Education (nach Chapter 61 nach NaD)
Education (nach Chapter 61 nach NaD)
Hinweis: Das folgende Chapter kann jederzeit nach Kapitel 61 von Night and Day gelesen werden.
44. Education
Es war so gut gelaufen. So unendlich gut. Hatte er im ersten Moment, als sie angekündigt hatte, es gäbe ein Problem, absolute Panik geschoben? Ja, natürlich hatte er das. Hatte sich schon in naher Zukunft Windeln wechseln sehen. Oder sich passend zu ihrem kommenden Konzert auf Chlamydien behandeln lassend, die sie sich vielleicht doch wo auch immer eingefangen hatte. Aber … es war nur ihre Monatsblutung.
Und ja … er war, was das anging, kein Experte. Nicht einmal annähernd. Er hatte keine Schwestern und ihre Mutter war dahingehend zwar nie geheimnisvoll, allerdings auch nicht wirklich offen gewesen. Und dass er sein Elternhaus praktisch bereits mit 13 verlassen hatte, hatte die Lage dahingehend nicht verbessert. Ebenso wenig die Tatsache, dass er den größten Teil seines Lebens bisher ausschließlich umgeben von Männern verbracht hatte.
Was natürlich nicht hieß, dass er absolut gar nichts wusste. Dahingehend hatte er nicht gelogen. Er wurde aufgeklärt. Wahrscheinlich sogar verhältnismäßig gründlich. Allerdings hatte er sich über die grobe Theorie hinaus, die realistisch gesehen wahrscheinlich doch recht lückenhaft war, nie mit dieser Sache beschäftigt. Nicht mehr als nötig jedenfalls. Er wusste, dass Frauen an diesen Tagen bluteten und dass es etwa eine Woche dauerte. Zudem wusste er, dass es mehrere Möglichkeiten gab, die Blutungen … aufzufangen oder auch im Zaum zu halten. Und dass viele Frauen sich häufig nicht besonders wohl zu dieser Zeit fühlten.
Das war es aber auch schon. Er hatte nicht den blassesten Schimmer, wie genau dieses Bluten aussah. Im Sinne von, wie stark es war. Und ja … er mochte den Geruch von Blut nicht. Ganz und gar nicht. Diese metallische Note … dabei drehte sich ihm gerne mal der Magen um. Und ja … man roch es. Er roch es. Durch Kleidung hindurch. Die Frage war also, wie sehr er es roch, wenn da keine Kleidung mehr zwischen seiner Nase und ihrem Blut war. Tampon hin oder her.
Allerdings hatte er sich gut geschlagen. Jedenfalls ging er davon aus. Hatte es geschafft, ehrlich zu sein - aber nicht zu ehrlich. Hatte es geschafft, dass sie sich anscheinend dennoch sicher und wohl genug bei ihm fühlte, dass sie trotz allem herkommen würde.
Sicher genug, um ihn gerade schallend auszulachen, weil er ihr seine gottverdammte Massagepistole zeigte. Wie gesagt, es war so verdammt gut gelaufen. Bis er die verdammte Massagepistole herausgeholt hatte. Ganz genau. Das war eine Pistole … auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussah. Es war zwar ein Stab, aber es hatte eine Puls-Funktion, bei der der Kopf mit starken und durch Vibrationen unterstützen Stößen Verspannungen löste. Äußerst effektiv.
Gut … die Vibrationsfunktion gabs auch separat, aber er war ehrlich … selbst die alleine war stark. Immerhin war es nicht so, dass er in besonders einsamen Nächten nicht auch schon einmal mit gewissen Gedanken gespielt hatte. Dabei war es aber geblieben … oder auch, er war nur bis zu seinem Bauch gekommen.
Selbst die Vibrationen waren stark. Sehr stark. Zu stark, um sich dieses Ding ernsthaft an die Eier oder den Schwanz zu halten. Aber was solls. Sollte sie ihren Spaß haben. Er würde das elende Ding einpacken - und dann würde ihr das Ding, dass er ihr zur Vorsicht erst einmal auf den süßen kleinen Arsch halten würde, hoffentlich das Lachen austreiben.
Allerdings wäre das nicht das Einzige, was er einpacken sollte - jedenfalls hatte er genau das in den vergangenen Minuten entschieden. Er musste vorbereitet sein. Auf was auch immer. Was nicht ganz einfach war, da er nicht den blassesten Schimmer hatte, was ihn erwartete. Keine, wirklich keine seiner bisherigen Freundinnen war dahingehend halbwegs offen ihm gegenüber gewesen. Außer Bora vielleicht, aber da hieß “Sorry, ich habe meine Blutungen” etwa so viel wie "Fass mich nicht an und halte Abstand.”
Midori war bisher die einzige gewesen, die in diese Richtung wenigstens halbwegs offen gewesen zu sein schien. Allerdings hatte er damals einen Rückzieher gemacht, als sie vorgeschlagen hatte, sich trotz roter Überraschung mit ihm zu treffen.
