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Was in den Schatten liegt

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Was in den Schatten liegt

Maul ließ meine Hand wieder los und wandte sich seinem Holoprojektor zu.

„Ich werde Rook kontaktieren“, sagte er und ich legte neugierig den Kopf schief.

„Wer ist das?“

„Sie ist meine erste Offizierin und führt die Mandalorianer an. Du bist ihr bereits begegnet“, erklärte Maul und warf mir einen kurzen Seitenblick zu. Es war bestimmt die Mandalorianerin, die mir auf Jaresh nach meiner Flucht einen Blaster an den Kopf gehalten hatte. Sie würde sich bestimmt freuen mich zu sehen.

„Soll ich dich allein lassen?“ Ich wollte schon aufstehen, doch Maul deutete mir mit einer Handgeste sitzen zu bleiben.

„Nein, bleib. Du gehörst jetzt auch zu meinen Leuten“, sagte er und ich sank überrascht in den Sitz zurück.

Maul rief Rook über den Holoprojektor und wenige Sekunden später tauchte das Hologramm der Mandalorianerin auf. Dieses Mal hatte sie ihren Helm jedoch unter ihren Arm geklemmt, sodass ich das erste Mal ihr Gesicht sehen konnte. Rook war eine hübsche Frau, das gab ich neidlos zu. Sie hatte blasse Haut, kurze dunkle Haare und dunkle Lippen. Ihre Augen waren hart, ihr Gesichtsausdruck ernst und sie hatte die Haltung einer Kriegerin. Rook senkte respektvoll den Kopf, als sie Maul erblickte.

„Lord Maul, wir haben auf Nachricht von Euch gewartet“, sagte sie und hob den Blick wieder zu Maul.

„Ich war vielbeschäftigt“, erwiderte Maul und Rook sah ihn neugierig an.

„Ich gehe davon aus, dass Eure Jagd auf die Kopfgeldjägerin erfolgreich war“, fragte sie und ich konnte deutlich ihre Abneigung aus ihrer Stimme heraushören.

„So könnte man es sagen.“ Maul drückte einen Knopf und ich wusste, dass die Holocam nun auch mich erfasste. Rooks Blick fuhr zu mir herum und ich brauchte ihre Gefühle nicht zu spüren, um ihren Hass und ihre Irritation wahrzunehmen.

„Warum lebt sie noch? Sie hat versucht euch zu töten“, knurrte Rook empört und Maul wies ihr mit einer Geste zu schweigen.

„Sie hat mir geholfen und sich als sehr nützlich erwiesen. Durch sie konnte ich ein Kartell auf Amperon unterwerfen. Ich möchte das du dort hinfliegst, meinen Griff dort verstärkst und alles aufnimmst, was sich im Besitz des Kartells befindet. Es ist ein ungeordneter Haufen, aber nicht ohne Potential. Die Koordinaten habe ich dir soeben geschickt.“ Rook nickte widerwillig.

„Wie Ihr befehlt, mein Lord. Werde ich Euch dort antreffen oder kehrt ihr zum Hauptquartier zurück?“ Maul zögerte kurz.

„Weder noch. Ich werde eine Weile unterwegs sein. Ich muss ein paar Nachforschungen anstellen“, sagte Maul nachdenklich und ich wusste, dass es mit mir zu tun hatte. Rook schien das ebenfalls zu begreifen, da sich ihre Augen verengten.

„Ist das weise, mein Lord? Ihr könnt ihr nicht vertrauen. Immerhin hat sie versucht euch zu töten“, merkte Rook nachdrücklich an und ihr Hass für mich triefte förmlich aus ihrer Stimme. Auch wenn ich Rooks Missgunst verstehen konnte, hatte ich es satt wie sie über mich sprach.

„Keine Sorge, ich werde deinem Lord schon kein Horn krümmen“, sagte ich sarkastisch und verschränkte die Arme vor der Brust. Maul sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an und ich bemerkte das meine Aussage ihn amüsierte. Rook ging das allerdings nicht so. Bevor sie etwas erwidern konnte, sprach Maul mit einem Tonfall, der keine Widerrede duldete.

„Mein Entschluss ist gefasst. Erstatte mir Bericht von Amperon und ich melde mich mit neuen Instruktionen.“

Rook schien alles andere als glücklich, doch sie senkte gehorsam ihren Kopf.

„Ja, mein Lord.“ Dann beendete sie die Übertragung. Ich schnaubte abfällig.

