Formel 1
Formel 1
Hallo ihr Lieben,
zu diesem Kapitel wollte ich etwas loswerden.
In diesem Kapitel wird es über Formel-1 gehen. Als ich das geschrieben habe, war es noch das Jahr 2021, also lange, bevor KI für normale Menschen Standard war. Sprich, alle Recherchen, die ich hier gemacht habe, habe ich klassisch über Websites und WIki gemacht. Und ich finde, dass es der unsinnigste Spirt aller Zeiten ist (an alle Fans, nicht böse sein), aber es war mir wichtig, alles so zu beschrieben, dass es autentisch wirkt.
Und nun, viel Spaß beim lesen.
LG
Miss Molnja
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Kaorinite war wütend. Es war nicht nur die Enttäuschung über ihr eigenes Versagen, sondern auch der Druck, den Doktor Tomoe auf sie ausübte. Sie verschwendete mit jedem Fehlversuch die wertvollen Eier, was der Doktor für unverzeihlich hielt. Da brachte auch ihre starke Zuneigung zu ihm nichts, denn er erwiderte sie nicht. Als Anführerin der 5 Hexen war sie für die Ausführung der Operationen zuständig und musste Entscheidungen treffen, die auf sie zurückfallen konnten.
Der letzte Versuch, einen Herzkristall zu beschaffen, endete beinahe im Nirvana. Es war ein harmloser Pärchen-Wettbewerb, und ihre Hoffnung, dort einen Talisman zu finden, war groß, doch es tauchten erneut diese lästigen Sailor Kriegerinnen auf. Die stärkste von ihnen, die mit ihrer engelsgleichen Gestalt den ganzen Platz erfüllte, war nicht einmal dabei, und doch schaffte es Sailor Uranus fast, sie zu erwischen und zu vernichten.
Ihre Hexen bewunderten und verehrten sie. Sie hatte ihnen alles beigebracht, was sie wusste und was ihnen bei ihrer dunklen Mission helfen würde. Und auch, wenn sie die stärkste war, vertraute sie ihren Schützlingen und entschied sich, die Suche nach den Talismanen an eine ihrer Schülerinnen weiterzugeben, in der Hoffnung, dass sie wenigstens EINEN finden würden.
Ihre Wahl fiel auf die quirlige Mimet, die sehr forsch war, wenn sie ein Ziel vor Augen hatte, allerdings hatte sie eine Schwäche, von der Kaorinite nichts wusste und die ihre Arbeit in eine einseitige Richtung lenken würde. Es war ihre Schwäche für schöne Männer.
Die Ruhe, die Bunny verordnet wurde, hatte sie unbeschadet überstanden. Ihre Niedergeschlagenheit, die sie nach der erfolglosen Suche nach den beiden Katzen beinahe überwältigt hatte, war seit der Begegnung mit Mamoru verflogen. Sie schämte sich, dass sie sich plötzlich so gut mit ihm verstand, denn er war ihre große Liebe und der Freund von Rei, doch da musste Bunny darüberstehen. Es gab auch nichts, worüber sie sich Sorgen machen musste, denn eine romantische Spannung war in keiner Sekunde ihres Beisammenseins zu spüren.
Rei freute sich unendlich darüber, dass Bunny auf Mamoru getroffen und es nicht in Streit ausgeartet war. Sie war zuversichtlich, dass die beiden spätestens nach Bunnys selbstloser Rettungsaktion nicht mehr aufeinander losgehen würden. Sie kannte Mamoru und wusste, dass er diesen Einsatz leichtsinnig finden, aber dennoch respektieren würde.
Die Tage vergingen harmonisch und ereignislos, doch eines Morgens bemerkte Bunny, dass Rei von Tag zu Tag immer müder und angeschlagener aussah.
„Rei, kann es sein, dass du in letzter Zeit zu viel arbeitest?“, fragte Bunny etwas besorgt.
„Ich muss leider sehr viel für die Schule tun und schlafe etwas schlecht, aber du musst dir keine Sorgen machen.“, wiegelte Rei mit einer Handbewegung ab.
„Bist du dir sicher? Du hast die letzten Nächte öfter am Feuer meditiert. Nicht, dass du dich überforderst.“, sagte Yuichiro ebenso besorgt, als er eine Schale Reis für Opa füllte.
