Prolog
Prolog
„Und du glaubst wirklich, dass das die richtige Entscheidung ist?“, fragt der weiße Kater zweifelnd. „Du hast doch gesehen, was aus meinem Clan geworden ist, sie sind keine ehrbaren Krieger mehr und glauben an die falschen Ahnen. Wir müssen etwas dagegen tun“, meint die schwarze Kätzin verzweifelt. „Genau deshalb würde ich einfach nichts machen, wir können sie nicht wieder zu dem machen, was sie einmal waren und außerdem wissen wir doch auch nicht wie es um die anderen Clans steht, vielleicht existieren sie auch nicht mehr, seitdem sich die Clans gespalten haben können die Ahnen der verschiedenen Clans sich schließlich auch nicht mehr gegenseitig erreichen und welcher Katze sollten wir im Traum erscheinen, etwa diesem falschen Seher oder gleich dem blutrünstigen Anführer?“, fragt der Kater mit einem scharfen Unterton in der Stimme. „Du willst also einfach aufgeben?!“, faucht die Kätzin. „Bald wirst auch du ins Nichts verschwinden, genauso wie so viele unserer Gefährten! Wir können sie vielleicht nicht im Traum erreichen, aber vielleicht kann jemand durch einen der Teiche runtertauchen, durch die wir sonst den Clan beobachten, das haben doch schon mehrere Katzen gemacht…“
Die schwarze Kätzin hat ihre Überlegungen noch nicht beendet, da steht eine schildpattfarbene Kätzin, die den Streit aus einiger Entfernung beobachtet hat, auf und läuft zu ihnen. „Ich werde das machen“, erklärt die Kätzin entschlossen und als die streitenden sie fragend anblicken, erklärt sie. „Ich werde dort runtertauchen.“ Die schwarze Kätzin schaut sie weiterhin besorgt an und wendet ein: „Aber du könntest auf dem Weg einfach verschwinden und selbst wenn du ankommst, heißt es nicht, dass du am richtigen Ort ankommst oder du überhaupt von den anderen Katzen gesehen, geschweige denn gehört wirst.“ Die Schildpattkätzin neigt ihren Kopf, aber antwortet mit fester Entschlossenheit: „Wenn ich den Schattenclan so retten kann, werde ich es tun, koste es was es wolle.“ Die schwarze Kätzin hält ihrem Blick einige Herzschläge besorgt stand, erklärt dann aber resigniert: „Nun gut, so sei es. Dann werden wir hier im Sternenclan versuchen, ob wir nicht doch eine Katze erreichen können, die uns glaubt. Ich kann nämlich auch nicht weiterhin tatenlos zusehen, wie von Sonne zu Sonne mehr Katzen vergessen werden und für immer verschwinden.“
Einige Zeit später haben sich alle verbliebenden Sternenclankatzen, um von der schildpattfarbenen Kätzin, die vor einem tiefen Teich steht und entschlossen hineinstarrt, viel Glück zu wünschen, versammelt. Dann watet die Kätzin langsam in den Teich und als sie an einer relativ tiefen Stelle angekommen ist, holt sie noch ein letztes Mal tief Luft und taucht ab. Sie hört nur noch eine geflüsterte Prophezeiung: „Der Himmel wird das Blut zerstören und nur Schatten und Sterne lassen.“ Dann wird alles schwarz.