Iron Man 3 (2013)
Iron Man 3 (2013)
Sky mit vier:
https://1drv.ms/i/c/c0a114388c74db00/IQBGJGtstkmyTqPtu2ZPnWShAbJec9cuQKsql11Bvntcurs
—Dezember—
»Mrs Stark, ihr 4-Uhr-Termin ist da.«
Pepper geht mit Happy zum Terminraum.
»Darüber reden wir später, Happy. Aber im Moment muss ich zu dieser sehr nervigen Sache.«
»Wieso nervig?«, brummt Happy.
Sie öffnet die Tür und senkt ihre Stimme.
»Ich kenne ihn von früher und der wollte ständig mit mir ausgehen, also ist das jetzt sehr ... unangenehm.«
»Das klingt ja überhaupt nicht gut«, kommentiert er.
Dann sieht Pepper Killian und ist überrascht.
»Pepper«, begrüßt er sie.
»Killian?«
Sie klingt so, als wäre sie sich nicht sicher, ob das wirklich Killian ist.
»Du siehst gut aus. Sogar besser als gut«, sagt er und grinst.
»Ähh, mein ... d-d-du-du siehst gut aus ... Ich-Ich-k-ka ...«, stottert sie.
»Was in aller Welt hast du gemacht?«, fragt sie schließlich.
Er geht ein paar Schritte auf sie zu.
»So gut wie nichts. Ich war fünf Jahre in den Händen von Physiotherapeuten und ... bitte, nenn mich Aldrich.«
Nachdem Happy gegangen ist, sagt Pepper: »Es freut mich sehr, dich wieder zu sehen, Killian.«
Seine Bitte, ihn beim Vornamen zu nennen, ignoriert sie.
Sie setzt sich auf einen der Sofas und Killian beginnt zu sprechen.
»Nach langen Jahren in der legalen Grauzone wegen des Verbots von«, er malt Gänsefüßchen in die Luft, »"unethischer" biologischer Forschung hat meine Ideenschmiede ...«
Er legt einen kleinen Kasten auf den Tisch und holt etwas heraus.
»... eine kleine hübsche Sache in den Startlöchern.«
Dann klebt er sich etwas hinter die Ohren.
»Wir ... nennen diese kleine Idee EXTREMIS .«
Mit einem Gerät dimmt er das Licht und wirft drei Kugeln über die Glasplatte.
»Betrachten wir das menschliche Hirn.«
Die Kugeln werfen ein Bild in den Raum und man erkennt eine Galaxie voller Sterne und Farben.
»Ähh, Moment, halt, das ist das Universum, mein Fehler.«
Er drückt einen weiteren Knopf auf der Bedienung und ein anderes Bild erscheint. Es schimmert hauptsächlich blau und sieht aus wie ein Gehirn.
Er steigt auf den Tisch, um ihr zu beweisen, dass das Hologramm eine Live-Übertragung seines Gehirns ist und zieht sie hoch.
Sie stehen sich nun gegenüber und er fordert sie auf, ihn zu zwicken. Etwa in der Mitte über ihnen leuchtet etwas auf.
»Was war das?«
»Das war der primäre somatorische Kortex. Das Schmerzzentrum des Hirns. Aber das da ... wollte ich dir eigentlich zeigen.«
Er dreht Pepper, sodass sie – ziemlich eng – vor ihm steht. Pepper runzelt die Stirn und geht einen Schritt von ihm weg.
»Du kannst es mir auch zeigen, wenn ich nicht so nah bei dir stehe, Killian«, sagt sie frostig, aber höflich.
»Natürlich«, sagt er, er wirkt verwirrt, rückt sein Pokerface aber wieder zurecht.
Mit seiner Hand zieht er das Hologramm näher zu sich und zoomt hinein.
» EXTREMIS nutzt unser biochemisches Potenzial und gelangt ... hier hin.«
Vor ihnen tut sich etwas auf, was einem schwarzen Loch ähnelt.
»Das ist genau genommen eine leere Stelle, und diese Stelle sagt uns, dass unser Verstand, dass unsere ganze DNS sich nach einem Upgrade sehnt.«
Pepper ist beeindruckt. »Wow«, haucht sie.
Killian nimmt die Kugeln wieder vom Tisch, nachdem beide wieder auf dem Boden stehen.
Die beiden setzen sich und Killian erzählt weiter: »Stell dir vor, du könntest dich in die Festplatte von ... jedem lebendem Wesen hacken und einfach die DNS neu codieren.«
Er grinst sie erwartungsvoll an.
»Das wäre wirklich umwerfend«, sagt Pepper, bleibt aber ernst.
»Doch leider klingt es in meinen Ohren auch so, als könnte man es leicht als Waffe missbrauchen. Das klingt nach genmanipulierten Soldaten, Privatarmeen und Tony würde nicht-«
»Tony, Tony ...«, schneidet Killian ihr das Wort ab.
»Ich hatte Tony angeboten zu AIM zu kommen, vor 13 Jahren schon ... Er hat mir einen Korb gegeben.«
Er sieht Pepper eingehend an. »Aber jetzt habe ich das Gefühl, es ist ein ganz anderes Genie am Ruder, dass sich nicht vor dem alten Tony verantworten muss. Und das nicht so ein eigensinniges Ego hat.«
Pepper schaut ihn skeptisch an.
»Tony hat kein "so eigensinniges Ego" mehr. Er ist eigensinnig, ja, aber nicht so, wie du ihn in Erinnerung hast«, wehrt sie Tony ab.
»Ich werde Nein sagen müss–«
Die Glastür hinter ihnen wird aufgerissen und Sky stürmt herein.
»Mommy, Mommy!«
Zuerst beäugt sie Killian kritisch, dann geht sie zu ihrer Mutter.
»Was machst du denn hier, Sky? Wie bist du hier her gekommen?«, fragt Pepper überrascht.
Das kleine Mädchen streckt ihren Kopf zu Peppers Ohr und flüstert: »Daddy hat mir gesagt, ich soll dich retten.«
Sie zeigt auf Killian.
