LNCrawler

2019 (Teil 2)

Daughter Of Iron, Powers Of A Spider — www.fanfiktion.de · All chapters

2019 (Teil 2)

Ey, mein räumliches Vorstellungsvermögen wurde für dieses Kapitel echt stark beansprucht. Der ganze Aufbau des Hauses, wo der Eingang ist, die Zimmer, wo genau die Szenen aus dem Film spielen, welche Bilder es zum Haus überhaupt gibt, was dieser Raum ist wo Wände und Decke nur aus Glasfenstern bestehen, der wurde nämlich nur ganz wenig gezeigt – ich habe zuerst vermutet, dass es ein Wintergarten ist und dann habe ich mir gedacht, das ist eher Tonys Werkstatt, weil er auch mit Morgan über eine Garage spricht, dabei ist da nirgendwo eine.

Hab auch ChatGPT gefragt (Ich habe meinem ChatGPT übrigens den Namen F.R.I.D.A.Y. gegeben) und sie hat auch gesagt, dass es Tonys Werkstatt ist.

Ich musste das alles wie ein Puzzle zusammenfügen, es war anstrengend,  aber es hat sich gelohnt, jetzt kann ich wenigstens in meinen Gedanken wirklich durch das Haus laufen und weiß, wo alles ist und kann es auch richtig beschreiben – bzw. Sky kann alles richtig beschreiben.

Und wessen räumliches Vorstellungsvermögen bei den Beschreibungen im Kapitel (oder jetzt von meiner chaotischen Erklärung) überfordert ist, bei den Links vor dem Steckbrief am Anfang der Geschichte habe ich einen Grundriss, den ich selbst gezeichnet habe, angefügt. (Der war auch schwer, eine Stunde lang habe ich versucht ein Problem zu lösen, habs auch geschafft, aber die Details erpare ich euch, ist sowieso schlecht zu erklären)

———

—Hydras Fall—

Einen ganzen Monat lang habe ich meine Fähigkeiten entwickelt und trainiert. Ich habe dem Team den Stützpunkt beschrieben und auch ein bisschen gezeichnet, damit sie es sich besser vorstellen können, zumindest das, was ich dort unten gesehen habe.

Außerdem zeige ich ihnen den Weg dorthin. Was ich zwar nur mit Scout schaffen kann, aber trotzdem.

Und durch den Lift nach unten kommen wir auch nur mit der Schlüsselkarte, die ich ja mit den Notizbuch mitgeschickt habe, damit ich sie nicht verliere.

Meine Aufgabe wird es sein, den Strom auszuschalten. Den kompletten Strom. Ich brauche keine Nachtsichtbrille, aber die anderen bekommen alle eine.

Dann haben wir gegenüber den Hydra-Mitgliedern einen riesen Vorteil. Ich soll auch schauen, ob die Spinne, die mich gebissen hat, noch da ist, Bruce will sie untersuchen.

Und ich habe einen Agentenanzug bekommen, so einen wie von Tasha.

Nur ohne Waffen natürlich. Er musste extra für meine Größe angepasst werden, es gab ja vorher noch keine Agenten, die so klein sind wie ich.

Ich habe auch eine Mütze dazu bekommen, auch wenn meine Haare schon ein bisschen gewachsen sind in den letzten Wochen, finde ich es angenehmer so.

Bruce hat herausgefunden, dass mein Wandklettern wirklich mit Bioelektrizität funktioniert.

Und wir haben mit Gewichten getestet, wie stark ich bin. Ich kann einfach 5 Tonnen heben! Das ist echt krass! Aber Bruce hat gesagt, wenn ich älter werde, könnte sich das noch verdoppeln.

Dabei sind 5 Tonnen längst genug.

Jede Nacht träume ich davon, Mom und Dad wiederzusehen. Ich würde am liebsten jetzt sofort in einen Quinjet springen und sofort zu ihnen fliegen.

Aber Steve hat recht. Ich darf sie nicht in Gefahr bringen.

Das würde alles viel schlimmer machen.

Du musst nur noch Hydra besiegen, dann kannst du zu ihnen , sage ich mir immer.

