Vogelblut
Vogelblut
Vogelblut spaziert durch den Wald und versucht so auf andere Gedanken zu kommen, aber vergebens, stattdessen wandern ihre Gedanken immer wieder zu ihrer Schwester zurück. Was Himmel wohl gerade? Ob sie noch in dieser komischen Höhle ist? Oder ist sie schon ganz weit weg…? Aber sie hätte es mir doch bestimmt erzählt, wenn sie und diese Bernsteinpelz Pläne in dieser Richtung haben, … oder?
„Oh, Vogelblut“, hört sie plötzlich eine Katze erschrocken maunzen, wodurch sie aus ihren Gedanken gerissen wird und aufschaut, und sieht, wie sich Wiese und Käfer vor ihr verbeugen. „Hallo, was macht ihr denn alleine hier im Wald?“, fragt Vogelblut misstrauisch, da Jäger nicht sich nicht ohne Begleitung außerhalb des Lagers bewegen dürfen. Daraufhin reißt Wiese erschrocken ihre Augen weit auf und ihr Bruder Käfer schaut schnell auf seine Pfoten.
„Wir… ich… wir, also…“, stottert die Jägerin nervös. „Wir wurden für die Jagd eingeteilt und eigentlich Apfelklaue bei uns, aber dann hat sie einen fremden Streuner gesehen und jetzt vertreibt sie ihn und wir sollen weiterjagen, während sie das tut, und dann sollen wir die Beute auch wieder zurückbringen, ohne auf sie zu warten“, erklärt Käfer mit relativ fester Stimme, aber während er ihr das erzählt, schaut er ihr kein einziges Mal in die Augen, was Vogelblut Alarmglocken schrillen lässt.
Warum lügt Käfer mich an? Und was machen die beiden wirklich hier draußen allein? Dann hört sie plötzlich eine weitere Stimme von dort, wo auch die Geschwister hergekommen sind: „Käfer, Wiese, warum braucht ihr so lange, ihr wolltet doch nur ein bisschen jagen?“ Das ist doch…, aber nein, das kann nicht sein, sie ist doch… tot…, aber warum hört sich die Stimme dann genauso an wie… „Kiefer? Ich dachte du warst gestorben, von einem Streuner rücksichtslos ermordet?!“, entfährt es Vogelblut verwirrt und überrascht, als sie die totgeglaubte Kätzin zwischen den Nadelbäumen hervorlaufen sieht, die nun genauso wie Käfer und Wiese wie erstarrt stehen bleibt, als sie Vogelblut bemerkt, die sie entgeistert anstarrt.
Dann hört sie eine piepsige Stimme aufgeregt rufen: „Mama, Mama, schau mal, ich habe einen Käfer gefangen.“ „Gar nicht wahr, das war ich!“, ruft eine andere, ebenso piepsige Stimme empört und nun stolpern drei kleine fröhliche Jungen aus dem Unterholz hervor. Aber als sie Vogelblut sehen, drücken sie sich mit angstvoll aufgerissenen Augen an den pelz ihrer Mutter und Vogelblut geht ein Licht auf. Das sind ihre Jungen und wäre sie bei uns geblieben, hätte sie sich abgeben müssen und die Jungen hätten nie erfahren, wer ihre wirkliche Mutter ist…
Auf einmal geht alles ganz schnell, Wiese und Käfer schauen sich kurz an und stürzen sich dann gemeinsam auf die Mörderin, was Vogelblut nicht kommen sieht, wodurch sie überrascht zurückstolpert, aber dann geht sie in ihren Kampfmodus über und ihre nächsten Treffer sitzen, wodurch sie blutige Spuren hinterlässt, doch dann sieht sie wieder die Jungen, die sich noch tiefer in das Fell ihrer Mutter drücken und ängstlich zum Kampfgeschehen gucken, während ihre Mutter sie versucht mit ihrem Schwanz hinter sich zu schieben und verzweifelt, aber auch entschlossen zu den Kämpfenden schaut.
Dann fasst Vogelblut einen Entschluss, bricht ihren Angriff ab und ruft: „Wartet, ich weiß, wie ich euch helfen kann…!“ Ich hoffe mein Plan geht auf…