Avengers – Endgame (2023) Teil 1
Avengers – Endgame (2023) Teil 1
Sky mit 14:
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—Second Chances—
»Sagst du Morgan und Sky Bescheid, dass das Mittagessen in fünf Minuten fertig ist?«, höre ich Moms Stimme von unten. Dann Dads Antwort und die Tür. Er ist wohl zuerst rausgegangen, um Morgan zu holen.
Perfekt. Gerade habe ich meine Recherche zu sämtlichen Superhelden dieser Welt beendet. Ey, dafür habe ich mehr als eine Woche gebraucht! Aber es hat sich gelohnt. Ich weiß jetzt alles über so ziemlich jeden. Ich habe Aufnahmen von Friday und Jarvis gesehen, im Internet recherchiert und Kameraaufnahmen gehackt.
Das Einzige, wovon ich nicht so viel weiß, ist von den Guardians of the Galaxy, da habe ich nur die Aufnahmen von Dads Interface bei dem Kampf im Weltall, und das ist nicht viel. (Außerdem weiß nicht, wer diese Gamora ist.)
Die anderen beiden, von dem ich wenig Infos bekommen habe, sind Thor und Captain Marvel.
Thor hat mir manches über Asgard erzählt und die Sachen über New Mexico und London habe ich im Internet gefunden.
Über Carol Danvers gab es S.H.I.E.L.D.-Akten, die ich hacken konnte, aber da gab es auch nicht so viele Infos.
Aber sonst weiß ich tatsächlich fast alles , wie als hätte ich Filme davon geschaut oder wäre dabei gewesen.
Ich war es einfach leid, nicht zu wissen, wovon die Avengers reden, wenn sie über so etwas reden und dass Dad mir einfach nichts erzählen wollte.
Ich gehe schon mal runter, dann muss Dad nicht mehr nach mir suchen.
»Ich decke den Tisch«, biete ich an und schaue kurz aus dem Fenster. Da steht Morgan mit dem Helm von meinem Iron-Girl-Anzug auf.
Ich muss lächeln. Sie darf ihn manchmal anziehen, weil er ihr jetzt passt.
Als ich mit Tischdecken fertig bin, kommt Dad mit Morgan auf dem Arm aufs Haus zu.
Da höre ich, wie Autotüren zuschlagen und schaue aus dem Fenster.
Da sind Steve, Wanda und ein dritter Mann, den ich als Scott Lang alias Ant-Man erkenne. Ohne meine Recherche hätte ich mich bestimmt nicht an ihn erinnert, das ist ja sieben Jahre her oder so.
Aber warum sind sie hier? Das sieht nicht so aus, als wollen sie uns nur besuchen.
Kurz darauf kommt Morgan wieder rein, Dad nicht. Ich höre, wie sie auf der Veranda miteinander sprechen, und möchte aus rausgehen, aber Mom hält mich zurück.
»Lass sie mal, ich denke, das ist wichtig.«
»Ich kann auch bei Wichtigem dabei sein«, wiederspreche ich, öffne die Tür und gehe zu ihnen.
Wanda umarmt mich, haucht ein »Hi« und Steve nickt mir zu. Sie sind still, irgendetwas Wichtiges liegt in der Luft.
Scott starrt mich kurz an. »Du bist … Sky?«, fragt er.
Ich nicke.
»Darf sie ...«, fängt er an und fuchtelt mit den Händen herum, um zu fragen, ob ich hier zuhören darf.
Dad schaut mich kurz an und nickt. Ich sehe, wie er seine sarkastische Fassade aufbaut, wie immer, wenn es ernst ist und er vor etwas Angst hat.
Jetzt will ich wirklich wissen, worum es geht. Was ist passiert? Aber ich frage nicht laut, sondern höre nur deren Unterhaltung weiter an.
»Die Quantenfluktuation kollidiert mit der Planck-Skala, und dann gilt das Deutsch-Theorem. Sind wir uns soweit einig?«, sagt Dad und reicht Steve und Scott was zu Trinken.
»Einfach ausgedrückt heißt das: Du kannst nicht mehr nach Hause.«
»Ich konnte«, widerspricht Scott.
»Nein, du hast zufällig überlebt. Dafür stehen die Chancen eine Milliarde zu eins. Und daraus macht ihr jetzt ...«
Dad schaut Scott an.
»Wie nennst du das?«
Verlegen schaut Scott hin und her.
»Einen … einen Zeitsprung?«
Dad lächelt so, als würde er das alles für einen Witz halten.
Einen Zeitsprung? Zeitreisen? Aber das ist doch unmöglich!
»Richtig, Skyle, das ist unmöglich«, stimmt Dad mir zu, und da merke ich erst, dass ich das laut ausgesprochen habe.
»Die Steine sind in der Vergangenheit. Wir können zurückreisen und sie in die Gegenwart bringen«, erklärt Steve.
»Meint ihr, dass wir dann alle zurückholen könnten?«, frage ich ungläubig.
»Oder es noch schlimmer machen als es schon ist«, fügt Dad hinzu.
»Kann ich mir nicht vorstellen«, sagt Steve.
»Wie auch immer, große Hoffnungen helfen nicht, wenn ich keinen logischen, handfesten Weg finde, ihn sicher durchzuführen, diesen sogenannten ...«
Dad schaut wieder zu Scott.
»Zeitsprung. Das wahrscheinlichste Resultat wäre unser kollektives Ableben.«
Scott macht einen Schritt nach vorne und wird richtig euphorisch.
»Nicht, wenn wir genauestens die Regeln der Zeitreisen befolgen. Das bedeutet, nicht mit sich selbst reden, in der Vergangenheit, keine Sportwetten abschließen ... «
Dad hebt die Hand. »Ich darf dich da gleich unterbrechen, Scott«, sagt er und beugt sich zu ihm und hebt skeptisch eine Augenbraue.
