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Die Party

Böses Erwachen — www.fanfiktion.de · All chapters

Die Party

Bunny stand pünktlich vor der Tür von Harukas und Michirus Apartment und traute sich nicht, die Klingel zu betätigen. Bei der Shoppingtour hatte Haruka Bunny eingeladen, sie und Michiru auf die Party in einem schönen Anwesen zu begleiten, und diese hatte zögerlich zugesagt. Haruka und Michiru sollten vor Ort einen Auftritt absolvieren, und Haruka bestand darauf, dass Bunny sie begleiten würde. Ihr Trost war die Tatsache, dass Michiru dabei sein würde und Haruka sich bei der Shoppingtour doch sehr zurückgehalten hatte. Da ihre Augen in der Umkleidekabine unfreiwillig verbunden waren, wusste sie nicht, wie sehr sie Haruka in Versuchung geführt hatte.

Nun stand sie vor der Wohnungstür des Apartments eines luxuriösen Hochhauses. Sie trug ein sommerliches T-Shirt und einen kurzen Faltenrock, die ihr Haruka zum Geburtstag geschenkt hatte, und hielt zwei Papiertüten von Dizzles in der Hand, um sich bei den beiden für die Party umzuziehen. Sie war nervös, weil sie eine Menge zu erklären hatte und, weil sie gleich Haruka treffen würde.

Sie klingelte und nach kurzer Zeit öffnete Michiru die Tür.

„Hallo Usagi, komm doch rein!“, empfing Michiru sie freundlich.

Sie zog sich die Schuhe am Eingang aus und ging weiter ins Wohnzimmer, wo Haruka mit verschränkten Armen auf einer Eckcouch saß und Bunny strafend ansah.

„Du hast eine Menge zu erklären, Engelchen!“, sagte Haruka unvermittelt.

Zu Bunnys Nervosität mischten sich nun auch Schuldgefühle.

„Lass sie doch erstmal ankommen.“, tadelte Michiru sie. „Möchtest du einen Tee, Usagi?“

„Nein, nein, ich komme gleich zur Sache.“ Bunny setzte sich auf die Couch, so weit wie es ging von Haruka entfernt, und begann. „Luna besuchte mich und ging mit mir meine Aufzeichnungen über meine Vergangenheit mit den Death Busters durch. Da ist sie auf eine Passage gestoßen, die mich irgendwie auf eure Schule aufmerksam gemacht hat. Und da ihr die Schule ja auch verdächtig findet, habe ich beschlossen, mich da umzusehen.“

Haruka war wütend. „Kannst du mir erklären, warum du uns nichts gesagt hast? Stell dir vor, dir wäre etwas passiert?“

Kurz hatte Bunny das Gefühl, dass sie sich rechtfertigen musste, doch ihr wurde plötzlich etwas bewusst. Sie war nicht nur stärker als ihre Gefährtinnen, sie war auch viel erfahrener als bei ihrer ersten Begegnung mit Haruka und Michiru.

„Ich bin kein kleines Kind.“ Sie sah Haruka direkt und stolz an. „Und ich bin auch nicht schwach. Ich möchte, dass wir als ebenbürtige Verbündete in den Kampf ziehen.“

„So einfach ist das nicht, Usagi.“, entgegnete Michiru ruhig. „Wir sind nicht nur da, um das Universum, sondern auch, um das Königreich des Mondes zu beschützen. Du bist im Moment alles, was vom Königreich des Mondes übrig ist, darum können wir keine ebenbürtigen Kriegerinnen sein.“

„Trotzdem, das musste ich alleine machen.“, sagte Bunny entschlossen.

Sie hatte das Gefühl, sich aus der Position, die sie früher hatte, emanzipieren zu müssen, und hatte nicht bemerkt, dass nicht nur sie, sondern auch ihre Stellung als Kriegerin mittlerweile eine andere war. Auch, wenn sie Haruka und Michiru als ebenbürtig wahrnahm, war sie in ihrem Kopf irgendwie immer noch das kleine unerfahrene Mädchen, welches zu den beiden starken und selbstbewussten Kriegerinnen aufschaute. Sie durfte sich jetzt nicht von diesen Gefühlen beirren lassen.