„Reizend. Ein richtiger Sonnenschein.“ Maul lehnte sich in seinem Stuhl zurück und sah mich an.

„Rook ist klug, loyal und eine hervorragende Kämpferin. Sie ist zwar sehr misstrauisch, doch das aus gutem Grund. Und ihr fehlendes Vertrauen in dich ist nicht unbegründet. Du wirst meinen Leuten deinen Wert noch beweisen müssen.“

„Ich freue mich schon darauf“, erwiderte ich seufzend, doch dann stahl sich wieder ein Grinsen auf mein Gesicht.

„Muss ich dich ab jetzt auch „Mein Lord“ nennen“, fragte ich und deutete eine spielerische Verbeugung an. An Mauls Mundwinkeln zog für eine Sekunde ein Lächeln, bevor er den Kopf schüttelte.

„Maul reicht aus.“ Ich konnte nicht umhin ihn überrascht anzusehen. Oh, Rook würde mich noch mehr hassen, wenn sie das erfahren würde. Mir fiel in diesem Moment auch auf, dass ich ihn noch nie mit seinem Namen angesprochen hatte.

„Also gut, Maul“, sagte ich und mochte die Art, wie sein Name über meine Zunge rollte.

„Ich denke ich werde mich jetzt zurückziehen. Der Tag war doch sehr ereignisreich.“ Ich erhob mich, wobei ich den Schmerz in meinem Rücken ignorierte. Maul stand ebenfalls auf und blockierte mir den Weg.

„Vorher werden deine Wunden versorgt“, sagte Maul und ich sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an.

„Das ist nicht notwendig. Die Wunden sind nicht mehr als Kratzer“, wehrte ich ab, doch Mauls Mine blieb stur.

„Ich meine vor allem deine Wunde am Rücken. Sie ist bei dem Kampf aufgegangen.“

„Wie …“, fragte ich verwirrt und Maul zuckte gleichgültig mit den Schultern.

„Ich kann dein Blut riechen.“

Darauf wusste ich beim besten Willen nichts zu sagen. Er konnte mein Blut riechen?! Das beeindruckte und verunsicherte mich zugleich. Maul ließ mir keine Zeit darüber nachzudenken, sondern drehte sich um und deutete mir ihm zu folgen.

„Komm“, forderte er mich auf und ich lief ihm ohne Protest hinterher. Das wurde ja immer interessanter.

Wir nahmen wie die letzten beiden Male in der Küche Platz. Maul auf der Sitzbank und ich zwischen seinen Beinen auf dem Stuhl. Ich öffnete den Gürtel und streifte die Robe ab, sodass ich nur noch meinen Sport-BH anhatte. Es störte mich nicht das Maul mich so sah und ich hatte mich an seine medizinischen Behandlungen gewöhnt. Ich würde es zwar nicht zugeben, doch ich genoss die Zuwendung sogar ein wenig. Natürlich ging es Maul nur darum, dass ich kampffähig war. Nach all der Zeit, die ich mich alleine durchgeschlagen hatte, war es jedoch ein schönes Gefühl, dass sich jemand um mein Wohlbefinden sorgte. Sei es aus welchem Grund auch immer.

Maul zog die Bactapads von meiner Haut ab und begutachtete mit spürbarer Missbilligung die aufgerissene Wunde. Sie blutete zwar nicht mehr, doch ich konnte das getrocknete Blut auf meiner Haut deutlich spüren.

„Ein paar Fäden sind gerissen. Ich werde sie erneuern müssen“, stellte Maul fest und ich nickte.

Da die Wunde durch die Bactapads nicht mehr so stark gereizt war wie beim ersten Mal, würde das Nähen auch erträglicher sein. Maul kramte in dem Medkit und suchte Nadel und Faden zusammen. Ich legte meine Tentakel über meine Schultern, damit sie Maul bei der Arbeit nicht im Weg waren. Eine rutschte dabei jedoch zurück auf meinen Rücken und bevor ich sie wegnehmen konnte, schob Maul sie mit der Hand sanft über meine Schulter.

Die Berührung seiner bloßen Hand ließ mich zusammenzucken und ein Zittern fuhr durch meinen Körper. Als Maul mich berührte spürte ich intensiv die Gefühle, die er sonst so gut vor mir verbarg. Im Moment strahlte er vor allem Ruhe aus, doch darunter schlummerten unendlich tiefer Hass, Wut, Angst, Traurigkeit und Einsamkeit. Seine Emotionen waren stärker als alles, was ich je gefühlt hatte und ließen mich überwältigt nach Luft ringen. Sie spiegelten einen Teil von mir, den ich vor langer Zeit tief in mir vergraben hatte. Es machte mir panische Angst. Mein Herz pochte wild in meiner Brust und ich sprang auf, um der Berührung zu entfliehen.

