Iron Man (2008)
Iron Man (2008)
Author's Note:
In dieser Geschichte konzentriere ich mich am Anfang vor allem auf die Entwicklung zwischen Tony und Pepper, später eher auf Sky und die Auswirkungen auf dieses Universum. Deshalb habe ich einen Großteil Szenen aus den Filmen ausgelassen, wenn sie für ihre Beziehung bzw. für Skys Geschichte nicht relevant waren️.
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Sky ist die Tochter von Tony und Pepper.
Bestimmt fragt ihr euch, wie es möglich ist, dass sie schon von Anfang an dabei war, wenn die Liebesgeschichte zwischen Pepper und Tony auf Erde-616 so kompliziert war? Nun ja,... auf Erde-1413 läuft einiges anders.
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»Tony Stark. Visionär. Genie. Amerikanischer Patriot. Bereits in jungen Jahren trat der Sohn des legendären Waffenentwicklers Howard Stark mit seinem brillanten einzigartigen Geist ins Rampenlicht.
Mit vier baute er seinen ersten Schaltkreis.
Mit sechs seinen ersten Motor.
Mit siebzehn machte er seinen Abschluss am MIT mit summa cum laude.
Dann verstarb einer der ganz Großen.
Howard Starks langjähriger Freund und Mitstreiter Obadiah Stane war zur Stelle, um die Lücke zu füllen, die der legendäre Gründer hinterlassen hat, bis der 21-jährige verlorene Sohn den Posten des Vorsitzenden antritt.
Mit dem Schlüssel zum Königreich leitet Tony eine neue Ära ein, dank der Entwicklung intelligenterer Waffen, fortschrittlicher Robotik und Satellitenpeilung.
Heute hat Tony Stark das Ansehen der Waffenindustrie vollkommen verändert, indem er die Freiheit sichert und die Interessen Amerikas schützt – und das weltweit.«
James Rhodes steht am Pult auf der Bühne, ein Scheinwerfer richtet sich auf ihn und er lächelt breit.
»Als Verbindungsoffizier bei Stark Industries hatte ich das Privileg, mit einem wahren Patrioten zusammenzuarbeiten. Er ist mein Freund ... und er ist mir ein großer Mentor. Ladies and Gentlemen, ich überreiche hiermit den diesjährigen Apogee Award an Mr. Tony Stark!«
Ein tosender Applaus ertönt und alle schauen zu Tony, der gerade aufsteht, sein typisches Grinsen zeigt und sein Jackett zurechtrückt. Mit schnellen Schritten geht er zur Bühne und schaut seinem besten Freund kurz dankbar in die Augen, bevor er sich die gläserne Skulptur schnappt und zum Publikum wendet.
»Danke, Rhodey. Ich fühle mich geehrt.«
Dann beugt er sich ganz nah ans Mikro und flüstert: »Aber ... jetzt mal unter uns. Das hier«, er hält den Award in die Höhe, »wird einfach in meiner Vitrine zusammen mit den anderen einstauben.«
Das Publikum lacht und Tony grinst gewinnend, während Rhodey und Happy einen Blick wechseln und gleichzeitig die Augen verdrehen.
Tony läuft mit seinen Bodyguards gerade zum Auto und will schon einsteigen, als eine blonde Reporterin ihnen hinterherruft. »Mr. Stark! Entschuldigen Sie, Christine Everheart, von Vanity Fair . Kann ich Ihnen einige Fragen stellen?«
»Ja?«, fragt Tony und dreht sich genervt um. Die Bodyguards lassen sie durch und behalten währenddessen die Menge hinter ihnen im Auge.
»Sie werden der Da Vinci unserer Zeit genannt. Was sagen Sie dazu?«, fängt Christine an und hält ein Aufnahmegerät zwischen sich und Tony.
Tony schüttelt den Kopf und verzieht ein wenig das Gesicht. »Absoluter Blödsinn. Ich male nicht.«
»Wie gefällt Ihnen Ihr anderer Spitzname? Der Händler des Todes?«, fragt sie ein wenig scharf.
Diesmal nickt Tony mehrmals, scheinbar ohne ihre vorwurfsvolle Stimme zu bemerken.