Wir – Wanda, Steve, Sam, Bucky, Thor, Loki, Bruce und ich sitzen im Jet.

Bruce wird hier drin bleiben, damit wir sofort wegfliegen können, falls etwas nicht so klappt wie es soll.

Außerdem möchte er nicht kämpfen. Und Hulk auch immer noch nicht.

Er landet an der Straße, bei der ich gewartet hatte, bis ein Auto kommt.

Wir gehen hinaus und ich weise Scout an, uns zu der Stelle zu führen, wo ich am 14. September gewesen bin.

Ein Hologramm erscheint über ihm und zeigt uns den Weg.

Loki beobachtet Scout aufmerksam.

»Hast du diese Drohne selbst gebaut?«

Ich nicke.

»Mit Dad. Wir waren mal bei einem Ausflug in New York City und dann waren da auf einmal so viele Menschen, da wurde ich mitgezogen und plötzlich habe ich Mom und Dad nicht mehr gesehen.

Dad musste voll lang als Iron Man nach mir suchen, weil ich keine Ahnung hatte, wo ich war. Danach hatte Dad die Idee zu einer Drohne, die mir den Weg zeigen kann, wenn ich mich noch mal verlaufe.

Ohne Scout hätte ich viel länger gebraucht, um einen Weg zurückzufinden.

Hier im Wald sieht alles gleich aus.«

»Das ist erstaunlich.«

»Danke. Weißt du, Loki, ich kann mir gar nicht vorstellen, dass du böse bist. Dazu bist du zu freundlich. Auch wenn du schuld daran bist, dass Dad fast in dem Loch im Himmel stecken geblieben ist.«

Sprachlos und mit offenem Mund schaut er mich an.

»Ich bemühe mich«, sagt er schließlich.

»Ich habe viele Fehler gemacht, das kann ich nicht mehr ändern. Aber ich kann versuchen, es jetzt besser zu machen. Aber vielen Dank, dass du mir deine Meinung mitgeteilt hast.«

Ich lächle.

»Bist du jetzt eigentlich ein Avenger?«, frage ich interessiert.

»Das musst du den Captain fragen, ich weiß es nicht.«

Ich drehe mich um.

»Steve, ist Loki ein Avenger?«

»Noch nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden«, antwortet er, nachdem er kurz überlegt hat.

»Dann sind wir die einzigen zwei, die keine Avengers sind, Loki.«

Er zuckt mit den Schultern.

»Ich denke nicht, dass ich ein Avenger werden könnte. Dazu sind meine Schandtaten zu groß. Aber du wirst bestimmt bald zum Team gehören. Ohne dich würden wir dem Hydra-Stützpunkt gar nicht finden. Außerdem bist du mutig und schlau. Bei mir denken alle, ich würde sie austricksen, wenn ich freundlich bin.«

Er klingt traurig.

»Hey, dann musst du sie einfach davon überzeugen, dass du sie nicht austrickst! Ich denke, du kannst auch zum Team gehören, sie müssen dir nur vertrauen«, sage ich freundlich.

»Okay, ich ... werde es versuchen. Vielen Dank.«

»Gerne.«

Ich bin froh, ihm helfen zu können.

»Wir sind da«, flüstere ich.

Es ist nicht besonders schwer, die Stelle zu finden, wo der Lift ist, ich weiß noch ungefähr, wo er war.

Nachdem wir viel Laub weggeschaufelt haben, kommt eine gut getarnte Platte zum Vorschein, ich halte die Schlüsselkarte darüber und sie wird gescannt, sodass nach ein paar Sekunden der Lift aus dem Boden fährt.

Wir passen sogar alle zusammen rein, nur muss ich dazu an der Decke hängen.

»Fall bloß nicht auf uns drauf!«, warnt Sam.

Wir erreichen die einzige Etage, und die Avengers schleichen aus dem Lift.

Ich klettere weiter an der Decke, und mache mich auf den Weg zum Stromgenerator.

Steve gibt lautlose Anweisungen.

Ich habe keine Ahnung, was die Aufgaben von den anderen sind, Steve sagte, es wäre besser, wenn ich es nicht weiß.

