Die Wege der Macht
Die Wege der Macht
Am nächsten Tag erwachte ich mit schmerzenden Gliedern von der Anstrengung des letzten Tages. Ich dehnte meine Muskeln und versuchte die Schwere aus ihnen zu vertreiben. Aus meiner Tasche suchte ich ein Top und eine Hose heraus und zog mir die frische Kleidung an. Es fühlte sich gut an wieder meine eigenen Sachen zu tragen. Da wir eh auf dem Schiff bleiben würden, zog ich nur noch meine Stiefel an und ließ den Rest meiner Ausrüstung auf dem kleinen Tisch liegen.
Getrieben von meinem Hunger verließ ich mein Zimmer und ging ich in die Küche. Auf dem Weg dorthin warf ich einen Blick in das Cockpit, doch von Maul war nichts zu sehen. Das Schiff war totenstill, abgesehen von dem konstanten Brummen der Triebwerke. Vermutlich meditierte Maul wieder in seinem Zimmer. Beinahe war ich enttäuscht ihm nicht direkt zu begegnen. Ich hatte mir fest vorgenommen den Riss zu flicken, den die gestrige Situation in unserem ohnehin fragilen Vertrauensverhältnis hinterlassen hatte. Zwar wusste ich noch nicht im Ansatz wie, doch das würde sich hoffentlich noch ergeben.
Ich schnappte mir eine der Essenrationen aus dem Schrank und erhitze sie. Dann nahm ich mir noch ein Glas Wasser und setzte mich an den Tisch. In Stille aß ich das erstaunlich genießbare Essen, bis ich Mauls Schritte im Gang hörte. Der Zabrak erschien in der Tür zur Küche und sah mich einen Moment lang an, bevor den Raum betrat.
„Guten Morgen“, sagte ich vorsichtig und Maul nahm meinen Gruß mit einem stummen Nicken zur Kenntnis. Er ließ sich mir gegenüber in der Sitzecke nieder und sein Blick fuhr zu meinem Hals.
„Wie geht es den Wunden“, fragte er, sein Tonfall neutral und beherrscht.
„Gut. Dank deiner Behandlung“, erwiderte ich lächelnd und Maul nickte zufrieden. Er schien genau so gewillt zu sein wie ich, das gestrige Erlebnis hinter sich zu lassen.
Mauls Blick richtete sich wieder auf das Datapad in seiner Hand. Vermutlich las er Berichte zu seinen Geschäften oder ähnliches. Ich konzentrierte mich wieder auf mein Essen und verzehrte den Rest der Ration. Als ich aufstand und die leere Packung wegschmiss, fiel mein Blick auf Mauls Bein. Seine Hand drückte sich fest auf die Stelle über dem verletzten Knie. Vermutlich hatte die Mission auf Amperon den Schaden noch vergrößert.
„Dein Knie tut weh, oder“, fragte ich vorsichtig und Maul sah mich überrascht an. Er antwortete nicht, doch ich wusste das es so war.
„Darf ich es mir anschauen? Ich kann es reparieren. Ich habe zwar nicht direkt Erfahrung mit Kybernetik, aber wenn ich einen Roboter zusammenbauen kann, dann bekomme ich das auch hin“, sagte ich selbstsicher und war froh, dass die peinliche Stille endlich verflog. Maul überlegte kurz, doch dann schien er sich einen Ruck zu geben.
„In Ordnung“, stimmte er, wenn auch widerwillig, zu und auf meine Lippen schlich sich ein Lächeln.
„Bleib sitzen, ich hole schnell mein Werkzeug.“
Ich wartete nicht auf seine Antwort und lief in mein Zimmer, um das Werkzeug und meinen Scanner aus meiner Tasche zu holen. Dann kehrte ich in die Küche zurück, wo Maul mich erwartete. Ich zog den Stuhl vor, auf dem ich bisher immer platzgenommen hatte und stellte ihn vor Maul.
„Kannst du dein Bein da drauf stellen“, fragte ich und Maul nickte. Er drehte sich auf der Sitzbank, sodass er sein Bein angewinkelt auf den Stuhl stellen konnte. Ich legte meine Werkzeugtasche auf den Tisch und entrollte sie. Dann zog ich einen zweiten Stuhl heran und setzte mich so, dass Mauls Knie direkt vor mir war. Kurz betrachtete ich die Knieplatte und analysierte, wie ich sie am besten abnehmen könnte. Zielstrebig griff ich nach zwei Werkzeugen und sah Maul an, der jeder meiner Bewegungen mit den Augen folgte.
„Wenn irgendetwas unangenehm ist oder wehtut, dann sag mir bitte sofort Bescheid.“
„Ich werde es schon aushalten“, erwiderte Maul mürrisch und ich zog irritiert die Augenbrauen zusammen.
„Ich will aber nicht, dass du irgendwas aushältst. Schon klar, du willst düster und ominös wirken, aber das ist mir egal. Wenn also etwas Schmerzen verursacht, dann sagst du mir das, klar“, verdeutlichte ich meine Aussage und zeigte mit meinem Schraubendreher in einer gespielt bedrohlichen Geste auf ihn. Maul sah kurz aus, als wollte er mir widersprechen, doch dann seufzte er resigniert.
