LNCrawler

Das Volleyballtournier

Böses Erwachen — www.fanfiktion.de · All chapters

Das Volleyballtournier

Am nächsten Morgen saß Bunny schon recht früh im Esszimmer und erzählte Opa und Yuichiro, der aus der Küche zuhörte, ausführlich von den gestrigen Ereignissen. Sie musste natürlich aufpassen, sich nicht zu verplappern, aber da der Crash und der Angriff des Monsters im Sportteil der Zeitung standen, konnte sie da nicht einfach drüber weggehen. Beide hörten gespannt zu, denn alles war viel aufregender, wenn es jemand erzählte, der live dabei war.

„Kannst du bitte Rei holen?“, sagte Yuichiro an Bunny gewandt, als er mit den Vorbereitungen für das Frühstück fertig war.

Bunny erhob sich und ging zu Reis Zimmer. Als sie, mit kurzer Ankündigung, die Schiebetür öffnete, erschrak sie.

„Yuichiro!“, brüllte Bunny durch das ganze Haus. „Ruf sofort einen Arzt!“

Er eilte sofort zu Reis Zimmer und musste entsetzt feststellen, dass Rei in ihrer Schuluniform bewusstlos am Boden lag. Er eilte sofort zum Telefon und kam nach dem Anruf wieder zurück, um genauer zu sehen, was geschehen war. Jeder Versuch, Rei zu wecken, war zwecklos. Bunny stiegen Tränen in die Augen. Yuichiro schob sie zur Seite und fühlte Reis Puls, der sich noch im normalen Bereich befand.

Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis der Arzt da war. Bunny war die Einzige, die dabeigeblieben war, als er Rei untersuchte. Das Ergebnis der Untersuchung hatte Bunny vorausgeahnt. Rei war absolut erschöpft und brauchte dringend Ruhe und Schlaf. Aber was war passiert, dass sie sich so verausgabte?

Bunny konnte nicht schwänzen, denn nach ihrer Gehirnerschütterung hatte sie viel Unterrichtsstoff verpasst. Yuichiro musste hoch und heilig versprechen, Rei nicht aus den Augen zu lassen, bis sie wieder da war, denn sie ahnte schon, dass ihre Visionen die Ursache für ihre Unvernunft waren. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass ihr ihre Fähigkeiten schlaflose Nächte bereiteten, aber Bunny hatte Rei noch nie so erlebt.

Diese Gedanken trieben sie den gesamten Tag um. Sie konnte sich weder auf den Unterricht noch auf die sonst so netten Gespräche mit ihren Klassenkameraden konzentrieren, sogar Harukas Annäherungen, die sie lange wachhielten, hatte sie vergessen.

Als sie schließlich zu Hause war, führte sie ihr Weg direkt zu Reis Zimmer. Sie saß aufrecht in ihrem Bett und blökte Yuichiro an, der sie wie ein wachsamer Schäferhund bewachte.

„Wie geht es dir, Rei?“, fragte Bunny mit besorgtem Blick.

„Es geht mir gut, aber Yuichiro will mich nicht aufstehen lassen.“, reagierte Rei sauer.

Bunny rechtfertigte Yuichiros Verhalten. „Das habe ICH ihm gesagt. Der Arzt sagte, du brauchst Ruhe.“

Das passte Rei gar nicht, doch Bunny ließ nicht mit sich diskutieren. Sie bat Yuichiro, rauszugehen, denn sie musste dringend mit Rei über etwas sprechen, was keinen Aufschub duldete.

„Rei, sei ehrlich! Hast du Albträume oder Visionen?“, fragte Bunny ernst.

Rei senkte den Blick.

„Du musst das nicht alleine durchstehen!“ Bunny drückte ihre Hand.

Reis Blick wurde bitter. „Ich habe gesehen, dass Mamoru sterben wird.“

Bunnys Gesicht wurde bleich. Waren das die Konsequenzen der veränderten Vergangenheit? Sollte Mamoru in Gefahr sein, wenn Chibi Usa nicht da war? Doch sie musste sich am Riemen reißen. Rei durfte ihr nicht anmerken, dass sie Mamoru liebte, auch wenn es nicht der Mamoru dieser Gegenwart war.

