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Die große Tüte mit extra viel Sahne

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Die große Tüte mit extra viel Sahne

Ihr Lieben, ich hatte ein paar Tage frei und da hat sich diese Geschichte quasi hinterrücks angeschlichen. Also habe ich mich ergeben :) Wie ihr euch anhand der Beschreibung vielleicht denken könnt, geht es hier mal wieder etwas mehr zur Sache - durchaus explizit und mit Ausflügen in den Bereich von BDSM. Wer das nicht möchte, sollte diese Geschichte nicht lesen, denn dieser Aspekt ist ein nicht ganz unwichtiger Teil der Story. Allen anderen wünsche ich viel Spaß :)

LG Luna

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„Eine heiße Schokolade bitte, Cassy! Mit extra viel Sahne.“ Harry ließ sich ächzend auf den Barhocker fallen.

Cassy lächelte ihn mitleidig an. „Hey Jim. Harten Tag gehabt?“

„So kann man es ausdrücken.“

Ja, der Tag war hart gewesen. Bei einem Einsatz in einem vermeintlich verlassenen Gebäude waren er und seine Kolleginnen und Kollegen auf einen verschlossenen Raum gestoßen, dem man mit den üblichen Zaubern nicht beikommen konnte, so dass sie einen Fluchbrecher hatten rufen müssen. Irgendeinen. Es gab nicht viele gute Fluchbrecher und Harry sollte froh sein, dass die Aurorenabteilung auf jemanden zurückgreifen konnte, der wirklich gut in seinem Job war. Und Harry wäre auch froh um diese Unterstützung, wenn Draco Malfoy es einfach nur einmal schaffen würde, sein verdammtes Maul zu halten.

„Schafft es der Auserwählte mal wieder nicht alleine?“ Das war nur eine von vielen Floskeln, die der Idiot auf Lager hatte. Und Harry versuchte wirklich ihn zu ignorieren. Aber einen Draco Malfoy ignorierte man nicht ungestraft. Und leider mussten die Aurorinnen und Auroren den Fluchbrechern assistieren, damit niemand verletzt wurde. Das hatte Harry heute auf die schmerzhafte Tour erfahren müssen. Harry wusste, wie sehr Malfoy es genoss, ihn herumzukommandieren. "Hierher Potter! Oder soll ich melden, dass du nicht für die erforderliche Sicherheit gesorgt hast?“ „Potter, wenn du noch stärker in meinen Nacken atmest, werde ich mich mit einem steifen Genick krankschreiben lassen müssen.“ „Ist das so ein Auswählten – Styling – Statement, oder hat dir immer noch niemand erklärt, wie man einen Kamm benutzt?“

So ging es die ganze Zeit.

Inzwischen hatte Harry gelernt, Malfoys Stimme in seinem Kopf so lange stumm zu schalten, bis es um den Grund ging, warum man den Deppen überhaupt brauchte. Nur hatte er heute offenbar vergessen, gedanklich die Lautstärke rechtzeitig wieder hochzufahren. Und das hatte dazu geführt, dass sie beinahe alle zusammen drauf gegangen wären. Wer konnte auch ahnen, dass mal was Sinnvolles aus Malfoys Mund kommen würde!

Malfoy war heute geradezu widerlich gut gelaunt gewesen, was sich immer dadurch ausdrückte, dass er nichts von dem, was Harry tat oder sagte, unkommentiert ließ. Sie hatten sich vor dem Gebäude getroffen. „Ach, unser Star-Auror, wer auch sonst“, war die heutige Begrüßung gewesen. „Wobei muss ich dir heute das Händchen halten?“ Dieser arrogante Tonfall, diese Überheblichkeit! Wie Harry das hasste! Er hatte die Zähne zusammengebissen. „Komm einfach mit. Dann wirst du es sehen.“

„Unser Sonnenschein, gut gelaunt, wie eh und je! War heute kein Bild von dir auf der Titelseite, dass du so ein Miesepeter bist?“