„Wir müssen uns jetzt umziehen!“ Haruka erhob sich sauer und ging auf ihr Zimmer.

„Komm, Bunny, wir ziehen uns in meinem Zimmer um.“, sagte Michiru ruhig und Bunny folgte ihr.

„Warum ist Haruka denn so sauer?!“, fragte Bunny, als sie und Michiru ihre Kleidung ablegten.

„Du musst wissen, dass Haruka schon seit einer Woche von nichts anderem mehr spricht.“ Michiru lächelte. „Ich halte deine Initiative auch für leichtsinnig, denn auch, wenn wir keine Beweise gefunden haben, sind wir uns sicher, dass da etwas Schlimmes vorgeht. Haruka macht sich große Sorgen um dich, seit dein Herzkristall gestohlen wurde.“

Bunnys Herz klopfte wieder etwas lauter.

Michiru begann zu kichern. „Er lief die ganze Zeit herum und fragte sich, warum du uns nicht um Hilfe gebeten hast.“

Bunny wurde etwas verlegen und holte das schöne schwarze Kleid aus der Schachtel. „Darf ich dir etwas verraten? Aber versprich, dass du es Haruka nicht sagst!“

„Versprochen!“

„Haruka mag mich, und weil ich nicht weiß, wie ich damit umgehen soll, habe ich versucht, ihr aus dem Weg zu gehen, darum war ich in eurer Schule, ohne euch zu fragen.“ Bunny hielt kurz inne. „Ich hatte auch ein wenig die Befürchtung, ihr würdet es mir ausreden.“

Michiru musste lachen. „So ist das also. Dann verstehe ich dich.“ Sie wurde wieder ernst. „Trotzdem, weih uns bitte ein, wenn du das nächste Mal so eine Aktion planst. Haruka hat mir erzählt, dass du ein ganz besonders reines Herz hast und die Hexe es mitnehmen wollte, auch wenn es keinen Talisman enthält. Wenn das stimmt, bist du in großer Gefahr.“

„Na gut!“, versprach Bunny.

Sie zogen sich weiter an, als Bunny noch etwas einfiel. „Ach ja, könnt ihr in Erfahrung bringen, was aus der Schülerin Yui Bido geworden ist?“

„Warum?“, fragte Michiru überrascht, als sie sich ihr weißes Kleid über die Schultern gezogen hatte.

„Weil sie bei Unazuki war, bevor ihr Herzkristall gestohlen wurde. Ich mache mir Sorgen, dass ihr auch etwas passiert sein könnte.“

„Das machen wir. Hilfst du mir beim Reißverschluss?“, fragte Michiru, und drehte Bunny den Rücken zu. Diese zog den Reißverschluss des sommerlichen Rüschenkleids hoch und beide gingen ins Wohnzimmer, wo Haruka in einem schwarzen Smoking bereits auf der Couch saß und auf sie wartete. Als Bunny zwei Schritte hinter Michiru aus dem Zimmer kam, raubte es Haruka sofort wieder den Atem. So schön Michiru auch war, Haruka konnte nur noch Bunny sehen und sich an diesen Augenblick in der Umkleidekabine erinnern, wo sie Bunny am liebsten einfach geküsst hätte.

Michiru unterbrach ihre Gedanken. „Wir sollten los!“

Haruka blieb schweigsam und sagte die gesamte Fahrt über kein Wort. Sie war einfach sauer, dass Bunny sie nicht um Hilfe gebeten hatte, sauer, dass sie sich in so eine Gefahr brachte und sie außenvorgelassen hatte. Sie ahnte nichts von Bunnys zwiespältigen Gefühlen und von ihren Gewissenskonflikten. Jetzt, wo sie so schroff zu ihr gewesen war, konnte sie auch nicht plötzlich anfangen zu plaudern. Sie wünschte, sie wäre ruhiger geblieben, aber nun war das Kind in den Brunnen gefallen.

Als sie ankamen, war Bunny regelrecht überwältigt. Der Ort der Party, an dem Haruka und Michiru auftreten sollten, war nichts weniger als ein riesiges Herrenhaus, das schon einem Schloss glich. Es war majestätisch und umgeben von wunderschönen Rosengärten.

