Das Echo der Gallo-Berge
Das Echo der Gallo-Berge
Sorry dass das Kapitel jetzt erst kommt, ich war mit meinen Kollegen bei Schlag das Team und danach waren wir noch was essen. Daher bekommt ihr das nächste Kapitel jetzt. LG wif
Anmerkungen: Kursiv sind Gedanken oder auch flüstern
* * ══╣▷ * * ══╣▷ * * ══╣▷ * * ══╣▷ * * ══╣▷ * * ══╣▷
Kapitel 6: Das Echo der Gallo-Berge
Der Nebel über den Lianorm-Sümpfen brütete tief und träge, ein violett-grauer Schleier, der jede Kontur verschluckte. Obwohl Remus Lupin als offizieller Hüter und Wächter dieser Region fast jeden versteckten Pfad kannte, blieb der Weg durch das mörderische Schlamm-Labyrinth beschwerlich. Der Boden unter ihren Stiefeln gab mit einem hungrigen Glucksen nach, und die feuchte Luft kroch schwer in die Lungen.
Besonders für die Jüngsten war der Marsch eine Tortur. Der kleine Shistavanen-Welpe Sever – ein Wolfsmensch im Körper eines etwa sechsjährigen Erdenkindes – versank bis zu den Knien im Schlamm. Er wimmerte leise und klammerte sich fest an den Saum von Remus' Umhang. Remus bückte sich geduldig, hob sein Mündel hoch und setzte den pelzigen Jungen auf seine starken Schultern. Er hatte Sever vor Kurzem schwer verletzt allein im Wald gefunden; ihn jetzt bei Kreacher am See zurückzulassen, hatte er nicht übers Herz gebracht.
Ein Stück weiter vorn stapfte Leeka stur vorwärts. Das etwa neun Jahre alte Mirialaner-Mädchen, das Severus Snape einst schmutzig und misstrauisch auf dem Markt von Theed aufgelesen hatte, weigerte sich strikt, Jammerlaute von sich zu geben. Ihre grünen Wangen waren gerötet, und ihre dunklen Augen blitzten grimmig, als sie ihre kleinen Stiefel trotzig aus dem Schlamm riss.
Severus beobachtete seine Schülerin mit einem seltenen, fast unsichtbaren Anflug von Stolz unter seiner kalten Maske. Sie erinnert mich so sehr an Lily , dachte er schwer. Dieser ungebeugte Wille. Er straffte die Schultern, während sein schwarzer Umhang im Sumpfwind flatterte. Ich muss die Geheimnisse dieses Gallo-Tempels entschlüsseln. Ich will die Macht verstehen – nicht für billige Zaubertricks, sondern um die magischen Signaturen der Naboo-Flora mit dem lebendigen Energiefeld dieser Galaxis zu verschmelzen. Nur so kann ich Elixiere brauen, die meine Schülerin und diese Familie für immer schützen . Als Lilys eingesetzter Patenonkel empfand er dieselbe schützende, unerschütterliche Pflicht für Harry wie die beiden Rumtreiber – auch wenn sie sich in dieser neuen Welt erst zusammenraufen mussten.
Ganz hinten fluchte Sirius Black leise, als er einem besonders tiefen Schlammloch entkam. „Verfluchter Naboo-Dreck. Zum Glück ist Kreacher zu Hause geblieben, um die Steinhäuser abzusichern. Wenn der alte Elf sehen würde, wie wir unseren Hausrat einsauen, würde er uns mit dem Kochlöffel jagen.“
„Kreacher sichert das Lager perfekt, Tatze“, murmelte Remus, während er Severs kleine Beine auf seinen Schultern festhielt. Seine Augen wanderten besorgt zum Himmel, wo dichte Wolken die drei Monde verbargen. Die Monde …, dachte er. Seit Harry und Ahsoka sie vor einem halben Jahr aus ihrer seelischen Agonie auf der Erde gerettet hatten, war alles anders. Die magische Welt hatte Harry nach jener Nacht im Leuchtturm für tot erklärt, und sie, seine Paten, waren daran fast zerbrochen. Erst die reaktivierte Erbschaftskiste – geschickt von den Gringotts-Kobolden über die kosmischen Verbindungen der Ugnaughts – hatte Harry an seinem 14. Geburtstag die Wahrheit offenbart. Er war zurückgekehrt und hatte sie geholt, nachdem er Voldemort und die Horkruxe längst vernichtet hatte.
