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Akt 2: Die Krone des Erfolgs & Der Schatten der Routine - Der unschlagbare Buchhalter der Galaxis

Band 3 - Kein Platz Für Eulen - Die Fundamente Der Neuen Heimat — www.fanfiktion.de · All chapters

Akt 2: Die Krone des Erfolgs & Der Schatten der Routine - Der unschlagbare Buchhalter der Galaxis

Ein kurzes Wort vorab:

Weil wir gerade ein neues Kapitel aufschlagen, wollte ich einfach mal ganz ungezwungen in die Runde fragen: Wie gefällt euch die Geschichte und der Mix aus Magie und weit, weit entfernter Galaxis bis jetzt? Stimmt das Tempo für euch, oder hättet ihr an manchen Stellen mehr Spannung haben wollen?

Hinterlasst mir gerne ein kurzes Feedback oder ein paar Zeilen in den Kommentaren – es ist einfach superschön zu wissen, ob wir auf derselben Wellenlänge sind!

Und nun: Viel Spaß mit Kapitel 5 und dem unschlagbaren Buchhalter der Galaxis!

PS: Die Rückblicke sind jetzt beendet.

Falls ihr es noch nicht entdeckt habt, findet ihr hier übrigens [ Kapitel 1 des Spin-offs ]!) (wie Ashoka dazu kam auf die Erde zu fliegen)

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Kapitel 5: Der unschlagbare Buchhalter der Galaxis

Die Monate am Paonga-See waren zu einer Konstanten geworden, und mit der Zeit hatte sich der Alltag eingespielt. Niemand auf der Erde hätte geglaubt, wie reibungslos sich die magische Dreistigkeit mit der galaktischen Realität verbinden ließ. Doch der größte Umschwung im neuen Leben der Zuflucht trug weder Zauberstab noch Lichtschwert. Er trug ein sauberes Tuch, hatte fledermausartige Ohren und saß jeden Abend mit einer manischen Akribie vor einem Stapel leuchtender Datenpads und einem uralten, ledergebundenen Hauptbuch.

Kreacher hatte das Finanzmanagement der Familie übernommen. Und es stellte sich heraus, dass der alte Hauself der mit Abstand furchterregendste Händler war, den der Schwarzmarkt von Theed je gesehen hatte. Die kleinen, geschäftstüchtigen Ugnaughts auf dem Schrottmarkt behandelten ihn mittlerweile mit tiefstem, fast schon ehrfürchtigem Respekt. Sie feilschten zwar hart, aber sie schätzten Kreachers unbestreitbares Talent – und vor allem die absolut akkurate, makellose Ware, die sie bisher immer von dem Elfen erhalten hatten. Kreacher verkaufte ihnen nämlich regelmäßig die überschüssigen Teile, Solarkollektoren oder hocheffizienten Wärmepumpen, die Sirius in seiner Werkstatt baute. Die Ugnaughts waren so begeistert von dieser einzigartigen Kombination aus Erden-Logik und magischer Präzision, dass sie Kreacher inzwischen sogar aktiv anbettelten, ob Sirius nicht noch mehr seiner modifizierten Fahrzeuge oder Energiegeräte an sie abtreten würde.

Seinen echten Krieg führte der Elf dagegen im Untergrund des Schwarzmarkts gegen die arroganten, zwielichtigen Droidenhändler. Diese Händler brachten den kleinen, griesgrämigen Elf und den langhaarigen Sirius absolut nicht zusammen – für sie waren das zwei völlig verschiedene Kunden, die in unterschiedlichen Welten lebten. Da Sirius wie die meisten Magier absolut null Ahnung vom Feilschen und generell kein echtes Gefühl für die galaktischen Preise hatte, war er für die Händler das perfekte Opfer, das man nach Strich und Faden ausnehmen konnte. Kreacher hingegen hatte einen Riesenspaß daran, genau diese arroganten Droidenhändler bluten zu lassen. Ihre herablassende, selbstgefällige Art erinnerte ihn unheimlich an die arroganten Reinblut-Magier aus seiner alten Welt, die immer geglaubt hatten, über allen anderen zu stehen. Und ihnen zu zeigen, wer hier der wahre Meister der Zahlen war, erfüllte sein Elfenherz mit tiefer Genugtuung.

„Meister Sirius!“, krächzte Kreacher an diesem Morgen und schlug ein Datenpad so heftig auf den hölzernen Werkstatttisch, dass eine Schale voller Relais erzitterte. Sirius, der gerade mit Harry an der Steuerung eines neuen Flitzers tüftelte, fuhr erschrocken herum. „Die schmutzigen Händler in der unteren Gasse haben wieder versucht, Kreacher zu hintergehen! Sie wollten sechzig Credits für eine unmodifizierte Repulsor-Platte! Sechzig! Kreacher hat dem Händler erklärt, dass seine Ware minderwertiger Metallschrott ist und seine Buchhaltung eine Schande für die Stadt. Kreacher hat die Platte für zwölf Credits bekommen. Und zwei Energiezellen gratis dazu!“

Sirius sperrte den Mund auf. Er starrte erst auf das Datenpad, dann zu dem 14-jährigen Harry und schließlich mit einer Mischung aus absolutem Entsetzen und Fassungslosigkeit auf den kleinen Hauselfen.

