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Massiver Einschlag

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Massiver Einschlag

Am nächsten Tag um 11:13 Uhr riss Bunny die Augen auf. Als ihr klar wurde, dass sie gerade wegen eines schlechten Traums aufgewacht war, setzte sie sich schnell auf und suchte mit ihren Augen nach Luna. Durch die weißen Papiertüren ihres Zimmers war der Raum schon hell und so fand Bunny die kleine Katze schnell neben sich liegend und schlafend.

„Luna!“, sagte sie, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, die Katze im Schlaf zu erschrecken.

Diese erhob langsam den Kopf, gähnte und schaute zu Bunny.

„Guten Morgen.“

„Luna!“, wiederholte Bunny erneut so eindringlich.

„Was ist denn?“, fragte sie nun etwas munterer und verwunderter.

„Ich weiß es wieder! Ich weiß, was passieren wird!“ Bunnys Blick wurde mit einem Mal ernst und sehr besorgt. Sie wollte augenblicklich alles loswerden, was sie in ihrem Traum gesehen hatte, bevor es, wie alle Träume, wieder verblasste.

„Du kannst dich erinnern?“ Luna stellte sich nun auf alle Viere und schaute Bunny intensiv an.

Bunny kniete sich vor Luna und beugte sich zu ihr. Ihr Haar war vollkommen zerzaust und ihr Yukata war verrutscht.

„In meiner Vergangenheit waren die Talismane in den Herzen von Haruka und Michiru. Eugeal hat sie zu sich gelockt und sie ausgetrickst.“, erzählte Bunny hastig.

Luna erschrak. „Aber das bedeutet ja, dass die Feinde gerade dabei sind, sich die Talismane unter den Nagel zu reißen!“

„Ich muss Haruka sofort warnen.“

Bunny sprang auf, zurrte sich den Yukata fest und lief zum Telefon. Sie wählte die Nummer von Haruka und Michiru, doch sie erreichte niemanden. Auch nach mehreren Versuchen reagierte nur der Anrufbeantworter, der sie bat, eine Nachricht zu hinterlassen. Bunny wurde immer nervöser und es verstrich immer mehr kostbare Zeit.

Sie rannte zurück in ihr Zimmer, wo Luna noch auf sie wartete.

„Hast du ihn erreicht?“

„Nein!“, sagte Bunny und begann hastig, sich anzukleiden und sich zu kämmen. „Ich muss sofort zu ihm, ich darf keine Zeit mehr verlieren. Es ist schon 12 Uhr, bis ich bei ihm bin, dauert es eine halbe Stunde.“

„Ich begleite dich!“, sagte Luna entschlossen.

„Geh bitte zum Nakatomi-Tower und halte dort die Augen offen. Ich will den Vorteil ausnutzen, dass Eugeal uns nicht bemerkt hat.“

„Na gut.“, sagte Luna etwas skeptisch und rannte los.

Auch Bunny brach kurz darauf auf. Sie rannte zwischen den einzelnen Stationen hin und her und konnte in Bus und Bahn kaum stillsitzen, weil sie sich so untätig fühlte. Ihre Sorge wurde immer größer.

Der Traum, der normalerweise verblasst wäre, wie alle ihre Erinnerungen aus ihrem letzten Leben, verblasste dieses Mal nicht. Er war immer noch da und die Gefühle, die sie damals durchlebt hatte, waren so präsent wie vor zwei Jahren, als sie versuchte, Uranus die Waffe zu entreißen, die ihren Herzkristall aus ihr lösen würde. Damals stieß Uranus sie von sich und richtete die Waffe gegen sich selbst. In Bunnys Brust zog sich alles zusammen, sie spürte den Schmerz über Uranus‘ Tod. Zwar wusste sie, dass die Talismane sie nicht hatten sterben lassen, aber diese Welt schien Bunny unberechenbar und sie wusste nicht, ob diese Talismane ihr Haruka nicht wegnehmen würden, schließlich hatte es die Sailor Moon dieser Vergangenheit auch nicht überlebt.