Ich rufe Scout, der jetzt einen Platz an meinem Anzug hat, und er findet mithilfe von Scans die Quelle vom Strom.

Steve folgt mir.

Dort angekommen, lasse ich mich leise von der Decke fallen und schaue mich um. Keiner hier, außer Steve und mir.

Die Klappe vom Generator geht ganz leicht zu öffnen.

Ich schalte jeden Knopf um, sodass der komplette Strom ausgeht und ins Dunkeln getaucht wird.

Steve schlägt den Generator mit deinem Schild kaputt, damit es nicht wieder angeschaltet werden kann und wir machen uns auf den Weg zum Labor.

Ich höre Stimmen immer lauter werden und Leute durcheinander rufen.

Sie haben den Stromausfall bemerkt.

(Natürlich, so was ist ja auch offensichtlich.)

Beim Labor öffne ich mit der Karte die Tür, gebe sie an Steve weiter und gehe hinein.

Steve sagt noch: »Pass auf dich auf!«, dann macht er sich auf den Weg zur Zentrale, den Weg dorthin habe ich ihm vorher schon beschrieben.

Zielstrebig gehe ich auf das Terrarium mit der giftigen Spinne. Das Loch wurde anscheinend nicht bemerkt, denn es ist immer noch da.

Ich gehe in die Knie und schaue unter den Tisch. Zuerst sehe ich nichts, aber ich schaue noch einmal genauer hin.

Da liegt die Spinne! Ich lege sie in das kleine Plastikkästchen, das mir Bruce gegeben hat und tue es in eine Seitentasche meines Anzugs.

Hydra hat wahrscheinlich wegen dem Chaos, das ich verursacht habe, das Fehlen von ihr überhaupt nicht bemerkt.

Aber sie haben ja auch keine Ahnung von meinen Kräften.

»Ich hab die Spinne«, teile ich den anderen wieder mit.

»Okay, also raus da und warte beim Lift auf uns!«, weist Steve mich an.

Also gehe ich wieder heraus und die Tür schließt sich hinter mir.

Jemand kommt plötzlich von rechts angerannt, ich denke schon, auf mich zu, aber er sieht mich in der Dunkelheit gar nicht.

Ohne mich zu beachten, läuft er an mir vorbei.

Mein Herz schlägt so laut, ich erwarte schon, dass er sich gleich umdreht, weil er es hört.

Ich springe wieder an die Decke und mache mich auf den Rückweg.

»Keine Alleingänge, geht das klar?«, fragt Steve streng, wie als hätte er meine Gedanken erraten.

»Na gut«, murre ich.

Meine Aufgabe war so langweilig !

Pötzlich schlägt dieses Piepen in meinem Kopf an und eine Taschenlampe blendet mich.

»Hey, wer bist du? Komm von der Decke runter!«

Ich bewege mich schneller an der Decke entlang und versuche wegzukommen.

Das schrille Piepen wird wieder laut und mit meinen schnellen Reflexen kann ich der Kugel auszuweichen.

Den Knall höre ich erst danach.

Okay, das habe ich mir nicht unter 'nicht langweilig' vorgestellt.

»Von wem kam das?«, fragt Bucky.

»Von mir«, flüstere ich.

»Ich war wirklich auf dem Weg zurück!«, verspreche ich.

»Aber irgendwer hat mich gesehen.«

»Ich komme zu dir«, sagt Bucky.

Noch ein Schuss ertönt.

»Komm sofort runter da!«

Also lasse ich mich langsam von der Decke fallen.

»Du bist so klein wie ... Bist du Sky?«

Ihm steht der Mund offen, als er in dem hellen Lichtstrahl meine verschiedenfarbigen Augen erkennt.

»An alle, Sky Stark ist wieder aufgetaucht! Ich bin an der Kreuzung neben dem Labor!«

»Sie kommen alle her!«, flüstere ich.

»Dann kommen wir zu dir. Ihr einziges Ziel scheinst du zu sein. Bleib dort, dann sind alle an einem Fleck, dann müssen wir sie nicht suchen«, sagt Steve.

Der Mann versucht nach mir zu greifen, aber ich weiche aus.

