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Chaos auf der Party

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Chaos auf der Party

Bunny und Haruka waren in diesem Tanz versunken und nahmen ihre Umgebung nicht mehr wahr. Der Klang der Musik entführte sie in ihre eigene Welt, und Bunny ließ sich fallen, auch wenn sie eigentlich nur tanzen wollte.

Dieser Moment wurde unsanft unterbrochen, als Michiru zu ihnen trat. „Das Meer beginnt zu tosen.“

Haruka, die aus ihrer Trace gerissen wurde, schaute Michiru besorgt an. Alle drei schauten sich um, ob schon etwas Verdächtiges im Gange war, und sahen bald Rauch aus einer Tür entweichen.

„Nicht die Tür öffnen!“, rief Haruka einem Kellner zu, der gerade in die Küche wollte, doch es war nicht mehr aufzuhalten, die Tür platzte auf, der Rauch strömte in den Saal und verteilte sich schnell überall im Raum. Nur Bunny, Haruka und Michiru konnten dem ausströmenden Schlafgas entkommen und flüchteten nach draußen auf den Balkon. Alle anderen Gäste, auch Rei und Mamoru, sanken bewusstlos zu Boden.

„Du hattest recht, Engelchen!“, sagte Haruka mit einem verschmitzten Lächeln und verwandelte sich. Auch Bunny und Michiru taten es ihr gleich.

Der Rauch war mittlerweile so weit verflogen, dass die drei den Saal wieder gefahrlos betreten konnten. Nur noch eine Frau in einem Abendkleid in chinesischem Stil und einer Gasmaske stand im Saal und lachte voller Schadenfreude. Sie betätigte einen Knopf, und ihr weißer Kombi brach im Rückwärtsgang durch die Wand. Der Kofferraum öffnete sich.

„Dämon erscheine!“, rief sie.

Eine Metallkiste im Kofferraum öffnete sich und pinker Rauch erschien, aus dem ein Dämon aufstieg.

„Los Chikon, hol dir das reine Herz dieses Mannes!“ Die Hexe mit den feuerroten Haaren deutete mit dem Finger auf Edward, der gerade noch so bei Bewusstsein war, weil er sich rechtzeitig ein Tuch vor den Mund gepresst und das lähmende Gas nicht eingeatmet hatte.

Chikon machte sich auf, um Edward seinen Herzkristall zu entreißen, doch da standen auch schon die Sailorkriegerinnen vor ihnen.

„Wir werden nicht zulassen, dass du die Träume dieses Mannes zerstörst!“, sagte Sailor Moon entschlossen.

Eugeal drehte sich um und zog sich die Maske vom Gesicht. Ihr Blick war genervt.

„Seid ihr diese lästigen Sailorkriegerinnen, die alle meine Gefährtinnen vernichtet haben? Glaubt nicht, dass ich auch so leicht zu besiegen bin. Los Chikon, greif sie an!“, befahl sie, die sich als letzte der fünf Hexen verpflichtet sah, sich zu rächen.

Chikon tat, wie ihr geheißen und griff augenblicklich an. Sie feuerte blaue Rosen ab, die bei ihrem Aufprall explodierten, doch es nützte nichts, gegen die Mächte der Sailor Kriegerinnen kam sie nicht an.

„Neptun, flieg!“

Eugeal nutzte den hitzigen Moment und griff die Kriegerinnen aus dem Hinterhalt an.

Wie aus dem Nichts zückte sie eine Kanone und feuerte sie ab. „Feuerklingen, fliegt!“

Die brennenden Klingen flogen auf Sailor Moon zu. Sie hätte in diesem Gemenge nicht reagieren können, doch Uranus sprang in den Weg und riss Sailor Moon zur Seite.

„Alles in Ordnung, Sailor Moon? Ah…“, stöhnte Uranus plötzlich vor Schmerzen auf. Eine der Klingen hatte die Kriegerin an der Schulter erwischt und eine tiefe Schnittwunde hinterlassen.

„Ja, aber was ist mit dir?“, fragte Sailor Moon mit einem nervösen Blick.

„Es ist nichts.“, stöhnte Uranus weiter. „Du musst weiterkämpfen.“

Chikon war durch Neptuns Angriff geschwächt, doch Eugeal hatte genug. Gegen zwei voll einsatzfähige Kriegerinnen hatte sie keine Chance. Sie sprang in ihren Kombi und drückte aufs Gas.

