LNCrawler

Research (nach Chapter 57 von NaD)

Day And Night - Perspectives — www.fanfiktion.de · All chapters

Research (nach Chapter 57 von NaD)

Hinweis: Das folgende Chapter kann jederzeit nach Kapitel 57 von Night and Day gelesen werden.

42. Research

Wunderbar … scheinbar schien kurzen Recherchen nach schon eine Weile das hartnäckige Gerücht in bestimmten Kreisen umzugehen, dass er sich Chlamydien eingefangen hatte. Wie lange genau es schon die Runde machte, wusste er nicht. Das hatten er oder auch die Company nicht mehr wirklich zurückverfolgen können. Fakt war nur, es war da draußen - und das nicht erst seit Kurzem.

Wirklich losgebrochen schien es aber vor einigen Tagen zu sein. Vermutlich rundum das ganze Chaos, das Blondies und demnach Alvas vermeintliche Sichtung verursacht hatte. Es lag nahe, dass man die Gunst der Stunde gezielt genutzt hatte, um es auf die große Reise zu schicken. Was er nicht ändern konnte. Eine Klarstellung würde es nur schlimmer machen, also blieb ihm gerade nichts anderes übrig, als sich zurückzulehnen und es auszusitzen.

Zurückzuführen schien es tatsächlich, wie er es bereits vermutet hatte, auf den kleinen Insider zu sein, den die Jungs in den vergangenen Monaten - seiner Erkrankung mit dem Helicobacter folgend - miteinander geteilt hatten. Nicht immer so bedacht, wie sie es hätten sein sollen - was ihnen ein Meeting beschert hatte, in dem man sie noch einmal alle über das richtige Verhalten in der Öffentlichkeit - zu dem praktisch jede Örtlichkeit zählte, an der sie nicht ausschließlich unter sich waren - belehrt hatte.

Selbstverständlich tat den Membern leid, dass ihr kleiner und im Grunde unbedachter Insider nun die große Runde machte. Ändern konnten sie dies jedoch ebenso wenig, wie Jungkook selbst es konnte.

“Naja … wenigstens behaupten sie nicht, wie sie es mal bei Harry Styles getan haben, dass du es von einem Koala hast”, schien Taehyung die gedämpfte Stimmung, die nach besagtem Meeting herrschte, auflockern zu wollen.

Leider gelang es ihm nicht wirklich. Zum einen, weil es dafür einfach noch zu früh war und zum anderen, weil ihn dieser Irrsinn, den sie gerade da draußen - und damit waren leider nicht nur die Räumlichkeiten der Company gemeint - über ihn verbreiteten, zu diesem Zeitpunkt nicht alles gewesen war, was ihn belastet hatte.

Zum anderen war da auch Blondies Schweigen gewesen. Als das Meeting - das am Morgen des Folgetages ihrer Abreise stattgefunden hatte - startete, schwieg sie nämlich immer noch. Es hatte keine Nachricht und keinen Anruf gegeben - dabei musste sie in der vorangegangenen Nacht in New York gelandet sein - wo es zu dem Zeitpunkt Vormittag gewesen war. Der Flug hatte es jedenfalls getan, wie er heute morgen, bevor er in die Company aufgebrochen war, gecheckt hatte.

Das bedeutete also, sie ghostete ihn bewusst. Vorausgesetzt, sie hatte ihr Handy nicht verloren, wie Jimin leise eingeworfen hatte, als sie irgendwann zwischen Tür und Angel kurz über die Situation gesprochen hatten. Ja … das war möglich. Und genau daran hielt er fest, bis sie sich schließlich am frühen Abend doch noch bei ihm zurück meldete - um in der Zwischenzeit nicht noch einmal die Kontrolle zu verlieren.

Ja, kurz hatte sie ihn überkommen. Dieses Gefühl der gleißenden Panik, als sie auch nach dem zigsten Anrufversuch und der xten Nachricht kein Lebenszeichen von sich gab. So als wäre sie praktisch nicht nur aus diesem Land verschwunden, als sie in den Flieger stieg, sondern auch aus seinem Leben. Und er war gerade alles andere als bereit dazu, sie aus seinem Leben verschwinden zu lassen. Nicht nach all dieser Scheiße, die er bisher hatte über sich ergehen lassen müssen, damit sie genau in dieses kommen konnte …

Und nicht nach der Überwindung, die es ihn gekostet hatte, es zuzulassen. Zuzulassen, dass sie ihm so nahe kam, dass sie tatsächlich so etwas wie eine entscheidende Rolle in seinem Leben spielte. Blöderweise bestand eine Konstellation wie diese jedoch stets aus zwei Parteien - in denen bestenfalls beide vollkommen frei entscheiden konnten, wann sie in das Leben des anderen traten oder diesen in das eigene ließen … und wann sie beides nicht mehr tun wollten. Wann sie den Rückzug antreten wollten.

