LNCrawler

Rache

Broken Crown — www.fanfiktion.de · All chapters

Rache

Auf dem Weg in meine Zuflucht schlief ich die Hälfte der Reise. Mein Körper war erschöpft vom Stress, der Angst und dem Aufprall auf das Wasser und forderte die Erholung gnadenlos ein. Den restlichen Flug verbrachte ich damit zu grübeln. Meine Gedanken drehten sich dabei immer wieder um Maul. Noch nie in meinem Leben hatte ich ein Lichtschwert in Aktion gesehen, da ich mich von den Jedi und der Republik immer ferngehalten hatte. Soviel ich wusste waren Jedi Lichtschwerter aber grün oder blau und nicht rot. Maul wirkte auf mich auch nicht wie ein Jedi. Was also war er? Ich hatte gesehen, wie er das Lichtschwert geworfen hatte, doch es war nicht heruntergefallen. Er musste es also mit der Macht zurückgerufen haben, falls sowas möglich war. War er sowas wie ein Sith? Und warum führte jemand wie er ein Syndikat? Fragen über Fragen und auf keine wusste ich eine Antwort.

Endlich erreichte ich mein Ziel. Der Planet war der kleinste von fünf, die alle einen Stern umkreisten. Die Oberfläche des Planeten war von dichten Sumpflandschaften bedeckt und nach dem, was mein Scan zeigte, gab es nur einige kleine Siedlungen. Es war perfekt zum Abtauchen.

Ich landete mein Schiff etwa drei Stunden entfernt von einer kleinen Siedlung, zwischen den dichten Mangrovenbäumen. Zwar stand ich auf einer Anhöhe, doch der Untergrund war weich und die Kufen meines Schiffes sanken leicht ein. Den ersten Tag verbrachte ich damit mein Schiff mit Ästen und Lianen abzudecken, damit es nicht so leicht entdeckt werden würde. Unter die Kufen meines Schiffes legte ich große Steinplatten, die ich aus der Umgebung heranschaffte, damit mein Schiff nicht so schnell einsank. Die Tage danach erkundete ich meine Umgebung und suchte nach etwas essbarem. Die Landschaft war von dichter Vegetation überzogen und überall war trübes und mit Gräsern durchwachsenes Wasser. Die Luft war feucht und voller Insekten und im Wasser lebten Tieren, denen ich lieber aus dem Weg ging.

Zudem wurde ich das Gefühl nicht los, dass etwas auf diesem Planeten nicht stimmte. Irgendwas in der Luft fühlte sich seltsam an und alles auf dem Planeten wirkte seltsam lebendig. Ich konnte mir nicht erklären, was es war, doch da ich keine Gefahr spürte, schob ich diese Gedanken beiseite.

Pearson hatte mehrfach versucht mich zu kontaktieren, doch ich blockierte seine Anrufe, damit er mich nicht zurückverfolgen konnte. Ich war mir sicher, dass mein Bild mittlerweile in der Kopfgeldjägerbörse kursierte. Sollten sie mich doch suchen. Auf diesem elenden Planeten würden sie mich hoffentlich nie finden.

Nach drei Wochen war ich immer noch keiner Menschenseele begegnet und hatte kein einziges anderes Schiff am Himmel gesehen. Da es nun sicher schien, beschloss ich in das nächste Dorf zu gehen, um mir einen Überblick zu verschaffen und meine Vorräte etwas aufzufüllen. Der Weg war lang und ich musste oft Umwege nehmen, da ich nicht durch das trübe Wasser waten wollte. Endlich erreichte ich das kleine Dorf, dass aus nicht mehr als 15 Hütten bestand. Die Hütten waren primitiv und recht simpel gehalten. Die Wände bestanden aus groben Baumstämmen und die Dächer waren mit Gräsern bewachsen. Von weitem und von oben waren die Hütten kaum erkennbar, was wahrscheinlich auch in der Absicht der Bewohner lag.

Ich zog mir die Kapuze meines Umhangs über den Kopf, bevor ich mich dem Dorf weiter näherte. Es waren nicht viele Bewohner zu sehen, doch jene erschraken bei meinem plötzlichen Auftauchen. In einer beruhigenden Geste hob ich die Hände und musterte die Lebewesen vor mir. Sie waren menschenähnlich, jedoch war ihre Haut grün wie der Sumpf und mit dunkelgrünen Streifen gemustert. Ihre Augen hatten ein leuchtendes Grün und ihre Haare waren von demselben dunklen Braun wie die Baumrinden der Mangrovenbäume. Sie schienen perfekt an ihre Umgebung angepasst.

„Ich möchte keinen Ärger machen. Ich möchte Vorräte kaufen“, sagte ich ruhig und ein männlicher Dorfbewohner kam neugierig auf mich zu. Er sagte etwas auf einer Sprache, die ich nicht verstehen konnte. Wahrscheinlich verstand er mich auch nicht. Diese Welt war so ablegen und von dem Rest der Galaxie abgeschottet, dass sie wahrscheinlich selten mit Außenweltlern in Kontakt kamen und daher auch kein Basic verstanden.