Ich schnellte herum und sah mit geweiteten Augen zu Maul. Er hatte sich nicht bewegt und die Hand, mit der er mich eben noch berührt hatte, sank langsam auf sein Knie. Sein intensiver Blick raubte mir den Atem. Nun da der Kontakt getrennt war, wurden seine tiefsten Emotionen wieder vor mir verborgen. Ich konnte trotzdem spüren, dass meine Reaktion ihn verstimmte. Er verstand nicht was passiert war und das gefiel ihm gar nicht.

„Was soll das“, knurrte er wütend und ich atmete tief durch, um mein pochendes Herz zu beruhigen. Still sagte ich mein Mantra auf. Einatmen, ausatmen. Fokus.

„Entschuldige. Ich wollte nicht zurückweichen.“ Mauls Augen verengten sich feindselig. Er glaubte mir kein Wort.

Seufzend ging ich wieder auf ihn zu und hob den Stuhl auf, der bei meiner plötzlichen Flucht umgefallen war. Vorsichtig ließ ich mich darauf nieder. Meine Hand griff unbewusst nach der Tentakel, auf der ich noch immer seine heißen Finger spüren konnte. Mauls brennender Blick lag auf mir und ich traute mich nicht ihn anzusehen.

„Meine Spezies kann über die Kopftentakel Pheromone aufnehmen und so die Gefühle von anderen Lebewesen wahrnehmen. Unterwasser ist diese Fähigkeit am effektivsten, aber wir können sie auch in der Luft wahrnehmen. Wenn jemand unsere Tentakel mit der bloßen Haut berührt, ist die Wahrnehmung … intensiv. Das ist nicht schlimm, aber wenn man nicht damit rechnet, kann es einen überwältigen“, erklärte ich und merkte, wie Mauls Körper sich anspannte.

„Was hast du gespürt“, fragte er tonlos, als hätte er Angst vor der Antwort.

Ich zögerte einen Moment. Zwar wollte ich ehrlich sein, doch ich hielt es für unklug ihn jetzt mit der Angst und Traurigkeit zu konfrontieren, die ich gespürt hatte.

„Ich habe so viel Hass und Wut gespürt. Doch da war auch … Einsamkeit.“ Zögerlich begegnete ich Mauls Blick. Ich kannte das Gefühl nur allzu gut.

Wut flammte in Mauls Augen auf.

„Du weißt gar nichts über mich“, knurrte er, ohne meine Aussage zu bestätigen oder zu verleugnen.

„Ich sage nur, was ich gefühlt habe“, stellte ich ruhig fest und hielt seinem intensiven Blick stand.

„Und was spürst du jetzt?“ Ich konzentrierte mich auf die Pheromone, die von ihm ausgingen.

„Im Moment spüre ich nur das du wütend und misstrauisch bist. Ich weiß nicht genau wie, aber du kannst deine tiefen Gefühle vor mir verbergen. Ich spüre nur die flüchtigen oder sehr starken Gefühle. Das habe ich noch nie erlebt. Machst du das bewusst?“

Maul schien beinahe erleichtert.

„Gefühle sind eine Schwäche. Macht gehört denen, die sie überwinden“, erwiderte er kalt und ich sah ihn überrascht an. Dachte er wirklich so oder hatte er nur Angst verletzt zu werden, wenn er Gefühle zuließ?

„Für uns Nautolaner sind Gefühle ein Zeichen von Stärke. Nur wer sie zulässt, kann sie kontrollieren. Sie sind ein Grundstein unserer Kultur.“

Das stimmte. Sogar ein Teil unserer Sprache basierte auf der Wahrnehmung von Pheromonen, was ihre Aussprache an Land unmöglich machte. Daher konnte so gut wie jeder Nautolaner auch Basic sprechen.

Leider war ich selbst ein unglaublich schlechtes Beispiel dafür. In der Vergangenheit hatte ich mich von meinen Gefühlen kontrollieren lassen und es hatte mich auf einen dunklen Pfad geführt. Danach hatte ich die Gefühle, die ich nicht beherrschen konnte, tief in mir vergraben. Und ich hoffte sie würden auf ewig vergaben bleiben.