Nur alle einhundertfünfzig Jahre stehen die Monde hier perfekt im Zenit , überlegte Remus. Das letzte Mal war vor drei Jahren, als Harry nach Naboo kam. Seit wir vor sechs Monaten hier gelandet sind, schläft der Wolf in mir. Ist es eine Heilung oder nur ein Aufschub? Wenn dieses Jedi-Archiv die Chroniken hütet, finde ich vielleicht den astronomischen Schlüssel zu meinem Fluch.
Ahsoka Tano bewegte sich fast schwerelos an der Spitze der Gruppe, ihre Lekku zuckten leicht. Neben ihr ging Harry. Mit vierzehn Jahren spiegelten die Bewegungen des Jungen das jahrelange Training mit der ehemaligen Jedi wider. Unter seinem Umhang verborgen lag einzig sein Lichtschwert an seinem Gürtel.
„Du spürst es auch, oder, Meisterin?“ , flüsterte Harry, die Stimme gedämpft. Er blickte zu Ahsoka, während er instinktiv seine Hand auf den Griff seines Lichtschwerts legte. „Es ist kein normales Rauschen in der Macht. Es… es zieht.“
Ahsoka nickte langsam, ihre Augen blieben auf den dichten Nebel vor ihnen gerichtet. „Ja, Harry. Es ist ein uraltes Echo. Geduldig, aber fordernd. Jemand – oder etwas – hat diesen Tempel reaktiviert.“
Severus Snape straffte ein paar Schritte dahinter die Schultern. Obwohl der Zaubertrankmeister die Macht bei Weitem nicht so fühlte wie die Jedi-Meisterin und ihr Schüler, entging seiner feinen alchemistischen Wahrnehmung nicht, dass sich das energetische Gefüge der Naboo-Pflanzen drastisch veränderte. Es liegt eine unnatürliche Spannung in der Luft , dachte er verbissen. Die Naturkräfte spielen verrückt. Wenn diese Jedi-Archive das enthalten, was ich vermute, werde ich diese fremde Energie endlich entschlüsseln können.
Sirius schwieg nun, doch in seiner Brust zog sich etwas zusammen. Er blickte auf Remus mit dem kleinen Wolfsmenschen Sever, auf Severus und die kleine Mirialanerin Leeka, und auf Harry mit Ahsoka. Alle hatten eine Aufgabe, ein Mündel, jemanden, an den sie ihr Wissen weitergaben. Und ich? , dachte Sirius bitter. Nach nur sechs Monaten in dieser fremden Welt reparierte er Wärmepumpen und schraube an Schrott-Flitzern. Er war der verrückte Onkel, der galaktische Preise nicht verstand. Er war allein, selbst wenn sie zusammen am Tisch saßen.
„Wir sind da. Kinder, bleibt dicht hinter uns“, unterbrach Ahsokas ruhige, feste Stimme seine Gedanken.
Der Sumpf endete abrupt an der nackten, vertikalen Felswand der Gallo-Berge. Der Gallo-Tempel thronte unsichtbar irgendwo dort oben in den Wolken. „Seid wachsam“, warnte Ahsoka. „Das Echo in der Macht wird stärker. Aber wir sind nicht die Einzigen, die davon angelockt wurden.“
Plötzlich detonierte die Stille.