Endlich am Ziel angekommen, klingelte Bunny an Harukas Tür. Sie hatte so viel Zeit verloren, dass sie fürchtete, ihn verpasst zu haben, doch zu ihrer Überraschung öffnete er die Tür und lächelte sie müde an.

„Haruka, du darfst nicht dahin gehen!“, flehte sie ihn an.

Er antwortete nicht, schloss nur die Eingangstür, ging in sein Schlafzimmer und setzte sich auf die Bettkante des Doppelbetts.

Bunny folgte ihm und redete eindringlich weiter. „Hast du mich gehört? Du muss hierbleiben und ich gehe und rette Michiru.“

Er reichte ihr die Hand, die sie erst anschaute und dann ergriff. Vielleicht würde er besser verstehen, wenn er sie berühren konnte, doch er zog sie an sich und umarmte sie. Er saß vor ihr, drückte sie fest an sich und presste sein Gesicht an ihre Brust. Bunny war so überrascht, dass sie aufhörte zu reden. Hatte sie ihn etwa schon überzeugt?

Er lockerte die Umarmung und zog sie zu sich herunter. Dieses Mal wollte er nicht innehalten und küsste sie sofort. Seine Lippen trafen auf ihre und er öffnete seinen Mund, um ihren zu spüren. Er küsste sie so leidenschaftlich, als wollte er sie vollkommen auskosten. Dieses Gefühl der Anziehung und dieser Kuss übermannten sie. Eigentlich war es nicht der Moment für sowas und sie wollte sich von ihm lösen, doch er ließ sie nicht. Seine warme, weiche Zunge spielte mit ihrer und sie ließ sich fallen. Mit einem sanften Ruck zog er sie auf sein Bett und legte sich auf sie.

„Haruka!“, versuchte sie zu protestieren, doch seine Lippen trafen erneut auf ihre.

Der Kuss wurde von Sekunde zu Sekunde heftiger und leidenschaftlicher. Sie spürte seinen ganzen Körper auf ihrem, instinktiv breitete sie ihre Beine aus, um ihn noch intensiver zu spüren. Seine Hand rutschte unter ihr Shirt und seine Finger vergruben sich in ihrem Rücken, um dann zu ihrer Brust zu wandern. Er streichelte und drückte sie beherzt, um dann mit der Hand ihren Arm entlang nach oben zu streicheln.

Bunny wusste nicht, wie das passiert war. Obwohl es nicht der Augenblick für ihre Zuneigung zu ihm war, wehrte sie sich nicht genug. Hier bei ihm zu sein, erschien ihr gerade so richtig. Sie wollte ihn so sehr spüren und konnte nicht aufhören, diesen heißen Kuss zu erwidern. Sie wollte, dass er sie überall berührte, doch seine Hand blieb oben an ihrem linken Arm. Er hielt sie dort fest, was ihre Lust weiter steigerte.

Der Kuss wurde langsamer, er löste seine Lippen und umarmte sie fest. Sie spürte, dass es keine leidenschaftliche Umarmung mehr war. Er klammerte sich an sie, als wäre es das Letzte, was ihm blieb, bevor er es verlieren würde. Als er ihr Handgelenk losließ und aufstand, merkte sie, dass sie mit einem Kabelbinder ans Bett gefesselt war und Haruka ihre Brosche in der Hand hielt.

„Haruka, du darfst da nicht alleine hingehen, du und Michiru, ihr beide habt die Talismane.“, rief Bunny verzweifelt, in der Hoffnung, dass ihn das wachrütteln würde.

„Ich weiß.“, sagte er trocken.

„Woher?“, erwiderte Bunny geschockt.

„Ich habe eins und eins zusammengezählt.“

„Dann lass mich mitkommen!“, flehte sie wieder.

„Nein, Engelchen,“, sagte er mit einem sanften Lächeln. „Du würdest nur verhindern, dass die Talismane unsere Herzen verlassen.“ Er schritt ins Wohnzimmer und legte ihre Brosche auf den Wohnzimmertisch. „Ich werde Eugeal besiegen und dann werden Michiru und ich die Talismane aus unseren Herzen lösen.“

„Nein!“, schrie Bunny verzweifelt.