Ich klettere die hohe Wand wieder hoch, aus der Reichweite des Mannes.

Er hebt wieder seine Waffe, aber jemand anderes ruft: »Nicht schießen! Sie darf nicht verletzt werden!«

Und plötzlich sind 20 Leute hier und umkreisen den Boden unter mir.

Viele Stimmen rufen durcheinander und alles verschwindet im Chaos.

»Wie hängt sie an der Decke?«

»Weiß ich auch nicht!«

»Hat sie Superkräfte?«

»Kann sein!«

»Ist sie alleine hier?«

»Keine Ahnung!«

»Wie bekommen wir sie da runter?«

»Sehe ich so aus als könnte ich auch da hoch?«

Ich senke meine Stimme zu einem Flüstern, das wird jetzt bei der Lautstärke eh keiner mitbekommen.

»Sie sind alle zusammen bei der Kreuzung in der Nähe vom Labor, ihr müsst von allen Richtungen kommen.«

»Verstanden«, kommt eine Antwort.

»Bucky und Sam von rechts, Thor und Loki von links, Rhodey und Wanda von hinten und ich von vorne«, weist er das Team an.

Und dann bricht die Hölle los.

»Bist du verletzt, Sky?«, ruft Steve, aber ich verneine.

Unter mir wird plötzlich gekämpft, und ich kann nur hilflos hier oben hängen, dabei kann ich das auch nicht ewig.

»Du kannst runterkommen«, sagt Steve nach einer Weile.

Im ganzen Flur verteilt liegen gefesselte Hydra-Mitglieder.

»Sind das alle?«, fragt er mich.

»Oder gibt es jemanden wie einen Chef, der hier nicht ist?«

Ich lasse meinen Blick über alle Gesichter schweifen, aber mir fällt schnell auf, wer fehlt.

»Der 'Boss' fehlt. Er ist echt groß und fies. Er ist wahrscheinlich in der Zentrale. Wart ihr da schon?«, frage ich.

»Nein, wir wurden ja wegen der Sache hier abgelenkt. Bring uns dorthin, du kennst dich besser aus. Und Sam, du bleibst hier und schaust, dass keiner versucht sich zu befreien und du rufst die Polizei, damit sie alle einsammeln kann.«

Bei der Zentrale angekommen öffnet Steve mit der Karte die Tür.

Der 'Boss' steht mit dem Rücken zu uns, als wir reingehen, er beobachtet die Kameraübertragungen.

Lächelnd dreht er sich um.

»Na, sieh mal einer an! Unsere Geheimwaffen sind zu uns zurückgekehrt! James Barnes, Wanda Maximoff und Sky Stark. Seid ihr hier, um uns endgültig zu besiegen?«

»Allerdings«, knurrt Bucky.

Der Mann macht einen Schritt zurück und drückt einen Knopf.

Zwischen uns erscheint eine durchsichtig schimmernde Wand.

Ich strecke vorsichtig meine Hand aus, berühre es mit meinen Fingerspitzen und zucke sofort zurück, als mich ein kurzer Stromschlag durchfährt.

Bucky versucht es mit seinem Metall-Arm zu durchbrechen, aber auch das funktioniert nicht, genau so mit Steves Schild.

»Ein Kraftfeld«, murmelt Wanda.

Es ist unmöglich, ihn zu erreichen.

Der Mann sieht unsere verblüfften Gesichter und lacht nur.

Ordentlich faltet er seine Hände und fängt an mit Reden.

»So dumm wie der Rest von Hydra bin ich nicht! Sie sind in die Falle geraten ... Aber mich werdet ihr nicht in die Finger krieg–«

Verwirrt unterbricht er seinen Satz. Er hat plötzlich Handschellen um.

»Ach, wirklich?«, ertönt Lokis spöttische Stimme.

Unter grünem Leuchten erscheint er neben dem Mann und nimmt ihm die Fernbedienung für das Kraftfeld aus der Hand.

Ich werfe einen Blick hinter mich.

Da steht die Illusion von Loki, die sich gerade auflöst.

Mit einem Knopfdruck schaltet er das Feld aus.

