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In geheimer Mission

Böses Erwachen — www.fanfiktion.de · All chapters

In geheimer Mission

Hallo zusammen,

mit diesem Kapitel habe nun die magischen 50% der Geschichte hochgeladen. (18/36)

Ich freue mich so sehr über die vielen Herzen, Sterne und Kommentare. Danke an meine Stamm-Reviewer... Ich freue mich über jedes einzelen Review von euch <3.

Viel Spaß beim Lesen.

MissMolnja

Es war ein anstrengender Arbeitstag, an dem Bunny zusammen mit Rei und Yuichiro den Tempel für den morgendlichen Talismanverkauf vorbereitet hatte. Bunny setzte sich erschöpft auf die Veranda und genoss das Abendrot der untergehenden Sonne. Die Anstrengungen des Tages wusste sie sehr zu schätzen, denn sie befreiten ihren Kopf zumindest zeitweise von den kreisenden Gedanken.

Auf dem Rasen vor sich sah sie eine schwarze Katze sitzen, die nur darauf zu warten schien, bemerkt zu werden. Als Bunny sie sah, trat sie den Weg zu ihr direkt an.

„Was machst du denn hier, Luna?“, fragte Bunny fröhlich.

„Ich habe dich schon eine Weile nicht gesehen und wollte dich besuchen.“, entgegnete Luna freundlich. „Du scheinst heute einen harten Arbeitstag gehabt zu haben.“

„Ja, heute war einiges zu tun, aber das ist auch ganz gut, dann muss ich nicht so viel nachdenken.“

„Konntest du dich noch an etwas Nützliches erinnern, was uns helfen könnte, den Feind zu besiegen?“, fragte Luna gespannt.

„Nein, leider nicht. Mich beschäftigt leider viel mehr, was aus dem Silberkristall geworden ist.“

„Das wüsste ich auch gern.“, entgegnete Luna nachdenklich.

„Ich hole mein Notizbuch, vielleicht findest du da etwas, was uns weiterhilft.“

Bunny sprang auf und holte ihre Aufzeichnungen. Sie ging es Seite für Seite mit Luna durch und musste sich Bemerkungen zu ihrer schlechten Rechtschreibung anhören, bis die Katze plötzlich stutzig wurde. Sie deutete mit ihrer Pfote auf eine Textstelle in dem Heft.

„Du schreibst hier etwas über einen mysteriösen Ort, den alle bedrohlich fanden, die übersinnliche Kräfte hatten. Kann da nicht etwas sein, was uns hilft?“

Bunny grübelte. „Möglicherweise, aber ich weiß nicht mehr, wo dieser Ort war.“

„Überleg mal, gab es einen Ort, wo öfter mal das Böse erschienen ist?“

Bunny strengte ihren blonden Schopf richtig an. „Ich bin mir nicht sicher, aber irgendwie muss ich dabei an die Schule von Haruka und Michiru denken. Aber erinnern kann ich mich nicht.“

„Dann sollten wir Haruka und Michiru fragen!“, sagte Luna überzeugt.

„Das hat keinen Sinn, sie haben sich nur deswegen an der Schule angemeldet, weil sie selbst den Verdacht hatten, aber sie konnten bisher nichts herausfinden.“

„Frag sie doch, ob du sie begleiten darfst.“

„Das ist keine so gute Idee.“, versuchte Bunny abzuwiegeln.

„Wieso nicht, das ist die Gelegenheit, sich selbst ein Bild zu machen.“

„Na hör mal, weil du verraten hast, wann ich Geburtstag habe, durfte ich den ganzen Tag mit Haruka verbringen.“ Bunny wurde aufbrausend. „So habe ich mir das nicht vorgestellt!“

„Miau!“

„Was ist denn jetzt los? Hat es dir die Sprache verschlagen?“, setzte Bunny hinterher.

„Schimpfst du gerade mit der Katze?“, fragte Rei und reichte Bunny eine kühle Limonade.

Bunny erschrak kurz und versuchte sich rauszureden. „Ja, sie ist manchmal ziemlich frech zu mir.“

„Sie scheint eigentlich ganz freundlich zu sein.“ Rei lächelte Luna an und erntete ein sehr süßes Miauen.

