Kapitel 36: Der Stempel des Besitzers
Kapitel 36: Der Stempel des Besitzers
„Aber mach dir keine Sorgen, ich habe sie alle ganz alleine umgelegt. Es war eigentlich ziemlich spaßig, diese ganzen Jungs auf den Boden zu werfen! Du hättest meinen Salto sehen müssen, Luke!“
Am Boden der Matte regte sich in diesem Moment Tim. Er hielt sich stöhnend die Hüfte, wo mein Tritt ihn erwischt hatte, und blinzelte mühsam nach oben. Doch als er sah, wen ich da wie ein Klammeraffe umarmte, fror jede Bewegung in seinem Körper ein. Seine grün-gelben Augen weiteten sich zu riesigen, panischen Tellern. Das Blut wich komplett aus seinem Gesicht, bis er so bleich war wie die Hallenwand.
„L-Luke…?“, brachte Tim mit einer vor Entsetzen krächzenden Stimme heraus. Er versuchte hastig, auf den Knien rückwärts zu rutschen, um Distanz zwischen sich und den Mann zu bringen, der diese Stadt kontrollierte. „Du… du bist sein Freund?! Oh Gott…“
Tim schluckte schwer und starrte fassungslos auf den fetten, dunkelroten Bissabdruck an meinem Hals, der jetzt für jeden in der Halle unübersehbar war. Der Sohn des französischen Mafiabosses begriff in genau dieser Sekunde, dass er sich gerade mit dem Eigentum des gefährlichsten Mannes des Landes angelegt hatte und dass keine elterliche Mafia-Macht der Welt ihn retten würde, wenn Luke beschloss, die Halle flachzulegen.
Hinter uns stieß Isabel ein lautes, ungläubiges Schnauben aus. „Das ist nicht dein Ernst, Leo…“, murmelte sie kopfschüttelnd, während Adam neben ihr nur die Arme vor der Brust verschränkte und die Szene mit einem eiskalten, fast schon amüsierten Seitenblick beobachtete.
Tim hockte zitternd auf den Knien und konnte das heftige Beben in seinen Händen überhaupt nicht mehr verbergen. Er blickte mit aufgerissenen Augen von mir zu dem riesigen Mafiaboss auf, an den ich mich immer noch wie ein stolzer, kleiner Welpe klammerte.
„Aber… Luke… du bist der Anführer der Mafia!“, brachte er fassungslos und mit stotternder Stimme hervor. „Wie kannst du einen Geliebten haben? Ich dachte… ich dachte, du hättest keinerlei Gefühle!“
Bei diesen Worten schimmelte die Luft in der Trainingshalle schlagartig einzufrieren. Ich spürte, wie sich Lukes massiver Körper unter mir keinen Millimeter bewegte. Seine riesigen, warmen Hände hielten mein Gesäß weiterhin bombenfest umschlossen, sodass ich sicher auf seiner Hüfte saß und seine intensive Körperwärme spüren konnte. Er lehnte den Kopf ganz leicht in den Nacken und sah auf den Sohn des französischen Mafiabosses hinunter.
Auf seinen Lippen bildete sich dieses sanfte, unheimlich ruhige Lächeln, das mir eine vertraute Gänsehaut über den Rücken jagte. Seine faszinierenden lila Augen funkelten eiskalt, frei von jedem Funken menschlicher Wärme.
„Du hast vollkommen Recht, kleiner Franzose“, raunte seine samtene Stimme, so leise und doch so glasklar, dass sie von den hohen Wänden der Halle widerhallte. „Ich habe keine Gefühle. Ich empfinde kein Mitleid, keine Gnade und erst recht keine Liebe. Liebe ist eine Schwäche, die ich mir nicht erlaube.“
Bei dem Wort Liebe zog sich in meiner Brust ganz kurz alles zusammen. Ein kleiner, schmerzhafter Stich traf mein Herz. Doch noch bevor ich den Kopf hängen lassen konnte, drückte Luke seine Finger nur ein Stück fester und besitzergreifender in meinen Oberschenkel. Es war ein stummer, dominanter Befehl, der mir signalisierte, dass ich stillhalten und ihm das Reden überlassen sollte. Er senkte den Blick wieder zu Tim, und sein Lächeln wurde eine Spur sadistischer.
