Hoch oben wo die Gedanken Ruhe finden
Hoch oben wo die Gedanken Ruhe finden
Hey da bin ich wieder. Ich hoffe es geht euch allen gut. Und vielen lieben Dank an die liebe Zacia, die immerzu fleißig kommentiert. Das motiviert mich umso mehr schnell ein neues Update zu posten. Aber jetzt geht es ersteinmal weiter mit mehr Levi und Elara.
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Pov Levi
Ich hätte weiterarbeiten sollen, hätte nicht hinhören sollen. Es wäre einfacher gewesen. Einfacher für mich und für sie. Ich hatte ihren Schmerz gespürt, ihre Trauer tief in ihr.
Mein Fenster war einen Spalt geöffnet, wie jeden Abend, um nicht in meinem stickigen, viel zu engen Büro zu ertrinken und doch stand ich am Fenster, lauschte ihrer Stimme, die kaum mehr als ein Flüstern war. Leise, voller Bruch und doch so stark und kämpferisch.
Ich hatte sie schreien hören, fluchen sogar lachen, aber das war anders. Da war nichts von ihrer provokanten Art, die mir beinahe schon den Geduldsfaden zerstückelt hätte. Sie sang langsam, unsicher, als ob sie Mühe hatte, die Worte zu finden, die ihr Kopf schon längst wusste. Jede Silbe kämpfte sich aus ihrem Mund, stockend, gebrochen und doch wunderschön. Ich verstand ihre Worte nicht, doch ihren Schmerz spürte ich tief in mir lodern.
Irgendwann stockte ihre Stimme, versagte und verwandelte sich in ein leises Schluchzen. Ich konnte sie nicht sehen, aber wusste, dass sie wieder oben auf dem Turm saß. Unweit von meinem Büro entfernt. Der Moment war zu intensiv, ich hätte das nicht hören dürfen, hätte nicht von meinem Stuhl aufstehen und zum Fenster laufen dürfen. Ich hätte einfach weiter Berichte schreiben sollen, doch irgendetwas zog mich zu diesem verdammten Fenster. Ich hasste mich selbst dafür. Ihr Schmerz war mir nur allzu bekannt. Wie oft schon hatte ich in der Vergangenheit unendliche Schmerzen spüren müssen. Sie verfolgten mich jeden Tag, sogar bis in den Schlaf. Ich war die Sorte von Mensch, die zu viel verloren hatte und irgendwann einfach aufgehört hatte darüber zu sprechen, geschweige denn es zu verdrängen.
"Mama, wenn du da oben bist, pass auf mich auf, ja?"
Der Satz traf mich. Meine sonst so ausdruckslose Miene verrutschte. Meine Brust wurde eng. Scheiße, dachte ich. Bilder meiner eigenen Mutter schossen mir durch den Kopf. Ich versuchte sie zu verdrängen, strich mit meiner Hand hastig durch mein pechschwarzes Haar und kniff mir mit zwei Fingern in den Nasenrücken. Bilder von Elara vermischten sich mit den Bildern meiner Mutter, meiner Vergangenheit. Wie sie sang, jede Nacht. Immer dasselbe Lied, immer dieselbe Verabschiedung. Immer mit dem Gefühl, das eigene Kind zurückzulassen. Elaras Stimme auf dem Dach war mittlerweile komplett gebrochen. Sie weinte bitterlich und ich hasste es. Nicht ihre Tränen, nicht sie, sondern das Gefühl, dass sich in meiner Brust zu schnürte.
Dieses verdammte Gefühl zu wissen, jemanden nicht vor seinem Schicksal bewahren zu können. Egal wie oft ich Menschen verloren hatte und es waren viele. Ich schob dieses Gefühl immer beiseite, hatte gelernt, weiterzuleben, auch wenn man keine Luft zum Atmen hatte. Nicht weil es wehtat, sondern weil es keine andere Möglichkeit gab, als weiterzumachen.
Ich dachte wieder an Elara, hatte sie das gleiche wie ich durchgemacht? Hatte sie gekämpft, so verbissen und stur, weil sie keine andere Wahl hatte, oder weil ihre Wahl aus längst vergangenen Schmerzen bestand. Vielleicht wollte sie nie stark werden, vielleicht hatte sie genauso wie ich gelernt, etwas anderes zu sein. Ein Werkzeug für andere.
