Himmel
Himmel
Verschlafen blinzelt Himmel mit ihren Augen, als sie wieder aufwacht und dann steht sie auf und streckt sich genüsslich und will Bernsteinpelz gerade fragen, wie lange sie geschlafen hat, aber diese legt ihr schnall ihren Schwanz auf die Schnauze und flüstert dann leise: „Im Tunnel ist jemand.“
Himmel spitzt nun auch ihre Ohren und nun hört sie es auch, leise Stimmen murmeln und der Kätzin fährt ein eiskalter Schauer über den Rücken. Oh nein, bestimmt sind das welche aus der Schattenblutgruppe, die den Eingang entdeckt haben und jetzt hier nach mir suchen… oder… oder… Vogelblut hat mich doch verraten, immerhin ist sie eine Mörderin… Und jetzt kommt sie mit den anderen Mördern, um mich zu töten oder ein paar Kämpfer nehmen mich gefangen, um die Zeremonie doch noch durchzuführen…
Himmel traut sich kaum zu atmen, als sie Vogelbluts Stimme vernimmt: „Hier müsste es gleich sein.“ Bernsteinpelz zieht Himmel in eine kleine Nische im Felsen und sie lässt es, ohne ein Geräusch von sich zu geben geschehen. Vielleicht sehen sie uns ja nicht… und bemerken meine Geruchsspur nicht…
Nun betritt Vogelblut die Höhle und schaut sich verwirrt um: „Himmel? Bernsteinpelz? Wo seid ihr?“ Und mehr zu sich selbst murmelt sie: „Ich hätte schwören können, dass es diese Höhle war…“ Dann hält sie inne, reckt ihre Nase in die Höhe und ruft nach einigen Herzschlägen dann nochmals: „Bernsteinpelz? Himmel?“ Mist, jetzt hat sie unsere Geruchsspur gewittert.
Plötzlich sehen die versteckten Katzen, wie noch mehr Katzen in die Höhle eintreten, die bleiben aber im Schatten stehen, sodass Himmel sie deswegen nur schemenhaft erkennen kann, aber dann flitzen plötzlich drei kleine Gestalten durch die Höhle und eine ruft begeistert: „Gleich habe ich dich, Frost!“ Junge?!
Bevor Himmel es realisieren kann, ist Bernsteinpelz schon vorgeschossen und packt eins der Junge, dann nuschelt sie streng durch das flauschige Jungenfell: „Schtopp, hier liegen überall Schplitter schrum, es ist schu gefährlich für euch hier herumschutoben und wir haben nichtsch da, um euch schu behandeln!“
Dann passiert alles gleichzeitig, während die beiden anderen Jungen Bernsteinpelz wie erstarrt ängstlich anstarren, kommt eine weitere Katze aus dem Schatten geschossen und jault wütend: „Lass mein Junges sofort los!“ Im selben Moment läuft Vogelblut zu der Kätzin und versucht sie am Nackenfell festzuhalten und nuschelt gleichzeitig durch das Fell der Kätzin, die Himmel seltsam vertraut vorkommt: „Schtopp, schie will doch nur hefschen.“
Die festgehaltene Kätzin scheint Vogelbluts Worte aber gar nicht zu hören, sie wehrt sich nur sehr heftig, sodass Bernsteinpelz das Junge wieder vorsichtig absetzt. Jetzt kommt Himmel auch aus ihrem Versteck und nun kommt auch in die beiden Katzen, die noch im Schatten stehen Bewegung, denn sie laufen genauso wie Himmel auch zu den anderen Katzen und erst jetzt kommt Himmel dazu, die Neuankömmlinge zu mustern und stutzt.
Sind das nicht Wiese und Käfer? Aber was machen sie hier? Sollten sie nicht im Lager sein? Als sie bei den acht Katzen angekommen ist, werden ihre Augen groß vor Erstaunen und Überraschung. Aber das ist doch…, nein das kann nicht sein… oder doch…?
„Kiefer? Bist du das?“, fragt Himmel unsicher und dann blickt die angesprochene Katze das erste Mal zu Himmel und ihre Augen werden schmal. „Dass du dich überhaupt an meinen Namen erinnerst, ist ja unglaublich“, spuckt die Kätzin sarkastisch aus und weil Vogelblut davon scheinbar überrumpelt wurde, kann sich Kiefer einfach ihrem Nackengriff entwinden und kommt jetzt bedrohlich auf Himmel zugeschritten, die sich aber keine Mäuselänge bewegt.
„Die perfekte kleine Schülerin, obwohl nein warte enttäuschende wertlose Jägerin trifft es eher“, höhnt Kiefer und lacht gehässig, während sie sich Himmel immer weiter nähert. Unter diesen Worten zuckt Himmel zusammen, denn die verletzen sie stärker, als sie sich je eingestehen würde.
Bevor auch nur irgendeine Katze reagieren kann, ist Kiefer schon bei Himmel und stürzt sich brutal auf sie und knurrt wütend: „Das ist für alles, dass du den Jägern jemals angetan hast!“