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Unfocused (nach Chapter 41 von NaD)

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Unfocused (nach Chapter 41 von NaD)

Hinweis: Das folgende Chapter kann jederzeit nach Kapitel 41 von Night and Day gelesen werden.

31. Unfocused

- 28. August 2022 -

Heute war der Tag der Tage. Der Tag, an dem er Blondie … wiedersehen würde. Ja, kurz hatte ihm ein ‘Endlich’ auf der mentalen Zunge gelegen. Allerdings sträubte sich etwas in ihm, es so offensichtlich zu machen - sei es auch nur still und in seinen Gedanken. Auch wenn das gerade keine Rolle spielte. Heute würde er sie nämlich wiedersehen. Endlich … da … nun war es doch raus.

Wochenlang hatten sie darauf gewartet. Zugegeben, teilweise sogar darauf hingefiebert. Sei es auch eher zum Ende hin - da aber merklich und zunehmend. Heute war es also soweit. Genau genommen heute Abend. In etwa neun Stunden. Blondie befand sich bereits in der Luft und würde in weniger als acht Stunden landen.

Soweit so gut … was alles andere als gut war, war sein Zustand. Er hatte es gestern bei der Probe mal wieder zu weit getrieben. Hatte ein wenig vorarbeiten wollen, weil er sich in den kommenden Tagen rausziehen würde. Zudem hatte er die überschüssige Energie und Nervosität loswerden wollen. Das Resultat war ein gezerrter Muskel … im Rücken. Beziehungsweise im unteren Rücken, gefährlich nahe an seinem Allerwertesten.

Jetzt mal ernsthaft, wer zerrte sich bitte einen Muskel nahe dem Hintern? Offensichtlich er …

Glücklicherweise ging es ihm heute schon bedeutend besser als gestern Abend. Nachdem man ihm direkt von der Company zum Krankenhaus geschafft hatte, weil er kaum hatte laufen, geschweige denn stehen können. Sitzen konnte er wohlgemerkt auch nicht, weshalb er sich bäuchlings auf den Rücksitz hatte legen müssen.

Ja, es war ein verdammtes Trauerspiel gewesen. Kurz dachte er, das war es. Kurz dachte er, er hätte sich den verdammten Ischias eingeklemmt und konnte Blondie sagen, dass er ihr viel Spaß in Seoul wünschte - aber er würde die nächsten Tage jammernd im Bett verbringen.

Doch er hatte Glück im Unglück. Es war nur ein gezerrter Muskel. Und den konnte man mit Schmerzmitteln und Krampflösern meistens recht schnell wieder besänftigen. Zwar würde er es in den nächsten Tagen etwas langsamer angehen müssen, aber das bekam er hin. Solange er in der Lage war, Blondie zu ficken, passte das schon. Und das ließ er auch den Arzt wissen, der ihm verschiedene Behandlungsmethoden vorschlug.

Naja … natürlich ließ er es ihn nicht genauso wissen. Im Grunde sagte er nur, dass er möglichst schnell wieder möglichst fit sein musste. Möglichst schnell im Sinne von morgen Abend. Spielraum gab es keinen. Und bei dem Berufsfeld, in dem er bekanntlich arbeitete, stellte man bei sowas keine weiteren Fragen. Man nahm an, er hatte einen wichtigen Videodreh, ein wichtiges Shooting, einen wichtigen Auftritt oder auch nur Proben für einen solchen - und das genügte. Jedenfalls dafür, dass sie das gute Zeug zückten und es einem in die schmerzende Stelle pumpten.

Rund 16 Stunden später hockte er also zu rund 80 Prozent beweglich und schmerzfrei in der Badewanne und versuchte, die Wärme den Rest machen zu lassen. Leider war er erst seit einigen Stunden größtenteils beweglich und schmerzfrei, was ihn gerade leider zu 80 Prozent müde und nur zu 20 Prozent wach machte. Die vergangene Nacht war nämlich die Hölle gewesen. An Schlaf war erst gegen 11 Uhr morgens zu denken gewesen - als die Schmerzen und die Unbeweglichkeit unter 40 Prozent gesunken waren.

Viel länger schlafen konnte er jedoch nicht. Er musste seine sieben Sachen zusammenpacken und sich vorher noch in einen halbwegs annehmbaren Zustand versetzen. Glücklicherweise hatte er schon vor einigen Tagen dafür gesorgt, dass er an den entscheidenden Stellen getrimmt oder gar komplett haarlos war. Nun ging es also eher ums Feintuning. Und das bestand daraus, sich von Kopf bis Fuß zu waschen - gründlich. An manchen Stellen sogar besonders gründlich.

Außerdem musste er sich noch die Achseln und das Gesicht rasieren. Zwar hatte er noch keinen Drei-Tage-Bart, auch wenn es bei ihm fast vier Tage her war - aber er war spürbar stoppelig. Wenigstens an der einen oder anderen Stelle. Rein aufs Gesicht bezogen versteht sich. Zum Beispiel unten links am Kinn … es nervte ihn schon seit gestern. Und sicherlich würde es auch Blondie nerven, wenn sie ihr Gesicht an seinem rieb, wie sie es manchmal … in diesen speziellen Momenten tat. Etwa, wenn sie unter ihm lag und sich an ihn klammerte.