Ja … er war nicht stolz auf sich. Aber, das mit Midori war anders gewesen …
Das Klingeln seines Telefons riss ihn aus den Gedanken. So sehr, dass er heftig zusammenzuckte. Nachdem er sich wieder gefasst hatte, nahm er allerdings ab. Joon rief an. Und das bedeutete so kurz vor einem Gig wie dem bevorstehenden meistens, das etwas Wichtiges anstand.
“Hi, was gibt es?”, beantwortete er also den Call und ließ sich mit dem Telefon am Ohr auf das Sofa fallen.
“Hast du meine Nachricht bekommen? Wegen morgen?”, wollte ihr Leader wissen. Hatte er. Also bejahte er. “Sehr schön. Noch schöner wäre, wenn du mich das auch wissen lässt. Wenigstens mit einem Daumen hoch oder so. Ich bin da echt nicht anspruchsvoll. Irgendein Lebenszeichen reicht mir da schon. Du darfst dir sogar eins aussuchen.”
Ja … das klang mehr als nur schneidend. Zurecht …
“Ja”, gestand er ein, “hatte ich noch vor.”
Namjoon sog am anderen Ende der Leitung die Luft ein. “Das dauert wie lange? Zwei Sekunden?”
“Ja”, wiederholte er sich. “Hatte ich wie gesagt vor, aber dann rief Hannah an und ich habe es vergessen.” Im wahrsten Sinne des Wortes. Da er das Handy bereits in der Hand hatte, als es klingelte, hatte er abgenommen - und der Rest war Geschichte. “Wirklich! Tut mir leid, Hyung”, fügte er hinzu.
“Okay”, lenkte sein Leader ein und schien sich den Geräuschen nach ebenfalls auf seinem Sofa zurückzulehnen. “Wie geht es ihr? Ist alles okay? Ist sie aufgeregt, oder-”, er stockte und räusperte sich.
“Ich denke schon”, gab Jungkook zurück und überlegte kurz, bevor er die Katze aus dem Sack ließ: “Hyung, kann ich dich … was fragen?”
“Natürlich”, gab Joon wie erwartet zurück.
“Wie gut kennst du dich … mit der weiblichen Monatsblutung aus? Also … übergreifend, aber auch auf Sex währenddessen bezogen”, flüsterte er … so als könnte ihn irgendjemand in dieser leeren Wohnung hören, in der er gerade mit verschlossenen Fenstern und Vorhängen hockte.
Und sollte jemand sie abhören, wäre eh alles verloren. Vor allem, weil er nur wenige Minuten zuvor mit Blondie gesprochen hatte - über weitaus brisantere Themen. Aber ja … ganz ohne Restrisiko ging es für sie nicht, außer sie lebten wie Mönche und vermieden den Kontakt zu Frauen komplett.
“Sex währenddessen kann … gut sein. Sehr feucht und oft hilft es auch gegen Unterleibsschmerzen, die viele Frauen währenddessen haben. Aber … da ist halt Blut im Spiel. Je nach Zeitpunkt mal mehr und mal weniger. Das kommt auch auf den Zeitpunkt an. In den ersten Tagen sind sie meistens stärker als zum Ende hin. Das ist dann also Geschmacks- und natürlich auch Vertrauenssache”, schien sein Hyung seine Befürchtungen und auch Hannahs Worte zu bestätigen.
Okay … blieben sie erstmal tatsächlich beim Küssen und Kuscheln. Zumal Blondie ihren eigenen Aussagen nach alles andere als sicher war, ob das hier eine Erfahrung war, die sie mit ihm teilen wollte. Jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt.
Er räusperte sich. “Kann ich es ihr irgendwie … angenehmer machen. Auch ohne Sex?”
“Natürlich. Besorg was Süßes und eventuell ein paar Wärmepads. Oder ein Wärmekissen oder sowas. Dafür müsstest du dann aber eine Mikrowelle nutzen … die es im Hotelzimmer sicherlich gibt, aber-” Er hörte seinen Leader regelrecht grinsen, während er sprach.
“Ja … eine Wärmekissen in der Mikrowelle erhitzen, das kriege ich durchaus hin”, gab er schneidend zurück.
“Weiß ich … und ich weiß auch, wie du es hinkriegen wirst. Aber das ist was Gutes. Da hat sie dann schon einmal was zu lachen.” Der jüngere der beiden Männer holte tief Luft. Was zu lachen hatte sie heute immerhin schon gehabt. Und Joon jetzt gerade auch, der nach wie vor hörbar grinsend hinzu fügte: “Komm schon, sie zum Lachen zu bringen ist immer was Gutes.”
“Da gibt es schon noch einen Unterschied zwischen sie zum Lachen zu bringen, weil sie über dich lacht oder mit dir-”
“Gibt es eben nicht”, fiel ihm Namjoon nun tatsächlich lachend ins Wort: “Komm schon, opfere dich für die gute Sache und zeig ihr deinen Mikrowellentanz.”
