LNCrawler

Tratschtanten (nach Chapter 38 von NaD)

Day And Night - Perspectives — www.fanfiktion.de · All chapters

Tratschtanten (nach Chapter 38 von NaD)

Hinweis: Das folgende Chapter kann jederzeit nach Kapitel 38 von Night and Day gelesen werden.

28. Tratschtanten

“Hast du sie schon gefragt, ob sie hierher kommt?”, hakte Jimin äußerst interessiert nach, als sie sich einige Stunden später auf dem Rückweg befanden - der, der sie endlich nach Hause bringen würde.

Ihre Tage waren für gewöhnlich lang, dieser fühlte sich allerdings besonders lang an. Allerdings scheinbar nicht lang genug, um nicht immer noch Taes Zigarette schmecken zu können. “Ich arbeite daran”, ließ Jungkook seine äußerst interessierten Hyung, gerade waren es glücklicherweise mit Hoseok und Jimin nur zwei an der Zahl, wissen - während er in seinem Rucksack nach den Kaugummis suchte, um den anhaltenden Tabakgeschmack in seinem Mund zu vertreiben.

“Kennen wir das nicht bereits?”, gab Hoseok zurück und sah ihn durchdringend an, “oder eher: fühlt sich das für noch jemandem außer mir wie ein Deja Vu an?” Als sowohl Jungkook sowie Jimin einfach nur irritiert und verdattert drein schauten, fuhr der Älteste der Runde fort: “Das Telefonat, damals im Van. Du erinnerst dich?”, sagte er an den Jüngsten gewandt und fügte in Jimins Richtung hinzu, “du erinnerst dich wahrscheinlich eher nicht, du hast geschlafen wie ein Stein.”

“Ah nein. Ich glaube, ich weiß, worum es geht. Das, bei dem sie sich ihre ewige Liebe und Treue geschworen haben?”, raunte Jimin amüsiert.

“Ja, so in etwa”, schien ihr beider Hyung diesen Unsinn zu bestätigen, was Jimins Grinsen nur noch breiter werden ließ.

Jungkook entwischte ein frustriertes Schnauben. “Wir haben uns nichts dergleichen geschworen”, entwischte es ihm wenig schlagfertig.

Aber was sollte er auf diesen Unsinn auch sonst sagen?

“Stimmt”, stimmte Hoseok zu und wandte sich von ihnen ab. “Im Grunde hat nur sie dir ihre ewige Liebe und Treue gestanden”, raunte er und richtete sich die Nackenrolle, mit der er am Sitz lehnte, “dein Blick sagte jedoch alles. Wie er es immer tut, vor allem aber in Situationen wie dieser.”

Jimin schien besagten Blick zu imitieren. Mit weit aufgerissenen Augen und vorgeschobener Unterlippe. Was Hoseok mit einem bestätigenden Nicken und einem “ja, genau so” quittierte.

“So ein Blödsinn”, knurrte Jungkook und ließ seinen Rucksack etwas zu grob zurück in den Fußraum zwischen seinen Beinen rutschen.

“Komm schon, offensichtlich bedeutest du ihr viel. Und sie dir. Komm also endlich mal klar und hör mit diesem Rumgeeiere auf. Auch dieses Gespräch führen wir aber ja nicht zum ersten Mal. Du und ich nicht, allerdings bin ich mir recht sicher, du hast ein ähnliches sicherlich auch mit dem einen oder anderen von uns ebenfalls geführt. Weil es dich nicht loslässt. Weil sie dich nicht loslässt. Was willst du also noch?”, flüsterte Hoseok bedacht, sodass hier nicht jeder im Van jedes einzelne Wort mithören konnte.

Sein Hyung sah ihn durchdringend an und weil er wieder nicht wusste, was er darauf sagen sollte, sagte er wie so oft nichts.

“Aber ihr seid doch exklusiv, oder irre ich mich?”, warf Jimin leise ein.

“Ja, sind wir. Waren wir damals aber noch nicht. Und mir ging es einzig und allein darum zu wissen, ob sie … ob es da noch jemanden gibt. Weil ich keine Lust auf eine Situation ala Bora 2.0 hatte. Oder auch einfach nur nicht darauf, sie im Bett zu vögeln, in dem sie normalerweise ihr fester Freund rannimmt. Außerdem: Woher zur Hölle weißt du das? Bei unserem ersten Telefonat hast du geschlafen und -” Jungkook stockte, als er sich die Antwort auf seine Fragen selbst gab. “Taehyung hat es dir erzählt.”

“Natürlich. Du weißt, dass wir über sowas reden. Du magst sie, sie mag dich und sie tut dir gut. In gewisser Weise jedenfalls. Natürlich lässt uns das nicht kalt. In diesem Fall ja glücklicherweise mal auf gute Weise. Oder war das etwa ein Geheimnis?”, schoss der ältere der beiden Maknaes zurück.