Sofort bringen wir ihn zu den anderen Gefangenen, wo Sam wartet.

Er sucht mit seiner Infrarotbrille noch nach Hydra-Mitgliedern, die sich vielleicht versteckt haben.

Aber alle sind hier.

Nacheinander bringen wir alle nach oben in den Wald, was ziemlich lange dauert, aber schließlich ist es geschafft und wir laufen durch den Wald zurück zum Jet, wo schon die Polizei wartet, sie nehmen die Gruppe entgegen.

Die Polizisten sollten die Avengers ja eigentlich festnehmen, aber wir haben ja die meistgesuchten Verbrecher gefunden.

Da wäre es schon ziemlich fies, gleich uns UND Hydra festzunehmen, wenn sie Hydra ohne uns nie gefunden hätten. Also, zumindest glaube ich, dass das der Grund ist.

Was ich eigentlich sagen will: Hydra ist endlich besiegt und wird niemanden mehr wehtun. Nie mehr.

—We're Avengers!—

Wieder im Avengers Compound ruft Steve uns alle – sogar mich! – zu einer Besprechung zusammen.

Aufgeregt sitze ich an dem langen Tisch zwischen Loki und Wanda.

Steve sitzt am Kopf ende und erhebt das Wort.

»Sky, du hast bei deiner ersten Mission – oder soll ich sagen, deiner ersten mit uns, eigentlich hattest du davor ja schon eine alleine, als du geflohen bist – sehr viel Mut gezeigt. Du bist ein großes Risiko eingegangen, noch einmal dorthin zurück zu gehen, wo du eineinhalb Jahre festgehalten wurdest.

Außerdem hätten wir ohne dich Hydra nie wieder gefunden und endgültig besiegen können.

Loki, auch dir schulden wir unseren Dank. Du hast den Boss von Hydra mit deiner Illusion ausgetrickst, was zu unserem Sieg gegen Hydra führte. Ich will nicht darüber nachdenken, was passiert wäre, hätte er uns in eine Falle locken können.«

Er geht mit seinem Blick von Wanda zu Rhodey und Bucky und Sam und Thor.

»Wir mussten nicht sehr lange überlegen, aber wir haben uns dazu entschieden, dass ihr von nun an ... zu den Avengers gehört. Herzlichen Glückwunsch.«

Ich reiße überrascht die Augen auf und schaue zu Loki.

»Wir sind Avengers!«

Loki nickt, er scheint sich zu freuen, auch wenn er das nicht so wie ich zeigt.

Ich stupse ihm mit dem Ellenbogen in die Seite.

»Ich hab dir gesagt, du kannst auch einer werden.«

—Clues—

Steve hat mir gesagt, dass ich mit zum Gericht muss, um als Zeugin auszusagen. Bucky und Wanda auch.

Über meine Superkräfte soll ich nichts sagen, genau so wie von der Spinne.

Sie lief echt super, der Richter hat uns drei geglaubt und für ganz Hydra ist das Urteil lebenslängliche Haftstrafe. Für den Boss sogar im Raft, das für solche Leute gemacht ist. Seinen Namen wollte er übrigens nicht verraten.

Wieder am Avengers Compound kommt Bruce auf mich und Steve zu.

»Ich habe etwas zu der Spinne herausgefunden.«

Im Labor zeigt er auf einen Bildschirm. Ich habe keine Ahnung, was diese Werte bedeuten, aber Bruce erklärt es sowieso.

»Das, was man hier sieht, ist dein Blut, deine DNA, Sky. Und es ist das Blut von der Spinne.«

Steve sieht geschockt aus, aber ich muss das erstmal verarbeiten.

»Sky, wurde dir dort Blut abgenommen?«, fragt Steve ernst.

Ich nicke.

»Sogar öfter, sie haben gesagt, dass sie das machen, um meine Gesundheit zu überprüfen.«

Steve wirft einen Blick zu Bruce. Dieser schaut mich ernst an.