Rei stand plötzlich auf, ohne ihr Frühstück angerührt zu haben. „Es tut mir leid, Yuichiro, aber ich muss schon los. Ich wollte mich vor der Schule noch mit Unazuki treffen.“
Als sie den Raum überhastet verließ, schauten sich Bunny und Yuichiro besorgt an. Nur der Opa schien seiner Enkelin und ihren Entscheidungen voll zu vertrauen und aß seelenruhig seinen gegrillten Fisch.
Bunny musste viel über Reis Verhalten nachdenken. Sie hatte schon damals schlaflose Nächte wegen ihrer Visionen gehabt und sie fürchtete, dass Rei sich reinsteigern würde, auch wenn sie keine Sailorkräfte besaß. Ihr blieb nichts anderes übrig, als sie im Auge zu behalten und abzuwarten.
Zunächst freute sich Bunny aber darauf, Haruka in Aktion zu sehen. Sie nahm nach längerer Zeit wieder an einem Formel-1 Rennen ohne Weltmeisterschaftsstatus teil und hatte Bunny dazu eingeladen. Diese hatte so etwas bisher nur im Fernsehen gesehen und fand es nicht besonders aufregend, wenn ein Haufen Rennwagen im Kreis um die Wette fuhren, doch wenn die Pilotin eine Freundin war, wollte sie es auf keinen Fall verpassen.
Zu Bunnys Leidwesen befand sich die Rennstrecke gut zwei Stunden Fahrt entfernt, weshalb sie schon um 6 Uhr morgens halb übermüdet an der Straße stand, um von Haruka und Michiru zu der langen Autofahrt abgeholt zu werden. Das Ziel war der Fuji Speedway, der sich als Harukas Lieblingsrennstrecke herausstellte. Wie der Name schon verriet, lag sie am Fuße des Fujiyama in Shizuoka und erlaubte durch eine lange Start-Ziel-Gerade Geschwindigkeiten von bis zu 350 km/h. Das machte für Haruka den Nervenkitzel aus, den sie sonst nur im Kampf gegen das Böse fand.
Die Luft an diesem klaren Maimorgen war noch sehr frisch und Bunny fröstelte es ein wenig. Sie war es nicht gewohnt, so früh draußen zu sein und hatte sich mit einem dünnen Longsleeve und einer Jeansshorts definitiv zu dürftig gekleidet. Einzig ihre Jeansjacke schaffte etwas Abhilfe. Als sie in Harukas schnittiges Cabrio stieg, war es eine regelrechte Erlösung. Das Verdeck war oben, die Heizung lief schon eine Weile.
„Du siehst ja furchtbar müde aus, möchtest du einen Kaffee?“, fragte Michiru lächelnd.
Bunny gähnte laut und fing an zu lachen. „Nein, nein, ist schon gut.“
„Du kannst dich noch ein wenig aufs Ohr hauen, Engelchen. Die Fahrt dauert fast zwei Stunden. Hinten müsste noch ein kleines Kissen liegen.“, bot Haruka als Alternative an.
„Das geht schon.“, meinte Bunny, doch es dauerte keine 15 Minuten, bis sie wieder weggenickt war.
Erst, als das Auto um 8:50 Uhr auf dem großen Parkplatz vor der Rennstrecke zum Stehen kam, wurde Bunny plötzlich wach. Ihr Gesicht sah etwas zerknautscht und ihr Haar etwas zerzaust aus, aber das störte sie nicht. Es war nichts, was man nicht mit einem Kamm, ein paar Handgriffen und ein wenig kaltem Wasser wieder in Ordnung bringen konnte. Diese kleinen Unannehmlichkeiten waren es wert, denn dafür bekam sie noch eine Mütze Schlaf, ohne den sie den Tag bestimmt nicht überstanden hätte.
Das Rennen sollte um 12 Uhr starten und Haruka machte sich auf dem Weg zu ihrem Team, um alle nötigen Formalitäten zu erledigen und Vorbereitungen zu treffen. In der Zeit mussten sich Michiru und Bunny mit einer außerordentlich langen Wartezeit begnügen. Für Michiru war es nichts Außergewöhnliches, denn sie begleitete Haruka stets zu allen sportlichen Wettkämpfen und war das Warten daher gewohnt. Bunny fiel bei der Dauer von 3 Stunden aus allen Wolken.