Um mich verständlich zu machen, zeigte ich meine leere Tasche und gestikulierte etwas zu Essen. Dann nahm ich ein paar Kredits aus meiner Tasche und hielt sie dem Mann hin. Er musterte die Kredits nachdenklich und ich befürchtete, dass sie auch diese Währung nicht kannten. Doch zumindest schien er mich verstanden zu haben, denn er lächelte und winkte mich hinter sich her. Ich verstaute die Kredits wieder und folgte dem Mann weiter in das Dorf hinein. Vor den Hütten saßen Männer und Frauen und gingen ihren alltäglichen Arbeiten nach. Ein paar Kinder spielten mit Steinen und ihr Lachen hallte über die kleine Lichtung. Die Einwohner beobachteten mich neugierig und ein kleines Mädchen zeigte aufgeregt mit dem Finger auf mich. Mit einem Lächeln winkte ich ihr zu und die Kleine lachte freudig. Es war ein friedliches Dorf und ich beneidete die Einwohner fast um ihr einfaches Leben.

Der Mann führte mich zu einer Hütte, die wohl als Vorratslager diente. Hier waren einige handgeflochtene Körbe mit verschiedenen bunten Früchten gelagert. In seiner Sprache sagte der Mann etwas und zeigte auf einen der Körbe. Ich sah ihn fragend an und er deutete mir eine der Früchte zu probieren. Zögerlich griff ich nach der Frucht und biss hinein, nicht wissend worauf ich mich einstellen musste. Der süße Geschmack, der meinen Mund füllte, überraschte mich. Genüsslich aß ich die andere Hälfte der Frucht und der Mann lächelte zufrieden. Er deutete mir welche einzupacken und ich füllte einen Beutel mit den Früchten, bevor ich ihn wieder in meinem Rucksack verstaute.

Erneut hielt ich ihm Kredits hin, um ihm zu deutlichen, dass ich dafür bezahlen wollte, doch er schüttelte beim Anblick der Kredits den Kopf. Was sollten sie auch hier draußen mit Kredits anstellen? Wahrscheinlicher war, dass sie mit Naturalien handelten, doch ich hatte nichts zum Tausch dabei. Ich verstaute die Kredits und griff nach meiner Gürteltasche mit den Bactaspritzen, doch der Mann legte seine Hand auf meine. Auf meinen fragenden Blick hin winkte er mit der Hand ab und deutete mir, dass ich nicht bezahlen musste. Erst wollte ich ablehnen, doch ich brauchte dringend etwas anderes zu essen als das zähe Fleisch von den Tieren, die ich in den Sümpfen jagte. Ich würde wiederkommen und meine Schuld bei ihnen begleichen.

„Danke“, sagte ich lächelnd und legte meine Hand auf meine Brust, um ihm meinen Dank zu zeigen. Er nickte und deutete mir ihm wieder nach Draußen zu folgen. Eine Traube von Leuten hatte sich vor dem Lager gebildet und ich hielt kurz erschrocken inne. Die Dorfbewohner trugen jedoch keine Spur von Feindseligkeit, sondern waren einfach nur neugierig. Etwas zog an meinem Umhang und als ich heruntersah, erblickte ich das kleine Mädchen von vorhin. Aus ihren großen grünen Augen sah sie erwartungsvoll zu mir hoch und hob die Arme, als wolle sie hochgehoben werden. Unsicher sah ich den Mann an, doch er nickte aufmunternd.

Ich bückte mich nach unten und nahm das kleine Mädchen auf den Arm. Sie lachte zufrieden und betrachtete mein Gesicht mit großen Augen. Dann streckte das Mädchen die Arme aus und schob mir bevor ich reagieren konnte die Kapuze vom Kopf. Ein Raunen ging durch die versammelte Menge, als sie meine Kopftentakel erblickten. Wahrscheinlich hatten sie noch nie eine Nautolan, geschweige denn irgendeine andere Spezies als ihre eigene gesehen. Mein Blick fiel wieder auf das Mädchen in meinen Armen, dass lächelnd die Hand ausstreckte und mit dem Finger die Musterung auf meinem Gesicht nachfuhr. Ein Lächeln schlich sich auf mein Gesicht und ich spürte eine altvertraute Wärme in der Brust. Plötzlich tauchten Bilder meiner kleinen Schwester vor meinem inneren Auge auf und die Wärme in mir erstarb sofort wieder.

Ich schluckte den Schmerz herunter und zwang mich zu lächeln, als ich das Mädchen behutsam wieder absetzte. Der Mann sagte etwas zu mir, doch ich wusste nicht was er meinte. Auf mein Kopfschütteln hin zeigte er auf seine Brust und sagte ein Wort. Fangran. War das sein Name? Er zeigte erwartungsvoll mit der Hand auf mich und ich begriff, dass er meinen Namen erfahren wollte. War das klug? Aber was sollte hier schon passieren. Wir waren immerhin von der Außenwelt abgeschnitten.

„Ren“, sagte ich und zeigte dabei auf meine Brust. Fangran lächelte und nickte zufrieden. Dann deutete er auf die größte der Hütten, als würde er mich darin einladen wollen. Er machte eine Geste für Essen und ich verstand, dass sie mit mir essen wollten. Die Versuchung war groß, doch ich durfte nicht annehmen. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass doch jemand hier nach mir suchte, wollte ich nicht das diese netten Dorfbewohner mit mir in Verbindung gebracht werden konnten und dadurch in Gefahr waren.

Daher lehnte ich mit einem höflichen Kopfschütteln die Einladung ab und deutete mit dem Kopf auf den Sumpf. Ich spürte Fangrans Enttäuschung, doch er respektierte meine Entscheidung. Ich legte noch einmal meine Hand an die Brust und verbeugte mich leicht, um mich nochmals zu bedanken und mich zu verabschieden. Fangran und ein paar der Dorfbewohner erwiderten die Geste und ich machte mich auf den Rückweg durch den Sumpf.