»Gar nicht übel. Tja, wissen Sie, Miss Everheart, die Welt ist nicht perfekt, aber wir haben leider keine andere. Ich schwöre Ihnen, sobald keine Waffen mehr gebraucht werden, um den Frieden zu sichern, werde ich mich um den Aufbau von Kinderspieltälern kümmern.«
Christine hebt skeptisch eine Augenbraue. »Haben Sie den Satz oft geübt?«
»Jeden Abend vor dem Spiegel, bevor ich ins Bett gehe.«
»Glaube ich gern. Aber ich hätte gerne einfach nur eine aufrichtige Antwort, sonst nichts«, meint die Reporterin ernst.
Tony verschränkt die Arme. »Na schön, ganz aufrichtig. Mein alter Herr hatte folgendes Motto: Frieden bedeutet, dass man einen größeren Stock als der andere hat.«
»Was für ein toller Satz von einem, der die Stöcke verkauft«, erwidert Everheart sarkastisch.
»Mein Vater half die Nazis zu besiegen. Er hat die Atombombe mitentwickelt. Sehr viele Menschen nennen so jemanden einen Helden«, fährt er fort.
»Andere Menschen nennen so jemanden auch Kriegsgewinnenden«, erwidert die Reporterin, es klingt fast wie ein Angriff. Tony nimmt sich seine Sonnenbrille von der Nase.
»Haben Sie vor, über die Millionen von Menschen zu schreiben, denen wir mit modernster Medizintechnologie oder weiterentwickeltem Saatgut das Leben gerettet haben? Allesamt bahnbrechend, und vom Militär finanziert.« Während er spricht, beugt er sich näher zum Aufnahmegerät.
»Wow«, sagt Christine tonlos.
»Wollen Sie einen ganzen Roman über mich schreiben oder darf ich jetzt gehen?«, fragt er ungeduldig.
Everheart erwidert nichts, nimmt nur ihr Aufnahmegerät herunter und sieht zu, wie Tony in seinen Sportwagen steigt und davonbraust.
Am Morgen danach arbeitet Tony in seiner Werkstatt, als Pepper die Treppe herunterläuft. Sie öffnet die Tür mit dem Code und stoppt den Song Institutionalized , sodass Tony sich beschwert: »Stell meine Musik nicht aus.«
»Ich versuche es gleich«, spricht sie ins Telefon.
»Ich gebe Ihnen Bescheid.«
Pepper öffnet den Ordner in ihrer Hand, geht ein paar Schritte Richtung Tony und seufzt. »Tony, du solltest schon um die halbe Welt geflogen sein.«
»Wieso willst du mich von hier vertreiben?«
»Der Flug sollte schon vor eineinhalb Stunden starten.«
»Lustig, ich dachte, da es mein Flugzeug ist, würde es mit dem Start warten, bis ich da bin«, meint er halb ernst, halb witzelnd und konzentriert sich weiter auf sein Auto, an dem er herumwerkelt.
»Tony, wir müssen noch ein paar Dinge mit dir besprechen, bevor du fliegst«, wechselt Pepper das Thema.
»Ja?«, fragt er und schaut sie zum ersten Mal während des Gesprächs an.
»Larry hat angerufen. Er hat einen anderen Interessenten für den Jackson Pollock. Willst du ihn jetzt, ja oder nein? Der Preis ist allerdings sehr überzogen.«
Tony verzieht keine Miene. »Ich will es. Kaufen, einlagern.«
Pepper lächelt, als er an ihr vorbeiläuft. »Schön. Die Rede vor den MIT-Absolventen?«
»Ist im Juni«, erwidert er genervt. »Nerv mich nicht mit Sachen, die noch weit weg sind.«
»Tja, die nerven mich, also sage ich zu«, kontert sie.
»Nein. Du musst es abfangen, nicht an mich weitergeben.«
Pepper hält ihm einen blauen Zettel hin. »Das musst du noch unterschreiben, bevor du fliegst.«
»Warum versuchst du, mich loszuwerden? Hast du was vor?«, fragt er nachdenklich, während er unterschreibt und ihr dann den Espresso aus der Hand nimmt.
»Oh. Du hast Geburtstag, richtig?« Pepper nickt. »Ich hatte es nur nicht auf dem Schirm. Hat dir das Kleid gefallen, was ich dir hinterlassen habe?«, fragt er und trinkt den Espresso in einem Schluck aus.
»Oh, es hat mir sehr gefallen. Sehr geschmackvoll, Tony«, lächelt sie.
»Immer wieder gern, Pep«, sagt er, gibt ihr die Tasse zurück und läuft an ihr vorbei. Sie dreht sich mit einem Lächeln um, um ihm zu folgen.
