Freunde aus Metall, Feinde aus Gold
Freunde aus Metall, Feinde aus Gold
Kapitel 7: Freunde aus Metall, Feinde aus Gold
Das schrille, fast metallische Surren einer Naboo-Libelle schnitt durch die kühle Morgenluft des Paonga-Sees. Sie schoss im Zickzack über das spiegelglatte Wasser, hielt für einen Sekundenbruchteil zitternd inne – und wurde mit einem nassen, heftigen Klatsch von der klebrigen Zunge eines massiven Schlammfrosches aus der Luft gepflückt. Das Tier landete mit einem schweren Plumpsen wieder im seichten Uferwasser, stieß ein tiefes, vibrierendes Quaken aus und tat so, als wäre nichts gewesen.
Dieses dumpfe Naturgeräusch ging jedoch augenblicklich im aggressiven, mechanischen Heulen von Sirius’ modifiziertem Flitzer unter. Mit einem kreischenden Bremsmanöver, das feine Wassertropfen über die Steinterrasse schleuderte, kam das schwere Gefährt zum Stehen. Das Triebwerk spuckte ein leichtes, zischendes Heißluftkissen aus, bevor es mit einem ratternden Husten erstarb.
Sirius stieg als Erster aus, fluchte leise über den Sumpfschlamm, der getrocknet wie Zement an seinen Waden klebte, und strich sich die wilden Haare aus der Stirn. „Nächstes Mal fliegen wir höher, Moony. Mein linker Stiefel fühlt sich an wie ein Moorbeet.“
Remus Lupin lachte leise, während er sich mühsam aus dem Sitz hievte und sich den Rücken hielt. „Sei froh, dass der Schlamm nur an deinen Stiefeln klebt, Tatze. Sever hat mir die halbe Strecke über in das Ohr gejault, weil das Triebwerk zu laut war.“ Er blickte dankbar auf die sauberen Stufen des Hauses. Der kleine Wolfswelpe war sofort an ihm vorbeigeschlüpft und in Richtung seiner geliebten Waldhütte am Wasserfall geflohen, um sich dort vom Lärm der Maschine zu erholen.
Kreacher erwartete sie bereits auf der Terrasse. Die Arme hinter dem Rücken verschränkt, die Nase so hoch erhoben, dass seine Fledermausohren leicht nach hinten klappten. Seine riesigen, glubschigen Augen verengten sich zu Schlitzen, als er die schlammigen Spuren sah. Er stand da wie eine eiserne Festung, die Arme verschränkt, und sah sie an, als wären sie eine Horde ungezogener Erstklässler.
„Die feinen Herrschaften kehren also heim“, krächzte der Elf, und seine Stimme triefte vor purer Missbilligung. „Meister Sirius und Meister Remus haben beschlossen, die mühsam geschrubbten Steine in eine Gungan-Kloake zu verwandeln. Kreacher verbringt Tage damit, die von Meister Sirius reparierten Verstärkerpylonen im Schlamm zu vergraben, sie mit Meister Severus' Logik abzustimmen und mit Elfenmagie so zu desillusionieren, dass uns kein imperialer Scanner der Galaxis findet. Wir haben die Festung komplett unsichtbar gemacht, damit alle denken, hier sei nur Natur – und die Herrschaften tragen den Sumpf freiwillig auf die frisch geschrubbten Steine.“
Sirius grinste schmutzig, während er sich den Dreck vom Knie klopfte. „Lass gut sein, Kreacher. Die Dinger laufen nach der Reparatur wie eine Eins. Die Pylonen stehen bombenfest, das haben wir auf dem Rückweg gemerkt. Kein Scanner hat uns erfasst.“
„Kreacher hat die Pylonen nicht zum Vergnügen im Sumpf installiert, Meister Sirius“, erwiderte der Elf mit einem stolzen, ehrlichen Nicken seiner großen Fledermausohren. Er sah zu Harry und Ahsoka auf, und in seinem Blick lag die absolute Loyalität eines Gefährten, der genau wusste, dass dieser Schutzwall am See ihr wichtigstes Gut war. Kreacher war längst der Kopf des gesamten Familienmanagements; er koordinierte ihr Leben, hielt die Fäden zusammen und war verdammt gut in dem, was er tat.
Ahsoka Tano stand etwas abseits, die Arme in den weiten Ärmeln ihres Gewandes verborgen. Ihr Blick lag jedoch nicht auf dem Schlamm, sondern auf Sirius’ Schulter. Dort kauerte immer noch das winzige, rußverschmierte Wesen und krallte die kleinen Vierfinger-Hände panisch in Sirius’ Lederkragen.