Nein, war es natürlich nicht. Ihm war durchaus bewusst, dass es unter ihnen Dreien so gut wie keine Geheimnisse gab. Vor allem nicht, wenn es um Dinge wie diese ging. Trotzdem gefiel es ihm nicht, dass sie über ihn sprachen. Oder auch, dass sie es ohne ihn und hinter seinem Rücken taten. Egal ob nun aus schlechten oder guten Absichten.

Jimins Miene verzog sich sichtlich irritiert: “Wo ist das Problem? Ernsthaft, ich verstehe es wirklich nicht. Ihr scheint euch zu mögen, ihr vertraut einander-”

“Das ist das Problem, er vertraut ihr eben nicht”, warf Hoseok ein.

“Das tue ich schon. Weitestgehend jedenfalls”, schoss der jüngste der nicht mehr ganz so munteren Runde kampflustig zurück.

“Was heißt weitestgehend?”, wollte Jimin wissen, “glaubst du, sie fährt doch mehrgleisig?”

Jungkook sah sein Gegenüber an. Wie auch er war sein Hyung, was diese Schiene anging, schon einmal auf die Nase gefallen. Sie beide waren schon einmal nicht die erste Wahl gewesen. Vielleicht nicht einmal die einzige. “Nein, das ist es nicht.”

“Was ist es dann?”

“Nichts. Ich vertraue ihr. Tut ihr es nicht?”, gab er zurück.

“Doch”, entgegnete Jimin leise, “ich habe ihren Blick, damals auf dem Flur gesehen. Du hast ihr damals schon viel bedeutet. Demnach gehe ich nicht davon aus, dass das abgenommen haben wird. Eher im Gegenteil.”

Jungkook nickte, spürte, wie sich etwas in ihm löste, das er nicht als verspannt oder blockiert wahrgenommen hatte. Bisher jedenfalls nicht. Und ja, er wusste, dass er Blondie nicht ganz egal war. Nicht nur, weil sein Bauchgefühl ihm das sagte, sondern auch weil ihre Taten es ebenfalls unterstrichen. Sie würde das alles nicht über sich ergehen lassen, würde sie es nicht wenigstens halbwegs ernst mit ihm meinen. Das war ihm bewusst.

Allerdings tat es gut, das noch einmal aus einem anderen Mund zu hören. Aus einem, der sie wenigstens etwas einschätzen konnte. Davon gab es hier bekanntlich nicht viele. Yoongi und RM hatten aber bereits ähnliches verlauten lassen. Allen voran ihr Leader, der sie von seinen Hyungs wohl noch am besten kannte - wenn man es so nennen konnte.

“Ich sehe das ähnlich, auch wenn ich bisher nur von ihr gehört habe. Es wird also Zeit, dass du loslässt”, brachte sich nun auch Hoseok ein.

“Ich lasse los”, gab er defensiv zurück, “wie gesagt, ich arbeite daran. Und ich vertraue ihr.”

“Ach ja?”, ließ Hoseok schneidend verlauten und wandte sich zu ihm um. “Dann schick ihr ein Bild deiner nackten Brust. Nicht nachher, sondern jetzt. Den Anblick haben wir immerhin alle schon ertragen müssen.”

Jungkook lehnte sich gequält seufzend zurück. “Wozu? Sie interessiert sich nicht für sowas.”

Sowohl Jimin als auch Hoseok lachten beide deutlich hörbar gehässig auf. “Hast du sie mal gefragt?”, war es schließlich Jimin, der sprach. “Oder auch: Hast du sie mal nach ein paar Bildern gefragt? Zur Inspiration, für einsame Stunden und so?”

“Natürlich nicht. Dann könnte sie immerhin eine Gegenleistung verlangen”, warf Hoseok ein.

“Sie würde sich nicht darauf einlassen. Das haben wir schon geklärt. Sie verschickt keine Nudes. An niemanden”, ließ er diese beiden Nervensägen wissen.

Dass es zudem auch aus ihrer Sicht wenig empfehlenswert war, derartige Bilder zu versenden, behielt er für sich. Er wusste, was darauf folgen würde. Er hatte vor Kurzem ein ähnliches Gespräch mit Hoseok geführt. Und es war nicht minder ermüdend gewesen, wie dieses es zu werden schien.

“Außer an ihren imaginären Freund. Du weißt schon, der in dessen Bett du sie rangenommen hast”, triezte Jimin ihn.

“Er hat sie nicht im Bett rangenommen, sondern auf der Küchenzeile”, kam Hoseok Jungkook zuvor, bevor er irgendwas erwidern konnte.

Nicht, dass ihm auf die Schnelle etwas Gutes eingefallen wäre. Trotzdem war das hier nicht okay. Ganz und gar nicht okay. "Gibt's hier eigentlich irgendetwas, was ihr Tratschtanten mit Eiern nicht jedem in der Band erzählt?”, entwischte es ihm aufgebracht.

“Komm schon, du bist hier die Obertratschtante … mit den kleinsten Eiern, aber das hindert dich nicht daran, den Mund stets am Vollsten zu nehmen”, schoss Hoseok zurück und quittierte Jungkooks wohlverdienten Tritt gegen den Sitz, mit einem heiseren Lachen.