»Vor dem da.«
Pepper küsst sie auf die Wange und flüstert zurück: »Warte kurz draußen bei Happy, ich komme gleich. Danke, Sweetie.«
Sky lächelt erleichtert und murmelt ein »Bitte!«, bevor sie wieder aus dem Raum geht.
Killian deutet auf das Mädchen, dass fröhlich Happy entgegenhüpft, und fragt: »Das ist ... deine Tochter?«
Sie nickt.
»Und Tony ist ...«
Sie nickt wieder zustimmend.
»... ihr Vater und mein Ehemann, richtig. Wie gesagt, Killian, meine Antwort ist Nein.«
Draußen läuft sie zu Sky und nimmt sie an die Hand. »Komm, Sweetie, wir fahren nach Hause.«
Als die beiden durch die Eingangstür kommen, ruft Sky nur: »Hi, Daddy!«, und verwindet in ihrem Zimmer.
Pepper entdeckt jetzt erst den Iron-Man-Anzug auf der Couch und runzelt die Stirn. »Was soll das? Trägst du das jetzt echt schon zuhause? Der wievielte ist das, Mark 15?«
Tony steht auf und schaut auf seinen Arm.
MK 42
»Ähh, na ja ... so etwas in der Art. Du weißt ja, jeder braucht ein Hobby.«
Pepper setzt sich, um ihre Schuhe auszuziehen und wechselt das Thema.
»Hast du mir vorhin wirklich Sky geschickt, um mich zu retten? Wie ist sie da eigentlich hingekommen?«
Sie blättert durch gemalte Bilder und Grußkarten von Kindern und lächelt.
»Ja, es sah so aus, als würde er dich bedrängen, zumindest hat Happy das gesagt. Und ... ähh, was Sky anbelangt ... es kann sein, dass ich unten in der Werkstatt war und nicht mitbekommen habe, wie sie heimlich mit euch ins Auto gestiegen ist. Aber du hast es genauso wenig bemerkt und Happy auch erst dort, also wirf mir nichts vor!«, fügt er hinzu, als Pepper warnend die Augenbrauen hebt.
»Sie kam dann jedenfalls ans Telefon, als ich mit Happy geredet habe und ich habe ihr gesagt, sie soll dich vor dem Mann retten, der bei dir ist. Hätte Happy dich retten wollen, hättest du nicht gehört, ich mein, was soll ich denn sonst machen?«
Pepper grinst, steht auf und fährt dem Anzug über die Brust.
»Ohhhh, ist da jemand eifersüchtig?«
»Ähh, n-nein?«, lügt Tony stotternd.
»Das musst du nicht. Er war es, der mich früher um Dates gebeten habe. Nicht ich ihn.«
»Da sah er aber auch nicht so gut aus wie jetzt«, wirft Tony ein.
»Na und? Tony, wir sind verheiratet . Das habe ich Killian auch deutlich klargemacht. Wir haben eine Tochter . Wenn hier einer eifersüchtig sein muss, dann ist das Killian. Er sah auch eifersüchtig aus, als er kapiert hat, dass Sky meine Tochter ist.
Du brauchst überhaupt nicht besorgt zu sein, okay?«
Er nickt vorsichtig.
»Na, nach deiner Rede bin ich das auch gar nicht mehr.«
Pepper lächelt erleichtert.
»Wieso klappst du nicht einfach deine Maske hoch und gibst mir einen Kuss?«
Er tippt sich an seinen Helm.
»Piep-Bong. Piep-Piep. Tja, wie blöd, das geht gerade nicht. Wieso küsst du nicht einfach ... auf dem unteren Schlitz?«
Er zeigt auf den Rand der Maske.
»Wie wäre es denn, wenn ich nach unten in die Werkstatt gehe und gucke, ob ich ein Werkzeug finde um sie aufzustemmen?«, widerspricht sie grinsend.
Tony hält sie zurück: »Du willst ein Werkzeug? Oh, ähh ... Leider gab's da ein Strahlungsleck ...«
Doch sie läuft bereits mit schnellen Schritten die Treppe hinunter.
»Das Risiko geh ich ein.«
»Ist gefährlich!«, unternimmt er noch einen schwachen Versuch.
Aber Pepper ist schon verschwunden.
Unten macht Tony Klimmzüge und spricht währenddessen mit einem Headset durch den leeren Anzug.
»Lass mich dir wenigstens einen Schutzanzug holen. Oder einen Geigerzähler oder so.«
Fassungslos geht Pepper auf Tony zu.
»Das ist sogar für dich extrem schäbig«, wirft sie ihm vor.
»Tschuldige.«
»Ich habe wirklich gedacht, das wärst du! Ich komme mir gerade ziemlich dumm vor!«
Sie atmet einmal tief durch und sagt dann: »Ich werde ins Bett gehen.«
Sie dreht sich um und geht schon aus der Tür, da ruft Tony ihr hinterher: »Warte! Komm schon ... Pep!«
Er seufzt und hebt die Hände.
»Hey, ich geb's ja zu. War 'n Fehler! Tut mir leid. Ich ... hätte vielleicht ... einfach hochkommen können. Ich mein ...«
Pepper sieht ihn über ihre Schulter an und wendet sich ihm wieder zu.
Tony lässt seine Hände fallen und platzt auf einmal heraus: »Ich bin ein brodelnder Vulkan.«
Er verschränkt seine Arme und schaut Pepper ehrlich an.
»Das geht jetzt schon 'ne Weile so.«
Während Pepper die Treppe wieder nach unten geht, fährt er fort: »Ich hab bisher nichts gesagt. Seit New York ist nichts mehr wie's war. Man erlebt diese Dinge ... dann sind sie vorbei und man kann sich nicht erklären, was passiert ist. Götter, Außerirdische, andere Dimensionen ... Ich bin nur 'n Typ in 'ner Blechdose!«
Er weist mit der Hand auf sie.
»Der Grund, warum ich bis jetzt nicht zusammengeklappt bin, bist du.