Ein roter Blasterschuss zischte knapp an Sirius' Ohr vorbei. Aus dem dichten Nebel schälten sich zwei Gestalten: ein massiver Trandoschaner-Kopfgeldjäger mit einem schweren Repetierblaster und ein untersetzter, vieräugiger Aqualishaner.
„Fremde am See!“, zischte der Trandoschaner und bleckte die spitzen Zähne. „Die Bosse im Untergrund zahlen gut für eure Köpfe!“
Noch bevor die Gruppe reagieren konnte, ertönte von oben ein markerschütterndes, steinernes Kreischen. Aus den Nischen der Felswand brachen die Echsen-Gargoyles hervor – geflügelte Bestien aus lebendigem, grauem Fels, deren Augen in einem bösartigen Gelb leuchteten. Sie stürzten sich im Sturzflug herab.
„Sirius, jetzt! Beschütze die Kinder!“, rief Remus, setzte Sever blitzschnell am Boden ab und schubste ihn zu Leeka hinter einen dicken Felsbrocken.
Mit einem tiefen, grollenden Knurren verwandelte sich Sirius noch im Sprung. Seine menschliche Gestalt kollabierte, und an ihrer Stelle landete ein riesiger, bärengroßer, pechschwarzer Hund im Schlamm – der Grimm. Mit gefletschten Zähnen stellte er sich schützend vor das Versteck der beiden Kinder, die mit großen, ängstlichen Augen zu ihm aufsahen.
Der Aqualishaner hob seinen Blaster, doch Harry reagierte instinktiv. Ohne eine Waffe zu ziehen, streckte er die rechte Hand aus. Er fokussierte die Macht und stieß sie in einer unsichtbaren, kraftvollen Welle nach vorne. Der Macht-Stoß traf das Handgelenk des Angreifers präzise und riss ihm den Blaster aus dem Griff. Noch während die Waffe in der Luft wirbelte, öffnete Harry die Finger der linken Hand und ging nahtlos in einen Macht-Griff über. Mit einem leisen Wusch flog der Blaster sauber in seine Handfläche. Er fing ihn auf und zielte auf den perplexen Aqualishaner. Ahsoka lächelte mitten im Gefecht stolz, während ihre beiden Lichtschwerter mit einem vertrauten Zisssch zum Leben erwachten. Sie wirbelte herum und parierte eine mörderische Salve des Trandoschaners.
Von oben stürzten drei Gargoyles gleichzeitig herab, um Severus und Remus zu zerfetzen.
„Incarcerus!“, rief Severus scharf. Dicke, seilartige Fesseln schossen aus seinem Zauberstab und wickelten sich um die Flügel der ersten Bestie, die ungebremst in den Boden krachte. „Arresto Momentum!“, setzte Severus sofort nach, wodurch der zweite Gargoyle in seinen Bewegungen extrem verlangsamt wurde.
Der dritte Gargoyle stieß jedoch ungehindert von hinten auf Severus herab.
„Protego Duo!“, rief Remus lautstark. Eine mächtige, intensiv schimmernde magische Kuppel dehnte sich über der Gruppe und den Kindern aus. Der Gargoyle prallte mit einem lauten, metallischen Klatschen an der Barriere ab und taumelte rückwärts.
Das war Sirius’ Chance. Der schwarze Grimm brach aus dem Schatten der Schutzkuppel hervor, verbiss sich mit unbändiger Kraft im steinernen Flügel des taumelnden Gargoyles und schleuderte die Kreatur gegen die Felswand, wo sie in reglose Steinstücke zerbrach.
Der Trandoschaner erkannte die Übermacht. „Rückzug!“, grollte er, packte den entwaffneten Aqualischen und beide flohen tiefer in das unwegsame Sumpfdickicht, während die restlichen Gargoyles kreischend in den Höhen der Klippen verschwanden.
Sirius verwandelte sich zurück in den Menschen, schüttelte sich den Dreck aus dem Haar und grinste dreckig zu den Kindern hinab. Sever starrte ihn voller Ehrfurcht an und jaulte ein kleines, begeistertes Shistavanen-Bellen, während Leeka mürrisch, aber erleichtert die Arme verschränkte.
