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The First Avenger – Civil War (2016)

Daughter Of Iron, Powers Of A Spider — www.fanfiktion.de · All chapters

The First Avenger – Civil War (2016)

—September Foundation—

Nachdem Tonys holografische Eltern aus dem Raum gegangen waren, fängt der echte Tony an zu sprechen.

»So hätte ich es mir gewünscht. Sensitives Emotionales Neuro-Framing – kurz: S.E.N.F. Ich brauche dringend eine schärfere Abkürzung. Eine extrem kostenintensive Methode, durch das Kapern des Hippocampus traumatische Erinnerungen zu löschen.«

Er ist bereits ein Stück nach vorne in Richtung Flügel gelaufen und beugt sich nun vor, um eine Kerze auszupusten. Das Hologramm löst sich langsam auf und der junge Tony aus 1991 verschwindet.

»Das ändert nichts daran, dass sie nie am Flughafen angekommen sind … und nichts an den Dingen, die ich getan habe, statt zu trauern.«

Mit einem Seufzen nimmt er sich die Brille ab, wedelt damit herum und fährt fort:

»Tja … plus sechshundertelf Millionen Dollar für mein kleines Therapie-Experiment. Niemand, der noch alle Tassen im Schrank hat, hätte das finanziert.«

Außer man ist in meiner Situation , denkt er.

Er hat die Therapie natürlich bei sich, Pepper und Sky angewendet, und sie hat wirklich gut funktioniert. Selbst die kleinsten Reste von PTBS, die nach der Therapie bei der Familie noch übrig waren, sind nun vollständig verschwunden. Allein dafür haben sich die sechshundertelf Millionen Dollar gelohnt. 2014 wurde ihm gesagt, dass man mit der Therapie einen Großteil der Ängste nehmen kann, sodass ein halbwegs normales Leben möglich ist. Doch nun haben sie viel mehr erreicht, und darauf ist Tony mehr als stolz.

Nachdem er seine Rede beendet hat, stellt er Pepper, die der Kopf der Stiftung ist, vor, die auf die Bühne kommt und auch noch ein paar Worte sagt.

—Die Rettung der Avengers—

Tony öffnet das Paket und nimmt den Briefumschlag heraus.

Er ist von Steve.

Tony, ich bin froh, dass du wieder im Hauptquartier bist. Wär nicht schön dich in irgend 'ner Villa auf und ab tigern zu wissen. Wir alle brauchen Familie. Die Avengers sind deine. Vielleicht sogar mehr als meine. Ich bin auf mich allein gestellt seit ich achtzehn war. Ich hab mich nirgendwo richtig zugehörig gefühlt, nicht mal bei der Army. Ich vetraue eher auf Menschen. Würde ich sagen. Auf Individuen. Und ich hab Glück sagen zu können, dass die meisten mich nicht enttäuscht haben. Deshalb darf ich sie auch nicht enttäuschen. Schlösser kann man austauschen, aber vielleicht sollte man das nicht. Ich weiß, ich habe dich verletzt, Tony. Ich dachte, wenn ich dir nichts von deinen Eltern erzähle, würde ich dir etwas ersparen, aber jetzt weiß ich, dass ich mir nur selbst etwas erspart habe. Es tut mir leid. Ich hoffe du verstehst es eines Tages. Ich wünschte zutiefst, wir wären uns wegen des Abkommens einig gewesen. Ich weiß, du tust das, woran du glaubst, und mehr kann keiner von uns tun. Wir sollten alle so handeln. Also, was auch immer geschieht, ich verspreche dir, wenn du uns brauchst, wenn du mich brauchst, ich werde da sein.

Nachdem er Ross das Wort abgeschnitten hat und erfuhr, dass in das Gefängnis eingebrochen war, öffnet sich plötzlich die Tür und Sky läuft zu ihm.

Sie hat so gut wie nichts mitbekommen, außer dass ihr Vater verletzt zurückkam, Rhodey nicht mehr laufen kann und dass alle anderen Avengers nicht mehr da sind außer Vision. Tony schuldet ihr Erklärungen, das sieht er in ihrem Blick.

Sie sieht den Brief und das Prepaid-Handy und runzelt die Stirn.

»Was ist das für ein Brief? Und ... ist das ein Handy zum Aufklappen?!«

»Der Brief ist von Steve. Und das Prepaid-Handy habe ich von ihm bekommen, damit ich ihn anrufen kann, ohne dass das jemand mitbekommt. Okay, Skyle, ich erkläre dir alles. Aber sag Mom nichts, ja?«

Sky nickt gehorsam und setzt sich auf Tonys Schoß.

»Willst du wirklich alles wissen?«, fragt Tony noch einmal nach.

»Auch wenn etwas Blödes vorkommt?«

Sie nickt wieder, also beginnt Tony.