Neptun sprang auf. „Sailor Moon vernichte das Monster und kümmere dich um Uranus! Ich werde die Hexe verfolgen.“

Sailor Moon erhob sich und machte kurzen Prozess mit Chikon. Die Macht des Lichts verwandelte den Dämon zu Staub.

Sie half Uranus auf. „Lass uns gehen, bevor die Gäste wieder wach werden.“

Auf dem Weg nach draußen verwandelten sie sich zurück. Bunny wollte Haruka stützen, doch sie konnte trotz Schmerzen noch laufen.

„Kannst du fahren oder soll ich ein Taxi rufen?“

„Ich kriege das schon hin.“, sagte Haruka mit schmerzverzerrtem Gesicht und ging mit Bunny zu den Autos. In diesem Chaos konnten sie nicht damit rechnen, dass noch jemand da war, der den Parkservice übernehmen würde.

Sie stiegen ins Auto und fuhren los. Ihr Weg führte sie durch das nächtliche Tokyo. Bunny fragte immer wieder, wie es Haruka ging, und ob sie Schmerzen hatte. Wie schwer die Verletzung war, war nicht abzusehen, da sie keine Zeit hatten, es vor Ort zu kontrollieren.

„Sollten wir nicht in ein Krankenhaus fahren?“

Bunnys Einwand war berechtigt, doch Haruka lehnte ab. „Und wie willst du es denen erklären?“, sie musste lachen. „Außerdem weißt du selbst, dass wir als Sailorkriegerinnen schneller heilen als normale Menschen. Das ist noch schwerer zu erklären.“

„Als ich Mamoru beschützt habe, hast du mich auch in ein Krankenhaus gebracht und mich gezwungen, ganz lange Bettruhe zu halten.“, erwiderte sie trotzig.

Bei dem Namen musste Haruka sich zurückhalten. „Das ist richtig, aber eine Gehirnerschütterung heilt nicht in zwei Wochen. Oder ist dir nicht aufgefallen, wie schnell es dir wieder besser ging?“

Bunny senkte den Kopf. Gegen diese Argumente kam sie nicht an, doch ihre Sorgen wurden dadurch nicht geschmälert. Sie vertraute darauf, dass Haruka als Rennfahrerin trotz der Verletzung sicher nach Hause kommen würde, und so war es auch. Sie fuhren gemeinsam mit dem Fahrstuhl nach oben und betraten das Wohnzimmer, wo sich Haruka sofort auf die Couch setzte.

„Wo ist der Verbandskasten?“, fragte Bunny sofort.

„Der ist im unteren Schrank im Flur.“, wies Haruka sie an.

Bunny fand ihn sofort und brachte ihn zum Tisch neben der Couch. Sie lief in die Küche und suchte nach einer Schüssel für warmes Wasser und fragte nach ein paar Lappen oder Tüchern, um die Wunde zu reinigen. Haruka beobachtete sie und empfand eine wohlige Wärme.

Als sie alles beisammenhatte, setzte sie sich zu Haruka.

„Du musst deinen Oberkörper freimachen, damit ich die Wunde versorgen kann.“

Haruka versuchte vorsichtig, das Jackett des Smokings auszuziehen, doch es schmerzte zu sehr, den Arm zu bewegen. Bunny half ihr und zog das Jackett vorsichtig von ihren Schultern. Haruka stöhnte vor Schmerzen, blieb aber tapfer.

„Und jetzt das Hemd.“ Bunny schnürte die Fliege los und legte sie auf das Jackett.

Sie begann Harukas Hemd aufzuknöpfen. Trotz der Schmerzen, die Haruka hatte, genoss sie die Situation. Knopf für Knopf öffnete Bunny das weiße Hemd und legte ihre Brust Zentimeter für Zentimeter frei. Plötzlich stockte sie und sah Haruka mit aufgerissenen Augen an.

„Du bist ja ein Junge!“

Bunny schaute abwechselnd in Harukas Gesicht und auf seine flache Brust. Dann wich sie von ihm zurück.

„Was dachtest du denn, was ich bin?“, fragte Haruka überrascht, ob Bunnys Reaktion.

Bunny schaute entsetzt zu ihm. „Na, ein Mädchen, natürlich!“

„Wie kommst du darauf? Ich habe nie behauptet, dass ich ein Mädchen bin.“ Haruka war fassungslos.

„Da, wo ich herkomme, bist du aber ein Mädchen! Ein sehr jungenhaftes Mädchen, aber ein Mädchen.“, erklärte Bunny aufgeregt.

„Das erklärt dann auch, warum du keine Scham hattest, dich mir in Unterwäsche zu zeigen.“ Er lächelte verschmitzt.