Es vergingen zwei weitere Woche. Da ich außer der Wartung meiner Waffen und meines Schiffes nichts zu tun hatte, begann ich damit die kleinen glitzernden Steine zu sammeln, die an manchen Tümpeln zu finden waren. Aus Gräsern und den Steinen bastelte ich eine Kette, die ich bei meinem nächsten Besuch im Dorf als Zahlung für das Obst verwenden wollte. Da mein Vorrat nun aufgebraucht war, beschloss ich mich erneut auf den Weg zu machen. Nach zwei Wochen vollkommener Isolation waren mir ein paar freundliche Gesichter mehr als recht.

Als ich mich auf den Weg machte, lag Nebel über den Sümpfen. Der Nebel war so dicht, dass ich kaum mehr als einen Meter weit schauen konnte. Mich beschlich ein ungutes Gefühl, dass ich jedoch schnell beiseiteschob. Mit vorsichtigen Schritten bewegte ich mich voran, um auf dem tückischen Gelände keinen Fehltritt zu machen. Schon nach kurzer Zeit verlor ich komplett die Orientierung und ohne meine Holokarte wäre ich komplette aufgeschmissen gewesen. Erleichterung durchflutete mich, als aus dem Nebel endlich die Umrisse der ersten Hütten auftauchten. Doch meine Freude war nur von kurzer Dauer. Irgendwas stimmte nicht. Nirgends waren Dorfbewohner war zu sehen und es war kein Geräusch zu hören. Wo waren sie alle?

Aus Reflex glitt meine Hand zu dem Holster an meinem Oberschenkel und zog den Blaster hervor. Mit vorsichtigen Schritten ging ich langsam weiter in das Dorf hinein. Zu meiner linken hörte ich ein Geräusch, als hätte jemand eine Tür zugezogen. Sie versteckten sich. Aber sicher nicht vor mir. Vor wem hatten sie also Angst? Angestrengt versuchte ich im Nebel etwas zu erkennen.

Plötzlich spürte ich etwas. Es war als würde mich etwas zu sich rufen, dass ich weder sehen noch hören konnte. Ein Schauer lief mir über den Rücken. Mein Instinkt sagte ich solle weglaufen, doch meine Beine setzten sich automatisch in Bewegung. Wie in Trance folgte ich dem unsichtbaren Faden, der an meinem Innersten zog und meine Richtung lenkte. Meine Schritte führten mich aus dem Dorf hinaus, immer weiter weg von meinem Fluchtweg. Die Hütten waren schon lange hinter mir verschwunden, als ich plötzlich etwas im Nebel erkannte.

Ein paar Meter vor mir tauchte eine Gestalt aus dem Nebel auf. Zunächst sah ich nur ihren Umriss, doch plötzlich durchschnitten glühend gelbe Augen den Nebel. Eine Hand aus Eis schloss sich um mein Herz, als ich die Augen erkannte. Maul.

Ich riss meinen Blaster hoch, als Maul langsam auf mich zuschritt. Wie hatte er mich gefunden?! Maul blieb kurz vor mir sehen und sah mich mit seinen brennenden Augen an. Die Dunkelheit die von ihm ausging, ließ mich unwillkürlich einen Schritt zurückweichen.

„Da bist du ja. Ich habe nach dir gesucht, Ren Thorn.“ Ich erstarrte als er meinen Namen sagte.

„Woher weißt du wer ich bin? Wie hast du mich gefunden“, fragte ich forsch und versuchte meine Angst zu überspielen.

„Oh ich habe meine Informationen. Nach deinem Auftritt auf Jaresh habe ich ein wenig recherchiert. Und ich muss sagen ich habe interessante Dinge über dich und deine Laufbahn gelesen“, stellte Maul gelassen fest, als wäre das für ihn alles nur ein Spiel.

„Als du so unhöflich geflohen bist, haben meine Mandalorianer einen Peilsender an deinem Schiff angebracht. Wir haben das Signal zwar kurz verloren, doch hier in diesem System wieder aufspüren können. Leider ist der Sumpf so dicht, dass ich dich nicht sofort finden konnte. Aber ich hatte wohl Glück“, sagte er und fing an mich wie ein Raubtier zu umkreisen.

„Hast du den Dorfbewohnern etwas angetan“, fragte ich wütend und hoffte inständig, dass sie durch meine Anwesenheit kein Leid erfahren hatten. Maul schüttelte zu meiner unglaublichen Erleichterung mit dem Kopf.

„Nein, ich habe ihnen kein Haar gekrümmt. Ihr Tod wäre unnötig. Deiner hingegen wird es nicht sein.“ Maul griff nach seinem Lichtschwert. Gegen diese Waffe hatte ich keine Chance. Irgendwie musste ich mich rausreden.

„Ich wurde beauftragt dich zu töten, es war nichts persönliches“, sagte ich schulterzuckend, auch wenn das den Umstand für ihn wahrscheinlich nicht verbesserte.

„Außerdem habe ich dich nicht getroffen. Und du hast dein Lichtschwert nach mir geworfen. Damit sind wir doch quitt, oder?“

„Ich denke nicht", erwiderte Maul kalt und aktivierte sein Lichtschwert.

Der Nebel färbte sich rot und ließ Maul wie einen Dämon erscheinen. Kurz überlegte ich zu fliehen, doch ich verwarf den Gedanken schnell wieder. Es würde nichts bringen. Ich hatte Maul zwar noch nicht kämpfen sehen, doch wenn er es schaffte Mandalorianer hinter sich zu vereinen, musste er ein großer Krieger sein. Dazu kam der Umstand, dass ich seinem Lichtschwert nichts entgegenzusetzen hatte. Es stand fest. Maul würde mich töten, doch ich würde mit allem, was ich hatte gegen ihn kämpfen. Ich streifte meinen Umhang ab und rollte meine Schultern. Meine eine Hand umschloss fest den Blaster und ich sah Maul finster an.