Tränen sammelten sich in ihren Augen, und sie sah nur noch verschwommen, wie er die Tür hinter sich schloss.

Panisch begann sie, nach einer Lösung zu suchen. Sie durchsuchte alle Schubladen und Fächer, die sie mit ihrem Körper erreichen konnte, doch sie hatte keine Möglichkeit, sich loszubinden. Er hatte sie so festgebunden, dass sie ihr Handgelenk nicht hätte herausziehen können, und so blieb ihr nur noch übrig, auf seinem Bett zu sitzen und bitterlich zu weinen. Sie konnte nicht begreifen, wie sinnlos Haruka gerade reagiert hatte. Sie rief sich unweigerlich die alte Haruka in Erinnerung, wie sie in ihren Armen starb. Alles zog sich in ihrer Brust zusammen. Nur die Hoffnung, dass dieser Haruka es vielleicht gegen Eugeal schaffen würde, hielt sie davon ab, ganz zu verzweifeln, doch wenn er danach die Talismane lösen würde, was wäre dann? Wer würde sie losmachen und wer würde die Talismane in Sicherheit bringen?

Bunny kauerte sich auf dem Bett zusammen. Saß halb auf der Kante, die Knie eng an sich gepresst und weinend, der linke Arm ausgestreckt und immer noch angebunden.

„Bunny!“, hörte sie plötzlich eine Stimme sagen, und schaute überrascht hoch. Vor ihr stand Luna.

„Luna? Wie bist du hier reingekommen?“

Luna zückte eine Kralle und deutete darauf, dass sie die Tür geknackt hatte. Anschließend sprang sie auf den Nachttisch und schnitt mit einer Bewegung die Fessel los.

„Wir müssen uns beeilen!“, sagte Luna zu der verdutzten Bunny. Diese griff die Brosche vom Wohnzimmertisch und beide liefen los.

Auf dem Weg verwandelte Bunny sich, um ihr Ziel schneller zu erreichen und Luna stillte ihre Neugier und berichtete, warum sie bei ihr war. Sie hielt Bunnys Handeln für überstürzt und glaubte kaum daran, dass sie Haruka alleine hätte überzeugen können, daher hatte sie einen Zwischenstopp bei Artemis gemacht, der nun an ihrer Stelle an der Baustelle des künftigen Nakatomi Towers war.

Als sie sich der Baustelle näherten, hörten sie den Kampf, der bereits im vollen Gange war. Aus der Ferne blitze das Licht von Uranus‘ Angriff, aber auch von Eugeals Hexenfeuer auf. Sailor Moon konnte nur hoffen, dass sie nicht zu spät war.

Gerade, als sie auf der Etage landete, auf der der Kampf stattfand, schoss Eugeal eine Waffe ab, die Uranus mitten ins Herz traf. Der Herzkristall wurde aus ihrer Brust katapultiert und begann in der Luft zu schweben. Luna sah, dass Michiru in ihrem schönen Yukata bereits am Boden lag und über ihr ebenfalls der Herzkristall schwebte. Sie waren zu spät.

Sailor Moon fühlte, wie ihr Herz zerbrach. Sie konnte es kaum fassen, die beiden so zu sehen. Sie konnte es kaum fassen, Uranus so zu sehen.

„Haruka!“, schrie sie verzweifelt und schaute Eugeal voller Wut und Tränen an.

„Du kommst zu spät.“, sagte Eugeal sarkastisch.

Sie streckte ihre Hand nach Harukas Kristall aus, als Artemis aus der Dunkelheit auf sie zusprang und in ihre Hand biss. Sie zog die Hand an sich und schrie: „Blödes Mistvieh!“

„Das ist deine Chance, Sailor Moon!“, rief Luna.

Das ließ sie sich nicht zwei Mal sagen, holte aus und sprach die magischen Worte.

„Licht des Silbermonds, schein' und heile!“

Sofort wurde es gleißend hell. Eugeal hatte keine Chance, dem Licht zu entkommen, und verschwand mit einem gellenden Schrei wie Asche im Wind.