»Sky, sie haben dir das Blut abgenommen, um diese Spinne zu erschaffen. Das ist der Grund, warum dich das Gift nicht getötet hat. Und wahrscheinlich auch dafür, dass du diese Superkräfte bekommen hast. Jeder andere, der von dieser Spinne gebissen worden wäre, wäre sofort gestorben.«

»Na dann hab ich ja Glück gehabt«, erwidere ich mit einem Schulterzucken.

»Aber ... wisst ihr, wie die Spinne heißt? Sky Spider. Das stand auf dem Schild. Also ... war das nicht nur auf ihre Flügel bezogen, sondern auch auf mich ?«

—Lonely Home—

»Hey Tony, wäre es okay wenn ich mal bei euch vorbeikomme?«

Steve hat gerade Dad angerufen und versucht es irgendwie hinzubekommen, dass er zu ihm fliegen kann, ohne dass er sagen muss, dass ich mitkomme.

Ich höre Dad nicht sprechen, aber Steves Gesichtsausdruck wirkt nicht sehr positiv.

»Ja, es ist wirklich sehr wichtig«, sagt er gerade.

Nach einer langen Pause verabschiedet er sich: »Okay, bis dann!«

Er legt auf.

»Wir können ihn noch nicht besuchen.

Sie machen gerade eine Europareise.

Er hat gesagt, sie sind im Januar wieder zurück.«

Enttäuscht lasse ich den Kopf hängen.

Wieso gerade jetzt?!

»Hey, hätte ich ihm gesagt, dass du lebst, wäre er richtig aufgewühlt deswegen, weil er nicht direkt her kann und so, das musst du verstehen.«

Ich nicke.

Ich verstehe es ja.

Aber wer versucht mich hier bitte daran zu hindern, meine Eltern wiederzusehen? Das Universum?

»Aber Tony hat gesagt, ich könnte bei ihnen ein- und ausgehen wann immer ich will, er hat hier einen Zweitschlüssel dagelassen. Wenn du möchtest, können wir mal dorthin fliegen und dann kannst du dich schon auf sie einstellen, wenn du dir die Hütte vorher ansiehst.

Wie wäre das?«

»Na gut.«

Besser als nichts.

»Möchtest du alleine rein oder sollen wir mitkommen?«

Wir fahren gerade zum Haus, mit dem Jet hat der Flug nicht sehr lange gedauert, ungefähr eine Stunde. Außer Steve und mir ist noch Wanda mitgekommen, ich habe sie darum gebeten.

»Alleine«, sage ich leise.

»Hey, alles ist gut«, sagt Wanda und nimmt meine zitternde Hand.

»Bestimmt ist es dort richtig schön.«

»Aber was, wenn ich kein Zimmer habe, weil sie denken ich bin tot?«

Zögerlich steige ich aus und drehe mich zu Wanda und Steve um. Aber sie nicken mir ermutigend zu. Steve hat mir den Schlüssel gegeben. Verkrampft halte ich ihn in meiner Faust, sodass er schmerzhaft in meine Handfläche sticht.

Aber schließlich wende ich mich dem Haus zu. Es ist wunderschön und passt perfekt in diesen Wald.

Mir fällt die Schaukel auf, die an dem Baum am Ufer hängt.

Da wo ich es mir gewünscht habe.

Ein Tierlaut ertönt.

Ich laufe ein wenig um die Hütte herum und da stehen Lamas.

Da stehen Lamas!

Sie haben sie wirklich geholt.

Tränen schießen mir in die Augen, und ich habe nicht mal die Varanda betreten.

Ich gehe zu einem Lama hin und streichle es vorsichtig. Das Fell ist total flauschig und meine Hand versinkt darin.

Dann gehe ich auf die Veranda zu, werfe noch einen Blick zurück zum Auto und sehe, wie Steve »Los!« mit den Lippen formt und Wanda lautlos

»Du schaffst das!« spricht.

Da habe ich mehr Mut und gehe die Stufen hoch.

Ich laufe bis zum Ende, biege um die Ecke und da ist die Tür. Wenn man aus der Tür rausgeht, kann man eine kleine Treppe nach unten laufen und auf den See blicken.

Links neben der Tür steht ein kleiner Tisch mit zwei Stühlen, daneben die Tür nach drinnen.

Zitternd schließe ich auf und öffne die Tür vorsichtig.

