Panik im Katzencafé
Panik im Katzencafé
Haruka hatte Bunny angerufen, weil es mal wieder an der Zeit war, sich über den neusten Stand auszutauschen. Sie freute sich auf die Verabredung mit Haruka und Michiru. Für sie waren diese Treffen stets eine Wohltat, da sie es gewohnt war, mit den meisten ihrer Freunde über ihr Superheldendasein zu sprechen und sich nicht zurückhalten musste.
Es war ein sonniger Apriltag, und Bunny freute sich darauf, eines ihrer neuen Kleider anzuziehen. Sie mochte dieses knallige, orange Kleid sehr und konnte nicht erwarten, sich darin zu zeigen. Sie machte sich sogar die Mühe, nach der Schule den Tempel anzusteuern, um sich umzuziehen, auch wenn sie sich verspäten würde.
Als sie am Treffpunkt ankam, saß Haruka bereits, mit einem demonstrativen Blick auf die Armbanduhr da, und wartete.
„Du bist spät dran, Engelchen.“
„Das tut mir leid.“, bat Bunny untertänigst um Verzeihung.
„Na, ist ja auch egal.“, wiegelte Haruka ab. „Was hast du letzten Sonntag gemacht?“
Bunny musste sich an das eher unangenehme Hanami-Picknick erinnern. An sich war es ein lustiger Tag, an dem Bunny neue alte Freundschaften geknüpft hatte, doch die Auseinandersetzung mit Mamoru machte ihr immer noch zu schaffen.
Bunny atmete tief durch und begann in Rekordgeschwindigkeit zu berichten. „Rei hat mich zum Picknick eingeladen, da waren auch Yuichiro, Opa, Motoki, Unazuki und natürlich auch Mamoru, er ist ja schließlich Reis Freund. Erstmal war alles toll, aber dann habe ich eine Dose mit leckerem Saft getrunken, der sich als Sake herausgestellt hat. Erst war alles gut, aber dann wurde mir schwindlig, und ich musste nach Hause. Warum auch immer, Mamoru hat mich gefahren, und wir haben uns WIEDER gestritten. Es tut mir so weh, das zu sagen, aber ich hoffe, dass ich ihm nie wieder begegnen muss.“
„Was?“, sagte Haruka fast verwirrt ob der vielen schnellen Informationen. „Was soll das denn für ein Saft gewesen sein?“
„Das war so eine grüne Dose mit Kirschblüten.“, erklärte Bunny und bewegte ihre Arme dabei, als würde es ihr helfen, das Getränk zu beschreiben.
„Du meinst doch nicht den Sakura-Sake.“, fragte Haruka verwundert und fing plötzlich an zu lachen. „Den kennt doch jedes Kind.“
„Aber in meiner Zukunft gibt es den nicht.“, schmollte Bunny.
Haruka faszinierte die Tatsache, dass Bunny in einer scheinbar anderen Welt aufgewachsen war, und amüsierte sich über die Fettnäpfchen, in die sie durch ihr Unwissen trat.
„Wo ist eigentlich Michiru? Wollte sie nicht auch kommen?“, fragte Bunny verwundert über Michirus Abwesenheit.
„Sie musste noch zu einer Probe für ein Konzert nächste Woche.“, erklärte Haruka. „Wir können solange einen Kaffee trinken gehen.“
Beide setzten sich in ein gemütliches Lokal in der Nähe der Konzerthalle. Während sich Haruka einen schwarzen Kaffee genehmigte, hatte Bunny einen Bubble Tea mit Matcha-Geschmack bestellt. Haruka war nicht der neugierige Typ, doch Bunnys Beziehung zu Mamoru interessierte sie sehr, und da sie noch etwas Zeit hatten, bis Michiru kam, nutzte sie diese Gelegenheit, um ihre Neugier zu stillen.
„Du hast neulich erzählt, dass dieser Kerl dein Schicksal sein soll. Wie war das gemeint?“, fragte Haruka unbedacht, taktlos.