»Wir sind ja die Avengers ... gewesen.«

»Warum gewesen, Dad?«, unterbricht Sky ihn überrascht. Über ihr Gesicht huscht ein Ausdruck von Traurigkeit.

»Kommt alles noch, ich muss doch am Anfang beginnen.

Also, wir haben versucht, Schaden so gut es geht zu vermeiden und das Böse zu bekämpfen.

Aber oft entstand trotzdem Schaden und Menschen sind gestorben, obwohl wir das verhindern wollten.

Wir können nicht alle retten. Aber die Regierung hält uns für gefährlich. Sie wollte, dass wir keine Privatorganisation mehr sind, damit sie uns kontrollieren kann, und weniger Schaden und Tote entstehen

Ich war dafür, es war ein guter Kompromiss. Aber dann gab es noch Komplikationen mit dem Freund von Steve, James Buchanan Barnes.

Und am Ende haben wir, die Avengers, gegeneinander gekämpft. Das eine Team war auf Steves Seite, gegen diesen Kompromiss. Die anderen waren auf meiner Seite.«

Sky unterbricht ihn wieder und fragt: »Wer war auf welcher Seite?«

Eigentlich wollte Tony das nicht so genau erzählen, aber schließlich gibt er nach.

»Auf meiner Seite war ... Na ja, ich natürlich, Rhodey, Vision, Natasha und T'Challa. Der ist Black Panther. Den kennst du noch nicht«, erklärt er, als er Skys fragenden Blick sieht.

»Und mit Steve waren sein Freund James, Wanda, Clint, Sam und ein anderer neuer Superheld, Ant-Man. Der kann sich schrumpfen ... und wie nennt man das? Vergrößern? Jedenfalls kann er riesig werden.«

Sky dreht sich im Sitz zu ihm um.

»Aber das ist doch unfair, die waren einer mehr!«

»Ja, und Natasha war eigentlich auf keiner Seite. Sie hat Steve und James geholfen zu fliehen.«

»Oh. Und jetzt seid ihr kein Team mehr?«

Tränen schießen ihr in die Augen.

»Nein, aber ... das hat noch einen anderen Grund.«

Er hatte gehofft, ihr nicht davon zu erzählen zu müssen, aber irgendwie findet er es wichtig. Steve hat es ihm vorenthalten, und er will nicht, dass Sky es irgendwann herausfindet und es dann wieder so ein Drama gibt. Sind schon genug Freundschaften daran zerbrochen, ihre Vater-Tochter-Beziehung soll nicht auch noch darunter leiden. Auch wenn das vielleicht einen kleinen Streit auslöst. Also gibt er sich einen Ruck.

»Als Steve und James geflohen sind, bin ich ihnen gefolgt. Und der "Böse" dieser Geschichte hatte das alles geplant. Er wollte, dass wir gegeneinander kämpfen. Also hat er uns ein Video gezeigt. Ich habe dir ja mal von dem Autounfall deiner Großeltern erzählt, richtig?«

Sie bejaht, also fährt er fort: »Das war kein Unfall. James hat sie getötet.«

Sky springt von seinem Schoß und starrt ihn entsetzt an.

»Aber nicht mit Absicht, oder?«

Tony macht eine waage Bewegung zwischen Kopfschütteln und Nicken.

»Na ja ... er wurde kontrolliert. Von jemand anderem. Verstehst du, was ich meine?«

Sky nickt, sie kann ihm gedanklich folgen.

»Und dann habe ich Steve gefragt, ob er es wusste. Er hat ja gesagt. Und er hat mir vorher nichts davon erzählt, deswegen bin ich wütend geworden und wir haben noch einmal gegeneinander gekämpft. Fair war wieder nicht, zwei gegen einen. Und jetzt gibt es die Avengers nicht mehr. Steve hat ihnen gerade geholfen aus dem Gefängnis zu fliehen, sie werden jetzt wahrscheinlich untertauchen.«

»Habt ihr euch nicht wieder vertragen?«, fragt Sky.

Tony weist auf den Brief und das Handy.

»Nein, aber Steve versucht es. Das hat er mir geschrieben. Wenn ich ihn brauche, kann ich anrufen. Aber ich bin noch nicht bereit. Ich kann ihm nicht vergeben.«

Skys Blick ist verständnislos.

»Aber wieso? James ist nicht schuld! Und Steve wollte dich bestimmt nur beschützen!«

In ihren Augen flackern Wut und Traurigkeit.

»Die Avengers sind unsere Familie! Und du willst nichts dafür tun, um sie wieder zu reparieren?«

»Manche Dinge kann man nicht wie ein kaputtes Gerät reparieren, Skyle«, sagt Tony. Er macht ein entschuldigendes Gesicht. Steve hat es genauso ausgedrückt. Dass die Avengers eine Familie sind.