„Der Weg nach oben ist frei“, sagte Ahsoka und deaktivierte ihre Schwerter.
Der Aufstieg dauerte Stunden, doch mit Remus' Führung und Sirius, der den müden Sever ein Stück trug, erreichten sie schließlich das Hochplateau. Vor ihnen erhoben sich die Ruinen des Gallo-Tempels. Im Zentrum der Ruine klaffte ein tiefer, dunkler Eingang, der in die unterirdischen Archive führte. Eine seltsame, pulsierende Aura ging von diesem Ort aus – ein Summen, das in Harrys Brust widerhallte.
„Hier drinnen ist etwas“ , flüsterte Harry. „Es wartet auf uns.“
Sie betraten die Archive. Staub tanzte im fahlen Licht. Severus steuerte sofort auf eine Sektion zu, deren Regale mit Glyphen über Naboo-Alchemie und Energiebündelung verziert waren. Seine Finger strichen fast ehrfürchtig über den kalten Stein. „Faszinierend … Die Jedi haben die Lebensenergie der Pflanzen nicht nur studiert, sie haben sie kanalisiert. Das wird die Basis für ein völlig neues Brauverfahren.“ Leeka trat schweigend an seine Seite und beobachtete ihn aufmerksam.
Remus hingegen fand eine Sternenkarte, die die Umlaufbahnen der drei Monde von Naboo über Jahrtausende hinweg darstellte. „Seht euch das an … Es ist tatsächlich die Frequenz des Lichts. Wenn alle drei Monde voll sind, kreuzen sich die Gravitationswellen und manipulieren die atmosphärische Magie. Deshalb reagiert mein innerer Wolf nur auf diese spezifische Konstellation. Es ist eine Resonanz der Himmelskörper.“
Während die anderen die Archive untersuchten, spürte Sirius ein seltsames Kratzen hinter einer umgestürzten Säule. Er zog seinen Zauberstab und trat vorsichtig näher. „Wer ist da? Komm raus.“
Ein winziges, schluchzendes Geräusch war die Antwort. Sirius bückte sich und schob ein paar Trümmerteile beiseite.
Dort kauerte ein kleines, verängstigtes Wesen – nicht größer als Sirius’ Unterarm. Seine runden, knopfartigen Augen starrten Sirius voller Todesangst an, und seine winzigen Hände umklammerten verzweifelt einen modifizierten Frequenzmodulator. Das Wesen zitterte, seine Kleidung war voller Ruß.
Sirius erstarrte. Er hatte absolut keine Ahnung, welcher galaktischen Spezies dieses Miniatur-Wesen angehörte, und noch weniger wusste er, ob er hier ein außerirdisches Kind oder einen winzigen Erwachsenen vor sich hatte. Sie waren einfach erst seit einem halben Jahr auf Naboo, als dass Sirius das unüberschaubare Kaleidoskop an Alien-Rassen im Kopf gehabt hätte. Doch als er die winzigen Werkzeuge sah, die aus den Taschen des kleinen Kerls ragten, und das mechanische Genie, das in dem improvisierten Modulator steckte, setzte sein Herz für einen Moment aus.