Bunny wollte eigentlich nicht über ihn reden, da die Erinnerung zu sehr schmerzte, doch sie tat es trotzdem. Sie begann mit ihrer Begegnung vor dem Juwelier, als sie 14 war, und erzählte von den ständigen Streitereien und der Abneigung. Von ihrem ewigen Retter Tuxedo Mask, der sich als der fiese Mamoru herausgestellt hatte und mit dem sie nach vielem Durcheinander endlich zusammengekommen war, als sich herausgestellte, dass er in Wirklichkeit Prinz Endymion war. Auch, dass er seine Liebe zeitweise verleugnete, um sie zu schützen, und von ihrer Tochter aus der Zukunft berichtete sie ausführlich. Zu guter Letzt erzählte sie niedergeschlagen von seiner Reise nach Amerika, von der er sich nicht mehr gemeldet hatte, weil er dort nie angekommen war.
Haruka hörte sich alles geduldig an und hakte hier und da nach. Sie konnte sich nichts unter Tuxedo Mask vorstellen, fiel aus allen Wolken, als sie von einer Tochter aus der Zukunft hörte, und fand es sehr interessant, dass es in ihrer eigenen Vergangenheit keine Bedrohung durch die Familie des schwarzen Mondes gab. Auch, dass sie und Michiru am Sieg gegen Ale und Anne nicht beteiligt waren, und dass Mamoru der Ritter des Mondlichts gewesen sein sollte, haute sie um.
Als Bunny ihre umfangreiche Liebesgeschichte bis ins kleinste Detail ausgeführt hatte, saß Haruka nur noch sprachlos da und starrte sie an. Ihr war bisher noch nie eine so abenteuerliche Beziehung untergekommen, doch in einigen Punkten konnte sie Mamorus Verhalten nur wenig abgewinnen. Sie setzte schon an, Bunny ihre unverfälschte Meinung mitzuteilen, hielt dann aber inne. Bunny hatte so viel durchgemacht und war so traurig über ihren Verlust, dass Haruka es doch lieber für sich behielt.
Sie verstand nicht, was sie an Mamoru fand und empfand seine Liebe als Heuchelei. Sie hatten sich monatelang gestritten, ohne etwas zu fühlen, und fanden schließlich zusammen, als herauskam, dass es ihr Schicksal war? Und das geschah zwei Mal, im Starlight Tower und in der Wohnung von Ale und Anne. Was sollte das für eine Liebe sein? Sie hatte auch kein Verständnis dafür, dass Mamoru seine Liebe verleugnet hatte, um Bunny zu beschützen.
‚Ich hätte für die Liebe gekämpft, auch wenn es mich mein Leben kostet.‘, dachte sich Haruka.
Für sie war Mamoru ein Feigling, der vor einem Kampf davongelaufen war, statt seine große Liebe vor dem Unbekannten zu beschützen. Haruka dachte auch daran, dass der jetzige Mamoru genau so war wie der Mamoru, dem Bunny damals vor dem Juwelier begegnet war, und er sie erst dann lieben würde, wenn er über ihr gemeinsames Schicksal Bescheid wusste. Für Haruka war das keine Liebe, denn Liebe ließ sich weder durch ein Schicksal erzwingen noch davon abhalten.
Sie hielt sich zurück und wollte Bunnys Gefühle nicht verletzen, trotzdem musste sie irgendwie reagieren. „Du hast sehr viel mit und durch deinen Mamoru durchgemacht. Der Mamoru aus meiner Welt verspricht ja nicht gerade, ein Traumprinz zu werden, aber du kannst dich auf mich verlassen, Engelchen. Ich werde mein Bestes tun, um dich zu beschützen. Das verspreche ich dir!“
Bunnys Augen weiteten sich. Sie starrte Haruka an und errötete vor Verlegenheit. Wie meinte sie das bloß?
Gerade in diesem Augenblick erschien Michiru mit einem Geigenkasten in der Hand im Café, so dass Bunny diese Frage nicht laut aussprechen konnte. Als sie um die Ecke an Harukas und Bunnys Tisch kam, bemerkte sie Bunnys verlegenen Blick.
„Da bist du ja endlich!“, begrüßte Haruka sie.
„Hallo!“, reagierte Michiru mit einem Lächeln. „Usagi, was ist denn mit dir los?“
Bunny registrierte Michiru, konnte aber nicht die Wahrheit sagen.
„Ich habe ihr gerade versprochen, dass ich sie beschützen werde!“, teilte Haruka augenzwinkernd mit.
„Nur du? Glaubst du, ich bin nicht in der Lage, sie zu beschützen? Meine Angriffe sind viel stärker als deine, vergiss das nicht!“, grinste Michiru.