Sie stiegen aus und ein Parkwächter nahm Harukas Autoschlüssel an sich, um den Wagen zu parken. Michiru stieg die Treppe hinauf, um sie anzumelden. Bunny wollte ihr folgen, doch Haruka hielt sie am Handgelenk fest.

„Warte, Engelchen!“

Bunny drehte sich um, ihr Herz klopfte wieder und Harukas Blick war ganz verändert. Der Trotz und die Wut waren völlig verschwunden. Sie schaute Bunny tief in die Augen und stieg die zwei Stufen zu ihr hinauf. Bunny traute sich kaum, sich zu bewegen. Haruka stellte sich hinter sie und legte ihr eine feine goldene Kette an, mit einem Halbmondanhänger.

„Haruka!“, sagte sie überrascht.

„Das darf nicht fehlen.“, sagte Haruka, reichte Bunny die Hand und führte sie so bis zum Festsaal. Bunny war sehr aufgeregt. Harukas Hand, die sie nicht losließ, das Herz, das laut klopfte und dieser wunderschöne Abend. Sie konnte nur froh sein, dass sie Michiru dabeihatten.

Sie betraten den Saal und Haruka führte Bunny zu Edward, dem Besitzer des Anwesens, der sich schon angeregt mit Michiru unterhielt, und der ihr von seinen Träumen von der Jugend und Zukunft erzählte.

Bunny sah ihn und erinnerte sich sofort daran, dass er in ihrem früheren Leben Opfer der Death Busters war. „Haruka,“, flüsterte Bunny ihr zu. „es ist möglich, dass heute eine Hexe erscheint, wir müssen uns in Acht nehmen.“

Haruka vernahm die Botschaft, aber die Art und Weise, wie Bunny diese vorbrachte, bereitete ihr eine Gänsehaut. Ihre Lippen berührten nur versehentlich ihr Ohr, der warme Hauch ihres Atems und ihr betörender Duft, absolut alles vereinnahmte Harukas Sinne.

Sie riss sich zusammen. „Noch spüre ich keine Bedrohung, aber ich werde wachsam sein!“

Nach einer Unterhaltung mit Edward und Bunnys aufkeimenden Erinnerungen an das letzte Aufeinandertreffen mit ihm, war sie peinlich berührt, wie unheimlich sie sich damals blamiert hatte. Erst hatte sie krampfhaft versucht, Englisch zu sprechen, um ausländische Studenten zu beeindrucken, und dann hatte sie aus Versehen zu Alkohol gegriffen und ihr wurde übel. Zum Glück hatte sie mittlerweile mehr Selbstvertrauen, und überhaupt spürte sie, dass sie sich verändert hatte, seit sie in der Vergangenheit gefangen war. Sie fragte sich, ob sie wieder die Alte wäre, wenn sie zurückkehren würde.

„Ich muss mich entschuldigen, da ist ein weiterer Gast, den ich unbedingt begrüßen möchte.“, erklärte Edward mit einem englischen Akzent und verabschiedete sich.

„Macht nichts,“, sagte Haruka. „Es ist jetzt an der Zeit für uns aufzutreten. Kommst du klar, Engelchen?“

„Aber ja, ich warte hier auf euch.“ Bunny lächelte und stellte sich an den Rand des Saals, wo sie glaubte, nicht aufzufallen.

Sie schaute sich um und beobachtete die Menschen, die alle fröhlich redeten, tranken und tanzten, als ihr Blick bei Edward hängen blieb, der gerade dabei war, den besagten Gast zu begrüßen, wegen dem er sie verlassen hatte. Es war Mamoru in Begleitung von Rei.

Bunnys Knie fingen an zu zittern. Natürlich war er dort, schließlich hatte sie ihn in ihrem letzten Leben selbst begleitet. Es hatte sie schon überfordert, wenn sie alleine auf Haruka oder Mamoru traf, aber auf beide gleichzeitig war sie nicht vorbereitet. Aus dem Weg gehen konnte sie ihm auch nicht, denn schließlich war Rei ihre Freundin und Mitbewohnerin. Sie musste sich der Herausforderung stellen.

Sie atmete tief durch und ging auf Rei zu, schließlich wollte sie nicht durch merkwürdiges Verhalten Verdacht erregen.