Sie atmete tief durch. „Hast du das im Feuer gesehen?“

„Nein.“ Rei stiegen die Tränen in die Augen. „Ich habe diese Visionen mitten am Tag und auch, wenn ich einschlafe.“

„Hat dir das Feuer etwas gezeigt?“, fragte Bunny mitfühlend.

„Nein, das Feuer hilft mir nicht.“ Reis Blick war gesenkt und Tränen tropften auf ihre Bettdecke.

Bunny schluckte. „Ich verspreche dir, dass die Kriegerinnen Mamoru beschützen werden. Sie haben bisher alle beschützt.“

„Glaubst du wirklich?“, fragte Rei fast ungläubig.

Bunny lächelte sie an. „Vertrau mir.“

Als Bunny den Raum verließ, hatte sich Rei wieder hingelegt. Die innere Unruhe, die sie seit ihren Visionen verspürte, schien sich für den Augenblick gelöst zu haben. Sie wusste selbst nicht, warum, aber Bunnys warme Aura und ihre Worte waren wie Balsam für ihre Seele. Es musste Schicksal sein, dass dieses fremde, blonde Mädchen, wie aus dem Nichts vor dem Tempel stand.

Bunny wusste indes nicht, was sie tun sollte. Sie vertraute auf Reis Visionen und wusste, dass sie die Gefahr ernst nehmen musste, aber auch hier tat sich das gleiche Problem bei Rei auf wie damals. Sie hatte keine Ahnung, wann die Bösen zuschlagen würden.

Bunny saß draußen, blickte in die Wolken und zerbrach sich den Kopf, wie sie Mamoru beschützen konnte. Die einzige sinnvolle Idee war es, sich an seine Fersen zu heften, sofern es überhaupt ging. Sie wusste ja nicht einmal, wie und wo er seine Freizeit verbrachte.

Plötzlich schoss ihr ein Gedanke durch den Kopf. Sie zog sich umgehend um und ging rüber zur Spielhalle, wo Motoki fröhlich mit ein paar Kunden schnackte. Als er Bunny sah, wie sie durch die Glastür kam, winkte er sie sofort zu sich. Bunny fühlte sich, als wäre sie nie weg gewesen, als wäre sie wieder in ihrem alten Leben.

Motoki strahlte wie immer. „Hallo, Bunny!“

„Hallo, Motoki!“, antwortete sie ebenso fröhlich.

„Hast du das von dem heftigen Unfall beim Fuji Speedway mitbekommen?“, fragte Motoki neugierig. „In der Zeitung war sogar ein Foto von deinem Freund.“

Bunny zuckte kurz zusammen, da sie sich an Harukas Annäherung erinnerte. Sie schüttelte kurz den Kopf.

„Das ist nicht mein Freund.“, sagte sie mit zusammengezogenen Augenbrauen.

„Na, dann hab ich vielleicht noch ‘ne Chance.“ Motoki begann zu lachen.

Bunny lachte ebenso herzlich. „Lass die Witze.“

„Ach, bevor ich es vergesse!“, sagte Motoki. „Hat Rei dir wegen Samstag Bescheid gesagt?“

Bunny schaute ihn überrascht an. „Was ist denn am Samstag?“

„Da hat Unazuki ein Volleyballspiel in der Bezirksmeisterschaft und sie hatte Rei gebeten, dich auch einzuladen.“

Bunnys Freude war kaum zu übersehen. Es gab so viele Menschen, die sie gernhatten und sie dabeihaben wollten. Auch, wenn sie ihre alte Heimat vermisste, hatte sie hier eine neue Heimat gefunden. Doch nach der Freude folgte Verwunderung.

„Unazuki spielt Volleyball?“, fragte sie skeptisch, denn die Unazuki, die sie kannte, war in keinem Sportverein.