„Schaut bitte nach Michiru!“, rief Sailor Moon zu Luna und Artemis, und eilte sofort zu Uranus. Sie griff nach ihrem Kristall und hockte sich vor sie.

„Haruka.“, sagte sie ganz leise und traurig. „Bitte, wach auf!“

Noch mehr Tränen sammelten sich in ihren Augen. Sie hielt den Herzkristall über ihre Brust und hoffte, dass er, wie auch sonst, wieder darin verschwinden würde, doch es geschah nichts.

„Haruka!“ Sailor Moon wurde lauter und verzweifelter, aber es änderte nichts.

Sie beugte sich weiter runter und legte den Kopf auf Uranus‘ Brust. Sie begann zu weinen und schluchzte laut. Wieso geschah nichts? Sollte diese grausame Realität den Tod nicht abschütteln können? Waren nun auch Haruka und Michiru dem Tode geweiht, wie auch schon die Sailor Moon dieser Welt?

„Sailor Moon, sieh doch!“, rief Luna ungläubig zu ihr.

Sailor Moon erhob ihren Kopf und sah, wie sich der Herzkristall vor ihren Augen verwandelte. Er leuchtete auf und wich einem filigran gearbeiteten Schwert. Der Griff war golden, die Klinge aus Silber mit mehreren Edelsteinen besetzt.

„Ein Spiegel.“, sagte Artemis hinter ihr, der gemeinsam mit Luna die Verwandlung von Michirus Herzkristall beobachtete.

Aber so wunderschön und warm das Gefühl war, das die Talismane ausstrahlten, Uranus lag immer noch regungslos vor ihr. Neue Tränen sammelten sich in ihren Augen.

Plötzlich sah sie, wie sich der Kristall wieder aus dem Schwert löste und langsam wieder in Uranus Brust verschwand.

Sie sackte über Uranus zusammen und konnte nicht mehr aufhören zu weinen. Sie verstand, dass die Talismane auch in dieser Welt ihre Träger nicht opfern wollten. Es löste sich eine Angst und Anspannung, die Sailor Moon nun seit Michirus Entführung gefangen hielt und sich immer steigerte. Sie konnte nicht mehr. Der Gedanke, Haruka zu verlieren, war so unerträglich.

„Engelchen.“, hörte sie eine leise Stimme. „Wieso weinst du denn?“

Sailor Moon erhob sich und schaute Uranus an. In ihren Augen war der ganze Schmerz und die ganze Erleichterung zu sehen, die sie durchgestanden hatte. Sie fiel Uranus um den Hals. Diese erwiderte die Umarmung. Sie hielt Sailor Moon so fest, als könnte sie verschwinden und vergrub ihr Gesicht in Sailor Moons Nacken.

Nachdem sich alle gesammelt hatten, und Uranus zu ihrer Erleichterung festgestellt hatte, dass es auch Michiru gut ging, brachen sie nach Hause auf. Michiru hatte wenige Blessuren und brauchte nur eine heiße Dusche. Haruka ging es deutlich schlechter, da er sich Eugeal alleine stellen musste. Bunny, die nur seelisch aufgewühlt war und mit roten Augen vor Haruka saß, konnte sich um die beiden kümmern. Sie hatte bereits heißes Wasser für Tee vorbereitet, den Verbandkasten geholt und begann, Haruka zu verarzten.

„Daran könnte ich mich gewöhnen.“, sagte er mit einem verschmitzten Lächeln.

„Woran denn?“, fragte Bunny, als sie eine blutige Wunde auf seiner Stirn abtupfte.

„Daran, dass du meine Krankenschwester bist.“ Er fixierte ihren Blick.

