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Himmel

Blut Und Schatten — www.fanfiktion.de · All chapters

Himmel

Es ist noch dunkel, sodass sich Himmel verschlafen fragt, was sie geweckt hat, bis sie dann Schatten und Käfer sich leise die Zunge geben hört: „Es ist bald wieder Vollmond, das bedeutet, es wird wieder jemand von uns sterben, wenn nicht noch ein geeigneterer Streuner gefunden wird, was bis jetzt aber nicht so aussieht.“ „Ich weiß, ich wünschte das würde aufhören“, flüstert Käfer niedergeschlagen. Schatten erwidert verbittert: „Ich hoffe Himmel stirbt.“ „Was?! Warum, sie ist doch eine von uns“, flüstert Käfer geschockt zurück. „Aber sie ist nicht besser als die ganzen anderen Mörder. Sie hat mir als Schülerin immer wissentlich Aufgaben gegeben, wenn Blutschatten mich gerufen hat, nur damit ich bestraft werde!“, faucht Schatten scharf zurück. Nun laufen sie leise aus dem Bau, darauf bedacht niemanden zu wecken und Himmel kann sie nicht mehr verstehen.

Geschockt über Schattens Worte, schaut Himmel zum Ausgang, wo die beiden Kater verschwunden sind, dann rückt Blume aber an sie heran und flüstert tröstend: „Mach dir nichts draus, nicht alle sind so und sie werden schon merken, dass du dich verändert hast und im Kern eigentlich eine freundliche Katze bist.“ Himmel bedankt sich leise und rollt sich dann wieder zusammen, um weiterzuschlafen. Blume ist so nett zu mir, warum kann es nicht mehr Katzen wie sie geben, andererseits hat Schatten auch Recht, ich war echt nicht fair zu ihm, ich wünschte, ich könnte das wieder rückgängig machen, die paar Sonnen, die ich jetzt Jägerin bin, haben mir gezeigt, dass Jäger auch Katzen sind und nicht irgendwelche Sachen, die man zu seinen Zwecken verwenden kann…

Am nächsten Morgen wacht Himmel dadurch auf, dass eine Katze sie sanft anstupst. „Hier, die ist für dich, ist zwar kein Vogel, schmeckt aber auch gut“, maunzt Blume freundlich und legt Himmel eine Spitzmaus vor die Pfoten. Himmel bedankt sich und verschlingt die Maus in ein paar Bissen, damit sie schnell zu Fischtot kommt und er möglichst keinen weiteren Anlass für eine Strafe findet.

Fischtot erwartet sie schon und peitscht genervt mit seinem Schwanz: „Endlich kommst du mal. Leider kann ich dir keine Aufgaben geben, weil du jagen sollst, dafür sollst du dich bei Hüpf melden, aber bring mir gefälligst eine Regenbogenforelle mit!“ Himmel verneigt sich pflichtbewusst und läuft dann wieder zurück zum Jägerbau, um Hüpf zu suchen. Hoffentlich ist er auch freundlich zu mir wie blume und teilt Schattens Ansichten nicht, schließlich habe ich keine Ahnung wie man jagt.

Als Himmel Hüpf gefunden hat, miaut er freundlich: „Ah, da bist du ja, ich habe gehört, ich soll dir das Jagen beibringen.“ „Na endlich, ich habe keine Lust den ganzen Tag mit euch im Wald herumzulaufen, nur weil ihr so lange schlafen müsst“, faucht ein anderer Kater, der neben Hüpf steht und den Himmel als Bodenkralle erkennt, genervt und stolziert los in Richtung Wald. Er ist wohl dazu eingeteilt worden uns beim Jagen zu überwachen. Wahrscheinlich hätte er lieber noch länger geschlafen. Himmel läuft nun zu Hüpf, der nun auch in Richtung Wald losgelaufen ist.

An einer Lichtung angekommen, die ungefähr in der Mitte ihres Territoriums liegt, bleiben die drei Katzen stehen und Himmel traut sich zum ersten Mal zu sprechen und merkt vorsichtig an: „Ich habe aber noch nie gejagt, ich habe doch nur das Kämpfen und Töten gelernt.“ Hüpf antwortet tröstend: „So geht es jedem von uns bei der ersten Jagt. Aber erstmal musst du dich so wie ich hinkauern.“ Genervt verdreht Bodenkralle seine Augen und läuft zum Rand der Lichtung, um sich dort hinzusetzen. Himmel ignoriert den Kämpfer so gut es geht und macht Hüpf die Jagdhaltung nach und er korrigiert Himmels Haltung und gibt ihr einige Tipps.

Sonnenhoch sind Hüpf und Himmel mit ihrem Training fertig und Himmel hat auch einen Fisch für Fischtot gelernt. Ich hoffe, er ist zufrieden mit mir. Die schwarze Kätzin verneigt sich vor Fischtot, als sie ihm im Lager entdeckt hat, und legt ihm den Fisch vor die Pfoten. Aber Fischtot knurrt nur gereizt und schlägt Himmel mit seiner Pfote so hart auf den Kopf, dass ihr kurz die Luft wegbleibt. Dann knurrt Fischtot ungehalten: „Ich wollte eine Regenbogenforelle keinen Karpfen du dummes Fliegenhirn! Und jetzt geh meinen Bau sauber machen, du hast gestern was vergessen und nehm diesen Fisch mit, ich geh mir lieber selber einen holen, sonst verhungere ich noch, wenn du mir immer nur die falsche Beute bringst!“

Himmel verneigt sich hastig und läuft schnell zu Fischtots Bau, um ihn zu reinigen, damit ihm nicht noch mehr Strafen einfallen. Woher soll ich denn den Unterschied zwischen einem Karpfen und einer Regenbogenforelle erkennen, ich habe noch nie jagen müssen und das weiß er auch.