Ich hätte zu ihr gehen können, hätte etwas sagen können, doch ich stand stocksteif an meinem Fenster. Die sonst so beruhigende Nachtluft ließ mich erzittern. Nein, was würde es für einen Unterschied machen, wenn ich etwas sagte. Die Worte aus meinem Mund waren nutzlos, sie waren für den Krieg, aber nicht für Schmerz und Trauer. Also blieb ich stehen und hörte still zu. Irgendwann wandte ich mich schließlich doch ab. Langsam und leise ging ich zurück zu meinem Schreibtisch, ließ mich in den Stuhl sinken und legte meinen Kopf in meine Hände. Sie war nicht alleine mit diesem Gefühl, das wusste ich nur zu gut. Schweigend saß ich da, versuchte erst gar nicht, die Dokumente unter mir weiterzulesen. Es hatte keinen Sinn. Heute Nacht würde ich kein Auge mehr zu bekommen, das stand schonmal fest.
Pov Elara
Am nächsten Morgen wachte ich ausgelaugt auf. Ich hatte ein paar Stunden geschlafen, mehr oder weniger zumindest. Müde erhob ich mich aus meinem Bett, machte mich für das Training fertig und nahm abermals den Weg durchs Fenster, anstatt wie ein normaler Mensch die Treppen zu nehmen. Da es noch sehr früh war, machte ich einen Abstecher durch die Cafeteria und nahm mir ein Stück Brot und einen Apfel für unterwegs mit. Hunger hatte ich kaum, dennoch zwang ich mich zum essen.
Draußen war es noch still. Die Sonne ging gerade erst richtig auf, als ich den Trainingsplatz betrat. Levi war wie immer schon dort, musterte mich mit seinen stahl grauen Augen. Er sah noch düsterer aus als sonst. Vielleicht nahm er es mir immer noch krumm, dass ich ihn so vehement angegangen war.
“Du siehst aus, als hätte dich nen Karren überfahren.” Meine Begrüßung war wieder mal herzlich, wie immer, wenn ich diesen arroganten Kerl traf.
“Kann ich nur zurückgeben.” Ich rollte mit den Augen. Levi hatte auch immer einen schlagfertigen Kommentar auf Lager.
“Komm.” wieder nur ein Wort. Ein Wort, welches mehr Gewicht hatte als ein ganzer Aufsatz, egal von wem. Levi wartete nicht einmal auf mich. Er wusste, ich würde folgen, wenn ich trainieren wollte. Wir liefen zu einem kleinen Lager, etwas am Rande einer Baumgruppe. Dann nahm er eines dieser merkwürdigen Dinger heraus, die ich schon mehrfach gesehen hatte.
“Anziehen und spar dir deinen Kommentar.” Levis Stimme ließ keinen Raum für viele Worte offen.
Diesmal entwich mir ein genervter Atem, ehe ich das Teil in seiner Hand ergriff und es irgendwie anzog.
“Du stellst dich an.”
“Hör auf, ich hab sowas noch nie gesehen.”
“Du sollst es nicht sehen, du sollst es anziehen.”
“Ich muss es sehen, sonst kann ich es nicht anziehen.”
“Was du nicht sagst.” Dann drehte sich Levi auch schon genervt um und ging.
“Du hast drei Minuten, das Chaos zu beseitigen.”
Ich rollte mit den Augen. Was sollte das? Soll er mir halt einfach mal erklären, was das hier überhaupt alles war. Die Gurte verstand ich ja noch, aber was waren das für Behälter, die störend an mir dran klebten. Und dann noch die Griffe und Klingen. Wie sollte das denn funktionieren? Ja, ich hatte Levi damit schon kämpfen, vor allem fliegen gesehen, doch nie genau darauf geachtet, wie er das machte. Unsicher ging ich zurück zu Levi, der nun ebenfalls in voller Montur vor mir stand.
“Du siehst aus, als ob du überfordert wärst.”
“Du siehst aus als..”
“Spar dir dein loses Mundwerk, du wirst es noch brauchen.”
Er hatte mich unterbrochen. Ich funkelte ihn wütend an, was er natürlich ignorierte.
“Ich erkläre es dir genau einmal, also hör gut zu.”
“Deine Hüfte bleibt die ganze Zeit stabil, kämpfe nicht gegen das Gerät an. Es soll dich unterstützen. Also versuche erst gar nicht, es umzubringen.”