„Keine Sorge, Usagi.“, versuchte Michiru, sie zu beruhigen. „Wir gehen ins Restaurant Orizuru und frühstücken etwas. Um 11:30 Uhr dürfen wir auch schon auf die Tribüne.“
Bei dem Wort Frühstück ging Bunny wieder das Herz auf, denn sie hatte noch nicht gegessen. Es war einfach so unsagbar früh.
Als die beiden das Lokal betraten, war Bunny plötzlich ganz eingeschüchtert. „Das sieht alles so teuer und edel aus. Ich glaube nicht, dass ich mir das leisten kann.“
Michiru lächelte sie freundlich an. „Ich lade dich ein. Du kannst essen, was du möchtest.“
Jeder, der Bunny kannte, wusste, dass diese Aussage fatal war, denn es gab keine gefräßigere Person auf diesem Planeten als Bunny Tsukino. Doch Bunny war keine 14 mehr und wusste sich zu beherrschen, zumal sie Michirus Freundlichkeit auch nicht ausnutzen wollte. Bei einem Blick auf die Speisekarte kam Verzweiflung auf. Alles war so furchtbar teuer, und Bunny wusste beim besten Willen nicht, was sie bestellen sollte, um im Rahmen des Bezahlbaren zu bleiben. Michiru bemerkte ihre innere Zerrissenheit und schlug French Toast vor, was Bunny dankbar annahm, da sie diese schwere Entscheidung nun nicht selbst treffen musste.
Während Bunny ihren ersten French Toast mit Genuss probierte, brach Michiru ein Croissant auseinander und schmierte einen Klecks Marmelade darauf. Trotz des leckeren Mahls wurde Michiru plötzlich ernst.
„Wir sind heute nicht nur wegen des Rennens hier, Usagi. Das Rauschen des Meeres hat uns hierhergeführt.“, sagte sie verheißungsvoll.
Bunny schaute sie enttäuscht an. „Ach so. Und ich dachte, ihr hättet mich nur so eingeladen.“
Michiru schaute Bunny kurz verwundert an und begann zu lachen. „Haruka wollte dich unbedingt dabeihaben, bevor ich meine Vorahnung hatte, sei also ganz beruhigt.“
Bunny lächelte zufrieden. Sie wollte nicht einfach nur nützlich sein. Es bedeutete ihr viel, von Haruka und Michiru respektiert und als gleichwertige Kriegerin anerkannt zu werden. Bei ihrer ersten Begegnung vor Jahren war es nicht so, doch heute war sie eine wichtige Gefährtin und fühlte sich nicht wie ein Anhängsel, zumal sie nun auch gleichalt war.
Die Zeit verging wie im Flug. Bunny und Michiru hatten das erste Mal die Gelegenheit, sich ausgiebig zu unterhalten. Michiru stillte Bunnys Neugier und erzählte umfassend über ihr Erwachen als Kriegerin und über die Begegnung mit Haruka und dem geheimnisvollen Ritter des Mondlichts, während Bunny ausführlich und unbeschönigt das wiedergab, was sie bis zum finalen Kampf gegen Galaxia und dem plötzlichen Erwachen auf der grünen Wiese umtrieb. Sie berichtete über sich und Tuxedo Mask, über die Kriegerinnen und auch über die anderen Uranus und Neptun. Sie hätte noch viel mehr erzählt, wenn ihre Erinnerungen es zugelassen hätten. Nichtsdestotrotz fühlte sich Bunny wohl in Michirus Gegenwart. Es war, als wären sie einander näher gerückt.
„Wir müssen langsam los.“, sagte Michiru, nachdem sie einen Blick auf ihre feine, goldene Armbanduhr geworfen hatte.
Bunny und Michiru schlängelten sich zu ihren Plätzen, die sich außen auf der Tribüne befanden. Von dort aus konnte man den gesamten Startbereich überblicken und man verpasste keinen wichtigen Moment des Rennens. Als beide Platz genommen hatten, begann Bunny, sich intensiv umzuschauen. Im Startbereich tummelten sich unheimlich viele Leute. Die Wagen wurden gerade aufgestellt und eine Menge Mechaniker und Helfer kümmerten sich um die letzten Vorbereitungen. Die hübschen Race Queens mit ihren knappen Kostümen und riesigen Werbeschirmen sorgten in einem Bereich außerhalb der Rennstrecke für Aufsehen, und eifrige Reporter liefen umher und berichteten über jede Kleinigkeit.
