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Doubts (nach Chapter 35 von NaD)

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Doubts (nach Chapter 35 von NaD)

Hinweis: Das folgende Chapter kann jederzeit nach Kapitel 35 von Night and Day gelesen werden.

25. Doubts

Fassungslos blickte er auf das Handy in seinen Händen hinab. Ihm war übel ... sein Herz raste und ihm tat der Kopf weh. Seine Hände zitterten … er war bereit für alles, was hätte kommen können. War frisch geduscht, an den entscheidenden Stellen haarlos und glatt genug und … ein absoluter Vollidiot, flüsterte etwas in ihm resigniert.

>Sorry, mir ist was dazwischengekommen.<

Eine glatte Lüge. Das hier war eine Sache zwischen Herz und Kopf gewesen - und sein Herz hatte den verdammten Hammer rausgeholt und ihm diesen so sehr über die Rübe gezogen, dass er Sterne gesehen hatte … während er das schrieb. Panisch … würgend.

Ernsthaft würgend. Ihm war plötzlich bei dem Gedanken über Midori zu steigen übel geworden. Spei fucking übel … es war vorbei. Er stand offensichtlich noch tiefer im Sumpf, als Blondie es tat. Sei es auch nur, weil sie es mittlerweile nicht mehr so zu verdrängen versuchte, wie er es tat. Und er würde schallend über sich selbst lachen, wäre das alles nicht so unfassbar erbärmlich.

>Ich bin schon fast da, kann ich hochkommen? Wenigstens ganz kurz?<, schrieb sie zurück.

>Nein<, antwortete er wie von selbst.

>Einfach nur nein? Was ist los? Du hast sicherlich nicht in den letzten 20 Minuten plötzlich noch ein Shooting reinbekommen. Es ist kurz vor 2 Uhr nachts, verdammt!<

Ja … das war korrekt … und offensichtlich war es glasklar. Also bemühte er sich gar nicht, es zu verbergen. >Ich habe es mir anders überlegt. Sorry.<

>Du hast es dir anders überlegt? Sorry?!!!! Sag mal geht’s noch? Es ist zwei Uhr nachts, ich muss in fünf Stunden aufstehen, weil ich in sechs arbeiten muss - und du hast es dir anders überlegt?<

>Ja. Sorry.< Er hatte es nicht so mit großen Worten. Was nichts Neues sein dürfte.

>Fick dich doch und steck dir dein Sorry in den Arsch! Und kontaktiere mich nie wieder. Du bist für mich gestorben!!<, kam zurück …

… was alles andere als verwunderlich war … und darauf hindeutete, dass er jetzt definitiv mit der Company sprechen sollte. Etwas sagte ihm, dass er etwas Rückendeckung eventuell brauchen könnte.

Genau aus diesem Grund suchte er direkt am Morgen, nachdem sie zurück in Seoul waren, Nahm und Konsorten auf … und wie erwartet waren diese alles andere als begeistert über die jüngste Entwicklung. Aber sie würden sich kümmern - und das war alles, was er gerade wissen wollte und wissen musste. Um sich wenigstens ein wenig besser zu fühlen. Viel mehr erwartete er gerade allerdings auch nicht. Diese ganze Sache stresste ihn - und die Tatsache, dass er es in Erwägung gezogen hatte, sich mit Midori zu treffen und was auch immer gerade in ihm in Bezug auf Blondie vorging, mit ihr zu betäuben, beschämte ihn. Das war ein unfassbar armseliger und schäbiger Move gewesen. Sowohl Blondie als auch Midori gegenüber. Damit würde er nun aber wohl leben müssen …

Nach dem Gespräch in der 13ten hatte er noch Zeit. Also fuhr er erst hinab ins Erdgeschoss, um sich in der Cafeteria etwas zum Essen und zum Trinken zu holen und fuhr dann wieder rauf in die 4te - um zu schauen, ob eines der privaten Studios durch seine Hyungs besetzt war. Und er hatte Glück … oder wie man es auch immer nennen wollte.