Ich liebe dich, ich bin glücklich ... Aber, Honey ...«
Er setzt sich erschöpft.
»Ich kann nicht schlafen. Ich habe ... Alpträume und Panikattacken.
Wenn du im Bett bist, komm ich her und tu das was ich kann. Ich tüftle. Aber ...«
Er schüttelt langsam den Kopf und seufzt.
»... die Bedrohung ist allgegenwärtig. Und ich muss das beschützen, ohne das ich nicht leben kann. Und das bist du. Das ist Sky. Und meine Anzüge sind ...«
»... nur Maschinen«, beendet Pepper den Satz.
»... einfach ein Teil von mir.«
Sie schüttelt den Kopf.
»Sie sind eine Ablenkung.«
»Ja, mag sein.«
Peppers Blick wird weich. Sie macht ein paar Schritte auf ihn zu und fährt ihm über seine Haare.
Er seufzt wieder und lässt seinen Kopf gegen sie fallen.
Als sie ihm über den Kopf streicht, zieht sie ihm das Headset ab.
Sie schauen sich lange an und in Tonys Blick liegt Müdigkeit, Verletzlichkeit, aber auch Wärme.
»Ich spring mal schnell unter die Dusche«, sagt Pepper und wendet sich ab.
»Ist gut.«
Sie bleibt in der Tür stehen und fügt hinzu: »Und du hilfst Sky beim Bettfertigmachen.«
Er seufzt ergeben. »Geht klar.«
—Wie der Vater, so die Tochter—
Er geht nach oben zu Skys Zimmer und öffnet die Tür. »Hey, Skylee, deine Mom hat mir befohlen, dir beim Bettfertigmachen zu helfen.«
Doch Sky ist nirgendwo zu sehen.
Da springt sie auf einmal hinter der Tür hervor und klammert sich an sein Bein.
»Booo!«
Tony spielt sich erschrocken und ruft: »Hilfe, ich werde überfallen!«
Dann läuft er ein paar Schritte mit seinem Klotz am Bein und fällt um.
»He, Daddy, du hast mich fast zerquetscht!«, beschwert sie sich.
Tony stellt Sky auf die Beine und steht auf.
Dann wirft er sie sich über die Schulter und geht mit ihr ins Bad, während Sky ihm auf den Rücken trommelt, ruft dass er sie runter lassen soll und kichert.
Das Rauschen des Wassers im Raum nebenan ist zu hören.
Er setzt Sky auf einem Hocker ab, der vor dem Waschbecken steht, und reicht ihr die Zahnbürste aus dem Schrank, bevor er sich an die Wand anlehnt.
Während sie sich die Zähne schrubbt und ihn nicht beachtet, beobachtet er sie mit sanftem Blick.
Sie schwenkt ihre Beine hin und her und ihre verschiedenfarbigen Augen sind leer, wie als würde sie über etwas nachdenken.
Ihr rehbraunes Auge gleicht dem eines Teddybären. Wie Tonys Augen ...
Das Blaue erinnert ihn aber stark an Pepper, es sieht aus wie die Tiefen des Meeres.
Die rotbraunen Haare liegen offen über ihren Schultern und eine Strähne kitzelt sie im Gesicht. Sie will sie wegpusten, aber hat vergessen, dass sie gerade Zähne putzt. Eine Seifenblase schwebt direkt vor ihr, bis sie die freie Hand hebt und mit dem Finger platzen lässt.
Die störende Strähne hat sie längst vergessen.
Sky strahlt so eine wunderschöne Ruhe aus, Tony könnte sie ewig ansehen.
Ein Dauerlächeln hat sich auf seinen Lippen gebildet, bis Sky auch seine friedliche Blase platzen lässt.
»Fertig!«, ruft sie, nachdem sie sich auf den Hocker gestellt hat und die Zahnpasta ausgespuckt hat.
»Sicher, dass das nicht zu kurz war?«, fragt er skeptisch.
Sie nickt und spült sich den Mund aus.
Sie gehen zusammen in ihr Zimmer und suchen ihr einen Schlafanzug aus, den sie anzieht.
Dann schlüpft sie unter die Bettdecke und bettelt: »Kannst du mir eine Geschichte erzählen?«
Er macht einen nachdenklichen Gesichtsausdruck.
»Okay ... also, es war einmal ein Typ, der dachte, er kommt super alleine klar. Dann hat er eine wunderschöne Frau getroffen, die ihm gezeigt hat, dass er jemanden braucht, weil er sonst nix auf die Reihe kriegt, wenn sie nicht da ist. Und die beiden haben dann eine süße Tochter bekommen, sodass der Typ gemerkt hat: Die beiden haben ihn zu einem besseren Menschen gemacht. Ende.«
Sky kichert. »Das bist du, Daddy!«
»Nee, das ist nur so 'n Typ, der so aussieht wie ich und zufällig auch denselben Namen hat.«
Sky kichert.
Gut, dass sie diesmal nicht nach Iron Man gefragt hat , denkt er.
Sky legt ihre Kuscheltiere zurecht, bevor Tony ihr eine gute Nacht wünschen kann.
Er sagt gespielt ernst: »Das sind dann also 3 Securities ... eine Katze, ein Hund und ein ... was ist das überhaupt?«
Er weist auf das dritte Plüschtier.
Es hat rotes Fell mit weißer Schwanzspitze.
Sky kichert leise und sagt: »Das ist ein Fuchs, Daddy!«
»Ach so. Na dann. Security Fox, passen Sie gut auf meine Tochter auf, sonst muss ich Sie leider feuern.«
Sky grinst breit und flüstert: »Gute Nacht, Daddy.«
Tony küsst sie auf die Haare und sagt: »Schlaf gut, Skylee.«
Nachts hat Tony einen Alptraum. Er zuckt immer wieder, stöhnt und weckt damit Pepper auf. Sie rüttelt ihn besorgt an der Schulter.
»Tony? Tony. Tony!«
Plötzlich packt sie Mark 42 am Arm und zieht sie weg.