„Ich verspreche es“, murrte er und ich nickte zufrieden.
Mit geschickten Fingern begann ich mich an Mauls Knieplatte zu schaffen zu machen. In kürzester Zeit hatte ich sie gelöst und legte sie vorsichtig neben mir auf den Tisch. Um den Schaden komplett in Augenschein zu nehmen, musste ich auch die Verkleidung von Mauls Unterschenkelprothese lösen. Ich ging mit äußerster Vorsicht vor, aus Sorge Maul Schmerzen zuzufügen.
Als endlich alles freigelegt war, weiteten sich meine Augen erschrocken. Die Technik, die in Mauls Bein verbaut war, war technisch auf einem sehr guten Stand. Soweit ich sehen konnte, war ein künstliches neuronales Nervensystem verbaut. Das erklärte, warum Maul sich so geschickt bewegte und warum er Schmerzen in dem Bein spürte. Obwohl die Technik an sich hochwertig war, war die Prothese in einem erschreckenden Zustand. Mit dem Scanner fuhr ich das Bein ab, um mir einen genaueren Überblick über den technischen Zustand machen zu können. Die Ergebnisse waren ernüchternd.
Man sah der Technik an, dass sie schon einmal zu viel repariert worden war. Viele Kabel waren mehrfach neu verdrahtet worden und ich sah viele Lötnähte, die Risse geflickt und Ersatzmaterial fixiert hatten. Es gab Wasserschäden, eine Menge korrodierter Kontakte und verkohlte Stellen, an denen Drähte durchschmort waren. Bei dem Anblick wunderte es mich ehrlich, dass Maul überhaupt noch so gut laufen konnte.
„Was hast du“, fragte Maul, als er mein Zögern bemerkte. Ich fing mich schnell wieder und betrachtete die Stelle, an der mein Dolch Schaden angerichtet hatte.
„Nichts, alles gut“, versuchte ich auszuweichen, doch Maul glaubte mir kein Wort. Auf seinen auffordernden Blick hin seufzte ich geschlagen.
„Die Prothese ist in einem schlechten Zustand. Man sieht deutlich, wie oft sie repariert worden ist. Versteh mich nicht falsch, ich sehe das jemand mit Erfahrung sie repariert, aber die ganze Technik müsste gründlich überholt werden.“ Maul musterte mich einen Moment nachdenklich, nickte dann jedoch.
„Die Beine wurden mir von einem Mandalorianer geschenkt. Er plante nicht das ich lange genug lebe, um mit den Alterungserscheinungen der Prothesen konfrontiert zu werden“, stellte Maul trocken fest und ich sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Wer war er?“ Mauls Augen verfinsterten sich kurz.
„Pre Vizsla. Er war der Herrscher von Mandalore, bevor ich ihn im Zweikampf besiegt habe.“
„Hast du ihn getötet“, hakte ich vorsichtig nach und Maul nickte zufrieden.
Das machte alles Sinn. Die kybernetischen Prothesen der Mandalorianer gehörten zu den besten in der Galaxis. Sie waren ursprünglich ein Kriegervolk gewesen. Wenn einer der Krieger im Kampf ein Körperteil verlor, wurde es ihm durch eine kybernetische Prothese ersetzt. Die Prothese sollte so funktionieren wie das verlorene Körperteil und machte den verwundeten Krieger oft noch stärker als vorher. So konnte er weiterhin ein wertvoller Teil des Clans bleiben und an Schlachten teilnehmen. Wenn dieser Pre Vizsla jedoch nie geplant hatte Maul lange genug leben zu lassen, machte es Sinn, dass er ihm nur minderwertige Prothesen hatte zukommen lassen. Maul musste sie mit Sicherheit andauernd pflegen und ihre Anfälligkeiten in Kauf nehmen. Ich wollte mir nicht vorstellen wie es war, wenn man sich nicht mehr auf seine Beine verlassen konnte. Umso mehr Respekt hatte ich für Maul. Vielleicht könnte ich ihm aber helfen.
„Ich habe wie gesagt keine große Erfahrung mit Kybernetik, aber ich lerne sehr schnell. Wenn wir die passenden Teile besorgen, dann kann ich die Prothesen richtig warten und die anfälligen Teile ersetzen“, schlug ich vor und spürte Mauls Überraschung bei meinen Worten. Er war es mit Sicherheit genauso wenig gewohnt wie ich, dass sich jemand um sein Wohlbefinden sorgte. Doch wenn er sich um meine Wunden kümmerte, dann wollte ich im Gegenzug seine Beine wieder auf Vordermann bringen. Das war schließlich nur fair.
„Ich werde schauen was sich machen lässt“, sagte Maul nachdenklich und blickte auf sein Bein hinab.
„Kannst du es jetzt reparieren?“ Ich nickte zuversichtlich.
„In der Werkstatt habe ich ein paar Kabel und andere Teile gesehen, die ich jetzt schon einbauen kann“, erwiderte ich und holte die Sachen schnell. Sobald ich wieder an meinem Platz war, begann ich damit ein paar defekte Kabel auszutauschen, die Kontakte zu reinigen und ein paar Nähte neu zu löten.