„Ist sie ein Streuner?“

„Nein, sie ist eine Freundin von mir.“, erklärte Bunny.

„Wenn das so ist, bist du hier immer willkommen, Kätzchen.“ Rei hockte sich hin und streichelte Luna am Kinn, die es sichtlich genoss.

Bunny beschloss, der Angelegenheit mit der Schule genauer auf den Grund zu gehen. „Rei, ist es ok, wenn ich morgen nicht beim Verkauf der Talismane helfe? Ich habe eine Verabredung.“

„Triffst du dich mit Haruka?“, fragte Rei neugierig.

„Ja.“, flunkerte Bunny. Sie war genervt, dass es für alle offenbar so aussah, als wären die beiden ein Paar.

Sie hob Luna hoch. „Und diese Katze nehme ich als Anstandsdame mit!“

Rei lachte. „Das hilft bestimmt.“

Einen Tag später begab sich Bunny mit Luna auf der Schulter zur Mugen-Schule. Sie dachte, dass sie sich mit ihrem Zauberfüller in eine Schülerin der Schule verwandeln könnte, um unbemerkt zu recherchieren und vielleicht unauffällig ein paar Türen zu öffnen, aber noch bevor sie den Füller zücken konnte, tippte ihr jemand auf die Schulter. Ihr lief schon ein kalter Schauer über den Rücken. Hatte Haruka sie schon wieder gefunden?

Aber nein. Als sie sich umdrehte, stand Unazuki neben ihr. „Hallo Bunny, möchtest du dich auch über die Mugen-Schule informieren?“

„Unazuki?“, reagierte Bunny überrascht, denn mit ihr hatte sie gar nicht gerechnet. „Wie meinst du das?“, fragte Bunny hinterher, weil sie sich kaum vorstellen konnte, dass Unazuki Erkundigungen über das Böse einholen wollte.

„Heute ist doch eine Informationsveranstaltung für interessierte Schüler. Hast du das gar nicht gewusst, oder wolltest du nur Haruka überraschen?“ Unazuki kicherte.

„Nein, ich wollte mich informieren!“, entgegnete Bunny eingeschnappt. „Aber warum bist du hier? Rei hat immer erzählt, dass eure Schule direkt an die High School angebunden ist.“

„Das stimmt, aber die Mugen-Schule ist eine Eliteschule und ich möchte gerne an eine richtig gute Uni.“, erklärte Unazuki stolz.

Bunny war erleichtert. Nicht nur, dass es Unazuki war, die sie angetippt hatte, sondern auch, dass sie ganz offiziell das Gelände erkunden und die Philosophie der Schule kennenlernen konnte, ohne sich strafbar zu machen. Luna durfte allerdings nicht mit ins Gebäude und beschloss, neben einer Hecke in der Nähe des Eingangs auf Bunny zu warten.

Anfangs streifte sie gemeinsam mit Unazuki durch die Gänge und schaute sich die Angebote verschiedener Clubs an, die alle einen wissenschaftlichen Ansatz hatten. Es schien keine Aktivitäten zu geben, die einem das Gefühl gaben, man könne seine Schulzeit genießen. Schnell wurde auch klar, dass nur die Besten der Besten angeworben werden sollten und Bunny gar keine Chance hatte. Ausgezeichnete Noten waren das Mindeste, im Idealfall sollte man noch musische oder sportliche Begabungen mitbringen.

Bunny trennte sich irgendwann von Unazuki, um sich alleine im Oberstufentrakt umzusehen, stets in der Hoffnung, Haruka und Michiru nicht zu begegnen. Auch wenn sie sich Mühe geben wollte, nicht negativ aufzufallen, konnte sie nicht umhin, auch in Gänge zu gehen, die nicht für Besucher geöffnet waren. Es war ein sehr modernes Gebäude, dennoch hatte sie dieses unheimliche und bedrückende Gefühl, als sie sich überall umsah.

Wie nicht anders zu erwarten, hatte sie sich in diesem Irrgarten aus Gängen verlaufen und musste sich die Blöße geben, nach dem Weg zu fragen. An einem Fenster standen drei junge Schülerinnen, die sich angeregt unterhielten und fröhlich lachten. Das gab Bunny zumindest das Gefühl, dass nicht nur perfekte Roboter die Schule besuchten. Sie ging auf sie zu und stockte. Eines der Mädchen kannte sie ganz bestimmt.