„Ja, und sie ist echt gut.“, schwärmte Motoki. „Offenbar hat Rei vergessen, dir Bescheid zu sagen.“

„Sie ist heute Morgen zusammengebrochen. Sie hatte viel Stress in letzter Zeit. Sie hätte es mir bestimmt erzählt.“, sagte Bunny mit einem sanften Lächeln.

Bunny begann etwas zu grübeln. Sie war ja nicht aus Spaß zu Motoki gegangen, doch wie sollte sie das Thema beginnen?

„Du, sag mal, kommt Mamoru eigentlich oft hierher?“, fragte Bunny und schaute sich dabei um, als würde sie ihn jeden Moment entdecken.

„Ja, fast täglich.“ Motoki sah sie etwas verwundert an, da sich die beiden seines Wissens nach noch wie Hund und Katze zankten. „Willst du was von ihm?“

„Aaach, nicht wichtig.“ Bunny begann zu lachen, als könnte sie die Situation damit überspielen.

Nachdem sie eine erfolglose Runde Sailor V hinter sich gebracht hatte, verabschiedete sie sich überschwänglich und versprach, am Samstag dabei zu sein.

Es war Vormittag und Bunny bereitete sich gerade vor, um gleich mit Rei loszuziehen. Es war so ruhig in ihrem Zimmer, dass sie einen kleinen Schreck bekam, als es plötzlich an der Tür klopfte. Es war Yuichiro, der sie zum Telefon rief. Es war Michiru, die sie heute treffen wollte.

Eigentlich hatte sich Bunny über ihren Anruf gefreut, doch sie war heilfroh, dass sie absagen konnte, denn sie traute sich irgendwie nicht, Haruka gegenüberzutreten. Wie sollte sie sich verhalten, nachdem diese sie fast geküsst hatte und Bunny es auch zugelassen hätte. Sie war immer noch Mamorus Mädchen, auch wenn ihr Mamoru schon Opfer von Galaxia und damit nicht mehr am Leben war. Sie schnappte sich ein Kissen, schrie hinein, schmiss es wieder aufs Futonbett, das sie nicht weggeräumt hatte, und verließ ihr Zimmer.

Bis zu diesem Tag hatte sie ohnehin ihre Gedanken damit gefüllt, wie sie Mamoru vor dem Unheil retten könnte. Zu ihrem Leidwesen hatte sie neben der Schule noch Verpflichtungen im Tempel, die mit am wichtigsten waren, da sie sonst kein Dach über dem Kopf hätte. Sie hatte sich fest vorgenommen, jede freie Minute damit zu verbringen, ihm zu folgen. Glücklicherweise musste sie sich dafür an diesem Samstag nicht mal groß anstrengen, denn auch Mamoru sollte mit von der Partie sein, um Unazuki anzufeuern.

„Wo sind eigentlich Mamoru und Motoki?“, fragte Bunny neugierig, als sie mit Rei gemeinsam in der Bahn saß.

„Die mussten sich spontan mit ihrer Lerngruppe treffen.“

Nach kurzer Pause folgte die nächste Frage. „Gegen welche Schule spielt Unazuki eigentlich?“,

„Das ist eine Mittelschule aus Shiba-Koen.“

„Waaaas?“, reagierte Bunny mit großen Augen. „Das ist doch die Schule von Minako.“

Gerade, als Bunny das ausgesprochen hatte, erstarrte sie.

„Kennst du da etwa jemanden?“, fragte Rei ganz überrascht.

Bunny musste sich etwas einfallen lassen, um nicht verdächtig zu erscheinen oder unnötige Fragen aufzuwerfen. „Ja, aber das ist schon lange her.“

Die restliche Fahrt verbrachten die Mädchen damit, über Reis Visionen und Erschöpfung zu sprechen. Bunny war unheimlich froh, das Richtige gesagt und Rei neuen Mut gegeben zu haben. Sie war aber trotz anregender Gespräche etwas unkonzentriert, da sie gleich vielleicht Minako wiedersehen würde.