»Aber man kann es zumindest versuchen«, zischt Sky und stürmt aus dem Raum.

Eigentlich haben sich die beiden noch nie richtig gestritten. Aber weil ein Streit im Team noch nicht genug war, wollte man ihm auch noch einen mit seiner Tochter aufdrücken. Seufzend faltet er den Brief zusammen und verstaut ihn zusammen mit dem Prepaidhandy in einer Schublade.

Unterdessen bildet sich in Skys Kopf bereits ein Plan. Sie will die Avengers unbedingt wieder zusammenbringen. Ohne ihre Familie kann sie nicht leben, sie sind ein Teil ihres Lebens.

Nur weil ihr Vater sich nicht bemühen möchte, ein Problem zu lösen, heißt das noch lange nicht, dass sie selbst aufgibt.

Mitten in der Nacht, als alle im Bett sind, schleicht sie aus ihrem Zimmer und zu Tonys Büro. Sie durchsucht alle Schubladen, bis sie den Brief und das Handy findet. Mit zitternden Händen faltet sie das Blatt auf und beginnt, den Brief zu lesen. Dann sucht sie auf dem Prepaid-Handy nach Steves Namen und wählt seine Nummer.

Was, wenn er schon schläft?, fragt sie sich.

Aber wie, als hätte Steve die ganze Zeit auf den Anruf gewartet, geht er schon vor den ersten Klingeln ran.

»Tony?«, fragt er.

»Hier ist Sky«, flüstert sie.

»Oh, hi. Warum bist du–«

Doch er wird von Sky unterbrochen.

»Dad will sich nicht mit dir aussprechen. Er ist immer noch sauer. Aber ich möchte dass ihr euch wieder vertragt.«

»Hat Tony dir alles erzählt?«, fragt Steve nach.

Sie ignoriert seine Frage.

»Stimmt es, dass James meine Großeltern getötet hat? Und stimmt es, dass er nichts dafür kann?«

»Ich nehme an, dein Vater hat ihn James genannt? Nenn ihn Bucky.«

Sky sieht es nicht, aber auf der anderen Seite des Telefons wirft er seinem Freund ein Grinsen zu. Sie sitzen zusammen an einem Tisch.

Bucky weiß von Sky, Steve hat ihm von ihr erzählt. Während er zuhörte, standen ihm seine Schuldgefühle ins Gesicht geschrieben. Er hatte die Großeltern eines sechsjährigen Mädchens getötet.

»Okaay ...«, sagt Sky lang gedehnt. Was ist denn Bucky für ein Spitzname?! Na ja, hört sich besser an als James.

»Um auf deine Frage zurückzukommen: Ja, das stimmt. Wenigstens hat dein Vater bei der Sache nicht gelogen.«

Sky nickt, auch wenn Steve das nicht mitbekommt.

»Ich kenne meine Großeltern nicht, aber ich finde es nicht fair, dass Dad Bucky die Schuld gibt, obwohl er nichts dafür kann. Ich bin ihm nicht böse, auch wenn ich ihn nicht kenne. Eher bin ich sauer auf die, die ihn kontrolliert haben. Das ist doch voll gemein!«

Buckys Kopf schnellt überrascht nach oben. Gerade noch hat er darüber nachgedacht, dass sie ihre Großeltern wegen ihm nicht kennt.

Unsicher schaut er Steve an. Dieser nickt. Also räuspert sich Bucky und fängt an zu sprechen.

»Ähm, hi. Hier ist Bucky. Danke, dass du ... mir verzeihst. Es tut mir leid, das alles. Auch für deinen Vater. Ich hatte nicht die Möglichkeit, mich zu entschuldigen. Kannst du es ihm irgendwie ausrichten?«

»Du kannst es ihm selber sagen! Könnt ihr nicht herkommen?«

»Nein, tut mir leid, Sky. Wir sind gerade sehr weit weg, weil wir sozusagen ... Verbrecher sind. Wir werden es noch klären, versprochen. Sobald wie möglich.«

»Geht es nicht irgendwie schon jetzt sofort?«

Es fühlt sich fast wie eine digitale Konferenz an, aber es ist viel mehr als das. Sky hat es tatsächlich geschafft, alle aus dem Schlaf zu rütteln – auch wenn dazu nur Tony und Rhodey gehörten, und Vision, der gar nicht geschlafen hat. Steve hat währenddessen Sam, Wanda, Natasha, Clint, Scott und Bucky zusammengetrommelt.

Nun sitzen Rhodey, Vision und Tony vor einem riesigen Holoscreen, auf dem die Gesichtern der restlichen Avengers abgebildet sind.