„Entschuldigt bitte, ich habe mich verlaufen.“, sagte Bunny peinlich berührt.

„Du hättest gar nicht hier sein dürfen.“, sagte ein Mädchen mit kurzem schwarzen Haar freundlich. „Ich begleite dich wieder zum öffentlichen Bereich.“

Das Mädchen winkte ihren Freundinnen und ging mit Bunny mit.

‚Ich kenne dieses Mädchen. Ganz bestimmt kenne ich sie!‘, dachte sich Bunny aufgeregt. ‚Ich weiß nicht warum, aber sie ist wichtig!‘

„Entschuldige? Kann es sein, dass wir uns kennen?“, sprach Bunny plump ihre Gedanken aus.

„Das glaube ich nicht, aber vielleicht hast du mich in der Zeitung gesehen, mein Vater ist nämlich der Besitzer dieser Schule.“, erklärte das Mädchen kurzerhand.

Bunnys Augen weiteten sich und sie blieb stehen. „Hotaru!“

„Ja, das ist mein Name, Hotaru Tomoe!“, sagte sie freundlich.

Von dem Moment getriggert, erinnerte sich Bunny an das kränkliche Mädchen, das sich mit Chibi Usa angefreundet hatte. Sie hatte zu jeder Zeit lange Ärmel und eine schwarze Strumpfhose an. Freunde hatte sie auch keine, weswegen sie umso dankbarer über Chibi Usas Freundschaft war.

Aber das Mädchen, welches vor ihr stand, war weder kränklich noch eine Außenseiterin. Ganz im Gegenteil, schien sie beliebt zu sein und trug ihre Sommeruniform und keine Strumpfhosen. Das ergab keinen Sinn. Natürlich hätte die Geschichte einen anderen Verlauf nehmen können, aber bis auf Mamoru verhielten sich alle so, wie Bunny sie kannte. Warum war dieses Mädchen so vollkommen anders?

Bunny versuchte, die Fassung wieder zu erlangen. Sie erinnerte sich wieder daran, dass es einen Zeitungsartikel gab, in dem etwas über einen Unfall stand, den nur Dr. Tomoe und seine einzige Tochter überlebt hatten, aber konnte das diese Tochter sein?

„Das ist schon lange her, dass dieser Artikel in der Zeitung war, das war doch der Unfall, der im Labor passiert ist, nicht wahr?“, versuchte sich Bunny vorsichtig heranzutasten.

„Ja, das war ganz schlimm.“, erklärte Hotaru. „Nur mein Papa und seine Assistentin haben überlebt.“

Bunny stutzte. „Seine Assistentin?“

Hotaru drehte sich zu Bunny um. „Ja, sie war seine wichtigste Vertraute bei seinen Forschungen, aber seitdem liegt sie im Koma. Ich gehe sie manchmal besuchen, sie ist sehr hübsch.“

Bunny konnte nicht glauben, was sie da hörte. Jedes Mal, wenn die Erinnerung sie einholte, hatte sie die Vergangenheit klar vor Augen, und dieses Mal war sie sich mehr als sicher, dass Hotaru diejenige war, die den Unfall mit ihrem Vater überlebt hatte. Wer war diese Assistentin?

Bunny setzte sich wieder in Bewegung. „Ich dachte, in der Zeitung stand etwas davon, dass du auch dabei warst.“

„Nein, ich war zu der Zeit in der Schule. Eigentlich wollte mein Papa, dass ich ihn im Labor besuche, aber dann hat er es sich anders überlegt.“, sagte Hotaru.

„Ach so war das.“, reagierte Bunny trocken.

Sie gingen noch ein paar Minuten weiter, bis sie an einer großen Halle ankamen, wo weitere Schüler verschiedener Schulen warteten oder sich informierten.

„Vielen Dank, Hotaru!“, sagte Bunny mit einem ehrlichen Lächeln.