Pepper schreit erschrocken auf.
Da wacht Tony auf, rappelt sich auf, streckt die Arme aus und ruft: »Abschalten!«
Der Anzug fällt auseinander, als Tony auf ihn einschlägt.
Beide atmen schwer.
»Ich muss ihn im Schlaf gerufen haben. Das hätte natürlich nicht passieren dürfen. Ich ... kalibriere die Sensoren neu.«
Pepper springt aus dem Bett.
»Können wir ... Lass mich einfach ...«
Er streckt erschöpft einen Arm nach ihr aus.
»Lass mich zu Atem kommen. Hey, geh nicht!«
»Ich schlafe jetzt unten«, erwidert sie kalt.
Nachdem sie verschwunden ist, hört Tony auf einmal leise, leichte Schritte.
»Daddy?«
Sky steht neben dem Bett, sie reibt sich müde die Augen. Sie hat den Plüschtierfuchs im Arm.
»Warum war es so laut?«
»Hey Sky. Ich hatte einen Alptraum und habe Mommy erschreckt.«
Sie bemerkt den zersprungenen Anzug auf dem Boden.
Tony bemerkt Skys fragenden Blick und erklärt: »Ich habe den Anzug im Schlaf gerufen und er hat dann Pepper erschrocken, die mich wecken wollte ...«
»Ach so.«
Er ist sich nicht sicher, ob sie es wirklich verstanden hat, aber das ist nicht wichtig.
»Was hast du geträumt?«, fragt Sky, sie klettert zu ihm Bett und kuschelt sich an ihn.
»Weißt du noch, wo ich fast in dem Loch im Himmel stecken geblieben bin?«
Er spürt ihr Nicken an seiner Brust, also fährt er fort.
»Ich hatte Angst, dass ich da nicht rauskomme und dass ihr mich verliert. Und jetzt habe ich davon geträumt.«
»Oh ... Ich kann ja bei dir bleiben, vielleicht schläfst du dann besser? Wenn ich einen Alptraum hab, dann bleibst du auch bei mir. Dann kann ich besser schlafen.«
Tony lächelt.
»Und du hast Security Fox mitgebracht?«
Sie nickt wieder.
»Du hast gesagt, du feuerst ihn, wenn er nicht auf mich aufpasst. Und ich habe festgestellt, dass er mich nicht beschützen kann, wenn er nicht bei mir ist«, erklärt sie.
»Da hast du wohl recht«, stimmt Tony ihr zu.
Er ist gerührt, dass sie seinen Spaß so ernst nimmt und streicht ihr liebevoll über die Haare. Nur über ihre außergewöhnliche Wortwahl muss er schmunzeln.
»Danke«, flüstert er noch, bevor Sky einnickt.
Kurze Zeit später war auch er eingeschlafen, und diesmal hatte Tony keinen Alptraum mehr.
—Großer Fehler—
Menschenmengen aus Reportern umströmen Tony, als er nach dem Besuch bei Happy aus dem Krankenhaus tritt.
Alle stellen Fragen, man kann kaum einen verstehen.
Aber Tony ignoriert alle und schaut keinen an. Doch dann lässt eine Frage ihn aufhorchen, als er schon bei seinem Wagen ist.
»Hey, Mr. Stark, wann legt endlich einer diesen Kerl um?«
Tony dreht sich langsam um.
Die Stimme gehört zu einem Mann, der ihn fast schon angrinst.
»Ich mein ja nur.«
Da brennen bei Tony die Sicherungen durch. Wegen Happy, dem Mandarin und wegen diesem arroganten Typen.
»Das wollen Sie also?«
Nach einer Pause sagt er: »Jetzt kommt mein Festtagsgruß live und exklusiv für den Mandarin. Ich war mir nur über die Wortwahl bis eben unklar. Mein Name ist Tony Stark und ich habe keine Angst vor dir. Ich weiß, dass du ein Feigling bist. Ich habe also entschieden ...«, er nimmt sich die Sonnenbrille ab, »dass du gerade gestorben bist, Kumpel. Ich werd deine Leiche abholen. Hier gehts nicht um Politik, sondern nur um die gute alte Rache. Vergiss das Pentagon, nur du und ich. Also, falls du mutig genug bist, dann komm doch einfach zu mir. 10880 Malibu Point. Kannst ruhig dein Navi benutzen. Ich lass dir die Haustür offen.«
Er nimmt das Handy aus der Hand des arroganten Reporters und fragt: »War es das, was Sie wollten?«
Dann wirft er das Gerät an die nächste Säule und es zerspringt. »Rechnung an mich«, sagt er noch, dann öffnet er die Autotür, steigt ein und fährt mit quietschenden Reifen davon.
Sein Kopf ist gefüllt mit Fragen zum Mandarin, ihm wird der Fehler, seine Adresse zu verraten, nicht bewusst.
Als er zuhause mit den Recherchen zum Mandarin fertig ist und es klingelt, schreckt er auf.
Da schießt ihm plötzlich durch den Kopf, was er angerichtet haben könnte.
Er entschuldigt sich bei Maya, aös er sie oben trifft, weil er Pepper holen müsse, da kommt sie bereits nach unten.
»Pepper, wir müssen hier weg. Ich hab bei 'nem Ausbruch meine Adresse der Presse verraten ...«
»Du hast was?!«
»Und dem Mandarin gedroht. Erklär ich später. Du gehst raus hier, nimm Maya mit. Ich hole Sky.«
Pepper will wiedersprechen, dann sehen sie ihre Villa auf dem Fernseher und sie verstummt.
»Beeil dich!«, sagt sie stattdessen und macht gerade einen Schritt auf dem Weg zur Tür, da schlägt die Rakete durch das Fenster ein. Sie werden zurückgeworfen und Tony schickt den Anzug zu Pepper.
Sie knallen gegen die Wand.
Als Tony sich stöhnend aufrichtet, fällt ihm Sky ein und er beeilt sich, Pepper und Maya dazu zu bringen, nach draußen zu gehen.