In dieser Konstellation war Blondie besagter anderer Part, der jederzeit entscheiden konnte, dass sie genug von ihm hatte. Von ihm und diesen unzähligen Koffern voller Scheiße, die er bekanntlich mit sich herumschleppte. Diese Koffer, die sie in den vergangenen Tagen mehr als nur ein wenig zu deutlich gesehen hatte.

Glücklicherweise beendete sie ihr Schweigen, kurz bevor er erneut die Kontrolle und den verdammten Verstand verlieren konnte. Kurz bevor er ihr eine weitere, peinlich hysterische Nachricht schickte, in der seine Panik sie nicht nur über das Display hinweg ansprang.

“Ich bin krank”, war erst einmal alles, was von diesem Wortschwall, mit dem sie ihm begegnete, kaum dass er abgehoben hatte, wirklich hängen blieb … und krank … das war erst einmal nichts Gutes. Also hakte er nach. Und sie stammelte rum, bevor sie zum Punkt kam. Mit verdächtig belegter und fahrig klingender Stimme. Nur um ihm ausgerechnet dieses verdammte Wort um die Ohren zu hauen, das er heute bereits einmal zu oft hatte über sich ergehen lassen müssen. Dieses Mal auf Englisch, aber er verstand auch so: “Hast du zufällig Chlamydien?”

Jungkook wusste nicht genau, was ihn mehr irritierte. Die Tatsache, dass sie krank war oder dass sie im Bild zu sein schien. Allerdings war er sich einen Moment nicht sicher, ob er sich eventuell nur verhört hatte. Immerhin hatte er dieses verdammte Wort heute mehr als nur einmal zu oft hören müssen. Er schloss demnach einen Moment nicht aus, dass sein dröhnender Kopf ihm nur einen Streich gespielt hatte. Also hakte er nach. Nahm zur weiteren Sicherheit sogar die App zur Hand und bat sie zu wiederholen … gegen den rasenden Herzschlag ankämpfend, der seine Brust zu sprengen drohte. Aber er hatte sich nicht verhört. Das machte die Situation … verwirrend bis schwierig.

Denn was auch immer es war, irgendetwas ging bei dieser Sache nicht auf. Ließ die Frage in ihm aufkommen, ob er sich eventuell doch bei der Annahme, das Gerücht kam aus seinen Reihen, geirrt hatte und sie es war, die sich was eingefangen hatte - was nichts Gutes bedeuten würde. Das würde nämlich die Frage aufkommen lassen, wie sich dieses Gerücht auf ihn hätte übertragen können, wenn niemand wusste, dass das in diesem blöden Laden nicht das Model, sondern sie gewesen war. In diesem Fall hätte ihre Verbindung in besagten Kreisen, aus denen das Gerücht stammte, bekannt sein müssen. Und seinem Wissen nach, war sie das nicht …

Nein … das machte keinen Sinn. Also atmete er tief durch und versuchte sich auf die andere Frage zu konzentrieren, die ihre Frage in ihm aufwarf: Nämlich die, woher zur Hölle sie von diesem Gerücht wusste oder was ihre Frage ansonsten andeuten konnte. Nämlich, dass das hier nur ein äußerst blöder Zufall war. Was ebenfalls nicht Gutes andeutete.

Und ja … man hörte leider mehr als nur deutlich heraus, dass er gerade alles andere als glücklich darüber war, dass sie von dieser Sache wusste … oder dass sie Chlamydien hatte oder haben könnte. Ganz sicher hatte sie sie nämlich nicht von ihm. Er hatte sich kurz vor ihrem Besuch checken lassen. Er war absolut sauber - oder war es jedenfalls noch gewesen, bevor sie in den vergangenen Tagen regelmäßig gemeinsam die Nacht zum Tag gemacht hatten. Oder nicht selten auch den Tag zur Nacht …

Beides ließ er sie wissen. Nunja, so gut es ihm gerade möglich war. Er war sauber … was immer sie hatte, sie hatte es nicht von ihm. Das waren im Groben seine Worte, die ihm holprig über die verdammten Lippen stolperten. Er hasste diese Sprachbarriere. Vor allem in Momenten wie diesem. In Momenten, wo ihm einfach nicht die richtigen Worte einfallen wollten: Außer einer kläglichen Version wie “you´ve got chlamydia? NOT FROM ME!”

“No. I’ve got a UTI”, ließ sie ihn wissen und natürlich wusste dieser verdammte Idiot, der er war, nicht, was das war.