»Erzählst du mir, allen Ernstes, dass dein Plan, das Universum zu retten, auf Zurück in die Zukunft basiert?«
»Nein«, sagt Scott und schüttelt den Kopf.
»Gut. Ich machte mir schon Sorgen, weil es Schwachsinn ist. So funktioniert Quantenphysik nämlich nicht.«
Aber … was wenn es möglich ist? Dann könnten wir alle zurückbringen! Tasha, Clint, Lila …
Diese Möglichkeit, die besteht, sollte man sie nicht ergreifen? Am Ende würde es funktionieren und wir haben es nicht einmal versucht.
»Dad! Wenn es möglich sein könnte, dann müssen wir was tun! Was ist mit Tasha und Clint und seiner Familie und dem Rest der halben Menschheit?«
Mir kommen die Tränen, als ich wirklich realisiere, was das bedeuten könnte.
Dad schaut mich ernst an. Kurz scheint er zu zögern, als er meine Tränen sieht, aber sagt schließlich: »Wir haben etwas getan. Und jetzt sind wir hier.«
Aber …
Bevor ich noch etwas einwenden kann, versucht Scott es noch einmal.
»Ich weiß, du setzt eine Menge aufs Spiel. Du hast eine Frau, zwei Töchter … Aber ich habe einen sehr wichtigen Menschen verloren. Genau wie viele andere. Und jetzt, JETZT haben wir eine Chance sie wieder zurückzuholen, alle wieder zurückzuholen und du sagst mir du wirst dir nicht mal die–«
»Richtig, Scott, werde ich nicht.«
Scott starrt ihn fassungslos mit offenem Mund an. Und da sieht man in Dads Gesicht, was er wirklich fühlt. Die Angst, wieder zu verlieren, uns zu verlieren.
»Ich kann nicht.«
Ich öffne gerade den Mund, um etwas sehr Wichtiges einzuwerfen, da kommt Morgan zu Dad und klettert auf seinen Schoß.
»Mommy hat gesagt, ich soll dich retten«, sagt sie.
»Sehr gut. Hast mich gerettet«, sagt Dad und legt für einen kurzen Moment legt er seinen Kopf auf ihre Schulter. Das erinnert mich daran, als ich Mom vor Killian 'gerettet' habe. Nur dass Dad hier nicht gerettet werden muss!
»Ich wünschte, ihr hättet mich um etwas anderes gebeten, irgendwas anderes«, seufzt er und steht auf.
Dad geht wieder zurück, legt mir eine Hand an den Rücken, damit ich mitkomme, aber Steve hält ihn auf.
»Tony, wir verstehen das, wirklich. Aber das ist eine zweite Chance. Die zweite Chance.«
Dad schaut ihm in die Augen. »Ich habe meine zweiten Chancen bei mir, Cap. Ich kann sie nicht riskieren.«
Er schaut noch mal Steve, Wanda und Scott nacheinander an, dann sagt er: »Wenn ihr nicht über die Arbeit redet, könnt ihr zum Essen bleiben.«
Dann geht er wieder rein. Ich warte, bis die Tür zu ist und schaue die drei an.
»Dad hat Angst. Ich kann noch mal versuchen, ihn zu überreden, aber ich kann nichts versprechen. Ich würde euch so gerne helfen.«
»Danke, Sky«, sagt Steve.
Ich habe mit Dad immer noch nicht geredet, ich wollte das machen, wenn alles still ist und Morgan im Bett liegt.
Nachdem sie ins Bett gebracht wurde, wollte ich nach unten gehen, aber …
Sie sitzt da. Auf der Treppe. Ich sehe Dad nicht, aber er hat sie noch nicht bemerkt, weil er gerade mit Friday spricht.
Reflexartig legt sich mein Anzug um mich, ich werde unsichtbar und der Silent Mode wird angeschaltet.
Obwohl ich gar nichts gesagt hab. Das ist zwar keine unmittelbare Gefahr, vor der Eve mich schützen müsste, aber na ja. Jetzt muss ich wenigstens nicht leise sein.
Ich setze mich hinter Morgan auf die Treppe und sehe, was Dad da macht. Er hat eine Möbius-Schleife erstellt und Friday berechnet gerade etwas.
MODEL SUCCESSFUL
Warte, was bedeutet das? Muss anscheinend ziemlich wichtig sein, sonst wäre Dad nicht so schockiert. Er lässt sich auf den Stuhl fallen, legt die Hand erst auf den Mund und breitet dann die Arme aus.
»Shit!«
Ich versuche, die Daten zu lesen, aber ich verstehe es nicht. Hat das was mit den Zeitreisen zu tun?
»Shit«, wiederholt Morgan. Ich muss lachen, und bin froh, dass mich die beiden nicht hören.
Dad dreht sich zu ihr um, legt den Finger an die Lippen und schüttelt den Kopf.
»Warum bist du denn noch wach, little Miss?«, flüstert er.
»Shit«, sagt Morgan wieder und ignoriert seine Frage.
Sie streckt den Kopf ein wenig nach oben und grinst niedlich.
»Nein, das sagen wir nicht. Nur Mommy darf dieses Wort sagen. Sie hat's erfunden, es gehört ihr.«
Wieder muss ich grinsen. Diese Lüge ist nur zu witzig.
»Warum bist du noch auf?«, fragt Morgan zurück. Ich drücke mich an ihr vorbei und laufe zum Hologramm. Ich kapier immer noch nichts, egal wie lang ich dieses Teil anschaue.
Dad deutet auf das Hologramm und sagt: »Na, weil hier superwichtiger Shit abläuft, was denkst du denn?«
Morgan guckt ihn böse an.
»Genau, Dad, das ist Moms Wort«, stimme ich ihr zu. Sie hören mich sowieso nicht.
»Nein, ich denk nur über was nach, ich denk nur über was nach«, antwortet er und starrt nachdenklich auf den Boden.
»Worüber, über Fruchteis?«, fragt Morgan neugierig,
Dad schaut wieder hoch, es fühlt sich so an als würde er mir genau in die Augen schauen, aber dann ist der Moment vorbei, er guckt zu meiner Schwester und nickt.
