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Spider-Man – No Way Home (2024)

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Spider-Man – No Way Home (2024)

Hey, nur so als Hilfe für die, denen das Durchblicken mit den drei Peter in diesem Kapitel schwerfallen könnte:

Peter 1: Andrew Garfield

Peter 2: Tobey Maguire

Peter 3: Tom Holland

Also, ich mein, wenn man den Film gesehen hat, versteht man das auch anhand von Skys Erklärungen, aber es könnte ja sein, dass jemand von euch den Film nicht gesehen hat.

Danke übrigens für meinen 6. Favo und viel Spaß beim Lesen ❤️

———

—I need your help—

Es ist der 17. November.

Heute vor einem Jahr und einem Monat ist sie gestorben.

Ich stehe allein vor ihrem Grab und lese die Inschrift:

Wanda Maximoff

Forever in our Memory

Ich lege die weiße Rose, die ich mitgebracht, auf die Erde.

Eine Träne rollt über meine Wange und ich schniefe.

Ich schließe die Augen, zwinge meine Traurigkeit zurück und ersetze sie mit Dankbarkeit.

Sie hat die Welt gerettet. Dad gerettet.

Ich höre ein leises Knistern vor mir.

»Wut? Oder Dankbarkeit?«

Ich öffne meine Augen und sehe Dr. Strange, wie er aus dem Portal tritt.

»Dankbarkeit. Das mit der Wut ist lange vorbei, Strange.«

»Ist schon gut, hab's verstanden«, sagt er und hebt beschwichtigend die Hände.

»Nenn mich doch Stephen.«

Ich zucke mit den Schultern.

»Was willst du, Stephen ?«

»Ich weiß, tut mir leid, ich habe dich gerade gestört bei ... bei ... Na ja, das ist der einzige Ort, wo wusste, dass du herkommen wirst, obwohl ich im Oktober schon hier war ...«

»Komm zum Punkt«, sage ich leicht genervt.

»Ich brauche deine Hilfe.«

»Du willst also, dass ich in ein anderes Universum reise, dort dem Spider-Man helfe, weil sonst seine Welt zerbricht?«

Stephen zuckt mit den Schultern.

»Ja ... so grob gesagt. Mehr sage ich dir, wenn du zustimmst.«

»Okay, lass mich nur kurz meinem Vater Bescheid sagen. Sonst denkt er, mir ist was passiert, wenn ich später nicht auftauche.«

Stephen nickt verständnisvoll und ich rufe Dad an.

»Hey, was ist, Skyle? Wie war's?«

»Ähm, ich bin nicht mehr auf dem Friedhof. Dr. Strange, also, ein anderes Universum, braucht meine Hilfe, deswegen muss ich kurz dahinreisen und ich wollte dir nur Bescheid sagen, damit du nicht wieder denkst, ich wurde entführt oder so. Könnte nämlich ein bisschen länger dauern. Also, länger als die Sperre bis 23 Uhr.«

Bisschen perplex von meinem monotonen Wortschwall sagt er erstmal nichts.

Schließlich sagt er: »Schätze, ich kann dich nicht davon abhalten also ... Pass auf dich auf.«

»Mach ich«, verspreche ich.

»Okay, bis dann, Skyle. Bin stolz auf dich.«

»Bis dann, Dad«, sage ich, dann lege ich auf.

»Okay, was ist der Plan?«

Nachdem er mir alles erklärt hatte, was ich dort tun sollte, warnt er mich noch: »Das ist die Sacred Timeline, weißt du noch? In diesem Universum ist Tony Stark im Kampf gegen Thanos gestorben, das, was du gesehen hast. Der Peter dieses Universums ist der, den du gesehen hast. Du solltest nicht erwähnen, dass du seine Tochter bist und dass Tony auf deiner Erde noch lebt. Das könnte ihn noch trauriger machen, als er schon wegen dem Tod seiner Tante ist.«

Ich nicke.

»Dann schick mich hin.«

—Meet the Spider-Verse—

Ich trete durch das Portal und lande auf einem Haus, mitten im Regen. Mein Spinnensinn schlägt an, ich mache mich schnell unsichtbar und schaue mich um. Mit der Nachtsicht erkenne ich auf der Gasse unter mir eine dunkle Gestalt, die einen Anzug trägt.

Das muss Spider-Man sein.

Plötzlich öffnet sich am Ende der Gasse ein leuchtender Ring.

Ein Portal, wie von Stephen!

Spider-Man hebt zögernd den Arm, dann ertönen Rufe aus dem Portal.

»Peter! Peter!«

»Hey, Peter!«

Spider-Man läuft auf das Portal zu und springt hindurch.

Also, wenn ich mitbekommen will, was da abgeht, da muss ich auch da durch.

Ich weiß nicht, was, wenn das 'ne Falle ist?

Sonst hätte Stephen bestimmt irgendwas gesagt mit »Du musst durch das Portal, was vor dir erscheint« oder so.

Aber war das der Peter Parker? Von dieser Erde, Erde-616? Oder vielleicht ein anderer?

Also, bevor sich das Portal schließt, sollte ich vielleicht da rein, sonst habe ich gar keine Wahl mehr.

Ich springe in die Gasse hinunter und schwinge durch das Portal, was sich direkt hinter mir schließt.

Das war knapp.

Ich hänge an der Decke eines random Wohnzimmers.

Und kein Stephen weit und breit. Na toll.

»Woah!«, sagt der andere Peter. Das ist nicht der aus diesem Universum, er sieht nicht so aus wie der, den ich bei Dad's Tod gesehen habe.

Und er schaut in genau meine Richtung.

»Zeig dich«, fordert er mich auf.

Tja, gegen unseren Spinnensinn kann man eben nichts machen.

»Hey, ihr zwei, hört auf zu diskutieren, da ist jemand Unsichtbares«, merkt Peter an ohne den Blick von mir zu wenden. Er scheint genau zu wissen, wo ich bin.

MJ und Ned drehen sich zu ihm.

»Zeig dich!«, sagt Peter noch mal mit scharfer Stimme.

»Ist ja gut«, gebe ich nach, lasse mich auf den Boden fallen und hebe meine Arme, nachdem ich mich sichtbar gemacht habe.

»Noch so ein anderer Spinnentyp. Nur diesmal in Blau«, meint Ned genervt.

»Mädchen«, sage ich und meine Kopfmaske verschwindet.