„Hallo Rei, was machst du denn hier?“, fragte Bunny aufgesetzt fröhlich.

„Das könnte ich dich fragen, du hast mir gar nichts davon erzählt, dass du heute hier bist.“, reagierte Rei positiv überrascht.

„Haruka hat mich eingeladen, sie und Michiru zu begleiten.“

„Verstehe.“ Rei nickte. „Ich bin jedenfalls froh, dich zu sehen, hier wimmelt es nur von ausländischen Studenten, und mein Englisch reicht nur für Smalltalk.“, sagte Rei unter vorgehaltener Hand und beide begannen zu lachen.

Bunny ignorierte Mamoru, da er in die Unterhaltung mit Edward vertieft war und sie sich ihm früher oder später stellen musste. So genoss sie die schöne Plauderei mit Rei und den netten ausländischen Studenten, die, wie sich herausstellte, ausgezeichnet Japanisch sprachen.

Edward verließ die junge Gruppe und Rei nutzte sofort die Gelegenheit. „Schau mal, Mamoru, Bunny ist auch hier!“

„Schön, dich zu sehen.“, sagte er ruhig.

Er hatte sie schon zuvor wahrgenommen, und es kostete ihn viel Mühe, sich auf das Gespräch mit Edward zu konzentrieren. Nun konnte er sie einen Augenblick ganz genau betrachten, ohne Verdacht zu erregen. Dieses wunderschöne schwarze Kleid, das goldene Haar, das an ihren Schultern herunterfiel. Kurz stockte sein Atem. Sie trug die Ohrringe, die er ihr geschenkt hatte. Ein winziger Funken Hoffnung erwachte wieder, doch er vergaß nicht, mit wem er da war.

„Soll ich uns etwas zu trinken holen?“, fragte er erst an Rei gewandt, die das Angebot dankbar annahm, und dann an Bunny, die ablehnte.

Die Musik verstummte, und Edward begann eine Ankündigung zu machen. „Ladies and Gentlemen, darf ich Ihre Aufmerksamkeit auf zwei besondere Gäste des heutigen Abends richten! Für uns an der Geige und am Klavier, Miss Michiru Kaiou und Haruka Tenou!“

Beide stellten sich kurz auf und verbeugten sich. Haruka setzte sich ans Klavier und Michiru legte die Geige an. Die Musik ertönte.

Mamoru konnte es kaum glauben, was er da hörte. Er schaute zur Bühne auf und sah Haruka am Klavier. Bis zu diesem Augenblick war er so überrascht und glücklich, Bunny wiederzusehen, dass er sich gar nicht fragte, was sie hier tat. Nun wusste er es, sie begleitete diese Haruka. Er war regelrecht froh, dass er sich auf den Weg machte, Getränke zu holen, denn er konnte in diesem Moment die Fassung nicht mehr wahren.

Als er wiederkam, sah er, wie Bunny sich angeregt mit Rei unterhielt. Mittlerweile war sie völlig gelöst und genoss die Gespräche und die kleinen Lästereien über die anderen Damen, wie es unter Mädchen manches Mal so üblich war.

Mamoru musste sich von der Situation ablenken und sich selbst beweisen, wie wichtig ihm Rei noch war, und lud sie zu einem Tanz ein. Sie trank einen Schluck aus ihrem Glas, stellte es auf einen kleinen Tisch, neben dem sie standen und folgte Mamoru auf die Tanzfläche. Mamoru war ein perfekter Gentleman und schenkte Rei all seine Aufmerksamkeit, doch kam er nicht umhin, immer wieder einen Blick zu Bunny zu riskieren, die so wunderschön, wie sie war, dastand und alles beobachtete. Ab und zu verirrte sich ein netter junger Mann zu ihr, der sie zum Tanz aufforderte, doch sie lehnte immer ab. Mamoru fragte sich, ob es wegen Haruka war.

Auch Haruka, die konzentriert in die Tasten schlug, wagte ab und zu einen kurzen Blick zur Tanzfläche. Und da erblickte sie, wie Mamoru mit Rei zu ihrer Musik tanzte. Sofort packte sie die Eifersucht und sie erwischte eine falsche Taste.

„Haruka!“, zischte Michiru leise.

„Tut mir leid.“, reagierte diese ebenso leise.

