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Avengers – Infinity War (2018) Teil 1

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Avengers – Infinity War (2018) Teil 1

Eigentlich hätte ich das schon viel früher sagen können, aber...

Danke an meine Leser aus dem WhatsApp-Kanal.

Danke an die zwei anonymen sowie an Marvel Spider Girl's Reviews.

Wirklich, die haben mir echt geholfen ❤️

———

—The sun shines on us—

»Den Tesserakt ... oder den Kopf deines Bruders«, fordert Thanos.

»Sicher bevorzugst du eines davon«, meint er mit einem fiesen Lächeln.

»Ja, das tue ich.«

Einen Wimpernschlag lang zögert Loki.

Es wirkt, als würde er kurz schwanken, welches von beiden er wirklich bevorzugt.

Aber schließlich spreizt die Hand in der Luft und der leuchtend blaue Würfel erscheint in seiner Hand.

Ein breites Grinsen erscheint auf Thanos' Gesicht, er lässt Thor los und nimmt den Tesserakt an sich.

Er zertrümmert ihn in seiner Faust, nimmt den Raumstein heraus, legt ihn an die Stelle neben dem Machtstein und die neue Kraft strömt durch ihn hindurch.

»Auf der Erde existieren noch zwei weitere Steine, findet sie«, weist er sein Gefolge an.

Durch ein Portal, erschaffen mit dem neuen Stein, verschwinden sie wortlos wieder auf ihr riesiges Schiff.

»Jemand muss die Avengers auf der Erde warnen«, sagt Thor erschöpft.

Heimdall ist schwer verletzt, aber er schafft es, ein letztes Mal, seine Kraft anzuwenden und Hulk zur Erde zu schicken.

Dieser verschwindet in einem regenbogenfarbenen Strahl.

»Bruder, wieso hast du den Tesserakt mitgenommen? Und ihn jetzt Thanos übergeben?«, beschwert sich Thor bei Loki.

Er hebt abwehrend die Hände.

»Ich konnte einfach nicht wiederstehen. Außerdem habe ich dein Leben gerettet. Hätte ich den Tesserakt behalten, wären wir beide gestorben.«

Plötzlich werden sie von einem grellen Licht geblendet und drehen sich gleichzeitig um.

Ein riesiger Feuerball kommt auf sie zu, abgeschossen vom riesigen Schiff vor ihnen.

Mit einem Hechtsprung reißt Thor Loki mit sich in Deckung, aber keine Chance. Das komplette Schiff explodiert und die beiden schweben im All – die einzigen Überlebenden.

Thor hat Loki nicht losgelassen.

Er hält ihn immer noch am Arm gepackt, obwohl beide fast bewusstlos sind.

Bis sie an die Scheibe von den Guardians of the Galaxy klatschen.

»Ich hätte da mal ne Idee. Wir haben zwei Schiffe und 'ne riesen Ansammlung von Hirnis. Also fliegen Groot und ich mit dem Piratenengel hier und die Hirnis fliegen nach Knowhere und versuchen Thanos aufzuhalten. Cool?«

Rocket schaut Thor fragend an.

»Cool. Nur ... Loki kommt mit uns. Dann sind wir sowieso gleich viele«, erwidert er.

»Aber da sind nur drei Sitze«, wirft Loki ein.

Thor zuckt mit den Schultern.

»Tja, Bruder, dann zaubere dir einen hin oder du sitzt auf dem Boden. Such's dir aus.«

»Also, tote Schwester und Dad, hm?«

Rocket tippt auf einem Bildschirm herum.

Dann dreht er sich zu Loki und Thor um.

Thor nickt.

»Aber eine Mom habt ihr noch?«

»Getötet von einem Dunkelelf.«

»Einen besten Freund?«

»Wurde erstochen.«

Bedrückte Stimmung legt sich über sie.

»Na ja, wenigstens habt ihr noch euch beide«, sagt Rocket.

Thor legt eine Hand auf Lokis Schulter. Dieser ist die ganze Zeit schon still.