„Hey… ganz ruhig, Kleiner“, sagte Sirius, und seine Stimme wurde ungewohnt sanft. Er steckte den Zauberstab weg und hielt dem Wesen die offene Handfläche hin. „Ich tue dir nichts. Wie heißt du? Und was machst du hier oben ganz allein?“
Das kleine Wesen blinzelte, schniefte laut und sah von Sirius’ Hand zu seinem Gesicht. In einer schnellen, abgehackten und unglaublich hohen Stimme plapperte es los: „Gaff! Ich Gaff! Große Echsen kommen, bumm-bumm, Schiff kaputt, ich hier verstecken! Du kein Echse. Du riechst nach… Werkstattöl und nassem Hund?“
Sirius starrte den kleinen Kerl an. Dann entwich ihm ein tiefes, ehrliches Lachen, das durch die alten Hallen des Tempels hallte. Er sah den Modulator in den Händen des Fremden – die Modifikationen waren unkonventionell, fast schon genial unlogisch, genau so, wie Sirius seine Magie mit Technik verband. Ich habe keine Ahnung, was du bist , dachte Sirius und spürte eine plötzliche, tiefe Wärme in seiner Brust. Ob Kind oder winziger Mann, du bist ein verdammt genialer Schrauber. Und du bist ganz allein hier oben. Genau wie ich.
„Weißt du was, Gaff?“, sagte Sirius und grinste breit, während er sich hinkniete, damit er auf Augenhöhe mit dem winzigen Wesen war. „Ich habe eine Werkstatt am See. Jede Menge Schrott, Droidenteile und Wärmepumpen, die darauf warten, modifiziert zu werden. Und ich könnte verdammt noch mal jemanden gebrauchen, der versteht, wie man aus Schrott Gold macht. Was hältst du davon, wenn du mein Schüler wirst?“
Gaff legte den Kopf schief, die großen Augen wurden noch runder. Er betrachtete Sirius intensiv, dann krabbelte er mit erstaunlicher Geschwindigkeit auf Sirius’ Handfläche, kletterte seinen Ärmel hoch und setzte sich triumphierend auf Sirius’ Schulter, wo er neugierig an dessen Haaren zog. „Wir machen bumm-bumm mit Schrott? Großer Hund-Mann zeigt Gaff magische Tricks?“
„Jede Menge magische Tricks, Kleiner“, erwiderte Sirius, und zum ersten Mal seit Jahren fühlte er sich wieder vollkommen vollständig. Er blickte zu Sever und Leeka herüber, die neugierig nähergekommen waren. Nun hatte auch er jemanden, den er anleiten konnte.
„Sirius! Harry! Kommt her!“, rief Ahsokas Stimme plötzlich aus dem hinteren Teil des Archivs, dringlicher und lauter als zuvor. „Ich habe den Ursprung des Rufs gefunden. Das ist kein normales Relikt … Ganz und gar nicht.“
Die Gruppe eilte tiefer in die staubige Schwärze des Archivs, vorbei an zerfallenen Regalen, bis sie eine kreisrunde Kammer erreichten. Gaff klammerte sich aufgeregt an Sirius' Kragen, während Sever neugierig unter Remus' Arm hindurchluste. Leeka blieb wie gewohnt dicht an Severus' Seite, die Hand heimlich am Griff ihres kleinen Dolches.
In der Mitte der Kammer thronte auf einem steinernen Podest kein gewöhnliches Holocron. Es war eine kunstvolle, pyramidenförmige Schatulle aus einer Legierung, die es in dieser Galaxis eigentlich nicht geben durfte – geschmiedet aus Beskar und verziert mit feinen, eingravierten Runen, die im fahlen Licht schwach bläulich pulsierten.
„Das … das ist unmöglich“ , flüsterte Severus, und seine dunklen Augen weiteten sich. Er trat einen Schritt näher. „Diese Gravuren … das ist kein Alt-Galaktisch. Das sind Bindungsrunen. Nordische Schutzmagie aus unserer Heimatwelt.“
Ahsoka hob abwehrend die Hand, als Harry unwillkürlich vortreten wollte. „Seid vorsichtig. Die Macht um dieses Objekt ist hochkonzentriert, aber sie fühlt sich nicht feindselig an. Sie ist … konserviert. Wie eine Kapsel, die Jahrtausende überdauert hat.“
Harry starrte die Schatulle an. Das Ziehen in seiner Brust war nun so stark, dass er das rhythmische Pulsieren des Objekts physisch spüren konnte. „Sie schläft nicht mehr, Meisterin. Seit wir Naboo betreten haben und Magie an diesen Ort brachten, ist sie aufgewacht. Sie hat auf uns gewartet.“
Mit einer langsamen, fast ehrfürchtigen Bewegung streckte Harry die Hand aus. Er vertraute ganz auf das Gefühl, das Ahsoka ihm beigebracht hatte, ließ die Macht durch seine Fingerspitzen fließen und berührte die kalte Oberfläche des Metalls.
