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Himmel

Blut Und Schatten — www.fanfiktion.de · All chapters

Himmel

Als Himmel aufwacht, ist sie im Seherbau und als sie ihren Kopf ein wenig dreht, sieht sie, dass Wiese in dem Moosnest direkt neben ihr liegt. Was macht sie hier? Himmel schaut genauer zu ihr und als sie Wiese blutende Wunden und ihre schwere Atmung sieht, zieht sie scharf die Luft ein, aber bevor sie sich über den Ursprung von Wieses Wunden Gedanken machen kann, kommt Blatttraum schon zu ihr und erklärt: „Ich konnte dir ein Gegenmittel gegen das Schlangengift geben, zum Glück war die Schlange schon tot, sonst wäre es nicht so gut ausgegangen… Du kannst aber schon wieder aus dem Bau raus und auch deine Aufgaben wieder problemlos übernehmen.“ Himmel steht auf, verneigt und bedankt sich und läuft dann nach draußen, wo sie sich das Moos aus ihrem Pelz schüttelt.

Da kommt Apfelklaue auf sie zu und befiehlt ihr harsch: „Hol Wasser für mich und meinen Gefährten Erdenkrieger!“ Himmel neigt ihren Kopf rasch und eilt dann los, um Moos und Wasser aus dem kleinen Bachlauf, der relativ nahe am Lager fließt, zu holen. Dann bringt sie es pflichtbewusst zu Apfelklaue und Erdenkrieger, die sie dann ohne ein Wort des Dankes wegschicken.

Schnell läuft sie zu Fischtot, der wütend knurrt: „Wo warst du denn so lange?!“ Himmel verneigt sich und maunzt entschuldigend: „Tut mir leid, aber Apfelklaue wol…“ Er unterbricht sie aber und faucht nun noch wütender: „Habe ich dir etwa erlaubt zu reden, schon schlimm genug, dass du so lange im Seherbau, wegen deinem kleinen Kratzer warst. Und jetzt wechsle das Moos in meinem Bau aus!“

Sie läuft schnell zu Fischtots Bau, um einer weiteren Strafe zu entgehen und bringt das alte Moos aus seinem Bau nach und nach zum Schmutzplatz. Während sie das tut, hört sie auf einmal Vogelblut und Blitzzahn streiten: „Sie ist doch immer noch unsere Schwester!“ „Nein, sie ist eine Jägerin und hat damit keine Familie! Und würde sie noch zu uns gehören, wäre sie eine Schande für unsere großartige Mörderfamilie!“, erwidert Blitzzahn fauchend. Daraufhin miaut Vogelblut mit verzweifeltem Unterton in der Stimme: „Du bist genauso stur wie unsere Eltern und außerdem bist du selbst kein Mörder, sondern nur ein einfacher Kämpfer!“ Blitzzahns Augen schimmern verletzt, als er knurrt: „Dass du so tief fallen und eine Jägerin verteidigen würdest, hätte ich nie von dir gedacht. Wenn du nicht meine Schwester wärst, würde ich dich an Blutschatten verraten!“

Damit läuft er hoch erhobenen Hauptes in den Wald. Vogelblut schaut kurz zu Himmel hinüber, sodass sie schnell wieder zum Moos blickt und so tut, als würde sie es sortieren, aber sie schaut nochmal kurz hoch und sieht, wie Vogelblut mit hängendem Schwanz und Kopf auch im Wald verschwindet, aber in eine andere Richtung als ihr Bruder.

Als die Sonne schon am Untergehen ist, ist Himmel mit dem Moos wegbringen fertig, weil sie noch lange über den Streit ihrer ehemaligen Geschwister nachgedacht hat und sie auch erst nach Sonnenhoch von ihrer Vergiftung aufgewacht ist. Als sie frisches Moos holen will, sieht sie, dass schon ein anderer Jäger Moos gesammelt hat, weil ein großer Haufen davon am Rand des Lagers liegt. Dieses Moos bringt sie auch wieder nach und nach in Fischtots Bau und achtet akribisch drauf, dass keine Stelle unbedeckt bleibt, damit Fischtot keinen Grund zur Bestrafung von ihr findet, währenddessen kann sie aber nicht aufhören, über den Streit nachzudenken, den sie mit angehört hat. Warum hat sich Vogelblut nur für mich eingesetzt, aber sie hat mir ja auch schon Beute geschenkt… Was sie wohl damit bezwecken will? Haben Blitzzahn und Fischtot all diese Nettigkeiten nur inszeniert, damit sie mich bestechen können, oder war das alles wirklich echt?

Als Himmel fertig ist, sagt sie Fischtot bescheid, der sie genervt in den Jägerbau schickt. Im Bau angekommen merkt sie erst, dass er sehr klein und eng ist und kein Krümel Moos beherbergt. Plötzlich hört sie die Stimme von Blume: „Wir müssen ohne Moos auskommen, leg dich einfach irgendwo hin. Die erste Nacht ist immer die schlimmste…“ Himmel bedankt sich pflichtbewusst für die Warnung und befolgt Blumes Rat. Obwohl der Boden wirklich hart und sie Luft sehr stickig im Bau ist, kann Himmel schnell ohne Probleme einschlafen, was vielleicht noch an den Nachwirkungen des Gifts liegt, vielleicht aber auch daran, dass Himmel immerzu Angst davor hat, etwas falsch zu machen, was sie nicht gewohnt ist.