—In Afghanistan—
Yinsen lacht leise. »Guter Wurf.« Sie spielen Backgammon, wobei sie statt schwarzen und weißen Spielsteinen Muttern und Unterlegscheiben verwenden.
»Sie haben mir noch nicht gesagt, wo Sie herkommen«, merkt Tony an.
»Ich komme aus einer kleinen Stadt namens Gulmira – eigentlich ein ganz schöner Fleck«, erklärt Yinsen leicht lächelnd. »Haben Sie Familie?«, fragt Tony. »Ja. Und wenn ich hier wegkomme, werde ich sie wiedersehen. Und Sie, Stark?«
Einen kurzen Moment schweigt Tony verlegen. Schließlich räuspert er sich.
»Nein«, murmelt er.
»Nein?«, fragt Yinsen nach, und Tony holt tief Luft. »Es … es gibt da eine Frau, sie ist meine Assistentin. Ich weiß noch nicht genau, was das zwischen uns ist. Es ist ... kompliziert.«
Yinsen lächelt. »Liebe ist meistens kompliziert.«
»Stark«, sagt Yinsen mit schwacher Stimme, nachdem der Anführer der 10 ringe ausgeschaltet ist. Tony beugt sich zu ihm und öffnet surrend den Helm seines Anzugs.
»Kommen Sie. Wir müssen hier weg«, drängt er. Er sieht Yinsen vor sich, schwer verletzt, und etwas in ihm zieht sich zusammen. Er soll nicht aufgeben.
»Bitte, Stark.«
»Bewegen Sie sich, wir haben einen Plan, wir müssen uns dran halten!«
»Das war schon immer der Plan«, widerspricht Yinsen leise. Seine Augen sind schon halb geschlossen.
»Sie werden endlich Ihre Familie wiedersehen.« Yinsen atmet schwer.
»Meine Familie ist tot. Ich bin auf dem Weg zu ihnen, Stark.«
Tony presst die Lippen zusammen, und seine Augen glänzen verdächtig.
»Es ist okay ...«, haucht Yinsen. »Es ist okay, ich will es so.«
»Danke, dass Sie mich gerettet haben«, sagt er mit Bedauern in der Stimme.
»Tony ...«, sagt Yinsen, man hört es kaum.
»Mach was draus. Vergeuden Sie Ihr Leben nicht.«
Nach diesen Worten hört er auf zu atmen, und Wut blitzt in Tonys Gesicht auf. Er wendet sich ruckartig ab und läuft seinen Gegnern entschlossen entgegen.
—Wieder zurück—
Tony steigt aus dem Rollstuhl, als sich die Klappe des Flugzeuges öffnet. Er hat eine Schlinge um den Arm und läuft direkt auf Pepper zu, die am Wagen auf ihn wartet.
Sie hat Tränen in den Augen, lächelt ihn aber trotzdem an, als er mit gerunzelter Stirn auf sie zutritt und sie prüfend betrachtet.
»Deine Augen sind ganz rot. Tränen um deinen lang verschollenen Boss?«
Pepper richtet sich ein wenig auf. »Nur Freudentränen. Ich wollte mir keinen neuen Job suchen.«
—Bei der Pressekonferenz—
Als Tony durch die Menge zum Rednerpult läuft und von allen Seiten mit Fragen bombardiert wird, atmet Pepper auf und sieht ihm nach.
»Miss Potts?«, wird sie von einem Mann aus den Gedanken gerissen.
Tony bringt kurz darauf alle dazu, sich hinzusetzen und legt seinen Cheeseburger beiseite.
»Ich konnte mich nie von Dad verabschieden. Ich hätte ihn noch vieles gefragt, ich hätte gefragt, wie er zu dem stand, was seine Firma da macht, ob er im Zwiespalt war, ob er je Zweifel hatte. Vielleicht war er ja haargenau der harte Knochen den wir alle aus der Wochenschau kennen.«
Einige schmunzeln, werden jedoch schnell wieder ernst, als Tony fortfährt.
»Ich sah junge Soldaten ihr Leben verlieren – durch leider genau die Waffen, die sie schützen sollten, die ich entwickelt hab. Und ich habe gemerkt, dass ich ein wichtiger Bestandteil eines Systems bin, das sich daran gefällt, keinem Rechenschaft ablegen zu müssen.«
Ein Murmeln von der Presse ist zu hören und Obadiah runzelt besorgt die Stirn.