»Das ist Erpressung. Und das Wort gibt's wirklich.«
Er steht auf und fragt: »Welche Sorte?«
Morgan steht auch auf, er nimmt sie an die Hand und sie laufen um die Ecke.
»Zwei Doofe, ein Gedanke. Fruchteis war genau das, worüber ich ...«
Er dreht sich noch mal um und betrachtet das Modell.
»... nachgedacht habe.«
Sie gehen in die Küche.
»Eve, was bedeutet dieser Möbius-Strip?«, frage ich.
Der Möbius-Streifen zeigt, dass Zeitreisen durch Quantenphysik möglich sind. Wenn man an einem Punkt startet, kann man sich über den Streifen bewegen und genau dort wieder ankommen, wo man begonnen hat, ohne die Zeitlinie zu verändern.
Mein Herz fängt wie wild an zu klopfen.
Fast hätte ich genau wie Dad reagiert. Es ist möglich! Jetzt muss ich ihn nur noch überreden, dass wir Steve und Scott und der ganzen Welt auch helfen.
Ich folge den beiden nach oben, um Dad abzufangen und stecke meinen Kopf in Morgans Zimmer.
»Erzähl mir eine Geschichte«, fordert Morgan.
»Eine Geschichte? Es war einmal eine Maguna, die ging ins Bett. Ende.«
»Das ist eine voll doofe Geschichte«, beschwert sie sich.
»Komm schon, das ist deine Lieblingsgeschichte«, behauptet Dad, beugt sich vor und küsst sie auf die Stirn.
»Love you, Tons.«
Morgan lächelt, streicht sich das Haar aus dem Gesicht und sagt: »I love you 3000.«
Ich muss zugeben, das ist extrem süß. Extrem süß.
Fast genauso süß wie unser 'I love you to the sky'.
Dad lächelt. »Wow«, haucht er.
Dann steckt er sich das Eisstäbchen in den Mund, steht auf und macht das Licht aus. Ich weiche zurück, damit ich nicht im Weg stehe, wenn er rausgeht.
»3000? Das ist ja irre!«, flüstert er.
Bevor die Tür zugeht, sagt er noch: »Schaf jetzt, oder ich verkaufe alle deine Spielsachen.«
Ich höre noch ihr leises Kichern, dann ist die Tür zu.
Als Dad mit Mom spricht, will ich mich zuerst nicht einmischen.
Bis Dad Mom unterbricht.
»Ich habs gelöst. Nur so nebenbei. Wegen Zeitreisen.«
»Was?«, fragt Mom überrascht.
Kurz ist es still.
Mom senkt den Kopf. »Wow. Das ist unglaublich und … erschreckend.«
»Stimmt.«
Dad setzt sich zu ihr und Mom legt ihre Hand besorgt auf seine.
»Wir hatten sehr viel Glück.«
Dad nickt.
»Ja, ich weiß.«
»Sehr viele andere nicht.«
»Nein, ich kann nur nicht jedem helfen.«
»Irgendwie scheinst du es aber doch zu können«, sagt sie sanft.
»Nicht wenn ich aufhöre«, sagt er und schaut Mom ehrlich an.
Sie seufzt leise.
»Ich könnte es lassen, hier und jetzt. Und aufhören.«
Er meint es wirklich ernst. Wirklich!
»Tony, zu versuchen, dich von etwas abzuhalten, war einer der wenigen Fehler meines Lebens«, sagt Mom.
Dad schmunzelt, wird aber schnell wieder ernst.
»Irgendetwas sagt mir, ich sollte das ...«, er schaut zum Hologramm, geradewegs durch mich hindurch, »in eine Kiste sperren und im See versenken. Und ins Bett gehen.«
Vorsichtig nickt er und seine Augen glänzen. Ich erkenne Sorge in seinen Augen.
Mom legt ihre Hand auf seinen Arm und schaut ihn mit einem leichten Lächeln an.
»Aber, … würdest du denn auch Ruhe finden?«
Ich zerstöre nur ungern diesen Moment, aber ich muss jetzt auch mal was dazu beitragen.
»Darf ich auch noch was dazu sagen?«, frage ich und der Anzug verwindet in meinen Ringen.
Mom legt sich ihre Hand ans Herz.
»Du solltest das doch nicht mehr zu Hause machen!«, sagt sie erschrocken.
»Sorry.«
Dann schaue ich zu Dad.
»Wenn Zeitreisen mit dem Möbius-Strip-Modell funktionieren, dann können wir die anderen nicht einfach ohne es allein lassen.«
Dad scheint nicht überrascht, dass ich es mitbekommen habe.
»Als ich noch bei Hydra war und ihr dachtet, ich wäre beim Snap gestorben, hättest du dann nicht sofort zugestimmt, wenn sie mit dieser Idee gekommen wären? Nur weil du uns beschützen willst, heißt das nicht, dass ich – oder wir – dieselbe Meinung haben. Wir können die Hälfte der Menschheit wieder zurückbringen, und es hängt von dir ab, Dad. Und wenn du es nicht machst, fliege ich zum Avengers Compound und helfe ihnen trotzdem. Ich weiß ja jetzt, wie der Möbius-Strip funktioniert.«
Okay, nicht so gut wie Dad. Dad versteht es viel besser, ich weiß es nur. Aber wenn mein weniges Wissen der halben Menschheit helfen würde, würde ich es trotzdem versuchen.
Dad schaut mich einen Moment lang nachdenklich an. Dann nickt er langsam.
»Okay. Ich werde ihnen helfen. Unter einer Bedingung: Du bleibst hier und bringst dich nicht in Gefahr.«
—A Step back—
»Okay, so richtig bereit bin ich dafür nicht«, sagt Scott zögernd.
»Ich schon«, sage ich.
Seit ein paar Tagen ist Dad nicht mehr zu Hause aufgetaucht, deswegen habe ich vermutet, dass sie schon daran sind, alles vorzubereiten.