Harry hatte nur die Augen verdreht. Bis Malfoy aufgetaucht war, war mit seiner Laune alles in bester Ordnung gewesen. Er bemühte sich um Professionalität. „Wir wurden wegen eines Einbruchs alarmiert. Der Besitzer des Hauses lebt im Ausland und hat einen Alarmzauber eingerichtet. Das Haus sollte eigentlich leer sein. Einen Einbrecher konnten wir nicht finden, aber im Keller sind wir auf etwas gestoßen …“ „… das deine Fähigkeiten überschreitet. Schon klar“, beendete Malfoy den Satz süffisant grinsend.

„Ja. Darum bist du ja jetzt hier, Malfoy“, knurrte Harry.

„Richtig. Dann zeig mir mal den Weg.“ Bei jedem anderen wäre das eine ganz normale Bitte gewesen. Bei Malfoy war es eine Anweisung. Es war nicht so, dass Malfoy als Fluchbrecher Harry gegenüber grundsätzlich weisungsbefugt war, auch wenn die Aurorinnen und Auroren, natürlich im Falle eines Einsatzes der Expertise der Fachleute vertrauten und daher ihren Weisungen folgten. Aber Malfoy tat von der ersten Sekunde an so, als sei Harry sein persönlicher Lakai und müsste den Boden küssen, auf dem er wandelte. Harry hatte ein paar Mal – viel zu selten – das Glück gehabt, mit einem anderen Fluchbrecher zu arbeiten. Dieser hatte sich ganz normal mit allen am Tatort unterhalten und lediglich dann Anweisungen gegeben, wenn es für die Sicherheit aller Beteiligten erforderlich war.

Die letzten Male, in denen Harry mit Malfoy zusammen hatte arbeiten müssen, hatten sie es mit kleineren Objekten zu tun gehabt oder mit Flüchen, die sich gut kanalisieren ließen. Aber das war heute offenbar nicht der Fall, was Harry klar gewesen wäre, hätte er Malfoy die ganze Zeit zugehört. Harry fand, man musste ihm zu Gute halten, dass es für seine eigene und Malfoys Gesundheit grundsätzlich von Vorteil war, wenn er Malfoys Worte weitestgehend an sich vorbeigleiten ließ.

Aber er wusste selbst, dass es sein Fehler gewesen war, der zu dem Unfall geführt hatte und er wusste, dass er sich dafür würde verantworten müssen. Denn ganz bestimmt würde in der Erinnerung aller Beteiligten klar und deutlich Malfoys Anweisung zu hören sein, den Schutzschild nochmals zu verstärken und mit dem der Kolleginnen und Kollegen zu verknüpfen. Harry war kein Idiot. Er wusste, dass Malfoy ein meisterhafter Fluchbrecher war. Er war der Beste in der Branche, zweifellos, weil er in seiner Kindheit und Jugend bereits mit unzähligen schwarzmagischen Gegenständen in Verbindung gekommen war. Es war nicht so, dass Harry Zweifel an Malfoys Loyalität hatte. Malfoy war einfach nur ein arroganter Wichtigtuer, dessen Lebensziel es zu sein schien, Harrys Geduldsfaden mit jeder Begegnung ein bisschen mehr abzuschneiden, bis Harry endgültig ausrastete.

Nun ja – und weil er der Beste war, hatte er natürlich die richtigen Anweisungen gegeben, die bei Harry nicht richtig angekommen waren. Es war wiederum nur Harrys unglaublichen Reflexen zu verdanken gewesen, dass er seinen Fehler in Sekundenbruchteilen erkannt hatte, und dann so viel Kraft in seinen eigenen Schutzzauber gelegt hatte, dass niemand verletzt worden war.

Die Wucht des Fluches hatte ihn, Malfoy und die beiden Kolleginnen zwar rücklings nach hinten geschleudert, aber mehr als ein paar Prellungen hatten sie nicht davongetragen. Malfoy hatte es bis dahin wohl geschafft, den Fluch soweit zu entschärfen, so dass er keinen Schaden mehr hatte anrichten können.