„Gerne, ich würde mich freuen, wenn du auch auf diese Schule gehen würdest, du scheinst ein gutes Herz zu haben.“, antwortete Hotaru und lief wieder zurück zu ihren Freundinnen.

Bunny war ganz verdutzt. Nun hatte sie Hotaru getroffen, bei der sie sich ziemlich sicher war, dass sie eine größere Rolle im ganzen Gefüge spielte, und nun waren alle Erinnerungen wertlos. Und ganz davon abgesehen hatte sie auf ihrer Suche nicht das geringste Anzeichen gefunden. War es vielleicht doch ein Irrtum, diese Schule zu verdächtigen?

Eigentlich hatte Bunny das Gefühl, dass sie nun nach Hause gehen konnte. Es gab kein Anzeichen für böse Mächte, sie war für diese Schule sowieso unterqualifiziert und sie musste nicht die Gefahr erhöhen, Haruka über den Weg zu laufen, wenn es nicht unbedingt sein musste. Dennoch war sie mit Unazuki da und wollte sie nicht alleine lassen. Sie ließ ihren Blick in der großen Halle schweifen und entdeckte ihre Freundin, die schon fröhlich auf sie zulief.

„Und Bunny, hast du dich im Oberstufentrakt umgeschaut?“, fragte Unazuki.

„Ja, aber das ist alles doch etwas zu hoch für mich.“, sagte Bunny etwas verunsichert. „Und wie war es bei dir?“

„Ich glaube, dass ich die Aufnahmeprüfungen versuchen werde. Die Schüler wirken hier zwar alle sehr verbissen, aber ich möchte so gerne mal mit Motoki das Crown und das Fruit Parlor übernehmen, da brauche ich eine gute Ausbildung.“, verkündete Unazuki motiviert. „Ich möchte jetzt noch eine kleine Führung besuchen, begleitest du mich?“

„Na klar!“

Unazuki und Bunny platzierten sich an einer Sammelstelle, wo sie von einer älteren Schülerin mit eisblauen Haaren abgeholt wurden, die sich als Yui Bido vorstellte. Auch ihre Ausstrahlung war sehr kalt, aber sie war nicht unfreundlich. Die Mädchen und weitere interessierte Schüler folgten ihr, während sie etwas über die technische Abteilung der Schule erzählte. Bunny verstand nur Bahnhof, schaltete gedanklich ab und lief wie ein Zombie mit. Unazukis Gesichtsausdruck blieb weiter interessiert und begeistert, und sie folgte jedem Wort.

Nach einer langen Wanderung durch den sehr unspektakulären technischen Bereich, der ebenfalls keine Erkenntnisse für Bunny einbrachte, war die Führung zu Ende. Yui bedankte sich für die Aufmerksamkeit und verabschiedete die Schüler. Als Bunny und Unazuki auch gehen wollten, hielt Yui sie auf.

„Warte, du bist doch Unazuki Furuhata, nicht wahr?“, fragte Yui und warf einen prüfenden Blick in die Liste, die sie mit sich führte. „Ich möchte mich mit dir unterhalten, möchtest du mich noch einmal begleiten?“

„Aber ja!“ Unazuki strahlte und schaute zu Bunny.

„Ich warte hier, geh ruhig.“

Unazuki folgte Yui den Gang entlang. Bunny hörte nur noch, wie begeistert Yui über Unazukis Noten und die sportlichen Leistungen sprach, bis sie zu weit weg waren.

Sie wollte diese Zeit nutzen, um über alles nachzudenken und ihre Begegnung mit Hotaru zu reflektieren, wobei ihr auch schnell klar wurde, dass dieser Tag vollkommen umsonst gewesen war und es bei Hotaru nichts zu reflektieren gab. Sie schien keine weitere Bedeutung zu haben, als die Tochter eines Mannes zu sein, der eine Schule leitete, die Haruka und Michiru für verdächtig hielten.

Plötzlich ertönte ein Schrei in der Ferne. Auch, wenn dieser Schrei sehr leise war, konnte Bunny Unazukis Stimme deutlich erkennen, rannte unmittelbar los und verwandelte sich sofort.

Als sie am Ursprungsort des Schreis ankam, öffnete sie die Tür und vor ihr stand eine Hexe mit eisblauen Haaren. Vor dieser lag die bewusstlose Unazuki und die Hexe hielt den Kristall ihres Herzens in der Hand.

