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Calling (nach Chapter 24 von NaD)

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Calling (nach Chapter 24 von NaD)

Hinweis: Das folgende Chapter kann jederzeit nach Kapitel 24 von Night and Day gelesen werden.

15. Calling

Jungkook war gerade erst eingedöst, als das verdammte Smartphone, das er in der Tasche an der Rückseite des Sitzes, der sich vor ihm befand, verstaut hatte, zu bimmeln begann. Eigentlich hatte er sich entschlossen, jegliche Unterbrechungen seines Nickerchens zu ignorieren - denn er war so fertig, dass es nur noch schwer in Worte zu fassen war.

Allerdings hatte er das Handy mit dem Display zu ihm in das Ablagenetz gelegt, wodurch er schon nach einem kurzen Blick sehen konnte, wer anrief.

Manager Kim … das bedeutete nichts Gutes. Und es hatte wahrscheinlich mit Blondie und demnach mit ihrem nächsten Treffen zu tun. Also war er binnen Sekunden beschämend wach, griff in die Ablage und hatte den Anruf angenommen, bevor ihr Manager für Übersee-Angelegenheiten wieder auflegen konnte.

“Ja?”, flüsterte er so leise wie möglich, um die anderen Jungs nicht zu wecken. Sie waren nicht weniger fertig, als er es war.

Der Tag war dank drei Interviews und einem Shooting verdammt lang gewesen - und leider war er noch nicht beendet, denn es stand noch ein Meeting und eine Probe bevor, wenn sie zurück in Seoul ankamen - was in etwa drei Stunden passieren würde. Das hier war also kostbare Zeit - für jeden von ihnen.

“Ich komme direkt zum Punkt: Sie will dich sprechen”, ließ ihn Kim wissen.

Jungkook runzelte irritiert die Stirn und gab sich einen Moment, um die Worte sacken zu lassen. Er war noch nicht gänzlich auf der Erde angekommen. “I-ich verstehe nicht, warum?”

Manager Kim schien kurz nervös ein- und wieder auszuatmen. Dann ließ er ihn wissen: “Sie ist wenig begeistert von der Idee, dass wir das Ganze bei ihr … ablaufen lassen. Den Rest wollte sie mit dir klären.”

“S-sagt sie nein?”, entwischte es ihm eine Spur zu laut. So laut, dass sich Hoseok vor ihm auf dem Sitz regte und ihm schließlich einen besorgten Blick über die Schulter hinweg und an der Kopflehne vorbei, zuwarf. “Sorry”, formte er wortlos mit den Lippen.

“Nicht direkt … aber … ich denke wirklich, das solltet ihr beide miteinander klären. Lass mich danach bitte einmal wissen, ob alles gesagt wurde und ob wir das Ganze wie geplant angehen werden”, sagte Manager Kim und beendete das Gespräch damit postwendend. Denn er legte mit einem kurz angebundenen “bis dann” auf, kaum dass Jungkook zugestimmt hatte.

Etwas benommen ließ Jungkook das Handy in seiner Hand sinken und atmete ein paar Mal tief ein und aus. “Alles okay? Will sie nicht, oder-?”, wollte Hoseok wissen, was auch Tae auf den Plan holte, der neben diesem saß. Gähnend blickte dieser auf, wandte sich zu seinen beiden Bandmates um und wollte ebenfalls wissen, was los ist. Hoseok antwortete leise für ihn: “Sie will ihn anscheinend nicht nochmal wiedersehen.”

“Das hat sie nicht gesagt”, warf der Maknae ein und spürte, wie ihm etwas Blut in den Kopf lief. Eher des Gedankens wegen, dass er im Grunde nicht wirklich wusste, was sie gesagt hatte - und nicht, weil er wissentlich log. Sie war wenig begeistert … was alles und doch nichts heißen konnte.

Vielleicht wollte sie ihn nicht in ihren privaten Räumlichkeiten haben. Das war sehr gut möglich, denn das bedeutete zum einen ein erhöhtes Risiko für sie - aber zum anderen auch mehr Arbeit. Bisher hatte sie sich nur etwas in Schale werfen und dann zu ihm kommen müssen. Nun erwartete er von ihr, ein wenig Gast spielen zu können … vielleicht hatte sie aber auch übergreifend keine Lust darauf, sich unter diesen Umständen mit ihm zu treffen.

Oder sie hatte das Interesse verloren? Immerhin war er es, der zuletzt gefragt hatte …

Jungkook seufzte, blickte auf und in Taehyungs und Hobis Gesichter. “Was?”, fragte er angespannt und demnach ungewollt schneidend.

“Worauf wartest du, ruf sie an?”, gab Hoseok zurück.

Jungkook schluckte. “Jetzt?”

“Natürlich jetzt. Wie lange willst du warten? Bis übermorgen?”, konterte erneut Hoseok mit ernster Miene.

“Nein, aber … bis nacher … oder so”, gab er kleinlaut zurück.

Weil er ganz ehrlich wenig Lust hatte, es hier und jetzt zu tun. Mit diesen beiden Nervensägen und den anderen beiden, die zurzeit noch schliefen aber sicherlich erwachen würden, wenn er Blondie anrief. Namjoon neben ihm und Jimin, der zwei Reihen vor ihm saß und dessen Kopf gerade rhythmisch mit den Fahrbewegungen immer wieder gegen die Fensterscheibe schlug, gegen die er ihn gelegt hatte. Seine beiden wachen Hyungs stöhnten sichtlich genervt, was ihm erneut ein nun Gereiztes “was?” entlockte.

“Du bist echt unmöglich, weißt du das?”, zischte Hoseok …

… was Jungkook erst ein bitteres Lachen und dann ein Abwehrendes “ich rufe sie an. Später!” entlockte.