Er hatte also noch einiges zu tun. Sich waschen, anziehen und stylen. Und seinen Rucksack packen. Mit ein paar lustigen Goodies - aber vor allem mit Klamotten und nützlichen Goodies. Sie würden mehr als zwei Tage miteinander verbringen. Er hatte sich also ein paar neue Unterhosen und Pyjamas besorgt. Nichts besonderes im Sinne von gewagtem Kram. Aber doch ein paar ansehnliche Teile, in denen er hoffentlich eine bessere Anziehung auf sie hatte, als in seinen Ironman-Shorts, die er schon seit rund sieben Jahren besaß und noch heute gerne zum Schlafen trug. Oder seinen ultra bequemen, verwaschenen und ausgebeulten Unterhosen, die er nur dann trug, wenn ihn wirklich absolut niemand in diesen sehen würde.

Und die Kondome … die durfte er natürlich auch nicht vergessen. Sein Bruder Junghyun hatte sie ihm besorgt - weil er dieses Mal nicht nur diese einfachen haben wollte, die man ihm von der Company aus besorgte. Natürlich konnte er auch hier um eine andere Marke oder speziellere Ausführung bitten, aber es war ihm doch lieber, das selbst zu regeln. Sei es auch nur auf gewisse Weise. Zwar waren diese Teile nicht wirklich außergewöhnlich, aber dennoch … minimal gewagt.

Es handelte sich um ein Set, bestehend aus verschiedenen Sorten. Mit Geschmack, Noppen, ultra dünn und demnach besonders gefühlsecht und und und … einer der Jungs hatte mal von diesen Dingern gesprochen. Ebenso einer seiner Freunde.

Also ja … er hatte es wissen wollen. Und demnach hatte er verlauten lassen, dass er sich dieses Mal selbst um diese Dinge kümmern würde. Und demnach auch um Dinge wie Gleitgel - auch wenn sie das bisher noch nicht wirklich genutzt hatten, was sie eventuell mal ändern sollten. Sei es auch nur, um den … Spaß, eventuell etwas zu erhöhen.

Jungkook … oder eher Junghyun hatte eins besorgt, das man auch als Massageöl nutzen konnte. Und das nach Erdbeeren schmeckte. Er hatte keine Ahnung, ob Blondie Erdbeeren mochte. Etwas, das er definitiv in Erfahrung bringen sollte. Ebenso wie weitere Dinge, auf die sie in diesen Gefilden stand - und was für sie ein No-Go war.

Dafür würde sich die Zeit jedoch sicherlich noch finden. Hier und Jetzt galt es jedoch, sich selbst in einen halbwegs annehmbaren Zustand zu versetzen. Was gut und machbar war. Sein Allerwertester meldete sich nur zu Wort, als er sich wieder aus der Wanne hievte. Oder eher, es versuchte. Der erste Versuch scheiterte dabei kläglich, weil es ihm über den unteren Rücken in den Arsch und bis in die Beine zog. Planänderung also - die daraus bestand, dass er sich wie eine Robbe auf den Bauch rollte, sich auf alle Viere stellte und es in dieser Position versuchte.

Sein Allerwertester, oder eher sein gezerrter Muskel kurz über diesem, mochte auch das nicht besonders. Aber es funktionierte. Glücklicherweise tat es das. Der Gedanke daran, dass er solange um Hilfe rufen musste, bis ihn jemand hörte und ihm aus der Wanne half, ließ ihn in kalten Schweiß ausbrechen. Normalerweise nahm er sein Handy mit ins Bad. Ja, er hatte es auch schon mal mit in die Wanne genommen, um zu Texten und im Internet zu surfen. Allerdings hatte er dabei bereits mehr als ein Gerät über den Jordan geschickt. Seitdem ließ er sie einfach nur in greifbarer Nähe liegen.

Heute lag es jedoch recht passend im Schlafzimmer. Auf dem Bett und neben den Kondomen, die er sich bereits mit dem Gleitgel, ein paar guten neuen Shorts und dem Rest seiner Klamottenauswahl zurechtgelegt hatte. Die Sachen, die er gleich anziehen würde, lagen links. Die, die in seine Tasche kamen, rechts. Direkt vor den Dingen, die er in seinen Rucksack verfrachten würde. Erstens waren sie da schneller greifbar und zweitens würde er den selbst tragen und demnach nicht aus den Augen lassen.

Es war nicht so, dass er seinem inneren Kreis nicht vertraute. Immerhin hatte der schon mehr als einmal Dinge wie Kondome oder Gleitgel für ihn besorgt. Oder eher besorgen müssen. Trotzdem fühlte er sich meistens besser, wenn er sich selbst um sowas kümmern konnte. Mal ganz davon abgesehen, dass sich nicht nur Kondome und Gleitgel in seinem Rucksack befinden würden, wenn er mit dem Packen fertig war.