„Was hast du hier zu suchen?“, fragte die Hexe wütend und ertappt.

Sailor Moon reagierte gar nicht auf ihre Frage. „Wer bist du und was hast du mit Unazuki und Yui gemacht?“

„Ich bin Byruit und ich werde das reine Herz dieses Mädchens an mich nehmen und es meinem Gebieter bringen. Du wirst mich nicht aufhalten!“, sagte sie, ohne sich weiter vorzustellen und ihre Identität aufzuklären.

„Nein!“ Sailor Moon ließ ihren Zepter erscheinen und zögerte keine Sekunde, ihre Kräfte einzusetzen. „Licht des Silbermonds, schein und heile!“

Byruit hatte keine Zeit, um zu reagieren. Das Licht erstrahlte hell und ließ sie zu Staub zerfallen.

Aus der Ferne hörte Sailor Moon schnelle Schritte. Die Tür wurde aufgerissen und Uranus und Neptun betraten den Raum.

„Was ist passiert?“, fragte Uranus aufgeregt.

„Ein Monster hat es auf Unazuki abgesehen.“, erklärte Sailor Moon, die Unazukis Herzkristall in den Händen hielt. Neptun nahm diesen kurz in die Hand und gab ihn Unazuki wieder zurück.

„Aber was machst du hier, Engelchen?“, fragte Uranus besorgt und verwundert. Sie hatte nicht damit gerechnet, Bunny hier anzutreffen.

„Das erkläre ich euch beim nächsten Mal, jetzt muss ich erst einmal Unazuki helfen.“

Bunny verwandelte sich zurück und kniete sich zu Unazuki, um nach dem Rechten zu sehen. Zu ihrer Erleichterung war Unazuki nichts passiert und sie kam wieder zu sich.

„Was ist passiert?“, fragte Unazuki ganz benommen.

„Nichts, du bist nur ohnmächtig geworden.“

„Und wo ist Yui?“

„Das weiß ich auch nicht.“ Bunny war sich sicher, dass Yui vor der Hexe geflohen sein musste und ahnte nicht, dass es sich um dieselbe Person handelte. Aber nun war es wichtiger, Unazuki nach Hause zu bringen. Haruka und Michiru, bereits zurückverwandelt, standen daneben und schauten Bunny zu, wie sie Unazuki begleitete. Beide fanden Bunnys Verhalten höchst merkwürdig, doch Bunny wollte sie nicht im Dunklen lassen.

„Wenn wir uns das nächste Mal sehen, erkläre ich euch alles.“ Sie lächelte und ging.

Als die beiden Mädchen draußen angelangt waren, schien es Unazuki sofort besser zu gehen.

„Das war ein richtiger Schreck.“, sagte Bunny zu ihr.

„Das stimmt. Ich kann mich nur kaum daran erinnern, was passiert ist.“, grübelte Unazuki.

„Ist doch egal, Hauptsache, dir geht es wieder gut.“, lächelte Bunny, erleichtert darüber, dass Unazuki sich nicht erinnerte.

„Das stimmt wohl.“, strahlte Unazuki und schaute dann etwas verstohlen zu Bunny. „Gehst du schon nach Hause?“

„Ja, das hatte ich vor.“, erwiderte Bunny.

„Du warst schon so lange nicht mehr im Crown, darf ich dich auf einen Milchshake einladen?“

Bunny musste überlegen, schließlich war eine Begegnung mit Mamoru nicht ausgeschlossen, aber wie groß wäre der Zufall, dass er ausgerechnet an diesem Nachmittag im Fruit Parlor wäre, und sie wollte auch gerne ein wenig Zeit mit Motoki und Unazuki verbringen, also entschied sie sich, mitzugehen.