Trotz Dads Bedingung bin ich hergeflogen, weil ich unbedingt dabei sein will und sich Zeitreisen extrem spannend anhören. Ich konnte einfach nicht mehr stillsitzen und hab mich schließlich rausgeschlichen.
Bisher hatten sie mich nicht bemerkt. Wobei Bruce nicht mehr nach Bruce vor zwei Jahren aussieht. Seit wann kann Hulk plötzlich T-Shirts tragen und wie ein Mensch sprechen?
»Darf ich es bitte machen?«
»Hat Tony es dir erlaubt?«, fragt Rhodey zurück.
»Dad weiß nicht einmal, dass ich hier bin. ABER ich darf wahrscheinlich bei eurer Mission, die Steine zu holen, nicht dabei sein, weil es "zu gefährlich" ist.«
Ich zeichne Gänsefüßchen in die Luft und verdrehe ein wenig die Augen.
»Aber ich möchte unbedingt einmal in die Vergangenheit reisen. Und die Chance dazu habe ich nicht mehr, wenn die Pym-Partikel leer sind.«
»Okay«, sagt Rhodey. An seinem Blick merke ich, dass er weiß, dass ich mich nicht umstimmen lasse.
»Aber wenn Tony fragt: Wir sind nicht schuld.«
»Danke«, sage ich. Dann wende ich mich an Bruce.
»Was ist eigentlich mit dir passiert?«
»Sky, du wirst von der Zeitverschiebung gleich ein bisschen durcheinander sein«, sagt Hulk/Bruce.
»Keine Sorge deswegen.«
Ich nicke.
»Wo schickt ihr mich hin?«, frage ich neugierig.
»Dorthin, wo du möchtest. Such dir was aus«, sagt Rhodey.
Ich brauche nicht lange überlegen.
»Als wir bei den Bartons waren. Vor Ultron.«
Ich stehe auf der gläsernen Plattform und warte auf den Startschuss. Ein paar von den Avengers, die schon da sind, stehen dabei.
Wo Dad ist, hab ich keine Ahnung, aber ist besser so, er würde die Geräte sofort alle ausschalten.
Obwohl ich schon vierzehn bin, und schon lange kein Kind mehr.
Bruce drückt an den Geräten vor ihm herum.
»Okay, Sky. Wir starten in drei ...«
Der Helm fährt über meinen Kopf.
»Zwei ... Eins!«
Die Maschine unter mir erwacht zum Leben und ich werde eingesaugt.
Es fühlt sich echt komisch an, zu schrumpfen.
Mein kompletter Körper protestiert dagegen. Na ja, verständlich, immerhin fühlt das sich so an, als würde er in Stücke gerissen und wieder zusammengefügt werden. Und das öfter als einmal. Immer und immer kleiner werde ich.
Auf einmal ist alles bunt um mich herum, dann schwebe ich wie durch ein Spinnennetz mit Dunkelheit um mich herum, dann biege ich in einen Tunnel ab und ...
Lande auf der Veranda vom Haus der Bartons.
Keuchend stehe ich da.
Meine Schreie verklingen und ich schaue mich erschöpft um.
Vor einem Fenster bleibe ich stehen und gucke hinein. Da stehen alle. Tasha. Clint. Seine Familie.
Mir kommen die Tränen. Da entdecke ich mein seches Jahre altes Ich.
Es fühlt sich komisch an, mich selbst zu sehen, und dann auch noch in so winzig .
Alles in mir will sofort da reinlaufen und Tasha und Clint umarmen, aber ich muss mich zwingen, mich zurückzuhalten.
Weinend beobachte ich, wie Lila Tasha in die Arme springt und ich mich mit Lila unterhalte.
Ich muss was mitnehmen, zum Beweis, dass es funktioniert, fällt mir ein.
Auf einem kleinen Tisch der Veranda liegen ein paar Pfeile von Clint. Da wird es wohl kaum auffallen, wenn einer fehlt. Ich nehme mir einen.
Plötzlich fängt das Gerät an meinen Hangelenk an zu piepsen und ich schaue noch einmal zu Clint und Tasha.
Wir werden euch retten, verspreche ich ihnen still, noch eine Träne rollt über meine Wange und schon bin ich wieder in der Halle vom Avengers Compound.
»... sie sofort zurück!«, höre ich Dad's drohende Stimme.
»Ist ja gut, ist ja gut. Sie ist da, siehst du?«, beruhigt Bruce ihn.
Dad dreht sich um, sieht mich und stürzt die Treppen nach oben. Er umfasst mein Gesicht mit seinen Händen und schaut mich verzweifelt an.
»Mach das nie wieder, hörst du?«
Er dreht sich zu den anderen um.
»Was, wenn es nicht funktioniert hätte? Was wenn sie 2015 stecken geblieben –«
Ich lege ihm eine Hand auf die Schulter.
»Dad«, sage ich ruhig.
»Ich bin da. Es hat funktioniert. Weißt du, wieso?«
Nach einer kurzen Pause sage ich: »Ich habe auf deine Idee vertraut. Auf dich. Und deswegen bin ich wieder hier.«
Dann muss ich kurz grinsen.
»Und übrigens, wäre ich steckengeblieben, hättest du mich nicht verloren. Nur würde es mich doppelt geben mit acht Jahren Altersunterschied.«
Ich halte den Pfeil hoch, um nich einmal zu zeigen, dass es wirklich geklappt hat.
Dann kommen mir wieder die Tränen.
»Ich habe sie gesehen. Tasha. Clint. Und seine Familie. Ich hoffe, ihr werdet alles dafür tun, um sie wieder zurückzubringen.«
Dad legt mir einen Arm um die Schultern und drückt sie aufmunternd.
»Darauf kannst du wetten.«
»Also, wir haben einen Plan. Sechs Steine, drei Teams, ein Versuch.