Maul schnaubte abfällig, doch ich merkte das er über meine Worte nachdachte.

„Dreh dich wieder um. Ich muss die Wunde vernähen. Keine Sorge, ich werde deine Tentakel nicht wieder anfassen“, sagte er tonlos und ich kam seiner Aufforderung nach.  Dieses Mal hielt ich die Tentakel fest, damit sich die Situation von eben nicht wiederholen konnte.

Maul war wütend, doch seine Wut richtete sich nicht direkt gegen mich. Er war wütend das jemand einen Blick hinter die hohen Mauern geworfen hatte, die er so meisterlich um sich errichtet hatte. Er würde jede Berührung meiner Tentakel vermeiden, nur um sich nicht wieder verwundbar zu machen.

„Ich behalte es für mich“, sagte ich leise und sah vorsichtig über meine Schulter.

„Das solltest du auch, wenn dir dein Leben etwas wert ist“, knurrte Maul und sah mich aus seinen glühenden Augen durchdringend an. Obwohl seine Worte vor Feindseligkeit trieften, spürte ich, dass er mir nichts antun würde. Er war zutiefst irritiert, dass ich seine Schwäche nicht gegen ihn verwenden wollte. Doch er glaubte mir.

Wortlos und mit flinken Fingern vernähte Maul die Wunde und tupfte danach das Blut von meiner Haut. Seine Handgriffe waren so präzise und professionell wie immer. Ich war erleichtert, dass er seine Wut nicht an mir ausließ. Maul strich noch Bactagel auf die Wunde und klebte zwei neue Bactapads darauf. Anschließend wechselte er noch das Bactapad auf meinem Oberarm, auf dem die Haut schon beinahe vollständig geheilt war.

„Danke“, sagte ich ehrlich und wollte aufstehen, doch Mauls Stimme hielt mich zurück.

„Wir sind noch nicht fertig“, sprach er mit Nachdruck und ich sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an.

„Die Wunden an deinem Hals müssen gereinigt werden“, stellte er fest, doch ich schüttelte abweisend den Kopf.

„Das kann ich auch alleine“, widersprach ich und stand auf, um zu gehen.

Maul stellte sein Bein jedoch so an den Stuhl, dass ich nicht daran vorbeikam. Mit zusammengekniffenen Augen drehte ich mich zu ihm um und begegnete seinem eisernen Blick.

„Setzen“, befahl er und ich ließ mich widerwillig auf dem Stuhl nieder, sodass ich ihm zugewandt saß. Dabei hakte ich meine Beine halb unter den Stuhl, um nicht mit meinen Knien seine Oberschenkel zu berühren.

„Ich habe mich jahrelang selbst um meine Wunden gekümmert, weißt du“, sagte ich genervt, während ich das Band löste, dass zwei meiner Tentakel vor meiner Brust zusammenhielt. Maul schien meine Aussage nicht zu beeindrucken.

„Ich habe gesehen, wie du dich um deine Wunden kümmerst. Also überlässt du das in Zukunft mir oder anderen“, sagte Maul stur und ich sah keinen Sinn darin nochmal zu widersprechen.

Ich fluchte, richtete mich jedoch so auf, dass Maul besseren Zugang zu meinem Hals hatte. Er legte vorsichtig seine Finger an meinen Hals und betrachtete die kleinen Wunden. Dabei achtete er bewusst darauf meine Tentakel nicht wieder zu berühren.

„Ich hoffe du bist nicht immer so überfürsorglich. Das passt nicht zu dir“, murrte ich und zischte schmerzhaft, als Maul zur Retoure seinen Finger auf eine der Klauenspuren drückte.

„Du wirst dir schon noch wünschen, dass ich immer so nachsichtig bin“, versprach Maul mürrisch und ich rollte mit den Augen.

„Langsam denke ich, dass du mir in Handschellen besser gefallen hast“, stellte ich scherzhaft fest, um die erdrückende Stimmung zwischen uns zu lockern. Zufrieden merkte ich, wie Mauls Gesicht sich etwas entspannte.

Er legte zwei Finger an mein Kinn und drehte es ein wenig, um alle Wunden in Augenschein zu nehmen. Es waren wirklich nur Kratzer und ich verstand seine Überfürsorglichkeit nicht. Baskos Klauen hatten kaum Schaden angerichtet, dank dem Meeresgeist, der uns Nautolanern die dicke und widerstandsfähige Haut geschenkt hatte.