Ich mache das Licht an und schließe die Tür hinter mir. Rechts neben mir ist die Küche und links ein Kamin mit Couch davor.

Dahinter ist ein Bücherregal und davor ein Tisch, darauf ist eine gläserne Platte.

Ich berühre sie vorsichtig.

»Friday?«, versuche ich.

Guten Tag, Miss Sky. Was kann ich für dich tun?

Sie hat meine Stimme erkannt!

Weiß sie, dass ich für tot gehalten werde?

»Bin ich tot?«

Ja, du bist bei dem Snap mit der Hälfte der Lebewesen gestorben.

Okay, daran erkennt man, dass KI's nicht unbedingt so schlau sind, wie sie alle halten.

»Aber wenn ich tot wäre, könnte ich nicht mit dir sprechen, oder?«

Da hast du gewissermaßen Recht. Vielleicht kannst du es mir erklären, Miss Sky?

»Ich wurde entführt und bis September festgehalten, ich konnte fliehen«, erkläre ich knapp, Friday ist sowieso nicht für Gefühle geschaffen, da reicht es, wenn ich es so formuliere.

Dann freut es mich zu hören, dass du wieder da bist! Soll ich eine Nachricht an Mr. Stark schicken, damit er davon erfährt?

»Nein, bitte nicht. Wenn er nach Hause kommt, wird er es selbst sehen.«

Verstanden. Sonst noch etwas?

»Nein, danke.«

Viel Freude beim Erkunden des Hauses.

»Danke.«

Gerne.

Hinter dem Tisch sind große Glasfenster, dahinter kann man in Dads Werkstatt sehen, die erkenne ich sofort. Es kribbelt in meinen Fingern, so lange habe ich nicht mehr gebastelt. Aber ich schaue lieber zuerst weiter das Haus an. Wenn Dad wieder da ist, kann ich ja mit ihm was bauen.

Rechts geht eine Treppe nach oben, daneben geht ein Gang zu einer Tür, die in irgendeinen Raum führt.

Ich schaue kurz rein, aber es ist nur das Bad.

Oben ist wahrscheinlich nur das Schlafzimmer von Mom und Dad, aber ich gehe trotzdem nach oben.

Das erste, was mir auffällt, sind die vielen Fotos, die an der langen Wand hängen.

Von mir. Nur von mir.

Das erste Bild bin ich nach meiner Geburt, das letzte vor zwei Jahren, wo ich meinen Bogen in der Hand halte.

Für jedes Jahr gibt es immer ein oder zwei Fotos, bis auf die letzten zwei Jahre.

Und als ich in den ersten Raum gehe – bis auf die kleine Toilette daneben, sehe ich, dass es das Schlafzimmer von Mom und Dad ist.

Jedes Mal, wenn sie schlafen gehen oder aufstehen, laufen sie an meinen Bildern vorbei.

Und es ist wie, als würden sie mein ganzen Leben betrachten.

Tränen schießen mir in den Augen.

Sie wollen mich nicht vergessen.

Ich versuche mich ein wenig zu beruhigen und öffne ich die Tür des Zimmers gegenüber.

»Wooow ...«, hauche ich.

Das ist mein Zimmer, das erkenne ich sofort.

Dunkelblaue Wände und das ganze Zeug, was vorher in meinem Zimmer war.

Mein Iron-Girl-Anzug steht in einer Ecke in einer Glasvitrine.

Aber dieses Zimmer ist ...

Ich liebe es.

Es sieht sogar gar nicht eingestaubt aus, wie als würde Mom hier öfters putzen.

Hoffen sie, dass ich zurückkomme?

Als letztes gehe ich in den Raum direkt neben der Treppe auf der anderen Seite, schalte das Licht an und sehe mich um. Warte ... für wen genau ist dieser Raum?

Da steht ein Gitterbett mit rosa Plüschtieren darin, an der Wand darüber hängt ein M♡ in roten Holzbuchstaben.

Schränke mit Spielzeug stehen im Raum.

Das ist nicht das, was ich glaube, dass es ist.

Sag mir nicht ...

Sag mir nicht, ich habe eine Schwester.