“Du bist schon hier?”, fragte er zwischen zwei Bissen seines Kimbabs …

… was seinen Hyung dazu brachte, vom Smartphone aufzusehen, in das er gerade anscheinend vertieft gewesen war. Yoongi runzelte die Stirn und musterte ihn sichtlich skeptisch. “Dasselbe könnte ich dich fragen”, gab er schließlich matt zurück.

Jungkook zuckte mit den Schultern und ließ sich auf einen freien Stuhl fallen, der etwas verlassen und verwaist neben dem seines Hyungs stand. Ebenso verwaist wirkte das Bild auf dem Display … dort waren keinerlei Ausschläge zu sehen - zudem war es verräterisch still. Auch aus den Kopfhörern, die sein Hyung sich in den Nacken gestülpt hatte, drang kein Mucks zu ihm durch.

“Blockade oder Pause?”, fragte er also vorsichtig.

Einen Moment schwieg sein Gegenüber und blickte ins Leere. Oder eher auf das Handy in seinen Händen hinab. “Weder noch”, gab er also leise zu. Jungkook sah ihn fragend an, woraufhin der ältere der beiden Männer einfach nur wortlos das Smartphone drehte, sodass der jüngere das Display sehen konnte.

Zu sehen war Juhees Instagram-Account - Yoongi und sie hatten sich mehrere Jahre lang in einer On-Off-Beziehung befunden. Bis sie diese schließlich vor rund zwei Jahren beendet hatte. Weil sie es nicht mehr aushielt, Verstecken zu spielen und zu warten. Während ihr die Zeit durch die Finger rinnte …

Wie passend, schoss es ihm durch den Kopf. Wenn er sich nicht irrte, müsste Juhee etwa in Blondies Alter sein. Oder auch in anderen Worten in der Blüte ihres Lebens.

“Sie hat geheiratet”, stellte der Maknae trocken anhand der unverkennbaren Hochzeitsfotos im Feed fest und beobachtete seinen Hyung dabei genau.

Zwar war er noch nie in genau dieser Situation gewesen, aber in ähnlichen. Er ahnte also, wie es sich anfühlte, den Boden auf diese Art und Weise unter den Füßen weggezogen zu bekommen. Wusste, wie hart der Fall war - und wie wenig man dagegen tun konnte. Es fühlte sich in etwa so an, als nahm man auf einer nassen Bühne und mit glatten Sohlen Anlauf … bis man abhob und der Länge nach auf die Kehrseite fiel. So hart, dass es einem die Luft aus dem Körper presste und einen schwarz sehen ließ. Im schlechtesten Fall brach es einem auch mal was.

Allerdings tat sich in Yoongis Miene nichts. Was Jungkook zugegeben zum Teil erwartet hatte. Sein Hyung ließ sich ungern anmerken, was diese Sache mit ihm machte. Allerdings sprach die Tatsache, dass er hier saß und ihren Instagram-Account stalkte, für sich.

“Wie hast du es erfahren?”, wagte er dennoch, vorsichtig nachzuhaken. Nur um sicherzugehen, dass es nicht schlimmer um den Älteren stand, als sie alle vermutet hatten.

“Durch Bogum”, gab dieser zurück und legte das Handy auf dem Schreibtisch ab, “es ist okay, sie sind schon eine Weile zusammen und das war immerhin das, was sie wollte.”

Jungkook nickte … starrte mit seinem Hyung einen Moment gemeinsam ins Leere. Fragte sich, ob das eines der Lose war, die sie für ihre Karriere gezogen hatten. Würden sie das Leben an sich vorbeiziehen sehen - bis sie irgendwann alt und irrelevant genug waren, um es selbst leben zu können? Alt genug, damit sie ihnen nicht mehr davon liefen, weil sie ihnen auf lange Sicht nicht geben konnten, was sie wollten und brauchten?