Michiru schaute in den Saal und sah Mamoru und Rei. Nun wusste sie, was los war.

Als sie das letzte Stück beendet hatten und wieder nach unten gingen, machte sich Haruka sofort auf den Weg zu Bunny, während Michiru sich noch einmal zu Edward gesellte.

„Hast du gewusst, dass er hier sein würde?“, fragte Haruka neugierig mit einem Blick zu Mamoru.

„Nein, das hat mich auch überrascht.“, reagierte Bunny zurückhaltend.

„Ist es schlimm?“ Haruka war etwas besorgt, da sie um Bunnys Gefühle wusste.

„Nein, er ist mit Rei hier, das macht mich froh.“, sagte Bunny neutral, doch Haruka hörte die Niedergeschlagenheit in ihrer Stimme.

„Lass uns tanzen.“ Haruka reichte Bunny mit einem Lächeln die Hand.

Sie konnte nicht anders, als das Lächeln zu erwidern. „Gerne!“

Sie führte Bunny zur Tanzfläche, und mit dem Erklingen der Musik begannen sie zu tanzen. Haruka legte ihre Hand auf Bunnys Rücken, und schon die ersten Berührungen ihrer Fingerspitzen an Bunnys zarter Haut fühlten sich elektrisierend an. Sie wagte es kaum, ihre Hand auf der nackten Haut abzulegen, der porzellanhellen Haut, die sie schon so oft aus der Ferne betrachtet hatte. Sie zu berühren und die Erinnerung daran, wie sie fast vollständig entkleidet vor ihr stand und sie unschuldig ansah, versetzte ihren ganzen Körper in ein angenehmes Kribbeln.

Ihr freier Rücken war so verführerisch, dass sie nicht anders konnte, als ihn berühren zu wollen. Langsam führte sie ihre Hand in einer zärtlichen Bewegung Bunnys Rückenlinie entlang und kostete jeden Zentimeter aus, bis die Hand am letzten freien Stück des Kleides angekommen war.

Als Bunny der Aufforderung zum Tanz nachkam, erinnerte sie sich an diesen Tanz in ihrem früheren Leben. Auch da hatte Haruka sie aufgefordert, doch damals war es eine Geste der Freundschaft und Bunnys Gefühle waren bloße Schwärmerei für diese unheimlich coole Frau. Dieses Mal war es völlig anders, denn die Nähe beim Tanzen nahm sie schnell ein, und als Haruka anfing, ihre Hand auf Bunnys Rücken zu bewegen, bekam sie eine Gänsehaut. Es war, als würde eine Feder über ihre Haut streifen. Ihr Blick verschwamm und sie versank in diesem Moment. Sie vergas sogar, dass Mamoru unweit von ihr mit Rei tanzte und alles hätte sehen können. Doch vielleicht war es auch gut, denn so konnte er sie aufgeben und sich wieder auf Rei konzentrieren.

Gerade, als diese Gedanken sie fast wieder klar werden ließen, presste Haruka ihre Handfläche an ihren unteren Rücken. Sie drückte ihre Finger auf Bunnys nackte, weiche Haut und zog sie mit einem Ruck an sich. Nur noch ihre Kleider trennten sie voneinander. Sie schaute überrascht hoch und traf Harukas Blick. Bunny sah die Worte in Harukas Augen, die sie nicht auszusprechen brauchte. ‚Du gehörst gerade nur mir‘ und ‚Ich will dich‘. Bunnys Herz begann zu rasen, doch sie konnte nicht wegschauen. Ihr Blick durchdrang sie, und sie wusste, dass sie sie jetzt küssen würde, wenn sie alleine wären.

Mamoru entging das nicht. Er hatte Mühe, sich zusammenzureißen und sich nichts anmerken zu lassen. Wie Bunny zu Haruka blickte, so innig und gebannt.

Die Nähe zwischen ihnen machte ihn rasend, und doch konnte er nichts unternehmen, denn er hatte nicht das Recht, sich zwischen sie zu stellen. Und er hatte auch nicht das Recht, das Mädchen in seinen Armen zu verletzen. Eines wurde ihm jedoch klar, Bunny hatte nicht gelogen. Ihr Herz musste Haruka gehören, anders konnte es nicht sein.

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