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Blatttraum

Blut Und Schatten — www.fanfiktion.de · All chapters

Blatttraum

Nein, nein, nein! Wie könnte das passieren…? Jetzt wird Himmel unsere Gruppe zerstören… Unruhig läuft Blatttraum in seinem Bau hin und her und wartete nervös darauf, dass Himmel gefunden und zurückgebracht wird, doch selbst als alle Katzen wieder im Lager zurück sind läuft Blatttraum hoffnungsvoll aus seinem Bau raus, doch niemand hat die Jägerin gesehen, geschweige denn mitgebracht, sodass Blatttraums Hoffnung zerbricht.

Auch Blutschatten ist nicht begeistert von dem Ergebnis der Suchtrupps, sodass er ungehalten faucht und nach seinen Jägern schlägt, die sich außer einem ängstlichen Blick nichts anmerken lassen, obwohl sie schon einige blutige Kratzer abbekommen haben.

Blatttraum zieht sich wieder in seinen Bau zurück, damit ihm niemand seine Verzweiflung ansehen kann. Ohne es zu wollen, schläft er nach ein und findet sich nach einigen Atemzügen in einem dunklen Wald wieder, der ihm nur allzu vertraut ist, aber zum ersten Mal in seinem Leben hat er panische Angst an diesem Ort. Oh nein, sicher bestrafen die Dunkelclankatzen mich nun für den Verlust von Himmel… Aber ich kann es ihnen nicht verdenken, schließlich ist es meine Schuld, wenn die Schattenblutgruppe zerstört wird…

Er steht auf und sieht erst jetzt, dass sich um ihn herum viele Katzen versammelt haben, die ihn feindselig mustern und jetzt läuft auch die erste Katze bedrohlich auf ihn zu und er erkennt sie sofort, es ist Todesblut persönlich, was ihm das Blut in den Adern gefrieren lässt. Wenn die Anführerin sich selbst um mich kümmert, ist mein Vergehen wirklich unverzeihlich und ich werde diesen Traum nicht überleben und ich werde auch niemals in den Dunkelclan aufgenommen, sondern verschwinde einfach ins Nichts…

Blatttraum verneigt sich tief vor der Kätzin und als er wieder aufschaut, erwartet ihn auch schon eine bedrohlich klingende Frage, begleitet von einem schmerzhaften Krallenhieb: „Warum rieche ich Sterne in deinem räudigen Pelz?“ Verständnislos sieht der Seher sie an und erntet damit prompt einen weiteren schmerzhaften Kratzer.

Sterne, was meint sie nur da… Da geht ihm plötzlich ein Licht auf. Sie meint wohl diese Sternenkatzen, die ich nach meiner letzten Vision gesehen habe, aber waren sie nicht vom Dunkelclan…?

Scheinbar hat Todesblut das Verstehen in Blatttraums Augen gesehen, denn nun stürzt sie sich erbarmungslos auf ihn und rammt ihre Krallen in seine Flanken und faucht: „Wenn du mir jetzt nicht sofort erzählst, was du weißt, wirst du einen qualvollen Tod sterben und für immer als Verräter im Gedächtnis der Schattenblutgruppe bleiben und das wollen wir doch beide nicht, oder?“ Blatttraum schaudert bei dem süßlichen Tonfall in Todesbluts Worten und er macht sich schon auf seinen Tod gefasst, weil er keine Ahnung hat, was die kätzin von ihm hören will, doch dann hört er plötzlich eine fremde Stimme, die ihn ruft und er dreht vorsichtig seinen Kopf, ohne zu merken, dass sich Todesbluts Krallen so noch tiefer in sein Fleisch graben.

Ohne auf den Schmerz zu achten, sieht Blatttraum in Richtung der Stimme und erstarrt, als er einen grauen Kater sieht, der ihn eindringlich aus seinen wunderschönen blinden milchigen Augen anstarrt und damit den Seher in seinen Bann zieht. Er hat auch Sterne im Fell und er passt gar nicht in diesen Wald, wer ist er und wo kommt er her?

Dann holt ihn der Schmerz mit voller Wucht wieder ein, sodass ihm ein schmerzerfülltes Jaulen entfährt, aber nun wartet er nicht mehr einfach auf seinen Tod, sondern wehrt sich mit aller Kraft, wovon Todesblut so überrascht ist, dass sie ihren Griff lockert und Blatttraum sich befreien und wegrennen kann, was die anderen Dunkelclankatzen, die um ihn herumstehen so verwirrt, dass sie seine Flucht zu spät bemerken und erst als er schon an ihnen vorbei ist, reagieren, doch da ist Blatttraum schon bei diesem geheimnisvollen Kater angekommen, der ihn ohne ein Wort aus dem Wald in ein scheinbar paradiesisches Territorium führt, das auf den zweiten Blick aber tot und verlassen wirkt und von Verfall gezeichnet ist.

Was ist das für ein seltsamer Ort und wer ist der Kater? Als hätte der Kater Blatttraums Gedanken gelesen erklärt er: „Ich bin Häherfeder.“