Wie gesagt, diese Sache mit ihnen war nur so lange ansprechend, wie man nicht zu genau hinsah …

“Ich denke, ich verschwende ihre Zeit”, meldete Jungkook sich schließlich nach einer weiteren Weile des Schweigens, “aber ich schaffe nicht, es zu beenden. Deshalb habe ich mich in Tokio mit Midori verabredet”, er spürte, wie Yoongi bei diesem Geständnis mehr als nur verständnislos aufblickte, “ich habs … abgeblasen … was dazu geführt hat, dass sie nun stinksauer auf mich ist. Deshalb war ich gerade oben.”

Sein Hyung zog geräuschvoll die Luft ein. “Du musst aufhören so rumzueiern. Triff eine Entscheidung - und dann steh dazu.”

“Leichter gesagt als getan ... ich weiß, ich sollte es beenden. Realistisch gesehen. Da spricht so viel gegen uns. Aber, ich kann nicht”, gab er frustriert über sich und die Welt zurück.

Yoongi schnalzte mit der Zunge und blickte ihn durchdringend an: “Du kannst oder du willst nicht? Da gibt es einen kleinen aber feinen Unterschied. Und … nur mal so ein Gedankengang: Sie mag nicht den vollen Durchblick haben, aber solange sie nicht schon die Hochzeitsglocken läuten hört, sehe ich das Problem nicht.”

Jungkook seufzte. “Ich denke … ich denke, ich will nicht. Ich mag sie und ich mag, was sich da zwischen uns entwickelt. Aber ich befürchte, wir werden uns da in etwas verrennen.”

“Was denkst du, wie sie zu der Sache steht? Also … wie verblendet ist sie auf einer Skala von 1 bis 10? Immerhin ist sie keine 15 mehr. Sicherlich wird sie sich darüber im Klaren sein, dass du nicht bereit zum Heiraten und Kinderkriegen bist”, warf sein Hyung ein.

Touché … ja, davon ging er aus. “Naja, ein wenig verblendet ist sie schon. Ich schätze sie liegt auf der Skala so bei 3”, grübelte er und nun war es an ihm, einen Augenblick in Gedanken versunken ins Leere zu starren, “vielleicht auch bei 5.”

“Sprich mit ihr. Mach ihr klar, worum es geht und was zwischen euch beiden möglich ist. Wenn das nicht ihren Vorstellungen entspricht, kannst du es immer noch beenden”, schlug sein Hyung vor.

Der jüngere der beiden Männer zuckte etwas hilflos und unzufrieden zugleich mit den Schultern. “Einfacher gesagt als getan”, wiederholte er sich.

“Wovor genau hast du Angst? Dass es einer dieser Fälle wird, in dem sie dich ersetzt - es dir aber nicht mitteilt? Oder dass du nur der berühmte und reiche Sidekick bist?”, hakte der ältere der beiden Männer geradeheraus nach.

Ja … zugegeben war das zu Beginn seine Angst gewesen. Es wäre nicht das erste Mal, dass so etwas passiert. Und nicht nur ihm. Leider passierte es ihnen immer wieder, dass man merkte, dass man sich mit ihnen in absehbarer Zeit nichts wirklich Brauchbares aufbauen konnte - aber sie sich anderer Vorteile wegen weiterhin warm hielt. Des Geldes oder des Statuses wegen.

Bora war so ein Fall gewesen. Warum genau sie ihn hielt und diese andere Beziehung, die sie geführt hatte, vor ihm geheim gehalten hatte, das wusste er bis heute nicht. Ebenso wenig wie er wusste, wie lange es diesen anderen Mann gegeben hatte. Fast zwei Jahre war das mit ihm und Bora gegangen. Lange genug, dass er es gewagt hatte, sich auf sie einzulassen. Heute wusste er nicht einmal, ob ihre Gefühle überhaupt echt gewesen waren. Ob er nicht nur ein Abenteuer gewesen war … oder ein Geldesel, den es zu melken galt.