Bunny wurden plötzlich wieder die Augenblicke bewusst, als ihr Kleid gerissen war und als sie in der Umkleidekabine in der Klemme steckte. Beide Male stand sie ohne Scheu in Unterwäsche vor Haruka, weil sie fest davon überzeugt war, sie wäre in der Gegenwart eines Mädchens. Sie wurde knallrot und konnte sich nur noch schämen. Womöglich hatte sie mit diesem gedankenlosen Verhalten seine Annäherungsversuche nur angestachelt.

„Das scheint ein richtiger Schock für dich zu sein, Engelchen.“, sagte Haruka mitfühlend. „Ich wollte dich nicht in Verlegenheit bringen.“

„Das war ja mein Fehler.“, sagte Bunny verschämt.

„Leider komme ich ohne dich trotzdem nicht weiter.“

Bunny wandte sich ihm zu und begann wieder, die Knöpfe seines Hemdes sehr vorsichtig zu öffnen. Sie war immer noch so verlegen und ihr Gesicht war rot. Ihr Herz wollte ihr fast aus der Brust springen, aber so konnte sie ihn nicht hier sitzen lassen.

Seine Augen lagen auf ihrem Gesicht. Er fand sie so süß und zauberhaft, wie sie peinlich berührt vor ihm saß, die Knöpfe seines Hemdes öffnete und seine Brust nach und nach freilegte. Sie war ihm so nah. Er wollte so gerne in ihre Augen schauen, doch sie vermied jeden Blickkontakt, zu groß war ihre Verlegenheit und die Befürchtung, es würde nicht bei einem Blick bleiben.

Als das Hemd offen war, streifte sie es erst von der unverletzten und dann vorsichtig von der verletzten Schulter. Er war zwar schlank, doch sein Oberkörper war muskulös und drahtig. Es erinnerte sie an Bilder von Statuen griechischer Götter aus der Renaissance, die so kraftvoll und geschmeidig zugleich aussahen. Wie hatte sie nicht bemerken können, dass er kein Mädchen war? Es erschien ihr nun so offensichtlich.

Zwischen ihnen baute sich eine Spannung auf, die sich immer mehr verdichtete. Bunny empfand es schon beim Tanz mit ihm, doch nun stieg eine Hitze in ihr auf. So viel Nähe, so viel Haut, sie musste aufpassen, nicht die Fassung zu verlieren.

Sie beugte sich zur Schüssel mit dem Wasser und tauchte einen weißen Lappen hinein, der sich mit Wasser vollsog.

„Das könnte jetzt etwas wehtun.“, sagte sie leise und begann, die Wunde abzutupfen.

„Ahhh…“ Haruka konnte ein schmerzerfülltes Stöhnen nicht unterdrücken.

Bunny machte vorsichtig weiter und war erstaunt, wie weit die Heilung schon vorangeschritten war.

„Es ist zwar schon deutlich besser, aber ich sollte die Wunde trotzdem desinfizieren und verbinden.“

Bunny setzte ihre Arbeit fort. Sie konnte kaum noch klar denken. Sie wollte einfach nur noch schnell fertig werden und sich am besten ganz weit wegsetzen, damit bloß nichts passieren konnte. Haruka dagegen genoss ihre Nähe und jede Berührung. Ihr leises Hauchen klang so verführerisch, und ihr Parfum roch so betörend.

Gerade, als sie endlich fertig war, und die Wunde abgeklebt hatte, ging es Haruka zumindest so gut, dass er sich wieder besser bewegen konnte. Bunny wollte gerade aufstehen und sich mit dem Aufräumen des Verbandszeugs ablenken, um ihm und ihrem Drang zu entgehen, doch er ergriff sie am Handgelenk und zog sie zu sich. Sie fand sich auf seinem Schoß und in seinen Armen wieder. Er stöhnte etwas vor Schmerzen, drückte sie aber trotzdem fest an sich.

„Geh nicht, ich will dich festhalten.“ Seine Arme umschlossen ihren Körper, und er hörte ihren rasenden Herzschlag. Er löste sich etwas von ihr und schaute in ihr Gesicht.

„Dieses Mal wird mich niemand stören.“, flüsterte er und küsste sie.

Sie fühlte sich überrumpelt, doch sie konnte sich nicht gegen das Verlangen wehren und erwiderte den Kuss. Endlich konnte er ihre weichen Lippen berühren, sie kosten und schmecken. Der Kuss war so weich und warm und so eindringlich.