„Sirius“, begann Ahsoka mit einer ruhigen, amüsierten Stimme. „Möchtest du der Familie erklären, wen oder was du da aus den Gallo-Bergen abgeschleppt hast?“
Sirius sah an sich herab, spürte das leichte Zittern auf seiner Schulter und klopfte dem kleinen Kerl vorsichtig mit dem Zeigefinger auf den Rücken. „Das ist … tja, ein blinder Passagier. Die Gargoyles hatten sein Schiff in den Klippen zerlegt. Er hat absolut niemanden mehr. Aber der Kleine hat Hände wie ein Uhrmacher, Ahsoka. Er bleibt in meiner Werkstatt.“
Ahsoka trat näher, hielt respektvollen Abstand und neigte den Kopf. „Ein Anzellaner. Und wenn ich nach der Färbung seiner Gesichtshärchen und der Dichte seines Overalls gehe, dürfte er nach den Maßstäben seiner Spezies etwa acht Jahre alt sein.“
„Acht?“, warf Remus ein und runzelte die Stirn. „Ein Kind? Sirius, wir können doch kein Alien-Kleinkind in einer Werkstatt voller rotierender Droiden-Triebe arbeiten lassen!“
„Ein Kind? Von wegen!“, erwiderte Ahsoka mit einem leisen Lachen. „Anzellaner entwickeln sich rasant. Mit zehn Jahren gelten sie in der Galaxis als vollkommen erwachsen. Babu Frik, einer der größten Tech-Meister Kijimis, wurde weit über achtzig Jahre alt. Dieser kleine Kerl hier ist nach unseren Maßstäben ein Teenager. Vielleicht sechzehn Jahre alt bei einem Erdenmenschen. Mitten in der rebellischen Phase, schätze ich.“
Der kleine Wichtel schien zu spüren, dass man an ihm zweifelte. Er ließ Sirius’ Kragen los, plusterte die winzige Brust auf, sodass die Werkzeuge in seinen Taschen metallisch klimperten, und tippte sich energisch gegen die Stirn. „Gaff kein Baby!“, piepste er in einer unglaublich hohen, abgehackten und schnellen Stimme. „Gaff acht Jahre! Großer Schrauber! Nix Windeln! Machen bumm-bumm mit Schrott! Kaputt? Gaff fixen!“
Harry hörte genau hin, und plötzlich entwich ihm ein breites Schmunzeln. Er blickte zu seinem Patenonkel und prustete los. „Gaff? Hat er gerade Gaff gesagt?“ Er sah zu Sirius und grinste breit. „Weißt du eigentlich, was sein Name in der Muggelwelt bedeutet, Tatze? Gaffer-Tape. Oder einfach Gaff. Das ist das stärkste Klebeband, das die Menschen haben. Onkel Vernon hatte Rollen davon in der Garage. Es riecht streng, es klebt wie die Hölle und es hält absolut alles zusammen, egal wie schrottreif es ist. Passt perfekt zu einem halbstarken Mechaniker.“
Sirius starrte Harry kurz verbläfft an, dann wanderte sein Blick zu dem winzigen, empörten Gesicht auf seiner Schulter. Ein lautes, dröhnendes Lachen entfuhr dem Black. Er hielt den Daumen hin, und der kleine Anzellaner schlug prompt mit seiner winzigen Handfläche dagegen. Ein perfektes High-Five. „Gaff, was? Das stärkste Klebeband der Welt? Das gefällt mir! Der Name bleibt, Kleiner. Morgen zeigen wir diesem Planeten, wie man echten Schrott modifiziert.“
„Bevor du die Werkstatt in Schutt und Asche legst, Black, schlage ich vor, wir befreien unsere Kleidung erst einmal von diesem unausstehlichen Schlamm“, warf Severus mit gewohnter Monotonie ein, hob aber leicht die Braue.
Nach der Rückkehr verteilte sich die Truppe auf die verschiedenen Gebäude, um die Spuren des harten Marsches loszuwerden. Natürlich musste niemand von ihnen die Wildnis des Sumpfes für seine täglichen Bedürfnisse aufsuchen; die Steinhäuser waren mit voll funktionsfähigen, sauberen Toiletten und Waschräumen ausgestattet. Sowohl Sirius als auch Severus hatten beim Bau ihrer Häuser großen Wert auf diese Annehmlichkeiten gelegt. Es waren keine kühlen, metallischen Hochtechnologie-Bäder, wie man sie in den modernen Städten dieser Galaxis fand. Stattdessen bildeten sie eine funktionale Kreuzung aus magischen Haushaltszaubern und praktischen galaktischen Leitungsrohren. Für die Männer war dies ein enormer Fortschritt im Vergleich zu den alten, rein magischen Gewohnheiten auf der Erde.
Sogar Remus Lupin hatte seine rustikale Holzhütte am Wasserfall nicht ohne einen gewissen Komfort gelassen. Neben einer eigenen Toilette besaß seine Unterkunft ein ganz besonderes Prunkstück: Eine tiefe, steinerne Badewanne, die er über verschlungene, magische Runen direkt mit einer heißen, unterirdischen Thermalquelle verbunden hatte. Wenn der Dampf vom heißen Wasser aufstieg, erinnerte das sprudelnde Becken inmitten der wilden Natur fast eins zu eins an das luxuriöse Bad der Vertrauensschüler im fernen Hogwarts.
Ahsoka, die durch ihre Ausbildung im Jedi-Orden an absolute Genügsamkeit gewöhnt war, betrachtete diesen magischen Komfort oft mit einem stillen, amüsierten Kopfschütteln. Für sie war das bereits purer Luxus. Sie und Harry blieben deshalb bei dem, was sie seit drei Jahren gewohnt waren: Sie griffen nach ihren Decken und der milden Seife und reinigten sich am liebsten direkt im klaren, fließenden Wasser des Sees oder am Flussufer, um den Kopf frei zu bekommen und eins mit der Natur zu sein. Das warme Wasser in den großen Zubern des Hauses nutzten die beiden nur in seltenen Ausnahmefällen. Leeka tat es ihrem Meister gleich; sie wusch sich schweigend das Gesicht in Snapes Waschraum, während der kleine Gaff mit verschränkten Ärmeln auf dem trockenen Holzsteg hocken blieb und das tiefe Seewasser argwöhnisch beobachtete, als vermute er eine Falle darin.
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Schlußwort
Hallo Ihr Lieben, das Kapitel mag Euch ziemlich kurz vorkommen. Tatsächlich war es aber so lang das ich es in Kapitel 7, 7a und 7b geteilt habe.