Er hatte das Wort schon einmal gehört und das erste, was ihm durch den vollkommen aufgewühlten Kopf kam, waren Geschlechtskrankheiten. Bis er sich erinnerte, dass die Abkürzung dafür STDs waren. Also musste er wie so oft zum Handy greifen und die App zur Hilfe nehmen. Diese brachte ihm kurz darauf Klarheit. Sie hatte eine Blasenentzündung. Und er atmete gerade erleichtert auf, als sie ihn erneut daran erinnerte, dass immer noch diese scheiß Frage im Raum stand.

Oder eher Fragen. Nämlich einmal die ihre, in der sie wissen wollte, ob er Chlamydien hatte und demzufolge die seine, wie zur Hölle sie auf diese Frage kam. Natürlich fasste diese kleine Quasseltante das nicht in einfache Worte. Nein, sie nutzte wie so oft einen ganzen Haufen - von denen er rund 80 Prozent nicht verstand. Also musste er erneut mit der App hantieren, während sie wartete und sich diese unangenehme Art des Schweigens in den Hörer legte.

Diese Art, bei der klar war, dass sie nur darauf wartete, dass er endlich in der Lage war, ihr und ihren vielen weisen Worten zu folgen. Er hasste es … er hasste diese scheiß Sprachbarriere. Er hasste es, dass er sich in ihrer Gegenwart aufgrund von dieser immer wieder wie ein kleiner, dummer Junge fühlte.

Dabei war er alles andere als dumm. Ganz im Gegenteil. Er konnte gut mit Worten. Blöderweise nicht mit denen, die sie verstand. Anstatt also ebenfalls große, weise Worte an sie zurückzugeben, jonglierte er gefühlt stets mit demselben … 50 … 60 … vielleicht waren es auch 100. Es spielte keine Rolle, denn sie schien alle Wörter dieser scheiß Welt zu kennen.

Jedenfalls kam es ihm manchmal so vor. Und ja, oft beeindruckte es ihn. Manchmal war es aber auch frustrierend. Vor allem in einer Situation wie dieser hier. In einer Situation, wo sein Kopf so sehr dampfte, dass er sogar für einen kläglichen Satz wie “No! How do you know?”, ernsthaft die App nutzen musste.

Und dann überschlug sich … gefühlt alles. Sein Kopf und sein Magen, aber vor allem Blondie und all die Wörter, die sie ihm durch die Leitung entgegen spie. Wieder verstand er nicht genug. Wahrscheinlich maximal die Hälfte, da sie aufgebracht war und demnach zu schnell, hektisch und zu undeutlich sprach. Was hängen blieb war erneut die Frage, ob er Chlamydien hatte. Gefolgt von einem “... nicht von mir!”

Was darauf hindeutete, dass es hier tatsächlich nur um dieses Gerücht ging, das gerade die Runde machte. Um dieses elende Gerücht, von dem sie eigentlich nicht im Bild sein sollte.

Also brauchte er einen Moment, um sich zu sammeln. Sich und seine Gedanken, die gerade ebenso wirr in seinem Kopf herumschwirrten, wie es Blondies Worte taten. Als es ihm gelungen und er wieder ein wenig runtergekommen war, griff er erneut zur App. Ließ sie mithilfe von dieser wissen, dass er sauber war. Dass das nur Gerüchte waren. Und ja, er hielt nicht zurück, wo sie gerade kursierten und dass er sich demnach gerade fragte, wie zur Hölle sie ausgerechnet ihr untergekommen waren.

Blondie verstummte. Schien einen Moment sogar aufzuhören zu atmen, während es nun sie war, die seine Worte zu verarbeiten schien. Bullseye, dachte er sich. Sein Gefühl war richtig gewesen. Dass sie das hier wusste, war kein dummer Zufall gewesen. Wie auch immer, es hätte zu diesem kommen können. Aber er wollte ihr den sagenumwobenen benefit of the doubt einräumen.

Im Zweifel für den Angeklagten … ihr ertapptes Schweigen ließ jedoch keinen Raum für Zweifel.

Es brauchte eine Weile und mehrere Anläufe, bis sie ihn kleinlaut wissen ließ: “Ich bin gestolpert. Während ich bei Twitter geschaut habe, wie es um Condomgate steht.” Da das hier zu wichtig gewesen war, um nur die Hälfte zu verstehen, hatte er die App im Anschlag bereit gehalten. Deshalb übersetzte sie Wort für Wort … was ihn seufzen ließ. Denn sie verfälschte und verdrehte ihre Worte. Was ihn frustrierte … weil er sie aus ihrem Mund hören wollte und nicht verwaschen durch die App.