Vor der Volleyballhalle warteten Motoki und Mamoru auf die beiden Mädchen. Bunny war unheimlich froh, dass sie sich endlich mit Mamoru verstand und sich nicht mehr scheuen musste, ihm zu begegnen. Ihre Begrüßung ihm gegenüber war zwar etwas verhalten, doch es war in Ordnung. Bunny war grenzenlos optimistisch und war sich sicher, dass sie bald Freunde werden würden. Was Motoki anging, war die Begrüßung überschwänglich wie immer, was ihm ganz offensichtlich zu schmeicheln schien.

Als sie Platz genommen hatten, ergab es sich, dass Bunny zwischen Mamoru und Motoki gelandet war. Es geschah ganz unbemerkt im Gedränge auf dem Weg zu den Sitzplätzen. Eigentlich wollte sie neben Rei sitzen, denn neben Mamoru fühlte sie sich etwas nervös. Sie konnte selbst nicht sagen, ob es an seiner bloßen Anwesenheit lag oder daran, dass er sich vielleicht doch mit ihr streiten würde, aber ganz behaglich fühlte sie sich nicht.

Doch all diese Bedenken waren mit einem Schlag verschwunden, als Bunny tatsächlich und leibhaftig Minako Aino auf das Spielfeld treten sah. Bunny packte die Freude, ihre alte Freundin lebendig und bei ihrem liebsten Hobby zu sehen. Es ging ihr gut und ein Junge namens Tsutomu, den Bunny damals gerettet hatte, feuerte sie an. Er war ihr Freund und sie sah einfach nur glücklich aus. War das vielleicht der Grund, warum es in dieser Vergangenheit keine Sailor Kriegerinnen gab? Damit diese Mädchen ein glückliches und zufriedenes Leben führen konnten? Bunny war klar, was das bedeutete, und umso mehr wollte sie diesen Zustand für ihre Freundinnen bewahren. Auch, wenn sie Mamoru an Rei verloren hatte. Aber es war in Ordnung, dieser Mamoru war nicht ihr Mamoru, und sie hatte auch keine romantischen Gefühle für ihn. Hauptsache, Rei hatte endlich ihr Glück gefunden.

Das Spiel war in vollem Gange und Bunny fiel es sehr schwer, nicht Minako anzufeuern. Sie war begnadet, sportlich und versenkte jeden Ball, den sie in die Finger bekam. Bunny hatte nicht erwartet, dass sie während des Spiels mit Mamoru ins Gespräch kommen würde. Er hatte sie über einige Regeln aufgeklärt, die Bunny offensichtlich nicht kannte, hatte mit ihr über die Stärken der Mannschaften gefachsimpelt und sich bedankt, dass sie Rei aus ihrem Loch geholt hatte, obgleich er nicht wusste, warum es Rei so ging.

Auf der anderen Seite der Tribüne saßen Haruka und Michiru. Sie hatten Bunny schon längst bemerkt, doch während Michiru sich tatsächlich für das laufende Spiel interessierte und es aufmerksam beobachtete, starrte Haruka missmutig zu Bunny, die sich gerade angeregt mit Mamoru unterhielt. Es passte ihr gar nicht, dass die beiden sich so blendend verstanden.

„Haruka.“ Michiru stupste sie an. „Was ist denn los?“

„Ach nichts.“, reagierte Haruka gereizt und wandte ihren Blick zum Spielfeld.

Es dauerte nicht lange, bis das Spiel nach der ersten Hälfte in die Pause ging. Bunny wollte schnell zur Toilette, bevor es weiterging, und lief direkt Haruka und Michiru in die Arme. Als sie Haruka sah, musste sie sich am Riemen reißen. Sie wollte nicht, dass die beiden ihre Nervosität in Harukas Gegenwart bemerkten. Es war eine merkwürdige Situation, der Bunny nun nicht ausweichen konnte.

