Funken in der Dunkelheit
Funken in der Dunkelheit
Bunny konnte das erste Treffen mit Haruka und Michiru nicht erwarten und ebenso wenig, sich mit ihnen über ihre Erkenntnisse auszutauschen. Sie wollte die Zeit bis dahin jedoch sinnvoll nutzen und sich dem Bösen stellen.
Nach dem Erlebnis mit Rei war ihr klar, dass sie nicht einfach zur rechten Zeit am rechten Ort sein musste, denn diese Welt funktionierte offensichtlich anders. Sie hielt die Augen offen und war stets an den Orten unterwegs, an denen ein Monster in ihrer Vergangenheit versucht hatte, einen Herzkristall zu stehlen.
Auch ihre Pflichten im Tempel vernachlässigte sie nicht, und so kam es, dass sie zwar zwei Monster von ihren Missetaten abhalten konnte, doch der Preis dafür war Erschöpfung und Abgeschlagenheit.
Endlich stand das langersehnte Treffen mit Haruka und Michiru an. Haruka bot Bunny an, sie abzuholen, und fuhr mit einer schnittigen Maschine vor. Bunny schlurfte die Stufen runter und gähnte dabei, denn sie hatte die letzten Nächte nur wenig geschlafen. Als sie unten angekommen war, wartete Haruka schon auf sie. Ihr müdes Erscheinungsbild verwunderte Haruka ein wenig. Sie beugte sich über sie, wischte ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht und schaute ihr in die Augen.
„Du siehst aus, als hättest du tagelang nicht geschlafen.“
Bunny wurde augenblicklich verlegen, doch sie kannte Harukas Art und ließ sich dadurch nicht irritieren. „Es ist alles in Ordnung.“
Sie stieg hinten auf das Motorrad, klammerte sich an Haruka fest, und sie fuhren los.
Michiru hatte ihr Atelier als geeigneten Ort für so ein Gespräch ausgesucht, denn hier waren sie ungestört und hatten keine lästigen Zuhörer. Als Bunny diesen großen, hellen Raum betrat, wurde sie von dem Bild überwältigt, welches Michiru gerade malte. Es war ein großformatiges Ölgemälde, das die gesamte Wand einnahm und für das Michiru eine Leiter benötigte, um es im oberen Bereich weiterzumalen. Der Stil war expressiv, doch die Trümmer, das Feuer und die Vernichtung in diesem Bild waren deutlich zu erkennen. Die verschiedenen Abstufungen der roten Farbe verwandelten es in ein apokalyptisches Zerstörungsszenario.
Bunny stockte der Atem, alles in ihrem Inneren zog sich zusammen, ihre Knie wurden weich, und sie musste sich auf der Stelle auf den Boden setzen, um nicht umzukippen.
„Usagi! Ist alles in Ordnung?“ Michiru eilte augenblicklich zu ihr.
Bunny schwieg. In ihrem Kopf blitzten Bilder auf, die sie so gerne verdrängt hätten, doch dieses Gemälde holte alles wieder hervor. Vor ihrem geistigen Auge sah sie Szenen aus dem Kampf gegen den Pharao, und plötzlich erschien ihr Galaxias diabolisches Lachen, die Trümmer des Gebäudes, in dem sie gegen sie gekämpft hatte, die aufsteigenden Lichter, in die all ihre Freunde verwandelt wurden, das Feuer, die Schreie, das Leid. Ihr Verlust wurde ihr schlagartig wieder ins Gedächtnis gerufen.
Haruka half der paralysierten Bunny auf und setzte sie auf eine kleine, türkisblaue Couch, die in einer Ecke von Michirus Atelier stand, während diese die Leinwand mit einem großen weißen Tuch abdeckte und rasch eine Tasse Ingwer-Chai zubereitete.
Es dauerte einen Augenblick, bis Bunny wieder bei sich war.
„Ich habe alle sterben gesehen.“, sagte sie zitternd.
„Wen meinst du?“, fragte Haruka.
„Alle! Meine Freunde, euch beide, Mamoru. Einfach alle!“ Bunnys Unterlippe zitterte, und sie musste sich die Tränen verkneifen, ihr Blick war starr.
