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Condomgate (nach Chapter 46 von NaD)

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Condomgate (nach Chapter 46 von NaD)

Hinweis: Das folgende Chapter kann jederzeit nach Kapitel 46 von Night and Day gelesen werden.

36. Condomgate

“Die Lage ist gelinde gesagt schlecht und bedenklich”, ließ sie Socialmedia-nim wissen, nachdem man ihn und den kleinen und erlesenen Rest der Runde auf den neuesten Stand der Dinge gebracht hatte.

Und wie erwartet sah allen voran Nahm alles andere als glücklich aus. Schon seit Beginn des heutigen Meetings vermied er es, ihn anzusehen. Da Jungkook ihn allerdings bereits kannte, wusste er, dass das Teil seiner Bestrafungsstrategie war. Dem jungen Mann war dies allerdings nur recht. Ihm war durchaus bewusst, wie beschissen die verdammte Lage war - um es mal weniger verblümt zu sagen. Und ihm war ebenso bewusst, dass er daran alles andere als unschuldig war.

“Wie genau sieht unser weiteres Vorgehen aus?”, warf Nahm in die Runde. Mit angespanntem Gesichtsausdruck und vor der Brust verschränkten Armen.

Deeskalations-nim, zu dessen linker Seite sich Vertreter ihrer Rechtsabteilung gesammelt hatten, richtete sich etwas auf, indem er den Rücken durchdrückte. “Wir stehen erneut in Kontakt mit dem Management des Models. Man versicherte uns jedoch, dass man ihr die Regeln und Grenzen unseres Vertrages noch einmal genauer erläutern wird.”

Nahm seufzte auf. Hörbar wenig zufrieden gestellt. Und ja, in dieser Sache konnte Jungkook nachvollziehen, was er dachte. Das Model, wie man sie hier kurz und bündig nannte, schlachtete diese Sache aus - auf ungünstige bis verdammt schlechte Art und Weise. Sie kostete diese Sache vollends aus, ohne Rücksicht auf Verluste. Über die ganzen Hasskommentare hinweg, die sie im Sekundentakt bekam - und von denen einige noch auf dem Bildschirm an der Wand zu sehen waren, auf die sie der Laptop warf, mit dem man ihnen die Lage gerade erläutert hatte.

Nicht zum ersten Mal musste er gegen den Drang ankämpfen zu fragen, wie lange das Ganze wohl ihren Vermutungen nach noch anhalten würde. Allerdings wusste er, dass sie es ihm nicht sagen können würden. ‘So schnell wie möglich' oder auch ‘Besser gestern als heute’ wären da die Antworten. Das Ding war, dass der weitere Verlauf massiv vom Verhalten aller Beteiligten abhing. Und solange Alva ihn durch den Skandal ritt, als wäre er ein besonders schönes Pony, das man seinem eigenen Vorteil wegen vorführen musste, würde das Ganze nicht zur Ruhe kommen. Ebensowenig wie diejenigen, die das Ganze triggerte.

Ja, es gab nicht nur negative Stimmen. Und er würde lügen, wenn er behaupten würde, dass ihm das nicht irgendetwas gab. Etwas Positives, was ihm Kraft gab. Kraft, sich das alles nicht zu Kopf wachsen zu lassen. Leider kam nicht auf jeden negativen Ausruf ein positiver. Die Kommentare, in denen man seine Enttäuschung oder gar seinen Hass ausdrückte, überwogen … merklich. Die Kommentare, in denen sie ihn wissen ließen, sie stünden hinter ihm, waren die Nadeln im sprichwörtlichen Heuhaufen. Nadeln, an denen er sich festzuklammern versuchte, wenn der Hass ihm zu Kopf steigen und einnehmen wollte. Ebenso wie er sich an Hannahs Anwesenheit klammerte.

Ja, es gab ihm etwas zu wissen, dass sie auf ihn wartete, wenn er die Hektik seines Alltags hinter sich ließ. Ihre Anwesenheit nahm ihm die Gelegenheit, sich im Hass zu verlieren, weil er nichts anderes zu tun hatte. Und sie half ihm auch jetzt, um das hier zu überstehen.

Das Meeting nahm ein Ende und ließ ein gewohntes Gefühl der Unzufriedenheit zurück. Weil es ihm noch einmal deutlich machte, dass das hier real und noch lange nicht überstanden war. Er würde weiter durchhalten müssen. Und der Gedanke, dass Blondie in viel zu absehbarer Zeit wieder abreißen würde, schien ihn manchmal zu erdrücken. Denn dann würde sie ihn allein lassen … mit dieser verdammten Scheiße, die ihn zu kochen schien. Aber ... er hatte es schon einmal überstanden. Mehr als einmal sogar. Er würde es auch dieses Mal überstehen.

“Bleib bitte noch einen Moment”, ließ ihn Nahm wissen, als Jungkook sich mit den anderen Anwesenden aufrichtete, um den Konferenzraum zu verlassen.

Den Kloß, der sich in seinem Hals bildete, runterschluckend nickte er und ließ sich erneut auf seinem Platz nieder. Wartete gemeinsam mit Nahm, bis alle anderen Anwesenden den Raum geräumt hatten und sie alleine zurückließen.

“Wie geht es dir?”, wollte Nahm wissen, als dies geschehen war.

“Gut … also. Den Umständen entsprechend”, gab er unsicher zurück. Weil er nicht ganz sicher war, was Nahm hören wollte und ob er ihm dies geben konnte.