„Ein Mann wie ich hat keine Geliebten“, fuhr er fort, und seine Stimme sank zu einem mörderischen, tiefen Flüstern herab, das mir den Atem raubte. „Ein Mann wie ich besitzt Eigentum. Leo gehört mir. Jeder Atemzug, den er tut, jede Träne, die er vergießt, und jeder Zentimeter seines Körpers ist mein Besitz. Das hier“ er löste kurz eine Hand und tippte mit dem Daumen bedeutungsvoll gegen den frischen, dunkelroten Bissabdruck an meinem Hals „ist mein Stempel. Wenn du ihn anfasst, fasst du mich an. Und wenn du mein Eigentum beschädigst… dann ist das keine persönliche Angelegenheit, sondern ein direkter Angriff auf mein Imperium.“
Luke tat einen großen, bedrohlichen Schritt nach vorne. Er ragte wie ein unbezwingbarer Riese über dem zitternden Tim auf, während ich meine Beine noch ein bisschen enger um seine Hüfte schlang.
„Richte deinem Vater in Paris aus, dass sein Sohn heute fast einen tödlichen Unfall beim Sport erlitten hätte“, flüsterte er eiskalt, und seine Stimme war pures, flüssiges Gift. „Er soll dankbar sein, dass mein Welpe heute gute Laune hatte und euch nur die Knochen sortiert hat, statt euch abzustechen. Wenn ich dich noch ein einziges Mal in seiner Nähe sehe, Tim… wird dein Vater sehr bald einen neuen Erben brauchen.“
Er wartete keine Sekunde auf eine Antwort. Mit einer fließenden Bewegung wirbelte er auf dem Absatz herum, drehte der feigen Truppe den Rücken zu und schritt mit großen, energischen Schritten auf den Ausgang zu. Er trug mich so mühelos, als wäre ich federleicht, während meine Arme fest um seinen Nacken gewickelt blieben.
„Adam“, sagte he im Vorbeigehen mit seiner gewohnten geschäftsmäßigen Kälte, ohne den Blick von der Tür abzuwenden. „Sorge dafür, dass die Wachen ausgetauscht werden. Wer mein Eigentum aus den Augen verliert, hat kein Recht mehr, für mich zu arbeiten. Und bring Leos weiten Hoodie aus der Umkleide mit. Wir gehen nach Hause.“
Ich vergrub mein Gesicht an seiner Schulter, atmete den vertrauten Duft seiner teuren Lederjacke ein und lauschte dem gleichmäßigen, ruhigen Herzschlag in seiner breiten Brust. Er hatte mich vor allen ein Eigentum genannt. Ein Objekt ohne Gefühle. Und doch fühlte ich mich in seinen massiven Armen in diesem Moment sicherer als jemals zuvor.
Luke setzte mich sanft auf dem Beifahrersitz ab und schloss die Beifahrertür mit einem dumpfen, satten Knall hinter mir. Kurz darauf ging die Fahrertür auf, seine massive Zwei-Meter-Gestalt rutschte auf den Ledersitz neben mir und schloss auch seine Tür.
Ich starrte stur geradeaus durch die Windschutzscheibe. In meinem Inneren sah es katastrophal aus. Ich fühlte mich, als wäre ich gerade von einem tonnenschweren Lkw überrollt worden. Lukes Worte aus der Trainingshalle hallten wie ein grausames Echo in meinem Kopf wider. Ich empfinde kein Mitleid, keine Gnade und erst recht keine Liebe. Er hatte keine Gefühle für mich. Er liebte mich nicht. Für ihn war ich nichts weiter als ein Objekt, ein kostbares Spielzeug in seinem goldenen Käfig.
Ich musste meine Lippen fest zusammenpressen und mich extrem bemühen, die heißen Tränen zurückzuhalten, die mir brennend in die Augen stiegen. Ich durfte jetzt nicht schon wieder vor ihm weinen.
Luke startete den mörderischen Motor des Brabus Rocket 900. Das brutale Aufbrüllen vibrierte durch meine Wirbelsäule, als er den Wagen beschleunigte und wir den Campus der Universität verließen.
Eine ganze Weile herrschte im Auto eine erstickende, schwere Stille. Das monotone Summen der Reifen auf dem Asphalt war das einzige Geräusch. Ich klammerte meine Hände fest in den Stoff meiner kurzen Sporthose, atmete einmal zittrig durch und fasste all meinen Mut zusammen. Ich wendete den Kopf ganz leicht zu ihm.
„Stimmt das, was du vorhin gesagt hast?“, fragte ich mit einer leisen, beinah zerbrechlichen Stimme, die das dumpfe Grollen des Motors kaum übertönte. Ich fixierte sein scharf geschnittenes Profil. „Dass du… dass du nichts für mich empfindest?“
Lukes Reaktion kam augenblicklich. Seine Hände am Lenkrad spannten sich an. Er zögerte keine Sekunde. Mit einer fließenden, energischen Bewegung lenkte er den schweren, schwarzen Wagen herum, steuerte ihn zielsicher auf den Seitenstreifen der verlassenen Landstraße und brachte das Auto mit einem abrupten Ruck zum Stehen. Er schaltete den Motor aus.