Vor fünf Jahren haben wir verloren. Wir alle. Wir haben Freunde verloren. Familie. Einen Teil von uns selbst. Heute haben wir die Chance, das alles zurückzuholen. Ihr kennt eure Teams und eure Mission. Holt die Steine, bringt sie zurück. Eine Zeitreise für jeden. Keine Fehler. Kein zweiter Versuch. Die meisten von uns gehen an Orte die sie kennen, das heißt nicht, dass wir wissen was uns erwartet. Seid vorsichtig. Achtet aufeinander. Das ist der Kampf unseres Lebens. Und wir werden gewinnen. Was es auch kostet. Viel Glück.«
Es muss ziemlich spannend sein, da oben zu stehen und gleich etwas sehr Wichtiges zu machen, wovon das Leben von so vielen abhängt.
Tja. Ich kann nur hier stehen und warten. Auch wenn es nur ein paar Sekunden dauern wird.
»Hey Steve, hast du die Rede vorher geschrieben oder haust du das einfach so raus?«, rufe ich und grinse.
Steve schaut kurz zu mir, bleibt aber still. Es ist wirklich ernst.
Ich habe die Aufgabe, das Gerät vor mir zu bedienen, Bruce hat mir alles erklärt, während die erst mal ihre Anzüge herstellen mussten.
Und da stehen alle im Kreis.
Dad, Steve, Bruce und Scott – das Team, das nach New York geht, um den Raum-Stein, Gedanken-Stein und Zeit-Stein zu holen.
Thor und Rocket, die nach Asgard für den Realitäts-Stein gehen.
Und Nebula, Rhodey, Sam und Bucky, die nach Morag und Vormir reisen, um den Macht- und Seelen-Stein zu bekommen.
Loki und Wanda bleiben mit mir hier – aus dem einzigen Grund, dass es nicht genug Pym-Partikel gibt.
Bucky hat den Jet der Guardians of the Galaxy in der Hand, und Rocket wiederholt, dass er darauf aufpassen soll.
»Bis gleich«, sagt Sam und grinst.
Ich schalte es an – und alle verschwinden von der Plattform.
»Schon irgendwie komisch. Gleich sind sie wieder da, verbringen aber Stunden in der Vergangenheit«, sage ich kopfschüttelnd.
Zehn Sekunden später tauchen sie wieder auf.
»Haben wir alle?«, fragt Bruce.
»Heißt das, es hat echt funktioniert?«, fragt Rhodey.
»Bucky, wo ist Sam?«, fragt Steve.
Jetzt fällt es mir auch auf. Bucky steht alleine da, mit schmerzerfülltem Gesicht und geballter Faust.
Alle Gesichter werden traurig.
»Er ...«, fängt Bucky an, bricht aber mit zittender Stimme ab.
»Er hat sich für den Stein geopfert«, sagt er schließlich.
»Ich hätte es sein müssen. Aber ... aber er hat gesagt, Steve ...«
Bucky schaut Steve mit glänzenden Augen an.
»Er hat gesagt, Steve braucht mich. Und dass ich Steve brauche.
ICH hätte es sein müssen!«, sagt er am Ende laut.
»Wer ... wer ist der Mörder von so vielen Menschen? Wer?«, fragt er leise und sinkt zu Boden.
Steve hilft ihm auf und umarmt ihn lang.
Nach einer Schweigeminute sagt Steve: »Er darf nicht umsonst gestorben sein. Wir müssen dafür sorgen. Und das werden wir.«
—Endgame—
»Gut, der Infinity-Gauntlet ist bereit«, sagt Rocket.
»Stellt sich nur die Frage, wer schnippt mit den Fingerchen?«
Nach der Diskussion mit Thor entscheidet Bruce, dass er es machen wird.
Alle klappen ihre Helme zu, Thor stellt sich vor Rocket und Dad und ich aktivieren unsere Anzüge. Loki lässt seine Rüstung erscheinen und Bucky hält seinen Vibranium-Arm vor sich.
Dad hält sein Holo-Shield vor mich, aber ich sage: »Halte es lieber vor Wanda. Mich schützt mein Anzug.«
Dann aktiviert Dad das Scheunentor-Protokoll und Stahlwände fahren über alle Fenster und Türen.
Langsam zieht Bruce den Handschuh über seine Hand.
Die Energie strömt durch Bruce und bunte Blitze jagen über seinen Arm. Er fällt auf die Knie und hat alle Mühe, die Schmerzen auszuhalten.
Aber schließlich schafft er es – und schnipst.
Bruce kippt um und der Handschuh fällt von seinem Arm.
Die Stahlwände ziehen sich zurück. Während Dad Bruce' Arm kühlt, läuft Scott vor das Fenster. Sonne scheint herein und Vögel zwitschern.
Plötzlich klingelt mein Spinnensinn. Ich reiße meinen Kopf nach oben.
Ein riesiges Schiff direkt über uns. Wie in Zeitlupe sehe ich ein blaues Geschoss auf uns zurasen.
»Achtung!«, rufe ich und schieße reflexartig ein Netz auf den Gauntlet mit den Steinen, um ihn in meine Arme zu ziehen.
Das ist der Feind. Thanos. Und wenn er hier ist, will er die Steine zurück. Ich muss sie beschützen.
Und dann explodiert alles.
Keuchend wache ich auf, als ich eine Stimme höre.
»Sky! Verdammt! Hörst du mich?«
Dad.
»Ja, Dad, mir geht's gut, keine Sorge.«
Er atmet erleichtert auf. Er muss mich schon länger gerufen haben.
»Ich hab die Steine«, sage ich ihm und er schnappt nach Luft.
»Er darf sie nicht bekommen.«
»Thanos?«, frage ich.
»Ja. Wo auch immer du bist, komm da raus und gebe sie einem von uns.«
»Okay.«
Ich bin alleine, unter Trümmern begraben. Wenn es hier unten schon so schlimm aussieht, wie sieht es dann oben aus? Es gibt wahrscheinlich gar keinen Avengers Compound mehr.