„Dann lass es uns zu Ende bringen“, knurrte ich und Maul sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an.

„Du willst nicht wieder weglaufen“, fragte er belustigt und ich richtete als Antwort den Blaster auf seine Brust. Er nahm mich als Bedrohung nicht ernst. Das war sein Fehler.

„Schluss mit weglaufen“, rief ich und griff in meine Tasche. Blitzschnell warf ich zwei kleine Nebelbomben, die zwischen uns landeten und sich aktivierten. Der Nebel aus den Bomben vermischte sich mit dem bereits vorhandenen Nebel und machte es unmöglich etwas zu sehen. Nur Mauls Lichtschwert glomm durch den Nebel. Das verschaffte mir vielleicht einen kleinen Vorteil.

Rennend begann ich Maul zu umkreisen, wobei ich eine Salve Blasterschüsse auf den Zabrak abfeuerte. Wie erwartet parierte er diese mit einer unglaublichen Leichtigkeit. Die Plasmabolzen schnitten durch die Luft und ich musste mich unter ihnen hinwegducken, um nicht selbst getroffen zu werden. So kam ich nicht weiter. Ich steckte meinen Blaster zurück in den Holster und zog stattdessen meine Vibrodolche.

„Du willst verstecken spielen? Das kannst du haben“, hörte ich Mauls dunkle Stimme und dann erlosch sein Lichtschwert. Verdammt!

Schnell griff ich nach dem Seilwerfer an meinem Gürtel und brachte ihn an meiner Armschiene an. Ich horchte angestrengt in den Nebel hinein, doch ich konnte Maul nicht hören. Der Griff um meine Dolche festigte sich und meine Augen blickten nervös durch den Nebel. Durch die dichten Schwaden war jedoch nichts das geringste zu erkennen. Daher schloss ich die Augen und vertraute auf meine anderen Sinne. Wo war er?

Plötzlich spürte ich etwas hinter mir und eine Sekunde später hörte ich das Lichtschwert. Ich sprang gerade nach rechtzeitig nach vorne, um der Klinge der Lichtschwertes zu entgehen. Wasser spritze zur Seite, als ich mich durch den Rand des flachen Tümpels rollte und wieder auf die Beine sprang. Ohne lange nachzudenken, schoss ich das Seil in Mauls Richtung ab. Kurz verspürte ich Erfolg, als sich das Seil um seinen Oberkörper schlang. Seine leuchtenden Augen bohrten sich in meine und in der nächsten Sekunde sprengte er das Seil von seinem Körper frei. Der Ruck war so heftig, dass er mir den Seilwerfer von der Armschiene riss.

„So, das reicht jetzt“, knurrte Maul und ich sah, wie er die Arme bewegte. Im nächsten Moment wurde der Nebel in einem Radius von etwa 10 Metern um uns von herum von einer unsichtbaren Macht weggeschoben, sodass ich Maul nun richtig sehen konnte. Doch viel schlimmer, er konnte mich sehen. Ungläubig sah ich den Zabrak an, der mich missgünstig betrachtete.

„Du kämpfst nicht ehrenhaft“, sagte er beinahe enttäuscht und ich stieß ein empörtes Lachen aus.

„Nennst du es ehrenhaft mit einer Waffe zu kämpfen, gegen die dein Gegner keine Chance hat“, warf ich zurück und mein Blick fiel kurz auf sein Lichtschwert. Er zuckte mit den Schultern.

„Eine richtige Kriegerin kann auch mit unterlegenen Waffen gewinnen.“ Er wollte mich beleidigen, vielleicht sogar provozieren. Er wollte das ich ihn unüberlegt angriff, doch den Gefallen wollte ich ihm nicht tun. Sein Lichtschwert hatte eine viel größere Reichweite als meine Dolche und ich musste sehr nah an ihn heran, um ihn zu verletzen. Ich konnte nicht gewinnen, aber ich würde ihm zumindest übel mitspielen, bevor er mein Leben beendete. So viel Kampfgeist hatte ich noch. Maul schien etwas enttäuscht, dass ich nicht in seine Falle tappte.

Ohne Vorwarnung stürmte er auf mich zu und hieb mit seinem Lichtschwert nach mir. Ich wich ihm aus, denn mehr blieb mir auch erstmal nicht über. Mit den Augen verfolgte ich jede seiner Bewegungen, versuchte Schwachstellen zu finden. Er kämpfte unglaublich diszipliniert und jeder seiner Bewegungen zeugte von Präzision. Ich hatte Mühe seinen Schlägen auszuweichen, doch ich merkte das er sich zurückhielt. Er spielte mit mir. Schluss damit!

In einer Sekunde zwischen seinen Schlägen, sprang ich nach vorne. Ich rollte mich über den nassen Boden, kam kurz hinter ihm auf ein Knie und rammte meinen Dolch genau ich die Lücke zwischen der Knieplatte und dem Unterschenkel seiner linken Prothese. Funken zuckten aus der Wunde, als mein elektrifizierter Dolch Kabel durchtrennte. Maul schrie wie ein wildes Tier und hieb blind nach mir. Ich rollte mich zur Seite, doch sein Lichtschwert traf mich am Arm. Die glühende Klinge schnitt sich zischend in mein Fleisch und ich schrie auf vor Schmerz. Doch es blieb keine Zeit zu verschnaufen.