»Mr. Stark?« Ein junger Reporter hebt zögernd die Hand. »Ja, Ben?«, ruft Tony ihn auf.
»Was ist da drüben passiert?«, fragt er. Tony steht auf und geht wieder hinter das Pult.
»Mir wurden die Augen geöffnet. Mir wurde klar, dass ich mehr zu bieten habe, als Sachen zu bauen, die doch nur wieder alles in die Luft sprengen. Deswegen werde ich mit umgehender Wirkung die Waffenproduktion einstellen.« Als die Menge aufsteht und sofort anfängt, Fragen zu stellen, muss er laut gegen den Lärmpegel sprechen, während Obadiah versucht, ihn vom Mikro wegzubringen. Doch er fährt unbeirrt fort.
» Stark International Industries wird keine Waffen mehr produzieren. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich entscheide, wie es in Zukunft um diese Firma bestellt sein wird, welchen Weg sie einschlagen soll. Ein Weg, mit dem ich zufrieden bin, mit der Grundlage, dass ich der Menschheit nutzen werde.«
Als Tony durch die Menge läuft, wird er von den Leuten umschwärmt, und Obadiah ergreift das Wort, um sie zu beruhigen.
—Der neue Arc-Reaktor—
»So geht es einer WAFFENFIRMA, die KEINE WAFFEN BAUT!«, brüllt der Sprecher von Mad Money und zerschlägt eine Tasse, woraufhin Pepper ihr Gesicht verzieht.
Auf ihrem Tablet erscheint plötzlich ein Audioanruf von Tony. »Pepper. Wie groß sind deine Hände?« Seine Stimme wird von den weiteren Rufen des Mannes übertönt, also fragt Pepper verwirrt: »Was?«
»Wie groß sind deine Hände?«, wiederholt er.
»Ich versteh nicht, wozu das gut sein...«
»Komm einfach runter. Ich brauch dich.«
Unten an der Glastür öffnet sie diese mit dem PIN und tritt ein. »Hey«, begrüßt Tony sie, als sie zögernd auf ihn zuläuft. Er liegt oberkörperfrei auf einer Liege und hat den neuen Arc-Reaktor in der Hand.
»Zeig mir deine Hände«, fordert er sie auf.
Sie hebt ihre Hände. »Wow, die sind klein«, kommentiert er. »Du müsstest mir kurz helfen ...« Er dreht den neuen Reaktor in seiner Hand. »Oh meine Güte, ist das das Ding, was dich am Leben hält?« Sie starrt entsetzt auf den Reaktor in seiner Brust. »Das war es. Jetzt ist es eine Antiquität. Das hier«, er hält den neuen Reaktor nach oben, »wird mich auf absehbare Zeit am Leben erhalten. Ich hab mir das verbesserte Ding hier eingesetzt und bin dabei ... sozusagen auf ein dummes Hindernis gestoßen.«
»Ein dummes Hindernis? Was hat das zu bedeuten?«, fragt Pepper. »Fast nichts. Ein kleiner Fehlerteufel. Ein Kabel ist unisoliert unter der Einheit und berührt eine leitende Stelle, das erzeugt so eine Art ... wiederkehrenden Kurzschluss.« Er zieht den alten Reaktor samt Kabel mit einem Ruck aus seiner Brust. Pepper wirkt unsicher, als sie ihn entgegen nimmt. »Was ... was soll ich denn jetzt machen?«
»Das kommt auf den Tisch da drüben, es ist... unwichtig.«
»Mein Gott«, sagt Pep und legt den Reaktor ab.
»Du musst hineingreifen und vorsichtig das Kabel rausziehen«, erklärt Tony ihr. »Kann da nichts passieren?«, fragt Pepper ängstlich. »Nein, ist alles ok, ist wie bei Dr. Bibber, es darf nur nicht das Metall berühren, sonst macht es piep.«
»Wer ist Dr. Bibber ?«, fragt sie verwirrt. »Nur ein Spiel. Nicht so wichtig. Einfach nur vorsichtig das Kabel ziehen.« Er betrachtet sie, während sie sich auf das Loch in seiner Brust konzentriert. »Okay? Klasse.«
Pepper will gerade hineingreifen, als sie ihre Hand blitzschnell zurückzieht. »Weißt du, ich glaube nicht, dass ich dafür qualifiziert bin.« Er widerspricht ihr mit den Worten: »Nein, du schaffst das. Du bist die beste, begabteste, qualifizierteste, vertrauenswürdigste Person, die ich je getroffen habe. Du wirst das großartig machen.«
»Na schön ...«, murmelt sie nachdenklich, während Tony weiterredet.