Doch es geschah nichts. Die Schatulle blieb verschlossen. Harry blinzelte verwirrt und sah zu seiner Meisterin auf.
Plötzlich spürte Severus ein seltsames, unwiderstehliches Ziehen in seiner Brust. Es war, als würde die Magie in seinem eigenen Blut nach der Schatulle verlangen. Er trat unwillkürlich vor, von einer unsichtbaren Kraft angezogen. Mit finsterer Entschlossenheit streckte er die Hand aus und berührte das Artefakt direkt neben Harrys Fingern. Wieder geschah nichts – außer, dass die bläulichen Runen ein wenig heller aufleuchteten.
Nun ergriff dasselbe mächtige Ziehen auch Remus. Seine Augen weiteten sich, als er spürte, wie die atmosphärische Energie des Tempels nach ihm griff. Schritt für Schritt trat er an das Podest heran, legte seine Hand flach auf den kalten Stein und schloss die Augen. Das Artefakt pulsierte heftiger, das Licht wurde noch ein Stück intensiver, aber der Mechanismus rührte sich nicht.
Zuletzt spürte Sirius den gewaltigen Ruck in seiner Seele. Das Artefakt verlangte nach dem letzten Puzzleteil. Der kleine Gaff auf Sirius' Schulter spürte die knisternde Energie, quietschte voller Panik auf und flüchtete mit einem weiten Satz hinüber zu Leeka. Das Mirialaner-Mädchen fing den zitternden Mini-Mechaniker überrascht auf, während dieser sein Gesicht panisch in ihrem Umhang vergrub.
Sirius trat allein vor das Podest. Er sah Harry, Severus und Remus an, die alle mit dem Artefakt verbunden waren. Er atmete tief durch, streckte die Hand aus und umfasste die Spitze der Pyramide.
In dem Moment, als sich der Kreis der drei Patenonkels und ihres Mündels schloss, flutete ein gleißendes, saphirblaues Licht augenblicklich die gesamte Kammer. Mit einem lauten, melodischen Klacken begannen die Runen auf der Schatulle zu rotieren, und mit einem zischenden Entweichen von Luft öffnete sich der Mechanismus. Im Inneren der Schatulle lag ein perfekt geschliffener, handgroßer Kristall, der im reinen Weiß eines Kyber-Kristalls glühte, jedoch von feinen, goldenen Adern durchzogen war. Daneben lag eine uralte Pergamentrolle.
Remus entrollte das Papier mit zitternden Fingerspitzen. „Es ist eine Chronik“, raunte er. „Magier aus unserer Welt strandeten vor Jahrtausenden hier und bauten mit den Jedi diesen Tempel. Sie schufen dieses Auge der Resonanz, um Magie und Macht zu verbinden. Und … sie nutzten es, um die atmosphärische Magie während der dreifachen Vollmond-Konstellation zu bündeln. Remus, das ist der Schlüssel zu deinem Wolf! Und Severus, dieser Kristall stabilisiert die Schwingungen der Naboo-Flora – das ist das Fundament für deine Alchemie!“
Harry nahm den Kristall vorsichtig heraus, und das drückende Ziehen in der Macht wich einer tiefen, harmonischen Ruhe. Der Ruf war beantwortet.
„Wir haben, was wir gesucht haben“, sagte Sirius erschöpft, aber mit einem stolzen Grinsen.