Dann nahm er die beiden Abzugsvorrichtungen seines 3D Manövers und sprach monoton weiter.
“Diese Hebel lösen die Haken aus.”
Ich drückte, es machte klick und ein Haken schoss aus dem Gerät und bohrte sich in einen nahegelegenen Baum. Ich riss die Augen auf. Das war schon beeindruckend.
“Und was mache ich jetzt?”
“Du betätigst das Gas, aber bevor du da…”
Zu spät. Ich hatte bereits den Abzug gedrückt und wurde mit einer gewaltigen Kraft nach oben gerissen. Ich schwang unkontrolliert in alle Richtungen, schrie und wusste weder wo oben noch wo unten war. Das Seil straffte sich. Levi zog nur eine Augenbraue hoch, ehe er ebenfalls einen Haken schoss und nach oben sprang.
“Nicht dagegen ankämpfen.”
“Ich versuche es! Du hättest mich ruhig vorwarnen können!”
“Du hast einfach abgedrückt, ohne mir zu Ende zuzuhören, also gib mir nicht die Schuld für deine Dummheit.”
Mittlerweile hing ich wie ein nasser Sack an einem Ast herunter. Levi saß über mir auf dem Ast, sah ruhig aber streng zu mir herunter.
“Hör auf zu versuchen, nicht zu fallen.”
“Was?”
“Du musst dir vertrauen und jetzt weiter.”
Seine Stimme schnitt durch den Wind. Ich hob zitternd meine Hand und schoss erneut einen Haken ein paar Meter weiter in einen Baum. Wieder betätigte ich das Gas und wurde so ruckartig nach vorne gezogen, dass mir die Luft wegblieb. Diesmal klatschte ich wie ein totes Eichhörnchen gegen den Stamm, hing wieder an den Seilen und sah finster zu Levi hinauf, der abermals wieder über mir hockte.
“Wie soll ich das bitte lernen, wenn du mir nur sagst, was ich falsch mache?”
“Sieh mich an.”
“Was?”
“Sieh mich an.”
Ich gehorchte, sah zu ihm hinauf und traf seinen Blick. Seine grauen Augen bohrten sich in meine. Wie immer ließ er mir keine Chance, irgendetwas aus seinem Verhalten oder Blick zu deuten.
“Du versuchst gerade, jeden einzelnen Schritt gleichzeitig zu kontrollieren.”
“Weil ich nicht sterben möchte.” keifte ich zurück.
“Eine vernünftige Einstellung.”
“Aber du wirst nie lernen, wenn du bei jedem Fehler darüber nachdenkst, was als Nächstes passieren könnte.”
Ich schluckte.
“Also, was soll ich tun?”
“Atmen.”
“Das ist dein großer Rat?”
“Im Moment schon.”
Also atmete ich ein und wieder aus. Konzentrierte mich auf jeden einzigen Atemzug, wie die Luft meine Lungen durchflutet und wieder entweicht.
“Gut und jetzt löse den Haken.”
Ich zögerte.
“Und wenn ich falle?”
“Dann fängst du dich.”
“Und wenn ich das nicht schaffe?”
“Dann fange ich dich.”
Für einen Moment sah ich ihn einfach nur an, dann stieg mein Ehrgeiz und mein Ego. Niemals lasse ich es so weit kommen, dass dieser Idiot mich fangen müsse, weil ich selber zu blöd war. Im Leben nicht, dafür werde ich sorgen. Lieber würde ich auf dem Boden aufschlagen. Getrieben von innerer Wut und dem Willen Levi zu beweisen, dass ich es lernen konnte, löste ich meinen Haken, sackte nach unten und schoss sofort einen neuen in einen anderen Baum. Diesmal konzentrierte ich mich nicht auf das nicht Fallen, sondern darauf, wo ich hin wollte. Ich schwankte nicht so stark, wie zuvor, dennoch schaffte ich es irgendwie äußerst unelegant, aber halbwegs kontrolliert, nicht gegen den nächsten Baum zu klatschen, sondern ganze zwei Meter zu fliegen. Naja, eher eine Mischung aus Gleichgewichtsstörungen und Adrenalinkick. Meine Füße fanden den Boden, ich stolperte und fiel auf die Knie.
“Ich habe es geschafft.”
“Du bist nicht gestorben, das ist ein Anfang.” fügte er trocken hinzu.
“Für den Anfang gar nicht mal so schlecht.”