»Traust du dir das wirklich nicht zu, weil ich... ich brauche wirklich deine Hilfe.«
Sie atmet tief durch. »Okay.«
Als sie langsam hineingreift, schließt sie angewidert die Augen. »Oh mein Go ... da ist schleimiger Eiter …!«
»Das ist überhaupt kein Eiter, das ist eine unorganische, plasmaartige Ablagerung, von der Einheit, nicht von meinem Körper«, erklärt Tony entspannt. Sie verzieht das Gesicht. »Es stinkt widerlich!«
»Ja, leider. Der Kupferdraht. Hast du ihn?«
»Ok. Hab ihn.«
»Gut, alles klar.« Bevor er aber weitersprechen kann, durchfährt ihn ein elektrischer Stromschlag und er schreit auf. »Du darfst die Wände nicht berühren, das wollte ich noch sagen ...«
»Tut mir leid ...«, entschuldigt sich Pepper und zieht den Draht ein Stückchen raus. »Stell beim Rausziehen sicher, dass du nicht auch den Magneten ...«
Pepper zieht den Draht mitsamt dem Magneten raus, der vor Schleim tropft.
»... rausziehst. Das war er gerade. Du hast ihn rausgerupft. Na gut, ich lebe noch.« Das Piepen im Hintergrund wird schneller und Pepper streckt panisch die Hände aus. »Oh Gott ... Was soll ich jetzt machen?« Sie macht Anstalten, den Magneten wieder zurückzutun, aber Tony hält sie auf. »Nicht wieder reintun! Bloß nicht wieder rein.« Sie legt ihn beiseite und fragt: »Was ist los?«
»Nichts, ich erleide nur gerade einen Herzstillstand, weil du den Magneten rausgezerrt hast ...«
»WAS? Ich dachte, du hast gesagt, dass nichts passieren kann!«, wirft sie ihm – noch panischer – vor. »Wir müssen uns beeilen, schnell, den musst du austauschen.« Er gibt ihr den neuen Arc-Reaktor, aber bevor sie ihn einsetzt, schaut sie Tony an und sagt, ganz ruhig: »Tony?«
»Hm?«
»Alles wird wieder gut.«
»Hoffen wir's ...«
Als sie sich wieder über ihn beugt, erklärt er: »Steck sie einfach wieder auf die Basisplatine, und Vorsicht ...« Sie steckt das Kabel rein und wieder durchfährt ihn ein Schock. »Jaaaauu!«, ruft Tony und reißt die Augen auf. Pepper tut nun auch den Reaktor dazu und Tony lässt ihn einrasten. »War doch ganz leicht. Hat Spaß gemacht, was?«, grinst er.
Peppers Hände, die sie von sich streckt, sind voller glänzendem Schleim. »Geht's dir gut?«, fragt sie ihn außer Atem. »Ja, ich fühl mich toll. Und du?« Er lacht sie an. Auch Pepper grinst. »Tu das niemals, niemals, niemals, niemals wieder. Bitte mich niemals wieder um so einen Gefallen.« Tony sieht sie lange an. »Außer dir hab ich niemanden.« Zwischen ihnen breitet sich eine unangenehme Stille aus, als sie sich lange in die Augen schauen. Schließlich zieht Tony einen seiner Mundwinkel verlegen nach oben. »Was soll's.« Er setzt sich auf.
»Was soll ich mit dem Ding hier machen?« Sie hält den alten Reaktor in der Hand. »Damit? Zerstören. Einäschern.« Er tippt sich auf den Neuen in seiner Brust. »Willst du es nicht behalten?«
»Pepper, über mich wird viel behauptet. Ein Nostalgiker zu sein, ist nicht dabei.« Als Pepper geht, sieht Tony ihr nach, bis sie nicht mehr zu sehen ist und tippt sich gedankenverloren auf den Reaktor in seiner Brust.
—Proof that Tony Stark has a Heart—
Tony arbeitet gerade am Arm seines Anzugs, als Pepper hereinkommt. Sie stellt ein kleines Paket und eine Tasse mit Kaffee ab. »Ich hab dich angepiept. Hast du das Intercom nicht gehört?«
»Doch, doch. Was?«, fragt er ein wenig abgelenkt.