„Ich bin froh, dass es dir gut geht.“, sagte sie ernst. „Aber ich werde dir nicht verzeihen, wie du mich ausgetrickst hast.“

Haruka erinnerte sich daran, was er getan hatte, um Bunny vom Kampf fernzuhalten, und wurde rot. Am liebsten hätte er sie wieder zu sich gezogen und sie geküsst, vor allem, weil sie ihm so nah war, doch sie hatten zwei kleine flauschige Zuschauer, die sie beobachteten. Zudem war ihm sehr wohl bewusst, dass er sie überrumpelt hatte, und er war sich nicht sicher, ob sie es wirklich gewollt hatte oder sich nur von dem Gefühl hatte mitreißen lassen. Er wusste schließlich um ihre Gefühle für Mamoru. Er konnte nur hoffen, dass sie es nicht so ernst meinte, wie sie es sagte.

Bunny konzentrierte ihren Blick auf seine Wunden. Sie desinfizierte die Schnittwunde auf seiner Stirn und klebte ein Pflaster darauf. Seine Augen folgten ihr, und seine roten Wangen verrieten seine Gedanken. Anders als beim letzten Mal hielt sie mehr Abstand. Sie versuchte, sich nicht anmerken zu lassen, was ihr durch den Kopf ging, denn seine Gefühlswelt rechtfertigte sein Verhalten nicht. Was, wenn sie es nicht gewollt hätte? Nun empfand sie etwas für ihn, aber eigentlich wollte sie ihm aus dem Weg gehen. Nur dieser Ausnahmezustand hatte sie dazu gebracht, ihn aufzusuchen. Und auch, wenn sie wusste, was er für sie empfand, war sie überzeugt, dass seine Annäherung bloße Ablenkung war.

Beide schwiegen. Keiner konnte etwas sagen oder es zur Sprache bringen, denn die Katzen saßen da und warteten nur geduldig, dass Michiru auftauchte, um gemeinsam die Lage zu besprechen. Nachdem Bunny auch eine leichte Verbrennung auf Harukas Arm verarztet hatte, trat Michiru aus dem Bad. Bunny servierte den Tee, und alle setzten sich an den flachen Tisch an der Couch, um die Lage zu besprechen. Bunny wählte einen freien Platz, der so weit wie nur möglich von Haruka entfernt war. Dies entging ihm nicht.

„Zwei Talismane befinden sich nun in unserem Besitzt.“, begann Michiru. „Jetzt fehlt uns nur noch ein Talisman und der Messias.“

Haruka schaute bedeutungsvoll zu Bunny, doch er wagte es nicht, seine Gedanken auszusprechen. Er erinnerte sich, wie sie sich weinend über ihn gebeugt hatte und er einen Schimmer vernommen hatte, der Bunny so anders aussehen ließ, als wäre sie ein Engel, der die Welt retten würde. Doch es war nur ein Verdacht, den er jetzt noch nicht aussprechen wollte.

„Solange wir keine weiteren Anhaltspunkte haben, wird es schwer, die beiden zu finden.“, sagte er schließlich.

„Beim dritten Talisman haben wir einen Anhaltspunkt.“, sagte Michiru zum Erstaunen von Haruka. „Wenn wir als Sailor Kriegerinnen einen besessen haben, dann ist es nur logisch, wenn der dritte sich ebenfalls im Besitz einer Sailor Kriegerin befindet.“

„Bis auf uns beide sind aber keine weiteren Kriegerinnen erwacht.“, sagte Haruka und blickte zu Bunny. „Einige deiner Freundinnen waren doch auch Sailor Kriegerinnen, kann es nicht sein, dass eine davon den letzten Talisman hat?“

Bunnys schaute Haruka und Michiru ernst an. „Der dritte Talisman ist im Herzen von Sailor Pluto.“

Alle schauten sie überrascht an. Keiner der Anwesenden hatte den Namen zuvor gehört, zumindest nicht, seit sie erwacht waren, also setzte Bunny fort und hoffte, genug Erinnerungen zusammenzukriegen, um hilfreich zu sein.

„Sailor Pluto ist die Kriegerin von Raum und Zeit. Ich weiß kaum noch, wann ich sie das erste Mal traf, aber ich erinnere mich, dass sie im entscheidenden Augenblick dazu kam, als ihr in meiner Vergangenheit eurer Herzkristalle beraubt wurdet.“

„Gut, dann müssen wir nur Sailor Pluto finden.“, sagte Haruka entschlossen.