Nachdem Maul alles in Augenschein genommen hatte, begann er die Wunden mit einem Tupfer und Desinfektionsmittel zu reinigen. Er trug noch Bactagel auf die Wunden auf und beendete dann seine Arbeit.

„Du kannst gehen“, sagte er kalt und ich zögerte kurz.

Ich wollte etwas sagen, doch ich wusste beim besten Willen nicht was. Daher erhob ich mich und nahm die Robe und den Gürtel wieder an mich.

„Gute Nacht“, murmelte ich und verschwand dann schnell aus der Küche.

Als sich meine Zimmertür hinter mir schloss, erlaubte ich meinen Schultern endlich sich zu entspannen. Was zu den Höllen war das gewesen? Bei dem Gedanken von Mauls Fingern auf meiner empfindlichen Haut durchfuhr mich ein Schauer. Seit etlichen Jahren hatte ich es niemandem erlaubt mich dort anzufassen. Da die Tentakel so empfindlich und für unser Leben Unterwasser unentbehrlich waren, waren es unter uns Nautolanern streng verboten die Tentakel eines anderen ohne dessen Erlaubnis anzufassen. Selbst in Kämpfen würde sich nie ein Nautolaner an den Tentakeln eines anderen vergreifen. Die Berührung stand nur jenen zu, die einem besonders nahestanden, wie vertrauten Familienmitgliedern oder Geliebten. Es war etwas Intimes und von großer Bedeutung, wenn man es jemandem erlaubte sie zu berühren.

Ich hatte nie einen Gefährten gehabt, dafür war in meinem Leben kein Platz gewesen. Es gab niemandem, dem ich dafür genug vertrauen und von dem ich es mir wünschen würde. In meinem verkorksten Leben gab es nur eine Person, die mir einigermaßen nahestand. Und das war Embo. Der Kopfgeldjäger und ich teilten eine ereignisreiche Vergangenheit, doch er war ein Freund und kein Partner. Und obwohl ich ihm mein Leben anvertraut hätte, hatte auch er mich niemals an den Tentakeln berühren dürfen. Natürlich hatte ich über die Jahre verschieden Affairen gehabt, doch ich hatte meinen Partnern immer klar gemacht die Finger davon zu lassen.

Das Maul mich nun dort berührt hatte, löste etwas in mir aus, dass ich lange nicht gespürt hatte. Den Wunsch nach Nähe. Maul wusste von der Bedeutung seiner Berührung nichts. Woher sollte er auch? Er hatte es aus Pragmatismus gemacht und aus keinem anderen Grund. Und doch hatte mir diese kleine Berührung einen Blick auf den Zabrak hinter seine steinerne Maske gewährt. Er war viel mehr als er zu erkennen gab und ich verspürte den Drang mehr über ihn zu erfahren. Doch ich wusste, dass er sich nun noch mehr vor mir verschließen würde.

Seufzend ließ ich mich auf dem Bett nieder. Natürlich spürte ich eine unerklärliche Bindung zu der Person, die jegliche Art von Bindung am stärksten ablehnte. Zwei emotionale Vollkatastrophen. Was für ein Paar. Vielleicht war aber es besser so. Schließlich wusste ich was mit Leuten passierte, an denen mein Herz hing.

Mit diesem Gedanken legte ich meine Kleidung und Ausrüstung ab und kroch ins Bett. Ich schlang meine Decke um mich und schloss die Augen. Glücklicherweise übermannte mich bald meine Erschöpfung und ich fiel in einen traumlosen Schlaf.

Notes:

Jetzt kommt langsam etwas Spannung in die Beziehung zwischen Ren und Maul.

Mal sehen wohin das führt. ;)

Dieses Kapitel ist etwas kürzer als die anderen.

Beim Schreiben von Kapitel 8 habe ich beschlossen, dass Rens Vergangenheit und ihr Trauma etwas düsterer sein sollen.

Deshalb habe ich dieses Kapitel komplett umgeworfen und Teile rausgenommen, die ich später anders wieder einbauen werde.

Ein Teil von dem Kapitel ist in das nächste gerutscht, weil mir das Ende dieses Kapitels so passender erschien.

Kapitel 7 wird dafür wieder etwas länger, versprochen. :)

Wie immer würde ich mich riesig über eure Meinung zu der Geschichte freuen. Lasst mir gerne Favos oder Kommentare da.

Ich freue mich über jede Art von Feedback und bin dankbar für eure Unterstützung! <3