»Ich bin ein Mädchen, nur damit das klar ist.«

MJ runzelt die Stirn, während Ned »krasse Augen« haucht.

»Und wie heißt du?«, fragt sie skeptisch.

»Sky.«

MJ nickt. Ich schaue zu Peter, der mich mit offenem Mund anstarrt.

»Es gibt eine weibliche Version von mir? Du ... Du hast doch auch Spinnenkräfte, oder?«, fragt er fassungslos.

»Es gibt viel mehr Universen als du denkst«, sage ich kühl.

»Aber ja, ich habe Spinnenkräfte und nein, ich bin keine Parker und keine Version von dir. Auf meiner Erde gibt es Peter Parker, aber er bekam keine Superkräfte, stattdessen ich.«

Dann schaue ich abwartend in die Runde.

»Ich habe keine Ahnung, wie ihr dieses Portal ohne Stephen erschaffen habt, aber ich nehme an, ihr wollt euren Peter finden? Also, ich denke, dann solltest ihr es weiterversuchen«, erinnere ich sie.

»Okay«, nickt Ned, schließt die Augen und fuchtelt mit den Armen herum.

»Finde Peter Parker«, murmelt er.

»Was ist das für an Ding an seiner Hand?«, fragt Peter verwirrt.

»Shhh«, zischt MJ, also beuge ich mich zu ihm und flüstere: »Damit kann er anscheinend Portale öffnen, wie bei deinem vorhin.«

Peter nickt und flüstert ein »Danke« zurück.

»Shh«, zischt MJ wieder, und Ned versucht es noch einmal, angestrengter.

»Finde Peter Parker!«

Nach dem dritten Mal geht ein neues Portal auf – nur hinter ihm statt vor ihm.

»Toll, ist nur so ein x-beliebiger Typ«, beschwert sich Ned, nachdem er sich umgedreht hat.

Der x-beliebige Typ tritt durch das Portal und hebt eine Hand.

»Hallo«, sagt er freundlich.

»Ich hoffe es ist okay, dass ich einfach durch dieses –«

Er dreht sich um, aber mittlerweile ist das Portal wieder verschwunden.

»Oh. Hat sich gerade geschlossen.«

Ernst blickt MJ ihn an.

»Du bist Peter«, stellt sie fest.

»Ja. Peter … Parker.«

»Na toll, dann gibt es ja schon zwei Peter!«, sage ich genervt.

»Und dann kommt noch Peter aus diesem Universum dazu ...«

Ich brauche Nummern, oder irgendwelche Namen für die. Wie soll ich sie sonst auseinanderhalten?!

Okay, der erste Peter, den ich getroffen habe, ist Peter 1, das kannn ich mir gut merken. Dann ist der neue Peter einfach Peter 2. Obwohl ich auch Spider-Man sagen könnte, es ist sehr wahrscheinlich, dass Peter 2 auch Spider-Man ist.

Der Blick von Peter 2 fällt auf mich, dann auf Peter 1.

Sie starren sich an, ihre Augen weiten sich und plötzlich schießen sie mit Netzen aufeinander.

»Warte, du bist also auch Spider-Man? Wieso hast du das nicht einfach gesagt?«, fragt Ned verwirrt.

»Ach komm, ist doch offensichtlich. Wenn dieser Peter«, ich deute auf Peter 1, »Spider-Man ist und euer Peter auch, dann ist der neue Peter«, diesmal zeige ich auf Peter 2, »auch Spider-Man. Sonst wäre er gar nicht hier.«

Verwirrt von meiner Schlussfolgerung schauen MJ und Ned beide Peter 2 an.

»Stimmt«, sagt dieser.

»Außerdem macht das die ganze anonyme Superheld-Sache zunichte«, fügt er hinzu und lächelt uns zu.

»Wer bist du eigentlich, wenn nicht Spider-Man, und warum kannst du dich unsichtbar machen?«, fragt Peter 1 an mich gewandt.

»SkySpider. Und unsichtbar machen kann ich mich nur mit dem Anzug, das funktioniert mit retroreflektierenden Panelen. Ach, und es ist Nanotechnologie, falls du dich gewundert hast, wie ich das mit meiner Maske gemacht habe«, erkläre ich und schließe und öffne meine Maske zur Veranschaulichung.

»Okay. Und warum bist du hier? Weil wir beide«, er deutet auf sich und Peter 2, »suchen den anderen Peter, um ihm zu helfen.«

Ich zucke mit den Schultern.

»Dr. Strange hat mich hierhergeschickt, ich soll ihm auch helfen.«

MJ ergreift das Wort.

»Okay. Wir wollen alle Peter helfen, weil er unsere Hilfe braucht, nur wissen wir nicht, wo er ist.«

Peter 2 runzelt die Stirn.

»Na ja, gibt es vielleicht einen Ort, der ihm etwas bedeutet? So einen Platz, wohin er gehen würde, um einfach von allem ...«

»wegzukommen?«, beendet Peter 1 seinen Satz.

Peter 2 nickt.

»Für mich war das immer ganz oben auf dem Chrysler-Building.«

Peter 1 deutet auf sich.

»Empire State. Bessere Aussicht.«

»Bei mir ist das ein bestimmtes Dach in der Nähe von meiner Schule. Da treffe ich mich immer mit ... jemandem.«

Ich unterbreche mich selbst, um ihnen  nicht das mit Luc zu erzählen, ich will nur auf Nummer sicher gehen.

Keine Ahnung wieso. Muss ja nicht gleich mein komplettes Privatleben ausplaudern, nur weil die dieselben Kräfte wie ich haben.

MJ sieht so aus, als würde ihr ein Licht aufgehen.

»Ja. Ich denke, ich weiß ganz genau, wo das sein würde.«

Mit Peter 1 und 2 sitze ich auf dem Turm der Midtown High und wir beobachten MJ und Ned, wie sie zu ihrem Peter laufen.

Peter 3, lege ich fest.

Als Peter 3 aufspringt und in unsere Richtung schaut, springen wir zu dritt nach unten.

»Wartet, wartet, woah«, macht Peter 3 überrascht.

»Tut mir leid", sagt Peter 2 und hebt beruhigend eine Hand.

»Das mit May.«

»Tut mir auch leid«, sagt Peter 1.

»Mir auch«, füge ich hinzu, obwohl ich nicht weiß, wie es ist, seine Tante zu verlieren, weil ich keine habe.

»Ich kann sehr gut nachempfinden –«, setzt Peter 1 an, doch Peter 3 unterbricht ihn.