Ich verfiel in eine konzentrierte Stille und achtete sorgsam auf jeden meiner Handgriffe. Wie immer, wenn ich an Technik arbeitete, war es fast wie ein meditativer Zustand. Die Welt um mich herum wurde leiser und ich war ganz im Moment. Dieses Mal blieb ich jedoch wachsam und achtete auf jede von Mauls Reaktionen. Glücklicherweise verursachte nichts was ich tat größere Schmerzen. Ein paar Mal zuckte Maul zusammen, doch er deutete mir immer weiterzumachen.
Gerade als ich dabei war ein Kabel an einer besonders schwer zugänglichen Stelle auszutauschen, wurde ich mir plötzlich Mauls intensiven Blickes bewusst. Er hatte die ganze Zeit meine Finger verfolgt, doch nun spürte ich seinen Blick auf meinem Gesicht.
„Ist etwas nicht in Ordnung“, fragte ich besorgt, aus Angst ihm doch wehgetan zu haben.
„Es ist nichts. Ich war nur in Gedanken.“ Nun sah ich neugierig zu ihm auf.
„Und über was hast du nachgedacht?“ Maul zögerte kurz.
„Das erzähle ich dir später“, erwiderte er kryptisch und ich hakte nicht weiter nach. Meine Konzentration richtete sich wieder auf meine Aufgabe.
Es dauerte noch eine gute Stunde, doch dann war ich endlich fertig. Zwar war ich nicht komplett zufrieden mit dem Ergebnis, doch mehr ließ sich mit den Teilen nicht mehr rausholen.
„Das sollte passen. Probiere es gerne einmal aus, dann kann ich noch Feinjustierungen vornehmen“, sagte ich und sah Maul auffordernd an.
Er nahm sein Bein vom Stuhl und erhob sich. Sein erster Schritt mit dem reparierten Bein war vorsichtig, als erwartete er Schmerzen. Ich spürte seine Überraschung, als der erwartete Schmerz ausblieb. Maul machte ein paar Schritte durch den Raum, knickte sein Bein und trat damit probehalber in die Luft. Zufrieden beobachtete ich die Bewegungen und lächelte, als Maul mich überrascht ansah.
„Und, wie ist es“, fragte ich neugierig und Maul kam zum Tisch zurück.
„Die Schmerzen sind weg. Es fühlt sich nur nicht ganz so stabil an wie das rechte“, stellte er fest und ich nickte.
„Das liegt an der Justierung. Warte“, sagte ich und kniete mich vor ihm nieder. Ich spürte seine Augen auf mir, als ich mit einem Spannungsmesser und zwei Schraubenziehern Justierungen vornahm.
„Probiere es bitte nochmal.“
Maul löste seinen Blick von mir und sah wieder auf sein Bein herunter. Dann ging er nochmal ein paar Schritte und probierte verschiedene Bewegungen aus. Als er mich wieder ansah, spürte ich deutlich seine Zufriedenheit.
„Es fühlt sich gut an.“ Ich erhob mich lächelnd.
„Das freut mich. Lass mich noch eben die Verkleidung und die Knieplatte anbringen und dann haben wir es geschafft.“ Maul setzte sich wieder und ich reinigte die Teile nochmal, bevor ich sie wieder montierte.
„So, fertig“, sagte ich zufrieden und begegnete Mauls goldenen Augen. Ich spürte seine Dankbarkeit, sowie die dahinter liegende Unsicherheit. Maul wollte sich bedanken, doch er wusste nicht wie. Um ihm die Situation zu ersparen, schnappte ich mir die alten Elektroteile und verstaute mein Werkzeug wieder.
„Ich bringe das eben weg. Ich bin gleich wieder da“, versicherte ich ihm und verließ dann die Küche. Ich schmiss die nicht mehr brauchbaren Teile weg und ließ mein Werkzeug in der kleinen Werkstatt liegen. Hier machte es eh mehr Sinn als in meinem Zimmer.
Als ich die Küche wieder betrat, blieb ich überrascht stehen. Maul hielt etwas in seiner Hand, das mir nur allzu bekannt vorkam.
„Deadeye", rief ich überrascht aus und lief schnell auf Maul zu. Maul hielt mir den Droiden auffordernd hin und ich nahm ihn in meine Hände.
„Ich dachte ich hätte ihn verloren", sagte ich und blickte auf die Kugel hinab. Beim Versuch ihn zu aktivieren, blieb Deadeye jedoch stumm und ich nahm den Droiden forschend in Augenschein. Seine Außenhülle war etwas demoliert, so als wäre er von etwas zerquetscht worden. Doch der Schaden hielt sich in Grenzen und ich wusste, dass ich ihn wieder reparieren konnte.
Freudestrahlend sah ich zu Maul auf, der meine Reaktion zufrieden zur Kenntnis nahm.
„Ich habe ihn auf Jaresh entdeckt, als er bei deiner Flucht das Camp durchquerte. Ich habe ihn außer Gefecht gesetzt, aber ihn aus Neugierde behalten. Die Spionagedroiden dieser Art, die ich kenne, sind deutlich größer und auffälliger", stellte Maul fest und ich nickte eifrig.