»Ich bin mir nicht so ganz sicher, es kommt drauf an, ob ich ihm hier vertrauen kann. Aber in letzter Zeit lief es eigentlich ganz gut. Loki hat mir im Kampf gegen unsere Schwester geholfen.«

»Wieso denkst du, du kannst ihm nicht vertrauen?«, fragt Rocket skeptisch.

»Er war schon zweimal tot.«

»Oh. Ja, das kann nervig sein«, erwidert Rocket.

Loki hebt den Kopf.

»Ich hätte Thanos auf dem Schiff fast angegriffen. Aber etwas hat mir gesagt, dass das keine gute Idee ist. Es könnte sein, dass ich dann durch Thanos Hand gestorben wäre.«

Keiner sagt mehr was, alles ist still. Sogar das Piepen von Groots Konsole ist verstummt.

Aber schließlich räuspert sich Thor.

»Tja, Loki ... ich bin froh, dass du nicht endgültig gestorben bist. Ich hoffe, das bleibt auch erst mal so.«

Rocket macht einen Schritt zurück.

»Oh wow, ein echter Geschwistermoment. Soll ich euch für 'nen Moment allein lassen oder so?«

Da grinst sogar Loki.

»Ob ich dir vertrauen kann, zeigt sich noch. Aber du bist hier, Bruder, und das ist das Wichtigste.«

—Morgan—

Sky ist draußen Bogenschießen üben, als ihre Eltern aus dem Hauptgebäude kommen.

Tony läuft zu ihr und küsst sie kurz auf die Haare.

»Wir sind kurz joggen, Skyle.«

»Ok«, sagt sie und nickt.

»Wir sind nicht lange weg.«

»Du kennst das doch, man hat einen Traum und in dem Traum muss man pinkeln.«

Während Tony und Pepper am Hudson River joggen, versucht Tony ihr irgendetwas zu erklären.

»Ja«, stößt Pepper außer Atem aus.

»Und du denkst: Oh mein Gott, hier ist nirgends 'ne Toilette, was mache ich jetzt? Und ich mache mir gleich in die Hose und ...«

»Ja, und dann wirst du wach und merkst dass du wirklich pinkeln musst«, beendet Pepper Tonys Erklärung.

»Genau«, stimmt dieser zu.

»Ja, sowas kennt jeder«, sagt Pepper. Sie wirkt genervt.

»Richtig, genau darauf will ich hinaus«, fährt Tony fort.

»Denn gestern Nacht ... ich habe geträumt, wir hätten eine zweite Tochter. Es war so real. Wir haben sie nach deinem exzentrischen Onkel benannt, wie hieß der gleich?«

Tony runzelt die Stirn und denkt angestrengt nach. Mittlerweile sind die beiden zum Stehen gekommen.

»Morgan«, fällt es Tony schließlich wieder ein.

»Du bist also aufgewacht und und dachtest ... wir wären ...«

Peppers Gesichtsausdruck ist belustigt, so als hält sie das Ganze für einen dummen Witz.

»... schwanger«, bestätigt Tony ihre Gedanken.

»Nein«, sagt Pepper bestimmt.

Auch als Tony sagt, das der Traum voll real war, Pepper schüttelt den Kopf.

»Hey, Sky hat sich doch schon eine Schwester gewünscht!«

»Das ändert nichts daran, dass ich nicht schwanger bin und es auch nicht sein werde«, zieht sie den Schlussstrich.

Sie werden unterbrochen, als sich direkt neben ein Funken sprühendes Portal öffnet und ein Mann mit Umhang heraustritt.

»Tony Stark, ich bin Doktor Stephen Strange. Kommen Sie bitte mit mir. Wir brauchen Ihre Hilfe. Ohne übertreiben zu wollen, das Universum ist in Gefahr.«

»Universum klingt nach einer großen Sache. Und wer ist eigentlich "wir"?«, fragt Tony.

Bruce erscheint neben Strange, er hat einen ernsten Gesichtsausdruck.

»Hey, Tony«, ist alles, was er sagt.

»Bruce«, murmelt Tony überrascht.

»Pepper«, begrüßt Bruce auch sie.

»Hi.«

Auch Pepper ist überrascht, aber auch besorgt, denn wenn das Universum in Gefahr ist, bedeutet das auch, dass Tony wieder als Iron Man gebraucht wird. Das gefällt ihr nicht.