»Nein, sag mir bitte nicht, du wüsstest, was ich gerade durchmache. Sie ist tot. Und es ist alles meine Schuld. Ihr Tod ist sinnlos«, sagt er und schaut zu uns hoch.

»Also mache ich jetzt, was ich gleich hätte tun sollen«, sagt er fest und streckt die Hand nach dem Würfel aus, den MJ festhält.

»Peter«, will Peter 2 ihn aufhalten.

»Bitte nicht. Ihr gehört nicht hierher. Deswegen schicke ich euch nach Hause.«

Also, mich kann er nicht zurückschicken, aber das sage ich lieber nicht laut.

»Diese anderen Typen sind aus euren Welten, oder? Also kümmert ihr euch darum. Wenn sie sterben, weil ihr sie tötet, ist das eure Sache. Ist nicht mein Problem. Es interessiert mich nicht mehr. Ich will nicht mehr. Dass ich euch da mit reingezogen habe, tut mir leid. Aber jetzt müsst ihr wieder nach Hause.«

Er schaut noch einmal zu uns hoch.

»Viel Glück.«

Peter 1 und 2 senken den Kopf.

Sie waren zum Helfen da, und dieser Peter weist sie einfach ab.

Ernsthaft, ich fühle mich ein bisschen fehl am Platz, aber ich erinnere mich an Stephen's Plan, deswegen muss ich nur abwarten.

Peter 3 streckt wieder die Hand nach dem Würfel aus, aber MJ weicht zurück und schaut bedeutungsvoll in unsere Richtung.

»Mein Onkel Ben wurde getötet«, beginnt Peter 2.

»Es war meine Schuld.«

»Ich verlor …«, sagt Peter 1 mit zitternder Stimme, »… ich hab Gwen verloren. Meine … Sie war meine MJ«, sagt er stockend und deutet kurz auf MJ.

»Ich konnte sie nicht retten. Das werde ich mir selbst nie verzeihen können."

Er ist den Tränen nah, und alles, was ich will, ist, ihn irgendwie zu trösten, weil es mir gerade so leid tut, dass er sie verloren hat. Aber das ist gerade fehl am Platz.

»Aber ich machte weiter, versuchte weiterhin der freundliche Spider-Man aus der Nachbarschaft zu sein, weil ich weiß, dass sie es gewollt hätte. Aber irgendwann habe ich aufgehört meine Schläge zu bremsen.

Ich war voller Wut. Ich war verbittert."

Ich mache einen Schritt nach vorne.

»Meine beste Freundin … sie war wie eine Schwester für mich ..., ist gestorben. Wanda ... Wanda hat sich anstelle meines Vaters geopfert.

Ich war heute bei ihrem Grab, weil das fast genau vor einem Jahr war. Ich habe damals meinen Dad verantwortlich gemacht, habe gedacht, er ist Schuld und war voller Wut und Traurigkeit auf ihn. Dabei war er gar nicht schuld gewesen, mir musste das nur erst klar werden.«

Peter 1 schaut mich an, dann wieder Peter 3.

»Wir wollen einfach nicht, dass du so endest wie … wie wir.«

»An dem Abend, als Ben starb, jagte ich den Mann, den ich für den Täter hielt«, spricht Peter 2 weiter.

»Ich wollte seinen Tod. Ich bekam, was ich wollte, aber ... es hat es nicht besser gemacht. Ich habe eine lange Zeit gebraucht, bis ich lernte, diese Dunkelheit zu überwinden.«

»Ich will ihn töten«, sagt Peter 3 verbittert.

»Ich höre immer noch ihre Stimme in  meinem Kopf«, schluchzt er.

»Selbst nachdem sie verletzt wurde,, sagt sie zu mir, wir hätten das Richtige getan. Sie sagte zu mir, aus großer Kraft …«

»...folgt große Verantwortung«, beendet Peter 2 den Satz.

Er schaut zu Peter 1 und mir, und wir nicken leicht. Wanda hat das auch so ähnlich gesagt. Dieser Satz, den sie zu mir gesagt hat, ist der Grund, warum ich hier bin. Ich habe versprochen, wenn ich Gutes für andere tun könnte, werde ich es tun. Und dazu bin ich hier, um Peter zu helfen.

»Warte … woher kennst du das?", fragt peter 3 verwirrt.

»Onkel Ben hat das gesagt... an dem Tag, an dem er gestorben ist«, sagt Peter 2 mit Tränen in den Augen.

»Vielleicht ist sie nicht sinnlos gestorben, Peter.«

»Also, Connors, Marko, Dillan, und ähh«, Peter 3 knallt Osborn's Heilgerät auf den Tisch.

»Ich glaube dass ich die Geräte reparieren kann für Dillan und Marko, aber ... die anderen ...«

Peter 1 schnappt sich das Gerät für Connors.

»Cool, Connors gehört mir, ich hab ihn schon mal geheilt, ist also kein Ding«, sagt er lässig und wirft das kaputte Gerät kurz in die Luft.

Wir starren ihn an.

»Was denn, ist kein Ding!«, wiederholt Peter 1.

»Super!«, sage ich.

»Wie wäre es, wenn ich ein Antiserum für Osborn mache?«, fragt Peter 2.

»Das schwirrt mir schon lange im Kopf rum.«

Als er den grimmigen Blick von Peter 3 sieht, fragt er: »Wir müssen sie alle heilen, richtig?«

»Richtig«, wiederholt Peter 3.

»Und was soll ich jetzt machen?«, frage ich in die Runde.

»Es ist ja nicht so, dass ich einem von diesen bösen Typen schon mal begegnet bin oder weiß, was die so draufhaben.«

Mir bleibt nichts anderes übrig, also setze ich mich zwischen Peter 1 und 2 und mache mir ein wenig Netzflüssigkeit für meine Webshooter.

Als sich MJ gegenüber von Peter 3 setzt, die beiden leise flüstern und sich Mut machen, zieht es in meiner Brust.

Ganz automatisch stelle ich mir mich und Luc in dieser Situation vor, wie wir uns Stirn an Stirn anlehen und dem anderen vollkommen vertrauen.

Ich blinzle, überrascht von mir selbst.

»Hast du jemanden?«, fragt Peter 2 mich.

Ich schüttle den Kopf, nicke kurz darauf aber und räuspere mich.