„Was macht ihr denn hier?“ Bunny versuchte, so normal, wie möglich zu klingen.

„Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, wir wollten nur das Spiel sehen.“, gab Michiru mit einem Wermutstropfen zu.

„Wieso? Was ist passiert?“, fragte Bunny nun etwas besorgt.

„Michiru hat das Böse gespürt.“, klärte Haruka sie auf.

Bunny zuckte zusammen, sollte es heute soweit sein?

„Meine Freundin Rei.“ Bunny deutete in Reis Richtung. „Sie hat Visionen über die Death Busters. Und zuletzt hat sie gesehen, dass Mamoru stirbt.“

„Behalte ihn gut im Auge.“, sagte Haruka ernst. „Mimet wird sich sicher unter den Zuschauern aufhalten, wir müssen wachsam sein.“

Nachdem Bunny wieder zurück an ihren Platz ging, konnte sie dem Spiel kaum noch folgen. Sie schaute sich ständig um und durchsuchte das Publikum nach der Feindin, der sie sich stellen musste. Es war, wie eine Nadel im Heuhaufen. Die Menschen auf der Tribüne bewegten sich ständig, erhoben ihre Arme zum Jubeln und verdeckten andere Zuschauer. Es war zum Aus-der-Haut-Fahren.

Die gesamte zweite Halbzeit verlief ruhig und friedlich. Dass Minakos Mannschaft gewonnen hatte, war Bunny regelrecht entgangen, ihr komisches Verhalten hatten aber sonst alle bemerkt.

„Bunny, stimmt etwas nicht mit dir? Du bist seit der zweiten Hälfte so nervös.“, merkte Rei an.

„Es ist nichts.“ Bunnys Blick war immer noch besorgt.

„Wir sollten jetzt gehen. Die Halle ist schon fast leer.“, schlug Motoki vor.

Gerade, als sich Bunny aufgerafft hatte und mit ihren Freunden die Tribüne verließ, erschien Mimet auf dem Spielfeld. Ihr teuflisches Lachen verhieß nichts Gutes. Sie erhob ihren Stab, aus dem Funken und Blitze kamen. Alle noch anwesenden Spieler und Zuschauer gingen sofort vor Schreck in Deckung. Das brachte Bunny sofort in Alarmbereitschaft.

„Wir müssen sofort verschwinden!“, rief Bunny aufgeregt.

Ihre Freunde verstanden zwar nicht, was gerade geschah, aber sie gehorchten sofort. Rei hatte die Vermutung, dass ihre Vision nun Realität würde und unterstützte Bunny dabei, Mamoru und Motoki aus der Halle zu buxieren. In einem Augenblick der Unachtsamkeit und im Gemenge der Leute verschwand Bunny in eine ruhige Ecke und verwandelte sich. Sie rannte direkt wieder in die Halle, wo sie Uranus und Neptun antraf, die nur auf sie gewartet hatten. Die drei stellten sich vor die Ausgänge, um zu verhindern, dass Mimet Mamoru folgte.

„Du kommst nicht an uns vorbei!“ Uranus Blick war aggressiv.

Mimet, die bis dahin mit dem Rücken zu ihnen stand, drehte sich halb um und grinste gefährlich. „Oh, das will ich auch gar nicht.“

Sie erhob ihren Stab und rief laut: „Dämon erscheine!“

Wie aus dem Nichts tauchte ein Volleyball-Monster vor ihnen auf. Die Kriegerinnen stellten sich auf, um das Ungetüm am Durchkommen zu hindern, doch es machte keine Anstalten, zu den Ausgängen zu gelangen. In der Halle befanden sich noch einige Zuschauer und der Trainer von Minakos Mannschaft. Allesamt hatten zu viel Angst, um die Halle zu verlassen, und genau auf diesen attraktiven Trainer hatte Mimet es abgesehen. Als das dem Trio klar wurde, wollten sie nun an Mimet vorbei, aber diese ließ sie nicht durch. Mimet konnte eigentlich nichts gegen die drei Kriegerinnen ausrichten, doch mit einem Gewitter aus Funken und Blitzen hielt sie sie lange genug davon ab, dass das Monster dem Trainer den Herzkristall rauben konnte.