»Geht's dir gut?«, fragt Tony, während sich die alten Freunde umarmen.

Als Tony wiederholt gebeten wird, mitzukommen, verabschiedet er sich noch von Pepper.

Er gibt ihr noch einen Kuss und sagt: »Pass auf Sky auf.«

Dass der Abschied für eine lange Zeit sein wird, wissen beide nicht.

—Infinity-Stones—

»Jeder Infinity-Stein kontrolliert einen Aspekt der Existenz«, erklärt Wong.

Im Raum schweben fünf Kristalle.

Der blaue leuchtet auf.

»Raum.«

Nun der Rote.

»Realität.«

Der Lilane.

»Macht.«

Dann der Orangene.

»Seele.«

Und zum Schluss der Gelbe.

»Gedanken.«

»Und Zeit«, sagt Strange. Er öffnet mit einer Armbewegung das Auge des Agamotto, in dem ein grüner Stein zum Vorschein kommt.

Nach einer gefühlt endlosen Diskussion kommt Bruce auf den Punkt.

»Fakt ist, wir haben diesen Stein.«

Er deutet auf das Amulett von Strange.

»Wir wissen ganz genau, wo er ist.«

Dann streckt er eine Hand in die Luft.

»Vision ist irgendwo da draußen und hat den Gedankenstein, darum müssen wir ihn so schnell es geht finden!«

Tony verschränkt seine Arme und sagt: »Tja, das ist so ne Sache ... Er hat vor zwei Wochen seinen Transponder ausgeschaltet. Er ist offline.«

»Wer könnte Vision denn finden?«, fragt Strange.

»Cap, nehme ich an. Ich ... rufe ihn an.«

Er öffnet das Prepaid-Handy und wählt Steves Nummer.

»Hey, Cap«, begrüßt er ihn.

»Wir bräuchten deine Hilfe ... wäre es möglich, dass du Vision findest?«

Doch bevor er weitersprechen kann, spüren sie das Beben.

»Hier ist grad irgendwas los, ruf dich später zurück«, sagt er knapp und beendet den Anruf.

—Ein Wiedersehen—

»Bruce! Du bist wieder da!«, ruft Sky, als sie ihn erkennt.

»Woah, du bist in drei Jahren ziemlich gewachsen«, stellt er überrascht fest.

Doch bevor sie sich weiter unterhalten können, hören sie mehrere Stimmen.

Bei ihnen angekommen, erkennen sie Nat, Cap, Sam, Vision und Wanda.

»Ich finde, ihr seht umwerfend aus«, klinkt sich Bruce in das Gespräch ein, und alle Köpfe drehen sich zu ihm um.

Er macht ein paar Schritte in ihre Richtung.

»Ja, ich bin wieder da.«

»Hi, Bruce«, sagt Natasha.

»Nat«, begrüßt er sie.

Die komische Stimmung verfliegt sofort, als Sky neben Bruce tritt. Ihr Blick wandert von einem ihrer Freunde zum anderen.

»Tasha! Du hast blonde Haare«, stellt sie fest.

Natasha lacht, breitet die Arme aus und Sky umarmt sie fest. »Hey Süße. Ja, ich brauchte eine Veränderung.«

»Da ist ja unsere Retterin«, lächelt Steve und schließt sie ebenfalls in die Arme.

»Der Bart passt zu dir«, sagt Sky verlegen lächelnd.

»Oh, danke«, erwidert er überrascht.

»Eure … Retterin?«, fragt Bruce verwirrt.

Während Sky noch Wanda, Vision und Sam begrüßt, erklärt ihm Steve in kurzen Worten, dass die Avengers zerstritten waren und Sky sie dazu gebracht hat, sich wieder zu vertragen.

—Snap—

Thanos ist unbesiegbar.

Wanda zerstört unter Tränen den Gedankenstein in Visions Kopf und plötzlich wird es still.

Die Druckwelle ist verklungen, und nachdem Thanos an Wanda vorbeigelaufen ist, wendet er den Zeitstein an und dreht die Zeit zurück.

Brutal reißt er Vision den Stein aus dem Kopf.

Wandas Angriffe bringen nichts.