»Also, eigentlich ja ... Es gibt da einen Jungen. Aber er weiß nicht, dass ich ihn mag und ich weiß nicht, ob er mich mag. Es ist kompliziert.«

»Warum sagst du es ihm nicht einfach?«, fragt Peter 1 ehrlich interessiert.

Ich zögere. Als ob das so einfach ist.

»Er weiß nicht, wer ich bin. Er kennt mich nur als SkySpider. Ich meine, er kennt auch Sky Stark, aber er weiß nicht, dass wir dieselbe Person sind«, sage ich und gucke auf meine Füße.

Peter 1 legt mir eine Hand auf die Schulter.

»Du musst es ihm sagen, bevor es zu spät sein könnte.«

Ich schaue ihn lange an, bevor ich langsam nicke.

Ich schaue wieder hoch und spüre den Blick von Peter 3 auf mir.

»Stark«, murmelt er bestürzt und starrt mich an.

Oh nein, genau davor hat mich Stephen doch gewarnt! Ich kann Stephen's Seufzen förmlich hören.

»Stark wie ... Tony Stark?«, fragt er flüsternd.

Ich nicke. Es bringt jetzt nichts mehr, das zu verstecken.

»Ich ... Tony und Pepper Stark sind meine Eltern.«

Ihre Namen fühlen sich komisch auf meiner Zunge an, ich sage sonst nur Mom und Dad.

Peter 3 zuckt zurück.

»Ist er bei dir noch am Leben?«

Ich nicke zaghaft.

»Es tut mir leid, dass er gestorben ist, hier bei euch. Wanda hat in meinem Universum seine Stelle eingenommen.«

Ich sehe eine so starke Trauer in seinen Augen, sodass ich ihn diesen Vorschlag einfach machen muss , weil er mir so leid tut, egal ob es Stephen gefällt oder nicht.

»Wenn ich zurückgehe, dann könntest du doch kurz mitkommen und ihn sehen?«, frage ich vorsichtig.

Er nickt gedankenverloren.

»Ja, das wäre toll.«

Peter 1, 2, MJ und Ned haben unsere Unterhaltung alle stumm mitverfolgt, jetzt machen sie sich bedrückt wieder an die Arbeit.

Als dann alle fertig sind, schlussfolgert Peter 1: »Alles was wir jetzt tun müssen, ist, die Typen irgendwohinzulocken, richtig? Wir versuchen sie zu heilen, während sie versuchen, uns zu töten und dann ... schicken wir sie nach Hause.«

»Mit einer magischen Box«, sagt Peter 2 skeptisch.

»Ja, das ist der Plan«, erwidert Peter 3.

Peter 1 dreht sich zu Peter 2 und fragt: »Sag mal, ziehst du in die Schlacht, gekleidet als cooler Jugendpfarrer oder hast du deinen Anzug dabei?«

Peter 2 zieht den Kragen seinen Shirts ein wenig nach unten und ein roter Anzug kommt zum Vorschein.

Was haben die nur alle mit Rot? Blau ist viel cooler.

»Gut«, sagt Peter 1 und nickt.

»Hier sind deine Netzpatronen«, sagt Ned und gibt sie Peter 3.

»Wofür ist das?«, fragt Peter 2 verwirrt.

»Das ist die Netzflüssigkeit für meine Netzshooter, warum?«

Peter 2 hebt den Arm – wo wohlbemerkt kein Webshooter dran ist – und schießt ein Netz gegen einen Stuhl.

»Woah!«, machen Peter 1, 3 und ich gleichzeitig.

»Das ist aus dir rausgekommen?«, fragt Ned erstaunt.

»Ja«, sagt Peter 2 als wäre das selbstverständlich.

»Das habt ihr nicht drauf, he?«

»Sag nicht, du hast organische Webshooter in deinem Körper drin ?«, frage ich ihn fassungslos.

»Doch ... sieht so aus«, sagt Peter 2 und zuckt mit den Schultern.

»Egal, wir kommen vom Thema ab, seht her, hier werden wir es durchziehen, es ist abgelegen, so wird niemand verletzt. Wir locken sie mit der Box dorthin, die wollen alle haben. Wir müssen nur noch rausfinden, wie wir dorthinkommen.«

»Wir können ein Portal benutzen«, sagt Ned begeistert.

Während die darüber reden, dass Ned jetzt Doctor Strange Magie benutzen kann und Ned Peter 3 ganz sicher nicht umbringen wird, setze ich meine Wingsuit ab und fülle sie mit den Netzpatronen, die Wingsuit ist ja mit meinen Webshootern verbunden.

»Was ist das für ein Teil?«, fragt Peter 1 verwirrt.

»Das?«

Ich setze sie wieder auf meinen Rücken.

»Das ist meine Wingsuit.«

Die drei Peter starren mich entgeistert an.

»Wing ...?«, fragt Peter 3.

Ich klappe meine Flügel auf.

»Oh, hatte ich nicht erwähnt, dass ich fliegen kann?«

Alle starren mich entgeistert an.

»Ich dachte nur, es sei offensichtlich, immerhin bin ich Sky Spider. Als ob ich mich so nenne wegen meinem Vornamen.«

—... and save the Spider-Verse—

»Okay, Leute, es kann jeden Moment so weit sein«, sagt Peter 3.

»Jap, fast fertig«, erwidert Peter 2.

Zusammen mit ihm und Peter 1 stehen wir auf dem Gerüst, das die Freiheitsstatue umgibt.

»Wisst ihr, Max war der netteste Typ aller Zeiten, ... bevor er in einem Behälter mir Zitteraalen fiel.«

Peter 2 nickt.

»Und mehr braucht's nicht.«

»Also, du produzierst deine eigene Netzflüssigkeit in deinem Körper «, spricht Peter 1 das Thema wieder an.

»Ich würde lieber nicht darüber reden«, wehrt Peter 2 ruhig ab.

»Machst du dich über mich lustig?«

»Nein, wir machen uns nicht über dich lustig, es ist nur so, dass wir das nicht können. Ich habe meine erste Netzflüssigkeit in der Schule gemacht, bis mein Vater sie verbessert hat«, erkläre ich.

»Uns würde es nur interessieren, wie das bei dir funktioniert«, ruft Peter 3 von oben.

»Es ist nur so, ich wünschte, ich könnte es euch erklären, es ist nur so, als ob ich es gar nicht tue, also, wie beim Atmen, weil das Atmen einfach so passiert.«

Peter 1 starrt Peter 2 an.