Taehyungs Braue schoss nach oben, während nun auch er ihn nahezu nonchalant mit einem “ganz ehrlich, bei mir würdest du mit dem Verhalten keinen wegstecken” attackierte.

Vollkommen grundlos wohlgemerkt. Deshalb ließ er alle Anwesenden wissen: “Ich rufe doch an, nur-”

“Jetzt”, war es nun erneut Hoseok, der ihn anzischte. Und nachdem Jungkook erneut genervt geseufzt hatte, fuhr er fort: “Du magst sie, also kläre das. Und lass sie nicht ständig unnötig warten. Das kannst du mit irgendwelchen 08-15-Betthäschen machen, aber nicht mit jemandem, den du magst. Das ist schon schwer genug, diese Scheiße zu ertragen, die wir in einen ganzen Dutzend Koffern anschleppen und ihnen aufbrummen. Mach es ihr also erträglicher, wo immer du kannst. Auch wenn es nur mal für fünf Minuten in einer ruhigen Minute am Set sind - oder jetzt im Van.”

“Ich rufe ja an, aber-”, setzte er erneut an - nicht weil er perse nicht anrufen wollte, er wollte schlicht nicht jetzt anrufen. Er war nicht gut in sowas und das Letzte, was er tun wollte, war, ihnen hier und jetzt und live zu präsentieren, wie schlecht er eigentlich in sowas war …

“Sie ist schön, nicht?”, warf nun auch Tae ein und nachdem Jungkook gequält genickt hatte, fuhr er fort, “dann wird sie andere Optionen haben. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die rosarote Brille abschwächt und sie den von Hobi erwähnten Haufen Scheiße, den du im Schlepptau hast, immer deutlicher sehen wird. Streng dich also an, damit du es bis dahin weiterhin wert bist, dich nicht einfach absägen und sich etwas weniger … Kompliziertes zu suchen.”

Nervös mit dem Lippenpiercing spielend, bis seine Lippe begann zu kribbeln, ging er in sich. Seufzte. Blickte auf das Handy in seiner Hand hinab. Denn sie hatten recht. Natürlich hatten sie das, sie alle wurden mindestens einmal verlassen, weil es zu kompliziert, zu anstrengend und zu belastend war. Sie waren nicht der Hauptgewinn, den viele in ihnen sahen. Sie waren alles andere als das … sie brachten Nähe hinter verschlossenen Türen, Heimlichkeit und Drohungen und Hass mit sich, wenn Erstes nicht eingehalten wurde.

Ein Hauptgewinn nur auf den ersten Blick … nicht mal mehr ein Trostpreis, wenn man ganz genau hinsah. Mal ganz davon abgesehen, wie verkorkst sie alle waren - jeder auf andere Art und Weise, aber niemand hier stellte da eine Ausnahme dar.

Sie kannten die Welt da draußen nicht oder auch nicht mehr… niemand von ihnen, da sie sie stets nur sehr verzerrt und meistens aus einem Schutzraum heraus sahen. Das hinterließ natürlich Spuren und löschte die vagen Erinnerungen, die sie noch an diese Welt hatten, die sie viel zu früh hatten hinter sich lassen müssen.

Aber wie auch immer … sie hatten recht.

Er musste sich mehr anstrengend, wenn er nicht wollte, dass Blondie das Weite suchte, sobald sie etwas klarer sah. Aber hier und jetzt war dennoch ein schlechter Zeitpunkt, wie ihm ein weiterer Blick auf sein Handy sagte, als er in Gedanken versunken vorsorglich schon einmal Papago geöffnet hatte. “Das Netz ist nicht stabil genug”, stellte er resigniert fest und zeigte seinen beiden Hyungs, die ihn daraufhin wieder skeptisch ansahen, sein Display und fügte hinzu: “Das klang wichtig und … mein Englisch ist nicht mal ansatzweise gut genug für eine wichtige Diskussion.”

Eine Tatsache … ja, er hatte diese Sache zum Anlass genommen, sich dahingehend endlich mal reinzuhängen und nahm seit ein paar Wochen erneut Stunden, in denen er an seinen kaum vorhandenen Englischkenntnissen arbeitete. Jedoch würde es noch Monate oder vielleicht sogar Jahre dauern, bis er ohne die App in der Lage war, tiefgehende oder ernste Diskussionen ohne technische Unterstützung zu führen.

Oder ohne Namjoons Unterstützung, wie ihn seine beiden Hyungs wortlos wissen ließen. Aber … das kam nicht in Frage, er schlief tief und fest. Also ließ Jungkook die beiden anderen Männer genau das wissen.

“Er wird das verstehen”, gab Hoseok jedoch zurück, beugte sich vor und schüttelte ihren Leader behutsam am Knie, noch bevor Jungkook protestieren konnte. Und damit gab es kein Zurück mehr …

***

Hallo ihr Lieben, ich hoffe euch gehts so weit gut. Der Herbst hat mich wettertechnisch gleich mal etwas umgehauen. Ich hoffe, das gibt sich schnell wieder und euch geht es allen gut. Passt auf euch auf oder auch gute Besserung an alle kranken Hasen da draußen - und habt einen schönen Tag heute. Bis Freitag bei NaD.

Habe in den letzten Tagen das wankelmütige Wetter genutzt, um mich durch die neue Netflixserie KAOS zu suchten. Kann ich nur empfehlen, wenn man auf schwarzen und teils auch etwas schrägen Humor steht. Habt ihr irgendwelche Tipps?

Ich liebe es ja, mich in dieser Jahreszeit abends mit einem Tee und meiner Decke aufs Sofa zu lümmeln und Serien und Filme zu schauen.