Plötzlich war da nur noch die totale Stille zwischen uns. Er löste seinen Sicherheitsgurt, drehte seinen massiven Oberkörper komplett zu mir herum und legte eine große, unglaublich heiße Hand an meine Wange. Seine Finger drückten ganz sanft zu, um mein Gesicht anzuheben. Er zwang mich, ihm direkt in die Augen zu sehen. Seine faszinierenden lila Augen brannten nicht mehr vor Wut; sie lagen ruhig, tief und mit einer erschreckenden Intensität auf den meinen.
„Ich sollte nichts empfinden, Leo“, begann seine samtene Stimme, so unfassbar leise und ruhig, dass mir der Atem stockte. „Für niemanden. Ein Mann in meiner Position darf keine emotionalen Schwachstellen haben. Mein gesamtes Leben lang habe ich die Menschen da draußen nur in zwei Kategorien unterteilt: in Sympathie wenn sie mir von Nutzen sind und in Missfallen, wenn ich sie vernichten muss.“
Er hielt meinen Blick unbarmherzig gefangen. Sein Daumen strich ganz zärtlich über meinen Wangenknochen, genau dorthin, wo vorhin noch eine Träne gedroht hatte zu fließen.
„Aber du…“, fuhr er fort, und seine Stimme sank zu einem rauen, fast schon verletzlichen Flüstern herab, das seine breite Brust zum Vibrieren brachte. „Du hast irgendetwas in mir ausgelöst, das mich komplett überrollt. Wenn es um dich geht, Leo… spüre ich plötzlich dieses wohlige, warme Gefühl in meiner Brust. Oder dieses seltsame Kribbeln unter meiner Haut, wenn du mich ansiehst oder mich anspringst. Ich weiß nicht, was das ist. Ich hatte so etwas noch nie in meinem gesamten Leben. Ich kenne dieses Gefühl nicht. Aber es ist da. Wegen dir.“
Ich starrte ihn aus riesigen, ungläubigen Augen an. Mein Herz, das eben noch vor Kummer so schwer wie ein Stein gewesen war, machte einen gewaltigen, heftigen Satz gegen meine Rippen. Die bittere Kälte in mir zerschmolz im Bruchteil einer Sekunde unter der Wucht seiner Worte. Er verstand es nicht, er konnte das Wort Liebe vielleicht nicht aussprechen, weil sein psychopathisches Gehirn es nicht gelernt hatte aber er fühlte es. Er fühlte dieses Kribbeln. Er fühlte diese Wärme. Er war nicht leer, wenn er mich ansah.
Ein überwältigendes Gefühl von purer Erleichterung und tiefem Glück flutete meinen Körper. Meine Lippen zitterten ganz leicht, als sich ein schwaches, aber ehrliches Lächeln auf mein Gesicht stahl. Die Tränen, die ich eben noch so dringend unterdrückt hatte, drohten jetzt vor Erleichterung aus meinen Augen zu kullern.
Ohne nachzudenken, hob ich meine Hände, legte sie über seine große, warme Hand an meiner Wange und lehnte mich mit dem Kopf tief in seine Handfläche hinein. Er war vielleicht ein Mafiaboss ohne Skrupel, aber für mich hatte er gerade seine gesamte, dunkle Welt auf den Kopf gestellt. Ich hielt den Atem an, während meine Handflächen auf seiner heißen Brust lagen und ich das tiefe Vibrieren seiner Stimme bis in meine eigenen Knochen spürte.
„Immer wenn du diese süßen, kleinen Reaktionen machst, wenn du nervös bist…“, fuhr Luke fort, und seine samtene Stimme bekam einen rauen, fast schon drängenden Unterton. Seine lila Augen brannten sich tief in meine. „Wenn du dir auf die Lippe beißt und daran rumknabberst… dann will ich dich so verdammt noch mal küssen, Leo. Ich habe auch Bedürfnisse. Auch wenn ich nicht so sexbesessen bin wie all die anderen Männer da draußen… ich will dich küssen. Immer wenn du redest, wenn du an deinem Pulli rumzupfst… ich will dich schmecken. Dieses Gefühl auf meinen Lippen haben. Das finde ich… ist besser als Sex.“
Ein heftiger Schauer jagte mir über den Rücken, und mein Herz schlug mir bis zum Hals. Seine Worte trafen mich mit der Wucht einer Naturgewalt. Er beobachtete mich. Er sah jede meiner kleinen, unsicheren Gesten und anstatt sie als Schwäche auszunutzen, weckten sie in diesem eiskalten Mafiaboss ein pures, unkontrollierbares Verlangen nach mir. Nach meinen Lippen.