„Deshalb habe ich Deadeye gebaut. Er kann nicht geortet werden und ist leise und unauffällig. Er spioniert für mich und zeichnet meine Attentate als Beweis für meine Kunden auf", erklärte ich und sah Maul an.
„Danke, dass du ihn mir zurückgibst."
Ich wusste das er das tat, um mir für meine Hilfe mit seinem Bein zu danken. Vielleicht war es auch ein Friedensangebot. Egal was der Grund war, ich könnte nicht glücklicher sein. Es war, als hielte ich mit Deadeye ein Teil meines alten Lebens in den Händen. Maul sah mich einen Moment zufrieden an und drehte sich dann zur Tür.
„Begleite mich", bat er und ging ohne auf meine Antwort zu warten voran. Überrascht legte ich Deadeye auf die Sitzbank und folgte Maul.
„Wo gehen wir hin", fragte ich neugierig, als wir die Leiter zum Lagerraum erreichten.
„Das siehst du gleich“, erwiderte Maul ominös und stieg die Leiter hinab.
Ich folgte ihm und kam neben ihm im Laderaum zum Stehen. Maul ging auf die verschlossene Tür zu, die mir bei meinen Erkundungen schon aufgefallen war. Auf Knopfdruck glitt die Tür auf und ich betrat neugierig nach Maul den Raum. Der Raum war groß und leer, bis auf einen kleinen Schrank und zwei Vitrinen. Der Boden war komplett mit dünnen Matten ausgelegt, die meine Schritte abfederten. Überrascht stellte ich fest, dass es sich um einen Trainingsraum handelte.
„Setz dich bitte", forderte Maul mich auf und deutete mit der Hand auf die Mitte des Raums. Zögerlich kam ich seiner Einladung nach und ließ mich im Schneidersitz auf den Matten nieder.
Maul machte sich an dem kleinen Schrank zu schaffen, auf dem ein Holztablett, eine Kocheinheit und eine Teekanne standen. Neugierig beobachtete ich, wie Maul die Kocheinheit aktivierte und die Kanne daraufstellte. Das Wasser in der Kanne begann langsam zu kochen und Maul holte eine Dose aus dem Schrank. Er füllte einen Teil des Inhaltes der Dose in eine Kanne und ich begriff, was er vorhatte. Er kochte Tee. Das überraschte mich nun doch. Das passte so gar nicht zu dem, was ich bisher von Maul gesehen hatte.
Ich beschloss darauf zu warten das er fertig war und sah mich etwas genauer im Raum um. Viel gab es nicht zu sehen, doch die zwei hohen Vitrinen weckten meine Aufmerksamkeit. In ihnen waren Waffen aller Art ausgestellt. Es gab einfache Stäbe und Elektrostäbe, eine riesige Axt mit langem Griff, Schwerter, Dolche, Wurfmesser und andere Waffen, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Ich stellte mir unwillkürlich die Frage, ob Maul mit all diesen Waffen umgehen konnte.
Mein Blick wurde wieder nach vorne gezogen, als Maul das hölzerne Tablett vor mir auf dem Boden abstellen. Darauf standen die Kanne und drei kleine Becher.
„Was ist das ", fragte ich und sah zu Maul auf, der sich gegenüber von mir auf den Knien niederließ.
"Cassius Tee. Er ist gut für die Gesundheit. Leistest du mir Gesellschaft?“ Ich nickte zustimmend.
Zufrieden mit meiner Antwort, begann Maul eine Teezeremonie durchzuführen. Ich hatte sowas noch nie beigewohnt und war fasziniert von der Art, wie Maul den Tee zubereitete. Seine Bewegungen wirkten fast meditativ und meine Augen folgten jedem seiner Handgriffe. Der warme, herbe Geruch des Tees erfüllte den Raum, untermalt von einer leicht süßen Note.
„Stelle deine Frage.“
Mauls Aufforderung kam aus dem nichts und ich sah ihn überrascht an. Woher wusste er, dass ich eine Frage hatte? Doch er hatte recht. Seit unserer Flucht von dem Sumpfplaneten, plagte mich eine Frage ganz besonders.
„Der Inquisitor hat gesagt, dass der Imperator dich tot sehen will. Das klang persönlich. Kennst du ihn", fragte ich vorsichtig und spürte den Hass in Maul aufsteigen. Er hielt ihn jedoch zurück und konzentrierte sich weiter auf den Tee.
„Ich kenne den Imperator unter einem anderen Namen als du. Sein Name ist Darth Sidious und er ist ein mächtiger Sithlord."
Ich sah Maul mit großen Augen an. Der Imperator ein Sithlord? Doch das machte irgendwie Sinn. Die brutale Auslöschung des Jedi Ordens und die Gewalt, mit der das Imperium vorging, passten zu dem, was ich über die Sith gehört hatte.
