, runder Vollmond. Und er hatte sich nicht verwandelt. Er hatte nicht einmal Schmerzen gehabt.

„Ahsoka …“, begann Remus mit brüchiger, rauer Stimme. „Naboo hat drei Monde. Wenn ich mich bei jedem einzelnen Vollmond verwandeln müsste, wäre ich fast jede Woche ein reißender Wolf. Ich wäre emotional und körperlich zerstört. Aber ich habe absolut nichts gespürt. Kein Ziehen im Rücken, keinen magischen Schmerz. Warum?“

Ahsoka legte nachdenklich ein Handgelenk an ihr Kinn, und ihre sonst so gelassenen Gesichtszüge wurden schlagartig ernst. „Die Magie eurer Welt ist an astronomische Zyklen gebunden, die auf der Erde herrschen. Wenn deine Verwandlung an die Urgewalt eines Vollmonds gekoppelt ist, dann reagiert deine innere Magie hier auf Naboo wahrscheinlich nur, wenn die kosmische Energie ihr absolutes Maximum erreicht.

Und das passiert in diesem System hier nur, wenn alle drei Monde zur exakt selben Zeit voll am Himmel stehen.“

„Laut den astrophysikalischen und historischen Aufzeichnungen Naboos … nur alle 150 Jahre“, antwortete Ahsoka leise und sah in die Runde der schockierten Gesichter. „Das letzte Mal war exakt in dem Jahr, als ich Harry von der Erde abgeholt habe. Als er elf Jahre alt war.“

Severus atmete scharf und hörbar ein. Seine dunklen Augen weiteten sich. „Das bedeutet … er ist für die nächsten eineinhalb Jahrhunderte absolut sicher vor dem Wolf? Es sei denn, wir reisen auf einen Planeten mit nur einem Mondzyklus?“

„Theoretisch ja“, sagte Ahsoka, doch sie blickte besorgt und warnend in die Ferne, wo die Sonne langsam hinter den Bergen versank. „Aber wir wissen einfach noch viel zu wenig über die genaue Wechselwirkung eurer alten Erdmagie mit der lebendigen Macht dieser Galaxis. Was, wenn die aufgestaute, ungenutzte Energie des Wolfes dich über die Jahre innerlich vergiftet, weil sie kein Ventil hat und nicht raus kann? Oder was, wenn es einen verborgenen Weg gibt, den Fluch durch das Verständnis der Macht komplett zu brechen und biologisch zu heilen?“

„Gibt es darüber denn keine alten Aufzeichnungen oder Bücher?“, fragte der 14-jährige Harry drängend und trat näher an seine Meisterin heran.

Ahsoka seufzte schwer und schüttelte den Kopf. „Nicht hier auf Naboo. Die Jedi hatten vor der großen Säuberung des Imperiums unzählige, geheime Archive im Outer Rim. Es gibt jedoch einen Ort … einen verlassenen, uralten Außenposten auf einem kargen, vergessenen Mond im Mittleren Rand. Dort existiert tief unter der Erde eine versteckte, private Bibliothek. Eine Sammlung von alten Schriften der Jedi und Gelehrten, die sich explizit mit den tiefen, biologischen Geheimnissen lebendiger Energie und Flüchen befasst haben. Aber es ist extrem gefährlich dort. Die Galaxis ist immer noch voll von ehemaligen imperialen Jägern, skrupellosen Kopfgeldjägern und den kriminellen Elementen der Unterwelt, die nach alten Jedi-Relikten suchen, um sie auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.“

Severus’ Augen blitzten bei diesen Worten gefährlich auf. Das biologische Gefüge des Wolfes analysieren. Die Macht mit der endgültigen Heilung des Fluches verbinden, statt ihn nur mit dem Wolfsbann-Trank zu betäuben. Es war exakt die monumentale, wissenschaftliche Aufgabe, nach der sein brillanter Geist suchte. Er blickte zu Remus, dessen Hand immer noch unendlich beschützend auf dem kleinen, felligen Shistavanen-Kind ruhte.

„Es scheint“, sagte Severus mit seiner gewohnt tiefen, samtigen, aber nun absolut entschlossenen Stimme, „dass unsere friedlichen Tage hier am See bald durch eine kleine… intergalaktische Forschungsreise unterbrochen werden. Wir müssen verdammt noch mal wissen, womit wir es zu tun haben.“

Remus sah hinab auf das kleine, fremde Wesen in seinen Armen, das im Schlaf leise schnaubte, und dann zu seinen Freunden, seiner neuen Familie. Er war kein gejagtes Monster mehr. Er war ein Wächter. Und sie würden dieses Rätsel gemeinsam lösen.

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