Die Truppe packte die Funde sicher ein und trat den beschwerlichen Rückweg durch die Lianorm-Sümpfe an. Auf halber Strecke war der kleine außerirdische Wichtel wieder auf Sirius' Schulter geklettert und plapperte ununterbrochen in seiner piepsigen, schnellen Stimme: „Gaff! Ich Gaff! Schiff kaputt, bumm-bumm!“
Harry hörte genau hin, und plötzlich entwich ihm ein breites Schmunzeln. Er blickte zu seinem Patenonkel. „Weißt du eigentlich, Tatze, was sein Name in der Muggelwelt bedeutet? Gaffer-Tape – oder einfach Gaff – ist das stärkste Klebeband der Menschen. Es hält absolut alles zusammen, egal wie kaputt es ist.“
Sirius starrte Harry kurz verbläfft an. Dann blickte er zu dem winzigen Wesen auf seiner Schulter, das ihn mit großen Knopfaugen musterte, und ein tiefes, ehrliches Lachen schallte durch den Sumpf. „Gaff, was? Das stärkste Klebeband der Welt? Das passt perfekt zu einem genialen Schrauber. Der Name bleibt, Kleiner!“
Gaff schien die positive Energie zu spüren, klopfte triumphierend auf Sirius' Kopf und piepste: „Gaff! Großer Hund-Mann und Gaff machen bumm-bumm!“
Als sie im Morgengrauen erschöpft, aber glücklich den Paonga-See und ihre magisch vergrößerten Steinhäuser erreichten, spürten sie alle, dass sie endlich eine unzertrennliche Familie geworden waren. Doch sie ahnten noch nicht, welche Kreise ihre bloße Existenz in der Galaxis bereits gezogen hatte. Denn während sie in den Bergen geforscht hatten, war Kreacher am See keineswegs untätig geblieben. Ihr rasant wachsendes Handelsnetzwerk, die triumphalen geschäftlichen Erfolge des Hauselfen und das frisch gewonnene Vertrauen des lokalen Herrschers von Theed hatten im Untergrund längst schlafende Hunde geweckt. Die Neider formierten sich bereits im Schatten…
Was diese Neider und kriminellen Banden jedoch nicht ahnten, war, auf welch eisernen Widerstand sie am See stoßen würden. Kreacher hatte schon vor Wochen auf seinem Datapad die offiziellen Angebote für fabrikneue Verstärkerpylonen aus Durastahl studiert. Die galaktischen Händler wollten astronomische Summen dafür – ein absoluter Affront gegen Kreachers penible Finanzplanung.
Anstatt das gute Gold der Blacks zu verschwenden, war der Hauself kurzerhand zu den Ugnaughts gezogen. Mit einer Kombination aus Einschüchterung und geschäftlichem Geschick hatte er ihnen mehrere gebrauchte, beschädigte Pylonen für einen Spottpreis abgeknöpft. Zusammen mit Sirius hatte er die Dinger in der Werkstatt generalüberholt, mit Hauselfen-Magie modifiziert und bereits unbemerkt rund um den See im Schlamm installiert.
Das Geniale daran: Die Pylonen waren durch magische Desillusionierungszauber für das bloße Auge und galaktische Scanner vollkommen unsichtbar. Für jeden Spion, Kopfgeldjäger oder Kriminellen, der sich dem Paonga-See näherte, sah das gesamte Areal aus wie unberührte, friedliche Natur und mörderischer Sumpf. Niemand konnte ahnen, dass sich hinter der Illusion eine uneinnehmbare, hochmoderne Festung verbarg, die von einem Hauselfen bewacht wurde, der bereit war, jeden Eindringling bis auf die Unterhose auszuziehen.
Mit dem Auge der Resonanz in Harrys Tasche und Kreachers unsichtbarem Schutzwall am See war die Gruppe bereit für das, was kommen sollte.
* * ══╣▷ * * ══╣▷ * * ══╣▷ * * ══╣▷ * * ══╣▷ * * ══╣▷