„Das halte ich für ein Gerücht!“, tönte Haruka mit einem Lächeln.
Bunny war wieder voll da und verstand, dass ihre Fantasie mit ihr durchgegangen war. Sie glaubte so manches Mal, Schwingungen aus Harukas Richtung zu empfangen, doch scheinbar war alles nur Einbildung. Haruka war schon immer so gewesen, aber ihre einzig wahre Liebe war Michiru, und das würde auch in dieser Vergangenheit nicht anders sein. Bunny wusste ja auch, dass Haruka ein Mädchen war, und versuchte, diese Gedanken endgültig abzustellen und sich nicht mehr von ihren kleinen Flirtereien beeindrucken zu lassen.
Gerade, als Michiru die hübsche Kellnerin rufen wollte, verspürte sie dieses bedrohliche Gefühl des tosenden Meeres. Sie stand auf und schaute zu Bunny und Haruka. „Wir müssen sofort los!“
Ihr Blick war eindeutig, und so verließen die Drei das Café, nachdem Haruka ein paar Scheine auf den Tisch gelegt hatte. Das Ziel, welches Michiru ansteuerte, war nicht weit gelegen und sehr speziell. Sie blieben direkt vor einem Katzen-Café stehen und waren sich sicher, dass es gleich beginnen würde, und so war es auch. Im Café gab es einen lauten Knall, und Haruka, Michiru und Bunny versteckten sich für die Verwandlung.
Der Ort des Geschehens war das reinste Chaos, Menschen und Katzen strömten aus dem Lokal. Während die Zweibeiner ganz schnell das Weite suchten, kam es bei den Vierbeinern darauf an, wie sie drauf waren. Die eine Katze flitzte, wie von der Tarantel gestochen, weg, die andere trottete langsam heraus, setzte sich hin und begann, ihre Pfote zu lecken.
Die Kriegerinnen rannten hinein und fanden eine Bedienung leblos auf dem Boden vor, während ein komisches Kratzbaum-Monster mit brutalen Sisalbällen um sich schoss.
Uranus schaute sich emsig nach Kaorinite um, während Neptun und Sailor Moon sich wieder dem Monster stellten. Für Sailor Moon waren diese Kämpfe ein Klacks, und sie konnte ohne jegliche Vorarbeit durch ihre Mitstreiterinnen alles wieder in Ordnung bringen. Das Monster war schnell erledigt, und Neptun setzte den Herzkristall, nach der Kontrolle wieder in die Brust ihrer Besitzerin.
Sailor Moon versuchte zum einen intensiv darüber nachzudenken, wer die Talismane in sich trug, um diese Spielchen zu beenden, aber auch, wenn sie wusste, dass die Träger besondere Menschen waren, könnte es auch jemand sein, der ihr gerade nicht in den Sinn kam. Sie war zumindest erleichtert, dass sie sich im Kampf nicht mehr so abmühen musste.
Als sie wieder ihre zivile Form angenommen hatten, musste Haruka ein paar lobende Worte loswerden. „Ich hätte nicht gedacht, dass der Kampf mit dir so unkompliziert werden würde.“
„Das stimmt.“, pflichtete Michiru bei. „Du bist unheimlich stark, das hätte ich nicht für möglich gehalten. Es war eine gute Entscheidung, dir doch zu vertrauen.“
Bunny grinste zufrieden.
„Sollen wir nochmal in das Café gehen?“, schlug Haruka vor. „Ich habe von meinen Kaffee nämlich keinen einzigen Schluck getrunken.“
Doch, gerade als sich alle einstimmig dazu entschlossen, auf Harukas Vorschlag einzugehen, bemerkte Bunny im Augenwinkel eine schwarze Katze. Sie war zwar schnell, doch Bunny glaubte trotzdem, Luna in dem schwarzen Fellknäuel erkannt zu haben und rannte augenblicklich wie ein Sprinter los.
„ENGELCHEN! WO WILLST DU HIN?“, schrie ihr Haruka hinterher, doch Bunny ließ sich nicht aufhalten. „Ich laufe ihr mal nach.“, sagte sie mit einem Augenrollen zu Michiru.