“Das ist gut. So unglücklich die Lage sein mag, wir können sie gerade nicht ändern”, sagte der ältere Mann und der jüngere musste gegen den Drang ankämpfen, die Stirn in Falten zu legen. ’Was sollte das hier werden?’, fragte er sich. “Du hältst dich im Hintergrund, das ist gut. Deine Kleine ebenso. Was meinst du, wird das wohl so bleiben, wenn du sie nicht mehr im Auge hast?”

Okay … darum ging es hier. Man wollte wissen, ob Hannah ebenfalls zum Problem werden würde, wenn sie zurück in die Staaten reiste. Demnach wollte man wissen, ob man eventuell spezielle Vorkehrungen treffen musste. Wie auch immer diese aussehen mochten. Jedenfalls nahm er das an …

“Ja, wird es”, gab er fest zurück.

Zwar schien sie äußerst interessiert am Verlauf dieser Sache zu sein, allerdings nahm er ihr den Grund für dieses Interesse ab. Sie wollte wissen, was in seinem Leben vor sich ging und wenigstens soweit es ihr möglich war, für ihn da sein. Zudem war sie an dieser Sache bekanntlich ebenfalls nicht ganz unschuldig. Es war also nachvollziehbar, dass sie wissen wollte, welche Konsequenzen das alles hatte.

“Gut”, nahm sein Gegenüber es so hin und schien einen Moment in tiefere Gedanken zu verfallen.

Ob er es also nun tatsächlich oder nur anscheinend “gut” befand, wusste Jungkook nicht. Allerdings spielte das für ihn keine weitere Rolle. Er würde sie, aka die Leute auf den oberen Etagen der Company, nicht immer glücklich machen können. Jedenfalls nicht, solange er sich selbst nicht komplett aufgab und sich für sie, ihre Belange und ihre Weltanschauung selbst opferte.

“Kann ich dann gehen? Die Member warten auf mich”, brach er das Schweigen, in das sie beide kurzzeitig verfallen waren.

“Eine Sache noch”, ließ Nahm verlauten und Jungkook spannte sich wieder etwas an, während er seinem Gegenüber nickend wissen ließ, dass er ganz Ohr war. “Wir haben Lee Seoyeon versetzt. Was nicht ganz unerwartet kommen dürfte”, sagte Nahm an ihn gerichtet und der jüngere Mann nickte.

Immerhin hatte man es beim vergangenen Meeting bereits angedeutet. “Wurde sie denn entschädigt? Und fair versetzt? Sie hatte mit dieser Sache immerhin nichts zu tun”, warf er leise ein.

Nahm nickte. “Keine Sorge, wir haben dafür gesorgt, dass sie sich nicht gemaßregelt oder benachteiligt fühlt.” Was immer das bedeuten mochte, schoss es ihm durch den Kopf. Und da der ältere Mann anscheinend sehen konnte, was er dachte, fügte er hinzu: “Wir haben sie einer der Girlgroups zugeteilt. Zudem hat sie einen Bonus erhalten. Wir sind uns hier durchaus bewusst, welche Art von Behandlung dazu führt, dass uns Mitarbeiter in den Rücken fallen könnten.”

Und ja … das brachte Jungkook dazu, erleichtert auszuatmen. “Und, wer wird dann für mich zuständig sein?” Eine durchaus berechtigte Frage. Für eine Position wie diese kam immerhin nicht jeder in Frage. Dazu bekam man in dieser einfach zu viel mit, was man gegen ihn und demnach um der Company zu schaden nutzen konnte.

“Das ist zugegeben kein ganz einfaches Unterfangen. Gerade in deiner Situation nicht”, nun brachten Nahms Worte Jungkook doch dazu, sichtlich die Stirn zu runzeln. Also setzte dieser dazu an, seine Worte zu konkretisieren: “Ich gehe stark davon aus, diese junge Frau, die zurzeit zuhause auf dich wartet, wird so schnell nicht wieder aus deinem Leben verschwinden.” Jungkook bejahte schwach nickend. “Genau deshalb brauchen wir auf dieser Position jemanden, dem wir trauen können. Ich mache es kurz: Aktuell sehen wir da niemanden. Aus diesem Grund wird Kim Eojin diese Position übernehmen. Vorübergehend, bis wir jemanden gefunden haben, der sich wirklich eignet.”

Das war gut. Eojin Kim oder auch Mister Kim, wie Blondie ihn nennen würde, kannte ihre Situation, um es in Nahms Worten zu sagen, immerhin bereits - und hatte sich mehr als einmal als vertrauenswürdig bewiesen. Allerdings stand er auf der Karriereleiter zu weit oben … jedenfalls für eine Position wie diese. “Ist das nicht ein Rückschritt für ihn?”, wagte Jungkook also auszusprechen, was ihm durch den Kopf schoss.

Nahm sah ihn ernst an. “Ist es, aber natürlich wird auch er entsprechend kompensiert. Und wie schon gesagt, diese Lösung ist nur vorübergehend. Bereits während wir über diese Sache sprechen, suchen wir intern nach einem geeigneten Ersatz. Einen bestenfalls dauerhaften.”

“Okay”, lenkte der junge Mann also ein. Und endlich entließ Nahm ihn mit dem Hinweis, sein neuer persönlicher Manager würde sich heute noch im Laufe des Tages bei ihm melden, in die verlockend riechende Freiheit.

***

Hallo ihr Lieben, heute mal etwas verspätet. Es tut mir sehr leid, aber ich war heute Vormittag etwas zu eingespannt. Ich hoffe euch geht's allen gut und habt noch einen schönen Tag heute. Bis Freitag. ♥️