»Wie schon gesagt, ich hole Sky! Schnell, raus hier!«
Pepper geht endlich und er sprintet die Treppe nach oben.
»Mommy? Daddy?«, hört er schon ihre panischen Rufe.
Es werden immer mehr Raketen auf die Villa geschossen und vor Skys Zimmer tut sich nach einem Beben plötzlich ein Abgrund auf und er kommt nicht mehr an die Tür.
»Sky? Hörst du mich? Öffne die Tür!«
Sie macht die Tür auf, aber viel zu langsam, zu zögerlich. In dem Moment, wo der Boden unter Tonys Füßen nachgibt, ist gerade genug Platz und Tony springt in ihr Zimmer.
»Daddy, was passiert hier?«
»Keine Angst, Skyle«, versucht er sie zu beruhigen.
Sir, Mrs Stark hat das Gebäude verlassen.
Er ruft seinen Anzug mit einer Armbewegung zu sich und dieser legt sich nach ein paar Sekunden um ihm. Ein Betonstück fällt aus der Decke, geradewegs auf Sky zu, aber Tony legt die Arme um sie und sie bleibt unverletzt.
»Sky? Mach deine Augen zu. Ich hole uns jetzt hier raus, okay? Halt dich an mir fest.«
Sie befolgt still seine Anweisungen und klammert sich an ihn.
»Jarvis, was ist mit meiner Flugfähigkeit?«
Ich bin dabei, Sir. Das ist ein Prototyp!
Also geht er raus auf den Balkon ihres Zimmers und sieht Pepper und Maya draußen stehen. Er hört Peppers verzweifelte Rufe und macht sie auf ihn aufmerksam.
»Pepper, wir sind hier!«
Sir, ich kann Ihnen ein wenig Flugfähigkeit ermöglichen, aber nur vom Balkon bis auf den Boden. Für mehr reicht es noch nicht.
»Okay, dann los!«
Er springt vom Balkon, hält Sky fest in seinen Armen und wird von den stotternden Repulsoren ein wenig unsanft nach unten gebracht. Sky wimmert.
»Hey, wir sind unten, Sky.«
Sie lässt ihn zögernd los und zusammen laufen sie schnell zu Pepper und Maya.
»Ich komme gleich, aber die hören nicht auf zu schießen. Ich muss sie erst ausschalten, bevor sie euch vielleicht treffen.«
Sky sieht so aus, als würde sie anmerken wollen, dass Jarvis gerade gesagt hat, dass seine Flugfähigkeit noch nicht ausreicht.
Aber Tony gibt ihr mit einem leichten Kopfschütteln stumm eine Antwort.
Er verschwindet im Gebäude und ist wegen des Staubs schon nicht mehr zu sehen.
Nachdem sich der Staub gelegt hat läuft Pepper an den Rand der Klippe, kann Tony aber nirgendwo entdecken. Er muss im Wasser unter Trümmern begraben liegen.
»Tonyyyy!«, schreit sie verzweifelt.
Als Tony mit dem Anzug aus dem Wasser schießt, hat sich Pepper längst umgedreht.
Aber Sky hat es gesehen.
Daddy?
Wieso fliegst du weg? , denkt sie verwirrt.
Dann fängt sie an zu weinen, Pepper kommt zu ihr und nimmt sie auf den Arm.
Sie hat vor, sie zu beruhigen, aber sie kann ihre eigenen Tränen nicht zurückhalten.
Dass Sky aus einem anderen Grund weint als sie, weiß sie nicht.
—Hoffnung—
Pepper steht mit Sky an der Kante des Abgrunds, wo Pepper zuvor nach Tony gerufen hat.
In der Hand hält Pepper einen Helm von einem Anzug. Sie hält ihn sich an die Stirn und ihr laufen Tränen über die Wangen.
Sky zupft an ihrem Oberteil.
»Da blinkt was im Helm«, schnieft sie.
Sie hat von unten den roten Punkt entdeckt, der im Helm aufleuchtet. Da hört Pepper auch das leise Piepen.
Sie zieht sich den Helm über den Kopf und blinzelt wegen der plötzlichen Helligkeit.
Gesicherter Stark-Server , ertönt eine weibliche Stimme im Helm.
Netzhautscan.
Ihr Auge wird gescannt.
Verifiziert.
Als Pepper Tonys Stimme hört, lächelt sie erleichtert.
»Hey Pepper, ich bin's. Ich muss mich für vieles entschuldigen und hab wenig Zeit dafür.
Also ... zunächst mal: Entschuldige, dass ich dich und Sky in Gefahr gebracht habe, das war egoistisch und dumm und kommt nie wieder vor.
Entschuldige, dafür, dass ich dir versprochen habe – weißt du noch, als ich die Lösung für Palladium gefunden habe, vor drei Jahren? – dass du noch lange nicht mit meinem Tod rechnen kannst.
In Afghanistan hast du mit meinem Tod gerechnet, dann wegen der Palladiumvergiftung. Nach meinem Versprechen an dich wäre ich in New York fast in dem Wurmloch stecken geblieben und jetzt dachtest du wieder, ich wäre tot. Weißt du, ich versuche WIRKLICH, mir Mühe zu geben. Aber ich schätze, du solltest mit meinem Tod rechnen, immerhin bin ich Iron Man.
Und entschuldige im Voraus, dass ich ... noch nicht nach Hause kommen kann. Ich muss diesen Kerl finden. Bringt euch in Sicherheit, so viel ist klar.
Es geht mir gut, richte das auch Sky aus.
Ich bin nur aus Versehen in Tennessee gelandet.
Und hab einem Holzindianer den Poncho geklaut.
Ich liebe dich. Bis dann.
Und für noch was für Skyle ...
I love you to the sky.«
Pepper zieht den Helm ab, kniet sich zu Sky hinunter und streicht ihr durchs Haar.
»Tony ist noch am Leben, Sweetie. Er ist aus Versehen weggeflogen und kann noch nicht zurück. Er hat dir auch eine Nachricht dagelassen. Willst du sie hören?«
Sie nickt glücklich und Pepper setzt ihr den Helm auf.