Ich habe keine Ahnung, wo ich bin, und wo die anderen sind.
Aber ich muss das machen, was Dad sagt. Hier rauskommen.
Ich laufe durch rot leuchtende Tunnel, die aussehen wie eine Kanalisation. Plötzlich höre ich ein Knurren.
Schnell drehe ich mich um.
»Eve, was ist da?«
Eine unbekannte Spezies. Aliens.
»Sie gehören nicht zu den Guten, richtig?«
Richtig.
Ich schalte meine Nachtsichtbrille an – und erschaudere. Das sind eine Menge. Ich sollte definitiv hier weg. So schnell es geht.
Bei einem Weg nach oben angekommen springe ich an die Wand und klettere nach oben. Die Viecher sind mir dicht auf den Fersen, immer wieder schieße ich Netze nach ihnen, damit sie mich nicht einholen.
Sie springen mir hinterher, einen trete ich wieder zu Boden und er fällt runter. Dem nächsten verklebe ich mit einem Netz die hässliche Fratze, sodass er verwirrt auf dem Boden landet. Schließlich komme ich keuchend oben an und vernetze den Durchgang, damit mir keiner mehr folgen kann.
Schwer atmend liege ich auf dem Boden. Nebula tritt zu mir.
Nicht vertrauenswürdig, Sky.
Ein Bild taucht in dem Interface vor mir auf. Eine Nebula mit einer orangen Kopfplatte, so, wie ich sie kennengelernt habe.
Diese hier hat stattdessen eine blaue.
Ich vermute, sie ist aus der Vergangenheit.
Die falsche Nebula streckt den Arm aus und verlangt nach den Steinen.
»Nein«, sage ich bestimmt.
»Ich gebe sie nur meinem Vater oder jemandem, den ich besser kenne.«
Ihr Gesichtsausdruck wird wütend und plötzlich hält sie mir eine Pistole an den Kopf.
»Stopp!«, ruft eine Stimme.
Eine grüne Frau mit schwarz-roten Haaren steht da und hält eine Pistole auf die falsche Nebula gerichtet.
»Gamora«, zischt die falsche Nebula.
Oh, das ist die Gamora, die die Guardians of the Galaxy gesucht haben. Und sie ist die Tochter von Thanos. Die sehen sich gar nicht ähnlich. Stimmt ja, adoptiert.
Und da taucht eine zweite Nebula auf. Mit einer fehlenden Kopfplatte.
Das ist die aus der Gegenwart.
Das war alles nur ein Trick, wird mir klar.
Thanos ist aus der Vergangenheit, genau wie diese Nebula. Und vermutlich Gamora. Weil die ja eigentlich tot sein sollte, fällt mir ein.
Aber sie scheint auf unserer Seite zu sein, sonst würde sie mich nicht verteidigen.
Nachdem die falsche Nebula von mir weggetreten ist, sagt Gamora: »Verschwinde. Rette die Steine.«
Oh, sie meint mich. War nur verwirrt weil sie mich nicht anguckt.
Aber das lasse ich mir nicht zweimal sagen und mache mich weiter auf den Weg nach oben.
Auf einem riesigen Trümmerhaufen tauche ich auf und blicke über das Schlachtfeld.
»Eve, siehst du Dad? Und die anderen?«
Eve zoomt zu Dad heran. Da liegt er, bewusstlos. Auch Steve liegt am Boden, genau wie Thor.
Und da ist Thanos. Groß, lila und voll aufgerüstet. Er sieht nicht gerade anders aus wie aus den Auzeichnungen von 2018.
Aber er hat die drei schon besiegt.
Schnell mache ich mich unsichtbar und lege den Infinity-Gauntlet hinter einen großen Stein, als sich Thanos umdreht.
»In all meinen Jahren der Eroberungen, der Gewalt, des Tötens … war es nie was Persönliches.«
Steve versucht mit aller Kraft, aufzustehen.
»Doch ich sage dir, … was ich vorhabe zu tun, mit eurem sturen, lästigen kleinen Planeten … das werde ich genießen. Und bis zum Letzten auskosten.«
Hinter ihm taucht eine riesige Armee auf. Das sind echt, echt viele Aliens.
Wie sollen wir die alle bekämpfen? Wir sind viel zu wenige.
»Dad, du solltest aufwachen«, sage ich.
Ich sehe, wie er sich leicht regt.
»Wär echt wichtig, außer du willst von einer Alienarmee überrollt werden.«
»Bin schon wach, bin schon … wach«, stöhnt er.
Langsam humpelt Steve dieser Armee – ganz allein – entgegen.
Was mach ich jetzt, was mach ich jetzt? Also, entweder ich lass die echt wichtigen Steine alleine … oder Steve.
Okay, Entscheidung getroffen. Ich lege die Steine mit dem Handschuh in eine Kuhle im Boden, schieße es mit Netzen zu und werfe Erde und Steine drüber.
»Merk dir den Standpunkt, Eve, damit ich es wiederfinden kann«, weise ich sie an.
Ich atme tief einmal ein und aus und fliege zu Steve, lande neben ihm und flüstere: »Nicht erschrecken, hier ist Sky.«
Steve schaut weiter geradeaus und sagt leise zurück: »Du solltest nicht hier sein. Bring die Steine in Sicherheit.«
»Erstens, hier gibt es keine Sicherheit, und zweitens habe ich sie versteckt. Ach ja und drittens bin ich auch echt stark und kann kämpfen. Ich hba dich im Armdrücken besiegt, weißt du noch?«
Darauf erwidert er nichts mehr.
Plötzlich sehe ich ein Leuchten hinter uns. Ich drehe mich um und sehe gelbe, Funken sprühende Portale, immer mehr, und … Und Armeen treten heraus. Aber unsere Armee. Unser Team.
»Ja!«, juble ich und mache mich vor Aufregung aus Versehen sichtbar. Hoffentlich hat Thanos mich nicht bemerkt.