Haruka war eine schnelle Läuferin und hatte Bunny fast eingeholt. Diese scheute keine Mühen, die kleine Katze zu verfolgen. Sie sprang über Stock und Stein und kletterte durch Gebüsche, bis sie plötzlich merkte, dass sie aufgehalten wurde. Bevor sie noch realisierte, dass sie an einem spitzen Zaunpfahl hängengeblieben war, war das schöne neue Kleid schon zerrissen, und ein großer Fetzen des Rocks hing am Zaun fest. Bunny musste ihre Verfolgungsjagd abbrechen, denn nun hatte sie einen Schlitz im Kleid, der ihren Oberschenkel bis zur Taille freilegte.
Die Katze bemerkte den Aufruhr und drehte sich kurz um, bevor sie endgültig verschwand. Zu ihrem Leidwesen musste Bunny feststellen, dass sie sich geirrt hatte und das süße Kätzchen keinen Halbmond auf der Stirn trug.
Haruka hatte Bunny endlich eingeholt und fand sie auf einer Wiese neben dem Zaun sitzen, an dem noch der Stofffetzen wie eine warnende Fahne hing. Bunny saß in der Hocke, hielt den restlichen Rock mit Mühe zusammen, um den Schlitz zu schließen. Ihr Gesicht glühte feuerrot vor Scham.
„Was ist denn passiert? Wo bist du plötzlich hingerannt?“, fragte Haruka höchst erstaunt.
„Ich habe eine Katze verfolgt. Sie sah aus wie Luna, aber ich habe mich geirrt.“, reagierte Bunny niedergeschlagen.
Haruka war perplex. „So ein Theater wegen einer Katze?“
„Nicht irgendeine Katze!“, protestierte Bunny. „Diese Katze hat mich zu Sailor Moon gemacht. Sie weiß einfach alles, und ich dachte, sie könnte mir helfen, zu verstehen, warum ich in die Vergangenheit gereist bin und was hier eigentlich los ist.“
Bunny versuchte vergeblich, den restlichen Rock zusammenzuziehen, um ihre Blöße zu bedecken.
„Warum genierst du dich eigentlich so? Als Sailor Kriegerinnen tragen wir doch alle einen kurzen Rock.“, merkte Haruka irritiert an.
„Das ist doch was völlig anderes!“, keifte Bunny mit einem mittlerweile wütenden Blick.
Haruka zog das Jackett ihrer Schuluniform aus und legte es über Bunnys Schultern. Selbstverständlich war das Kleidungsstück ein paar Nummern zu groß und zu lang, konnte auf diese Weise aber geschickt ihre Blöße verdecken. Bunny streifte es sich über und stand vorsichtig auf. Die Ärmel hingen über den Händen, und die Schulterpolster machten deutlich, wie breit Harukas Schultern waren. Sie zuppelte am unteren Rand des Jacketts, um möglichst viel zu bedecken.
Mittlerweile hatte auch Michiru die Stelle des Unglücks erreicht und schaute etwas verwundert auf die beschämte Bunny in dem übergroßen Sakko. „Ist alles in Ordnung?“
„Engelchen hat sich am Zaun aufgehängt.“, sagte Haruka mit einem Grinsen und zupfte dabei den großen Fetzen des knallig orangenen Kleides vom spitzen Metallzaunpfahl.
„Wie soll ich so nach Hause kommen?“, jammerte Bunny mit zugekniffenen Augen.
„Ich schlage vor, du kommst mit zu uns. Das ist hier ganz in der Nähe.“, sagte Michiru. „Wir dürften ungefähr die gleiche Größe haben. Ich leihe dir etwas von mir.“
„Ich hätte dich ja gerne nach Hause gefahren, aber mein Auto ist heute in der Werkstatt.“, entschuldigte sich Haruka.
Der Marsch dauerte nur 20 Minuten, doch diese vergingen für Bunny wie in Zeitlupe. Ständig schaute sie sich paranoid um und hatte das Gefühl, von vorbeigehenden Passanten angestarrt zu werden. Überdies war sie auch traurig, das neue Kleid irreparabel ruiniert zu haben, denn schließlich war keine Makoto da, die es hätte richten können.
Endlich im Apartment angekommen, entspannte Bunny sich. Während Haruka Bunny das Jackett abnahm und im Wohnzimmer wartete, begleitete Michiru sie in ihr Schlafzimmer, öffnete ihren Kleiderschrank und zog ein Teil heraus, welches Bunny passen musste.