»Obadiah ist oben.«
Tony richtet sich auf und hebt seinen Arm in die Höhe. »Ich bin gleich bei ihm.«
»Ich dachte, du wolltest keine Waffen mehr bauen«, sagt sie skeptisch, als sie das Gerät um Tonys Arm und Brust sieht.
»Ganz genau. Das ist ein Flugstabilisator. Der ist komplett harmlos.« Als er ihn aktiviert, feuert der Repulsorstrahl ab und schleudert ihn zu Boden. »Das hat mich jetzt überrascht«, kommentiert er trocken.
Nach seinem ersten Testflug, als Tony sich den Kaffee nimmt, fällt ihm erst auf, dass Pepper etwas dagelassen hat. Stirnrunzelnd öffnet er das Paket, auf dem From Pepper steht. In einer kleinen, viereckigen Glasvitrine ist sein alter Arc-Reaktor eingefasst. Der Beweis, Tony Stark hat ein Herz. Tony lächelt. Ich bedeute ihr also doch etwas ...
—Stark-Industries-Benefiz—
Tony unterhält sich gerade mit Coulson, als er Pepper in dem Kleid entdeckt, das er ihr zum Geburtstag geschenkt hat. Er gibt Coulson zustimmend die Hand, ohne überhaupt zu wissen was er ihm angeboten hat und läuft auf sie zu. »Du siehst fantastisch aus, hab dich kaum erkannt. Du trägst das Kleid, das ich dir geschenkt habe!«
»Was machst du denn hier?«, fragt Pepper überrascht.
»Ich fliehe vor der Staatsmacht ... Willst du vielleicht tanzen?«
»Oh, nein«, widerspricht sie.
»Auf geht's«, sagt er trotzdem und zieht sie mit auf die Tanzfläche, wo sie anfangen, sich langsam zu drehen. Es ist Pepper sichtlich unangenehm, sie weicht immer wieder seinem Blick aus.
»Mache ich dich verlegen?«, fragt er da schon. »Nein, nein. Ich hab nur vergessen, Deo zu benutzen, und ich tanze mit meinem Boss ... vor jedem mit dem ich arbeite ... in einem rückenfreien Kleid.«
Sie senkt den Kopf.
»Du tanzt und riechst wunderbar. Wenn es die Situation entkrampft, könnte ich dich feuern«, sagt er, ohne zu zögern.
»Also, ich glaube, du könntest dir ohne mich nicht einmal deine Schuhe zubinden.«
Sie grinst.
»Eine Woche würde ich packen«, sagt Tony zuversichtlich.
»Wirklich?«, fragt sie, wieder lächelnd. »Was ist deine Sozialversicherungsnummer?« Tony schweigt erst, während sie erwartungsvoll abwartet. »Fünf«, sagt er schließlich. »Fünf? Ein paar Stellen mehr hat die Nummer schon.«
»Für die restlichen acht hab ich dich«, erklärt er. Pepper lacht leise. Die beiden schauen sich einen Moment an, bis Pepper verlegen nach unten blickt. »Wollen wir frische Luft schnappen?«, schlägt er vor, woraufhin sie erleichtert aufatmet. »Ja, das wäre wunderbar.«
»Das war total merkwürdig.«
»Total harmlos«, widerspricht Tony.
»Das war alles andere als harmlos. Damit du es weißt.«
»Du hast eine verschobene Perspektive. Wir haben nur getanzt.«
»Wir haben nicht nur getanzt. Das verstehst du nicht, weil du ... eben du bist. Alle Welt weiß, wie du so getickt hast, früher, mit Frauen.«
»Pep. Das war früher, lange her. Ich habe mich verändert. Zum Guten! Das muss dir nicht unangenehm sein, weißt du?«
Sie schauen sich einen Moment stumm an, dann macht Tony einen Schritt nach vorne und legt seine Lippen auf ihre. Pepper schließt die Augen und lehnt sich ihm entgegen, bis sie sich schließlich seufzend voneinander lösen.
"Was ist das zwischen uns?", fragt Pepper leise, während sie Tony in die Augen schaut.