„Es tut mir leid, Usagi. Hätte ich das gewusst, hätte ich einen anderen Ort für unser Treffen vorgeschlagen.“, entschuldigte sich Michiru.
„Du konntest es nicht wissen.“
Haruka wurde neugierig. „Meinst du mit ‚Alle‘ deine Freundinnen, über die ich Nachforschungen anstellen sollte?“
„Ja.“, pflichtete Bunny bei. „Ich begann schon, es zu vergessen, aber als ich das Bild gesehen habe, kam alles wieder hoch.“
„Es wird dich beruhigen, aber allen geht es gut.“ Haruka kramte einen Zettel hervor. „Ami Mizuno lebt zusammen mit ihren Eltern in einem Apartmenthaus und ist mit ein paar Klassenkameraden befreundet, die mit ihr zur Paukschule gehen, Makoto Kino lebt alleine und trifft sich mit ihrem Freund aus der High School, Minako Aino ist Kapitän der Volleyball-Mannschaft und ist mit einem Jungen aus ihrer Schule zusammen, der auch Volleyball spielt. Mamoru lebt alleine und ist mit deiner Freundin Rei liiert, und wir beide sind auch am Leben und erfreuen uns bester Gesundheit. Du musst dir also keine Sorgen machen.“
„Muss ich eben doch.“, erwiderte Bunny aufgeregt. „Ich bin hier in dieser komischen Vergangenheit gefangen, in der Mamoru mit Rei zusammen ist, in der Amis Eltern nicht geschieden sind und in der nicht einmal meine Eltern mich wiedererkennen. Und, wenn ich aus diesem Alptraum wieder aufwache, dann bin ich alleine, alle sind tot und die Erde wurde vernichtet.“
„Jetzt hör mal zu, Engelchen. Du bist jetzt nun einmal hier, und hier geht es allen gut. Vielleicht war es vorherbestimmt, dass du hierherkommst, und vielleicht bleibst du hier, daher solltest du das Beste aus der Situation machen.“, versuchte Haruka sie zu trösten.
„Aber ich bin so alleine, und diese Sorge um meine Freunde bringt mich um den Verstand. Ich glaube, ich werde langsam verrückt, denn bis ich dein Bild gesehen habe, kam es mir fast vor, als wäre das die Realität, und der Kampf, den ich vor meinem Erwachen gekämpft habe, wäre der Traum.“
Michiru ergriff Bunny Hände. „Seit ich als Sailor Kriegerin erwacht bin, plagen mich Visionen von der völligen Zerstörung, und Haruka und ich haben bisher nicht gegen viele Gegner gekämpft. Trotzdem habe ich gelernt, damit umzugehen und damit zu leben. Du musst stark sein. Für deine gefallenen Freunde und für diese Welt, denn sie braucht dich, das spüre ich.“
„Außerdem bist du nicht alleine, der Hikawa-Tempel hat dich scheinbar herzlich aufgenommen.“, fügte Haruka hinzu.
Bunny atmete tief durch und gestand sich ein, dass die beiden recht hatten. Sie war nicht alleine, und diese Welt brauchte ihre Hilfe, also musste sie sich zusammenreißen, so wie sie es schon immer getan hatte.
Nachdem Bunny ihren Tee ausgetrunken und sich wieder beruhigt hatte, begannen die drei, sich auszutauschen. Leider waren Bunnys Erinnerungen zunehmend diffuser geworden, und sie konnte sich nicht erklären, warum einige Erinnerungen so glasklar waren, als wäre es gestern passiert, und andere so verschwommen und bruchstückhaft, als hätte sie alles nur geträumt. Glücklicherweise hatte sie noch einige Dinge notiert, bevor noch mehr in Vergessenheit geraten war, und so begann sie zu berichten, dass es drei Talismane gab. Es waren ein Schwert, ein Spiegel und ein Wappen, und sie wurden nicht von irgendwelchen Leuten getragen, sondern von jemandem ganz Besonderem, jedoch konnte Bunny sich nicht erinnern, wer diese besonderen Personen waren. Diese drei Talismane bildeten den heiligen Grahl, der als mächtige Waffe nicht in die Hände der Bösen gelangen durfte. Sie wusste auch noch, dass die Bösen den Messias der Stille bereits gefunden hatten und ihn nur noch erwecken mussten, jedoch nicht mehr, wer dieser Mensch war. Auch hatte sie vergessen, wer der Messias war, den Haruka und Michiru suchten.