Die heiße Schokolade wurde serviert und Harry seufzte, als der weiche, süße Geruch in seine Nase zog.

„Ich hoffe, die Schokolade hilft ein bisschen, den Tag abzuhaken“, sagte Cassy mit einem Lächeln. „Willst du noch einen Muffin dazu? Ich geb ihn dir gratis. Ist ja schon bald Feierabend.“

Harry nickte. „Wer kann dazu schon nein sagen?“ Er bestimmt nicht. Er aß grundsätzlich schon sehr gerne Süßes, aber wenn ihn etwas belastete, dann war Zucker seine Rettung. Zum Glück konnte er auch ziemlich viel Schokolade und andere der Köstlichkeiten in Cassy’s Candys zu sich nehmen, ohne zuzunehmen und natürlich half auch das Aurorentraining dabei.

Als Cassy den Schokomuffin servierte, wünschte sich Harry, nicht zum ersten Mal, sie wüsste, wer er wirklich war und er könnte ihr sein Herz ausschütten. Aber Cassy war eine Muggel, ihr Laden nur ein paar Querstraßen vom Ministerium entfernt, aber ihr Leben eine Galaxy weit von Harrys.

Harry hatte sich vor ein paar Jahren ein Alter Ego zugelegt, mit dem er unter Muggeln unterwegs war. Er hatte unter dem Namen Jim Everett ein Konto bei einer normalen Bank eröffnet und natürlich besaß er auch einen Ausweis auf den Namen. Es war irgendwie einfacher für ihn, dass er in der Muggelwelt eine ganz und gar andere Person war. So lief er weniger Gefahr, die Dinge zu vermischen.

Ein Besuch in einem Café barg natürlich nicht so viel Möglichkeiten, Dinge zu vermischen, aber Harry besuchte auch noch andere Etablissements in der Muggelwelt und dort wollte er niemand anders als Jim sein. Jim, der es gerne mochte, wenn er einen Mann unter sich hatte, der gefügig war. Einen Mann, der Jims natürliche Dominanz erregend fand und sich ihr hingab.

Harry hatte eine Weile gebraucht, bis er sich selbst eingestanden hatte, dass diese Rollenverteilung ihm den ultimativen Kick gab. Er war ja an sich überhaupt nicht der Typ, der anderen sagte, was sie zu tun hatten, der grob mit Menschen umging oder sie gar unterdrückte. Das wäre ja eher Malfoys Part. Harry schnaubte. Warum dachte er denn jetzt schon wieder an diesen Idioten?

Er biss in den Muffin und Malfoy floss aus seinen Gedanken. Das hier war einfach zu gut und er würde es genießen. Apropos genießen – vielleicht sollte er heute Abend auch noch einen Abstecher ins Shadows machen, besagtem Etablissement für besagte Vorlieben.  Morgen würde er sich seinem Chef und vielleicht sogar Kingsley gegenüber erklären müssen, da wäre ein bisschen Entspannung heute Abend doch nur angemessen.

Ja, das war eine gute Idee.

Mit diesem Gedanken trank Harry den letzten Schluck von seiner heißen Schokolade, in Gedanken schon fast im Shadows , wo er nur Jim war, der gerne harten ungezügelten Sex mit willigen Männern hatte. Vielleicht hatte er sich tatsächlich einfacher mit seiner Rolle angefreundet, weil er stets unter einem leichten Verwandlungszauber im Shadows auftauchte. Manchmal fand er es zwar ein bisschen schade, dass er nie wirklich er selbst war. Aber seit er einmal beinahe einem Mitarbeiter aus der Zentralverwaltung in die Arme gelaufen war, hatte er seine Meinung geändert. Er konnte sich wirklich bessere Dinge vorstellen, als eine entsprechende Schlagzeile im Tagespropheten.