Schnell sprang ich auf die Beine und sah zu Maul, der mich mit zornerfülltem Blick ansah. Aus seinem Bein sprühten blaue Funken, als er humpelnd auf mich zukam. Sein Griff um sein Lichtschwert änderte sich und plötzlich tauchte eine zweite Klinge aus dem Griff auf.

„Was zum“, brachte ich hervor, doch dann war Maul schon über mir. Nun hielt er sich nicht mehr zurück.

Er hieb so stark und wild auf mich ein, dass ich nicht mehr ausweichen konnte. Verzweifelt versuchte ich die Schläge mit meinen Dolchen abzufangen, doch gegen diese Waffe hatte ich keine Chance. Mit jedem seiner Schläge wurde das Metall heißer und die Klingen immer unförmiger. Als das Metall begann meine Hände zu verbrennen, ließ ich es verzweifelt los und stolperte rückwärts zu Boden. Ich wollte wegrobben, doch Maul stand schon über mir. Er teilte sein Lichtschwert, sodass er nun eine rote Klinge in jeder Hand hielt. Er kreuzte sie und rammte beide auf je eine Seite meines Halses in den Boden. Ich spürte die Hitze der Klingen an meinen Tentakel und sah voller Furcht zu Maul auf, der über mir schwebte wie ein Raubtier. Jetzt war es vorbei. Er würde mich töten.

Ich sah in die Augen meines Mörders und wartete auf das Brennen seiner Klingen. Doch es kam nicht. Mauls Blick wandelte sich von hasserfüllt zu überrascht. Er hob seinen Blick von mir und sah in den Nebel hinein. Verwirrt sah ich zu ihm auf.

„Worauf wartest du? Bring es zu Ende“, knurrte ich wütend, doch Maul sah mich nicht an.

„Lauf“, raunte er kaum hörbar, ohne den Blick von seinem unsichtbaren Ziel zu wenden. Was sollte das jetzt?

„Was“, fragte ich verwirrt und nun sah Maul mich an. In seinen Augen lag nicht länger sein Hass gegen mich, sondern etwas anderes.

„Verschwinde“, knurrte er diesmal deutlicher und nahm seine Klingen von meinem Hals. So schnell ich konnte rappelte ich mich auf und machte ein paar Schritte von ihm weg. Vollkommen verständnislos sah ich Maul an. War das ein Spiel? Wollte er das ich wegrenne, damit er mich jagen konnte?

Maul stand mit dem Rücken zu mir, beide Lichtschwerter angriffsbereit in den Händen. Er blickte durch den Nebel, als könnte er etwas sehen das mir verborgen blieb. Plötzlich flammte im Nebel etwas Rotes auf. Im nächsten Moment erschien eine Gestalt aus dem Nebel und trat in die Fläche, die weiterhin vom Nebel befreit war. Der Mann war von Kopf bis Fuß in eine dunkle Rüstung gekleidet. Ein weiter Umhang umhüllte ihn und auf dem Kopf trug er einen Helm in Form eines Totenschädels. Doch viel mehr als sein unheilvolles Aussehen beunruhigte mich die Waffe in seiner Hand. Er trug ein rotes Lichtschwert! Was zur Hölle war hier los?!

„Endlich habe ich dich gefunden. Der Imperator will deinen Tod“, sagte der Neuankömmling mit metallener Stimme und mir war klar, dass er Maul meinte. Maul nahm eine Kampfhaltung ein und sah den Herausforderer angriffslustig an.

„Du kannst es ja versuchen.“

Dann gingen sie aufeinander los. Die Lichtschwerter schrien, als sie aufeinandertrafen und ich zuckte bei jedem Schlag zusammen. Beide Kämpfer hatten offenkundig viel Kampferfahrung, doch Maul war der deutlich bessere Kämpfer. Sein Nachteil war allerdings das verletze Bein, das blaue Funken sprühte und Maul augenscheinlich Schmerzen bereitete. Trotz der Beeinträchtigung kämpfte Maul so kraftvoll und präzise und meine Augen folgten voller Bewunderung jeder seiner Bewegungen. Der Kampf war das beeindruckendste, das ich je gesehen hatte. Einige Sekunden beobachtete ich das Geschehen wie erstarrt, bis ich wieder zur Besinnung kam. Ich musste verschwinden!

Ohne weiter nachzudenken drehte ich mich um und rannte davon. Die beiden Kämpfenden verschwanden hinter mir im Nebel, nur die Geräusche ihrer Lichtschwerter verfolgten mich. Plötzlich spürte ich ein Ziehen in der Brust, als würde mich etwas zu den beiden zurückführen wollen. Als würde etwas in mir Maul nicht mit dem Angreifer zurücklassen wollen. Das war verrückt! Maul wollte mich umbringen und der Neue vermutlich auch, wer auch immer er war. Sollten sie sich doch gegenseitig umbringen, dann hatte ich eine Sorge weniger. Doch so sehr ich mir das auch einreden wollte, es fühlte sich einfach falsch an. Renn weiter, sagte ich mir und versuchte den Gedanken abzuschütteln.

Ein Schrei ließ mich abrupt anhalten. Es war wie das Brüllen eines verwundeten Tieres und ich wusste das es Maul war. Mein Körper reagierte, bevor mein Kopf ihn daran hindern konnte. Ehe ich es mich versah rannte ich zurück, immer den Geräuschen der Lichtschwerter nach. Blind schlug ich mich durch den dichten Nebel, bis ich endlich die nebelfreie Fläche erreichte. Meine Augen fanden Maul, der auf seinem verletzten Bein kniete. Der Angreifer drückte sein Lichtschwert von oben auf ihn nieder, während Maul es mit seinen beiden blockierte. Er war offensichtlich stärker als sein Angreifer, konnte seine defensive Haltung jedoch wegen des verletzen Beines nicht verlassen.