„Wo ist Haruka?“, fragte Bunny ganz verunsichert.
„Siehst du den rot-weißen Toyota ganz vorne?“, entgegnete Michiru.
„Oh ja!“, sagte Bunny mit großen Augen, aber die Enttäuschung folgte sogleich, denn die Pilotin befand sich schon in voller Montur in ihrem Wagen und war nicht zu erkennen.
Es dauerte eine ganze Weile, bis alle Personen den Startbereich verließen, um Platz für den Start zu machen.
„Jetzt geht es endlich los.“, sagte Bunny angespannt.
„Nicht ganz.“, korrigierte sie Michiru. „Das ist erst die Aufwärmrunde.“
„Was?... Ach egal…“
Die Ampel sprang auf Grün und die Autos starteten langsam. Plötzlich entstand ein tosender Lärm, sodass Michiru und Bunny nun keine Unterhaltung mehr führen und ihre Konzentration voll auf das Rennen richten konnten. Was sie nicht bemerkt hatten, war eine Race Queen, die so gar nicht ins Bild passte. Sie hatte kurzes, gewelltes Haar, welches missglückt blondiert und daher orange aussah. Ihre schwarze Kleidung war zwar passend für das Outfit einer Race Queen, hatte aber keinerlei Werbebanner. Sie hatte ein gefährliches Grinsen, als hätte sie ein Ziel gefunden, welches sie schon bald angreifen wollte.
Nachdem die kurze Aufwärmrunde endlich zu Ende war, platzierten sich alle Fahrzeuge erneut auf ihre Startplätze. Bunny war sich nun sicher, dass es richtig losging und behielt gespannt Harukas rot-weißen Toyota im Blick. Michirus Blick war dagegen weniger entspannt. Sie wusste, dass Haruka den Nervenkitzel liebte, doch die vielen Toten, die dieser gefährlichen Strecke zum Opfer gefallen waren, hatte sie immer im Hinterkopf.
Das Rennen ging los und der Lärm stieg erneut ins Unermessliche. Alle 85 Sekunden rauschte der auffällige Flitzer von Haruka an der Tribüne vorbei. Es ging alles so schnell, dass Bunny kaum verfolgen konnte, wer gerade an ihnen vorbeifuhr und wer sich gerade in Führung befand. Haruka dagegen hatte andere Sorgen. Sie wollte unbedingt gewinnen und einen neuen Rundenrekord aufstellen. Es war mittlerweile die 13. Runde. Es war waghalsig, aber sie musste es ausprobieren. Sie konzentrierte sich und visierte die Start-Ziel-Geraden an, um dort noch mehr zu beschleunigen. Der Rausch der Geschwindigkeit war so befreiend für sie, nirgendwo konnte sie so schnell sein. Nach der letzten Kurve zur Zielgeraden trat Haruka mutig auf das Gaspedal und beschleunigte. Sie erreichte sagenhafte 351 km/h. Es war nur ein kurzer Augenblick für alle Zuschauer, aber für sie lief die Zeit langsamer. Sie wusste, dass die nächste Kurve nach dieser langen, geraden Stecke gefährlich werden würde. Sie bremste rechtzeitig auf ein gutes Niveau ab und konnte die Kurve gekonnt nehmen. Genauso hatte sie es sich vorgestellt und wollte es wiederholen. Je öfter sie es versuchen würde, desto näher käme sie ihrem Rekord. Erneut bog sie in die Zielgerade ein und beschleunigte. Sie hatte den Dreh raus und wusste genau, wann sie wie abzubremsen hatte, doch die Strecke gehörte nicht ihr alleine und sie war nicht die einzige waghalsige Fahrerin des Rennens. Ein Ferrari-Fahrer tat es ihr gleich und beschleunigte auf der Geraden, doch er schaffte es nicht, seinen Wagen in der darauffolgenden Kurve unter Kontrolle zu halten. Er kam von seinem geplanten Weg ab und krachte mit voller Wucht in einen anderen Wagen.