Zudem gabs da aber auch diesen elenden Hashtag. Er hatte ihn schon, bevor die App zu übersetzen begonnen hatte, aufgefangen. Diesen scheiß Hashtag, der gerade scheinbar sein Leben wie kein anderes zu überschatten schien. Aus ihrem Mund. Ein Hashtag, den sie im Grunde auch nicht kennen sollte …

“Mir ist bewusst, ich muss mich fernhalten. Aber”, stammelte sie weiter, während er einen weiteren Moment schwieg und die Worte las, die die App ihm minimal zeitversetzt mit ihren Worten anzeigte. "Entschuldige bitte. Ich wollte wissen, wie die Dinge stehen. Alles ist weit weg, wenn ich zuhause bin … du bist weit weg.”

Ja … das saß. Weil er sie verstehen konnte. Wenigstens teilweise. Immerhin war sie auch für ihn weit weg und nahezu unerreichbar, wenn sie nicht bei ihm war. Anders als sie hatte er allerdings nicht die Möglichkeit, mal eben mithilfe von ein paar Schlagworten auf die Jagd nach ihr zu gehen. Aber … würde er es tun, hätte er die Möglichkeit dazu?

Einen Moment ging er in sich. Versuchte ehrlich zu sich selbst zu sein. Und ja … ganz sicher würde er es tun. Immerhin hatte er sich auch schon mehr als einmal durch ihre verlinkten Bilder bei Instagram geklickt, hatte ihren Namen bei ein paar Suchmaschinen eingegeben oder hatte sich ein paar Profile der Menschen angesehen, denen sie folgte und die ihr folgten - in erster Linie natürlich die, die öffentlich für jeden zugänglich waren.

Also atmete er tief durch und ließ sie schließlich mithilfe der App wissen: “Alles ist beim Alten. Halte dich von diesen Dingen fern. Halte dich von diesen Leuten fern. Wenn du Fragen hast, frag mich. Ich bin nach wie vor nur einen Anruf entfernt.”

Und sie stimmte zu. Entschuldigte sich erneut. Hörbar erleichtert, aber auch nach wie vor kleinlaut und zurückgeworfen. Es folgte Schweigen, was sie beide einen Moment erhielten. Es die Leitung zwischen ihnen erfüllen ließen.

Bis er es schließlich mit einem leisen “Okay”, brach - um kurz darauf das Thema zu wechseln. In der Hoffnung, dass das hier das erste und letzte Mal war, in dem sie über ein Thema wie dieses sprechen mussten. Natürlich wusste wenigstens ein Teil von ihm es besser. Aber er verdrängte es … fürs Erste jedenfalls.

***

Ihr Lieben, falls sich wer wundert - Blondies “Zitate” sind bewusst etwas verdreht oder auch verändert. Wenigstens die, die JK sich hat via App übersetzen lassen. Grund ist der, dass die Dinger da ja schon etwas werkeln und nicht immer 1 zu 1 rauskommt, was eingegeben wurde. Hier wollte ich das mal indirekt deutlich machen … auch, weil wir es eventuell später nochmal brauchen werden.

Darüber hinaus wünsche ich euch einen schönen Tag und wir lesen uns hier am Sonntag nochmal wieder. Passt auf euch auf und bis Freitag bei NaD. <3

***

Ein Anmerk: Wie manch einem eventuell im vergangenen Chapter aufgefallen ist, habe ich das Anredesystem noch einmal etwas überarbeitet. Hintergrund ist der, dass ich es in den vergangenen Chaptern leider manchmal falsch gemacht habe. In erster Linie geht es um die Endung -nim. Das ist sozusagen ein sehr höfliches Herr/Frau.

Lehrer, Vorgesetzte, Kollegen und Co., spricht man jedoch seltener mit dem Namen an, sondern eher mit ihrem Beruf oder ihrer Position. Anstatt Herr Schultz oder Frau Meier sagt man also Frau Lehrerin, Herr Fahrer, Herr CEO oder wie in diesem Fall Herr Manager oder eher Manager-nim. Zudem spricht man in SK eher selten nur allein mit dem Nachnamen an. Das wäre da recht unhöflich, da man dadurch ausdrücken würde, dass jemand unter einem steht.

Um euch und uns alle nicht maßlos zu verwirren, habe ich mich dazu entschieden, es meistens eher zu umschiffen und nur gelegentlich mal einzubringen. Wie zb im vergangenen Chapter. Zudem ist das wirklich sehr komplex und die Gefahr da was falsch zu machen ist sehr groß. Komplett eindeutschen will ich es dem Realismus wegen aber auch nicht. Daher halt ein Mittelweg. Ich hoffe, damit kann jeder leben.

Wer sich noch etwas weiter in die Thematik einlesen will, kann das am Ende des ersten Chapters tun. Ich habe da nochmal einen Anmerk mit weiteren Infos und mit Erklärungen zu weiteren Anreden hinzugefügt. Hyung, Oppa, Eomma usw.