Da sind Tasha, Clint … und Mom? Sie hat den blau-goldenen Anzug an, den Dad ihr gebaut hat! Hä, wann hat er ihr die Suit gegeben?
Das, was vorher mal ein Gebäude gewesen ist, explodiert und ein riesiger Ant-man kommt heraus, mit Rhodey und Rocket.
Das ist dann wohl Giant-Man.
Auch Bucky, Wanda und Loki haben es aus den Trümmern geschafft und Dad und Thor stehen auf. Dad und Mom fliegen neben mich und Mom drückt mich kurz, glücklich darüber, dass mir – noch – nichts passiert ist.
Ich schaue abwartend zu Steve.
»Avengers!«, ruft er laut.
Mjölnir fliegt in seine Hand.
»Assemble.«
Und dann rennen wir gemeinsam auf Thanos zu.
Okay, nicht alle. Manche fliegen auch.
(Obwohl ich ziemlich sicher bin, dass ziemlich viele das 'Assemble' nicht gehört haben, weil Steve das zu leise gesagt hat. Sie sind und wahrscheinlich einfach nur gefolgt. Obwohl manche es auch über das In-Ear-Com gehört haben könnten.)
Ziemlich viele Aliens kriegen meine Netze und Tritte ab, die Unsichtbarkeit macht es mir leicht, nicht bemerkt zu werden, sodass meine Angriffe überraschend kommen.
Plötzlich steht Tasha vor mir.
Ich mache mich schnell sichtbar und falle ihr um den Hals.
»Es hat geklappt, Tasha, ihr seid wieder da!«
Überrumpelt lacht sie auf.
»Woah! Seit wann hast du Superkräfte?«
»Lange Geschichte«, sage ich nur, und dann kämpfen wir Seite an Seite weiter.
»Skyle, wir müssen die Steine wegbringen, wo hast du sie hingetan?«
Wär auch mal toll, wenn ich deren ganze Unterhaltung mitbekommen könnte, dann wüsste ich viel besser Bescheid. Aber ich blöderweise ist mein Interface nicht mit deren In-Ear-Comms verbunden, deswegen bin ich nur mit Dad und vermutlich auch Mom in Kontakt.
»Ich hol sie. Wo soll ich sie hinbringen?«
»Zu einem hässlichen braunen Van, wenn man Caps Wortlaut nutzt.«
Also frage ich Eve nach dem Standpunkt und sie führt mich hin.
Ich schippe ziemlich viel Erde weg, bis ich die Steine endlich finde.
Ich nehme sie an mich, als auf einmal große Explosionen von dem Luftschiff ausgehen. Ich werde zurückgeworfen, fange den Infinity-Gauntlet gerade noch so mit einem Netz und kauere mich zusammen.
Nachdem die eine Explosion verebbt ist, rapple ich mich auf und fliege los, immer mehr Schüssen ausweichend. Eve zeigt mir den Weg zu braunen Van, der zwischen den braunen Trümmern nur zu erkennen ist, weil das Zeitreisegerät aufleuchtet. Vor mir schwebt auf einmal ein Leviathan vor mir und ich muss abbrupt stoppen.
Und sofort trifft mich eine blaue Feuerkugel.
Keuchend wache ich wieder auf.
Die Steine sind noch da , bemerke ich erleichtert.
Plötzlich hört der Kugelhagel auf und richtet sich in den Himmel.
»Eve, worauf schießen die?«, frage ich verwirrt.
Irgendetwas ist in die Atmosphäre eingetreten.
Ein leuchtender Strahl fährt durch das riesige schiff und zerstört es, sodass es in den Hudson River stürzt. Na ja, ein Problem weniger.
Diese Superheldin, die gerade dieses Schiff komplett allein besiegt hat, landet neben mir.
DAS ist diese Captain Marvel, Carol Danvers.
»Dir stehen kurze Haare besser als lange«, sage ich grinsend.
»Danke. Dir steht die Frisur auch.«
Sie lächelt kurz.
»Gibst du ihn an mich weiter?«, bietet sie an.
Da ich ziemlich fast KO bin und die Alienarmee nur auf mich, also, auf die Steine, zukommt, gebe ich ihn ihr. Natürlich heißt das nicht, dass ich sie allein lasse.
»Wie sollen wir da durch kommen?«, frage ich.
Wanda landet neben mir.
»Keine Sorge.«
»Ihr seid nicht allein«, sagt eine Kriegerin, die zu Black Panther gehören muss.
Hinter uns landet eine andere Kriegerin auf einem Pegasus, das ist bestimmt Valkyrie, von der Thor mir erzählt hat.
Und Mom ist auf meiner anderen Seite.
Auch Tasha, eine Frau mit Fühlern, die ich als Mantis erkenne und ein dunkelhäutiges Mädchen, das bisschen älter als ich aussieht, schließen sich uns an. Das muss T'Challas Schwester Shuri sein.
Vor uns taucht noch eine Frau aus dem Nichts aus, die einen ähnlichen Anzug wie Scott hat – Wasp, Hope Van Dyne.
Und Gamora und Nebula sind auch dabei.
Zusammen rennen wir auf diese Aliens zu auf dem Weg zum hässlichen braunen Van.
Nur das Thanos genau diesen Van verteidigt, damit wir die Steine nicht wegbringne können. Gemeinsam bekämpfen wir ihn und machen Carol den Weg frei. Aber kurz bevor sie dort ist, wirft Thanos sein riesiges Schwert genau in die Zeitmaschine und der Van explodiert.
Der Handschuh rutscht Carol aus den Händen und landet genau vor Dad.
Nach erbitternden Kämpfen mit Dad, Thor, Steve und Carol – die ich nur bruchstückenhaft mitbekomme, weil Aliens mich ablenken und ich sie bekampfen muss – zieht sich Thanos den Handschuh mit den Steinen über. Ich will eingreifen, aber überall um mich herum sind Aliens.
Thanos setzt den Macht-Stein, mit dem er Carol besiegt hat, wieder in den Handschuh.