„Luna!“, rief Bunny laut, zu Unazukis Schreck. Eine süße schwarze Katze kam aus einer Hecke gesprungen und lief zufrieden auf Bunny zu. Diese hob sie hoch und setzte sie auf die Schulter. „Jetzt können wir gehen.“

Unazukis Augen leuchteten. „Ich wusste ja gar nicht, dass du eine Katze hast.“

Auf dem Weg zum Café erzählte Bunny eine halb erfundene Geschichte über die Begegnung mit Luna und die Mädchen tauschten sich über ihre Eindrücke aus. Unazuki konnte es sich nicht so recht erklären, aber sie entschied sich doch dagegen, die Aufnahmeprüfung zu machen und lieber auf der T.A. Privatschule zu bleiben.

Sie gingen direkt zum Café hoch und suchten sich einen freien Platz am Fenster.

„Warte kurz hier, Bunny. Ich hole uns eben was zu trinken und schaue, ob Motoki da ist. Der wird sich freuen, dich zu sehen.“ Und so verschwand Unazuki.

Bunny neigte sich runter zu Luna, die auf der Sitzbank neben ihr saß. „Du musst Hotaru Tomoe beschatten!“

„Warum?“, fragte Luna neugierig.

„Sie ist nicht so, wie die Hotaru, die ich kenne, das kommt mir merkwürdig vor. Bitte behalte sie im Auge, damit ich ganz sicher sein kann.“

„Na gut.“, stimmte Luna zu.

Sie bemerkte im Augenwinkel einen Schatten und drehte sich wieder von Luna weg.

„Da bist du ja wieder, Unazuki.“, sagte sie fröhlich, bis ihr die Gesichtszüge entglitten. Vor ihr stand Mamoru und schaute zu ihr runter.

„Hat die Katze gerade geredet?“, fragte er unvermittelt.

Bunny geriet kurz ins Schwitzen. „Nein, eine Katze kann doch nicht reden.“ Sie hatte ein Déjà-vu.

„Darf ich mich setzen?“

„Ich bin hier mit Unazuki verabredet, sie kommt sicher gleich.“, versuchte Bunny ihn abzuwimmeln.

Mamoru schaute zur Theke. „Sie diskutiert gerade mit Motoki, das könnte etwas dauern.“

Er setzte sich, ohne weiter zu fragen.

‚Mach doch, was du willst.‘, dachte sich Bunny genervt.

Luna, die neben ihr saß, sah Mamoru das erste Mal nach langer Zeit wieder und beobachtete gespannt die Situation. Er nahm sie nur als Katze wahr und schenkte ihr keine Beachtung.

„Kann es sein, dass du mir aus dem Weg gehst?“

„Wie kommst du darauf?“, fragte sie scheinheilig.

„Weil ich dich sehen wollte und gehofft habe, dich hier zu treffen, aber du bist nicht gekommen.“

Bunny fühlte sich ertappt, war aber um keine Antwort verlegen. „Du hättest doch zum Tempel kommen können, du weißt, wo ich wohne.“

Er schaute sie durchdringend an und fixierte ihre himmelblauen Augen. „Du weißt genau, dass das nicht geht.“

Sie erwiderte den Blick und wich ihm nicht aus. Ihr Herz begann zu klopfen. Genau das wollte sie vermeiden. Diese Konfrontation, diese Gefühle.

Bunny musste irgendwas tun, um an Mamorus Gewissen zu appellieren. „Wie lief dein Date mit Rei neulich.“

„Es lief gut.“, sagte er trocken.

„Dann solltest du die Zeit, in der du auf mich wartest, besser mit ihr verbringen.“ Ihr Blick wurde ernst.

„Ich liebe Rei, aber willst du mir sagen, dass da nichts zwischen uns ist?“

Bunny wollte diese Frage nicht beantworten, jedes falsche Wort konnte falsche Hoffnungen wecken.

„Haruka.“, murmelte Bunny plötzlich mit gesenktem Blick.

„Was?“ Mamoru verstand sie nicht.

Bunny schaute zu ihm auf und versuchte so gut wie möglich zu lügen. „Ich bin mit Haruka zusammen. Du musst dir das alles eingebildet haben!“

„Das kann nicht sein!“ Mamoru wurde eindringlich.

„Was kann nicht sein?“, fragte Unazuki, die mit einem Tablett neben ihnen erschien, auf dem sich zwei Milchshakes und zwei Stücke Schokoladentorte befanden. Sie war besonders verwundert, warum Mamoru bei Bunny saß und so ernst aussah.