„Darth Sidious war mein Meister. Er hat mich als Kind von allem fortgerissen, was ich kannte und mich jahrelang brutal ausgebildet. Er formte mich zu seiner Waffe und ließ mich in dem Moment fallen, in dem ich ihn am dringendsten gebraucht habe. Sidious überließ mich dem Tod, doch ich überlebte. Zusammen mit meinem Bruder Savage baute ich das Schattenkollektiv auf. Erst als wir zu mächtig wurden, war mein alter Meister gezwungen mich wieder zu beachten. Er hat meinen Bruder getötet und mich gefoltert, um Informationen über mein Syndikat zu erlangen. Doch ich habe ihm und seinem Schergen Dooku nichts gesagt. Eher wäre ich gestorben, als ihnen das zu überlassen, dass ich mir aufgebaut hatte. Nachdem die Mandalorianer mich aus der Gefangenschaft befreiten, ließ Sidious meine Mutter töten. Sein Verrat hat sich in jede Faser meines Körpers eingebrannt. Er hat mir alles genommen und ich werde ihm alles nehmen."
Der Hass triefte aus Mauls Stimme und ich sah ihn fassungslos an. Ich erinnerte mich an den Steckbrief von Savage Opress. Der große, wütende Zabrak war also Mauls Bruder gewesen. Ich wusste, wie es war eine Familie zu verlieren und konnte Mauls Schmerz nur allzu gut nachempfinden.
„Das tut mir leid", sagte ich ehrlich, doch Maul schüttelte abwehrend den Kopf.
„Ich brauche kein Mitleid. Ich brauche nur genug Macht und Einfluss, um mich an Sidious rächen. Ich werde nicht zulassen, dass er anderen das antut, was er mir angetan hat. Wenn die Zeit gekommen ist, wird er durch meine Hand sterben."
Mauls Durst nach Rache war deutlich spürbar und ich wusste, dass es ein gefährlicher Weg war. Ich selbst war ihn schon gegangen und hatte erlebt, was Rache mit einem anstellen konnte. Es war ein einsamer Weg, der selten gut endete. Doch wer war ich, ihm seine Rache zu verdenken?
„Jagt der Inquisitor dich schon lange?“ Maul nickte.
„Seit seiner Machtübernahme hat Sidious ihn und einige andere auf mich angesetzt. Die zwei anderen Inquisitoren, denen ich bereits begegnet bin, haben es nicht überlebt. Scheinbar hat Sidious eine ganze Horde von ihnen. Alles ehemalige Jedi oder andere Machtnutzer, die er für seine Zwecke benutzt und manipuliert. Sie sind nicht mehr als willen- und gefühllose Marionetten, die er für seine Pläne einsetzt.“ Das klang alles andere als beruhigend.
„Und sie sind jetzt auch hinter mir her", stellte ich bitter fest und Maul nickte abermals.
„Der Inquisitor hat dich gesehen und sie werden nach dir suchen. Sie kennen zwar deinen Namen nicht, doch du bist nicht gerade unauffällig", sagte Maul und spielte auf meine einzigartige Hautfärbung an. Das sagte gerade der richtige.
„Du wirst dich ab jetzt verbergen müssen, wenn wir auf bevölkerten Planeten sind. Du bist noch nicht bereit dich ihnen zu stellen." Verwirrt sah ich Maul an.
„Was heißt `noch nicht´? Wie könnte ich mich je gegen ihre Lichtschwerter behaupten?! Und wie konnte dich der Inquisitor auf diesem abgelegenen Planeten überhaupt finden? Warum war er genau dann da, als wir uns trafen?“ Die Fragen sprudelten aus mir heraus und Maul lächelte.
„Du fängst an die richtigen Fragen zu stellen ", sagte er und ich sah ihn verwirrt an. Er beendete seine Teezeremonie und schenkte den Tee in zwei der Tassen ein. Eine davon reichte er mir und die andere nahm er selbst in die Hand.
„Weißt du auf was für einem Planeten du warst", fragte Maul neugierig und nahm einen Schluck von seinem Tee.
„Er hatte keinen Namen auf meiner Karte“, antwortete ich zögerlich und trank ebenfalls einen Schluck. Der aromatische Geschmack füllte meinen Mund und der Tee verbreitete eine angenehme Wärme in meinem Körper. Maul schüttelte den Kopf.
„Das meine ich nicht. Warum hast du dich für gerade diesen Planeten entschieden?" Bei seiner Frage zog ich verwirrt die Augenbrauen zusammen. Ich zuckte mit den Schultern.
„Ich weiß es nicht. Er schien mir einfach abgelegen genug, um nicht gefunden zu werden."
„Falsch. Du hättest dich auf einen beliebigen Wasserplaneten zurückziehen können, wo du sicherer gewesen wärst. Hast du aber nicht. Du hast dich für diesen Planeten entschieden, weil du dort sein solltest. " Jetzt verstand ich gar nichts mehr.
„Was soll das heißen“, hakte ich irritiert nach und spürte Mauls wachsende Ungeduld.
„Ist dir nie etwas an dem Planeten aufgefallen? Etwas das seltsam war?“
„Nein“, erwiderte ich irritiert und setzte die Tasse auf dem Tabelett ab.
„Bist du dir sicher?“ Mauls Blick bohrte sich in meinen, als würde er selbst in meinen Gedanken nach der richtigen Antwort suchen wollen. Plötzlich erinnerte ich mich wieder an das Gefühl, das mich in dem Sumpf ständig verfolgt hatte.