„Was ist denn da passiert?“, fragte Bunny besorgt, als die Wagen von der Fahrbahn geschleudert wurden und am Rand der Strecke zertrümmerten.
Michiru sprang auf, ihr Gesicht wurde kreidebleich. „Das ist Haruka.“
Nun verlor auch Bunny die Fassung. Überall lagen Trümmer. Die Rennwagen waren nur noch Wracks und es erschien so, als müssten beide Fahrer mindestens schwer verletzt, wenn nicht gar tot sein. Innerhalb kürzester Zeit waren Streckenposten und Rettungskräfte vor Ort, die sofort begannen, die Fahrer aus den Autos zu bergen. Alle Zuschauer schauten gebannt zur Unfallstelle und beteten, dass den beiden Fahrern nichts passiert war. Das Rennen wurde unterbrochen.
Bunny und Michiru starrten nur auf die Mannschaft, die sich bemühte, die Fahrer aus den Wracks zu bergen. Der erste, der herausgeholt werden konnte, war der Fahrer des Ferraris. Er war bewusstlos und trotz Sicherheitskleidung blutverschmiert. Er wurde unverzüglich in einen Krankenwagen verfrachtet, der augenblicklich davonfuhr. Ein zweiter Krankenwagen stand bereit, denn die Streckenposten rechneten damit, einen zweiten schwerverletzten Fahrer zu bergen.
Bunny stockte der Atem. Ihr Herz schmerzte und sie begann zu zittern. Wie konnte das nur passieren und wofür? Es waren nur wenige Minuten, in denen sich alles abspielte, aber für Bunny war es eine Ewigkeit der Ungewissheit. Sie hatte Haruka vor wenigen Monaten schon einmal im Kampf gegen Galaxia verloren, und jetzt sollte sie ihre Freundin schon wieder loslassen müssen? Es war unbegreiflich für sie.
Die Rettungsmannschaft gab sich Mühe, Haruka aus dem Wagen zu befreien, und es war ihnen endlich gelungen, das Wrack so weit zu öffnen, dass sie sie bergen konnten. Als sie anfingen, vorsichtig an ihr zu ziehen, um sie rauszuholen, vergrub Bunny ihr Gesicht in den Händen. Sie konnte die Tränen nicht mehr stoppen, das war ein Schock. Michiru dagegen ließ ihren Blick am Ort des Geschehens und riss überrascht die Augen auf.
„Usagi, sieh nur!“
Bunny blickte auf und sah, wie Haruka selbst aus dem Wrack kletterte. Es war beinahe unmöglich, dass irgendjemand so einen Unfall hätte überleben können, doch Haruka hatte es geschafft. Sie nahm den Helm ab und schleuderte ihn scheinbar wütend zu Boden. Sie ließ sich sofort von einem Sanitäter untersuchen.
Obwohl dieser sie so nicht gehen lassen wollte, verließ sie die Strecke und ging schnurstracks in Richtung des Startbereichs. Bunny und Michiru blieben nicht stehen und bahnten sich ihren Weg durch die aufgeregte Zuschauermenge, um so schnell wie möglich zu Haruka zu gelangen. Da Michiru als Harukas ständige Begleiterin bereits bekannt war, wurde ihr der Zutritt zu den Umkleidekabinen sofort gewährt. Beide betraten den Raum, in dem Haruka bereits demotiviert auf einer Holzbank saß und zu Boden starrte.
„Haruka!“ Michiru schaute sie besorgt an.
Haruka schwieg. Auch Bunny wusste nicht, was sie in diesem Augenblick sagen konnte. Nichts würde die Situation verändern.
„Mir geht es gut.“, sagte Haruka plötzlich leise.
„Das glaube ich dir nicht.“, entgegnete Michiru.
Es folgte Stille. Da Haruka schwieg, beschloss Michiru, jemanden zu fragen, der bereit war, ihr Auskunft zu geben.