„Was?!“, rief Sirius fassungslos aus. „Zwölf Credits?! Kreacher, mir haben diese verdammten Kerle letzte Woche achtzig Credits für exakt dieselbe Platte abgeknöpft! Ich dachte, das wäre ein Freundschaftspreis, weil der Typ so nett gelächelt hat!“

Harry prustete los. Er bog sich vor Lachen und musste sich an der Tragfläche des Flitzers festhalten, um nicht umzukippen. „Ein Freundschaftspreis! Sirius, er hat dich eiskalt ausgeraubt, weil du zahlst, was auf dem Schild steht! Du hast überhaupt keine Ahnung von ihren Preisen!“

„Kreacher feilscht nicht mit Betrügern, Meister Sirius. Kreacher nimmt sie aus“, schnaubte der Elf stolz, verschränkte die Arme und strich sich über sein sauberes Tuch. Ein hämisches, zufriedenes Funkeln lag in seinen Augen. „Die Droidenhändler glauben, sie sind klug. Sie schauen auf Kreacher herab, genau wie die stolzen Zauberer in England es taten. Aber Kreacher kennt den Wert von jedem Bolzen. Sie werden weinen, wenn Kreacher mit ihnen fertig ist, oh ja!“

„Er hat recht, Sirius“, lachte Remus, der zusammen mit dem kleinen Shistavanen-Welpen in die Werkstatt trat.

Der Junge hatte in etwa die Größe und Statur eines fünf- bis siebenjährigen Erdenkindes und wich Remus keinen Millimeter mehr von der Seite. Er war noch ganz das verspielte, instinktgetriebene Kind, das sich nach all dem Schrecken im Dschungel unaufhörlich an Remus klammerte und Schutz suchte. Kreacher hatte ihm eine kleine, robuste Weste mit vielen praktischen Taschen geschneidert, und Sever blickte nun mit großen, aufgeweckten bernsteinfarbenen Augen neugierig in die Runde.

Anfänglich hatte der Kleine die Gruppe vor ein riesiges Rätsel gestellt. Als Remus ihn im Dschungel fand, war er so verängstigt und misstrauisch gewesen, dass er kein Wort Basic gesprochen hatte. Stattdessen hatte er nur in seiner rauen Heimatsprache, dem Shistavanischen, geknurrt und gefaucht – was für die Zauberer wie pures Tiergeräusch klang. Die Wende kam erst durch einen reinen Zufall, als Sirius sich in den großen, schwarzen Hund Tatze verwandelt hatte. In seiner Tiergestalt hatte Sirius das Knurren und Wuffen des Jungen plötzlich wie einen vertrauten, hündischen Dialekt verstanden und so seinen echten Namen herausgefunden: Sever . Es stellte sich heraus, dass Sever eigentlich hervorragend Basic sprechen konnte, aber einfach nicht wusste, wo er gelandet war. Mittlerweile hatte Remus einen ausgeklügelten Übersetzungszauber auf sich selbst gelegt, sodass er sich problemlos mit dem kleinen Sever unterhalten und sein Vertrauen gewinnen konnte.

Sever trottete aufmerksam an den heißen Metallteilen des Flitzers vorbei und blickte dann zu Severus, der mit düsterer, aber faszinierter Miene aus seinem Kellerlabor nach oben gekommen war. An Snapes Seite ging die kleine Mirialanerin Leeka. Ihre Blasterwunde war dank der Naboo-Blüten perfekt verheilt, und obwohl sie immer noch so grummelig und mürrisch dreinsah wie Severus selbst, wich sie ihrem neuen Meister keinen Schritt von der Seite. Sie war seine stolze Schülerin geworden.

„Und was genau hat der Elf organisiert, Lupin?“, fragte Severus mit tiefer, samtener Stimme.

„Hochleistungsklettergurte, Energiesicherungen und tragbare Filtersysteme“, antwortete Ahsoka Tano, die lautlos wie ein Geist aus dem Schatten des Torbogens trat. Ihre blau-weißen Lekku bewegten sich sanft, und ihre Haltung strahlte eine plötzliche, intensive Ernsthaftigkeit aus. „Dinge, die wir für den Aufbruch brauchen. Es ist Zeit.“

Harry sah auf, seine Augen weiteten sich hinter der runden Brille. „Der Gallo-Tempel?“

Ahsoka nickte schwer. „Ja. Gestern Morgen gab es eine heftige Erschütterung im Machtgefüge, ganz in unserer Nähe. Harry hat es auch gespürt, konnte es aber nicht genau lokalisieren. Ich habe meditiert. Die alten Archive … sie rufen nach uns. Der Gallo-Tempel liegt auf der anderen Seite des Berges, an dem unsere Häuser stehen. Es sind kaum zwanzig bis fünfundzwanzig Kilometer Luftlinie.“