Ein tiefes, berauschendes Gefühl von absoluter Zugehörigkeit flutete meinen Körper. Ich sah ihn aus großen, glänzenden Augen an, atmete seine intensive Körperwärme ein und spürte, wie jede restliche Angst vor seiner Dominanz vollkommen verflog.
„Du darfst mich küssen, Luke“, flüsterte ich mit weicher, aber entschlossener Stimme. Ich legte meine Hände an seine markanten Wangenknochen und strich mit den Daumen über seine warme Haut. „Wann immer du dieses Verlangen spürst. Überall. Im Auto, in der Villa, sogar an der Uni, wenn es sein muss. Du musst nicht warten. Du musst mich nicht fragen. Tu es einfach.“ Ich schluckte kurz, meine Wangen glühten heiß, aber ich hielt seinem intensiven Blick stand. „Und… ich finde es auch. Deine Küsse… sie geben mir ein Gefühl, das tausendmal intensiver ist als alles andere. Sie sind besser als Sex.“
Lukes Reaktion war sofort spürbar. Das eiskalte, kontrollierte Starren des Mafiabosses zerschmolz im Bruchteil einer Sekunde. Auf seinen Lippen bildete sich dieses wunderschöne, mörderisch sanfte Lächeln, das diesmal keine Gefahr, sondern eine tiefe, besitzergreifende Zufriedenheit ausstrahlte. In seinen lila Augen blitzte ein helles, fast schon triumphierendes Feuer auf. Seine absolute Kontrolle paarte sich mit einer plötzlichen, heftigen Leidenschaft, die ich so noch nie an ihm erlebt hatte.
Er wartete keine Millisekunde länger. Seine riesige, heiße Hand wanderte blitzschnell von meiner Wange in meinen Nacken, seine Finger schlossen sich fest über dem silbernen Halsband und zogen mich mit einer unaufhaltsamen, dominanten Bewegung über die Mittelkonsole des Brabus zu sich herüber.
Er überwand den letzten Abstand und presste seine Lippen auf meine.
Der Kuss war atemberaubend intensiv. Er saugte meine Lippen ein, fordernd, tief und mit einer unbändigen Gier, als würde er verdursten und ich wäre seine einzige Rettung. Ich stöhnte leise gegen seinen Mund auf, warf meine Arme um seinen massiven Nacken und zog mich noch enger an seine Zwei-Meter-Gestalt. Es war genau dieses Gefühl, von dem er gesprochen hatte diese wohlige, brennende Hitze, die uns beide komplett verschluckte und die Welt da draußen auf einen Schlag bedeutungslos machte. Seine Küsse waren eine Droge, und in diesem Moment waren wir beide vollkommen süchtig nacheinander.
Als wir uns nach einer gefühlten Ewigkeit endlich voneinander lösten, fühlte ich mich völlig schwerelos. Ich sank zurück, lag komplett zerzaust, atemlos und überwältigt in meinem Sitz.
Luke sah mich von der Seite an. Ein leises, amüsiertes Schmunzeln lag auf seinen Zügen. „Alles wieder in Ordnung?“, fragte er, und seine Stimme hatte wieder diesen tiefen, ruhigen Klang.
Ich brachte nur ein extrem überfordertes, fragendes „Hm?“ heraus, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen.
Luke lachte ein seltenes, echtes Geräusch, das mein Herz noch einmal höherschlagen ließ. Er schüttelte leicht den Kopf und startete den Motor des Brabus.
„Schon verstanden“, sagte er sanft, während er den Wagen langsam anfahren ließ. „Lass uns nach Hause fahren.“
Ich brachte kein Wort mehr heraus, aber ein tiefes, glückliches Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus. Ich nickte einfach nur, drehte meinen Kopf zur Fensterscheibe und sah zu, wie die Lichter der Stadt an uns vorbeizogen. Zum ersten Mal seit einer Ewigkeit fühlte sich das Wort Zuhause nicht mehr wie ein goldener Käfig an sondern wie der sicherste Ort der Welt.
Das wahrs Bis her Ich weis noch nicht ob ich es fort setzte were schön wen jemand sagen würde ob ich weiter schrieben soll