„Usagi, bleib bitte hier, ich komme gleich wieder.“
Nachdem Michiru die Tür hinter sich geschlossen hatte, schaute Bunny noch einen Moment zu Haruka. Sie wusste um ihren Sportsgeist und war sich sicher, dass ihr vorzeitiges Ausscheiden aus dem Rennen wie eine Niederlage für sie war. Die Sorgen, die sie ihren Freunden bereiten würde, hatte sie sicher nicht bedacht. Bunny war einfach erleichtert, dass sie Haruka in einem Stück zurückhatte. Sie ging auf Haruka zu und blieb vor ihr stehen, sie wollte ihr Trost spenden, doch sie wusste nicht, wie.
„Haruka.“, sagte sie vorsichtig.
Haruka saß vor Bunny und schaute kurz zu ihr auf, schloss sie plötzlich in ihre Arme und drückte sie fest an sich. Bunny war so überrascht, dass sie die Hände hochnahm und errötete. Sie schaute zu Haruka hinab, die sich an ihren Körper presste, und ihr war klar, dass sie Trost brauchte. In ihren Augen erschien so viel Mitgefühl, und sie legte vorsichtig ihre Hände auf Harukas Schultern.
„Du wirst diese gefährlichen Rennen doch sowieso nicht aufgeben.“, sagte sie ernst. „Und beim nächsten Mal wirst du bestimmt gewinnen.“
Das war alles, was Bunny sagen konnte, um Haruka Trost zu spenden. Am liebsten wäre sie ausgeflippt und hätte ihr befohlen, nie wieder in so ein Vehikel zu steigen, doch Haruka hatte ihren eigenen Kopf, egal in welcher Zeit sie sich befand.
Plötzlich löste sich Haruka von Bunny, schaute hoch und sah tief in ihre blauen Augen.
„Ich hatte noch nie so viel zu verlieren.“, sagte sie leise.
Sie nahm Bunnys Hand und zog sie vorsichtig zu sich runter. Mit der anderen Hand berührte sie zärtlich Bunnys Wange. Da war es wieder, dieses Gefühl, diese Anziehungskraft, die Bunny alles um sich herum vergessen ließ. Sie war wie gebannt und spürte wieder diese Spannung zwischen sich und Haruka. Dieses Mal irrte sie sich nicht, Haruka schaute ihr so intensiv in die Augen, dass ihre Absichten glasklar waren. Ihr Herz raste und sie war fast wie in Trance von diesem Gefühl. Ihre Lippen würden sich bald berühren, und Bunny begann langsam, ihre Augen zu schließen. Sie ließ sich von dem Gefühl, dieser Spannung mitreißen.
Plötzlich riss Michiru die Tür auf.
„Usagi, wir müssen uns sofort verwandeln.“, rief sie alarmiert.
Bunny zuckte hoch und errötete. Hatte Michiru das eben gesehen? Sie schüttelte einmal den Kopf, um diesen frei zu kriegen. „Was ist denn passiert?“
„Ein Monster!“, rief Michiru laut.
Nun sprang auch Haruka auf, doch Michiru hatte nicht vor, diese in den Kampf zu schicken, nachdem sie gerade fast ums Leben gekommen war. „Wenn du dich jetzt verwandelst, wirst du es bereuen!“, sagte sie scharf. „Usagi und ich sind stark genug.“
Beide verwandelten sich und verließen den Umkleideraum. Haruka hörte auf Michiru, schließlich war sie immer die vernünftigere von beiden, doch sie ließ es sich nicht nehmen, ihnen hinterherzulaufen, um sie im Auge zu behalten.
Das Opfer war Shinji Nakano, einer der Rennfahrer, der gerade eine Zwangspause wegen Harukas Crash einlegen musste. Er hatte nur kurz seinen Helm abgenommen und sein schönes Gesicht gezeigt, was Mimet auf den Plan rief. Sie zögerte nicht lange und verwandelte den Fuji Speedway in Handumdrehen in einen Kampfschauplatz. Es brach eine Panik aus und alle Zuschauer und sonstigen Beteiligten flohen augenblicklich, nur Shinji war gefesselt und wurde seines Herzens beraubt. Mimet hatte den Kristall schon in der Hand, um festzustellen, dass es kein Talisman war. Gerade, als sie beginnen wollte, vor Enttäuschung zu jammern, entriss Neptun ihr das reine Herz des Rennfahrers und warf es vorsichtig zu Sailor Moon. Diese stand genau neben dem Opfer und setze den Kristall unverzüglich wieder ein. Mimet verschwand augenblicklich, sodass Neptun sie nicht verfolgen konnte. Das Monster, welches wie ein vermenschlichter Rennwagen aussah, wurde im Handumdrehen von Sailor Moon wieder zurückverwandelt. Die Kriegerinnen gingen davon und konnten sich unbehelligt zurückverwandeln, denn der Platz war wie leergefegt.