Tonys letzter Satz spielt sich noch einmal ab.
»I love you to the sky.«
—Tarnkappenmodus—
»Ist das Iron Man?«, fragt Harley erstaunt.
»Genau genommen bin ich das«, erwidert Tony.
»Genau genommen ... sind Sie tot«, bemerkt Harley und drückt ihm eine Zeitung an die Brust.
Tony faltet sie stirnrunzelnd auf.
MANDARIN ANGRIFF
STARK VERMUTLICH TOT
»Guter Einwand.«
Harley kniet sich neben dem Anzug auf das Sofa.
»Was ist denn mit ihm passiert?«, fragt er neugierig.
»Was halt passiert. Ich habe ihn gebaut, ich kümmere mich um ihn. Und repariere ihn.«
Tony wirft die Zeitung weg und Harley dreht den Kopf des Anzugs zu sich.
»Wie 'n Mechaniker?«
»Ja«, stimmt Tony zu.
»Ah«, macht Harley und dreht den Kopf wieder zurück.
»Wenn ich den bauen würde, also Iron Man und War Machine ...«
»Der heißt jetzt Iron Patriot«, unterbricht Tony ihn.
»Das klingt tausendmal cooler!«, ruft Harley.
Tony schaut ihn nur an und widerspricht: »Stimmt nicht.«
»Na jedenfalls ... ich würde dem was einbauen, ähm ...«
Er wedelt mit den Händen um den Anzug herum, »so 'n Retrore ...«
Tony dreht seinen Kopf zu Harley.
»Retroreflektierende Panele?«
»Da wird man unsichtbar«, erklärt Harley.
»Wie eine Tarnkappe?«, fragt Tony.
»Wär klasse!«
Tony zuckt mit den Schultern.
»Ist gar keine schlechte Idee. Vielleicht baue ich so einen.«
—Lügen—
»Wieso waren Sie heute bei uns?«
Die Frage war an Maya gerichtet, sie, Pepper und Sky sitzen im Auto. Sky schläft bereits.
»Was war so dringend, dass Sie mit Tony reden wollten?«
Sie schaut wieder auf die Straße und wartet auf eine Antwort.
»Ich glaube, dass mein Boss für den Mandarin arbeitet.«
Pepper wirft ihr einen geschockten Blick zu.
»Wenn Sie jetzt noch darüber reden wollen, schlage ich vor, dass wir uns eine sichere Bleibe suchen.«
Pepper sieht verwirrt aus.
»Ihr Boss ... arbeitet für den Mandarin, glauben Sie, aber Tony hat gesagt, Sie wären eine Botanikerin!«
»Typisch. Ich bin eigentlich Biologin die DNS decodiert und ein Team von 40 Leuten bei einer Ideenschmiede leitet, aber klar, irgendwie bin ich Botanikerin.«
Pepper kommt diese Wortwahl sehr bekannt vor.
»Dieser ... Boss von Ihnen, hat der auch einen Namen?«
»Ja. Aldrich Killian.«
»Was ist passiert«, sagt Maya resigniert.
Pepper, Sky und Maya sind in einem Hotel.
Pepper sitzt am Bettkopf angelehnt an die Wand, neben ihr liegt Sky, sie schläft schon.
Maya, die an der Bettkante sitzt, fährt fort: »Kleine Anekdote: Bevor er Raketen für die Nazis baute, da ... träumte der junge Idealist Wernher von Braun davon, Menschen in den Weltraum zu befördern. Er wollte hoch hinaus. Wissen Sie was er sagte, als die erst V2 London traf? "Die Rakete war ein voller Erfolg, sie flog perfekt, nur dass sie auf dem falschen Planeten gelandet ist." Zu Anfang ist es das reine Staunen. Pure Wissenschaft. Und dann meldet dich das Ego, die Besessenheit. Und ehe man es sich versieht ... ist man zu tief in alles verstrickt.«
Sie hat ein wenig Tränen in den Augen, aber Pepper tröstet sie: »Gehen Sie nicht zu hart mit sich ins Gericht. Sie gaben ihre Forschungen einer Ideenschmiede.«
»Aber diese Ideenschmiede wurde von Killian mit Militärgeldern finanziert«, widerspricht Maya.
»So war's wohl auch bei Stark Industries . Machen Sie sich keine Vorwürfe«, sagt Pepper sanft. Sie hat keine Ahnung, dass Maya sie anlügt.
Maya sieht sie gerührt an. »Danke sehr, Pepper. Bedeutet mir viel, dass Sie das sagen.«
Es klopft an der Tür, der Kellner ist da. Pepper öffnet die Tür.
»Hi, guten Abend. Kommen Sie rein«, begrüßt sie ihn.
Da tritt plötzlich Killian hinter den Kellner und schaltet ihn mit einer kleinen Armbewegung aus.
Pepper rennt los und schreit: »Maya, weg!«
Doch Killian zieht sie an ihrem Arm zurück und packt sie an der Kehle. »Hi, Pepper.«
»Was machst du mit meiner Mom?«
Sky ist aufgewacht, aufgestanden und starrt Killian böse an.
»Och nee. Warum ist sie denn hier? Maya, bitte halte ihr den Mund zu. Und die Augen.«
Pepper wimmert vor Angst um ihre Tochter.
Maya gehorcht, aber Sky wehrt sich. Also hält Maya sie so fest, dass sie sich nun auch nicht mehr bewegen kann.
Pepper zerrt an seinen Fingern, sie bekommt keine Luft mehr.
»Verrätst du mir bitte, was du bei Stark zuhause wolltest?«, fragt er, an Maya gewandt.
»Ich hatte Dinge zu klären, ich hatte keine Ahnung dass der Meister alles hochjagen wollte!«
»Alles klar. Also wolltest du Stark retten nachdem er uns bedroht hat?«
Maya reißt die Augen auf.