Er erhob sich und streifte im Gehen die Jacke über. „Schönen Abend, Cassy. Und danke nochmal! Du hast mir mal wieder den Tag versüßt.“

Cassy lachte. „Ja, das ist mein Job. Mach’s gut, Jim.“

Harry trat hinaus in den Nieselregen und schlug den Kragen der Jacke hoch. Dabei bemerkte er nicht, dass seine Geldbörse ihm aus der Tasche fiel.

Draco bebte. Es war schon lange nicht mehr vorgekommen, dass bei einem Einsatz so viel hätte schief gehen können. Und daran war allein Potter schuld! Sollte Draco jetzt jedes Mal noch jeden einzeln fragen, ob sie oder er auch alles verstanden hatte? Es war ungeschriebene Regel, dass der Fluchbrecher sagte, was zu tun war und nur wenn jemand die Anweisung nicht richtig verstand oder Zweifel hatte, fragte man nach. Wenn allerdings jemand gar nicht zuhörte, war dieses Konzept zum Scheitern verurteilt.

Draco war nicht dumm. Er wusste, dass Potter ein hervorragender Auror war und er wusste auch, dass er niemals bewusst die Gesundheit oder gar das Leben seiner Kolleginnen und Kollegen in Gefahr bringen würde. Der Gryffindor-Idiot würde ja nicht mal Dracos Leben in Gefahr bringen wollen, obwohl Draco ihm das nicht mal übelnehmen könnte. Und deshalb fragte er sich, ob er mit seinen Hänseleien langsam etwas zu weit ging. Nicht, dass er das jemals laut irgendjemandem gegenüber äußern würde! Die interne Ermittlung würde ergeben, dass Potter Schuld an dem Vorfall war und das hatten nicht nur die Kolleginnen, sondern auch Potter selbst so gesehen.

Draco steuerte seinen Lieblings-Muggel-Laden an, wo er sich für heute Abend noch ein paar Süßigkeiten holen wollte. Das hatte er sich wirklich verdient! Er wollte gerade die Ladentür öffnen, da sah er auf dem Gehsteig davor eine Geldbörse liegen. Er hob sie auf und betrat den Laden.

„Guten Abend Daniel! Da hast du es ja gerade noch vor Ladenschluss geschafft“, begrüßte Cassy ihn fröhlich. „Meinen letzten Muffin habe ich leider schon verschenkt.“

„Guten Abend Cassy.“ Draco trat in den Laden und legte die Geldbörse auf den Tresen. „Die hab ich vor der Tür gefunden. Hat die vielleicht ein Kunde verloren?“

Cassy griff nach der Börse und zog die Geldkarte, die vorne darin steckte, ein Stück heraus. „Ach, die gehört Jim. Die muss er vorhin verloren haben. Danke, dass du sie aufgehoben hast. Ich denke, ich verwahre sie. Er wird bestimmt hier danach suchen. Immerhin hat er eben noch seine heiße Schokolade bezahlt.“

Draco schmunzelte. „Dieser Jim scheint auch einen Hang zum Süßen zu haben, wenn er so spät noch eine heiße Schokolade bei dir trinkt.“

Cassy lachte. „Ja, Jim ist einer meiner Stammkunden, wie du. Außerdem hatte er wohl einen miesen Tag. Ich hoffe, der Verlust seiner Geldbörse macht den nicht noch mieser.“

Draco seufzte. „Sieht aus, als hätten Jim und ich wirklich viel gemeinsam.“

„Auch einen schlimmen Tag gehabt?“, fragte Cassy. Draco nickte. „Jedenfalls so schlimm, dass ich die große Tüte brauche!“

„Die sollst du bekommen!“ Cassy wandte sich zur Rückseite der Theke mit den vielen verschieden Glasbehältern, die voller Bonbons, Weingummis, Lakritzschnecken, Toffees, Karamell und anderem Naschwerk waren. „Irgendwas Bestimmtes? Außer, dass du keine Lakritze willst?“