Michiru vertraute Bunny indes an, dass sie die drohende Gefahr spürte und deshalb stets an Ort und Stelle war, wenn ein Monster auftauchte. Es war auch kein Zufall, dass sie die Mugen-Schule besuchten, denn dort schien etwas Merkwürdiges vorzugehen, doch bisher war das alles nur ein Verdacht, den sie mit keiner Methode und mit keiner Nachforschung bestätigen konnten.
Haruka versprach Bunny, ihre Beziehungen spielen zu lassen, um sie wieder an ihre Oberschule zu verfrachten, denn sollte das alles kein böser Traum sein, hätte sie in Zukunft ganz andere, weltliche Probleme.
Bunny war beruhigt. Sie kannte Haruka und Michiru und war glücklich, dass sie sich nicht verändert hatten. Na ja, ein wenig hatten sie sich schon verändert, denn früher waren sie viel abweisender und geheimnisvoller. Bunny nutzte dieses Vertrauensverhältnis und stellte ein paar neugierige Fragen, die ihr auf der Seele brannten.
„Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?“, fragte sie vorsichtig, da sie gerne gewusst hätte, wie zwei so verschiedene Menschen zueinandergefunden hatten.
Michiru lächelte. „Wir wurden von einem Ritter in Weiß erweckt. Es ist ungefähr ein Jahr her, als zwei Dämonen mit den Namen Ale und Anne auf die Erde kamen und den Menschen die Energie aussaugen wollten. Er hat uns zusammengeführt und gemeinsam haben wir die beiden vertrieben.“
„Ich wollte das alles eigentlich nicht, aber, als die Monster Michiru verletzten, musste ich eingreifen. Nachdem wir mit den beiden fertig waren, ist dieser Ritter des Mondlichts, wie er sich nannte, verschwunden und wir haben ihn nie wiedergesehen.“, fügte Haruka hinzu.
Bunny saß mit offenem Mund da. Ritter des Mondlichts, Ale und Anne? In dieser Welt hatten SIE also die Bedrohung aus der Welt geschafft? Aber wie sollte es auch anders sein, wenn es keine anderen Sailor Kriegerinnen gab.
„Und was ist mit der Familie des schwarzen Mondes?“, fragte Bunny, immer noch total verdutzt.
„Wer?“, reagierte Haruka mit einer Gegenfrage.
„Na ja, die Familie des schwarzen Mondes. Sie haben überall schwarze Kristalle aufgestellt und ein kleines Mädchen gejagt.“, sagte Bunny etwas wehmütig, mit Chibi Usa vor ihrem geistigen Auge.
„Sowas ist nie passiert.“, reagierte Michiru nachdenklich. „Bis ich vor einigen Wochen angefangen habe, das Meer zu spüren, war es eine friedliche Zeit.“
Bunny verstand es nicht, aber in dieser Vergangenheit gab es so viele Abweichungen, so dass sie sich über nichts mehr wunderte.
Die drei gerieten ins Plaudern und Bunny wurde bewusst, wie anders ihr Umgang mit Haruka und Michiru war. Sie fühlte sich nicht mehr, wie ein Kind, welches zu ihnen aufschaute, sondern ebenbürtig.
Gerade als die Stimmung so ausgelassen war, spürte Michiru das tosende Meer und die drei mussten aufbrechen.
„Hier muss es sein.“, sagte Michiru, als die drei Gefährtinnen vor der angesagten Diskothek 1 Oak Tokyo standen.
Bunny verstand nicht, denn in ihrer Erinnerung gab es keinen Vorfall in einer Diskothek. Dieser Umstand bereitete ihr Sorgen, denn nun wurde die Zukunft immer unberechenbarer und ihr verbliebenes Wissen verlor seinen Wert.
„Wir sollten zusammenbleiben.“, schlug Haruka vor.
Die drei stiegen aus Harukas schnittigem Cabrio aus und betraten den Club. Die Disco war, trotz der frühen Stunde von 15 Uhr, prall gefüllt und die Leute tanzten ausgelassen zu elektronischer Musik.