Ich hob den Blick, sah Levi grinsend an.
“War das ein Kompliment?"
“Gewöhn dich bloß nicht dran.”
Wir setzten das Training fort. Mehrfach lag ich noch im Dreck, hing unbeholfen einen Baum herunter und knallte gegen irgendwelche Äste. Levi hatte keine Gnade mit mir. Immer wieder drillte er mich, es noch einmal zu versuchen, immer wieder giftete ich ihn an, doch machte weiter. Langsam begriff ich, wie ich den Griff halten musste, wann die Haken sich lösten und wie ich das Gas dosieren sollte. Mein Kopf lernte schneller als mein Körper es ausführen konnte
Auch die Tage darauf trainierten wir ununterbrochen jeden Morgen weiter. Ich machte langsam Fortschritte. Mit jedem neuen Tag und jedem neuen Schuss, wurde ich sicherer, was meine Balance und mein Gleichgewicht betrafen. Immer wieder hörte ich seine Kommentare vor meinem inneren Ohr und seine abschätzigen Blicke, wenn ich abermals in Schwierigkeiten war. Das Wort, das ich am meisten hörte, war “Nochmal” oder "Steh auf”. Die hatte ich bestimmt hunderte Male gehört.
Am zweiten Tag war ich immer noch holprig unterwegs, zog zu sehr am Gas, schwankte zu weit nach außen und landete unsanft auf dem Boden. Levi kritisierte mich ständig: "Du denkst zu viel.” oder “Genau deshalb machst du Fehler.”
Am dritten Tag wurden meine Bewegungen flüssiger, nicht perfekt aber weniger wie ein nasser Hund. Ich begann das Gerät nicht mehr als etwas zu betrachten, das ich kontrollieren musste, sondern als Verlängerung meines eigenen Körpers. Ich schaffte es, ein paar Mal zwischen Bäumen zu wechseln, ohne auf dem Boden oder in einem Baum notzulanden.
Am vierten Tag passierte es zum ersten Mal. Ich verlor den Schwung, verpasste einen Haken und fiel. Doch bevor ich abermals den Boden küsste, schoss ich einen neuen Haken und konnte mich gerade so vor einem unsanften Fall retten.
Am fünften Tag ließ Levi mich zum ersten Mal in einen Parcours aus mehreren Bäumen unterschiedlicher Höhen und Entfernungen mit Kurven und Richtungswechseln absolvieren. Zum ersten Mal fühlte sich nicht alles falsch an. Das Gerät fühlte sich nicht mehr wie ein Gegner an. Ich flog. Nicht perfekt, aber frei.
Am sechsten Tag hörte Levi auf mir, irgendwelche Anweisungen zu geben. Ich sollte es allein schaffen. Sollte meine Entscheidungen selbst treffen. Erst war ich unsicher, doch dann flog ich. Seine Worte hallten immer wieder in meinen Gedanken. Er musste sie nicht mehr aussprechen, sie waren einfach da, wenn ich sie brauchte. Ich hörte auf zu denken und fing an zu reagieren. Ich bewegte mich immer automatischer, immer kontrollierter.
Und am siebten Tag hielt Levi Abstand, beobachtete mich vom Boden, ließ mich alleine mit meinen Gedanken und Problemen. Er vertraute darauf, dass ich mich selbst retten konnte. Erst hatte ich bedenken, doch schnell vertraute ich meiner inneren Stimme. Irgendwann sah ich ihn neben mir gleiten.
“Jetzt sieht es nicht mehr so aus, als würdest du versuchen, nicht zu sterben.”
Ich hob eine Augenbraue.
“Und wie sieht es jetzt aus?”
Levi sah mich an.
“Als würdest du fliegen.”
Für einen Moment sagte ich nichts, dann huschte mir ein Lächeln über die Lippen. Kein unsicheres, sondern ein erschöpftes, aber glückliches Lächeln. Ich hatte angefangen mir selbst zu vertrauen und nur das zählte.
Später am Abend saß ich mit Sasha, Jean und Connie beim Abendessen und berichtete ihnen stolz von meinen Fortschritten und dass ich ab morgen beim Gruppentraining mitmachen durfte.
“Das gibt es doch nicht. Ich erinnere mich noch daran, dass du vor einer Woche noch nicht mal geradeaus fliegen konntest.” Sasha war begeistert und schob sich zugleich einen großen Löffel voll mit Eintopf in den Mund.