Draco grinste. „Nein, überrasch mich!“

„Mit dem größten Vergnügen“, erwiderte Cassy lächelnd und füllte eine Tüte, indem sie die Schaufel in jedes Glas – außer das mit den Lakritzschnecken – schob und großzügig auflud. „So, das dürfte dir über den blöden Tag hinweghelfen.“

„Es ist auf jeden Fall ein guter Anfang“, gab Draco zu und bezahlte. Als er schon an der Tür war, wandte er sich nochmal um. „Sag diesem Jim einen schönen Gruß von mir.“

„Das mache ich“, versprach Cassy. „Schönen Abend.“

Und damit stand Draco wieder auf der Straße. Ja, eine Tüte voller Süßigkeiten war gut, um diesen vermaledeiten Tag abzuschütteln. Aber es gab noch etwas Besseres, das Draco – oder besser: Daniel – heute Abend tun konnte, um den Stress wirklich zu vergessen.

Und so betrat zwei Stunden später Daniel Blake das Shadows und hoffte, er würde jemanden finden, der ihn so sehr vereinnahmte, dass er keinen Gedanken mehr an Flüche, Auroren und vor allem nicht an den bescheuerten Potter übrig hatte. Natürlich hatte Draco sein Aussehen seinem Muggelnamen angepasst. Hatte er das vor vielen Jahren getan, um nicht plötzlich von einem verirrten Zauberer hier als Todesser beschimpft zu werden, war er heute aus anderen Gründen froh um seine Tarnung. Offenbar waren einige Zauberer dumm genug zu glauben, sie könnten hier unerkannt ihren Neigungen nachgehen. Draco war es natürlich völlig egal, ob jemand zuhause Frau und Kinder hatte und er würde auch niemanden verurteilen, hier – und vermutlich nur hier – zu seiner Sexualität zu stehen. Aber Draco selbst würde dieses Risiko bestimmt nicht eingehen. Dafür war er inzwischen zu bekannt in der magischen Welt. Es ging schlicht und ergreifend niemanden etwas an, was er in seiner Freizeit tat.

Worauf Draco allerdings Wert legte: er hatte lediglich einige Merkmale im Gesicht verändert. Seine Augen waren von einem dunkleren Grau, seine Haare waren dunkelblond und leicht gewellt und seine Gesichtszüge waren insgesamt weicher. Abwärts des Halses hatte er nichts verändert, denn er wollte mit diesem Körper Sex haben und mit keinem anderen! Das Dunkle Mal hatte er vor ein paar Jahren, als es bereits sehr verblasst war, überstechen lassen, so dass sich von seinem Handgelenk bis zu seinem Ellenbogen jetzt ein wunderschöner Drache hoch schlängelte.

Draco war schon lange nicht mehr hier gewesen und fast noch nie unter der Woche, so dass er bisher noch keine bekannten Gesichter gesehen hatte. Aber das machte Draco nichts aus. Er wusste, was er wollte und er würde es im Laufe des Abends bestimmt finden.

„Na, so alleine hier?“ Ein filigraner Kerl mit roten Locken und Sommersprossen setzte sich neben ihn. Draco musterte ihn und wusste sofort, dass der Typ nicht das zu bieten hatte, was er brauchte. Er war süß, keine Frage, und an einem anderen Abend hätten sie vielleicht viel Spaß haben können. Aber nicht heute. Heute musste ihm jemand Potter aus dem System ficken. Warum dachte er nur schon wieder an den Idioten?

„Alleine und auf der Suche nach etwas, das du mir vermutlich nicht geben kannst und willst“, sagte Draco mit einem entschuldigenden Lächeln.

Der andere grinste. „Ja … gut möglich. Du wirkst gar nicht so …“ er zögerte.

„Devot?“, schlug Draco vor. Tatsächlich hatte er selbst sehr lange gebraucht, bis er sich eingestanden hatte, dass er beim Sex gerne etwas härter angefasst wurde und die Kontrolle abgab. Etwas, das er im normalen Leben niemals tun würde.