„Doch, da war etwas. Die Luft war … seltsam. Sie fühlte sich beinahe lebendig an“, antwortete ich zögerlich und Maul lächelte zufrieden.
„Du hast es also gespürt."
„Was habe ich gespürt", fragte ich genervt, da ich langsam genug von diesem Spiel hatte.
"Die Macht“, antwortete Maul und ich sah ihn erstaunt an.
"Die Macht?" Maul nickte.
"Du hast dir einen Planeten zum Abtauchen ausgesucht, auf dem die Macht ungewöhnlich stark ist. Nur dadurch konnte ich dich in diesem Sumpf überhaupt finden. Ich habe deine Präsenz gespürt. Auf dem Planeten gibt es einen uralten Sith Tempel. Deshalb war der Inquisitor vermutlich dort. Er muss unsere Präsenz wahrgenommen und uns dadurch gefunden haben. Und das genau im richtigen Moment, bevor ich dich töten konnte. Hältst du das alles für einen Zufall?"
Mein Kopf schwirrte und ich fühlte mich, als würde die Luft dünner werden. Das machte doch alles keinen Sinn!
„Was willst du mir damit sagen“, fragte ich und spürte eine stetig wachsende Unruhe in mir. Mein Kopf sagte ich solle gehen, doch mein Körper war wie in Trance.
„Du eine Begabung für die Macht, Ren. Die Fähigkeit ist zwar tief verborgen, aber ich glaube wir können sie wecken.“ Maul sprach voller Überzeugung und nun konnte ich nicht anders als zu lachen. Ich erhob mich abrupt und sah auf Maul herab, der mir mit seinem Blick folgte.
„Das ist nicht dein Ernst! Ich und machtsensible? Wenn da so wäre, dann wäre ich als Kind in den Jediorden gebracht worden und wäre jetzt keine Kopfgeldjägerin. Verzeih mir also, wenn ich dir das nicht glauben kann.“
Mauls Ungeduld wuchs immer mehr, doch er musste sich zusammenreißen. Das hier war zu wichtig, um es zu ruinieren.
„Was macht dich als Kopfgeldjägerin so gefährlich“, fragte er mit ruhiger Stimme und ich sah ihn einen Moment perplex an. Was sollte das jetzt wieder?
„Ich bin eine verdammt gute Schützin. Ich treffe immer mein Ziel, egal unter welchen Bedingungen. Naja, von dir mal abgesehen. Meine Instinkte sind sehr gut und kann gut kämpfen“, zählte ich unsicher auf und Maul lächelte selbstsicher.
„Jetzt denke nochmal genau darüber nach. Du spürst Dinge, ohne sie zu sehen und bevor sie passieren. Du kannst den Lauf deiner Schüsse so beeinflussen, dass sie immer treffen. Du kommst in einen meditationsähnlichen Zustand, wenn du dich stark auf eine Sache konzentrierst. Und du willst mir sagen, dass das nichts mit der Macht zu tun hat?“ Maul sah mich an, als wäre ich die Verrückte. Doch alles was er sagte, stieß auf Widerstand in mir.
„Alles, was ich kann, habe ich mir durch jahrelanges Training und Erfahrung angeeignet“, versuchte ich mich zu rechtfertigen und Maul schüttelte missbilligend den Kopf.
„Ich will dir deine Erfahrung und dein Können nicht absprechen, aber du musst deine Augen öffnen. Mach dir nichts vor. Du hättest nie im Leben meinen Schlägen ausweichen können, wenn du nicht machtsensibel wärst. Erkenne es an. Du kannst die Macht nutzen.“
„Nein, du irrst dich“, sagte ich kalt und drehte mich um, um den Raum zu verlassen.
„Ich kann es dir beweisen.“ Mauls Stimme ließ mich innehalten. Ich sah über meine Schulter und erkannte, dass er etwas in der Hand hielt. Widerwillig drehte ich mich um und sah auf den Gegenstand in seiner Hand.
„Was soll das sein?“ Skeptisch sah ich auf das kleine Gerät, das Maul mir auffordernd hinhielt.
„Ich habe die Midi-Chlorianer in deinem Blut getestet“, sagte Maul und ich sah ihn ungläubig an.
„Was? Wann“, fragte ich und schnappte mir das Gerät aus seiner Hand.
„Als ich deine Wunde versorgt habe“, erwiderte Maul schulterzuckend und ich sah mit geweiteten Augen auf das Messgerät in meiner Hand.
„Dein Wert ist deutlich höher als der Durchschnittswert. Nicht so hoch wie bei mir, aber du hast deutliches Potential.“ Mein Blick klebte an der Zahl auf dem Messgerät. Natürlich hätte Maul das Ergebnis fälschen können, doch tief in mir wusste ich, dass er die Wahrheit sagte.
„Das kann nicht sein.“ Meine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern und ich bemerkte erst jetzt, dass meine Hand zitterte. Ich wusste das einige Nautolaner machtsensibel waren, aber ich konnte einfach keine von ihnen sein.