Tony holt Luft, schaut sie mit einem ehrlichen Ausdruck im Gesicht an und beginnt zu erzählen: »Der Mann, der mir geholfen hatte zu fliehen, sagte mir, kurz … kurz bevor er starb, ich solle etwas aus meinem Leben machen. Und es … nicht vergeuden. Das war einer der Gründe, warum ich die Waffenindustrie eingestellt habe, und auch deswegen … möchte ich es mal versuchen. Mit dir. Also ... falls das okay für dich ist. Überleg es dir einfach, okay?«
Pepper starrt ihn ungläubig an. »Ist das dein Ernst?«
»Ja, Pep. Denk einfach mal darüber nach. Gib mir 'ne Chance. Bitte.«
—Ich habe auch niemanden außer dich—
Tony werkelt an seinem Iron-Man-Anzug herum, und als er Pepper bemerkt, die gerade hereingekommen ist, dreht er sich um und geht zu ihr.
»Hey, schlimm, wenn ich dich was holen schicke? Du müsstest in mein Büro gehen, dich in den Hauptrechner hacken und die aktuellen Lieferdaten runterladen. Das hier decodiert die Daten. Damit wird's gehen.«
Er gibt ihr etwas, was einem USB-Stick ähnlich sieht und Pepper sieht es nachdenklich an.
»Wahrscheinlich unter Executive-Files. Falls nicht, liegen sie auf einem verstecktem Laufwerk, dann such die kleinste numerische Benennung.«
»Was hast du mit den Informationen vor, wenn ich sie dir beschafft habe?«, fragt Pepper ruhig.
»Das Gleiche noch mal. Die verkaufen unter der Hand. Ich werde sie aufhalten, ich finde meine Waffen und werde sie vernichten«, sagt er, während er auf einem Gerät rumdrückt.
»Tony ... du weißt, dass ich alles für dich tun würde, aber ich kann dir nicht helfen, wenn du wieder damit anfängst«, sagt Pepper ernst.
»Es gibt nichts anderes mehr. Keine Vernissage mehr. Keine Benefiz-Gala mehr, nichts mehr zu unterzeichnen.«
Er dreht sich zu ihr um, gegen Ende des Satzes wird er immer lauter.
»Nur noch die nächste Mission, nichts anderes sonst.«
Pepper nickt.
»Wenn das so ist, werde ich kündigen.«
Sie wirft den USB-Stick auf den Tisch und wendet sich ab.
»Du warst all die Jahre an meiner Seite, als ich die Früchte der Zerstörung geerntet habe.«
Pepper dreht sich um.
»Und jetzt, da ich die Menschen beschütze, die ich in Gefahr gebracht habe, willst du gehen?«
Für einen Moment schaut er auf den Boden.
»Ich schätze, das heißt, du gibst mir keine Chance.«
»Du bringst dich selbst um, Tony. Ich will … davon kein Teil sein.«
Tony setzt sich, weicht weiterhin ihrem Blick aus und starrt auf seine Hände.
»Ich wäre eigentlich tot. Also gibt es einen Grund, dass ich lebe.
Ich bin nicht verrückt, Pepper. Ich hab nur endlich verstanden, was ich eigentlich tun muss.«
Bei diesen Worten schaut er ihr in die Augen und macht eine lange Pause, bevor er hinzufügt:
»Und ich weiß tief in meinem Herzen, dass es richtig ist.«
Pepper macht einen langen Atemzug, dann geht sie zurück und nimmt den USB-Stick wieder an sich.
»Ich habe auch niemanden außer dich, weißt du?«
—I am Iron Man—
»Iron Man. Hat einen sehr coolen Klang. Technisch gesehen natürlich Quatsch, der Anzug besteht aus einer Gold-Titan-Legierung. Aber ... es wird klar, worum es geht, nicht wahr?«
Phil Coulson kommt auf ihn zu und streckt Tony blaue Karten entgegen, die Tony zögernd annimmt, nachdem er die Zeitung weggelegt hat.
»Hier ist Ihr Alibi. Sie waren auf Ihrer Yacht. Wir haben Hafenpapiere, die belegen, dass Sie in Avalon waren und 50 Aussagen der Gäste.«
»Wie wär's denn, wenn wir sagen, dass Pepper und ich allein auf der Insel waren?« Er grinst Pepper an, die ihm warnend eines seiner Pflaster abzieht.