"Ja, und am zweiten Tag bin ich auch noch oft gegen alles mögliche geflogen.” grinste ich belustigt.
“Stimmt, du hattest überall Äste in deinen Haaren.” Connie lachte.
"Tja, aber Levi hat mich heute allein gelassen und gesagt, ich soll einfach machen.”
“Das klingt sehr nach dem Hauptgefreiten.” mischte Jean sich ebenfalls mit ein.
“Und du bist nicht abgestürzt?”, fragte Connie.
“Nein.”
“Du hast nichts getroffen?” wollte Sasha wissen.
“Nein.”
“Du hast dich nicht irgendwo verfangen?” Jeans Miene wurde misstrauisch.
“Nein.” Mein Lachen wurde immer lauter.
“Ich habe den ganzen Parcours geschafft und wisst ihr was das beste ist”
Sie sahen mich fragend an.
“Levi hat gesagt, ich sehe nicht mehr aus, als würde ich sterben.”
Die drei prusteten los, konnten sich nicht mehr vor Lachen halten. Sasha ließ schlagartig ihren Löffel fallen, Connie kippte fast von der Bank und Jean gab mir einen kurzen Klaps auf die Schulter. Ich stimmte mit in das Chaos ein. Wir lachten ganz unbeschwert, als wäre es etwas unbedeutendes und nicht das Mittel, um nicht drauf zu gehen. Nach ein paar Minuten beruhigten wir uns alle etwas. Tränen standen in unseren Augen, die Wangen gerötet.
“Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal auf ein Training freuen würde, aber das tue ich.”
"Tja, jetzt bist du offiziell eine Person des Aufklärungstruppes, die mit einem äußerst gefährlichen Gerät durch die Luft fliegt.” stachelte Connie mich an.
“Stimmt, wehe, du ermordest mich morgen, ausversehen, weil du die Hebel vertauschst.”
Jean sah mich ernst an. Wir prusteten erneut los.
“Was traust du mir eigentlich zu?”
“Alles außer das.”
"Eyy, du bist echt gemein.”
Wir lachten weiter. Jean schenkte mir ein aufrichtiges Lächeln. Ich wusste, dass er mich nur aufziehen wollte.
“Im Ernst jetzt, Elara, ich traue dir echt einiges zu, sogar dass du den Hauptgefreiten morgen zu Brei schlagen würdest, aber bitte verschone mich morgen.”
Connie stieg mit ein: “Ich melde mich freiwillig mit dir zu fliegen, wenn Jean zu viel Schiss hat.”
“Ich habe keine Angst, ich habe nur keine Lust, ins Kreuzfeuer zwischen Elara und dem Hauptgefreiten zu kommen. Ihr wisst doch, wie gut die beiden sich verstehen.”
“Keine Sorge, Jean dich beschütze ich gerne vor ihm.”
“Du musst mich nicht…”
Connie brach wieder in Gelächter aus, Sasha unterbrach Jean.
“Muss unser kleiner Jean etwa beschützt werden.”
“Im Ernst, Leute, sie hat den Hauptgefreiten am ersten Trainingstag geschlagen. Und von dem danach wollen wir gar nicht erst reden. Du hast im wortwörtlich jeden Tag die Hölle heiß gemacht.”
“Hat er nicht anders verdient.” gab ich schmunzelnd von mir.
“Warum trainiert er dich eigentlich noch, nachdem was passiert ist?" wollte Sasha wissen.
“Direkter Befehl vom Kommandanten, da kommt sogar Levi nicht raus.”
“Deshalb ist er die Tage noch mieser drauf als sonst, hab mich schon gefragt, was er wieder ausbrütet.” Connie kratzte sich am Hinterkopf.
“Tja aber morgen ist er mich ja im Einzeltraining los, soll er sich mal nicht so anstellen.”
Wir lachten wieder, saßen noch lange zusammen und erzählten uns Geschichten aus ihrer Welt. Ich hörte gespannt zu, stellte Fragen und genoss den Abend mit meinen drei neuen Freunden. Schließlich wurde es spät und wir verabschiedeten uns voneinander. Ich ging natürlich, wie sollte es auch anders sein, über das Dach in mein Zimmer. Das würde sich wohl nie ändern. Den Abend verbrachte ich ruhig, konnte sogar das erste Mal ohne Probleme einschlafen.