»Wie ich schon sagte, Killian! Wir können ihn gebrauchen!«
Peppers Gesicht ist rot angelaufen und Sky schreit dumpf gegen Mayas Hand.
»Wenn das Produkt nächstes Jahr auf den Markt kommen soll, dann brauche ich Stark!
Er hatte bisher nur nicht den richtige Anreiz. Und den hat er jetzt!«
Sie schaut bedeutungsvoll auf Pepper und Sky.
Die beiden werden gefesselt und in einen Wagen verfrachtet. Sie haben Säcke über den Köpfen, damit sie nicht sehen, wo sie hinfahren.
Sky protestiert am Anfang noch und schreit, bis Pepper ihr zuflüstert: »Sky, keine Angst. Ich bin ja da. Du musst nicht schreien.«
Sie haben jegliches Zeitgefühl verloren und können nicht sagen, wie lange die Fahrt dauert.
Nach der Autofahrt werden beide in einen Raum abgeführt, wo Pepper in ein Gerät angeschlossen wird und Sky an einen Stuhl gefesselt. Erst jetzt werden ihnen die Säcke vom Kopf gerissen.
»Ich verabreiche dir jetzt EXTREMIS . Und entweder nimmt dein Körper es an ... oder er gibt auf. Und sei sicher, Tony wird dich live sehen.«
Tony ist am Bettgestell gefesselt, und nachdem er mit Maya geredet hat, kommt Killian die Treppe hinunter.
Nachdem er Tony seinen Plan erklärt hat, wirft er die Kugeln über den Boden, die er schon bei seinem Termin mit Pepper angewendet hat.
»Ich will Ihnen dasselbe Geschenk bereiten, dass Sie mir einst so großzügig bereitet haben: Verzweiflung.«
Die Kugeln werfen ein Hologramm in den Raum, auf dem man Pepper sieht, in ein Gerät geschlossen. Sie glüht rötlich, man erkennt die Schatten ihrer Knochen und sie wirft ihren Kopf vor Schmerzen hin und her und schreit, man hört es über das Hologramm nur nicht. Neben ihr sitzt Sky auf einen Stuhl gefesselt, sie ruft immer wieder ihre Mutter und ihr laufen Tränen übers Gesicht.
Tonys Gesicht ist geschockt, man erkennt genau das, was Killian ihm schenken will: Verzweiflung.
Killian spricht weiter, ohne jegliche Gefühle in der Stimme: »Das ist live. Vielleicht erkennt man es gerade nicht gut, in diesem Moment überlegt der Körper sich, ob er die EXTREMIS annimmt oder ... einfach aufgibt. Doch wenn er aufgibt, das muss ich schon sagen, die Explosion ist wirklich äußert spektakulär. Aber bis es soweit ist ... tut es einfach nur extrem weh.«
Tony windet sich, er hat Tränen in den Augen und presst die Lippen zusammen.
»Ach ja, und deine Tochter ist zu klein, um in dieses Gerät reinzupassen. Aber ihr schenke ich dasselbe wie dir: Verzweiflung. Sie ist verzweifelt, weil sie nicht weiß, was mit ihrer Mutter passiert. Und sie ist verzweifelt, weil sie nicht weiß, wo du bist.
Wenn Peppers Körper aufgibt und ihr Körper explodiert ... Sie sitzt zu nah, um den Schäden der Explosion auf Außenstehende zu entkommen.«
Nach einer kurzen Pause fällt ihm noch ein: »Ach, und ... Tony? Deine Tochter konnte Pepper nicht vor mir retten.«
Killian steht erneut vor Pepper.
Sie atmet schwer und sieht sich um.
Ihr Körper hatte EXTREMIS angenommen.
»Mommy? Geht es dir besser?«, fragt Sky.
Pepper nickt erschöpft.
Killian ignoriert das Mädchen und betrachtet Pepper eingehend.
Diese blickt ihn fest an.
»Du glaubst, dass er dir helfen wird?«
Sie schüttelt den Kopf.
»Das wird er nicht.«
Er geht einen Schritt auf sie zu und legt ihr eine Hand auf die Schulter.
»Du bist nicht nur als Motivationshilfe für Stark hier, eigentlich ist es viel peinlicher.«
Bei den letzten Worten lacht er verlegen und senkt den Kopf.
»Du bist hier als meine ...«
Bei Pepper macht es klick und sie beendet den Satz mit dem Wort: »Trophäe.«
Killian grinst verlegen, kneift die Augen zu und nickt.
»Mh-mh.«
Pepper dreht fassungslos den Kopf zur Seite.
»Was ist eine Trophäe, Mommy?«
Aber Pepper kommt nicht mehr dazu, zu antworten, denn Mr. President kommt in Rhodeys Anzug herein.
Nachdem sie wieder verschwunden sind, fragt Sky: »Kommt Daddy und rettet uns, Mommy?«
»Ganz sicher«, bestätigt Pepper hoffnungsvoll.
Pepper und Sky hören mehrere Explosionen, das Geräusch von Repulsoren und ganz leise Jarvis' Stimme, die durch alle Anzüge hallt.
»Hörst du, Sky? Tony kommt und rettet uns.«
Sie hat jetzt viel mehr Hoffnung.
Plötzlich explodiert etwas ganz in ihrer Nähe und die beiden werden weggeschleudert.
Sky liegt am Boden. Sie spürt dumpf den Schmerz einer kleinen Platzwunde an der Stirn, aber sonst hat sie nur ein paar Kratzer und blaue Flecken. Plötzlich landet Tony ein paar Meter vor ihr in den Resten des Containers, bemerkt sie aber nicht, sondern richtet seine Aufmerksamkeit auf Pepper, die unter Trümmern eingeklemmt ist.
Er will sie befreien, bringt sie dadurch aber in Gefahr, da sich genau über ihr spitze Teile befinden.
»Hör auf. Bitte leg's hin.«, stöhnt Pepper leise.
»Daddy?«, fragt Sky. Sie rappelt sich auf.