„Es ist wahr, du kannst es ruhig glauben. Ich habe es in dem Moment gespürt, als du auf Jaresh versucht hast mich zu töten. Die Macht ist stark in dir und sie hat uns zusammengeführt. Alles was passiert ist, hat dich hierhergebracht. Zu diesem Moment. Zu mir. Es war dir bestimmt mich zu finden, damit ich dir die Wege der Macht beibringen kann.“
Kraftlos sank ich vor Maul auf die Knie. Meine ganze Welt schien um mich herum in Scherben zu zerbrechen. Alles, was ich je geglaubt hatte, war eine Lüge. Und doch machte es alles so erschreckend viel Sinn. Ich erinnerte mich an meine Flucht von Jaresh. An das Gefühl, das mir gesagt hatte, dass ich nicht vor Maul fliehen sollte. Ich erinnerte mich an das Gefühl, das mich auf dem Sumpfplaneten direkt zu Maul geführt hatte. Tief in mir hatte ich gewusst, dass ich bei Maul richtig war. Nur der Grund war mir schleierhaft gewesen. Jetzt kannte ich ihn.
„Lass es mich dir zeigen. Gib mir deine Hand“, forderte Maul sanft und ich sah in seine Augen. Vorsichtig legte ich meine Hand in seine.
„Jetzt schließe deine Augen“, befahl er und ich folgte seiner Anweisung.
„Kannst du mich spüren?“ Irritiert legte ich den Kopf schief.
„Ich spüre deine Hand und deine Ungeduld“, antwortete ich verwirrt und Maul seufzte.
„Spüre nicht mit deinem Körper, sondern mit deinem Geist. Konzentriere dich. Lass alle Gefühle los und nimm deine Umgebung wahr. Versuche mich mit deinem Geist zu sehen.“
Angestrengt versuchte ich Mauls Anweisungen zu folgen, doch in meinem Kopf schwirrten so viele Gedanken, dass ich mich unmöglich konzentrieren konnte.
„Lass mich dir helfen.“ Bevor ich wusste was passierte, spürte ich Mauls Finger an meiner Stirn. Plötzlich war es, als würde alles um mich herum verstummen. Ich fühlte mich, als würde ich fallen und plötzlich wurde alles dunkel. Dann vernahm ich ein angenehmes Surren, als würde die Dunkelheit mich willkommen heißen.
„Was hast du gemacht“, rief ich in die Dunkelheit, auch wenn meine Lippen sich nicht bewegten.
„Ich habe dir geholfen deine Gedanken zu beruhigen. Jetzt folge meiner Stimme.“ Mauls Stimme war weit weg, doch ich konnte sie deutlich hören. In meiner Brust war auf einmal wieder dieses Ziehen, das mich auf dem Sumpfplaneten zu Maul geführt hatte. Ich beschloss dem Gefühl zu folgen.
Aus der Dunkelheit tauchte vor mir etwas auf. Erst nur ganz schwach, dann immer stärker. Es war eine rote formlose Präsenz, ein pulsierendes Licht. Das Ziehen in meiner Brust hörte auf. Ich hatte ihn gefunden. Ich streckte meine Hand nach dem Licht aus und als ich es berührte, flackerte das Rot auf wie eine Flamme. Eine Wärme umschloss mich und plötzlich spürte ich Maul ganz deutlich.
„Du hast es geschafft.“
Das Surren, das rote Licht, es wurde auf einmal alles zu fiel. Ich riss die Augen auf und schnappte nach Luft, als wäre ich aus dem Wasser aufgetaucht. Mit geweiteten Augen sah ich Maul an, der mich mit einem zufriedenen Lächeln musterte.
„Glaubst du immer noch, dass du die Macht nicht nutzen kannst?“
„Was war das“, fragte ich entsetzt und nahm meine Hand aus Mauls, um mir damit über meine pochende Schläfe zu reiben.
„Durch die Macht ist es dir möglich die Präsenz von anderen Lebewesen zu spüren, auch wenn du sie nicht siehst. Mit der Zeit wirst du in der Lage sein Präsenzen zu orten, auch wenn du nicht in einem meditativen Zustand bist. Du wirst auch Präsenzen aufspüren können, wenn sie nicht in deiner Nähe sind.“ Maul musterte mich neugierig.
„Wie hast du meine Präsenz wahrgenommen?“ Ich schloss für einen Moment die Augen und versuchte mich an das Gefühl zu erinnern.
„Sie war rot und flackernd, wie eine Flamme“, brachte ich heraus und sah wieder in Mauls Augen.
„Du hast meinen Geist gespürt. Mit etwas Übung wirst du in den Geist anderer vordringen und ihre Gedanken wahrnehmen können.“ Meine Augen weiteten erschrocken.
„Warte. Soll das heißen du kannst meine Gedanken lesen“, fragte ich entgeistert und Maul lächelte.
„Allerdings. Deine Gedanken sind auch alles andere als leise“, stellte er schulterzuckend fest und ich war völlig fassungslos.