Gut … ein wenig musste er auch darüber lachen. Das war einer dieser Insider zwischen ihnen. Er mochte Mikrowellen bekanntlich nicht. Was nicht hieß, dass er sie nicht nutzte. Allerdings machten sie ihn nervös. Egal wie viel Abstand er auch zu diesen elenden Dingern nahm. Das war natürlich nicht der Insiderpart. Das wusste die ganze Welt. Der Insiderpart war, dass er eine sehr … spezielle Art hatte, Mikrowellen zu nutzen. Und diese beinhaltete weniger einen Tanz als einen ganzen Haufen schneller und hektischer Bewegungen - während der Bedienung und während sie in seiner Nähe lief. Alle bis auf ihm liebten es, wenn sie davon Zeuge werden durften. Aber es war besser geworden.
“Fick dich doch”, gab er also ebenfalls leise lachend zurück, um dieses leidige Thema zu beenden. Und nachdem sie sich eine Weile ausgelacht und ausgekichert hatten, lenkte er das Gespräch zurück aufs Thema: “Soll ich sowas wie Tampons besorgen?”
“Warum willst du Tampons besorgen? Die bringt sie sicher mit. Außerdem weißt du nicht, was sie da bevorzugt und benötigt. Es gibt mehrere Größen: "Mini, Normal, Maxi und was weiß ich noch alles”, gab sein Hyung nun wieder ernst und ruhig zurück.
“Nein”, ging Jungkook kurz in sich, “sie braucht höchstens normal. Dieses Klischee stimmt nicht. Sie ist nicht besonders weit.”
Und ja … was auch immer er da Blödes gesagt hatte, es brachte Joon noch schallender zum Lachen als seine Massagepistole Blondie zum Lachen gebracht hatte: “Das ist nicht dein Ernst?”, wollte ihr Leader nach Luft schnappen wissen.
“Was?”, fragte er zähneknirschend, “diese Geschichten sind Unsinn", verteidigte er sich und Blondies Ehre, “ich hätte echt Besseres von dir erwartet.”
“Na, ich erst von dir”, spie Joon immer noch lachend zurück und fügte, als er sich etwas beruhigt zu haben schien, hinzu: “Die Größe der Tampons richtet sich nicht nach der Weite ihrer …. Vagina. Die richtet sich nach der Stärke ihrer Blutung, du kleiner Idiot.”
“Ja”, gab er wenig geistreich zurück, als er Joons Worte verarbeitet hatte. Das hatte er definitiv schon einmal irgendwo gehört … jedenfalls redete er sich das ein, während ihm das Blut so schnell in den Kopf schoss, dass dieser gefühlt zu kochen begann. “Das wusste ich”, brachte er gepresst hervor …
… was Joon noch einmal kurz und heiser auflachen ließ. “Natürlich wusstest du das”, durchschaute er ihn.
“Ich bin hier nicht derjenige, der über das Wort Vagina nachdenken musste”, schoss er wenig schlagfertig zurück. Aber irgendwas musste er zurückschießen und ihm fiel gerade beim besten Willen nichts Besseres ein.
Joon atmete tief durch und schien sich zu fassen. “Ich wollte nicht sowas Obszönes wie Muschi sagen. Aus dem Alter sind wir immerhin raus.”
Waren sie das? Er hatte den Großteil von ihnen noch vor einigen Tagen, als sie sich im Van unbeobachtet gefühlt hatten, ganz andere Töne spucken hören. Aber ja … gerade jetzt war es ihm nur recht. Er wollte nicht, dass obszöne Worte benutzt wurden, wenn sie über Hannah sprachen.
“Sind wir”, bestätigte er den Älteren also.
“So als Feier des Tages, weil du jetzt weiß, woher die Babys kommen”, konnte dieser es aber natürlich nicht unterlassen, ihn zu triezen, was Jungkook mit einem kleinlauten Fluchen über sich ergehen ließ. Aber … wenigstens hatte Joon ihn daran … erinnert - und nicht jemand anderes. Blondie zum Beispiel. “Du weißt aber schon, dass das zwei verschiedene Löcher sind?”, setzte sein Hyung nach.
“Weiß ich”, schoss er zurück, “ich weiß sogar, dass es genau genommen DREI Löcher sind, du Blödmann.”
“Sehr gut. Da haben wir bei deiner Erziehung wenigstens nicht auf ganzer Linie versagt”, ließ Joon verlauten … und Jungkook teilte ihm mit, dass er sich schonmal auf seine Rache einstellen sollte - was ihren Leader wie erwartet erneut schallend lachen ließ.
***
Ihr Lieben … wie ihr es euch eventuell schon denken könnt, war das heute ein ziemlich wilder Ritt. Ich kam heute arbeitstechnisch zu nix und musste mir das Posten für den Feierabend aufheben. Aber …. hier sind wir endlich.
Ich weiß, wahrscheinlich hat ihr euch das Periodengespräch etwas anders vorgestellt. Aber ich mag es nicht einfach immer alles eins zu eins hier nochmal aus JKs POV durchzukauen. Zudem denke ich, ein Periodengespräch dieser Art ist nicht der schlechteste Einblick. hehe
Habt noch einen schönen Abend und bis Freitag. <3