„Bunny, weißt du, wie sie heißt?“, fragte Luna, da das ein entscheidender Hinweis sein konnte.

Bunny strengte sich an, es lag ihr auf der Zunge, doch es kam einfach nichts. Sie senkte den Kopf. „Es tut mir leid.“

„Das muss es nicht, Engelchen. Wir werden den letzten Talisman schon finden.“, sagte Haruka gespielt optimistisch.

„Das wird ein hartes Stück Arbeit, sie zu finden.“, überlegte Michiru.

Bunny nutzte die Gelegenheit der Zusammenkunft und richtete ihr Wort an Luna.

„Luna, hast du Hotaru im Auge behalten?“

„Ja, aber es ist nichts Ungewöhnliches passiert.“, musste die Katze zugeben.

„Wer ist Hotaru?“ Haruka wunderte sich über den plötzlichen Themenwechsel.

„Ich habe sie neulich in der Mugen-Schule getroffen. Es war nur Zufall, aber ich wusste sofort, dass ich sie kenne und, dass sie wichtig ist. Und dann habe ich mich erinnert. Aber die Erinnerungen passen nicht zu Hotaru. Es ist wie bei Mamoru, sie ist ein völlig anderer Mensch.“

„Wie meinst du das, sie ist wichtig?“ Michiru schaute verwundert zu Bunny.

„Warum genau, weiß ich nicht mehr.“, grübelte Bunny schon wieder. „Sie hat in meiner Vergangenheit einen Laburunfall mit ihrem Vater überlebt. Sie war sehr ruhig und verschlossen und hatte keine Freunde. Hier ist sie ganz anders und war bei dem Unfall gar nicht dabei. Stattdessen hat ihr Vater mit einer Assistentin überlebt.“

Für Bunny schienen dies die notwendigsten Informationen zu sein, wenn sie überhaupt notwendig waren.

„Du meinst doch nicht Hotaru Tomoe?“ Harukas Augen weiteten sich.

„Als uns das Meer zur Mugen Schule führten, haben wir viele Nachforschungen angestellt, auch über den Besitzer der Schule und seine Familie, aber er führte zu nichts.“, grübelte Michiru.

„Ich kann mich noch erinnern, dass ihr beide sehr misstrauisch gegenüber Hotaru wart, aber ich weiß nicht warum.“

„Diese Hotaru ist vollkommen unverdächtig.“, schloss Luna.

„Dann sollte ich sie vergessen.“ Bunny wirkte niedergeschlagen.

Haruka schaute sie an, er hätte sie am liebsten getröstet. Er war sich sicher, dass diese ewigen Gedächtnislücken, Bunny sehr zu schaffen machten, vor allem, weil sie so viele wichtige Informationen verbargen, die ihnen viel Ärger hätten ersparen könnten.

Als Bunny und die beiden Katzen gegangen waren, brauchten auch Haruka und Michiru Ruhe und Schlaf. Es war schon später Abend, und es hielt sie nicht lange auf den Beinen.

Haruka betrat sein Schlafzimmer und sah den zerschnittenen Kabelbinder auf dem Boden liegen. Bei dem Anblick hatte er gemischte Gefühle. Einerseits hatte er ein schlechtes Gewissen. Was wäre passiert, wenn sie sich nicht befreit und er tatsächlich gestorben wäre? Ihm lief ein kalter Schauer über den Rücken, und ihm wurde bewusst, wie dumm und leichtsinnig gehandelt hatte. Auch, dass er eiskalt gegangen war, nachdem er sein Ziel erreicht und sie angebunden hatte. Aber dann dachte er an den Kuss, ihre süßen Lippen und ihre heiße Zunge. Er dachte daran, wie er zwischen ihren Beinen lag und nicht mehr viel gefehlt hätte, dass sie sich ihm hingegeben hätte. Er schämte sich wieder, dass er sie überrumpelt hatte, doch die Erinnerung an ihren Körper und ihren Kuss erregten ihn.

‚Hoffentlich verzeiht sie mir.‘

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