Bunny musste die Situation retten. „Er meint, dass wir bei der Mugen Schule waren.“ Sie drehte sich zu Mamoru und antwortete auf die nicht gestellte Frage. „Doch, und ich glaube, es ist nichts für mich. Zu elitär.“

Mamoru stand auf und schaute Bunny enttäuscht an. Er hatte gehofft, etwas anderes zu hören.

Er holte eine kleine Schachtel aus seiner Hosentasche und schob sie Bunny zu, so dass Unazuki es aus dem Winkel nicht sehen konnte. Bunny sah überrascht zu ihm, nahm sie und steckte sie sich ebenso unbemerkt in die Rocktasche.

Als er ging, warf sie ihm einen Blick hinterher. Am liebsten hätte sie ihn gebeten zu bleiben, ihn umarmte und nie wieder losgelassen, aber das konnte sie nicht.

Er ging zu Motoki an den Tresen und setzte sich. „Danke, dass du Unazuki abgelenkt hast.“

„Kein Problem. Wie ist es gelaufen?“, fragte Motoki neugierig.

„Sie behauptet, sie sei mit Haruka zusammen.“ Mamoru war die Enttäuschung deutlich anzusehen.

Motoki war verwundert. „Aber das kann nicht sein, neulich habe ich sie noch gefragt und da hat sie genau das Gegenteil behauptet.“

„Ich kann es auch nicht glauben. Warum geht sie mir aus dem Weg?“, fragte Mamoru verbittert.

„Vielleicht solltest du ihr auch aus dem Weg gehen, es tut dir nicht gut, sie zu sehen.“

„Ich weiß, aber je länger ich sie kenne, desto größer wird das Verlangen danach, sie zu sehen. Ich fühle mich so schlecht wegen Rei, aber ich kann einfach nicht mehr aufhören, an Bunny zu denken.“

„Du solltest jetzt nichts überstürzen. Egal, was sie für dich übrighat oder auch nicht, bis sie es dir nicht offen sagt, solltest du nichts unternehmen. Im schlimmsten Fall verlierst du Rei, und ein Mädchen wie Rei bekommst du nicht wieder zurück.“

„Ich weiß.“

Mamoru konnte nicht aus seiner Haut. Diese Widersprüche verwirrten ihn und machten ihn wahnsinnig. War sie jetzt mit Haruka zusammen oder nicht? Oder war sie etwa frisch mit ihr zusammengekommen? Er war sich sicher, dass Rei der einzige Grund war, warum sie ihm aus dem Weg ging. Eigentlich war Motokis Ratschlag, ihr auch aus dem Weg zu gehen, kein schlechter, doch die Sehnsucht nach ihr vernebelte seine Gedanken, es zog ihn zu ihr, wie die Motte in das Licht.

Mamoru drehte sich noch einmal zu Bunny um, um dann zu gehen. ‚Wenigstens konnte ich ihr das Geburtstagsgeschenk überreichen.‘

Bunny konnte sich indes nicht mehr konzentrieren. Sie setzte ein falsches Lächeln auf, versuchte Unazukis Worten zu folgen, war aber gänzlich abwesend. Sie aß die Torte auf, trank den Milchshake aus und verabschiedete sich.

Zuhause setzte sie sich wieder auf die Veranda, schaute der Sonne beim Untergehen zu und lauschte den Raben. Luna hatte auch den Weg nach Hause angetreten und Bunny versprochen, mit Artemis nach Hotaru zu schauen.

Bunny saß da und wagte es nach 15 Minuten, die kleine samtene Schachtel aus ihrer Rocktasche rauszuholen. Sie schaute sie an und fragte sich, was das sollte. Warum schenkte er ihr etwas? Sie öffnete sie vorsichtig und sah darin zwei kleine goldene Ohrstecker in Form von Sichelmonden. Bunny kamen augenblicklich die Tränen. Sie schloss die Schachtel und presste sie an ihre Brust, als wäre es der wertvollste Schatz auf Erden. Sie weinte bitterlich und konnte einfach nicht aufhören. Wieso musste sie ihn heute treffen, wieso konnte sie nicht einfach mit ihm zusammen sein, wieso war er gestorben?

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