Ich musste ihm helfen. Schnell rannte ich auf die beiden zu, ließ mich in vollem Tempo neben Maul fallen und rutschte auf dem nassen Boden unter den Lichtschwertern hindurch. Bevor der Angreifer reagieren konnte, packte ich mit der Hand sein Fußgelenk und aktivierte den Elektroschocker. Der Strom floss von meiner Hand in seinen Körper und setzte ihn unter Strom. Seine Rüstung verstärkte den Effekt nur noch. Mit einem erstickten Aufschrei verkrampfte sich sein Körper und er zuckte unkontrolliert. Ich traute mich nicht loszulassen, bis sein Körper erschlaffte und zu Boden fiel. Er bewegte sich nicht mehr, doch ich war mir ziemlich sicher, dass er nur bewusstlos war.

Zitternd atmete ich aus und sprang auf die Beine. Als ich mich umdrehte, fand ich mich Auge in Auge mit Maul wieder. Der Zabrak hatte sich aufgerichtet und sah mich mit einem finsteren Blick an. Er fragte sich mit Sicherheit, warum ich ihm geholfen hatte, doch dafür hatten wir keine Zeit.

„Wir müssen verschwinden. Ist dein Schiff in der Nähe“, fragte ich und sah Maul auffordernd an. Mein Schiff war zu weit weg, als das ich es rechtzeitig erreichen würde. Wir mussten verschwunden sein, bevor der Angreifer wieder aufwachte.

„Es ist nur ein paar Minuten von hier“, antwortete Maul und akzeptierte anscheinend den Fakt, dass wir nun zusammen fliehen mussten.

„Gut. Dann geh voran.“ Maul folgte meiner Aufforderung, doch sein Bein gab sofort unter ihm nach. Kriff! Ohne zu fragen, griff ich nach seinem Arm und wollte ihm auf die Beine helfen. Maul zuckte zurück, als hätte ich ihn verbrannt und funkelte mich feindselig an.

„Für sowas haben wir keine Zeit. Ich stütze dich und du führst uns zu deinem Schiff“, sagte ich forsch und Maul knurrte widerwillig. Als ich jedoch wieder nach seinem Arm griff, ließ er es zu. Ich legte seinen Arm um meine Schultern und stütze ihn mit dem anderen Arm am Rücken. Zusammen liefen wir los, wobei ich Mauls verletztes Bein so gut es ging entlastete. Er war ein Stück größer als ich und schwer, was es nicht gerade einfach machte.

„Wie weit ist es noch“, fragte ich außer Atem, als wir schon ein paar Minuten in schnellem Tempo hinter uns gebracht hatte. Ich spürte die Gefahr, die immer noch lauerte und wollte so schnell wie möglich hier weg.

„Wir sind fast da“, erwiderte Maul, doch plötzlich durchschnitt ein Geräusch den Nebel. Bevor ich wusste was passierte, riss Maul sein Lichtschwert hinter uns hoch. Der Angreifer war erwacht und hatte uns verfolgt. Er hatte sein rotierendes Lichtschwert nach uns geworfen und Maul hatte es gerade noch rechtzeitig abgewehrt. Leider verfehlte es uns dennoch nicht komplett. Die Klinge streifte quer meinen unteren Rücken und ich schrie gepeinigt auf. Ich drohte zu stolpern, doch dieses Mal war es Maul, der mich stützte.

„Das reicht“, brachte ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor und griff in einer meiner Gürteltaschen. Ich nahm mehrere kleine Sprengkugeln hervor und ließ sie auf den Boden hinter uns fallen, während wir weiter auf das Schiff zueilten. Der Angreifer hatte sein Lichtschwert zu sich zurückgerufen und kam schnell auf uns zu. Als er auf Höhe der Sprengkugeln war, drückte ich einen Knopf an meiner Armschiene.

Mit einem gewaltigen Knall explodierte die Sprengkugel und warfen den Angreifer wie eine Puppe durch die Luft. Er knallte gegen einen nahen Baum und blieb mit rauchender Rüstung liegen. Hoffentlich stand er dieses Mal nicht wieder auf.

Endlich tauchten vor uns im Nebel die Umrisse eines Schiffes auf. Erleichtert atmete ich auf, da mein Körper die Belastung nicht mehr lange aushalten würde. Maul streckte einen Arm aus und die Laderampe öffnete sich wie von Zauberhand. Wir schleppten uns die Rampe hinauf und sobald wir oben waren, machte Maul sich energisch von mir los.

„Ich starte das Schiff“, knurrte er und humpelte in Richtung des Cockpits, wobei er sich mit einer Hand gegen die Schiffswand stützte. Seine Metallbeine klangen dumpf auf dem Durastahlboden wieder. Ich schaute angestrengt in den Nebel, doch der Angreifer war nicht zu erkennen. Mit der Faust hieb ich auf den Knopf an der Wand und die Laderampe schloss sich langsam. Auf meiner Armschiene aktivierte ich meine Ortung und startete mein Schiff, damit es abheben und uns folgen würde. Für den Augenblick musste ich mit Maul fliegen, doch bei der ersten Gelegenheit würde ich verschwinden. Zwar hatte ich die Hoffnung, dass er mich nach meiner Hilfe nicht mehr umbringen wollte, doch ich konnte mir nicht sicher sein. Dieser Mann schien Ärger förmlich anzuziehen und ich musste so viel Distanz zwischen uns bringen wie möglich.