»Du bist da um uns zu retten!«
Peppers Stimme ist kaum mehr als ein Hauch, als sie zu Tony sagt: »Bring sie erst in Sicherheit, Tony. Sky zuerst.«
Also nimmt er Sky hoch, fliegt mit ihr zu dem Gerüst mit dem gelben Geländer neben dem Container und setzt sie zwischen mehrere Kisten.
»Beweg dich nicht und sei ganz leise. Ich muss jetzt deine Mom retten.«
Sky nickt ängstlich und kauert sich zwischen den Kisten links und rechts von ihr zusammen.
Hinter ihr ist das gelbe Geländer, dahinter geht es steil in die Tiefe.
Tony fliegt wieder zu Pepper, während Sky zurückbleibt. Sie versucht, sich so klein wie möglich zu machen, damit die EXTREMIS -Leute sie nicht entdecken.
Mehrere Minuten lang harrt sie regungslos aus und muss mit ansehen, wie ihre Mutter in die Tiefe fällt.
Da sie ihrem Vater aber versprochen hat, leise zu sein, kann sie sich gerade noch zurückhalten, laut nach ihrer Mutter zu rufen. Sie schluchzt nur leise, während ihr Träne um Träne über die Wangen läuft.
Plötzlich hört sie schwere Schritte und lugt mit einem Auge um die Ecke.
Blitzschnell zuckt sie zurück, denn einer dieser rot glühenden Männer geht direkt auf sie zu!
Auf einer der Kisten entdeckt sie eine Plane, die sie über sich ausbreitet. Vorsichtig rutscht sie noch ein wenig zurück und liegt nun ganz knapp am Abgrund.
Sie hört die Schritte nun direkt vor sich, aber sie bewegt sich nicht.
Da geht die Person weiter und Sky atmet erleichtert auf.
—Tabalu-Rasa—
Nach kurzer Zeit hört Sky einen metallischen Aufprall direkt vor sich. Sie zuckt ängstlich zusammen, doch als sie Jarvis' Stimme hört, kriecht sie aus ihrem Versteck.
Miss Sky, ich bringe dich zu deinem Vater.
»Okay«, flüstert sie.
Sie schlingt die Arme um den Anzug und drückt sich fest an ihn, als sie abheben.
Vorsichtig und langsam fliegt der Anzug zu Tony und setzt Sky ab.
»Mommy? Du lebst noch?«
Sky schaut Pepper ängstlich an.
Eigentlich würde sie vor Freude, dass ihre Mutter am Leben ist, zu ihr rennen, aber Peppers Augen haben eine gruselige rotschwarze Färbung, was Sky verunsichert.
Sie geht langsam auf ihre Mutter zu.
Doch Pepper macht vorsichtige Schritte nach hinten.
»Fass mich nicht an! Ich werde dich verbrennen!«
Tony hebt beschwichtigend die Hand.
»Nein, ganz sicher nicht«, widerspricht er und streicht ihr über die Schulter.
»Siehst du?«
Er nimmt Sky auf den Arm, die sich ängstlich an ihn drückt.
»Werde ich wieder okay?«, fragt Pepper verzweifelt.
»Nein, du bist mit mir verheiratet, wahrscheinlich wird nie alles in Ordnung sein.«
Pepper senkt den Kopf.
»Aber ich glaube, das kriege ich irgendwie hin.«
Pepper sieht hoffnungsvoll auf.
»Ich denke, ich kann ... dich bestimmt heilen. So bin ich, ich repariere Sachen.«
»Und ... all deine kleinen Ablenkungen?«, fragt sie skeptisch.
»Äh ... die werde ich auf ein Minimum reduzieren. Jarvis?«
Hier ist soweit alles in Ordnung, Sir.
Darf es sonst noch was sein?
Pepper zieht verwirrt die Augenbrauen zusammen.
Sie versteht nicht, was er vorhat.
»Du weißt, was«, antwortet Tony. Er sieht Pepper an.
Das Tabalu-Rasa-Protokoll , Sir?
»Was soll's, es ist Weihnachten, ja.«
Dann beugt er sich vor und umarmt Pepper vorsichtig.
Sky auf seinem Arm umarmt sie ebenfalls, sie hat ihre Angst überwunden, nachdem Peppers Augen wieder ihre normale Farbe angenommen hatten.
Pepper sieht nach oben.
Nachdem der erste Anzug in einem Feuerwerk explodiert ist, schaut auch Sky in den Himmel. Nach und nach gehen alle Anzüge in die Luft.
Pepper lächelt.
Auch Sky ist beeindruckt, aber Pepper versteht die Liebe, die Tony ihr damit zeigt.
»Boom«, flüstert Sky und kichert. Das wird niemals aufhören, das mit ihrem ersten Wort.
Tony küsst Pepper auf die Haare und fragt: »Ist das okay soweit? Gefällt's dir?«
Pepper lacht leise.
»Ja«, haucht sie gerührt und drückt ihn.
—Heilung—
Es gelingt Tony, Pepper zu heilen.
Doch dann denkt er sich: Warum aufhören?
Also lässt er sich seine Granatsplitter aus der Brust entfernen.
Er reinigt die kleinen Splitter und lässt sich daraus eine wunderschöne Halskette anfertigen.
Die Granatsplitter, mit Gliedern aus Metall verbunden, bilden die Kette, der Anhänger ist ein rubinrotes Herz, das in Silber eingerahmt ist.
Tony legt Pepper die Kette an.
Sie lässt ihre Haare fallen und dreht sich zu ihm um.
Sie schauen sich in die Augen und lehnen ihre Stirn aneinander.
Er schenkt ihr sein Herz.
———
Für die die sich wundern, dass Sky nach Tonys Alptraum das Wort »festgestellt« benutzt hat...
Meine 3-jährige Cousine hat das mal gesagt:
»Ich habe festgestellt, dass Mama Schokolade mag, deswegen wollte ich sie ihr schenken.«
Wirklich.
Also dachte ich: Das kann ich ja auch meiner 4-jährigen Sky in den Wortschatz einbauen!