Sein Gegenüber nickte. „Genau.“ Dann sah er sich in dem Raum um, der im dämmrigen Licht lag. Er nickte zu einem Mann, der mit lässig übereinander geschlagenen Beinen in einer der Sitzecken saß und bereits zu ihnen herüber sah. „Ich denke, bei ihm wirst du bekommen, was du suchst.“

„Danke für den Tipp“, sagte Draco und ließ sich vom Barhocker gleiten. „Ich hoffe, du hast auch noch Erfolg.“

Harry hatte den Blonden beobachtet, seit der das Shadows betreten hatte. Er hatte ihn noch nie hier gesehen. Als er sah, wie Rob den Fremden ansprach, sah er schon die Chance verloren, ihn kennenzulernen. Harry lernte immer gerne neue Männer kennen, auch wenn natürlich nicht alle seine Neigungen komplett befriedigen konnten. Aber ein guter, ehrlicher Fick war besser, als ganz ohne Sex nach Hause zu gehen und an einem Mittwochabend musste man manchmal Kompromisse machen. Aber dann sahen die beiden Männer zu ihm herüber und Rob schien etwas zu sagen. Harry kannte Rob. Sie hatten schon Sex miteinander gehabt und es war okay gewesen. Aber eben auch nicht mehr.

Ein Kribbeln erfasste ihn, als der Fremde auf ihn zu kam.

Draco hatte mit einem Blick erfasst, dass das der Mann war, den er heute Abend brauchte. Er saß mit Selbstbewusstsein, aber ohne Arroganz in der Sitzecke und ließ seinen Blick schamlos über Draco schweifen, während der auf ihn zuging. Draco wusste, dass er einen mehr als ansehnlichen Körper hatte. Er war schmal, aber nicht zierlich. Das regelmäßige Training, das er als Fluchbrecher absolvieren musste, sorgte für definierte Muskeln. Seine Hose saß weit unten auf seiner Hüfte und die offene Weste zeigte genug, um Appetit zu bekommen, wenn man auf so jemanden wie ihn stand.

Und dieser Mann stand genau darauf, das sah Draco ihm an. Er beugte sich leicht vor und seine Augen erinnerten Draco an einen Löwen, der seine Beute im Visier hat. Es hätte ihn nicht gewundert, wenn der Fremde aufgesprungen wäre und ihn einfach gepackt hätte. Aber das tat er nicht. Jetzt, wo Draco näherkam, konnte er die Haarfarbe des anderen besser erkennen. Er hatte lange, dunkelbraune Haare, die er im Nacken zu seinem Pferdeschwanz gebunden hatte, und dazu hellbraune, fast bronzefarbene Augen, die Draco völlig in ihren Bann zogen. Er hatte ein schwarzes Tanktop an, das nichts von seinen ansehnlichen Muskeln verbarg und dazu eine schwarze Hose.

„Darf ich mich setzen?“, fragte Draco leise, als er angekommen war.

„Du musst sogar“, erwiderte der Fremde mit einer dunklen Stimme, die etwas in ihm zum Vibrieren brachte. Kurz zupfte etwas an ihm, aber ein weiterer Blick in die Löwenaugen ließ ihn jeden sinnvollen Gedanken vergessen.

Harry hatte kurz geglaubt, die Stimme zu erkennen. Hatte er doch schon mal Sex mit dem Typen gehabt? Nein, an diese Schönheit von einem Mann hätte er sich erinnert. Der Kerl saß noch nicht einmal richtig, da hatte Harry eine Hand unter die Weste des anderen geschoben und begann, dessen Brustwarze zwischen den Fingern zu zwirbeln. Gleichzeitig beugte er sich über ihn und verwickelte ihn in einen vernichtenden Kuss. Als er spürte, wie der andere sich widerstandslos fallen ließ, wusste er, dass das hier ein hervorragender Abend werden würde.