Uranus hielt dieses Katz- und Maus-Spiel nicht länger aus und erhob ihre Hand zum Angriff. Es hatte keinen Zweck, das Monster von seinen Taten abzuhalten, also zielte sie direkt auf Mimet. Diese musste eine Mission erfüllen und das war die Beschaffung der Talismane. Auch, wenn sie liebend gerne auf der Stelle weggerannt wäre, musste sie so lange bleiben und kämpfen, bis sich der Talisman offenbarte, oder auch nicht. Es war ihr Pech, dass sie sich drei Kriegerinnen stellen musste, denn während Uranus sie angriff, kümmerte sich Sailor Moon um das Ungetüm und Neptun um den Herzkristall, der sich nicht als Talisman herausstellte. Als Mimet das bemerkte, nahm sie die Beine in die Hand und lief davon. Sie war so schnell verschwunden, dass Uranus nicht mal gesehen hatte, wohin sie gelaufen war.

„Verdammt, ist die schnell.“, fluchte sie.

Mimet war tatsächlich schnell, was wohl auch ihre größte Stärke ausmachte. Auf dem Weg nach draußen lief sie unbemerkt an einer kleinen Gruppe vorbei, und ein junger Mann fiel ihr augenblicklich ins Auge. Diesen Gesichtszügen konnte sie nicht widerstehen. Er hatte schwarzes Haar, blaue Augen und ein markantes Kinn. Es war der schönste Mann, den sie je gesehen hatte. Sie wusste, dass sie wiederkommen und sich ihn schnappen würde.

Neptun setzte den Kristall des Trainers behutsam wieder in seinen Körper. Als die drei aufbrachen, drehte Sailor Moon sich noch einmal um und bemerkte, wie Minako ihr und den anderen fasziniert nachsah. Sailor Moon lächelte ihr zu, drehte sich um und ging. Es war schön gewesen, ihre alte Freundin zu sehen, und sie hoffte, diese irgendwann unter besseren Umständen wieder zu treffen und vielleicht auch aufs Neue kennenzulernen.

„Ich muss wieder zu den anderen.“

„Engelchen! Wir sollten reden.“

Bunny zuckte zusammen.

„Ja.“, pflichtete Michiru bei. „Wenn Mamoru in Gefahr ist, müssen wir uns etwas überlegen.“

Bunny entspannte sich wieder. Sie hatte befürchtet, Haruka würde etwas anderes meinen, aber sie hätte es sicher nicht in Michirus Anwesenheit angesprochen. Bunny ging, und Haruka schaute ihr noch kurz hinterher.

Als sie vor die Halle getreten war, schaute sie unwillkürlich nach oben. Nachdem sie so lange in der Halle waren, genossen ihre Augen das helle Tageslicht. Sie hielt sich die Hand schützend vor die Augen, um nicht geblendet zu werden, und richtete ihren Blick in eine Baumkrone, und da war er, ein weißer Kater, der im Baum saß und auf sie herabschaute.

‚Das ist doch nicht möglich.‘, dachte sich Bunny mit aufgerissenen Augen.

War es tatsächlich Artemis?

„Lauf nicht weg, ich bin gleich zurück!“, rief sie laut in den Baum und verschwand nur kurz, um sich von ihren Freunden zu verabschieden. Rei, Mamoru und Motoki wunderten sich zwar über Bunnys eigenartiges Verhalten, aber langsam wussten sie, dass Bunny kein normales Mädchen war.

Bunny kam zurück. Der weiße Kater saß schon auf dem Boden und schaute sie erwartungsvoll an. Sie hatte nur den einen Wunsch, dass dieser weiße Kater begann zu sprechen und sie wiedererkannte.

https://www.youtube.com/watch?v=iQnRCdtECl8&list=RDiQnRCdtECl8&start_radio=1