Nachdem er sich dürftig abgetrocknet und sich hier und da nochmal etwas eingecremt hatte, kroch er zurück ins Schlafzimmer und zum Bett. Oder eher schlich. Immerhin stand er wenigstens noch auf zwei Beinen. Sein Muskel hatte ihm die Reise aus der Wanne jedoch etwas übel genommen. Er würde sich also noch ein paar Schmerzmittel einwerfen und das Beste hoffen, wenn es gleich losging. Und das ging es einem Blick auf die Uhr nach in rund 45 Minuten.

Man würde ihn heute doch eher abholen. Zum einen, weil er in seinem Zustand eh zu nichts mehr zu gebrauchen war, zum anderen aber auch, weil ihn Blondie nicht dabei sehen sollte, wie er in die Wohnung schlich. Bestenfalls hatte er sich bereits ein wenig gesammelt und die Schmerzmittel wirken, wenn sie zu ihm stieß. Weil er sie nicht beunruhigen wollte … und sich damit selbst ausbremsen.

Am Bett angekommen, warf er also ein paar Sachen in den Rucksack, die eigentlich in seine Tasche sollten. Also räumte er den Rucksack von sich selbst, seinem Hintern und der Welt genervt wieder aus - wobei ihm ein paar Unterhosen, das Gleitgel und die Kondome wieder aus dem Rucksack und auf den Boden fielen.

“Fuck”, raunte er, während er ungelenk danach angelte.

Dabei katapultierte er die elenden Kondome unters Bett, sodass er sich auf alle Viere hocken musste, um diese zu erreichen. Mit einem Paar Socken, das sich ebenfalls unters Bett verirrt zu haben schien - die Frage war nur wann, da sie nicht auf seiner heutigen Liste gestanden hatten. Noch auf dem Boden kauernd warf er die Socken und die Kondome aufs Bett und machte sich anschließend daran, sich aufzurichten. Was ihn drei Anläufe und einige wertvolle Minuten kostete.

Als er endlich wieder stand, machte er sich daran, sich anzuziehen - da er wenig Wert darauf legte, noch einmal nackt auf dem Boden rumkriechen zu müssen - und in die Küche zu schleichen, wo er sich ein Glas Wasser eingoss und sich zwei Schmerztabletten einwarf. Die erlaubte Höchstdosis waren drei und kurz spielte er mit dem Gedanken, sich auch noch die letzte zu gönnen. Allerdings entschied er sich dagegen. Falls es nicht ausreichte, um Blondie nachher gehörig ranzunehmen, könnte er immer noch nachle-

Das Klingeln seiner Schelle riss ihn aus den Gedanken und er trat rüber zur Sprechanlage.

“Ja?”, fragte er in diese.

“Wir sind da, soll ich raufkommen?”, tönte es durch die Sprechanlage. Offensichtlich war es einer seiner Leute, die unten auf ihn warteten.

“Nein, ich komme runter”, gab er zurück.

“Bist du sicher, ich kann dir was abnehmen?”

“Nein, passt schon.” Mit diesen Worten machte er sich von der Sprechanlage los, raffte seine Schmerztabletten zusammen, um sie gemeinsam mit den Kondomen zu seinem restlichen Kram in den Rucksack zu werfen, zog sich die Schuhe an, warf sich seine Jacke über und machte sich auf den Weg nach unten. Den Rucksack in der einen Hand und die Tasche in der anderen.

“Was ist los?”, fragte sein Bodyguard ihn, als sie gemeinsam auf dem Rücksitz des Vans saßen und hinter verdunkelten Scheiben durch die Straßen Seouls fuhren.

Jungkook zermarterte sich das Hirn. “Ich weiß nicht, ich habe das Gefühl, ich hab was vergessen”, sinnierte er und spielte gedankenverloren mit der Maske, die er sich während der Fahrt unter das Kinn geschoben hatte.

Leider wollte ihm nicht einfallen was. Die Socken waren es jedenfalls nicht … und soweit er sich erinnerte, war das alles, was er auf dem Bett hatte liegen lassen.

***

Frohes neues Jahr ihr Lieben. Wir haben etwas Glück, es bot sich doch die Gelegenheit etwas eher zu posten. Hier sind wir also. Hattet ist alle einen schönen Abend und seid gut ins neue Jahr gekommen? Ich hoffe es doch mal.

Na, ahnt jemand, was sich anstatt der Kondome in JKs Rucksack befinden könnte? lol Naja … ist wahrscheinlich ziemlich offensichtlich.

Und ich weiß, er treibt es mal wieder oder auch immer noch zu weit. Aber, wer diese olle Socke (bewusstes Wortspiel, höhö) kennt weiß, dass das genau das ist, was er bekanntlich tut. Übergreifend oder auch aus Ehrgeiz, ich denke aber eventuell auch zur Emotionsbewältigung. Immerhin ist er meistens der erste und letzte der Jungs, der halb ohnmächtig oder blutend hinter der Bühne oder im Proberaum auf dem Boden rumliegt.