„Fünfundzwanzig Kilometer?“, rief Sirius überrascht aus, froh darüber, das peinliche Thema mit den achtzig Credits schnell hinter sich lassen zu können. „Und warum sind wir dann in all den Monaten nicht einfach hinspaziert, wenn das Ding quasi in unserem Vorgarten liegt?“

„Weil die Geografie von Naboo an dieser Stelle wie eine unüberwindbare, natürliche Festung aufgebaut ist, Black“, warf Severus mit scharfer Präzision ein. Er hatte die topografischen Datenplättchen studiert. „Sie isoliert uns komplett vom Rest des Berges. Erstens: Das grüne Labyrinth der Lianorm-Sümpfe. Der See liegt mitten drin. Das ist kein Wald für einen Sonntagsspaziergang. Es ist ein mörderisches Dickicht aus knietiefem Schlamm, dichtem Nebel, gigantischen Sumpfbäumen und tückischen Treibsand-Löchern. Ohne die Gungans verirrt man sich nach wenigen hundert Metern. Das ist der einzige Grund, warum dieses … plündernde Gesindel und die Kopfgeldjäger uns bisher nicht entdeckt haben. Ihre Repulsor-Fahrzeuge bleiben im Schlamm stecken, und die Feuchtigkeit frisst ihre Elektronik. Wir und unsere Häuser sind dort unten absolut sicher und unsichtbar.“

„Und das zweite Problem ist die vertikale Barriere“, fügte Ahsoka hinzu und deutete aus dem Fenster auf die majestätischen, steilen Klippen der Gallo-Berge, die direkt hinter dem Sumpf wie eine gigantische Steinmauer in den Himmel ragten. „Der Tempel liegt hoch oben auf den Gipfeln. Man kann nicht einfach mit dem Raumschiff hochfliegen, Sirius. Da oben treibt sich das ganze Pack an Schrotthändlern, Scavengers und zwielichtigen Elementen der Unterwelt herum. Wenn sie ein Schiff landen sehen, schießen sie es ab, noch bevor die Triebwerke abkühlen. Sie interessieren sich nicht für den Sumpf oder die Natur hier unten – es gibt hier keine Schiffsfriedhöfe oder Technik zu holen. Aber da oben nisten sie. Und genau dort müssen wir hin. Zu Fuß, durch die Schlucht, gut getarnt.“

„Wir müssen uns stundenlang durch dorniges Dickicht nach oben kämpfen und steile Felswände überwinden“, murmelte Remus nachdenklich und strich dem kleinen Sever über den Kopf, der zustimmend leise knurrte, was Remus dank des Zaubers sofort verstand. „Und die Gungans haben mich gewarnt: In den oberen Klippen nisten die Echsen-Gargoyles. Steinige, fliegende Raubtiere. Sie greifen alles an, was Lärm macht.“

„Dann machen wir eben keinen Lärm“, sagte Sirius mit einem wilden, abenteuerlustigen Funkeln in den grauen Augen, das er seit den alten Erden-Tagen nicht mehr gehabt hatte. Er griff nach seinem Zauberstab. „Wir haben Magie, wir haben die Macht, und wir haben Kreachers neue Ausrüstung. Wenn dort oben die Antworten auf Remus' Mond-Rätsel und Severus' Macht-Tränke liegen, dann hält uns diese Wand nicht auf.“

Leeka schnaubte leise an Severus’ Seite, die Arme verschränkt. „Das Gesindel da oben schießt erst und fragt nie, großer Mann. Ihr solltet eure Stöcke bereithalten.“

Severus warf seiner Schülerin einen kurzen, fast amüsierten Blick zu. „Ein weiser Rat von einem Straßenkind, Black. Du solltest ihn beherzigen.“ Er sah zu Ahsoka und Harry. „Wir brechen morgen im Morgengrauen auf. Harry und Ahsoka führen uns durch den Sumpf, den wir inzwischen gut kennen. Wenn es hart auf hart kommt, können wir uns im Nebel verstecken. Aber wenn wir die Schlucht erreichen … wird es schmutzig.“

„Wir sind bereit, Onkel Sev'rus“, sagte Harry fest und legte eine Hand auf seine Padawan-Ausrüstung.

Kreacher trat noch einmal vor, ein stolzes Grinsen auf dem faltigen Gesicht. „Kreacher hat auch Tarnnetze besorgt! Unsichtbar für die Augen der Plünderer! Die Familie wird siegen, oh ja!“

Der Entschluss war gefasst. Der friedliche Alltag am Paonga-See würde morgen enden, und die Brücke zu den uralten Geheimnissen der Jedi wartete hoch oben in den rauen, stürmischen Klippen der Gallo-Berge.

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