Er setzt den Gedankenstein auf die letzte leere Fläche und spürt die Macht durch sich strömen.

Obwohl Thor ihn fast besiegen kann, kann Thanos am Ende doch mit dem Infinity-Gauntlet schnipsen.

Alles wird in gleißendes Licht getaucht.

»Was hast du getan?«, fragt Thor ihn entgeistert und starrt auf Thanos' verkohlte Hand.

Dieser verschwindet schnell durch ein Portal, Stormbreaker landet auf dem Boden.

Schwer atmend schaut sich Steve um und fragt Thor: »Wo ist er hin?«

Aber Thor bleibt still, auch wenn Steve die Frage mehrmals wiederholt.

Loki taucht neben ihnen auf, Thor schlägt ihm freundschaftlich auf die Schulter. »Danke für deine Hilfe im Kampf, Bruder«, sagt er. »Aber wir konnten keinen Sieg erringen.«

Natasha kommt zu ihnen gerannt.

»Hey Leute, was–«, fängt sie an, aber plötzlich löst sie sich in Asche auf und kann nicht weitersprechen.

Immer mehr Kämpfer verschwinden vom Schlachtfeld, T'Challa löst sich in Luft auf, als er Okoye aufhelfen will.

Groot sagt zum letzten Mal »Ich bin Groot«, bevor auch er vom Wind verweht wird.

Währenddessen zerfallen auf Titan nacheinander Mantis, Drax, Star-Lord und Stephen zu Asche.

Nur Tony und Nebula bleiben übrig.

Clint übt mit Lila Bogenschießen, während Laura die Hot Dogs vorbereitet.

Als sie zum Essen ruft, schaut sich Clint nach seiner Tochter um.

Aber von ihr ist nur ein dunkler Schemen aus Asche übrig.

Als er nach seiner Frau ruft und sich umdreht, sieht er, dass auch diese verschwunden ist, ebenso seine Söhne.

Da fühlt er sich plötzlich seltsam und hält die Hände hoch. Seine Fingerspitzen lösen sich langsam auf und die Pfeile fallen herunter.

»Was passiert hie–«

Aber er wird unterbrochen.

Wie seine Familie ist er zu Asche zerfallen.

Kaum sieht Pepper im Fernsehen, wie sich Tausende von Menschen in Asche auflösen, springt sie auf.

Sie schaut aus dem Fenster auf die große Wiese des Compounds. Sky hatte ihr vorhin Bescheid gesagt, dass sie draußen Bogenschießen ist.

Als sie erfahren hatte, dass Tony wieder seinen Job als Iron Man aufgenommen hat, ist sie jeden Tag da draußen.

Aber da hängt nur die Zielscheibe am Baum, in der ein paar Pfeile stecken. Sie wendet sich an Friday.

»Friday? Wo ist Sky? Kannst du sie orten?«

Nein, Mrs Stark. Ich empfange kein Signal mehr von ihr.

Pepper befürchtet das Schlimmste.

Sie setzt sich eine von Tonys Brillen auf, die mit Friday verbunden sind und fragt: »Kannst du mich zu ihrem letzten Standort bringen?«

Natürlich. Sie war gerade Bogenschießen, da ist sie auf einmal in den Wald gelaufen. Ich vermute, dass sie nur einen zu weit geflogenen Pfeil holen wollte.

Während sie sich so wie möglich auf den Weg nach draußen macht, fragt sie verwirrt: »Aber warum kannst du sie dann nicht mehr orten? Das geht doch auch ohne Empfang.«

Sie wird langsam panisch.

Weil sie vergessen hatten, Scout einen GPS-Tracker einzubauen, hatten sie ihr ein kleines Ortungsgerät gegeben, das man sich ganz einfach hinter dem Ohr befestigen kann und das Friday ganz einfach finden kann. Genau für solche Notfälle.

Ich weiß es leider nicht.

Als sie dem Punkt, wo Friday Sky zuletzt orten konnte, näher kommt, sieht sie ihren Bogen und einen Pfeil am Boden liegen.

Ein bisschen weiter weg liegt außerdem ein Kugelschreiber.

Auf dem hellen Holz eines Baumstumpfs und auf dem grünen Gras außenherum erkennt sie ... Asche. Skys Asche.