Sky ist aber wieder rausgegangen, darum hat Tony sie gebeten.

Sie war bei der ganzen Sache nicht dabei und der Konflikt zwischen Tony und Steve ist längst nicht der einzige.

Bevor sie allerdings wieder ein Streitgespräch anfangen, ergreift Steve das Wort.

»Sky hat das hier ermöglicht. Sie ist auf diese Idee gekommen. Findet ihr nicht auch, dass man sich ein wenig dumm vorkommt, wenn eine Sechsjährige eine Gruppe von Erwachsenen dazu bringen muss, sich zu vertragen?

Kennt ihr das, wenn im Kindergarten oder in der Schule zwei streitende Kinder von einem Erwachsenen gegenübergestellt werden und ihnen gesagt wird, sie sollen sich die Hände schütteln und vertragen?

In unserer Situation ist Sky der Erwachsene und wir sind die zwei streitenden Kinder.

Ich meine damit nicht, dass Sky uns bloßstellt. Ich meine, dass wir ein bisschen über die Situation nachdenken sollten. Wir müssten eigentlich selbst in der Lage sein, so ein Problem zu lösen. Ihr wisst, was ich meine, richtig?«

Als zustimmendes Gemurmel zu hören ist, fügt er noch hinzu: »Und deswegen sollten wir uns bemühen, so schwer es uns auch fällt. Und das nicht nur Sky zuliebe.«

»Das klang ehrlich gesagt so, als würdest du vor einem großen Kampf eine Rede halten«, scherzt Sam.

Sky ist währenddessen in der Küche und wartet geduldig.

Plötzlich steht Pepper neben ihr. Als Sky Tony geweckt hat, hat sie extra darauf geachtet, ihre Mutter nicht auch zu wecken. Das hat wohl nicht so funktioniert, wie es sollte.

Pepper streicht ihrer Mutter über den Rücken.

»Hey, Sunshine. Warum bist du denn wach?«

»Dad und die Avengers vertragen sich gerade. Und ich warte.«

Pepper tritt an die Glaswand, durch die man hinunter in den Raum hinunterblicken kann, wo die Avengers zusammen sitzen.

»Wie sind die denn auf einmal auf diese Idee gekommen?«, fragt sie verwundert.

»Ich hatte die Idee«, antwortet Sky stolz.

Und da beginnen alle, sich zu entschuldigen.

Tony entschuldigt sich bei Wanda dafür, dass er sie sozusagen eingesperrt hat.

»Ich wollte dich nur beschützen«, erklärt er.

Vision entschuldigt sich bei Rhodey für den Unfall und Natasha dafür, dass sie Steve und Bucky hat entkommen lassen.

»Ich wollte niemanden verraten, sondern nur verhindern, dass ihr euch gegenseitig zerstört.«

Noch viele andere Entschuldigungen werden ausgesprochen. Am Ende, als es plötzlich leise ist, warten alle auf die wichtigsten.

Schließlich atmet Tony laut aus.

»Es tut mir leid, dass ich aus blinder Wut reagiert habe. Ich ... Ich hätte dir zuhören sollen.«

»Danke, Tony«, sagt Steve ehrlich.

»Mir tut es auch leid. Ich habe es dir schon im Brief gesagt, aber ... Ich wollte dich nicht verletzen. Eigentlich wollte ich dich beschützen.«

Tony nickt.

»Ich versteh's schon. Danke.«

Da räuspert sich Bucky. Er hat bis jetzt still zugehört, aber Skys Satz schießt ihm in den Kopf: Du kannst es ihm selber sagen!

»Ich ... Ich hatte keine Wahl. Und so etwas mache ich nicht mehr. Es tut mir leid. Alles.«

Unsicher blickt er Tony an.

Dieser seufzt und zieht einen seiner Mundwinkel zu einem schiefen Grinsen nach oben.

»Na super, jetzt kann ich dir nicht einmal mehr böse sein.«

Nach einem weiteren Seufzen sagt er schließlich: »Schon gut. Vergangenheit ist Vergangenheit.«

Buckys Erleichterung ist ihm deutlich anzusehen.

Stille legt sich über das Team, keiner weiß, was er sagen soll.

Bis Tony wieder das Wort ergreift.

»Wir sollten Sky wieder hereinholen, sonst wartet sie ewig auf uns. Friday?«

Als alle wieder ins Bett gehen, bringt Tony Sky noch in ihr Zimmer.

»Ich weiß echt nicht, was wir ohne dich machen würden«, sagt er ehrlich.

Sie grinst ihn an.

»Weißt du, Sky, du hast etwas gemacht, wo ich dachte, wäre unmöglich.

Eigentlich retten die Avengers ja alle anderen. Aber du hast die Avengers gerettet. Wir schulden dir was.«