Coulson sagt nichts dazu, nur: »Das ist passiert. Lesen Sie es vor, Wort für Wort.« Tony schaut sich die Karten an, runzelt die Stirn und fragt verwundert: »Warum steht hier nichts über Stane?«
»Das regeln wir schon. Er ist im Urlaub«, erklärt der Agent. »Privatmaschinen haben ja leider eine sehr hohe Absturzquote.«
»Warum diese dumme Geschichte, dass es ein Bodyguard war?«, fragt Tony skeptisch. »Ist das nicht etwas fadenscheinig?«
»Ich habe schon andere Schiffe geschaukelt, Mr. Stark. Halten Sie sich an die offizielle Version und Sie werden es bald hinter sich haben. Sie haben ...«, er schaut auf die Uhr, »... 90 Sekunden.«
Pepper bedankt sich noch schnell bei Coulson, dann verlässt er den Raum. Sie nimmt sich das Jackett von Tony, und als er sich umdreht, hilft sie ihm hinein.
»Weißt du«, sagt er, »es ist eigentlich gar nicht so übel. Auch wenn ich mich wie Iron Man fühle.« Er steckt sich die Karteikarten zwischen die Zähne, als er durch die Ärmel des Jacketts schlüpft.
»Du bist nicht Iron Man«, widerspricht Pepper schmunzelnd.
»Bin ich wohl«, nuschelt er. »Wenn ich Iron Man wäre ..., hätte ich eine Freundin, die meine wahre Identität kennt und das würde sie fertig machen. Sie würde sich Sorgen machen, ich könnte sterben und doch ...«, er nimmt die Karten wieder in die Hand, »... wäre sie auch stolz auf den Mann, der ich geworden bin. Das würde sie absolut verwirren, wodurch sie selbstverständlich nur noch mehr ... auf mich abfahren würde.« Er grinst verlegen.
Nach einer kurzen Pause räuspert er sich hastig und fährt fort: »Hast du ... hast du darüber nachgedacht, was ich dich gefragt habe?«
»An dem Abend, wo wir getanzt haben? Und uns ... geküsst haben?«, fragt sie. Er nickt.
»Ja. Ja, das habe ich.«
Erwartungsvoll blickt er sie an.
»Ich würde es auch gerne probieren«, sagt sie schließlich, und Tonys Augen leuchten ein wenig auf.
»Du hast keine Ahnung, wie viel mir das bedeutet«, sagt er knapp, legt eine Hand an ihre Taille, beugt sich nach vorne und schließt die Lücke zwischen ihren Lippen. Pepper küsst ihn zurück, schiebt ihn dann aber sanft von sich und sagt mit einem Lächeln: »Du musst los.«
»Und nun wird Mr. Stark eine Verlautbarung vorlesen. Er wird keine Fragen beantworten. Danke sehr«, spricht Rhodey ins Mikrofon.
Tony tritt auf die Bühne und vors Pult.
»Äh ... Ist 'ne Weile her, seit meiner letzten Rede. Ich werde heute lieber nur ablesen.«
Während einige lachen, räuspert sich Tony und legt die Karten vor sich ab.
»Es gibt Spekulationen, dass ich involviert war in die Vorfälle auf dem Freeway und auf dem Dach ...«
Christine Everheart meldet sich und fängt an zu reden, ohne dass sie jemand aufgerufen hat. »Entschuldigen Sie, Mr. Stark, aber erwarten Sie ernsthaft, dass wir glauben, dass es ein Bodyguard in einem Anzug war, der da passenderweise auftauchte und das Schlimmste verhinderte?«
»Ich weiß, das ist schwer zu glauben. Es ist eine Sache, die offizielle Version anzuzweifeln, aber etwas ganz anderes, wilde Anschuldigungen loszulassen oder einfach zu behaupten, ich sei ein Superheld.«
»Ich habe nie gesagt, dass Sie ein Superheld sind.«
»Nicht?«, fragt Tony verwirrt.
»M-m«, verneint sie.
»Sehr gut, weil es abwegig wäre und ... äh ... fantastisch.« Christine hebt skeptisch eine Augenbraue.
»Ich bin ganz einfach nicht der Helden-Typ. Eindeutig nicht. Mit der langen Liste an Verfehlungen und meinen Charakterschwächen, die Ihnen ja bekannt sein sollten ...«, Rhodey geht zu ihm, unterbricht ihn für einen Moment und flüstert ihm ins Ohr: »Lies einfach vor, was da steht.«
Tony nickt. Er hält die Zettel nach oben und holt Luft.
»Die Wahrheit ist ...«
Er löst seinen Blick von den Karten, schaut ins Publikum und legt den Zettel ab. Er verzieht keine Miene, als er sagt:
»Ich bin Iron Man.«