»Hattest du nie eine Netzblockade? Weil mir geht ständig das Netz aus, weil ich sie in einem Labor selbst herstelle. Und das ist echt aufwendig im Vergleich dazu.«

»Ich hatte eine«, sagt Peter 2.

»Ich hatte 'ne Netzblockade.«

»Wieso?«, frage ich neugierig.

»Existenzkrise, technischer Kram«, antwortet er.

»Hey, was waren die verrücktesten Bösewichte, gegen die ihr so gekämpft habt?«, fragt Peter 3 zu uns runter.

»Du bist einigen davon begegnet«, lacht Peter 2 und Peter 1 stimmt ihm zu.

»Ist eine gute Frage.«

»Ja, ich kämpfte gegen mal gegen ein Alien, das aus schwarzem, klebrigen Zeug bestand«, erzählt Peter 2.

»Das gibt's ja nicht, ich kämpfte auch mal gegen ein Alien! Auf der Erde und im Weltall. Er war violett.«

»Meinst du Thanos?«, frage ich ihn.

Er nickt.

»Ich habe auch gegen ihn gekämpft. Aber ... wenn du im Weltall gegen ihn gekämpft hast, warst du dann mit ...«, ich räuspere mich kurz, »... Tony und Stephen da oben?«

Er nickt, sein Gesicht nimmt wieder ein Stück Traurigkeit wegen Tony ein.

»Ich will auch gegen ein Alien kämpfen«, beschwert sich Peter 1.

»Hey, Leute, spürt ihr das auch?«, frage ich in die Runde.

Unser Spinnensinn schlägt an und ein Donner grollt in den Wolken.

»Was geht ab, Peter?«, ertönt eine hässlich lachende Stimme.

Und dann bricht die Hölle aus.

Durcheinander greifen wir die Bösewichte an, kommen uns selbst in die Quere und behindern uns gegenseitig. Nicht dass ich der Fehler bin. Es kommt mir nur so vor als wüssten die nicht, wie man in einem Team arbeitet. Wir sind haushoch unterlegen, schaffen es kaum, einen der Typen für eine Minute festzuhalten. Und dann schafft Sandman es auch noch, uns in einem Sandsturm einzufangen, sodass man kaum was sehen kann.

Schließlich kommen wir noch mal zusammen, so kommen wir nämlich nie zum Ziel.

»Was ist denn nur da draußen los?«, fragt Peter 1 hektisch.

»Wir sind offensichtlich nicht gut darin«, sagt Peter 3.

»Ich weiß, wir sind voll schlecht, ich weiß nicht, wie man als Team arbeitet!«, sagt Peter 1 verzweifelt.

»Geht mir auch so«, stimmt Peter 2 ihm zu.

»Aber ich weiß es«, sagen  Peter 3 und ich gleichzeitig.

Verwirrt blicken wir uns an.

»Ich war schon mal in einem Team, okay? Ich will ja nicht angeben, aber ich war bei den Avengers«, sagt Peter 3 keuchend.

»Du warst bei den Avengers?«, frage ich spöttisch.

»Ich bin ein Avenger.«

Ugh, jetzt hab ich Sand im Mund. Ich hätte meine Maske gar nicht runterlassen sollen.

Peter 3 starrt mich nur mit gerunzelter Stirn an.

»Hey, Leute, das ist toll!«, sagt Peter 2 erfreut.

»Was ist das? Eine Band?«, fragt er gleich darauf.

»Hä? Die Avengers gibt's bei euch nicht?«, frage ich verwirrt.

»Wie hilft uns das?«, fragt Peter 1 hektisch.

»Ist jetzt egal!«, sage ich schnell.

»Ihr braucht Nummern. Mich nennt ihr einfach Sky, ich meine, das ist offensichtlich.«

Dann zeige ich auf Peter 1.

»Du bist Peter 1, weil dich habe ich zuerst getroffen.«

Dann zeige ich auf Peter 2.

»Du bist Peter 2, weil dich habe ich danach kennengelernt und du«, ich deute auf Peter 3, »bist Peter 3, weil du der Letzte warst, den ich getroffen habe.«

Ich schaue in die Runde.

»Können sich das alle merken?«

Als sie nicken, sage ich: »Gut.«

Dass sie sich gerade von einer 15-jährigen herumkommandieren lassen, macht ihnen hoffentlich nichts aus. Immerhin habe ich keine Ahnung wie alt die wirklich sind, jedenfalls sehr erwachsen, bis auf Peter 3.

»Wir müssen unsere Angriffe koordinieren, okay?«, fragt Peter 3.

»Wir wählen ein Ziel aus ...«, schlägt Peter 2 vor.

»... und dann streichen wir einen nach dem anderen von der Liste«, beendet Peter 1 seinen Satz.

Jetzt haben sie es verstanden.

»Zuerst Sandman!«, sagt Peter 3.

Schnell sind alle in Kämpfe verwickelt und Peter 2 ist mit Sandman in der Statue.

»Ich brauche das Heilmittel!«, ruft er.

»Ich weiche einem Blitz von Electro aus und schnappe es mir, weil gerade kein anderer frei ist und werfe es durch einen der Schlitze am Kopf der Statue.

»Danke!«, ruft Peter 2.

Gelbes Leuchten strahlt heraus und der Sand löst sich auf.

Dann ist Electro dran.

»Wir müssen ihm den Arc-Raktor abnehmen!«, rufe ich den anderen zu.

Woher er den Reaktor von meinem Vater hat, ist mir ein Rätsel.

Nacheinander werden Peter 2, 1 und 3 abgewehrt, auch ich komme nicht an ihn ran.

Als Peter 1 mit Blitzen gefangen wird, versuche ich, ihn mit Netzen rauszuziehen, aber es funktioniert nicht.

Bis Doc Ock auftaucht und die Lage rettet.

Ich dachte zuerst, dass er böse wäre, aber ich mein, ich habe ihn vorher noch nie getroffen.

Jetzt fehlt nur noch Lizard.

Aber nachdem MJ es schafft, das Heilmittel zu Peter 3 zu werfen, wird es ausgelöst und die große Echse verschwindet in einer grünen Wolke. Als sie sich auflöst, liegt ein Mann da.

Auch Connors wurde geheilt.

Aber es fehlt noch einer, fällt mir auf. Norman Osborn.