Wenn er meine Gedanken lesen konnte, dann wusste er alles. Vor meinem inneren Auge spielten sich alle Situationen ab, in denen ich mit Maul gesprochen hatte. Er wusste also mit Sicherheit von den Fluchtgedanken, die ich gehegt hatte. Ich spürte, wie Blut in meine Wangen schoss. Wenn meine Gedanken nicht mehr privat waren, dann hatte ich ein Problem. Unwillkürlich stellte ich mir die Frage, ob er meinen Gedanken ständig lauschte.
„Ich höre deinen Gedanken nicht immer zu, keine Sorge“, versuchte Maul mich zu beruhigen, doch er bewirkte genau das Gegenteil damit.
„Hör auf meine Gedanken zu lesen“, forderte ich wütend, doch Maul grinste nur.
„Du kannst meine Gefühle spüren und ich deine Gedanken lesen. Klingt doch fair, oder?“ Ich schnaubte wütend.
„Von wegen! Du kannst deine Gefühle vor mir verbergen!“
„Und du kannst lernen deine Gedanken vor mir zu verbergen. Ich werde dir alles beibringen, was du wissen musst.“ Ich sah Maul mit großen Augen an.
„Du willst mich trainieren“, fragte ich skeptisch und Maul nickte bestimmt.
„Ja, das möchte ich.“ Plötzlich kam mir ein erschreckender Gedanke und mein Misstrauen traf mich wieder mit voller Wucht.
„Hast du all das nur gemacht, damit ich deine Schülerin werde? War alles ein großer Plan, um mich zu manipulieren?!“ Ich konnte nicht verhindern, dass meine Stimme lauter wurde. Maul schien beleidigt von meiner Frage.
„Du schätzt mich falsch ein. Ich habe dich zu keinem Zeitpunkt manipuliert. Es stand und steht dir immer noch frei zu gehen“, sagte Maul mit Nachdruck und ich suchte in seinen Augen nach einer Lüge. Doch da war keine. Es nahm mir den Wind aus den Segeln und ich zwang mich zur Ruhe. Ich musste rational bleiben.
„Mal angenommen ich würde dir glauben. Du sagst du willst mich ausbilden. Was bedeutet das?“ Maul schien zufrieden, dass ich nun doch einlenkte. Er leerte seine Teetasse und setzte sie wieder vor sich ab.
„Ich werde dir beibringen die Macht zu nutzen, deinen Geist zu schärfen und zu kämpfen.“
„Bekomme ich dann auch ein Lichtschwert?“ Die Frage war als Scherz gemeint, doch zu meinem Erstaunen nickte Maul.
„Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, dann wirst du ein Lichtschwert erhalten. Aber bis dahin hast du noch eine Menge Arbeit vor dir. Es wird nicht einfach werden. Wenn du dich entscheidest diesen Weg zu gehen, dann gibt es kein zurück. Also Frage ich dich jetzt: Bist du bereit meine Schülerin zu werden?“ Mauls Augen bohrten sich voller Erwartung in meine. Ich spürte die Versuchung in mir, doch etwas hielt mich zurück.
„Bevor ich dir das sage, muss ich noch eine Sache wissen.“
„Frag alles was du willst“, erwiderte Maul mit spürbarer Anspannung.
„Wusstest du, dass ich auf Amperon beinahe geflohen wäre?“ Die Frage schien Maul zu überraschen.
„Ja. Ich habe deine Gedanken gelesen, als du das Hauptquartier verlassen hast.“ Ich schluckte schwer.
„Hättest du mich gehen lassen?“ Maul musterte mich einen Moment nachdenklich, doch dann nickte er.
„Ich bin dir nicht gefolgt, obwohl ich durch den Peilsender wusste, wo dein Schiff ist. Mein Gefühl hat mir gesagt, dass du zurückkehren würdest und das bist du. Warum bist du nicht geflohen, als du die Chance hattest?“ Die Frage hatte ich mir auch oft gestellt. Doch nun kannte ich die Antwort.
„Weil mich etwas in mir zu dir gezogen hat. Es war das gleiche Gefühl, dass ich eben gespürt habe. Ich glaube ich soll hier sein. Bei dir.“ Ich war selbst überrascht von meinen Worten. Maul lächelte zufrieden.
„Also, was sagst du?“
Ich brauchte nicht mehr lange zu überlegen. Mein Herz hatte die Entscheidung längst getroffen.
„In Ordnung. Ich bin bereit von dir zu lernen.“
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Notes:
Maul und seine ständige Suche nach einem Schüler. Aber er wird bald merken, dass Ren nicht die Art von Schülerin ist, auf die er gehofft hatte. ;)
Ich habe mit dem Schreiben angefangen, weil es mir wirklich Spaß macht und Maul sich in meinem Kopf eingenistet hat. :D
Ich weiß, dass meine Geschichte nicht viele Leser erreicht, aber ich bin trotzdem wild entschlossen weiterzumachen.
Umso dankbarer bin ich für jeden einzelnen Leser, jedes Favo und jeden Kommentar. Das zeigt mir, dass auch andere Spaß an der Geschichte haben.
Ich habe etwa vier Akte für die Geschichte geplant und wir befinden uns noch im ersten Akt. Es wartet also noch jede Menge auf euch. Es lohnt sich dranzubleiben und ich bin jedem dankbar, der mich auf dieser Reise begleitet. <3