Peppers Sicht verschwimmt wegen der Tränen und ihre Knie geben nach.

Hier ist ihr letzter Standort , fügt Friday noch hinzu

Da reißt sich Pepper die Brille herunter und fängt hemmungslos an zu schluchzen, während die Ascheflocken vom Wind weggetragen werden.

Sky ist tot.

Tony fasst unter den Helm und drückt einen Knopf, sodass das Innenleben seinen Helms zum Leben erwacht.

»Ist das an?«, fragt er, während ein Scan über ihn flackert.

»Hey Pep.«

Er lehnt sich zurück und stöhnt.

»Wenn du diese Aufzeichnung findest, dann poste ... es nicht auf Social Media. Es wird echt ziemlich schnulzig.

Ich weiß nicht, ob du das hier je siehst, ich weiß nicht mal du oder Sky noch ...«

Seine Stimme versagt.

»Oh Gott, ich hoffe es so sehr.

Heute ist Tag 21 ... Nein, 22. Und mal abgesehen von der existenziellen Angst, die der Ausblick in die unendliche Leere des Alls auslöst, würde ich sagen, ich fühle mich heute etwas besser. Die Infektion ist abgeklungen, dank Schlumpfine dahinten. Oh, du würdest sie lieben. Sehr praktisch veranlagt. Nur ein klitzekleines bisschen sadistisch. Die Brennstoffzellen wurden bei der Schlacht beschädigt. Aber wir konnten die Ionenladung umkehren und uns so noch etwa 48 Stunden Flugzeit rausschlagen. Aber viel gebracht hat's nicht.

Tausend Lichtjahre von dem nächsten Supermarkt. Sauerstoff hält noch bis morgen früh, und das war's dann.

Ich schätze, ich bin nicht so gut im Versprechen halten. Du weißt schon, was ich meine.

Aber es sieht so aus ... Na ja, du weißt, wie's aussieht. Sei nicht traurig deswegen.

Ich bin nur ein wenig enttäuscht, dass ich mich von Sky kaum verabschiedet habe. Ich habe ihr gesagt, wir sind nicht lange joggen, und jetzt bin ich fast einen Monat weg. Und bald ... bald für immer.«

Er seufzt leise.

»Ich ... ich sollte mich hinlegen, die Augen zu machen«, sagt er schwach.

»Ich will, dass du weißt, wenn ich einschlafe, wie jede Nacht in letzter Zeit, es geht mir gut. Es geht mir wirklich gut. Ich hab von dir geträumt. Ich träume immer von dir.«

Dann schaltet er den Helm aus legt sich hin.

Unten auf der Erde bekommt Friday die Nachricht und berichtet Pepper davon.

Jetzt bin ich allein , denkt sie, während ihr leise ein paar Tränen über die Wangen laufen. Für etwas anderes hat sie keine Kraft mehr, nachdem sie schon so viele Tränen wegen Sky vergossen hat.

Captain Marvel bringt das Schiff sicher zur Erde zurück, wo Pepper, Steve, Rhodey, Bruce und Wanda schon warten.

Steve rennt vor und stützt Tony.

»Ich konnte ihn nicht aufhalten.«

»Ich auch nicht«, erwidert Steve.

Dann ist auch Pepper bei Tony angelangt.

»Oh mein Gott«, sagt sie mit zitternder Stimme und umarmt ihn.

»Ist ...«, fängt Tony seine Frage zu Sky an, aber Steve findet nicht, dass jetzt der richtige Moment ist, also unterbricht er ihn.

»Wir müssen dich reinbringen, Tony. Du solltest dich hinsetzten.«

»Thanos hat … fünfzig Prozent aller Lebewesen ausgelöscht«, sagt Steve ernst.

Die Avengers sind alle versammelt, sogar Loki ist dabei. Das Team ist ihm mittlerweile nicht mehr so kritisch eingestellt, seitdem Thor ihnen von Lokis Hilfe im Kampf gegen Hela und Thanos erzählt hat. Sie behalten ihn aber im Blick.

»Ist Sky ...«, setzt Tony wieder an, doch da erscheint auf dem Holoscreen vor ihm das Bild seiner Tochter.