Sie mischten sich unter das Volk und hielten Ausschau nach einer möglichen Bedrohung. Bunny versuchte, sich durch die Menge zu quetschen und folgte dabei stets Haruka, die sie nicht aus den Augen verlieren wollte, doch als sie sich umdrehte, um zu schauen, ob Michiru ihnen hinterherkam, war diese plötzlich nicht mehr zu sehen. Bunny zupfte an Harukas beigem Jackett, um sie aufzuhalten.
„Haruka, wir müssen stehen bleiben. Michiru ist nicht mehr hinter uns.“, schrie Bunny regelrecht, damit Haruka sie hörte, doch ihr Gesichtsausdruck gab deutlich zu verstehen, dass sie keinen Ton verstand.
Haruka beugte sich vor und sprach in ihr Ohr. „Was hast du gesagt?“
Bunny hielt inne. Sie verspürte plötzlich eine Anziehungskraft, die sie zuletzt vor sehr langer Zeit bei Mamoru verspürt hatte. Es war ein merkwürdiges und einnehmendes Gefühl, das sie verunsicherte.
Sie riss sich zusammen und antwortete aus sicherer Entfernung, ohne zu berücksichtigen, dass sie sie wieder nicht hören würde. „Michiru ist weg. Ich muss eben auf die Toilette.“
Bunny wartete keine Reaktion ab und verschwand in der Menge. Es war nicht der richtige Zeitpunkt für so etwas, aber sie brauchte einen klaren Kopf. In den bunt beleuchteten Räumen der Damentoilette stützte sie sich mit ihren Händen auf das Waschbecken und schaute in den großen Spiegel. Sie fragte sich, was das gerade gewesen war, und schüttelte den Kopf, als würde sie dieses Gefühl auf diese Weise abschütteln.
‚Das hat nichts zu bedeuten.‘, sagte sich Bunny.
Sie erinnerte sich an damals, als Rei und Makoto bei Haruka ins Schwärmen gerieten, und sie wusste um ihre Anziehungskraft. Doch Haruka war und blieb ein Mädchen, weswegen dieses Gedankenspiel absolut sinnlos war.
Bunny wusch sich ihr Gesicht mit eiskaltem Wasser ab und sagte sich laut: „Bei Rei und Makoto war das auch nur eine kurze Schwärmerei, kein Grund zur Sorge.“
Doch gerade, als sie die Damentoiletten verließ, griff Haruka sie an ihrem Handgelenk und zog sie näher zu sich, als wollte sie etwas sagen. Die Lautstärke in der Disco machte diese Nähe unumgänglich.
„Ich weiß immer noch nicht, was du mir sagen wolltest!“, sagte Haruka ihr abermals in ihr Ohr.
Sie spürte ihren warmen Atem und roch das süß-herbe Eau de Cologne. Sie hatte den Satz zwar beendet, wich aber nicht von ihr, ganz im Gegenteil. Haruka bewegte ihr Gesicht langsam zu Bunnys, und ihre Lippen waren nur noch wenige Zentimeter von ihren entfernt. Bunny wurde von diesem Gefühl so mitgerissen, dass sie sich keine Gedanken mehr machte, ob es in Ordnung war. Sie wollte nur noch, dass Haruka ihre Lippen berührte, bis ein lauter Schrei sie aus ihrer Trance riss.
‚Ein Glück!‘, dachte sich Bunny und rannte Haruka sofort hinterher, die keine Zeit verlor.
Als die drei verwandelten Kriegerinnen geeint vor dem Monster standen, waren alle anderen Besucher bereits in Panik geflüchtet. Uranus entdeckte an einem Geländer weiter oben Kaorinite und machte sich auf, sie zu verfolgen, während Neptun sich den bereits entnommenen Herzkristall des jungen DJs schnappte und analysierte. Sailor Moon erhob ihren Stab und verwandelte das Monster mühelos und ohne aufwendigen Kampf zu Staub.
Als sie sich draußen wieder versammelt hatten, kamen Haruka und Michiru nicht umhin, Bunnys Macht zu bewundern.
