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Vogelblut

Blut Und Schatten — www.fanfiktion.de · All chapters

Vogelblut

Vogelblut wacht auf, als eine neue Sonne anbricht. Verschlafen streckt sie sich erst in ihrem Bau und läuft dann hinaus, wo Stock schon auf sie wartet, dem sie befiehlt, ihren Bau zu putzen, was in ihr immer noch ein seltsames Gefühl hervorruft, das sie aber einfach verdrängt, weil es für Mörder normal sein sollte Jägern etwas zu befehlen.

Sie geht aus dem Lager und schlägt schon den Weg zum Fluss ein, als ihre Erinnerungen an ihrem unfairen Kampf gegen Himmel wieder hervorbrechen, deshalb entscheidet sie sich um und schlendert zu einem verlassenen Zweibeinernest, von denen es viele in dem Schattenblutteretorium gibt, die aber fast alle schon sehr zerfallen sind, aber das wo sie jetzt hinläuft, ist am besten erhalten, sogar etwas von diesem Seltsamen, niemals schmelzenden Zweibeinereis ist noch in einigen Löchern der Wände.

Während sie so durch den Wald wandert, kommen wieder Schuldgefühle in ihr hoch, die sie seit ungefähr einen halben Mond plagen, von denen sie aber niemanden erzählt, den Mördern stört es nicht Jäger zu quälen, ja sie mögen es sogar… Ich wünschte ich hätte Himmel helfen können, ich wünschte ich hätte sie einfach nicht angegriffen und mich Blitzzahns Befehl widersetzt, aber vielleicht hat mein Bruder auch einfach recht und ich bin viel zu schwach für eine Mörderin, vielleicht wäre es besser gewesen, wäre er Mörder geworden…

In Gedanken versunken läuft sie durch den Wald, bis ihr plötzlich ein eiskalter Schauer über den Rücken läuft, sodass sich ihre Nackenhaare sträuben und sie instinktiv ihre Krallen ausfährt und angriffsbereit herumfährt, weil sie das Gefühl hat, beobachtet zu werden, und knurrt: „Wer bist du?! Komm sofort raus!“

Aufeinmal hört sie eine Stimme leise maunzen, die scheinbar von überall und nirgends kommt: „Du bist nicht schwach, vertrau auf deinen Instinkt.“

Dann verstummt die Stimme wieder und mit ihr verschwindet auch das Gefühl beobachtet zu werden. Was war das? Werde ich schon so paranoid, dass ich mir Stimmen einbilde? So sehr sich Vogelblut auch konzentriert, sie hört kein Geräusch mehr, außer das Rauschen der Blätter im Wind, das Vogelgezwitscher und das leise Trippeln von Mäusen im Unterholz und auch als sie sich überall umschaut und die Luft prüft, kann sie keine fremde Katze entdecken, sodass sie das Gefühl und die Stimme als Sinnestäuschung abtut und wieder zurück zum Lager läuft.

Als sie dort angekommen ist, merkt sie sofort das etwas seltsam ist und als sie auf die Lichtung kommt, sieht sie auch was, denn ihr Bruder steht auf dem Versammlungsfelsen und beruft eine Versammlung ein. Was macht Blitzzahn da, es dürfen doch nur Blutschatten und Blatttraum Versammlungen einberufen und letzterer nur in besonderen Fällen… oder ist etwas mit ihnen passiert? Bei dem Gedanken, dass Blutschatten etwas schlimmes passiert sein könnte, sträubt sich Vogelbluts Fell, denn er ist immer noch ihr Vater.