Haruka führte ihren Körper, so dass ihre Beine seine Hüfte umschlossen und sie rittlings auf seinem Schoß saß. Sein Körper war so heiß. Sie drückte sich an ihn und küsste ihn so voller Leidenschaft. Eine Hand ergriff ihren Po und drücke sie noch fester an sich. Ganz automatisch presste sich ihre Hüfte an seine und sie spürte, dass sein Körper reagierte und mehr als nur einen Kuss wollte. Sie konnte sich gegen diese Gefühle nicht mehr wehren und wollte es nicht. Haruka griff an die breiten Träger ihres Kleides und wollte es ihr von den Schultern ziehen, wollte ihre Haut spüren und sie ganz für sich allein haben, als sie den Schlüssel in der Tür hörten. Bunny stieg schnell von Haruka herunter und setzte sich gerötet und erregt neben ihn.

Michiru betrat erschöpft den Raum. „Ein Glück, euch geht es gut.“

„Engelchen hat sich gut um mich gekümmert.“ Er warf einen Blick zu Bunny, die verschämt wegguckte. „Konntest du die Hexe erwischen?“

„Leider nein. Ich habe sie bis in die Innenstadt verfolgt, danach hat sich ihre Spur in Luft aufgelöst.“

„Und wie weit war das von unserer Schule?“, fragte Haruka gespannt.

„Nicht sehr weit. Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass es etwas mit der Schule auf sich hat.“, sagte Michiru nachdenklich.

Bunny saß daneben und konnte kein Wort sagen. Sie war erstaunt, wie schnell Haruka umschalten konnte und so tat, als wäre nichts gewesen. Ihr Herz raste noch vor Aufregung, weil Michiru so plötzlich aufgetaucht war. Im Grunde war sie froh, dass es so war, denn sonst hätte sie nicht aufhören können.

„Ich muss jetzt nach Hause, sonst machen sich die anderen Sorgen um mich.“, sagte Bunny leise.

Haruka sprang auf. „Warte, ich bringe dich nach Hause!“

„Nein, ich schaffe das alleine.“, reagierte Bunny sehr verlegen.

„Red keinen Unsinn. Es ist viel zu spät, um allein nach Hause zu fahren. Pack deine Kleidung ein, ich ziehe mir eben was über.“

Bunny war dazu verdonnert worden, noch mehr Zeit mit ihm zu verbringen. Die gesamte Fahrt über schwiegen sie. Bunny wusste ohnehin nicht, was sie hätte sagen können oder sollen. Sie wusste nicht warum, doch sie hatte ein schlechtes Gewissen, dass sie so eine tiefe Zuneigung für Haruka empfand und sie so eine Nähe zugelassen hatte.

Das Auto hielt und Haruka wagte es, das Wort zu ergreifen. „Engelchen, darf ich dich noch einmal küssen?“

„Nein, lieber nicht.“ Sie stieg aus dem Wagen. „Es war ein Fehler, es tut mir leid.“

Bunny lief die Stufen zum Tempel hoch und blickte nicht mehr zurück. Haruka schaute ihr nach und verfluchte sich. Er hatte Angst, sie nun verloren zu haben, doch er hatte sich schon bei seinem Unfall auf der Rennstrecke versprochen, dass er sie nicht aufgeben würde. Nein, er würde nicht aufgeben.

Bunny saß wie benommen in ihrem Zimmer. Alle anderen schliefen schon, doch sie bekam kein Auge zu. Ihre Gedanken kreisten nur noch um diesen Abend und um diesen Kuss. Sie kam einfach nicht darauf klar, dass Haruka ein Junge sein sollte, der sich in eine Sailorkriegerin verwandelte. Er kam ihr schon maskuliner vor, als zuvor, doch die Überzeugung, dass er ein Mädchen sein musste, hatte jeden rationalen Gedanken weggewischt. Aber die bedeutendere Frage war, warum er KEIN Mädchen war.

Je tiefer sie in dieser Welt drinsteckte, desto weniger Sinn ergab alles.  War es wirklich die Vergangenheit? Oder war sie in einem Traum gefangen?

Ihre Gedanken führten sie auch zu Mamoru, der diesen intimen Tanz zwischen Haruka und ihr bestimmt gesehen hatte. Das Gefühl, ihn hintergangen und verletzt zu haben, war so stark, doch sie musste sich zum hundertsten Mal ermahnen, dass es nicht ihr Mamoru war, sondern der von Rei. Es war besser, dass er das mitangesehen hatte, so musste sie ihn wenigstens nicht weiter davon überzeugen, dass Haruka und sie ein Paar waren.

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