„Deine Energie ist unglaublich!“, sagte Michiru. „Wäre es nicht möglich, dass du vielleicht der Messias bist? Schließlich bist du gerade zur richtigen Zeit in unsere Gegenwart gekommen.“
Bunny wurde etwas verlegen, doch ob sie der Messias war, konnte sie nicht sagen, denn daran erinnerte sie sich nicht.
„Was war denn gerade in der Disco mit dir los, Engelchen?“, fragte Haruka stirnrunzelnd. „Du hast dich gerade sehr merkwürdig benommen.“
Bunny zuckte zusammen. Augenblicklich schämte sie sich für ihre eigenen Gedanken, denn sie hatte offensichtlich mehr in Harukas Nähe interpretiert, als tatsächlich dran war. Haruka war einfach wie immer und hatte nun auch sie um den Finger gewickelt, wie es auch schon damals bei Rei und Makoto war.
„Das war nichts, ich bin immer noch etwas nervös, wegen Michirus Bildes, aber es geht schon.“, redete Bunny sich heraus. „Aber du musst dringend aufhören, mich Engelchen zu nennen. Wie kommst du überhaupt aus so etwas?“
„Hast du noch nie in den Spiegel geschaut? Blondes Haar und riesige Flügel.“, reagierte Haruka schelmisch. „Wie habe ich dich denn in deiner Vergangenheit genannt?“
„Mondgesicht!“, antwortete Bunny eingeschnappt.
„Das passt nun gar nicht zu so einem hübschen Mädchen wie dir.“, lächelte Haruka sie an.
Bunny zuckte wieder zusammen.
„Sollen wir dich nach Hause bringen, Usagi?“, fragte Michiru höflich, aber Bunny legte gerade zu viel Wert auf Harukas Sprüche und entschied sich zu laufen, um dem zu entgehen.
Sie schaute den beiden hinterher, als sie zum Cabrio gingen. Michiru hakte sich bei Haruka ein, schaute sie an und fragte, was sie heute zu Abend essen würden. Haruka erwiderte ihren vertrauten Blick auf die gleiche Weise und begann, Vorschläge zu machen. Da bemerkte Bunny, dass sie da wirklich zu viel hineininterpretiert hatte. Es war so eindeutig, dass sie beiden zusammengehörten, dass sie lächelnd und zufrieden den Weg nach Hause antreten konnte.
„Bunny, ich habe dich schon überall gesucht!“, sagte Rei, als sie Bunny die Treppen hinaufschlurfen sah.
Diese war immer noch sehr müde und nach dem Abenteuer in der Diskothek noch erschöpfter.
„Was ist denn passiert?“, fragte sie mit einem Gähnen.
„Diesen Sonntag ist das Kirschblütenfest. Ich wollte dich einladen, mitzukommen.“
„Ach wirklich? Ist es schon soweit?“ Bunny hatte die Zeit aus den Augen verloren.
„Ja, wir treffen uns dort mit Mamoru, Motoki und seiner Schwester Unazuki. Opa und Yuichiro sind natürlich auch dabei.“
Bunny stutzte. „Ich weiß nicht… Mamoru mag mich nicht und ich will ihm nicht das Hanami verderben.“
„Auch Quatsch, Motoki und ich haben ihm ins Gewissen geredet, er wird sich sicher benehmen. Er muss sich damit abfinden, schließlich gehörst du zum Hikawa-Tempel und bist meine Freundin.“
Bunny war so erschöpft, dass sie ihre Gefühle nicht mehr im Zaum halten konnte. Ohne, dass sie es kontrollieren konnte, flossen ihr die Tränen und sie fühlte sich so glücklich und geborgen. Es war genau das, was Haruka ihr noch vor wenigen Stunden gesagt hatte, sie war nicht alleine.
Rei bemerkte den Zustand und interpretierte es richtig. „Nun weine doch nicht, du siehst total müde aus, lass uns schnell zu Abend essen und dann musst du dich ausruhen.“
Als Bunny in ihrem Zimmer lag, wurde ihr richtig bewusst, welches Glück sie hatte. Vielleicht war es purer Zufall, vielleicht war es auch Schicksal, aber sie hatte Freunde, für die sie die Hand ins Feuer legen konnte.
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