Haruka kam auf sie zu. „Das war nicht Kaorinite.“
„Nein!“, stimmte Michiru zu. „Was wohl mit ihr passiert ist?“
„Das war Mimet.“, sagte Bunny plötzlich. Es war wie eine Erinnerung, die sie schon vergessen zu haben glaubte. „Ich erinnere mich, dass sie erst aufgetaucht war, als wir schon zwei Hexen besiegt hatten.“
„Aber wir haben keine der Hexen besiegt.“, sagte Haruka nachdenklich.
Das Rennen wurde nun endgültig abgebrochen. Die Veranstalter konnten mit der Menge und Qualität der Störungen nicht mehr umgehen und hielten es für sinnvoller, das Rennen auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Da es sich um ein Rennen ohne Weltmeisterschaftsstatus handelte, hielten alle diese Entscheidung für vertretbar.
Auf dem Heimweg schaute Haruka immer wieder in den Rückspiegel, in der Hoffnung, einen Blick in Bunnys Augen zu erhaschen, doch diese bemühte sich, aus dem Fenster zu schauen, um dem zu entgehen. Sie musste unwillkürlich an ein Gespräch denken, das sie vor langer Zeit mit Makoto und Minako geführt hatte.
„Michiru und Haruka sind ein Pärchen!“, sagte Minako damals überzeugt.
„Auch quatsch.“, reagierte Bunny. „Die sind doch nur Freundinnen.“
Makoto lachte. „Bist du blind, Bunny?“
„Du hast doch selbst erzählt, dass sie im Partnerlook rumgelaufen sind.“, unterstützte Minako sie.
„Ja und?“, meinte Bunny blauäugig.
„Also Bunny, bist du wirklich so naiv? Wenn dir nicht aufgefallen ist, wie sie miteinander reden und wie sie sich anschauen, hast du deinen Mamoru überhaupt nicht verdient.“, sagte Minako sauer.
Seit diesem Gespräch bemerkte Bunny erst, wie nah sich Haruka und Michiru wirklich standen, und diese Versionen von Haruka und Michiru verhielten sich genauso. Sie waren ein Paar, und sie funkte dazwischen. Auch ihre Liebe zu dem Mamoru ihrer Zeit war kein bisschen erloschen. Warum dann fühlte sie sich zu Haruka so hingezogen? Sie musste dieser Versuchung aus dem Weg gehen. Es war nicht ihre Welt, und sie durfte weder Reis noch Michirus Beziehung kaputt machen, dazu hatte sie kein Recht.
Haruka hingegen wurde einiges klar. Ihr war bewusst, dass sie unglaubliches Glück hatte. Sie hätte sterben können und kam ohne einen Kratzer aus dem Wagen gekrochen. In dem Augenblick, als sie glaubte, dass alles vorbei war, konnte sie nur an ein Mädchen denken. Sie traf den Entschluss, alles zu tun, um sie für sich zu gewinnen. Das war alles, woran sie die gesamte Fahrt über denken konnte.
Als sie endlich am Hikawa-Tempel Halt machten, stieg Bunny aus und verabschiedete sich mit einem Lächeln. Doch obwohl sie Michiru in die Augen sah, vermied sie den Augenkontakt zu Haruka auch jetzt noch. Sie drehte sich um und schlurfte die Treppen hoch. Haruka sah ihr noch kurz nach, bevor sie wieder losfuhr.
Als Bunny oben angekommen war, bemerkte sie erst den wunderschönen, feuerroten Abend, der von den Krähen begleitet wurde. Sie war so erschöpft und angespannt, dass sie sich kaum vorstellen konnte, die letzten Schritte zum Tempel zu gehen. Auch ihr Gefühlschaos machte ihr Sorgen. Nun war sie in einer Vergangenheit gelandet, in der sie niemand erkannte, und doch kamen mit Haruka und Mamoru zwischenmenschliche Probleme auf sie zu, die sie nicht einfach umschiffen konnte.
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