Dann taucht auf einmal Stephen auf und fängt an mit Peter 3 zu diskutieren. Als aber an der Seite von Peter 3 auch Peter 2, 1 und ich landen, verstummt er mit offenem Mund, fasst sich aber wieder.

»Schon gut, das sind meine Freunde«, unterbricht Peter 3 die beiden anderen Peter.

»Das ist Peter Parker, Spider-Man. Auch Peter Parker und Spider-Man und das«, er deutet auf mich, »ist Sky Stark, SkySpider. Sie sind aus anderen Universen um zu helfen.«

»Stark?«, fragt er an mich gewandt.

Ich nicke.

»Tochter von Tony Stark.«

Verwirrt kneift er die Augen zusammen.

»Das muss enden, Peter. Jetzt.«

Bevor er aber weiterreden kann, schlägt mein Spinnensinn an und der Grüne Kobold ruft: »Kann der Spider-Man rauskommen zum Spielen?«

Er schnappt sich den Würfel und fliegt raus, aber Doc Ock hält ihn auf.

Stephen holt sich mit einem goldenen Strang die Box zurück, aber so ein bronze-grüner Ball steckt darin.

Und er explodiert.

Mehrere orange leuchtende Schriftzüge springen heraus und und in die Luft.

Das riesige Schild reißt alles mit sich, als es durch das Gerüst kracht.

MJ fällt.

Nein.

Peter 3 springt ihr hinterher, wird aber vom Kobold mitgerissen.

Ich fliege ihr im Sturzflug nach, werde aber plötzlich von etwas am Kopf getroffen und fliege auf den Boden.

Mein Kopf piept und mit ist ein wenig schwummrig, als ich mich wieder aufrapple.

Peter 1 hat es geschafft, MJ zu retten.

Ich atme erleichtert auf.

Dann schaue ich hoch zu Stephen, der versucht, die Sprüche wieder einzudämmen.

Er schafft es fast, aber dann rutschen sie ihm aus den Händen, sie dehnen sich aus und lilane Risse erscheinen im Himmel.

Gleich bin ich dran.

Ich fliege zu Peter 1 und 2, sie schauen runter zu Peter 3. Er kämpft mit dem Kobold, und es sieht sehr heftig aus.

Als Peter den Gleiter mit den Klingen anhebt, springt Peter 2 in die Luft, um ihm aufzuhalten. Ich fliege ihm hinterher und lande neben den beiden.

Aber Peter 2 hat es geschafft!

Peter 3 gibt nach und lässt den Gleiter langsam runter.

Ein schrilles Piepen in meinem Kopf warnt mich und ich reiße den Kopf herum.

Der Kobold hat sein Messer erhoben, in Richtung Peter 2.

Und dann läuft alles in Zeitlupe ab.

Ich springe zwischen Peter und den Kobold, die Klinge des Messers zischt gerade noch so, einen Millimeter von meinem Auge entfernt vorbei, trifft aber dann meinen Anzug.

Und der Anzug ist kugelsicher, also auch stichfest.

Gerade noch so alles gutgegangen.

Ich lande halb im Wasser, als ich aufpralle.

»Sie war nur deinetwegen da«, sagt Osborn gehässig.

»Ich mag vielleicht den Schlag ausgeführt haben, aber du ...«

Peters Blick wird finster und der Kobold lacht hämisch.

»... du bist derjenige, der sie getötet hat!«

Er fängt wieder an zu lachen, Peter 1 wirft das Serum für den Kobold zu Peter 3, er fängt es und erstickt das grässliche Lachen, indem er das Gerät in seinem Hals sticht.

Peter 3 macht zögernd ein paar Schritte zurück, als Osborn stockend zu Boden fällt.

Peter 1 kommt zu uns gerannt.

»Hey, Sky, alles okay?«, fragt Peter 2 und hilft mir hoch.

»Eher muss ich fragen, ob bei dir alles okay ist. Er hätte dich fast in den Rücken getroffen«, grinse ich.

»Bei mir ist alles okay, danke«, sagt er ernst.

»Aber bei dir ...«

»Was ist mit mir?«, frage ich verwirrt.

Peter 1 deutet auf seine linke Wange, und automatisch hebe ich meine Hand.

Erst als ich das Blut an meiner Hand sehe, setzt der Schmerz an meiner Wange ein und ich zische leise.

Die Klinge hat meine Wange gestreift, bevor sie meinen Anzug getroffen hat. Gar nicht gut.

Aber als mich die anderen besorgt anschauen, winke ich ab.

»Nicht so schlimm. Ich werde schon damit fertig. Wozu habe ich eine schnellere Regeneration?«

Zweifelnd schauen sie mich an, bis ich wieder so ein Kracken höre. Diesmal viel dramatischer.

Stephen schwebt über der Flamme von der Freiheitsstatue und versucht sie zu verschließen, aber es sind zu viele.

»Ich muss los!«, sagt Peter 3 und springt auf.

Ich breite meine Flügel aus und folge ihm.

»Was geht hier vor?«, fragt er, als wir bei Stephen ankommen.

»Sie kommen langsam durch und ich kann sie nicht stoppen«, presst Stephen angestrengt heraus.

»Können Sie den Zauber nicht wiederholen?«

»Dafür ist es zu spät. Sie sind hier. Sie sind alle deinetwegen hier.«

Peter bleibt stumm, ich sehe ihm an, dass es in seinem Kopf rattert.

»Was, wenn alle vergessen, wer ich bin?«, fragt Peter schließlich leise.

»Was? Nein! Stopp!«, mische ich mich ein. Genau das muss ich verhindern.

Peter schaut mich nur an.

»Es würde funktionieren, oder?«

Stephen nickt.

»Aber du musst verstehen, dass das bedeutet, dass einfach jeder, der dich kennt und liebt, wir würden uns nicht mehr an dich erinnern.«

»Ich weiß«, erwidert Peter ruhig.

»Okay, stopp. Hört mir doch einmal zu«, sage ich laut.

»Der Dr. Strange aus meinem Universum, Stephen, hat mich hierhergeschickt, damit ich deine Welt fixe, bevor dich alle vergessen. Er sagte mir, man könnte mit einem ganz einfachen Spruch es wieder wie vorher machen. Deswegen bin ich hier. Um dir zu helfen. Und auch allen anderen Peter Parker da draußen, die das auch betreffen würde.«

Am Ende blicke ich Peter fest in die Augen.

»Okay, und was wäre das für ein Spruch?«, fragt er leise.

Ich wende mich an Stephen.