Wie heißt sie?

Wie sieht sie aus?

Wie alt ist sie?

Tausend andere Fragen schießen mir durch den Kopf, während mir Tränen übers Gesicht laufen.

Ich kann das nicht ... ich überlebe das nicht.

Die Schwester, die ich mir gewünscht habe, wurde geboren UND ICH WAR NICHT DABEI.

Aber gleichzeitig durchströmt mich eine unglaubliche Vorfreude und Aufregung, dass ich fast glaube, platzen zu müssen.

Namen mit M ..., wie heißt sie?

Maria? So wie meine Großmutter?

Mia?

Maya?

Mila?

Madison ...?

Die Frage geht mir nicht aus dem Kopf, also gehe ich schnell die Treppe nach unten zum Tisch.

»Friday?«, frage ich mit zitternder Stimme.

»Habe ich eine Schwester? Wie heißt sie?«

Ja, du hast eine Schwester namens Morgan Howard Stark.

Sprachlos lasse ich mich auf den Stuhl fallen.

Ich habe eine Schwester. Morgan. Morgan ist der schönste Name, den ich mir für meine Schwester vorstellen kann.

Irgendwo müssen doch Fotos von ihr sein. Ich suche im Wohnzimmer und in der Küche, da werde ich auch fündig. An einer Seitenwand von einem Schrank neben dem Kühlschrank ist eine Collage mit Familienfotos, aber es ist noch viel Platz frei.

Familienfotos ohne mich.

Aber ganz viele mit Morgan. Sie hat braune Haare und rehbraune Augen wie Dad.

Sie ist das niedlichste Baby was ich je gesehen habe und so wunderschön.

Auf den Bildern ist sie nicht älter als ein Jahr.

Ein Jahr habe ich mit ihr verpasst.

»Wird sie mich überhaupt als ihre Schwester ansehen?«, murmle ich und eine weitere Träne tropft von meiner Wange auf den Boden.

Ich habe alles angeschaut, aber jetzt, wo ich wieder rausgehe, kommen mir wieder die Tränen. Ich fange an zu weinen und falle Wanda in die Arme.

»Ich habe eine Schwester«, schluchze ich.

»Was?«

Wanda wischt mir die Tränen von den Wangen.

»Ja ... sie heißt Morgan und ich habe ein Jahr mit ihr verpasst!«

»Oh ...«

Wanda macht nichts außer mich im Arm zu halten und über den Rücken zu streichen, aber das ist auch alles, was ich gerade brauche.

»Denkst du, sie wird mich als ihre Schwester ansehen?«

»Bestimmt«, antwortet Wanda.

»Tony und Pepper haben ihr ganz sicher viel von dir erzählt.«

»Meinst du?«, schniefe ich.

Wanda lächelt und nickt.

—Memory—

Mein zweites Silvester ohne Mom und Dad.

Und ohne Morgan.

Ich habe mich schon daran gewöhnt eine Schwester zu haben, auch wenn ich sie noch nie gesehen habe.

Am 5. Januar kommen sie zurück.

Nur noch fünf Tage, dann sehe ich sie wieder. Das ist mein einziger Gedanke, während die anderen feiern und schon runterzählen.

»Fünf! - Vier! - Drei! - Zwei! - Eins!«

Bei Null beglückwünschen sich alle, nur ich bleibe still.

Ich sehe hoch, als Wanda sich neben mich setzt und mir eine Wunderkerze in die Hand drückt.

Sie zündet sie an und die Funken beginnen zu tanzen.

Plötzlich taucht eine Erinnerung in meinem Kopf auf, ganz schwach, aber schließlich sehe ich sie klar vor mir.

Das muss bei einem Silvester gewesen sein, wo ich ein Jahr alt war, da habe ich ganz viele Wunderkerzen angezündet. Um 0 Uhr habe ich laut »Boom!« gerufen.

Und als ich eingeschlafen bin, habe ich im Halbschlaf ein wenig mitbekommen, wie Dad mich reingetragen hat und ich in meinem neuen Zimmer aufgewacht bin.

Nur für mich selbst flüstere ich:

»Boom«, und muss lächeln.