Fürs Erste war ich aber auf einem Schiff mit ihm gefangen und ich beschloss zu ihm zu gehen. Vorsichtig ging ich in die Richtung, in der er verschwunden war. Die Triebwerke erwachten zum Leben, als Maul das Schiff startete. Ein Ruck ging durch das Schiff, als wir schnell vom Boden abhoben. Als ich das Cockpit erreichte, sah ich durch die Scheibe das wir bereits über dem Wald waren. Maul saß mit dem Rücken zu mir im Pilotensitz, drückte wild auf die Knöpfe und beförderte uns mit einem Höllentempo in Richtung Himmel. Ich krallte mich mit den Händen an die Lehne des Copilotensitzes, als das Schiff beschleunigte und durch die Atmosphäre brach. Wir erreichten den Weltraum und Maul steuerte das Schiff sofort in den Hyperraum. Er stellte den Autopiloten ein und ließ die Hände vom Steuer sinken. Einen Moment blieb er still und starrte auf die Sterne, die an dem Schiff vorbeizogen. Ich musterte ihn mit Unbehagen, die Stille machte mich Unruhig. Kurz fragte ich mich, ob er meine Präsenz nicht bemerkt hatte, doch diese Frage wurde mir schnell beantwortet. Maul drehte seinen Kopf ruckartig zu mir herum und seine glühenden Augen bohrten sich in meine. Oh verdammt!

Maul sprang aus dem Stuhl und griff nach seinem Lichtschwert. Ich wich sofort zurück, doch ich kam nicht weit. Der Zabrak streckte die Hand aus und plötzlich zog sich meine Kehle zu. Mit einer ungeheuren Macht wurde ich zurückgeschleudert und gegen die Schiffswand gedrückt. Ein erstickter Aufschrei verließ meine Kehle, als die Wunde auf meinem Rücken den kalten Stahl berührte. Meine Finger krallten nach der unsichtbaren Hand, die meine Kehle umschlossen hatte. Es war nicht genug, um mir die Luft komplett abzuschneiden, aber genug um mich verzweifelt nach Atem ringen zu lassen. Maul kam langsam auf mich zu und ich sah ihn feindselig an.

„Ist das dein Ernst?! Ich habe dir geholfen, verdammt“, brachte ich hervor und versuchte mich erfolglos aus seinem Machtgriff zu befreien. Maul aktivierte sein Lichtschwert und hielt es bedrohlich auf mein Gesicht gerichtet.

„Warum hast du das getan? Warum bist du nicht einfach weggelaufen“, fragte Maul bedrohlich und musterte mich misstrauisch. Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte. Irgendwas in mir hatte mich zu ihm zurückgezogen und ich konnte beim besten Willen nicht sagen, was es war. Mein Schweigen schien Maul zu erzürnen, da er den Griff um meinen Hals etwas festigte.

„Sprich“, forderte er drohend und ich spürte, wie Tränen in meinen Augenwinkeln brannten.

„Ich weiß es nicht! Ich hatte einfach das Gefühl, dass es das Richtige ist. Langsam bereue ich es aber“, brachte ich mit erstickter Stimme hervor und funkelte Maul finster an. Er musterte mich noch einen Moment länger, als suchte er in meinen Augen nach der Wahrheit. Als er keine Lüge fand, ließ er mich endlich los und deaktivierte sein Lichtschwert. Ich fiel hustend auf die Knie und hob meine Hand an meine schmerzende Kehle. Mein Körper zitterte vor Anstrengung, Angst und Schmerz. Doch ich wollte auf keinen Fall Schwäche vor ihm zeigen.

Als ich den Kopf wieder hob, sah ich das Maul seine behandschuhte Hand zu mir ausgestreckt hatte. Einen Moment musterte ich sie misstrauisch, doch schließlich ergriff ich seine Hand und ließ mich von ihm auf die Beine ziehen. Ich gab mir alle Mühe den Schmerz zu verbergen, den die Bewegung bei meiner Wunde verursachte.

„Also was jetzt? Willst du mich immer noch umbringen", fragte ich geradeheraus, da ich wissen wollte woran ich war. Maul musterte mich überrascht über meine Direktheit. Zu meiner Erleichterung schüttelte er den Kopf.

„Nein, fürs Erste nicht. Ich bin gewillt über deinen Anschlag auf mich hinwegzusehen."

Wie großzügig, dachte ich sarkastisch, war jedoch klug genug das nicht laut auszusprechen.

„Ist dein Schiff noch auf dem Planeten?"

„Nein, es folgt uns“, sagte ich und warf einen Blick auf meine Armschiene, auf der das Signal stetig blinkte.

„Du wirst es nicht mehr brauchen. Du wirst auf meinem Schiff bleiben", sagte Maul, als wäre das selbstverständlich. Ich sah ihn mit zusammengekniffenen Augen an.

„Was soll das heißen? Bin ich deine Gefangene“, fragte ich forsch und Maul verschränkte die Hände hinter dem Rücken.

„Das ist nicht notwendig. Du wirst freiwillig bleiben“, sagte er und seine Augen blitzten überlegen. Ich konnte mir ein ungläubiges Lachen nicht verkneifen.

„Das glaube ich kaum.“ Das wissende Lächeln, das sich auf Mauls Lippen schlich, ließ meine Sicherheit jedoch schwinden.