Mit ihren strahlenden verschiedenfarbigen Augen lächelt sie ihn an.

Tonys Gesichtszüge entgleisen, und er sackt zusammen.

Um seine Tränen zu verbergen, vergräbt er sein Gesicht in seinen Händen und murmelt unverständliche Worte.

Plötzlich hebt er den Kopf, reißt sich den Schlauch vom Arm und versucht ruckartig, aufzustehen, er möchte zu Pepper. Doch obwohl Rhodey versucht, ihn zu stützen, bricht er nun komplett zusammen.

—Broken—

Pepper und Tony sind in das fertige Haus am Kensico Lake gezogen. Es war kurz vor dem Kampf mit Thanos und dem „Snap” fertig, und Sky hatte keine Gelegenheit mehr, es anzuschauen.

Draußen grasen Lamas und an der Stelle, die Sky vorgeschlagen hatte, hängt eine

Reifenschaukel.

An einer Wand hängen viele eingerahmte Bilder. Die beiden haben sich richtig viel Mühe gegeben und so etwas wie einen Zeitstrahl mit Fotos von Sky gemacht.

Die meisten Bilder wurden von Jarvis oder Friday aufgenommen, aber manche auch mit einem Handy.

Angefangen mit Skys Geburt am Anfang der Wand, dann folgt die erste Entdeckung ihrer Augenfarben, ein Selfie, auf dem die drei als Familie während des Sonnenuntergangs am Strand sitzen, Tony, wie er sie hochhebt und sich mit ihr im Kreis dreht, als sie ihre ersten beiden Wörter spricht, und wie sie zum ersten Mal läuft. Sky mit einer funkensprühenden Wunderkerze in der Hand, Sky, wie sie Natasha kennenlernt, Tony mit Sky auf dem Arm, als Sky zum ersten Mal Tonys »I love you to the sky« erwidert, und Tony, wie er Sky über die Schulter wirft, um sie ins Bett zu bringen. Sky in ihrem Iron-Girl-Anzug, wie sie versucht, Mjölnir zu heben, Sky, wie sie mit Lila zum ersten Mal Bogenschießen probiert, Sky, wie sie Wanda umarmt, als sie sich kennenlernen, ein Gruppenfoto mit allen auf Skys Einschulungsparty. Dann Sky neben Tony, Vision, Rhodey und dem Holoscreen mit dem Rest der Avengers, als sie versucht, ihnen bei der Streitlösung zu helfen. Und schließlich Sky, wie sie sich im Wald in Georgia staunend umsieht. Zum Schluss ein Foto, auf dem Sky den gespannten Bogen auf der Wiese des Compounds in der Hand hält.

Wenn man von einer Seite zur anderen läuft, ist es, als würde man ihr ganzes Leben in ein paar Sekunden wiedererleben.

———

»Du bist außergewöhnlich. Außergewöhnliches Aussehen, außergewöhnliches Wissen, außergewöhnlicher Vater. Außergewöhnliche Familie ... So nennst du die Avengers, richtig?«

»Was wollt ihr von mir?«, zischt das rotbraunhaarige Mädchen den riesigen Mann vor ihr an.

Das, was einem an ihr zuerst auffällt, sind aber nicht ihre Haare. Es sind ihre Augen.

Eines ist strahlend blau, das andere rehbraun.

Wenn sie einen anschaut, fühlt man sich so, als würde sie einem direkt in die Seele schauen.

Sie sitzt an einen Stuhl gefesselt und kann sich nicht rühren.

»Was wir von dir wollen? Du weißt nicht einmal, wer wir sind.«

Das Mädchen reckt das Kinn nach oben.

»Klar weiß ich das. Denkt ihr, ich bemerke das nicht, nur weil ich acht bin? Meine Lehrerin hat gesagt, ich bin hochbegabt, das wusstet ihr wohl nicht.«

»Oh doch, das habe ich tatsächlich mitbekommen«, sagt der mysteriöse Mann.

»Aber, bitte, wenn du es so gut weißt, dann sag mir, wer wir sind, Hochbegabte .«

Ihr Blick verdüstert sich.

»Ihr seid Hydra.«