»Alle sollen vergessen, was Mysterio in dem manipulierten Video über Peter beziehungsweise Spider-Man gesagt hat.«

Stephen schaut nachdenklich in die Luft. Nach ein paar Sekunden nickt er.

»Das ... das würde tatsächlich funktionieren. Das ist so simpel, und doch habe ich nicht daran gedacht. Richte ... richte deinem Strange ein Danke aus.«

Ich nicke, dann springen Peter und ich zu zweit nach unten zu den anderen beiden Petern.

»Hey, ich schätze, es ist soweit, ich glaube, ihr geht gleich nach Hause«, sagt Peter 3.

»Ich nicht, also, von mir brauchst du dich noch nicht verabschieden«, sage ich grinsend, also wendet er sich den anderen beiden zu.

»Hört zu, ich, ich danke euch. Ich wollte euch nur sagen, ich weiß wirklich nicht, wie ich es ausdrücken soll ...«

»Peter«, sagt Peter 1 lächelnd.

»Du weißt doch, dafür sind wir da«, fügt Peter 2 hinzu.

»Gut, ich muss Ned und MJ finden«, sagt er und macht ein paar Schritt rückwärts, bevor er ihnen doch um den Hals fällt.

»Danke danke danke«, sagt er aufrichtig und löst sich von den beiden.

Dann umarme ich die beiden auch.

»Danke dass du dich vor das Messer geworfen hast«, sagt Peter 2 dankbar.

»Das hätte irgendwas Wichtiges treffen können und dann wäre ich jetzt querschnittsgelähmt oder so«, sagt er und lächelt.

»Aber lass deine Wunde versorgen, klar?«

Ich nicke.

Peter 1 legt mir eine Hand auf die Schulter.

»Wie heißt er?«, fragt er, und ich weiß direkt, von wem er redet.

»Luc«, antworte ich sofort.

»Du solltest es ihm wirklich sagen. Am Ende passiert irgendeine Katastrophe und er weiß es nicht. Du wirst es sonst bereuen. Glaub mir.«

Ich nicke.

»Danke für deinen Rat.«

»Gern. Und viel Glück«, sagt er lächelnd.

Ich beuge mich noch einmal zu ihm.

»Ich wollte dir noch sagen, dass es mir echt leidtut, dass du Gwen verloren hast. Du musst sie sehr geliebt haben.«

Tränen glänzen in seinen Augen und er nickt.

»Und ich liebe sie immer noch. Danke, Sky.«

Stephen hat den Spruch beendet und löst ihn aus.

Er breitet sich aus, bis über den Horizont. Nach kurzer Zeit ist der goldene Ring aus Schriftzeichen nicht mehr zu sehen.

Wir winken beiden Peter 1 und 2 zu, als sie sich in goldenem Glitzer auflösen und in ihr Universum zurückreisen.

Auch die Bösewichte – obwohl, jetzt sind sie ja geheilt – lösen sich auf.

Ich fliege zu MJ, Ned und Peter rüber.

»Hat es funktioniert?«, frage ich gespannt.

»Erinnert ihr euch an Peter? Oder ist er jetzt eine fremde Person?

»Nein«, sagt MJ lächelnd, mit Tränen in den Augen.

»Es hat geklappt.«

Peter rollt eine Träne über die Wange, als er mich anschaut.

»Danke«, schluchzt er und senkt den Kopf.

»Sonst wäre ich jetzt allein«, sagt er leise und umarmt mich fest.

—Broken Family—

Es fühlt sich an wie ein Déjà-vu, als ich vor der Tür von unserer Hütte stehe. Wie vor vier Jahren, als ich Mom und Dad wiedergesehen habe und mich nicht getraut habe, an die Tür zu klopfen. Nur ist diesmal Peter bei mir statt Wanda und Steve und mir wird kein Tony Stark die Tür öffnen.

Peter wartet vor der Veranda auf mich.

Ich wollte das hier allein machen.

Ich schließe die Augen und atme einmal tief ein und aus.

Und klopfe an.

Nach ein paar Sekunden öffnet Mom ... nein, das hier ist nicht meine Mom. Das ist Pepper aus einem anderen Universum. Aus Erde-616.

Und sie ist nicht die Mom von einer Sky Stark. Weil ich hier nicht existiere.

»Hallo«, sagt sie mit einem leichten Lächeln.

»Wer bist du?«

»Hey, ... Pepper. Ich bin Sky«, sage ich. Sie kann mein Gesicht nicht sehen, weil ich die Maske angelassen habe. Sie könnte sich oder Tony sonst darin erkennen.

»Ich wollte euch nur etwas wegen eures Verlusts von Tony sagen.«

Pepper runzelt die Stirn.

»Uns?«

Ich nicke.

»Morgan?«

Sie nickt, immer noch ein wenig verwirrt.

»Ich hole sie kurz.«

Kurz danach ist sie mit Morgan an ihrer Seite wieder da.

»Wer ist das, Mommy?«, fragt sie verunsichert.

»Hey Morgan, ich heiße Sky.«

Ich bin deine Schwester. In einem anderen Universum.

»Ich wollte euch nur mein Beileid wegen Tony aussprechen«, sage ich mitfühlend.

Als Pepper ihre Augen schließt, um ihre Tränen zu verbergen, frage ich: »Darf ich ...«, und breite meine Arme aus.

Pepper nickt leicht.

Ich umarme sie sanft und lege meinen Kopf auf ihre Schulter.

»Es tut mir so leid«, hauche ich.

Dann gehe ich vor Morgan in die Hocke und streiche ihr über den Arm.

»Du schaffst das. Ich glaube an dich«, flüstere ich ihr zu. Sie nickt und lächelt kurz.

Dann winkt sie mir kurz zu, fragt Pepper, ob sie weiterspielen darf und verschwindet dann wieder im Haus, als Pepper nickt.

»Wer bist du?«, fragt Pepper ernst.

Ich weiche einen Schritt zurück.

»Wer bist du wirklich?«

»Das kann ich nicht sagen«, sage ich.

»Es würde dich sehr verletzen.«

»Morgan ist noch klein, aber ich kann das verkraften. Du kennst uns, habe ich nicht recht? Ich kenne dich nämlich nicht.«

Ich nicke niedergeschlagen.

Dann verschwindet meine Maske und ich schaue zögerlich in Peppers Augen.

Sie schnappt nach Luft.

»Ich komme aus einem anderen Universum«, erkläre ich.