„Du scheinst das Ausmaß deiner Lage nicht zu begreifen. Der Kämpfer, der mich angegriffen hat, war ein Inquisitor des Imperiums. Er ist darauf aus Jedi und andere machtsensible Feinde des Imperiums zu jagen und zu töten. Er kam wegen mir, aber aufgrund deines Eingreifens wird das Imperium jetzt auch dich jagen. Und glaube mir, dem bist du nicht gewachsen. Du brauchst mich, um zu überleben. Alleine hast du keine Chance. Je eher du das einsiehst, desto besser."

Ich sah ihn entgeistert an. In was war ich da bloß reingeraten? Wenn das Imperium und Pearsons Kopfgeldjäger nach mir suchten, dann konnte ich mich nirgendwo mehr verstecken. So sehr ich es auch hasste, Maul hatte recht. Er war stark genug, um dem Inquisitor standzuhalten und meine einzige Chance am Leben zu bleiben. Wohl oder übel musste ich bei ihm bleiben. Zumindest fürs Erste. Maul sah zufrieden aus, als könnte er meine Gedanken lesen. Dann wanderte sein Blick zu meinem Arm, wo sein Lichtschwert mich verwundet hatte.

„Du bist verletzt“, stellte er fest, doch ich winkte ab.

„Ich komme schon klar. Hast du ein Bad oder etwas anderes, wo ich mir die Wunden anschauen kann“, fragte ich kühl und Maul nickte nachdenklich.

„Die zweite Tür links“, sagte er und ich sah in die Richtung, in die er deutete. Da ich eh nirgends hinkonnte, ließ Maul mich ziehen als ich das Cockpit verließ. Auf dem Weg zum Bad kam ich an zwei verschlossenen Türen und einer offenen Tür vorbei, hinter der sich eine kleine Küche verbarg. Die Tür zum Badezimmer öffnete sich vor mir und ich trat hinein. Erst als sich die Tür hinter mir schloss, erlaubte ich es mir meiner Schwäche endlich nachzugeben.

Ein unterdrücktes Wimmern verließ meine Kehle und ich stütze mich mit zitternden Armen auf das Waschbecken. Im Großen und Ganzen war ich glimpflich davongekommen. Auf meinem rechten Oberarm prangte die Wunde von Mauls Lichtschwert. Sie hatte mich glücklicherweise nicht allzu tief getroffen und ich wusste, dass sie gut heilen würde. Sorge machte mir die Wunde auf dem Rücken. Ich schluckte schwer und drehte mich mit dem Rücken zum Spiegel. Die Klinge des Inquisitors hatte sich einmal schräg über meinen unteren und mittleren Rücken gebrannt. Das sie meine Wirbelsäule nicht verletzt hatte, verdankte ich nur Mauls Reaktion. Wie durch ein Wunder hatte sie auch meine Tentakel nicht erwischt, was aber auch schon das einzig Gute an der Sache war. Die Wunde war tief und der Stoff meines Tops hatte sich in das verbrannte Fleisch geschmolzen. Zitternd atmete ich ein und versuchte an dem Stoff zu ziehen, doch ich musste mit einem Schmerzschrei stoppen. Der Schmerz war wie bei keiner anderen Wunde, die ich bisher erlebt hatte. Zwar hatte ich schon einige Blasterschüsse abbekommen, aber das hier war etwas komplett anderes.

Da ich weder die Kraft noch den Willen hatte es nochmal zu versuchen, beschloss ich mich später um die Wunde zu kümmern. Fürs Erste nahm ich eine Bactaspritze von meinem Gürtel und rammte sie in meinen Arm. Sie würde den Schmerz hoffentlich etwas lindern und die Heilung beschleunigen. Mit etwas Wasser wusch ich die Wunde an meinem Arm aus und trug Bactagel aus meinem kleinen Medkit auf die Wunde am Arm und meine leicht verbrannten Finger auf. Den Versuch auch auf den Rücken das Gel aufzutragen, gab ich schnell wieder auf. Ich hatte keine Chance die Stellen zu erreichen, ohne mich zu verdrehen und den Schmerz damit noch zu steigern. Für den Moment musste ich es so lassen und mir später darüber Gedanken machen.

Als ich im Bad fertig war, schritt ich zurück auf den schmalen Korridor. Vorsichtig blickte ich in das Cockpit und sah das Maul wieder im Pilotensitz platzgenommen hatte. Da ich lieber nicht in seiner Nähe sein wollte, ging ich stattdessen in die Küche. Es war ein kleiner Raum mit einer Küchenzeile und einer gepolsterten Sitzecke mit Tisch. Mein Adrenalin war schon lange verflogen und der Schmerz verstärkte das Bedürfnis meines Körpers nach Schlaf. Ohne lange nachzudenken, ließ ich mich auf der Sitzfläche der Eckbank nieder und legte mich auf die Seite, um meinen Rücken nicht zu belasten. Die Bactaspritze wirkte langsam und betäubte meinen Schmerz und meine Sinne. Bevor ich wusste wie mir geschah, sank ich in einen traumlosen Schlaf.

____________________________________________________________________________________________________________

Notes:

Das war also das neue Kapitel. Ein bisschen Action, ein bisschen Hurt und ein bisschen Drama. Genau die Art von Kapitel, die ich am liebsten mag. ^-^

Jetzt sitzen die beiden also gemeinsam auf einem Schiff fest. Was passiert mit Rens Wunde? Wird Ren bei der ersten Gelegenheit davonlaufen? Was sind Mauls Pläne? Und wird der Inquisitor ihnen folgen? Das erfahren wir im nächsten Kapitel. Bleibt also dran. ;)

Das nächste Kapitel wird nächsten Sonntag veröffentlicht.

Lasst mich gerne wissen, wenn euch die Geschichte gefällt. Ich freue mich über jeden Leser. :)