“Wenigsten muss sie den Mund nicht zu voll nehmen, wenn sie ihm besagte Eier lutscht”, schoss Jimin hinzu, was auch diesem einen Tritt gegen den Sitz einbrachte.

“Jungs”, ermahnte man sie von den vorderen Sitzen, auf denen zwei ihrer Manager saßen. Beide und auch der Fahrer mussten sich ein Grinsen sichtlich verkneifen.

Jungkook atmete tief durch und versuchte, sich zusammenzureißen. Wie im scheiß Kindergarten, war das hier manchmal. Aber ja … daran war er nicht immer ganz unbeteiligt. Deshalb schluckte er es herunter. Hielt die Beine still, auch wenn der Drang, diesen beiden Nervensägen weiterhin in ihren Rücken zu treten - weil zu stechen nunmal keine Option war - noch eine Weile anhielt.

“Sie hat ihm einen geblasen?”, war es schließlich Hoseok, der flüsternd das Schweigen brach.

An Jimin gewandt, der leise bejahte. Jungkook atmete einfach nur schneidend aus … vermied es, die beiden älteren Männer darauf aufmerksam zu machen, dass er noch hier saß und sie hörte. Weil es ihnen ganz offensichtlich mehr als bewusst war.

Und dass Hoseok sich langsam zu ihm umdrehte und ihn mit ehrlich interessierter Miene fragte “und, war es gut?” bestätigte ihn.

Der Jüngste spürte, wie ihm eine ganze Wagenladung Blut in den Kopf schoss. Um das Elend zu beenden, bevor es wieder außer Kontrolle geriet, nickte er einfach nur angedeutet und wandte den Blick ab. Leider vergeblich, denn das Elend rollte auch ohne sein Zutun weiter.

“Yumi hat ihn traumatisiert”, schien der Älteste der Rasselbande in Jimins Richtung zu flüstern, der wieder einmal äußerst interessiert aussah. “Sie hat ihn … irgendwie mit den Zähnen erwischt. Danach war der Ofen aus.”

“Gebissen. Sie hat mich gebissen”, stellte er das Elend durch zusammengebissene Zähne richtig,

“Komm schon, übertreib nicht. Sie hat dich mit den Zähnen flüchtig geschrammt", konterte der Ältere und sah ihn ernst an, “was zugegeben nicht schön ist, aber-”

Hoseok stockte, weil Jimin ihm die Hand auf die Schulter legte. Mit alarmierend interessierter Miene. “Du hast es gesehen?”

Einen Moment schien der Älteste der Runde seine nächsten Worte zu überdenken. Sah den Jüngsten der gottverdammten Rasselbande forschend an und dieser gab sein Bestes, um sein Gegenüber wortlos wissen zu lassen, dass er jetzt besser den Mund hielt - außer er legte Wert darauf, dass er ihm das verdammte Genick brach. “Ja. Aber nur ganz kurz. Ich sollte nachsehen, wie schlimm es ist”, wisperte Hoseok und damit war der sprichwörtliche Ofen tatsächlich aus.

“Ho-”, entwischte es ihm so überrumpelt, dass er sich an seinen eigenen Worten verschluckte. Und hinter seinen Schläfen begann es zu pochen.

“Komm schon, wenn ich dazu jetzt nichts gesagt hätte, hätte das noch blöder ausgesehen”, rechtfertigte der Angesprochene sich und fügte an Jimin, dessen Grinsen so breit wurde, dass Jungkook es ihm am liebsten aus dem Gesicht gewischt hätte, gewandt hinzu: “aber nur ganz kurz.”

“Sag nichts”, knurrte Jungkook in Richtung seines nach wie vor breit grinsenden Hyung.

“Hab ich nicht vor”, raunte dieser sichtlich mit sich selbst kämpfend. “Wobei ich schon sagen muss, dass ich etwas enttäuscht bin. Ich dachte, du kommst mit sowas zu mir.”

“Ich wünschte, das wäre er”, warf Hoseok ein, was das Fass zum Überlaufen brachte.

Jimin verlor die Fassung und begann zu lachen - und Jungkook begann wieder gegen die Sitze zu treten. So stark, dass er einen aus der Halterung hob. Und damit endete die Fahrt erst einmal auf der Notspur … wo sie alle eine Auszeit bekamen, während ihre beiden Manager den Sitz wieder einrasteten.

***

Hallo ihr Lieben, ich hoffe, ihr habt einen schönen Tag. Und da die Feiertage nahen, mal eine Frage in die Runde. Da ich in den vergangenen Tagen wieder recht gut voran gekommen bin, möchte ich euch in den kommenden zwei Wochen ein kleines Geschenk ala einem zusätzlichen Kapitel pro Woche machen. Nun seid ihr gefragt, was wollt ihr lieber lesen? Zwei zusätzliche Chapter bei NaD, zwei hier oder jeweils eines hier und eines bei NaD? Bei Gleichstand werfe ich eine Münze.

Und dieses Chapter ist für Only-Hope. Vielen Dank für deine Unterstützung. <3