»Ich heiße Sky Stark.«

Ich schließe kurz meine Augen, und als ich sie wieder öffne, kann ich ihr nicht in die Augen schauen. Stattdessen starre ich auf meine Fußspitzen.

»Ich komme aus einem anderen Universum, bei dem Dad nicht gestorben ist. Und weil ich in diesem Universum gerade zu Besuch bin und wusste, dass euer Tony hier gestorben ist, wollte ich euch nur kurz besuchen und schauen, wie es euch geht.«

Nun blicke ich doch hoch.

Pepper hat die Hand auf den Mund gelegt und ihr läuft eine Träne die Wange runter.

Diesmal umarmt sie mich und ich stütze sie. Die Umarmung dauert viel länger als die Erste und als wie uns voneinander lösen, flüstere ich zögerlich: »Wenn du willst, kannst du ihn sehen. Könnt ihr ihn sehen.«

Sie schüttelt den Kopf.

»Morgan würde es nicht verstehen. Aber ... ich würde ihn gerne noch einmal sehen. Auch ... Auch wenn es nicht mein Tony ist.«

—Farewell—

»Wieso hast du ...!?«, fragt Stephen empört, als ich mit Pepper und Peter durch das Portal gehe.

»Sie würden sich gerne von Tony verabschieden«, erkläre ich.

»Sie tun mir so leid.«

Stephen nickt mit zusammengepressten Lippen und genervtem Gesichtsausdruck.

»Und da dachtest du: 'Ja, ich kann sie einfach mal kurz mit in mein Universum nehmen, damit sie denjenigen sehen können, den sie vermissen.'?«

Ich zucke mit den Schultern.

»Ich habe ihre Trauer gesehen , als Tony gestorben ist. Ich habe sie gefühlt . Wenn ich wüsste, dass ich mich noch irgendwie richtig von Wanda verabschieden könnte, auch wenn das in einem anderen Universum ist, würde ich auch alles dafür tun. Auch wenn ich weiß, dass ich sie danach nie mehr sehen werde und dass sie nicht meine Wanda ist. Das ist ein gewisser Grad von Mitgefühl, Doctor Strange.«

Stephen nickt grimmig.

»Okay. Aber lass dir nicht zu viel Zeit.«

Dann öffnet er das Portal zu unserer Hütte, wo Dad wartet.

»Es hat funktioniert. Ich soll dir ein Danke von dem anderen Stephen ausrichten.«

Stephen nickt und winkt mich dann duch das Portal.

Als es sich hinter uns schließt, flüstert Peter: »Danke, dass du uns das möglich machst. Und dass du Dr. Strange so widersprochen hast.«

Pepper nickt.

»Das ist unfassbar. Ich sehe mich und ihn in dir ...«

Wir gehen die Veranda hoch, aber bevor wir zu dritt reingehen, sage ich: »Lasst mich kurz mit ihm sprechen, damit er nicht so überrumpelt wird.«

Beide nicken verständnisvoll und ich öffne die Tür.

»Hey, Skyle!«, begrüßt mich Dad. Er sitzt mit Mom auf dem Sofa.

»Wie war's in dem anderen Universum?«

Dann sieht er meinen ernsten Gesichtsausdruck und meine Schnittwunde an der Wange und verstummt.

Mom sagt bestürzt: »Du bist ja verletzt! Was ist passiert?«

Sie macht Anstalten, aufzustehen, aber ich winke ab.

»Die Wunde ist nicht so schlimm.«

Dann wende ich mich an Dad.

»Es sind zwei Personen hier für dich, Dad. Sie sind aus dem Paralleluniversum, bei dem ich war.

Und sie würden sich gern von dir verabschieden, weil ... Weil du dort gestorben bist, als du geschnipst hast.«

Mom schnappt nach Luft.

Ich sehe Dad's Sorge, er fragt: »Wer ist es?«

»Pepper und Peter. Peter Parker, erinnerst du dich noch an die Meldung im Fernsehen, dass er ins Koma gefallen ist, weil er von einer Spinne gebissen wurde?«

Dad nickt.

»In diesem Universum bekam er Superkräfte, so wie ich und wurde auch ein Avenger. Tony war ein Mentor für ihn.«

»Also habt ihr beide in dieser Welt Spinnenkräfte?«, fragt er nach.

Ich schüttle den Kopf.

»Mich gibt es auf dieser Erde nicht. Meine Existenz ist, wenn man das Multiversum betrachtet, ziemlich selten.«

Ein paar Sekunden ist es still, bis ich wieder etwas sage.

»Sie warten draußen. Mom, du bleibst besser hier drinnen, ich glaube es ist nicht so gut wenn du dir selbst begegnest.«

Dad steht mit einem Nicken auf und Mom lächelt schwach.

»Okay.«

»Wundere dich nicht über ihre Reaktionen, für sie bist du immerhin tot.«

Dad nickt, er ist ganz still geworden, was ehrlich gesagt ziemlich selten ist.

»Oh mein Gott«, haucht Pepper, als sie Dad sieht. Sie fällt ihm um den Hals und umarmt ihn lange.

Schließlich lässt sie ihn los und schaut ihn noch einmal mit einem wehmütigen Blick an.

»Ich wollte dich nur noch einmal sehen. Auch wenn du nicht mein Tony bist ... wollte ich mich von dir verabschieden.«

Dad nickt.

»Ich bin mir absolut sicher, dass du das mit Morgan schaffst«, fügt er hinzu.

Dann tritt Peter einen Schritt nach vorne.

»Mr. Stark?«, fragt er zögerlich.

»Hey Peter«, sagt Dad und nach ein paar Sekunden der Realisation umarmt auch Peter ihn.

»Es tut mir so leid«, schluchzt er leise.

»Aber Sie haben uns gerettet, Sir.«

»Also ... Es existiert das Multiversum?«, fragt Dad, nachdem die beiden von Stephen wieder zurückgebracht wurden.

Ich nicke.

»Offensichtlich.«

»Und wie hat Strange das erklärt? Deine Geburt hat eine Spaltung von der Sacred Timeline verursacht?«

»Jap.«

»Das ist echt krass. Wenn man sich so überlegt, welche Entscheidungen im Leben den weiteren Verlauf deines Universums verändern können ... hey, stell dir vor, vielleicht heiße ich in einem Paralleluniversum Almanzo Stark! Schrecklicher Name. Meine Eltern hätten mir den fast gegeben.«

Hä?