Er wusste nur, dass er nicht der Einzige gewesen war und dass sie ihn nicht verlieren wollte. Weil sie ihn angeblich liebte, er sich jedoch nicht für eine feste Beziehung eignete, hatte sie ihm gesagt. Und dabei anscheinend tatsächlich so etwas wie Verständnis erwartet. Als er dies nicht gezeigt hatte, hatte sie auf die Tränendrüse gedrückt - vermutlich aber nur, weil er damit, dass er ihr den Rücken zugekehrt auch den Geldhahn zugedreht hatte.

Von den zwei Jahren, in denen sie ein Paar gewesen waren - oder was auch immer diese Farce einer Beziehung gewesen sein mochte - hatte sie eine Kreditkarte besessen, die über seinen Bruder direkt auf sein Konto geführt hatte. Und ja, nach anfänglich gespielter Zurückweisung hatte sie sie genutzt. Mit beiden Händen. Aber nicht nur das. Auch für diesen anderen Mann, den es da in ihrem Leben gegeben hatte …

Aufgeflogen war sie nämlich durch mehrere verdächtige Käufe. Ja, er hatte sie und ihre Ausgaben nicht überwachen wollen. Aber der Lambo war so leichtsinnig wie übertrieben gewesen - vor allem, da sie keinen Führerschein besaß. Da hatte er nicht anders gekonnt, als näher hinzusehen. Und war dabei über eine ganze Reihe von Dingen gestoßen, die sie mehr als offensichtlich nicht für sich gekauft hatte.

Aber nein … er war sich relativ sicher, dass Blondie nicht wie Bora war. Wie Bora, Yunai, Nayeon, Miku, Ahri, Maya, Mee und Jimin … nicht der aus der Band natürlich. Aber ja, auch er war Opfer gewesen. Wie die meisten von ihnen. Sie waren einfach ein verdammt guter Pokal, den es zu sammeln galt … oder halt eine Kuh zum Melken.

“Welche anderen Optionen gibt es noch? Du willst es beenden, aber kannst und willst es nicht beenden. Das alleine genügt schon, um zu wissen, dass du es bereuen wirst - wenn du es nicht wenigstens testweise drauf ankommen lässt. Hol sie ins Boot. Und dann schaust du, wie sie zu dieser Sache steht. Wenn ihr zwei nicht auf einen Nenner kommt, hat sich das wahrscheinlich eh auf kurz oder lang erledigt. Immerhin ist sie kein Teenager mehr, der denkt, wir alle wären der wahr gewordene Datingtraum. Wie aus dem Märchenbuch entsprungen", holte ihn Yoongi zurück ins Hier und Jetzt und lachte kurz und bitter auf.

“Schneewittchen und die sieben Zwerge. Verborgen hinter sieben Hügeln und sieben Türen … irgendwo im tiefsten Keller des Landes. Geschützt durch die schaurigsten Gerüchte und von einer Armee aus eifersüchtigen Harpyien, die jede holde Jungfrau fressen, die uns zu nahe kommt”, warf Jungkook schmunzelnd ein. Bitter schmunzelnd, aber immerhin schmunzelnd …

Yoongi lachte. “Das klingt wie ein ziemlich schlechter Horrorfilm.”

“Passt … uns zu daten dürfte eher einem solchen als einem Märchen ähneln.” Ein Scherz, der jedoch nur zum Teil ein solcher war.

***

Hello again. Wen habe ich damit jetzt erwischt oder wer hat eine Wendung wie diese schon erwartet? Und ja, ich weiß. JK tut sich sehr schwer. Aber ich denke es wird ... jedenfalls in unserem Blickwinkel. Er findet das ja offensichtlich nicht so toll.

Na, ist schon wer in Weihnachtsstimmung? Bei mir rollte es langsam aber sicher an. Es ist alles geputzt und geschmückt. Ich liebe diese Zeit einfach. Wenn man abends durch die Gegend fährt und alles beleuchtet ist. Oder der Blick aus dem Fenster in die beleuchteten Fenster der Nachbarschaft. Einfach herrlich …