„Zieh das einmal an, ich mache uns solange einen Tee.“ Michiru verließ den Raum und zog die Tür hinter sich zu.
Es dauerte nicht lange, bis Bunny laut von sich gab. Das Stück, welches Michiru ihr rausgesucht hatte, war am Oberkörper enganliegend geschnitten und schloss unten mit einem lockeren Rock ab. Es passte zu Bunny, denn die erwachsen wirkenden Kleidungsstücke, die Michiru sonst trug, hätten ihr nicht gestanden. Doch unerwarteterweise stellte sich Bunnys Busen als zu üppig für das Kleid heraus, daher legte sie es, nach einem gescheiterten Versuch, es zu schließen, zur Seite.
„Michiru? Haruka?“, rief sie nach den beiden Mädchen.
Haruka ging davon aus, dass Bunny fertig war, trotzdem klopfte sie, kündigte sich an und öffnete vorsichtig die Tür. Vor ihr stand Bunny in ihrer weißen Spitzenunterwäsche und blickte sie an.
„Das Kleid ist zu eng.“, sagte sie etwas missmutig.
Haruka blieb in der Tür stehen und lehnte sich in den Türrahmen. Sie sagte nichts, schaute Bunny aber intensiv an. Sie musterte sie regelrecht von Kopf bis Fuß. Sie begutachtete Bunnys seidenglatte Alabasterhaut, ihre schlanke Linie und die Kurven, die ihre Weiblichkeit zur Geltung brachten. Die feine Spitzenwäsche, die wie ein dezenter Körperschmuck alles verdeckte, was nicht jeder sehen musste, und den zarten, schlanken Hals, an dem ihr Haar locker herunterfiel.
Bunny war die Situation, trotz des etwas intensiven Blickes von Haruka, nicht unangenehm. Schließlich war sie auch ein Mädchen und hatte sie, zumindest in ihrem alten Leben, schon im Badeanzug gesehen.
„Das Kleid ist zu eng, hat Michiru noch etwas anderes?“, fragte Bunny entspannt.
Haruka ging wieder, ohne etwas zu sagen, und wenige Minuten später erschien Michiru vor ihr.
„Ist dir das Kleid zu eng?“, fragte Michiru verwundert.
Bunny senkte den Kopf, wurde rot und sprach leise: „Ja. Um die Brust herum.“
Michiru musste unwillkürlich lächeln. „Warte mal, ich suche dir was anderes raus.“
Sie kramte in ihrem Schrank nach einem etwas lockereren Schnitt und zog ein dunkelblaues Kleid mit einem Hemdkragen und durchgehender Knopfleiste heraus. Diesmal blieb sie dabei, falls dieses Kleid wieder nicht passen sollte.
Es war bereits ein langer Tag gewesen, und Bunny beschloss sofort aufzubrechen. Im April wurde es noch recht früh dunkel, und sie wollte nicht zu spät im Tempel ankommen und Yuichiros köstliches Abendessen verpassen. Bunny verabschiedete sich und versprach, das Kleid beim nächsten Mal wieder mitzubringen.
Die Sonne stand schon sehr tief und blendete Bunny, als sie nachdenklich in der Bahn saß. Sie sah im Vorbeifahren, wie die Kirschblütenbäume langsam ihre letzte Pracht verloren und die Straßen in süße Zuckerwatte hüllten. Die Abende waren noch kühl, doch solange sie in Bewegung blieb, würde sie nicht frieren. Aber daran konnte sie ohnehin nicht denken. Der Tag war sehr ereignisreich, und es gab genug Themen, die Bunny durch den Kopf hätten gehen können, aber sie beschäftigte nur die Katze, der sie hinterhergerannt war. Sie hatte sich so gewünscht, dass das flauschige schwarze Fellknäuel ihre geliebte Luna gewesen wäre und sie sie endlich ausfragen konnte, was passiert war. Luna hatte damals ihre Kräfte freigesetzt, ihr stets ihre Mission vor Augen geführt und alles erklärte. Auch dieses Mal hätte sie sicher gewusst, was geschah und wie Bunny wieder nach Hause käme, doch sie war nicht da. Bunny fragte sich, ob es Luna in dieser Vergangenheit überhaupt gab und glaubte fest daran, dass sie hier existierte, wenn es auch Uranus und Neptun gab.
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