Es ist keiner mehr da, der ihn bekämpft.
Doch, Dad!
Sein Anzug ist schon ziemlich ramponiert, am Kopf ist er ungeschützt.
Aber mit letzter Kraft versucht er, Thanos aufzuhalten.
Doch er ist zu schwach. Mit ein paar Schlägen wirft Thanos ihn zu Boden.
Endlich komme ich frei.
»Lass meinen Dad in Ruhe!«, brülle ich ihn an, und fliege mit meinen Füßen voran auf ihn zu.
Ich ramme sie gegen seine Brust, mache mich unsichtbar und Netze ihn ein, sodass er seine Finger nicht mehr schnipsen kann.
Er stolpert nach hinten, kann sich aber noch fangen und greift blind nach mir.
Er reißt sich die Netze vom Körper und umfasst plötzlich meinen unsichtbaren Körper mit seiner riesigen Hand, sodass ich unwillkürlich sichtbar werde und mein Helm verschwindet, sodass mir Thanos genau in die Augen sehen kann.
»Du hast eine Tochter, Stark?«, fragt er hämisch.
»Tu ihr ... nicht weh«, bittet Dad schwach.
»Hast ganz schon was drauf«, sagt er ehrlich zu mir.
»Nur eben nicht genug.«
Er quetscht mich zusammen und wirft mich weg wie als wäre ich eine leere Dose.
Stöhnend bleibe ich liegen.
Das Einzige, was ich einigermaßen hinbekomme, ist, mich auf meinen Ellenbogen zu stützen. Für was anderes schmerzen meine Rippen zu sehr. Es sind definitiv mehr als eine gebrochen.
Ich schaue wieder zu Dad und Thanos rüber und bin vor Schock wie erstarrt, als ich merke, was Dad vorhat. Er kniet da und ich sehe, wie Dr. Strange die Steine vom Infinity-Gauntlet von Thanos löst und sie auf Dad zuschweben.
Wie Thanos erfolglos schnipst, bekomme ich nur am Rande mit, denn Wanda landet vor mir, hilft mir hoch und umarmt mich fest, was meinen Rippen nicht gerade guttut.
»Hör mir genau zu, Sky. Ich habe nicht viel Zeit.«
Sie fasst mich an den Schultern und fordert mich lautlos auf, sie anzusehen.
Nur schwer kann ich meinen Blick von meinem Vater wenden und auf Wanda richten.
»Ich kann nicht zulassen, dass du deinen Vater verlierst, Sky. Erinnerst du dich an mein Versprechen vor zwei Jahren, als wir zusammen gekocht haben? Ich habe alle verloren, ich muss verhindern, dass dir dasselbe passiert. Glaub mir, so ist es besser. Wenn du etwas Gutes für andere Menschen tun kannst, dann hast du die Verantwortung, es auch zu tun.«
Sie umarmt mich ein zweites Mal, diesmal umarme ich sie zurück, ohne zu wissen, was sie versucht, mir zu erklären.
Ich sehe Dad, wie er die Hand mit den Steinen hochhält und spricht:
»And I ... am ... Iron Man.«
Währenddessen schwebt Wanda auf ihn zu, da verstehe ich, was sie vorhat. Meine Schmerzen ignorierend fliege ich ihr panisch hinterher und höre einen Schrei wie durch Watte.
Erst nach einem Moment merke ich, dass ich es war, die geschrien hat.
Aber Wanda wirft mich mit einem Energiestoß zurück und ich lande hilflos und unfähig in Moms Armen, die mich rechtzeitig aufgefangen hat.
In genau dem Moment, wo Dad schnipst, taucht Wanda hinter ihm auf, bildet ein Energiefeld um ihn herum und leitet die Energie der Steine auf sich ab.
»Neeeein!«, schreie ich.
Wir werden in gleißendes Licht getaucht und geblendet kneife ich die Augen zusammen.
Als ich die Augen wieder öffne, kann ich an nichts anderes denken als an Wanda und Dad.
Dass sich die Gegner und Thanos in Luft auflösen und wir gewonnen haben, interessiert mich gerade nicht.
Ich reiße mich von Mom los, springe auf und renne zu den beiden.
»Wanda? Dad?«, rufe ich verzweifelt.
Beide liegen bewegungslos da. Ich lasse mich schluchzend zu Boden sinken, jeweils eine Hand von ihnen in meinen.
Die Trauer und die Wut übermannen mich, Sterne tanzen vor meinen Augen.
»Nein nein nein ... Warum? WARUM?!«
Ich spüre plötzlich eine Hand an der Schulter, aber ich sehe nicht hoch.
Bis ich ... Dad's schwache Stimme höre.
»Skyle?«
Ich reiße meinen Kopf nach oben, unsicher, ob ich mir seine Stimme nur eingebildet habe.
Aber da liegt er, auf den Arm gestützt. Seine Hand ist es, die an meiner Schulter liegt.
»Dad?«
Dann blicke ich zu Wanda.
Ihr Körper ist verbrannt an vielen Stellen, angefangen an ihren Händen, die die Energie zuerst aufgefangen haben.
Sie blinzelt schwach.
»Wanda?«
Ihre Augen suchen mich.
Sie finden mich und ich lege eine Hand an ihre Wange.
»Geh nicht, Wanda, bitte.«
»Lebt Tony ...?«, fragt sie so leise, dass ich es fast nicht höre.
Sie merkt nicht, dass er direkt neben ihr liegt, ihr Fokus liegt auf mir.
Ich nicke unter Tränen.
»Gut.«
»Aber du sollst auch am Leben bleiben, Wanda. Hörst du?«
»Es ist richtig so«, haucht sie, bevor sie ihre Augen schließt.
Weinend krümme ich mich zusammen, mitten auf dem Schlachtfeld.
Ich weiß nicht, ob es wegen der Trauer oder meinen extremen Schmerzen ist.
Mir wird schwarz vor Augen.